Île d’Oléron, 1992

Wir fahren zelten auf die Île d’Oléron und diesmal kommt die halbe Familie mit, Mama und Papa und ich, drei Tanten, zwei Onkel und fünf Cousinen und Cousins. Außerdem kommt unser Zwergdackel Susi mit. Ich bin elf.

Wir bekommen einen Platz ganz hinten auf dem Campingplatz, wo wir unsere Zelte aufstellen können. Onkel M. hat ein rotes Wohnmobil, da ist sogar eine kleine Küche drin mit Kühlschrank.

Mama und Papa bauen unser Zelt auf einer kleinen Anhöhe auf, die anderen weiter unten. Direkt dahinter geht es schon zum Meer.

In der ersten Nach gibt es ein Gewitter mit Sturm. Mama und ich liegen in unseren Schlafsäcken und Papa läuft immer wieder raus und guckt, ob die Heringe noch fest sind. Irgendwann kommt er nicht wieder rein und Mama fragt, was er macht. „Ich halt das Zelt fest, damit es nicht wegfliegt!“ ruft Papa und dann dauert es nicht lange, bis wir alles ganz schnell zusammenpacken. Ich ziehe mit Susi unterm Arm zu Sarah ins Schlafzelt und Mama und Papa versuchen noch, das Zelt abzubauen und alle Sachen unterzubringen.

Am nächsten Tag ist wieder Sonne und danach gibt es auch kein Gewitter mehr. Das Zelt bauen wir jetzt trotzdem unten bei den anderen auf.

Wir frühstücken zusammen und dann sind wir meistens am Strand. Wir paddeln auf unseren Luftmatratzen aufs Meer und bauen Kanalsysteme in den Sand, so nahe am Meer, dass die hereinschwappenden Wellen die Kanäle mit Wasser füllen.

Susi scharrt immer Sand in ihren Napf, niemand versteht, warum.

Ich lerne ein Mädchen aus Deutschland kennen. Sie heißt Nicole und ihre Eltern haben einen Wohnwagen und sie hat einen Hund, einen Münsterländer. Ich verbringe viel Zeit mit Nicole, weil mir bei uns manchmal zu viel los ist und als die Ferien vorbei sind, tauschen wir unsere Adressen aus, damit wir uns schreiben können.

Einmal fahren wir in einen Vogelpark und gehen da spazieren. Es ist sehr heiß. Mein kleinster Cousin Max ist erst drei und beißt mich, aber Tante B. sagt, das macht er mit Leuten, die er mag.

2 Antworten auf „Île d’Oléron, 1992“

  1. Wir sind viele Jahre meiner Kindheit und Jugend im Sommerurlaub auf die Île d’Oléron gefahren, auf den Campingplatz Municipal, wenn ich mich richtig entsinne. Ich habe so unglaublich viele schöne Erinnerungen an diese Ferien, meine Eltern hätten es nicht richtiger machen können.
    Seitdem ich erwachsen bin, würde ich wahnsinnig gerne noch einmal dort hinfahren, habe aber Angst, dass das inzwischen alles total touristisch überlaufen ist und mir gar nicht mehr gefällt.

    1. Ich vermute, es war schon damals touristisch überlaufen, insofern merkt man vielleicht gar keinen Unterschied. Oder aber, man hat es damals als Kind nicht als unangenehm wahrgenommen, weil man ja viele andere Dinge zu tun hatte.

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