Stromausfall oder wie wir heute Nacht doch nicht von eingebildeten Einbrechern überfallen wurden

Gestern Abend um ungefähr halb zwölf lag ich im Bett und wollte noch was lesen, als das Licht ausging. Sowas kann ja passieren, wenn entweder die Glühbirne kaputt ist oder der Strom ausgefallen ist. Ein Blick auf die Straße verriet, dass zumindest in anderen Wohnungen der Strom noch da war. Das Licht in der Küche hingegen funktionierte auch nicht, was also doch die Theorie des Stromausfalls wahrscheinlicher machte.

Findig, wie ich bin, konnte ich dann sogar rausfinden, dass auch in der anderen Wohnung kein Stromausfall war, denn da ist der Router fürs Internet und das Internet, das konnte ich ja auf dem Handy sehen, war auch noch da.

Jetzt könnte man einfach kurz ins Treppenhaus, den Stromkasten aufmachen und schnell das Hebelchen wieder nach oben drücken, ich hab da aber leider ein Problem. Das Problem setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Erstens habe ich eine sehr lebendige Fantasie, die gerade im Dunkeln zu Hochform aufläuft und zweitens habe ich zu oft Aktenzeichen XY gesehen.

Ich konnte mir das also nur folgendermaßen erklären: Ein gemeines Einbrecherpärchen hatte sich bei uns ins Haus geschlichen, um dann im Treppenhaus bei uns den Strom auszuschalten, um uns dazu zu bringen, im Schlafanzug und unbewaffnet und arglos die Wohnungstür zu öffnen, worauf sie uns brutal überfallen würden. Ich finde das nach wie vor die sinnvollste Erklärung für so einen nächtlichen Stromausfall. Ich konnte also dementsprechend nicht zum Stromkasten, weil ich ja auch nicht doof war und dem Einbrecherpärchen nicht in die Hände spielen wollte. Ich konnte auch nicht den Mann wecken und zum Stromkasten schicken, weil ich ihn viel zu gerne mag, als dass ich ihn solchen Halunken in die Arme schicken könnte.

Jetzt sprach ja eigentlich nichts dagegen, sich einfach hinzulegen und zu schlafen, es war ja auch schon spät und ewig würde es das Gaunerpärchen ja auch nicht im Flur aushalten.

Aber.

Der Kühlschrank. So saß ich also kurz vor Mitternacht minutenlang aufrecht im Bett und konnte mich nicht entscheiden, was wichtiger war – unser Leben und/oder Hab und Gut oder die Aufrechterhaltung der Kühlfunktion -, und dann tat ich etwas sehr, sehr intelligentes: Ich ging in die Küche und öffnete die Kühlschranktür. Ta-da! Licht! Anscheinend hängt der Kühlschrank an einem anderen Stromkreis als das Küchenlicht oder die Nachttischlampe. Problem gelöst. Allen anderen Geräte konnten locker eine Nacht ohne Strom aushalten. Da mussten sich die Schurken im Hausflur schon was Besseres einfallen lassen oder es einfach mal mit ehrlicher Arbeit versuchen. So nicht, Freunde, nicht mit mir!

Am nächsten Morgen tapste ich dann gemütlich ins Treppenhaus, legte das Hebelchen um und alles war wieder in Ordnung. Keine Einbrecher, dafür Strom. Total gut.

2 comments

  1. Haydee

    Also ich finde ja auch, dass das eine völlig logische Schlußfolgerung war und du vorrausschauend richtig gehandelt hast, gg!
    Schönen Abend noch – mit Licht!
    Lg Haydee

  2. Pingback: Lesestoff • Ausgabe #3 | Neon|Wilderness

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