Edinburgh – Tag 6 und 7 (Besuch!)

Edinburgh

Es stürmt. Es stürmt regelmäßig in Edinburgh, dafür ist es nicht so kalt und es regnet auch gar nicht so oft. Im Grunde genommen ist das Wetter sehr schön, nur manchmal stürmt es eben, und dann so richtig.

Nach der unruhigen Nacht bin ich etwas aufgeregt. Heute kommt Isa. Die sind in der Nacht vorher mit dem Schiff angereist und bleiben zwei Nächte in Edinburgh, was wir eher zufällig festgestellt haben, als ich bei Twitter meine unglaubliche Verzweiflung bei der Hotelsuche kundgetan hatte.

Bilder machen wir heute keine aus irgendwelchen Gründen, hauptsächlich aber, weil sowieso nicht viel passiert. Gefrühstückt wird wieder im Centrote, wo ich magenfreundlichen Toast mit ebenso magenfreundlichem Minztee bestelle und das war’s auch schon an morgendlichen Aktivitäten.

Danach will ich aber wirklich den Mantel von gestern kaufen, den gibt es auch hier, in einem Laden am Schloss und weil es draußen stürmt und ja Rumliegen, Lesen und Nichtstun zum Programm gehören, bleibt der Mann im Hotel und ich stiefel allein durch den Sturm zum Schloss hoch. Als ich ankomme, sind mir fast die Ohren abgefroren, also kaufe ich zum grünen Mäntelchen noch ein rosa Mützchen mit Schleifchen (Jawohl!) und bin sehr glücklich. Dann rufe ich Isa an, die gerade irgendwo im Parkhaus rumkurvt (bzw. sich rumkurven lässt), so dass die Verbindung irgendwann abbricht und ich die beiden erstmal ordentlich parken lasse, noch Begrüßungskekse im Hotel abliefere (die offenbar auch ein bisschen bei der nachmittäglichen Hungerbekämpfung helfen) und dann wieder zurück ins warme Hotelzimmer stiefele.

Nach mehr Lesen und Rumliegen und Nichtstun stiefele ich erneut los, um bei McDonalds das Abendessen zu besorgen, mehr kriegt der Magen heute nicht mehr auf die Reihe.

Und dann verabreden wir uns mit Isa und Zoë im Pub, wo auch eine Live-Session ist. Da laufen wir dann abends hin und haben einen sehr netten Abend mit Whisky, der nach einstimmigem Urteil “nach abgefahrenen Reifen” riecht, aber wohl ganz gut schmeckt. Ich konzentriere mich auf Cider, das geht schon wieder, und der Mann von Isa hat sein Instrument mitgebracht, eins, von dem ich den Namen schon wieder vergessen habe, und spielt mit den schottischen Jungs bei der angeblich tranigsten Session aller Zeiten (nicht meine Worte). Ich kann das ja nicht beurteilen, denn das ist ja meine erste schottische Session. Es ist aber trotzdem schön und am schönsten, wenn der Mann von Isa singt und am allerschönsten, wenn es was von Velvet Underground ist.

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Am nächsten Tag treffen wir uns im Always Sunday, was zwar voll und gut ist, aber nicht so unglaublich gut, wie es die Vollheit andeuten möchte. Tatsächlich können wir aber noch einen Tisch für vier Leute organisieren. Dem Magen geht es immer besser und ich traue mich an Scones mit Marmelade und Cream Cheese.

Während Isa mit Anhang dann zum Shoppen (man munkelt, es gäbe da einen auf Folk und Traditional spezialisierten CD-Laden) aufbricht, steuern wir zielstrebig auf den kulturellen Teil des Urlaubs zu. Neeeeeein, nicht das Schloss. Das Whisky-Museum, oder besser: The Scotch Whisky Experience. Man wird zunächst in eine lustige Gondel gesetzt und kriegt von einem lustigen Geist erklärt, wie Whisky hergestellt wird. Danach werden wir in einer großen Runde zum Whisky-Tasting geführt, wo wir etwas über die vier Hauptgebiete der Whiskyherstellung lernen (wichtig: Whiskys aus Speyside riechen nach Banane) und dürfen uns einen Whisky zum Probieren aussuchen.

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Außerdem gibt es noch die größte Whiskysammlung der Welt und eine Destillery Fair, aber nur heute, wir haben Glück, und kriegen noch acht Zettelchen, die wir gegen jeweils eine Whiskyprobe eintauschen können. Wir schaffen zusammen drei Proben und sind dann fertig mit Whisky. Aber schön war’s. Und so schön übersichtlich, dass ich auch wirklich alles behalten habe, wo sonst die großen Museen ja immer schnell den totalen Informationsüberfluss erzeugen, so dass ich nachher immer das Gefühl habe, weniger zu wissen als vorher.

Und weil wir schon dabei sind, gehen wir einfach gleich ins nächste Museum, der Camera Obscura direkt gegenüber, wo es optische Illusionen und Spielereien zu bestaunen gibt und oben, ganz oben, eine richtige Camera Obscura zum Reingehen und außerdem eine Superaussicht auf Edinburgh vom Dach des Museums aus. Es ist alles ganz toll, es gibt ein Spiegellabyrinth und überhaupt. Beides zu empfehlen, wenn man mal in Edinburgh ist.

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Abends gehen wir zu viert ins Urban Angel, wo die Herren sich am Haggis laben und Isa und ich eher die kleineren Gerichte von der Karte interessant finden. Es geht um alles mögliche und das Urban Angel ist ein wirklich nettes Restaurant, von außen deutlich unscheinbar, aber dann wird man in einen urigen Gastraum geführt mit viel Holz und Kamin (der ist aber nicht an). Es ist immer etwas komisch, wenn man Leute trifft, deren Blogs man liest, und wo man dann gefühlt hundertmal am Abend sagt “Ach ja, stimmt, hab ich ja drüber gelesen”, aber es ist auch sehr nett, weil es ja viele Geschichten gibt, die nicht im Blog stehen und die mindestens genauso spannend sind.

Danach holen wir noch Zoë und Anhang ab und suchen uns einen Pub in der Broughton Street, wo es keine Musik gibt und erstmal auch keinen Platz zum Sitzen für uns, aber nachher schon und wie auch gestern schon, wird es ein sehr netter Abend, bis wir alle sehr zufrieden (hoffe ich jedenfalls) in die jeweiligen Hotels und Apartments zurücklaufen. Isa fährt morgen weiter in den Norden und Zoë fliegt zurück nach Berlin.

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Dann sind wir wohl wieder allein in Edinburgh. Also wir und die ganzen anderen Leute, die hier mit uns Hogmanay feiern wollen. Also doch nicht so ganz allein.

Tweet des Tages:

Möööönsch. Kaum ist die @ in Edinburgh, wird das Wetter schlecht. SO GEHT DAS DOCH NICHT!
@anneschuessler
anneschuessler

3 comments

  1. Isabo

    Bouzouki! Das war eine zehnsaitige Bouzouki. Normalerweise haben sie nur vier Doppelsaiten, diese hat fünf, noch eine doppelte Basssaite unten drunter. Und es war übrigens supernett mit Euch, habe ich das eigentlich schon gesagt? Nee, hm?

    • Anne

      Ja. Das. Irgendwas mit B, ich wusste es doch.

      Und supernett war es, das kann ich bestätigen. Aus eigener Erfahrung quasi. Wir sagen dann Bescheid, wenn wir nach Hamburg kommen.

  2. Pingback: Vom Wert eines Tweets | Ach komm, geh wech!

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