Zum ersten Mal: Eine Hochzeitstorte backen

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Nur, damit das klar ist: Ich habe noch keine Hochzeitstorte gebacken. Der Titel des Blogposts ist somit streng genommen total falsch und irreführend.

Aber: Ich werde demnächst zum ersten Mal in meinem Leben eine backen. Vermutlich auch zum letzten Mal, aber wer weiß? Vielleicht bin ich so super im Hochzeitstortenbacken, dass das mein neues Geschäftskonzept wird. Ich weiß ja gar nicht, wie supergut ich vielleicht im Hochzeitstortenbacken bin, denn ich hab’s ja noch nie gemacht. Möglicherweise bin ich ein Genie. Peggy Porschen, watch your back!

Jedenfalls fängt es so an, dass Doreen “Ich hab auch noch einen Anschlag auf dich vor” sagt. Oh Gott. Ohgottohgott.

“Willst du vielleicht unsere Hochzeitstorte backen?” fragt Doreen dann. Oh Gott. Ohgottohgott. Wiebittewas? Ich? Hochzeitstorte? Oder vielmehr: Ich? Torte?

Wie sich rausstellt, befindet sich sogar eine Konditorin in der Familie, aber die ist dummerweise zum Hochzeitstermin in den USA und steht dementsprechend nicht zum Tortenbacken zur Verfügung. Zu dumm auch. Dass ich direkt die zweite Wahl nach der Konditorin bin, schmeichelt natürlich ungemein, stürzt mich aber zunächst in eine spontane Tortenpanik.

Sicher, ich kann Kuchen und Plätzchen. Und die schmecken gut und sehen auch meistens sehr gut aus. Aber eine ansehnliche Tarte Tatin oder regelmäßige Vanillekipferl und eine Hochzeitstorte, da ist ja schon ein Unterscheid.

In der spontanen Tortenpanik, in der mich im ersten Moment befinde, schlage ich erstmal blind um mich und schlage – Feigling, der ich bin – einen Cupcaketurm als Alternative vor. Cupcakes scheinen mir durchaus machbar und mal abgesehen davon, ich denk mir das nicht aus. Sowas habe ich im Internet schon gesehen und es sah durchaus sehr hübsch und hochzeitig aus. (Ein wunderbares Beispiel ist natürlich auch das hier.)

Doreen möchte aber keinen Cupcaketurm, sondern eine richtige Torte. Etwas, was man gemeinsam anschneiden kann. Da traue ich mich schon nicht mehr, anzumerken, dass man sicherlich auch schöne Bilder davon machen kann, wie man dem Bräutigam verliebt ein Cupcake in den Mund steckt. Na schön, dann eben eine richtige Torte. Wenn die Braut das so will, dann widerspricht man nicht.

Ab da werden sämtliche Kochzeitschriften und Kochbücher gewälzt, die im Haus sind, das Superbackbuch von Annik Wecker aus dem Keller geholt (Gott sei Dank, nicht eingelagert, nur im Keller) und durchgeblättert. Insgesamt ist die Ausbeute eher dürftig. Hochzeitstorten ist anscheinend kein Standardthema in den handelsüblichen Kochzeitschriften – jedenfalls nicht in denen, die ich so habe. Blechkuchen ja, in allen Variationen, aber das taugt ja nicht für mein Vorhaben.

Das Superbackbuch ist schon hilfreicher. Ein ganzes Kapitel mit tollen Torten. Die meisten sind nicht direkt Hochzeitskompatibel, aber erstmal muss ich ja eh lernen, wie das geht, wie man Biskuitboden macht und durchschneidet, wie man Cremes fabriziert und wie man beides übereinanderschichtet, so dass es nachher auch gut aussieht, von innen und von außen. Dafür muss ich ja nicht gleich eine Hochzeitstorte backen, dafür reicht auch eine stinknormale Torte.

Denn fest steht schon mal: Die Challenge ist angenommen. Ich sage “Ja!” zur Hochzeitstorte und wer mich kennt, der weiß, dass da auch nie ein Zweifel bestand. Ich habe eine perfekte Ausrede, um knapp vier Monate Torten backen zu können, ohne dass der Mann kritisch gucken kann. Die Frage, wer das denn essen soll, ist in den nächsten Monaten nicht zulässig, schließlich muss ich Tortenbacken üben. Wer das nachher isst, ist vollkommen zweitrangig, Hauptsache, ich sammle Tortenerfahrung.

Am nächsten Wochenende backe ich die erste Testtorte. Himbeer-Baiser-Torte aus dem Superbackbuch. Im Superbackbuch ist es eine Brombeer-Baiser-Torte, aber Brombeeren gibt es nicht bei Edeka, weder frisch noch tiefgekühlt, also eben Himbeeren. Die Torte wird erstaunlich gut, obwohl ich schon am Anfang vor dem Problem stehe, dass ich nur eine Springform besitze und die beiden Böden nacheinander und nicht gleichzeitig backen kann. Ansonsten alles prima. Ich kriege alles wunderbar aufeinander gestapelt und bin dankbar, dass Baiser von sich aus und ohne viel gutes Zureden sehr hübsch und professionell aussieht.

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Die Torte sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch prima. Das künftige Brautpaar ist vom ersten Versuch ausreichend angetan, als dass ich den Job behalten darf.

Als nächstes muss ich dann wohl ein bisschen wichtiges Tortenbackzubehör besorgen. Mehr Springformen, Tortenringe und was es sonst noch so gibt, was ich nicht besitze. Aber ich werde eine Hochzeitstorte backen, zum ersten Mal im Leben. Nur, wie die aussieht und was so reinkommt, das weiß ich noch nicht. Es bleibt spannend.

Wer mehr über die Hochzeitstortenchallenge wissen will und über die Torten, die ich so backen werde, der lese bitte im Foodblog weiter. Da werde ich nämlich in der nächsten Zeit ausführlicher berichten. Bitte hier entlang…

2 comments

  1. Pingback: Foto-Fragen-Freitag (Es wird Sommer) | Ach komm, geh wech!
  2. Vera

    Das ist ja eine tolle Idee. So eine Hochzeitstortenchallange ist bestimmt mit ganz viel Arbeit, aber auch mit ganz viel Spass verbunden.

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