Handtuchtag

„Am 25. Mai ist ja Tag des Handtuchs“, sagt der Mann am Pfingstmontag.

Ich stutze. Für semi-geheimes Geekwissen bin in dieser Beziehung eigentlich ich zuständig. Woher weiß er das denn jetzt? Von mir schon mal nicht.

„Aha“, sage ich. „Aha.“

Und dann nach einer kleinen Denkpause: „Wer hat dir das überhaupt erzählt?“

„Der R. letztens.“

„Aber du weißt schon, worum’s geht, oder?“

„Na ja, Tag des Handtuchs eben. Heute ist ja auch Mühlentag. Dann gibt’s eben auch Tag des Handtuchs.“

Ha! Ich triumphiere innerlich. Gefährliches Halbwissen. Das kann ich besser.

„Das ist der Geburtstag von Douglas Adams“, sage ich. „Der mit dem Anhalter durch die Galaxis.“

„Und was hat das jetzt mit Handtüchern zu tun?“

„Weil im Anhalter durch die Galaxis steht, dass man auf jeden Fall immer ein Handtuch dabei haben soll.“

Schweigen. Brötchenkauen. Ich befürchte Schlimmes und tippe schnell auf meinem Handy rum.

„Na ja, stimmt so nicht ganz“, gebe ich etwas kleinlaut zu. „Ist gar nicht der Geburtstag gewesen, sondern ein zufälliges Datum.

„Ha!“ sagt der Mann. „Aber erst mal hier auf dicke Hose machen.“

„ABER DER REST STIMMT!“ sage ich.

—-

Gestern Abend sind wir zum Fußballgucken verabredet. Ich war noch Knabberzeugs kaufen, während der Mann einen Kollegen abholen fuhr.

„Sag mal“, fragt der Mann, als ich ankomme. „Was soll das eigentlich mit dem Handtuch? Hab ich mich heute Mittag schon gefragt.“

Ich grinse.

„Handtuchtag!“ sagt Doreen.

„Ich dachte, da kommst du von allein drauf“, sage ich.

—-

Am 25. Mai ist Handtuchtag, denn die erste Regel im Anhalter durch die Galaxis ist, dass man immer sein Handtuch dabei haben sollte. Man weiß nie, wofür man’s brauchen kann. Douglas Adams ist einer dieser Menschen, deren Tod mich nachhaltig schockiert hat. Ich finde das immer noch nicht okay. Deswegen packte ich gestern mein Handtuch ein und lief damit durch die Gegend.

Konkrete Einsatzmöglichkeiten gab es zwar keine, aber ich konnte es mir in der zweiten Halbzeit des Finalspiels immerhin regelmäßig über den Kopf ziehen, um die Spannung auszuhalten. Das ist ja auch schon mal was. Und wie so ein Tag mit Handtuch aussieht, das ist hier dokumentiert.

Handtuch 1

Das Handtuch und ich auf dem Weg in die Stadt.

Handtuch 2

Das Handtuch und ich in der U-Bahn-Station.

Handtuch 3

Das Handtuch im Einkaufszentrum.

Handtuch 4

Das Handtuch beim Mittagessen.

Handtuch 5

Das Handtuch im Buchladen.

Handtuch 6

Das Handtuch und ich warten auf die Bahn.

Handtuch 7

Das Handtuch in der Bahn.

Handtuch 8

Das Handtuch und ich auf dem Weg zum Fußballgucken.

Handtuch 9

Das Handtuch auf der Rolltreppe zum Supermarkt.

Handtuch 10

Das Handtuch beim Fußballgucken.

Handtuch 11

Das Handtuch und ich am Ende des Handtuchtages. Erschöpft, aber glücklich.

(So long, and thanks for all the fish.)

2 comments

  1. Maike

    „Douglas Adams ist einer dieser Menschen, deren Tod mich nachhaltig schockiert hat. Ich finde das immer noch nicht okay.“
    Danke, für diesen Satz. Ich verspüre auch noch nach all diesen Jahren, in denen ich mich an sein Scheiden hätte gewöhnen können, eine tiefe Empörung darüber.

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