Tagebuchbloggen, 9. bis 11.11.2018

Am Freitag wieder Zugchaos wegen defektem Stellwerk in Mülheim an der Ruhr. Während am Hauptbahnhof Essen noch lange versucht wurde, die Illusion baldig ein- und abfahrender ICEs aufrecht zu erhalten, zeigte die Bahn-App schon „Halt entfällt“ an. Ich schaffte es letztlich über Wuppertal ins Büro und echauffierte mich in der Zeit ausreichend über Äußerungen auf Twitter, nach denen Menschen im urbanen Raum keine Autos brauchen würden. Ich kann das bei Gelegenheit mal erläutern. Wir haben übrigens selber zu zweit ein Auto, weil ich nicht wüsste, was ich mit einem eigenen Auto machen sollte, aber meine Lebensweise ist eben auch sehr auf alternative Fortbewegungsmittel angelegt, das ist eine persönliche Entscheidung und ich rede anderen Leuten da nicht rein und möchte das auch gar nicht. Mir fallen jedenfalls auf Anhieb zig Gründe ein, warum man sehr wohl auch in der Stadt ein eigenes Auto haben wollen könnte, die alle nur bedingt bis gar nicht mit Bequemlichkeit zu tun haben.

Auf der Rückfahrt war das Stellwerk übrigens immer noch nicht repariert oder schon wieder kaputt, jedenfalls gab es Tumulte im Zug, als diese Information eher zufällig in unserem Wagen ankam, weil unglücklicherweise auch noch der Lautsprecher kaputt war. Als Tipp wurde gegeben, im ICE zu bleiben und bis Gelsenkirchen zu fahren, um von da aus… und jedenfalls riet ich den Mitreisenden davon ab und nahm eine Frau metaphorisch beim Händchen mit in den Regionalexpress, der dann zwar auch nicht in Essen, aber immerhin in Essen-Altenessen halten darf, was gegenüber Gelsenkirchen schon eine krasse Verbesserung ist.

Insgesamt konnte ich aber bei diesem Abenteuer insgesamt vier Hunde streicheln, das war’s wert.

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Apropos Infrastruktur: Gerüchten zufolge wurde bei uns der Geldautomat an der Postfiliale abgebaut. Jetzt gibt es nur noch eine Sparkasse, die absurde Gebühren verlangt, wenn man als Nicht-Sparkassenkunde Geld abheben möchte. So gesehen haben wir jetzt gar keinen Geldautomaten mehr, der nächste ist etwa 850 Meter entfernt in Rüttenscheid.

Dafür wandelt sich jetzt das Büdchen am Kirchplatz zur Postfiliale, was vermutlich bedeutet, dass die Postfiliale komplett zugemacht wird. Das ist auch gar nicht schlimm, wenn man statt dessen ins Büdchen kann, allerdings wäre es schön, wenn dann auch der Geldautomat wieder angebracht würde, zum Beispiel am Büdchen. Als ich davon berichtete, wurde mir erzählt, dass man ja mittlerweile einfach praktisch im Supermarkt Geld abholen könnte. Nun kann man das nur, wenn man da auch ausreichend viel Geld ausgibt, vor allem ist es aber so, dass ich ja seit neuestem mit der Edeka-App bezahle, weil ich dann immer alles so schön direkt digital habe und theoretisch nicht mal mehr ein Portemonnaie mitnehmen müsste und außerdem Gutscheine bekomme, so dass ich am Samstag 75 Cent weniger für Müllsäcke bezahlt habe, das ist doch toll! Jedenfalls ist Geld abholen im Supermarkt für mich aus diversen Gründen keine ernsthafte Alternative und so haben wir jetzt halt weiterhin keinen Geldautomaten mehr in der Nähe. Infrastruktur in Essen, 2018.

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Das Wochenende war ansonsten erfreulich aktionsarm, ich verweigerte sogar das morgendliche Joggen am Sonntag. Es gab ein bisschen Aufräumen, sowohl analog als auch digital, so räumte ich zum Beispiel in der Badewanne liegend meine Leseproben auf dem Kindle auf und jetzt habe ich statt 946 Leseproben nur noch 919, wenn ich also ab jetzt keine neuen Bücher mehr auch nur angucke, bin ich in nur zwölf bis fünfzehn Jahren damit durch.

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Wär dann bereit für Weihnachten.


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2 Replies to “Tagebuchbloggen, 9. bis 11.11.2018”

  1. Aber 850 m ist doch sehr nah. Oder habe ich den Text missverstanden? Ich bin verwirrt…

    Und vier Hunde streicheln… Das macht ja quasi fast alles wieder wett! <3

    1. In meiner Welt sind 850 m nicht nah, jedenfalls nicht, wenn man mitten in der Stadt in einem Stadtteil mit 26.000 Einwohnern wohnt. Als wir hierhin zogen gab es noch drei Geldautomaten, jetzt ist es noch einer und da kann ich eben nicht abheben. Zumal in der direkten Umgebung eben auch die ganzen kleinen Läden sind, bei denen man nicht unbedingt mit Karte zahlen kann.

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