20 Glückskekse vs. 21 Quarkriegel

Vor vielen, vielen Jahren kaufte ich beim ortsansässigen Asia-Laden für meine Geburtstagsfeier 20 Glückskekse. Ich stand also an der Kasse mit meinem Körbchen mit 20 abgezählten Glückskeksen und überreichte der Verkäuferin mein Körbchen mit dem Hinweis, dass es 20 sein müssten.

Sie zählte einmal durch, verzählte sich dabei. Zählte ein zweites Mal durch, verzählte sich wieder. Zählte ein drittes Mal durch, gelang zur Erkenntnis, dass es sich wirklich um 20 Glückskekse handelte und war bereit, mich zahlen zu lassen. Selten hatte ich an einer Kasse das Gefühl, dem Ziel gleichzeitig so nah und so fern zu sein.

Heute stand ich mit einer Tüte mit 21 Quarkriegeln im russischen Supermarkt. (“21 Quarkriegel?!?” höre ich da irritiert. Ja, 21. Fragensenich. Oder meinetwegen, fragense, ein Kollege hatte heute Ausstand und ich wollte mit Quarkriegeln zu den Ausstandsfeierlichkeiten beitragen.) Die Verkäuferin wirft einen Blick in die Tüte, nimmt eins raus und scannt es ein.

Dann guckt sie mich an: “Wie viele haben Sie?”

“21”, sagte ich. “Wenn ich mich nicht verzählt habe.”

Sie nickt, scheint mit der Anzahl einverstanden zu sein und rechnet 21 Quarkriegel ab.

 

Ich sag ja nur.

2 Antworten auf „20 Glückskekse vs. 21 Quarkriegel“

  1. Ja, so sindse, die Russen, deshalb mag ich sie so gerne: 21 mal Sirok, das kann gut sein, das sieht gut aus, auf einen mehr oder weniger kommt es nicht an, in der Buchhaltung kriegen wir das schon irgendwie rund, eins im Sinn und zwei hinzu, vielleicht schenken wir der Kundin auch eins, aber das ist egal, denn wir haben ein Herz so groß wie Mütterchen Russland, dann bongen wir das mal ein.

    1. Keine Ahnung, ob’s an der Kultur liegt oder an der einzelnen Persönlichkeit, aber ich fand’s richtig nett. Kein großes Rumgezähle, was ja durchaus okay gewesen wäre. Ein Blick, na ja, passt schon, und fertig.

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