Als Tourist im Schanzenviertel

Schanzenviertel, haben sie gesagt. Das Schanzenviertel, da sind die Kreativen, haben sie gesagt. Das ist das ganz große Ding da in Hamburg, haben sie gesagt.

Praktischerweise befindet sich quasi am Eingang zum Schanzenviertel ein großes Musikgeschäft in einem noch größeren Bunker, insofern ist es sehr einfach, den Mann in Richtung Schanzenviertel zu treiben.

Und dann sind wir irgendwann mittendrin und natürlich ist das toll hier, und man fühlt sich wohl und es ist alles sehr cool und hip, aber vor allem sieht es hier genauso aus wie in Köln-Mülheim in den Achtzigern nur mit mehr hipper Gastronomie statt Döner und Büdchen und ein bisschen abgefuckter sogar, aber auf so eine harmlose Art und Weise, so als würden alle hier nur ihre Aufkleber an die Türen pappen, weil man es endlich mal darf.

Weil es auf einmal plästert wie bekloppt, müssen wir uns in eine Buchhandlung retten, danach finden wir noch einen lustigen Lagerverkauf in der zweiten Etage irgendeines Hinterhauses und dann nisten wir uns bei Tim Mälzer in der Bullerei ein, die ist nämlich auch im Schanzenviertel.

Und während ich da so sitze in der Bullerei, ganz hinten durch, nur von einer Glasscheibe von den Köchen und den Töpfen und den Pfannen getrennt, da kommt auf einmal Tim Mälzer durch die Hintertür. “Hallo”, sage ich. “Hallo”, sagt Tim Mälzer und dann geht er weiter. Sieht genauso aus wie im Fernsehen.

So war das als Tourist im Schanzenviertel. Ein bisschen Heimatgefühl, ein bisschen Hamburgregenwetter, einmal Fensehkochgrüßen und zwischendrin viel gucken und für gut befinden. Kann man gut machen.

U

Photoautomat

Quadratdingse

Bayer

Maschinenwerk

Schanzenviertel

Tür

Bunt

Tor

Obst

Goldfischglas

Tür II

Kaugummi

Lieblingstweets im Dezember woanders

Die Liste wird die nächsten Tage noch erweitert, es lohnt sich also, gelegentlich mal vorbeizuschauen.

André Herrmann

Anke Gröner

Das Nuf

Die liebe Nessy

Don Dahlmann

e13/Kiki Teil 1 und Teil 2

eeek von I Live by the Fjord

Ellebil

Ennomane

Flashfonic

Herzdamengeschichten Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4

Jan Eidens

jawl

Journelle

Lady Himmelblau

LinaLunas Welt

Milch mit Honig

Patschbella

Ragnar Heil (zusätzlich mit Weltuntergangssonderedition)

Too Much Information

Trotzendorff

Vorspeisenplatte (zusätzlich noch mit der Weihnachtssonderedition und Jahresabschlusslieferung)

wirres.net

Lieblingstweet im Dezember – Teil 2

Zum letzten Mal in diesem Jahr… es hat mir sehr viel Spaß gemacht, zu sammeln und hier zu präsentieren. Auf ein neues Jahr voller lustiger und origineller Twitter-Kleinode und ein großes Dankeschön an alle, die mich dieses Jahr zum Lachen gebracht haben.

Noch aus der ersten Dezemberhälfte, musste aber rein, weil ich ihn heute erst entdeckt habe und direkt zu einem der besten Tweets des Jahres erklärt habe. Eben weil es so stimmt.

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Und jetzt weiter mit dem üblichen Programm, dieses Mal mit ganz viel Weltuntergang, Weihnachten, Vanillekipferln UND KOALAS AUF TRAMPOLINEN! So muss das.

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Dazu möchte ich sagen, dass, wenn es danach geht, bei uns schon seit gestern 2013 ist. FROHES NEUES!

Hamburg, deine Schilder

Ich mag ja Schilder. Besonders, wenn lustige Sachen draufstehen. Also Sachen, die ich lustig finde, aber sonst vermutlich niemand.

Die letzten drei Tage waren wir in Hamburg und weil Hamburg eine große Stadt ist, gibt es da auch viele lustige Schilder. Sogar die Straßenschilder sind lustig, jedenfalls, wenn man ich ist. Twiete, hihi. Hier heißen Straßen “Twiete”, hihihi.

Manche Schilder sind auch einfach nur schön, weil “Jungfernstieg” draufsteht und man merkt, das gibt es wirklich, nicht nur in Büchern oder im Fernsehen. Das ist wie in London, wenn man den U-Bahn-Fahrplan studiert und es wirklich eine “Paddington Station” gibt. Toll.

Was wir aber nicht herausgefunden haben, ist, warum die Schilder alle so schief sind, jedenfalls die, die nicht an irgendwelche Hauswände genagelt sind. Alle schief. Überall. Hamburg, warum?

Twiete

Alsterzeug

Toll

Fernsehen ist toll! Jetzt auch mit Deppenleerzeichen!

Plakatieren verboten

Es gibt sehr, sehr viele “Plakatieren verboten!”-Schilder. Vor allem im Schanzenviertel.

Schanzenstraße

Schmilinsky

Winter

Überflutung

Anker

Spiegel

Oberbaumbrücke

Oberbaumbrücke

Fußgängerfurt

Ich weiß ja noch nicht mal, was eine Fußgängerfurt sein soll.

Noch mal Twiete

Springeltwiete, hihihi. Hihihihi.

Jungfernstieg

50/2012 bis 51/2012 – Webgedöns

Tor.com schreibt schöne Dinge über meinen Lieblingsweihnachtsfilm “Die Muppets Weihnachtsgeschichte”. Den müsste ich jetzt eigentlich noch schnell gucken, bevor Weihnachten wieder vorbei ist.

24 Tips for Visiting an Italian Family gibt’s von The Everywhereist. Ich habe zwar keine italienische Familie, die ich besuchen könnte, aber sollte das mal auf dem Plan stehen, ist das sicherlich hilfreich.

Dann war da noch der Text von Orbis Claudiae über ihr Baby und wie unglaublich das ist, dass sie jetzt eins hat, also ein Baby. Kaum zu glauben, dass ich mal Rührungstränen in den Augen hatte. Bei einem Text von Orbis Claudiae. Über Babys. Vor einem Jahr hätte ich gelacht, hätte mir das einer vorausgesagt.

Frau Gminggmangg hat mal fünf der liebenswertesten und fünf der nervigsten Kinderbuchfiguren exemplarisch rausgesucht. Hier lohnt es sich übrigens auch, die Kommentare zu lesen, das scheint einiges an Traumata betroffener Eltern heraufzubeschwören.

Auf “Tapfer im Nirgendwo” geht es dagegen darum, ob es in Ordnung ist, den latenten Rassismus von Pippi Langstrumpf einfach so in einer neuen Übersetzung wegzulassen. Das liest sich sehr schön und überzeugend.

Frau Meike erzählt von Autisten. Und wie viel man retten kann, wenn man Kindern einfach erklärt, dass andere Kinder eben anders sind.

Frau Journelle hingegen kriegt irgendwie den Bogen von Evolution zum neuen Biedermeier der DIY- und Lifestyle-Blogger-Generation, also die mit dem perfekten Leben.

Ich muss ja zugeben, dass ich als grundsätzlicher Bahnbefürworter den HKX-Zügen eher skeptisch gegenüber stehe. Also nicht schlimm, aber eher so, mal abwarten, ob die jetzt wirklich besser sind. Auf “der tag und ich” gibt’s eine Erzählung von einer Reise mit der HKX nach Hamburg, die mich so ein bisschen in meiner Skepsis bestätigt. Was natürlich auch nichts heißen muss, man kann eben auch immer mal Pech haben.

Wer noch Leseempfehlungen braucht, der kann ja mal hier bei “Geeks are Sexy” gucken: 20 of the Year’s Best Non-Fiction Books for Geeks.

Und wer mit den Zwergen beim Hobbit überfordert ist, für den gibt es hier ein hilfreiches Cheat Sheet.

Ich sag nur, dass es singende Muppets-Weihnachtsotter sind. Oder so. Auf jeden Fall ist es toll.

Für das wöchentliche “Awwwwww!” hätte ich zwei Chinchillas in einem Schuh. Mit Ton übrigens noch besser.

Und für das wöchentliche “Hihihi!” hätte ich dann diese Katze, die sich sehr lustig erschreckt. So ungefähr seh ich übrigens auch aus, wenn ich  mich erschrecke.

Dieser Comic über Legend auf Zelda auf Magical Game Time ist so schön nostalgisch. Und über diesen über die Wahrheit über Legolas musste ich doch ein bisschen schmunzeln. Außerdem hilfreich: Wie man eine Pizza schneidet.

xkcd über Instagram. Ja, es ist komplizierter, aber ja, ich finde das trotzdem sehr passend.

EIN DALEK-WEIHNACHTSBAUM! EIN FUCKING DALEK-WEIHNACHTSBAUM!

Eine kleine Maus klettert auf eine Pusteblume.

Und so beweist man den Satz des Pythagoras. Viel anschaulicher geht’s nicht.

Mit Studio Ghibli-Zeug kriegt man mich ja eigentlich immer. Und mit diesen Papiercollagen dementsprechend auch.

Um das Weihnachtsgeld zu verprassen hätte ich diesmal schöne Prints von We are Brainstorm oder Oude Landkaarten. Bei letzteren gibt es, wer hätte es gedacht, Drucke alter Landkarten. Ich find zwar richtig alt-alt toller als neu-alt, aber schön ist es trotzdem

Für das Rezept der Woche verlinke ich mal ausnahmsweise zu meinem eigenen Blog. Da teile ich nämlich ein Rezept für Nuss-Pangani (also Kekse) aus dem roten Kochbuch meiner Mutter. Handgeschrieben! Mit Bild!

Daily Music – The Weihnachtsedition: River von Joni Mitchell (gespielt und gesungen von mir)

Weil es letztens bei Twitter um das vielleicht schönste Weihnachtslied von allen ging, hab ich mich heute mal aufs Sofa gesetzt, mir die hoffnungslos verstimmte Ukulele geschnappt und ein kleines Video aufgenommen, von eben diesem vielleicht schönsten Weihnachtslied, nämlich „River“ von Joni Mitchell.

Wenn ich das auf dem Klavier spiele, baue ich immer noch ein paar Weihnachtslieder ein, dann dauert das aber mal gut und gerne doppelt so lange.

Die Ukulele bittet darum, ihre Neigung zum sofortigen Verstimmen zu entschuldigen, die Eule sagt „Hu?“ und zusammen wünschen wir euch ein wunderbares Weihnachten, mit allem, was dazu gehört. Kommt gut ins neue Jahr, ich freu mich schon drauf, was 2013 so alles passieren wird.

Kölner Dom – Drauf

Disclaimer: Es ist schon ein paar Monate her, aber irgendwann im Sommer waren wir in Köln. Erst fuhren wir mit der Seilbahn, dann liefen wir durch den Rheinpark und dann haben wir Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke angeguckt und dann waren wir im Kölner Dom.

Ein bisschen bekloppt ist es ja schon. Da ist der bisher heißeste Tag im Jahr, man fängt schon beim Spazierengehen an zu schwitzen, und wir klettern auf den Kölner Dom. Allerdings nicht mit der ganzen Kölner Ausflugstruppe, nur zu dritt, denn die anderen beiden murmeln irgendwas von “Sind wir letztens erst drauf gewesen”, und möchten lieber Eis essen. Die sind nämlich klug.

Wir aber, wie klettern jetzt. Und es ist heiß und schwül und es geht immer nur weiter und weiter und weiter in dem engen Turm, wo man sich mühselig an den Leuten vorbeidrängeln muss, die wieder runterwollen. Es hört überhaupt nicht auf, zwischendurch denke ich, gleich kippe ich um, dann gibt es Stau, weil sich nämlich jemand anders das auch gedacht hat, und sich mitten im Turm einfach auf die Treppe setzt, was der Platz jetzt nicht so wirklich hergibt.

Aber wir laufen weiter. Immer höher und höher, rundherum, immer weiter, bis man irgendwann am Glockenturm rauskommt und man den ersten Blick auf die große Glocke und schon mal auf den Dom von oben und natürlich auf Köln von oben werfen kann. Durch noch engere Gänge gequetscht laufen wir einmal um die Glocke rum und dann weiter rauf.

Und irgendwann hört die Wendeltreppe auf und man steht mitten im Turm und alle sind froh und erschöpft. Das reicht natürlich noch nicht, man muss noch weiter hoch, über ein Metalltreppe und dann,… dann ist man endlich angekommen und kann auf Köln runtergucken. Auf den Rhein und die Hohenzollernbrücke und die Züge, die zum Hauptbahnhof rein- und rausfahren. Auf die Altstadt mit Groß Sankt Martin oder den neuen Hafen mit den lustigen Gebäuden. Nach Westen auf das hässliche Herkules-Hochhaus, was zwar wirklich irre hässlich ist, aber eben zum Stadtbild auch irgendwie dazugehört.

Und auf den Dom selber mit seinen unzähligen Verzierungen, Spitzen und Spitzchen, Wasserspeier und Türmchen.

Nach einem Rundgang geht’s wieder runter, immer weiter die Wendeltreppe runter, bis einem schwindelig ist und wenn man unten ankommt, hat man Schwabbelknie. Aber dafür bei schönstem Wetter an einem der heißesten Tage im Jahr auf Köln runter geguckt. Hat sich also gelohnt.

Noch von unten

Dicker Pitter

Viel Zeug

Groß St. Martin

Ganz nach oben

Wegweiser

Hohenzollernbrücke

Noch mal Hohenzollernbrücke

Und noch mal. Weil's so schön ist.

Als Kölner kann man ja quasi nie genug Bilder vom Rhein und der Hohenzollernbrücke gucken. Oder sich entscheiden, welches das schönste ist.

Spitze

Hafen

Altstadt

Vietnamesisch

Sieht Vietnamesisch aus, ich kann’s aber nicht lesen.

Köpfe

Mediapark

Fenster

Instagram oder die Wahrheit über die Gratiskultur im Netz

There ain’t no such thing as a free lunch.

 

Gestern gab es wieder große Aufregung im Netz. Instagram, unser aller liebster Social-Foto-Filter-Dingens-Service, hat seine AGBs geändert und zwar auf besonders schlimme Art und Weise. Schnell geisterten entrüstete Rufe durch die weiten Hallen des Internets, bevorzugt bei Twitter und Facebook (zu dieser Ironie kommen wir später), Instagram würde jetzt alle Rechte an unseren Bildern haben und die verkaufen wollen und überhaupt müsste man sich jetzt schnellstens nach was Neuem umsehen, wo sind eigentlich die Zugangsdaten zum Flickr-Account?

Ich muss zugeben, dass ich für sowas auch erstmal anfällig bin. Allerdings lernt man ja dazu, und weiß, dass so manches, was da aufgeregt durch die Kanäle getrieben wird, sich bei genauerem Hinsehen als entweder gar nicht so schlimm oder zumindest doch anders als zunächst angenommen entpuppt.

So gab es bereits genug schlaue Leute, die die bösen geänderten AGBs mal etwas genauer angeguckt haben und zu dem Schluss kamen, dass das, was da jetzt steht, erstens bestimmte auch für den Nutzer sinnvolle Funktionalitäten erst ermöglicht und dass sich die kritisierten Textstellen so oder so ähnlich in den AGBs von Twitter, Facebook, Tumblr und übrigens auch Flickr wiederfinden. (Ich empfehle hier mal exemplarisch die Artikel auf neunetz.com hier, hier und hier. Es gibt aber noch viele andere, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema befasst haben und über die üblichen Suchmaschinen und Aggregatoren zu finden sind.)

Jetzt kann man an dieser Stelle vieles zu Recht kritisieren. Die schlechte Formulierung in unverständlichem Legalese zum Beispiel, die ja nicht ganz unschuldig am Aufruhr ist. Die Frage, ob die Formulierung jetzt aufgedröselt tatsächlich bedeutet, dass Instagram Bilder von Nutzern an beliebige Dritte verkaufen darf. Die Frage nach dem Urheberrecht und einiges mehr.

Für mich stellen sich aber nach einigem Nachdenken ganz andere Fragen, und die beziehen sich eher auf das teilweise sehr eigentümliche Anspruchsdenken der Nutzer solcher Services.

Und dann frag ich mich: Was soll die Aufregung eigentlich? Instagram ist kein Wohlfahrtsunternehmen, sondern ein irgendwie gewinnorientiertes Privatunternehmen. Genau wie Tumblr übrigens, oder Facebook, oder Twitter. Aber ich befürchte ja, man muss noch viel früher anfangen, nämlich bei der Selbstverständlichkeit, mit der angenommen wird, Software müsste umsonst sein und der irgendwie darin enthaltenen Annahme, das könnte ja a) alles gar nicht so schwer sein und b) Software zu programmieren müsste den Entwicklern ja ohnehin so viel Spaß machen, dass sie unmöglich irgendeine monetäre Gegenleistung dafür verlangen dürften.

In gewisser Weise sind wir Entwickler an der Misere auch selber Schuld, ein bisschen vielleicht sogar vergleichbar mit den Verlegern und Journalisten, über die wir sonst so gerne lästern. Wir unterbieten uns gegenseitig auf dem App-Markt, denn schließlich kann ich unmöglich meine To-Do-Listen-App für nen Euro auf den Markt werfen, wenn es da hundert Alternativen für umme gibt. Das kauft mir doch niemand ab, im wahrsten Sinne des Wortes.

Klar hab ich da viele Stunden dran gesessen, um die App so schön und gut zu machen wie möglich. Klar hab ich mit viel Aufwand versucht, auch die letzten Bugs zu finden und auszumerzen, habe noch zwei Zusatzfeatures gebaut, die’s sonst nirgends gibt und hübsch sieht es auch noch aus, aber solange es kostenlose Alternativen gibt, wird keiner das Ding kaufen, selbst wenn es nur ein Viertel so viel kostet wie ein normaler Kaffee bei Starbucks.

Im Web sieht es genauso aus. Für kaum einen Dienst, den ich nutze, muss ich bezahlen, ich könnte noch nicht mal, wenn ich wollte. Prinzipiell ist das ja auch toll, aber es verzerrt auf Dauer den Blick auf die bittere Realität, nämlich darauf, dass Softwareentwicklung sehr wohl etwas kostet. Man braucht Entwickler, die nicht gerade günstig sind, diese sitzen dann erstmal wochen- oder monatelang an ihren Rechnern, bis überhaupt irgendwas marktfähiges fertig ist. Und dann muss das noch gepflegt werden, und das gleich in dreifacher Hinsicht. Erstens wird es immer Bugs geben, die behoben werden wollen, sonst nölen die Nutzer nämlich rum. Zweitens soll es immer wieder neue Funktionalität geben oder alte verbessert werden. Und drittens braucht man Infrastruktur, die Bilder, die da auf Instagram hochgeladen werden, landen nämlich leider gar nicht auf einer fluffigen Wolke, sondern auf einem Server, der auch direkt dreimal Geld kostet: Zuerst bei der Anschaffung, dann bei dem Menschen, der sich drum kümmert und nicht zuletzt braucht so ein Server dann auch Strom, und zwar verblüffenderweise dauernd.

Bei fast allen anderen Diensten wird das nicht anders sein. Warum hält sich also diese unbeirrbare Überzeugung, solche Dienste müssten umsonst sein? Klar, wir haben schon irgendwie kapiert, dass wir mit unseren Daten zahlen und damit, dass uns Werbung angezeigt wird, aber eigentlich finden wir das auch nicht gut. Möglicherweise verbirgt sich hier das wahre Gesicht der so oft besungenen Gratiskultur im Netz. Es geht gar nicht um Musik oder Bücher oder Filme. Wir wissen, dass es Arbeit ist, ein Buch zu schreiben, dass es Zeit, Mühe und Kreativität braucht, um einen Song zu schreiben und zu produzieren, dass Filmproduktionen teuer und oft aufwändig sind. Wir kauften und kaufen Bücher, CDs und DVDs, wenn wir uns etwas, das sonst etwas kosten würde, umsonst runterladen, dann wissen wir auch, dass das eigentlich falsch ist, wir tun es aus Gründen 1 bis 378 aber trotzdem manchmal.

Auch für Software und Computerspiele zahlten und zahlen wir immer wieder, aber mit dem ganzen Smartphone-App-Web-Dreipunktirgendwas-Kram hat sich da die Welt doch noch mal etwas geändert. Auf einmal kostet Software 89 Cent oder vielleicht mal 2,59 Euro. Vieles ist aber auch einfach umsonst, und ich weiß gerade nicht, ob das so gut ist. Klar, die Währung von Diensten wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. sind die Nutzerdaten, die man irgendwie zu Werbung und damit Geld verwursten kann. Auf der einen Seite wissen wir das, auf der anderen Seite blenden wir es gerne aus und wenn man drüber redet, findet man es meistens auch gar nicht so gut. Lieber hätte man, das wäre umsonst. Das wäre auch so rein ethisch-moralisch besser. Also für Mark Zuckerberg, nicht für uns, wir sind ja keine Datenkrake und ethisch-moralisch fein raus.

Es gibt Leute, die sicher bereit wären, für solche Dienste Geld zu bezahlen. Ich hatte sogar mal einen Flickr-Pro-Account und liebäugele mit einem Spotify-Premium-Account. Ich zahle monatlich irgendeine Summe an meinen Webhoster für die drölfzig Domains, die ich da über die Jahre hinweg mal registriert habe und noch mal was an Squarespace. Ob ich für Facebook zahlen würde, weiß ich nicht. Für Twitter vermutlich schon. Für Instagram, vielleicht, aber vielleicht würde ich dann auch einfach wieder ganz zu Flickr gehen.

Man muss sich aber vor allem bewusst sein, dass Software etwas kostet. Sie kostet Zeit, Wissen, Mühe, man zahlt Lizenzgebühren, nur damit man für iOS entwickeln kann und wenn man auch nur irgendwas mit der Cloud macht, braucht man auch Server, auf denen der Kram liegt. Selbst, wenn wir Zeit und Wissen da rausrechnen und davon ausgehen, dass der Entwickler den Rechner, auf dem er arbeitet, sowieso hätte und außerdem so viel Spaß an der ganzen Sache hat, dass er gar kein Geld verdienen will, dann ist Softwareentwicklung zunächst mal ein Verlustgeschäft.

Hinter Instagram steckt aber nun mal kein Privatprogrammierer, der mal eben so nebenbei, sondern ein Geschäftsmodell. Das macht niemand, weil ihm gerade langweilig ist, sondern, weil er sich früher oder später Gewinn davon verspricht. Und das macht man auch nicht alleine, sondern mit vielen Leuten und zwar Vollzeit.

Es geht hier gar nicht um die AGBs von Instagram oder anderen, sondern darum, dass ich bei der ganzen Diskussion das Gefühl hatte, das vielen Leuten überhaupt nicht klar ist, was für eine Riesenarbeit allein so etwas wie Instagram überhaupt ist. Wie unglaublich das ist, dass es sowas für umsonst gibt, dass man es einfach so nutzen kann, dass es eine iPhone-App und eine Android-App gibt, dass es (zumindest, was die iPhone-App angeht) kaum Bugs gibt, dass die Sicherheit (meines Wissens) funktioniert, auf dem Server Platz für Abermillionen von größtenteils völlig belanglosen Bildern ist, und, und, und…

Ich hatte das Gefühl, dass sich viele Leute nicht darüber bewusst sind, dass so etwas nicht einfach mal so eben gemacht ist, sie nutzen die angebotenen Dienste wie selbstverständlich, monieren Bugs, nölen, wenn das Update für Android erst Wochen nach dem iOS-Update kommt, drohen damit, irgendwo anders hinzugehen, weil’s da schöner, besser oder flauschiger ist und sobald irgendwas mit Nutzerdaten ist, wird auf die Barrikaden gegangen.

Ein bisschen sind wir auch selber schuld, denn wir machen das ja mit, also wir Entwickler. Ich jetzt nicht direkt, denn die Software, die ich beruflich entwickle, wird für gutes Geld verkauft bzw. hat an anderer Stelle einen sehr gut fassbaren (monetär messbaren) Nutzen für die Firma. Aber würde ich Software für Smartphones oder irgendeinen Webdienst entwickeln, ich hätte Bedenken, dafür Geld zu fordern, weil es ja sonst auch kaum einer mehr tut. Wenn wir nicht aufpassen, dann ist das, was bei den Leuten ankommt, aber folgendes: Software ist nichts wert, denn sie kostet ja nichts. Wir machen das, weil wir das können und es uns Spaß macht, aber wir glauben nicht daran, dass uns jemand dafür Geld bezahlen sollte. Und so viel Aufwand war es jetzt auch nicht, außerdem arbeite ich dem Klischee gemäß eh die Nächte durch und esse dabei Tiefkühlpizza und trinke Cola oder Club-Mate.

Will das jemand? Vom Coolness-Faktor abgesehen, ich glaube nicht, dass das die Vorstellung ist, die man anderen Leuten von Softwareentwicklung vermitteln sollte. Genauso wenig, wie ich einen Illustrator bitten würde, mir mal eben für umme was zu zeichnen oder einen Schreiner, mir mal schnell zu Materialkosten einen hübschen Tisch zu bauen, genauso wenig möchte ich, dass man mich fragt,  ob ich nicht mal schnell für lau eine App schreiben könnte. Mach ich nicht. Für den Mann vielleicht. Oder meine Mutter, die würde das aber nie fragen.

Wir sind verwöhnt. Wir kriegen alles für umsonst und halten das mittlerweile für selbstverständlich, jedenfalls, wenn es ums Internet geht. Wird ein Dienst kostenpflichtig oder gibt zu, dass er mit den Daten der Nutzer gerne Geld verdienen würde, dann wird erstmal rumgezetert, als sei das jetzt der größte Verrat, den man sich überhaupt vorstellen könnte. Was man sich da herausnehme! Geld verdienen! Dabei war das doch immer umsonst! Und jetzt machen die damit den großen Reibach!

 

Ich hab gleich zwei Newsflashs:

1. Man muss diese Dienste gar nicht nutzen. Überraschenderweise besteht nach wie vor kein Facebook-Zwang. Ja sicher, man kann dann nicht mit den ganzen anderen Leuten auf Facebook abhängen, aber das ist dann wirklich ein persönliches Problem.

2. Auch wenn viele Entwickler ihren Job lieben und durchaus oft das ein oder andere auch zeitaufwändige Spielprojekt am Laufen haben, man kann leider immer noch nicht in den Supermarkt gehen und sagen: „Ich habe heute zehn Stunden gearbeitet und hatte total viel Spaß dabei, und von diesem Spaß würde ich mir jetzt gerne Brot und Milch kaufen.“ Ist schade, ist aber so.

 

Mal abgesehen davon, dass ja wohl kaum jemand die AGBs von irgendwas lesen würde. Oder will mir jemand erzählen, dass er sich erstmal die Twitter-AGBs ausgedruckt hat und sie dann mit Textmarker als Abendlektüre sorgfältig durchgegangen ist, noch mal kurz den Anwalt gefragt hat, wichtige Stellen mit dem Partner besprochen hat und sich dann nach einigen Tagen Bedenkzeit doch dazu entschlossen hat, sich da mal ein Konto anzulegen?

Eben. Habt ihr nicht. Twitter darf nämlich auch einiges mit den Tweets, die man da so schreibt, denen überträgt man auch Rechte, von denen man gar nicht weiß, was das eigentlich bedeutet, die AGBs lesen sich ähnlich verschwurbelt wie die für Instagram, und da hat sich noch keiner beschwert. Statt dessen hat man sich auf Twitter darüber aufgeregt, dass Instagram jetzt Sachen machen will, die man Twitter schon vor Monaten oder Jahren mit einem fröhlichen Klick auf den Akzeptieren-Button erlaubt hat.

Bleibt bei Instagram oder lasst es. Es ist mir relativ wumpe. Aber regt euch bitte nicht auf, wenn ein Unternehmen sogar einigermaßen transparent darauf aufmerksam macht, dass sich die Geschäftsbedingungen geändert haben und es jetzt mit den Daten, die ihr denen freiwillig und gerne auf den Server legt, ein bisschen Geld verdienen will. Das ist nämlich dann tatsächlich ein Beispiel für die unangenehme Gratiskultur im Netz.

Plätzchenverlosung: Die Gewinner!

So. Jetzt hab ich’s geschafft. Nachdem ich kein vernünftiges Tool zum automatischen Auslosen per WordPress-Kommentare gefunden habe (wer da was kennt, der soll mir das bitte sagen, falls ich noch mal sowas machen sollte), hab ich zur halb-automatisierten Lösung gegriffen: Kommentare durchnummeriert und bei Random.org drei Zufallszahlen zwischen 1 und 34 erzeugen lassen.

(Ich habe übrigens so lange weitergeklickt, bis wenigstens einmal die 1 und die 34 kam, um auch sicherzugehen, dass wirklich jeder eine Chance hatte. Ich scheine da wenig Vertrauen in Technik zu haben, Berufskrankheit vermutlich.)

Dann kurz gefreut, weil alle Gewinnerzufallszahlen durch drei teilbar waren und dann in der Liste die Namen rausgesucht.

Gewonnen haben:

1. Félin mit der Nummer 12
2. lajulitschka mit der Nummer 15
3. Nina vom Geschenkzeit-Blog mit der Nummer 24

Ich melde mich bei den Gewinnern dann per Mail, um nach den Kontaktadressen zu fragen. Wenn alles klappt gehen die Päckchen dann am Freitag raus und sind hoffentlich noch rechtzeitig zu Weihnachten da. Ansonsten kann man Weihnachtsplätzchen aber auch prima nach Weihnachten essen.

Ich danke allen fürs Mitmachen, ich hätte euch am liebsten allen Plätzchen geschickt, aber das ist leider irgendwie im Budget nicht drin. Dann mach ich das halt nächstes Jahr wieder.

Der Rest vom Ruhrgebiet (15): Mülheim-Heimaterde

Michaela ist, glaub ich, fest davon überzeugt, ihrem Mülheimer Heimatstadtteil, der passenderweise auch noch Heimaterde heißt, unmöglich mit schnöden Worten irgendwo zwischen Umzug und Weihnachten gerecht zu werden. Und dann wird trotzdem so ein schöner Text daraus. Oder wahrscheinlich gerade deswegen. So schön.