Linguistische Gewürzverwirrung

Da ich unangemessen viele Kochzeitschriften besitze und zwar nicht nur deutsche, sondern auch französische und englisch und ja, tatsächlich auch niederländische, habe ich erstaunliche Kenntnisse, was die französischen, englischen (und niederländischen) Wörter für gastronomische Begriffe, allen voran eben Zutaten sind.

Neulich saßen wir in einem Restaurant in Bayonne und der Fisch des Tages wurde als „espadon“ angekündigt, woraufhin mein Mann sein wandelndes Lexikon fragte, was das denn sein könnte.

„Ich möchte Schwertfisch sagen“, antwortete ich. „Aber ich habe wirklich keine Ahnung, wo dieses Wissen herkommt.“

(Es ist übrigens wirklich Schwertfisch und ich weiß immer noch nicht, warum ich das weiß.)

Jedenfalls saßen wir in Bayonne und ich hatte als Beilage zu den Jakobsmuscheln mit eingelegten Zitronen ein Püree (puree) aus Kartoffeln (pommes de terre) und Kürbis (potimarron), auf dem Schnittlauch obendrauf lag.

Bayonne 02/09/2015

Ciboulette, sprang es in mein Hirn, und ich weiß nicht, warum ich an das französische Wort für Schnittlauch denken musste, aber da war es eben. Ciboulette, ein sehr schönes Wort eigentlich.

Daraufhin teilte ich meinem Mann nicht nur mit, dass Schnittlauch ciboulette heißen würde und ich auch nicht wüsste, warum ich gerade jetzt daran denken müsste, außer eben, weil da ciboulette auf meinem Püree wäre und dass ich außerdem lange von dem Wort aneth  verwirrt gewesen wäre, weil ich natürlich immer gedacht hätte, das würde Anis bedeuten, in Wahrheit ist der französische aneth aber der deutsche Dill und das wäre so dermaßen überhaupt nicht naheliegend, dass ich auch jetzt immer wieder irritiert wäre.

Noch viel irritierender fand ich aber, dass mir das englische Wort für Dill nicht einfallen wollte. Schnittlauch, klar, ist chives, aber was ist nur Dill? Ich habe diesen Gedankenfaden irgendwann verloren, aber heute morgen ist er wieder in mein Hirn geploppt und seitdem weiß ich es auch wieder.

Dill, meine Damen und Herren, heißt auf Englisch natürlich dill. Da hätte man auch gleich drauf kommen können.

2 Antworten auf „Linguistische Gewürzverwirrung“

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