Der Rest vom Ruhrgebiet (14): Gelsenkirchen-Resse

Eva schreibt über Gelsenkirchen-Resse, noch so ein Stadtteil, von dem ich noch nie was gehört habe. Aber ich kenn in Gelsenkirchen ja auch vor allem den Zoo. Jetzt aber auch Resse, juchu!

Gelsenkirchen-Resse

Wer aus Resse kommt, kommt aus Resse und auf gar keinen Fall aus Gelsenkirchen oder Buer. Wo liegt Gelsenkirchen-Mitte? Genau, ganz weit weg, deswegen: Resse ist Resse!
Resse ist ein ganz wunderbarer Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Genauer gesagt liegt das Haus meiner Eltern auf der anderen Seite der Stadtgrenze, wenn man von der Stadt aus guckt. Hinter dem Ortsausgangsschild ist nicht mehr viel Stadt. Und genau das ist das Schöne an meinem Resse.

Es gibt einen ganz netten Ortskern, der von Rewe bis Aldi alles bietet, was man braucht: Netto, Apotheke, Reinigung, Eisdiele, Schuhladen, Taschengeschäft, Blumenladen, Versicherungen, Handwerker,… In den letzten Jahren, die ich nicht mehr dort wohne, hat sich auch einiges getan, so dass ich nicht auf dem neuesten Stand bin.

Soweit nichts Besonderes. Aber Resse ist für mich ein wunderbarer Ort gewesen, um aufzuwachsen. Vor der Haustür beginnen die Felder, die im Sommer nach Erdbeeren riechen (schonmal versucht, auf dem Weg zur Bushaltestelle an so etwas vorbeizugehen, OHNE eine Erdbeere zu essen?!). Im Herbst wachsen (für mich als Kind) gigantische Maispflanzen und somit ein riesiges Maislabyrinth. Auf den Feldern haben die Jungs der Nachbarschaft eine Handgranate „zum Spielen“ gefunden und ebenso dort hat mal ein engagierter Hobbygärtner im Maisfeld eine Hanf-Plantage angelegt. Aber meistens ist dieser Teil von Resse sehr idyllisch. Im Herbst konnten wir auf den abgeernteten Feldern Drachen steigen oder nach Kartoffeln buddeln. Es gibt ohne Ende Kletterbäume und Hecken zum Durchklettern. Wir konnten früher einfach zum Spielen nach draußen gehen und waren beschäftigt.

Man kommt von Resse auch schnell wo hin. Früher gab es noch den Löwenpark in Westerholt als Ausflugsziel. Aber auch andere nette Sachen wie das Alte Dorf in Westerholt, der Schlosspark Herten, die Halden in Herten, der Rhein-Herne Kanal (schon Wanne), der RuhrZoo in Gelsenkirchen, das Backumer Tal in Herten, … waren für uns auch als Kinder locker mit dem Fahrrad zu erreichen.

Es gibt auch einen „neuen“ Teil in Resse, der wohl dafür verantwortlich ist, dass mir völlig fremde Leute bei Erwähnung des Wortes „Resse“ entgegenschleudern: „Kommste nach Resse, kriegste auf die Fresse.“ Dort sind viele große Wohnkomplexe, die jedoch in meinem Resse nie eine Rolle gespielt haben. Bei einem Vortrag 2004 habe ich gehört, dass Resse im Vergleich der Stadtteile Gelsenkirchens im Bereich „Arbeitslosigkeit“, „Kinderanzahl“ und „Kriminalität“ weit vorne liegt. Da mag man von halten, was man möchte, ich hab jedoch nie was von davon mitbekommen.

Als Teenager zieht es einen natürlich weg aus der Heimat, aber auch dafür ist Resse super. Man kommt schnell zur A2, der Bus bringt einen nach Buer oder Herten bzw. Recklinghausen. Mit dem Fahrrad fahren wäre auch eine Möglichkeit. Jedoch hat man keine Chance, nach Resse auf einem beleuchteten Weg zu kommen. Eine Lichtoase in der Dunkelheit quasi. Kein Wunder, wenn drumherum auch nichts mehr kommt. Unser Ortsausgangsschild zeigt nämlich nur das Ende von Gelsenkirchen an und die nächsten drei Kilometer kommt nicht viel…

2 comments

  1. Martin

    Ach ja…..Resse…..war immer irgendwie am Rande des Universums für mich…kommste als Bengel ja auch nicht mal so eben hin aus Gelsenkirchen, mit dem Fahrrad und die Eltern sowieso ohne Auto. Aber dann, mit dem ersten Auto die Welt entdeckt und auch Resse und Hassel und Erle und Buer sowieso. Ich glaub, ich komm mal wieder kucken. von Essen, mit dem Auto…kein Problem… :-)

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