Sonnenschein in Essen-Kettwig

Bei strahlendstem Sonnenschein kommen wir in Kettwig an. Wir, das sind Doreen und ihr Mann, ich und der Mann (also meiner) und eine Kollegin vom Mann aus Südafrika, die am Dienstag erst hier angekommen ist. Zum ersten Mal in Deutschland, zum ersten Mal in Europa, also schleppen wir sie gleich mal zum Seerosenfest nach Essen-Kettwig und nachdem es sich in Rüttenscheid noch mal kurz schön ausregnete, ist jetzt wirklich knallblauer Himmel und knalleheiße Sonne. Das Ruhrgebiet präsentiert sich von seiner bestesten Seite, als ob es wüsste, dass es hier nicht zuletzt darum geht, von weither gereiste Menschen von seiner Schönheit zu überzeugen.

Als wir über die Brücke kommen, können wir noch gucken, wie gerade drei Schiffchen in der Schleuse hochgelassen werden. Es gibt da bestimmt einen tollen binnenschiffmännischen Ausdruck für, aber den kenne ich nicht. Ich find’s nur toll, zuzugucken, wie die Schiffchen in der Schleuse stecken und Wasser dazugelassen wird. Überhaupt Schiffchen. Auf dem Ruhrstausee ist alles voller Schiffe und Boote in unterschiedlichster Größe und Ausführung.

Nachdem wir Hunger und Durst gestillt haben, wandern wir zur Altstadt hoch. Auch die präsentiert sich wunderbar pittoresk, nur der Mühlteich ist etwas verdreckt, aber immerhin kann man Karpfen gucken. Bei Karpfen haben der Mann und ich ja immer Flashbacks zum ersten Amerika-Urlaub von vor sieben Jahren, wo wir ein paar hundert (ach was hundert, TAUSEND) Karpfen zuviel gesehen haben, aber davon vielleicht ein andermal. Hier sind nur ein paar Karpfen, das ist okay.

Weiter rauf zur Altstadt, vorbei an einem lustigen Brunnen, der zum Rumposen nur so einlädt, einmal die Kirche begucken (innen und außen). Dabei merke ich immer, dass ich so auf Anhieb nie erkennen kann, ob das jetzt eine katholische oder eine evangelische Kirche ist. Die oben in Kettwig, also die eine, die wir uns auch von innen angucken, ist evangelisch, das lese ich dann irgendwo und dann erkenne ich auch die Presbyterbänke hinter der Kanzel. Aber eigentlich ist es auch egal. Ich mag die Bruchsteinarchitektur und dass die Fenster so hübsch transparent sind und die Sonne so schön reinfällt.

Der Spielwarenladen hat leider schon zu, dabei hätten wir jetzt spontan ganz viel Pustefix gekauft, denn man kann ja nie genug Pustefix haben. Statt dessen entdecke ich das Geschäft von Coach ’n Cookies. Hinter Coach ’n Cookies steckt eine Heilpraktikerin, die nebenbei noch ein Keks-Catering für Firmen betreibt. Wer in Essen ansässig ist, soll sich da ruhig mal informieren, die Kekse sind echt lecker, selbstgemacht und bestimmt auch gesünder als im Laden gekaufte. Außerdem hat die Dame einen sehr netten Hund.

Dann kaufen wir uns noch ein Eis und schlendern weiter. In einem italienischen Restaurant wird gerade aufgespielt, da gucken wir etwas neugierig durch Türen und Fenster, denn es sieht sehr verlockend aus, schöne Einrichtung, toller Fliesenboden, leider geschlossene Gesellschaft heute, und genug gegessen haben wir ja auch schon, aber das müssen wir uns merken. Die Karte ist auch schön klein, das ist ein gutes Zeichen.

Am Ende der Straße geht es wieder runter zur Ruhr, dann an der Ruhr entlang, über die Brücke, zurück zum Auto. “I have no idea where we are”, gebe ich zu. “Me neither”, sagt die südafrikanische Kollegin. Aber der Mann findet das Auto, also alles gut. Ich hätte ja bei dem Wetter noch einen Abstecher zu Schloss Hugenpoet gemacht. Wenn schon beeindrucken, dann richtig. Und Boot gefahren sind wir auch nicht. Aber auf mich hört wieder keiner und heute Abend boxt Klitschko. Wir müssen also nach Hause.

Schleuse

Kirche

Ente

Desinteressierte Ente.

Schiffchen

Holzzeugs

Mühlteich

Altstadt

Haus

Brunnen

Rumposen am Brunnen

Rauf

Weiter rauf

Partnerstädte

Andere Kirche

In Kettwig stehen nämlich sogar ZWEI Kirchen im Dorf. Sensationell. Die rosane ist die für die Leute mit dem richtigen Glauben. Sag ich mal so.

DSC_0317

Dingensichblume

Doreen sagte, die solle ich nicht anfassen und ich hab’s dann auch nicht gemacht.

Böötchen

Mehr See

Kettwig

Schilder

Zu Schloss Hugenpoet wollte dann keiner mehr. Alle doof.

4 comments

    • Anne

      Irgendwas mit Gift, habsch aber schon wieder vergessen. Ich hatte auch nicht wirklich vor, die Blume anzufassen, soooo schön war sie ja auch nicht.

  1. michaela

    Eine Herkulesstaude ist das. (Hat auch noch einen anderen Namen, aber der fällt mir grad nicht ein.) Wenn man die anfasst, dann ist das, als würde man sich die Haut verbrennen. Sehr gefährlich. Steht leider an viel zu viel Stellen rum und da die so groß und kräftig sind, spielen Kinder gerne damit wie mit Schwertern und so.

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