Zum ersten Mal: Rutschen, Hüpfen und Klettern auf dem Ketteler Hof

Disclaimer: Dieser Artikel ist Isa gewidmet. Sie weiß schon warum.

Seien wir ganz ehrlich: Vor allem wollte ich mal zum Ketteler Hof. Ich weiß auch gar nicht, wie ich drauf gekommen bin, aber seit ich zum ersten Mal auf der Homepage des Riesenspielplatzes in Haltern am See war und die Bilder gesehen habe, will ich da unbedingt hin.

Da ich da aber noch nie war und ein bisschen unsicher ob der genauen Beschaffenheit des Spielplatzes war, brauchte es irgendwelcher Alibikinder, damit man nicht so ganz bescheuert aussieht, wenn man da zu zwei Erwachsenen steht und seine Eintrittskarten kauft.

Wir hatten dann aber nicht nur Alibikinder, wir hatten eine ganze Alibifamilie. Und einen Picknickkorb voll leckerer Sachen. Nur einen Bollerwagen, den hatten wir nicht.

Schilder I

Schilder II

Aber noch mal von Anfang an:

Die Alibifamilie kreuzte pünktlich um 9:30 bei uns zum Frühstück auf. Anscheinend wirkt die Aussicht auf den Besuch eines Riesenspielplatz Wunder, was die morgendliche Motivation von Untersiebenjährigen angeht. Ich kann das aber nachvollziehen, ich war auch um 7:30 das erste Mal wach, einfach, weil ich so aufgeregt war. Ketteler Hof! Riesenspielplatz! Rutschen! Klettergerüste! Sommerrodelbahn!

Mann

Der Mann freut sich auch schon.

Anderthalb Stunden und ein ausgiebiges Frühstück später also ab in die Autos und gen Norden aufs Land gedüst. Hier ist er nämlich, der Ketteler Hof, irgendwo mitten im Wald am nördlichen Rand des Ruhrgebiets.

Schon vom Parkplatz aus hört man einen Soundteppich aus Kindergeschrei, es ist wohl doch sehr voll an diesem Sonntag. Immerhin keine Schlange am Ticketschalter, wir kaufen unsere Tickets (12 Euro pro Person ab 2 Jahre) und stürzen uns rein ins Vergnügen.

Eingang

Leihbollerwagen sind aus, deswegen stellen wir den schweren Korb erst mal in einem versteckten Eckchen ab und steuern aufs erste Klettergerüst zu. Das sieht von außen schon so toll aus. Auf der Wiese davor liegen dicke Sitzkissen, auf die sich die Erwachsenen schon mal schmeißen, während die beiden Jungs direkt zum Klettergerüst laufen. Die Sitzkissen sind so irre bequem, dass man hier einfach so liegen könnte. Den ganzen Tag. Was aber der Grundidee dieses Ausflugs ein bisschen widersprechen würde.

Klettern

Also kletter ich auch. Es ist sehr eng und gar nicht so einfach, außerdem sind kurz vorm Rutscheneingang lauter Kinder im Weg. Aber ich schaff’s bis zu Rutsche und dann wird zum ersten Mal gerutscht. Die Rutsche ist auch ganz schön steil und man kommt mit ordentlich Karacho unten raus.

Toll.

Die Faszination des ersten Klettergerüsts erschöpft sich schnell, außerdem haben wir andere Pläne. Der Mann möchte unbedingt zur Schlauchbootrutsche, also laufen wir über eine kleine Brücke zur Schlauchbootrutsche. Während die Alibifamilie und der Mann sich anstellen, passe ich unten auf die Taschen auf und warte mit Fotoapparat bewaffnet auf die Abfahrt der anderen.

Schlauchboot

Als alle angekommen sind, möchte Alibisohn I dann doch lieber zum Piratenschiff, während wir zu viert dann erneut die Treppe zur Schlauchbootrutsche raufklettern. Oben läuft das dann so, dass man sich ein Schlauchboot nimmt, das auf ein kleines Podest stellt und sich reinsetzt, dann legen die Schlauchbootrutschenbedienerinnen einen Hebel um oder drücken einen Knopf oder was-weiß-ich und das Podest senkt sich nach vorne und ab geht’s.

Mit zwei erwachsenen Menschen in einem Schlauchboot geht es übrigens sehr ab. Beim ersten Hubbel hüpfen wir richtig und unten fahren wir fast bis an den Begrenzungszaun.

Aber toll. Sehr toll.

Als nächstes: Hüpfkissen. HÜPFKISSEN! Also Schuhe aus und beim ersten Anlauf abrutschen und gar nicht drauf kommen. Beim zweiten aber. Und dann hüpfen. Mann, ist das toll! Nach zwei Minuten ist man schon vollkommen fertig, möchte aber eigentlich überhaupt nie aufhören, weil es so toll ist.

Ketteler Hof

Alibifamilie

Halbe Alibifamilie auf dem Hüpfkissen

Kissen

Familie

Dreiviertel Alibifamilie beim Stürmen des Schalkehüpfkissens.

Kaputt

Ich bin mir nicht sicher, ob es auf diesem Spielplatz etwas gibt, was die Hüpfkissen noch übertreffen kann. Dabei haben wir gerade erst angefangen.

Auch der Mann hat sichtlich Spaß auf dem Hüpfkissen. Wir haben alle Spaß auf dem Hüpfkissen und sind danach alle vollkommen aus der Puste.

Während die Hälfte der Mannschaft danach durchs Piratenschiff klettert, um die Fragen fürs Gewinnspiel zu beantworten, bei dem es immerhin ein Pony (EIN PONY!) zu gewinnen gibt, machen wir uns zu dritt noch mal auf zur Schlauchbootrutsche. Ich möchte jetzt aber alleine Rutschen, damit ich nicht mehr mit den Füßen abbremsen muss.

Schlauchbootrutsch

Yeah!

Das Piratenschiff ist übrigens auch nicht schlecht, man findet zum Beispiel einen sehr skeptisch guckenden Tintenfisch, kann überall rein, hoch und runterklettern. Allerdings sind viele Durchgänge doch eher für Kinder gedacht und nicht so sehr für einen erwachsenen Menschen mit zwei Taschen.

Tintenfisch

Piratenschiff

Drumherum ist ein Wasserspielplatz mit Flößen, auf denen man sich entweder von einem Ufer zum anderen ziehen oder mit langen Pfählen durchs Wasser steuern kann. Wir belasten das eine Floß zu viert ganz schön, kommen aber heil am anderen Ufer an.

Baden verboten

Zwischendurch haut Alibisohn II einfach mal ab. Er hat da Rutschen gesehen und da geht er jetzt hin, hat er beschlossen. Die Alibimutter muss also hinterher und wir warten, bis die Fragen fürs Gewinnspiel alle beantwortet sind (EIN PONY!) und laufen dann so grob in die Richtung, in die Alibisohn II abgedampft ist.

Es ist aber nichts passiert, wir finden alle wieder und machen jetzt Picknick. Mit Nudelsalat, belegten Broten, Möhren, Gurken und Paprika, Keksen und selbstgebackenen Erdbeerkokosschnitten. Das für 50 Cent bei IKEA erworbene Picknickgeschirr erweist sich als tolle Investition und lecker ist auch alles.

Picknick

Gemüse

Ziege

Danach geht es zu den Ziegen, und direkt dahinter gibt’s die nächste Hüpfburg, die aber jetzt wirklich nur für Kinder. Der Mann möchte aber auf die neue Reifenrutsche und so trennen uns kurz die Wege und wir laufen zu zweit durch den Kletterwald bis zur Reifenrutsche, wo ich eine Ewigkeit unten warte, bis der Mann endlich runtergerutscht kommt. Die Schlauchbootrutsche wäre aber besser, urteilt er, vor allem, wenn man bedenkt, wie lange man für die Reifenrutsch anstehen muss. Ich lass das also mit der Reifenrutsche und wir machen uns wieder zurück zum Kletterwald.

Reifenrutsche

Reifenrutsch mit Mann

Noch mehr Reifen

Im Kletterwald finden wir den Alibivater im Märchenwald auf einer Brücke stehen. Mutter und Alibisohn I wären da hinten im Kletterwald, meint er. Ja, sagen wir, hätten wir auch schon gesehen, das sähe sehr cool aus. Ja, bestätigt Alibivater, und fügt mit trauriger Miene hinzu: “Hier is nich so cool.

Aber ganz niedlich ist es im Märchenwald.

Märchenwald I

Käfer

Wolf

Und wir haben immer noch nicht alles gesehen. Ich klettere noch ein bisschen durch das aufregendere Klettergerüst, dann müssen wir ins Rutschenparadies. Wir sollen die Freifallrutsche ausprobieren. Als ich dann aber oben stehe und so in die Röhre der Freifallrutsche gucke, denke ich, dass ich das vielleicht jetzt doch nicht dringend zum Glücklichsein brauche und nehme lieber die Luschenrutsche daneben. Schnell geht das trotzdem noch und ich erspare mir den Herzstillstand.

Klettern

Dach

Klettern II

Danach geht’s zur Sommerrodelbahn, die kostet einen Euro extra pro Fahrt, ist auch nicht besonders lang, aber macht trotzdem Spaß und ist ordentlich huiiiiiiiii.

Was auch positiv auffällt: Alles ist immer gut durchorganisiert, unnötige Bottlenecks gibt es eigentlich keine, und obwohl es so voll ist, habe ich nie das Gefühl, es wäre irgendwie unangenehm voll. Der Park ist eben riesig und anscheinend darauf eingerichtet, dass bei schönem Wetter hunderte Familien den Park stürmen.

Klettern

Nach der Sommerrodelbahn wollen wir noch zum Zirkuszelt und zur Wellenrutsche. Das Zirkuszelt erklimme ich auf Anhieb und bin ein bisschen stolz, dafür sind der Mann und ich zu dumm, um den richtigen Eingang zur Wellenrutsche zu finden und verlaufen uns erstmal in einem Klettergerüst unter der Wellenrutsche.

Making of

Behind the scenes of “Wellenrutschen FTW!”

Mittlerweile sind wir aber schon alle ziemlich durch. Die Männer machen noch einmal Wettlauf aufs Zirkuszelt drauf und dann schaukeln und rutschen wir noch ein bisschen, lassen die Kinder irgendwo irgendwas machen und dann ist auch gut.

Zirkuszelt

Kröte

Toll war’s. Und jetzt, wo ich einmal da war, und weiß, wie das ist hier ist, würde ich durchaus auch einfach ohne Alibikinder hinfahren. Es gibt kaum etwas, was man hier als Erwachsener nicht machen kann und allein schon die Rutschen und Hüpfkissen reichen aus, um hier ein paar Stunden lang mächtig Spaß zu haben. Die Alibikinder hatten aber natürlich auch Spaß. Mission erfüllt.

Wir haben so viel gar nicht gemacht. Die tollen Seilschwingen zum Beispiel. Und die Rehe habe ich weder gefüttert noch fotografiert, dabei waren die so hübsch. Vielleicht traue ich mich beim nächsten Mal sogar auf die Freifallrutsche und bin ein bisschen mutiger bei der Sommerrodelbahn und… hach.

Nach über fünf Stunden Spielplatz komme ich zu dem gleichen Schluss wie Isa: Man sollte viel mehr rutschen, viel mehr hüpfen, viel mehr irgendwo drauf klettern und irgendwo rumturnen. Egal, wie alt man ist.

Schaukel

Ketteler Hof
Rekener Straße 234
45721 Haltern am See

http://www.kettelerhof.de/

Öffnugnszeiten: 24. März bis zum 28. Oktober 2012 täglich von 9:00 bis 18:00

5 comments

  1. Coco Lores

    Oooh, der Ketteler Hof! Da werden Erinnerungen wach. Als Kind war ich jeden Sommer da. Jetzt hab ich Lust, da ganz bald mal wieder hin zu fahren. Ich werd ja schon beim lesen ganz hibbelig. :)

  2. CupcakeQueen

    Als ich das letzte Mal da war, gab es nur die Teppich- aka. Wellenrutsche. Aber die Hüpfburgen gab es da auch! Ich habe auch letztens ein Video von meinem 6.Geburtstag gefunden, den wir im Kettler Hof gefeiert haben. Da hatte Mutti (zu der Zeit übrigens 2 Jahre älter als ich jetzt) auch viel Spaß auf der Hüpfburg :)

  3. MsPittili

    Oh, du weckst so viele Kindheitserinnerungen in mir. Vor allem an die Ponys!!! Das, auf dem ich reiten durfte, das ist immer stehen geblieben und Eicheln zu fressen. Das fand ich so blöd. (Da war ich im Kindergarten)
    Wir haben früher oft Ausflüge dahin gemacht. :)

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