Gelesen im Januar 2015

Es wird kleine Änderungen geben, ich habe nämlich beschlossen, die Detailinformationen zum Buch wegzulassen. Das ist nämlich erstaunlicherweise erschreckend viel Arbeit und hat mich beim letzten Mal in tiefe Verwirrung gestürzt, weil es natürlich gerade bei älteren Büchern immer unterschiedliche Erscheinungsdaten gibt und dann weiß man nicht, nimmt man das von der Erstausgabe oder das von der, die man gelesen hat und was ist, wenn man ein eBook liest, das einen anderen Verlag hat als die Druckausgabe. Es ist kompliziert und deswegen gibt es jetzt Autor und Buchtitel und bei Übersetzungen noch den Übersetzer und das war’s. Außerdem noch der Link zum ethisch unkorrekten Amazon, aber den muss ja niemand benutzen. Davon bekomme ich aktuell alle zwei bis vier Monate einen Gutschein zusammen, von dem ich neue Bücher kaufen oder andere Leute von ihrem Wunschzettel beschenken kann.

Im Januar sah es etwas mau ist. Ich war krank und im Stress und habe deswegen nur drei Bücher geschafft. Dafür waren alle  sehr gut, es hat sich also doch gelohnt.

 

The Golem and the Jinni von Helene Wecker

Wollte ich eigentlich noch im Dezember fertig hören, das hat aber nicht ganz geklappt, also ist es ins nächste Jahr gerutscht. The Golem and the Jinni erzählt die Geschichte von… man ahnt es fast… einem Golem und einem Jinni. Beide stranden Anfang des 20. Jahrhunderts in New York. Der Golem mit ihrem Erschaffer, der auf der Schiffsüberfahrt stirbt und sie so quasi herrenlos zurücklässt. Einzig ein alter Rabbi erkennt, wer sie wirklich ist, nimmt sie auf, gibt ihr einen Namen und erklärt ihr, wie die Welt funktioniert. Im syrischen Viertel wird zur gleichen Zeit ein Jinni aus seiner Flasche befreit und muss sich genau wie der Golem in dieser neuen Welt zurecht finden. Es bleibt natürlich nicht aus, dass sich dieses gleiche und doch so ungleiche Paar findet und gleichzeitig gemeinsam und jeder für sich die Möglichkeiten eines Daseins in der menschlichen Welt auslotet.

Wunderschön erzählt mit viel New-York-Lokalkolorit und viel Fantasie. Natürlich ist das irgendwie im weitesten Sinne Fantasy, aber wirklich nur im allerweitesten. Das kann also auch jeder lesen, der es sonst nicht so mit magischen Gestalten hat.

Helene Wecker: The Golem and the Jinni (auf Deutsch: Golem und Dschin, übersetzt von Annette Grube) [Amazon-Werbelink] 

 

Radiance von Catherynne M. Valente

Für den Online-Buchclub gelesen und sofort geliebt, obwohl es etwas fordernd ist. Radiance spielt in einer Alternativwelt, in der alle Planeten besiedelt (und besiedelbar) sind und in der auf der anderen Seite Filme eine große Rolle spielen (Stummfilme allerdings, denn der Tonfilm konnte sich aus Patentgründen nicht durchsetzen). Einer der bedeutendsten Regisseure ist Percival Unck, Vater von Severin Unck, die in seine Fußstapfen tritt und beim Drehen einer Dokumentation in einer verlassenen Stadt auf der Venus einfach verschwindet. Um diesen Vorfall dreht sich das Buch. Catherynne M. Valente hat aber nicht einfach eine normal von Anfang bis Ende erzählte Geschichte daraus gemacht, sondern präsentiert Versatzstücke, die als Puzzle die gesamte Geschichte ergeben. Interviews, persönliche Berichte der Menschen, die mit Severin zu tun hatten oder sogar bei ihrem Verschwinden dabei waren, Drehbücher und transkribierte Filmaufnahmen. Man reist einmal von Planet zu Planet und darf sich das Leben von Severin zusammenreimen. Das ist alles ganz großartig, ein Art-Deco-Film-Noir-Stück im Weltraum. Nicht einfach zu lesen zwar, aber ganz grandios. Das erste Buch des Jahres mit guten Chancen auf mein Lieblingsbuch des Jahres 2016.

Bisher noch keine deutsche Übersetzung, ist aber angekündigt.

Catherynne M. Valente: Radiance [Amazon-Werbelink]

 

Alles außer irdisch von Horst Evers

Als Hörbuch gehört, weil Horst Evers so schön liest. Diesmal keine Kurzgeschichten und auch kein Krimi, sondern eine Science-Fiction-Komödie. Wer jetzt an Douglas Adams denkt, liegt nicht so falsch, aber im Gegenzug zu vielen Nachahmern, die ich mit mäßiger Begeisterung gelesen habe, muss sich Horst Evers mit seinen Einfällen nicht verstecken. Es beginnt mit Goiko Schulz, 36 und nicht gerade auf der Gewinnerseite der Leben, bis er immerhin durch eine Kette von seltsamen Fügungen ein Ticket für einen Flug nach New York gewinnt. Und zwar nicht irgendeinem Flug, sondern dem ersten Flug vom neu eröffneten Flughafen BER. Das Glück wird allerdings schnell getrübt als ein riesiges Raumschiff auf den Flughafen stürzt und damit alles noch seltsamer wird als vorher schon. Und Goiko steckt natürlich mittendrin und muss die Welt retten. Er soll mit einer Truppe außerirdischer Artenretter zum interplanetaren Gerichtshof fliegen, um da für die Erde zu sprechen. Aber dann geht die Tür des Raumschiffs nicht zu und es wird alles nur noch komplizierter.

Die Story kennen wir natürlich aus „Per Anhalter durch die Galaxis“, aber Horst Evers hat genug eigene Einfälle, um aus der Grundidee seine ganz eigene Geschichte zu basteln, mit tollen abgefahrenen Ideen, fantastischen außerirdischen Lebensformen und ein bisschen Zeitreise obendrauf. Das war super, ich könnte es eigentlich gleich noch mal lesen (oder hören). Ebenfalls eine große Empfehlung.

Horst Evers: Alles außer irdisch [Amazon-Werbelink]

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