Eine Tüte Gemischtes

Ich habe letztens in irgendeinem Zusammenhang darüber nachgedacht, wie selten ich zum Frisör gehe. Erst wollte ich behaupten, ich könnte es nach an beiden Händen abzählen, dann war ich mir aber nicht mehr so sicher, ob ich damit nicht ein kleines bisschen über- bzw. untertreiben würde. Tatsächlich habe ich aber in der Zwischenzeit noch mal etwas mehr darüber nachgedacht und ich war in 35 Jahren ziemlich wahrscheinlich exakt neun Mal beim Frisör. Tatsächlich war ich mit 18 Jahren zum ersten Mal beim Frisör, kurz vorm Abitur kamen die sehr, sehr langen Haare ab und ich hatte vielleicht zum einzigen Mal im Leben eine Haarlänge, die man nicht zu einem Zopf binden könnte.

Im Wesentlichen ist mir so ein Frisör einfach zu teuer. Damit meine ich nicht, dass Frisöre zu teuer sind, sondern, dass mir ein Frisörbesuch und das Ergebnis irgendwie nicht so viel Glückseligkeit gibt wie andere Dinge, die ich für das gleiche Geld erhalten könnte. Außerdem sind mir Frisöre immer zu zögerlich, wenn es ums Abschneiden geht. Wenn ich 40 bis 60 Euro bezahle, möchte ich nachher bitteschön anders aussehen als vorher und nicht jedes Mal, wenn ich „Och, Sie können ruhig noch ein bisschen…“ ein kritisches „Aber dann ist es wirklich ein ganz schönes Stück kürzer!“ hören. DESHALB BIN ICH DA, VERDAMMT! NATÜRLICH IST ES NACHHER KÜRZER, DAS IST DOCH SINN UND ZWECK DER ÜBUNG! Es ist mir also schon sozial oft zu anstrengend.

Die letzten Male habe ich mir einfach wieder von meiner Mutter die Haare schneiden lassen wie die ersten 18 Jahre meines Lebens auch. Das ist günstiger und auch auf der sozialen Ebene deutlich relaxter.

Ich war nach meiner Rekonstruktion neun Mal beim Frisör, zwei Mal in Leverkusen, zwei Mal in Bonn, zwei Mal in Düsseldorf und drei Mal in Essen. (Falls es irgendwer genau wissen wollte.)

Oder, um es mit Funny van Dannen zu sagen: Ich habe einen Arbeitsplatz vernichtet.

And now for something completely different. Hier frisst ein sehr, sehr kleines Ding ein anderes noch kleineres Ding oder wie in der Videobeschreibung steht: Trachelius ciliate feeding on a Campanella ciliate. Es ist sehr faszinierend.

One comment

  1. mottenkönigin

    Na siehste, und ich halte einen am Leben. Ich gehe gern zum Friseur, zu meinem Friseur. Er hat mir versprochen, mich später im Altersheim besuchen zu kommen, gerade heute. Immerhin einer auf den ich mich dann freuen kann. Wenn er sich da mal nicht zu sehr aus dem Fenster lehnt, soooviel jünger ist dann auch nicht. Aber mir das Gefühl geben, dass ich jetzt wieder top aussehe, selbst wenn er nur ein klitzekleines bisschen abgeschnitten hat, dass kann er. Und eine wunderbare Stimme hat er auch. Da kommt meine Mutter einfach nicht mit. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, ob nun frisch geschnitten oder nicht. Herzliche Grüße, Martina

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