[Werbung] Der Pfau von Isabel Bogdan als Hörbuch

„Einer der Pfauen war verrückt geworden.“

So beginnt der erste Roman von Isabel Bogdan und man ist sofort mittendrin in der Geschichte. Besagter Pfau lebt auf einem Anwesen in den schottischen Highlands, genauer gesagt auf dem Anwesen von Lord und Lady McIntosh, die die kleinen Cottages an Feriengäste vermieten, weitab von allem, nur die Natur und natürlich die Pfauen.

Und dann wird einer der Pfauen verrückt und greift alles an, was blau ist und glänzt. Das ist einerseits nicht so schlimm, denn in der Natur gibt es recht selten Dinge, die blau sind und glänzen. Es sei denn natürlich, man hat eine Gruppe von Bankern aus London zu Gast, die für ein Teambuildingevent weit, weit weg nach Schottland geschickt wurden, samt Teambuildingcoach und Köchin und samt dem neuen blauen Auto der Teamchefin.

Es kommt, wie es kommen wird, das Auto muss leiden und Lord McIntosh trifft eine schwere Entscheidung zu Ungunsten des verrückten Pfaus. Aber hier ist die Geschichte noch nicht zu Ende, im Gegenteil, sie fängt erst an, und der arme Pfau muss gleich mehrere Tode sterben.

Isabel Bogdan übersetzt seit Jahren und hat mit Sachen machen schon ein Sachbuch geschrieben. Außerdem bloggt sie und so konnte man der Entstehungsgeschichte des Buches fast live beiwohnen, von der ersten Kurzgeschichte über die Coverlüftung bis zur Lesereise. So war die Freude bei mir umso größer, als bekannt wurde, dass es nicht nur ein Hörbuch geben, sondern dass Christoph Maria Herbst das Hörbuch einlesen würde. Man hätte sich keinen anderen Sprecher für diese Geschichte wünschen können.

Dementsprechend hielt ich mich beim Verkaufstag auch zurück, sondern wartete ein paar Tage auf meinen neuen audible-Credit, um ihn schnurstracks gegen das Hörbuch zu Der Pfau einzulösen und in den nächsten Tagen jede freie Minute zum Hören zu nutzen. Die Geschichte vom verrückten Pfau, seinem verfrühten Ableben und den sich daraus ergebenen Missverständnisse und Verwirrungen ist raffiniert erzählt und am Ende lernt man auch als Leser die wichtigste Teambuildinglektion: Kommunikation ist wichtig.

In einem Interview mit dem Argon Verlag, bei dem das Hörbuch erschienen ist, erzählt Herbst auch von den Herausforderungen bei der Aufnahme:

Die größte Herausforderung bei diesem Hörbuch war für mich sicher, mich selbst ganz stark zurückzunehmen, um der Erzählweise gerecht zu werden. Ich komme ja beispielsweise ganz stark vom Dialog, wo ich den Figuren dann gerne Erkennungsmerkmale verpasse, Eigenarten. In Der Pfau gibt es nicht eine einzige direkte Rede. Alles wird indirekt erzählt, was auf der einen Seite diese britische Distinguiertheit verstärkt und einen zunächst ein wenig auf Abstand hält, mir auf der anderen Seite aber auch ganz neue Möglichkeiten eröffnete, nämlich nur durch kleinere Tempowechsel oder dezente Modulationen diese lebendige Welt zu kreieren.

Der Pfau bekommt eine All-inclusive-rundum-glücklich-Empfehlung und das Hörbuch noch ein Extrasternchen obendrauf. Kleinere Nebenwirkungen wie das dringende Bedürfnis, Urlaub in Schottland zu machen, sind nicht ausgeschlossen, man könnte beinahe vermuten, sie seien erwünscht, nicht zuletzt basiert die Geschichte (man glaubt es kaum) auf einer wahren Begebenheit. Isabel Bogdan hat eine wunderbar typisch britische Verwechslungskomödie geschrieben, die Christoph Maria Herbst mit offensichtlichem Spaß eingelesen hat.

Isabel Bogdan: Der Pfau, erschienen 2016 bei Kiepenheuer & Witsch, Hörbuch gelesen von Christoph Maria Herbst erschienen im Argon Verlag und u.a. erhältlich bei audible.

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