Camera Obscura im Wasserturm in Mülheim an der Ruhr

Film

Eine Camera Obscura hatten wir uns in Edinburgh ja schon angeguckt und für toll befunden. Eher zufällig entdeckte ich, dass es auch in Mülheim an der Ruhr so eine begehbare Kamera gibt und als es im letzten Jahr darum ging, die Schwiegereltern ein bisschen zu belustigen, planten wir schnell einen Ausflug in die Nachbarstadt mit mittelalterlichem Weihnachtsmarkt, schottischem Essen und eben einem Besuch der Camera Obscura im alten Wasserturm.

Die Camera Obscura befindet sich in der Kuppel des Broicher Wasserturms in Mülheim an der Ruhr, in den unteren Etagen des Turms befindet sich das Museum zur Vorgeschichte des Films. Die Exponate, so erfahren wir, stammen alle aus einer Privatsammlung und zeigen vom Schattenspiel über Guckkästen, Thaumatrope, Kaleidoskope und vielen anderen spannenden Apparaturen und optischen Täuschungen wie die Bilder laufen lernten oder mit ein paar Kniffen auch vor über hundert Jahren schon 3D-Effekte erzielt wurden.

Turm

Dabei gefällt mir vor allem die Überschaubarkeit der Sammlung. Klingt erst mal komisch, aber nach meiner ganz persönlichen Erfahrung bleiben Museen mit kleinen Sammlungen besser im Kopf als solche, bei denen man nach zwei Stunden gefühlt tausend Sachen gesehen hat und sich deswegen an keine mehr erinnern kann.

Im Museum zur Vorgeschichte des Films dagegen kann man sich in Ruhe umgucken, an Knöpfchen drücken, an Hebeln ziehen, an Rädern drehen und durch Gucklöcher gucken, und weiß beim letzten Exponat trotzdem noch, was man beim ersten Exponat gesehen hat.

Schattenspiel

Gucken

Exponat

(In dieser schönen Tradition steht auch das Whiskey-Museum in Edinburgh. Kann ich nur empfehlen, da weiß ich noch fast alles, was mir da erklärt und gezeigt wurde.)

Nachdem wir also fleißig geguckt, gedreht und gedrückt haben, geht’s ganz nach oben zur Camera Obscura und dann geht es auch schon los.

Eine Camera Obscura funktioniert so: Man ist in einem Runde Raum, in dessen Mitte ein großer runder weißer Tisch steht. in der Mitte des Raumes also zentral über dem Tisch ist ein Loch in der Kuppel und da fällt das Licht rein. Dann braucht man noch ein paar Spiegel, die man steuern und drehen kann und dann ist die Camera Obscura fertig. Also, so ungefähr jedenfalls, es ist vermutlich in der Praxis noch ein bisschen komplizierter.

Camera Obscura

Das, was man dann hat, ist eine begehbare Kamera. Das Licht geht aus, die Spiegel werden in Position gedreht und auf einmal ist das Mülheim an der Ruhr auf dem weißen Tisch. Weil Winter ist und wir mal wieder ein bisschen getrödelt haben, ist das Bild schon etwas dunkel, aber nachdem sich die Augen dran gewöhnt haben, erkennt man allmählich, was man von der Kuppel aus so von Mülheim sieht. Gebäudesilhouetten, Menschen, die auf Plätzen rumlaufen und dann, das ist am lustigsten: Autos und Ampeln.

Autos und Ampeln sind am lustigsten, weil sie in bunten Farben leuchten und man sie deswegen am besten sieht. Bei einer Kreuzung warten wir, bis die Ampel von rot auf grün umspringt und die wartenden Autos losfahren. Auch auf der anderen Seite der Ruhr, da wo das Stadtzentrum ist, können wir erkennen, wo die Autos langfahren, zeigen “Hier!” und “Da!” und warten einfach noch mal eine Ampelphase ab. Weil wir’s können!

Irgendwann sind wir wieder da angekommen, wo wir mit unserer Kamera-Beobachtungstour angefangen haben. Toll war das. Obwohl’s ein bisschen dunkel war. Oder eben weil es ein bisschen dunkel war und das mit den Autos und Ampeln so lustig war. Aber wir waren ja auch schon in Edinburgh in der Camera Obscura und haben da mit kleinen weißen Karten Touristen auf dem Schlossvorplatz hochgenommen und durchgeschüttelt.

Obsc

Ob wir noch eine Runde um die Kuppel laufen wollen, werden wir gefragt, als das Licht wieder an ist. Klar wollen wir und machen das dann auch. Draußen ist es erstaunlicherweise noch gar nicht so dunkel, wie uns die Camera Obscura weismachen wollte und wir gucken uns das, was wir eben drinnen auf dem weißen Tisch gesehen haben, dann jetzt noch mal in echt an. Obwohl, echt war das ja eben auch, live und in Farbe, wenn auch ein bisschen dunkler.

Aussicht

Dann geht’s mit dem Fahrstuhl nach unten, wo man noch im Museumsshop ein bisschen stöbern kann und ich kurz davor bin, ein Kaleidoskop zu kaufen, weil die doch so schön sind und hach… Weil es doch schon ein bisschen dunkel war, bekommen wir zwei Gutscheine zum Nochmalimhellenwiederkommen, wie nett ist das denn?

Wasserturm

Total nett ist das! Wie das ganze Museum übrigens und die Betreiber sowieso. Man merkt die Liebe und Begeisterung, die in dieses Projekt gesteckt wurde und fragt sich ein bisschen, warum das wieder so ein geheimes Kleinod ist, das man erst durch Zufall finden muss. Eigentlich nämlich müsste es heißen: “Du bist im Ruhrgebiet? Warst du schon in Mülheim in der Camera Obscura? Musst du unbedingt hin, total super da!”

Aber man kann ja damit anfangen, hier auf dem Blog zum Beispiel. Also: Wenn es einen ins Ruhrgebiet treibt, unbedingt nach Mülheim zur Camera Obscura mit dem Museum zur Vorgeschichte des Films in den alten Wasserturm. Am besten tagsüber, aber man kann auch mit Autos und Ampeln viel Spaß haben. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Exponat

Camera Obscura mit Museum zur Vorgeschichte des Films
Am Schloß Broich 42
45479 Mülheim an der Ruhr
Telefon: 0208 / 3 02 26 05

http://www.camera-obscura-muelheim.de

Öffnungzeiten: Mi. – So.: 10:00 – 18:00

Kölner Dom – Drauf

Disclaimer: Es ist schon ein paar Monate her, aber irgendwann im Sommer waren wir in Köln. Erst fuhren wir mit der Seilbahn, dann liefen wir durch den Rheinpark und dann haben wir Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke angeguckt und dann waren wir im Kölner Dom.

Ein bisschen bekloppt ist es ja schon. Da ist der bisher heißeste Tag im Jahr, man fängt schon beim Spazierengehen an zu schwitzen, und wir klettern auf den Kölner Dom. Allerdings nicht mit der ganzen Kölner Ausflugstruppe, nur zu dritt, denn die anderen beiden murmeln irgendwas von “Sind wir letztens erst drauf gewesen”, und möchten lieber Eis essen. Die sind nämlich klug.

Wir aber, wie klettern jetzt. Und es ist heiß und schwül und es geht immer nur weiter und weiter und weiter in dem engen Turm, wo man sich mühselig an den Leuten vorbeidrängeln muss, die wieder runterwollen. Es hört überhaupt nicht auf, zwischendurch denke ich, gleich kippe ich um, dann gibt es Stau, weil sich nämlich jemand anders das auch gedacht hat, und sich mitten im Turm einfach auf die Treppe setzt, was der Platz jetzt nicht so wirklich hergibt.

Aber wir laufen weiter. Immer höher und höher, rundherum, immer weiter, bis man irgendwann am Glockenturm rauskommt und man den ersten Blick auf die große Glocke und schon mal auf den Dom von oben und natürlich auf Köln von oben werfen kann. Durch noch engere Gänge gequetscht laufen wir einmal um die Glocke rum und dann weiter rauf.

Und irgendwann hört die Wendeltreppe auf und man steht mitten im Turm und alle sind froh und erschöpft. Das reicht natürlich noch nicht, man muss noch weiter hoch, über ein Metalltreppe und dann,… dann ist man endlich angekommen und kann auf Köln runtergucken. Auf den Rhein und die Hohenzollernbrücke und die Züge, die zum Hauptbahnhof rein- und rausfahren. Auf die Altstadt mit Groß Sankt Martin oder den neuen Hafen mit den lustigen Gebäuden. Nach Westen auf das hässliche Herkules-Hochhaus, was zwar wirklich irre hässlich ist, aber eben zum Stadtbild auch irgendwie dazugehört.

Und auf den Dom selber mit seinen unzähligen Verzierungen, Spitzen und Spitzchen, Wasserspeier und Türmchen.

Nach einem Rundgang geht’s wieder runter, immer weiter die Wendeltreppe runter, bis einem schwindelig ist und wenn man unten ankommt, hat man Schwabbelknie. Aber dafür bei schönstem Wetter an einem der heißesten Tage im Jahr auf Köln runter geguckt. Hat sich also gelohnt.

Noch von unten

Dicker Pitter

Viel Zeug

Groß St. Martin

Ganz nach oben

Wegweiser

Hohenzollernbrücke

Noch mal Hohenzollernbrücke

Und noch mal. Weil's so schön ist.

Als Kölner kann man ja quasi nie genug Bilder vom Rhein und der Hohenzollernbrücke gucken. Oder sich entscheiden, welches das schönste ist.

Spitze

Hafen

Altstadt

Vietnamesisch

Sieht Vietnamesisch aus, ich kann’s aber nicht lesen.

Köpfe

Mediapark

Fenster

Amanda Palmer – In-Store-Gig bei Saturn in Köln

Ein Geständnis vorneweg: Ich hatte ja mit Amanda Palmer bis vorletztes Wochenende gar nicht viel am Hut, kannte sie vor allem als Frau von Neil Gaiman, aber ich mach ja bekanntlich alles mit.

Als also Zoë vollkommen unerwarteterweise auf meinen Hinweis, Amanda Palmer würde Anfang November bei Saturn in Köln für einen kleinen In-Store-Gig mit Autogrammstunde zu bewundern sein, mit einem “Ich hab dann mal ein Hotel gebucht” antwortete, gab es dann für mich auch keine Entschuldigung mehr, nicht auch hinzugehen.

Bei sowas bin ich ja dann immer ein bisschen streberhaft und bereite mich auch ein bisschen vor, hab dann also doch mal das Internet nach Videos und Musik durchkramt, mir überlegt, was ich mir denn unterschreiben lasse (wenn schon, denn schon und die Antwort war relativ einfach) und mich ab da tierisch auf den kleinen Kölnausflug gefreut.

Da saß ich also dann im Zug, mit Fotoapparat, Ukulele, Amanda Palmer im Ohr, aufgeregt bis obenhin, obwohl ich schon am Vorabend auf Twitter mitbekommen hatte, dass es wohl mit Amandas Stimme etwas problematisch sein könnte. Das Konzert in Paris wurde zu einer Karaoke-Veranstaltung umgeplant, was – wenn man den Kommentaren im Internet glauben darf – eine durchaus gelungene Aktion wurde. (Hier ist ein entzückendes Video von diesem Konzert, das leider etwas unerwartet abbricht.)

Hansaring

Bei Saturn angekommen erweist sich die Befürchtung als berechtigt: Der In-Store-Gig ist wegen Krankheit abgesagt, aber signiert wird trotzdem. Amanda muss ihre Stimme für das ausverkaufte Konzert abends im Luxor schonen, was durchaus verständlich ist. Trotzdem schade.

Zoë ist bereits im Taxi auf dem Weg, aber vorher läuft mir noch Sonja über den Weg, die nicht nur zu der kleinen Nachmittagsveranstaltung, sondern auch für das Konzert von München nach Köln gekommen ist. Zu dritt müssen wir uns erstmal beim Bäcker gegenüber mit Schoko- und Nougatcroissants stärken, dann wird die Lage gecheckt.

Zoë

Signiert wird vor einer riesigen Bildschirmwand, das erfahren wir schon mal, Zoë sagte man am Telefon, man sollte so zwei Stunden früher da sein, das erweist sich aber als leichte Übertreibung und wir müssen uns erst noch eine Stunde irgendwie die Zeit vertreiben, bevor sich so langsam die anderen (oft gut erkennbaren) Amanda-Palmer-Fans ansammeln. Deswegen bleiben wir dann auch die letzte Stunde recht konsequent dort stehen, wo die Signiertische aufgebaut werden, es füllt sich immer mehr, wir werden ein bisschen nach hinten gedrängt und irgendwann steht man richtig in einer Menschentraube und hat es gar nicht gemerkt.

Traube

Dafür hat es sich dann aber doch gelohnt, so früh da zu sein, wir sind vorne, neben uns Menschen aus Düsseldorf, Ludwighafen, Mainz, München, Berlin und was weiß ich nicht noch woher. Manche haben Konzertkarten, andere nicht, wollten sich den Umsonstauftritt aber nicht entgehen lassen.

Ukulele

Und dann kommt sie irgendwann, Amanda Palmer mit ihrem Grand Theft Orchestra, auf einmal ist sie da, ich hab sie gar nicht kommen sehen, aber da steht die Band, um den Tisch rum, Amanda und der Drummer auf dem Tisch mit einem Megaphon und einer rosa Ukulele.

Amanda

Ich weiß auch gar nicht genau, wie diese Frau das macht, dass man sofort unglaublich glücklich ist, wenn sie irgendwas sagt, macht oder singt. Singen kann sie ja heute eigentlich gar nicht, tut es aber trotzdem, das Publikum muss mithelfen, nach Anweisung des Drummers stampfen, klatschen und andere lustige Sachen machen, während Amanda ebenfalls mit Publikums-, Band- und Megaphonunterstützung “Want It Back” singt.

Megaphon

Ich kenne das gar nicht und find es trotzdem toll. Alles ist toll, alle klatschen und stampfen und singen und Amanda steht auf dem Tisch und macht uns alle glücklich.

Amanda singt

Wer alles eine Ukulele dabei hat, will sie danach wissen. Hier! Ich! Aber viele andere auch, manche haben sich extra zum Signieren eine gekauft. Und wer denn auch spielen kann, ist die nächste Frage. HIER! ICH! Da melden sich nämlich schon weniger, und irgendwie schieben mich Leute nach vorne, weil ich die Ukulele ja nicht nur zum Unterschreiben dabei hab, ich hab beim Warten zu Unterhaltungszwecken schon drauf rumgeklimpert.

Amanda Palmer spielt jetzt noch die Ukulele-Version von Radioheads “Creep”. Auch das ist toll und wieder singen alle mit und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, es ist alles toll und wunderbar und großartig und unglaublich ansteckend.

Amanda singt immer noch

Spätestens jetzt ärgere ich mich, dass ich keine Konzertkarte habe, was mir morgens noch relativ egal war, aber das ist so ansteckend, dass man gar nicht will, dass es aufhört.

Amanda singt immer noch

Es hört dann nämlich relativ schnell auf. Zwei Lieder müssen reichen, jetzt geht’s zum Signieren, wir werden in kleinen Gruppen zum Autogrammtisch gescheucht, erst signiert die Band meine Ukulele, dann Amanda und dann Amanda noch mal, weil ich in der Hektik nicht schnell genug sagen konnte, wo genau sie unterschreiben soll. Dann ist es auch schon vorbei, ich komm gar nicht so schnell dazu, ein Bild von Zoë mit Amanda Palmer zu machen, weil man sofort weitergescheucht wird, aber so ist das dann halt.

Vollkommen geflasht ziehen wir dann noch zu viert durch Köln, bis wir bei der Bento Box landen und bei ein bisschen Sushi darüber reden, wie glücklich wir alle sind, weil es so toll war. Sonja und Caro sind noch glücklicher, weil die nämlich Konzertkarten haben, ich fahre dann gleich nach Hause und Zoë hat noch einen Termin.

Zoë mit Poster

Selten hat sich eine so kleine Aktion so dolle gelohnt, finde ich. Vollkommen egal, wie schnell es vorbei war, es war toll, meine Ukulele ist jetzt nicht mehr so jungfräulich, aber natürlich viel toller und ich weiß jetzt schon, dass ich ganz dringend beim nächsten Konzert dabei sein muss. Auch wenn ich ja eigentlich mit Amanda Palmer gar nicht so viel am Hut hatte. Bis jetzt.

Abends sitze ich in der DB Lounge und warte auf den Zug, da kommt noch ein Tweet von Sonja, sie hätten vielleicht noch zwei Konzertkarten für uns. Aber da ist es schon zu spät, ich bin total fertig, die Füße tun weh, ich bin vollgepackt und will jetzt doch ein bisschen nach Hause.

Signiert

Amanda, so stellt sich am nächsten Tag raus, hat Bronchitis. Und als ich ein paar Tage später bei Twitter lese, dass es neue Konzerttermine gibt, zögere ich nicht lange. Ich hab jetzt zwei Karten für Amanda Palmer. Im März. In Köln.

Ich freu mich so.

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Kölner Dom – Drin.

Disclaimer: Während ich hoffentlich an der französischen Atlantikküste bei Sonnenschein am Strand liege, gibt’s hier ein bisschen vorbereitetes Zeug, was euch über die zwei Wochen Abstinenz bringen soll.

Disclaimer 2: Erst fuhren wir mit der Seilbahn, dann liefen wir durch den Rheinpark und dann haben wir Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke angeguckt.

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange wir schon nicht im Dom waren. Ewig lange wohl. Aber weil wir ja auch ein bisschen tourimäßig unterwegs sind, gibt’s heute das gesamte Programm.

Also rein in den Dom.

Vor allem erstmal ist es voll im Dom, voll von anderen Leuten, die auch mal den Dom gucken von innen gucken wollen, genau wie wir.

Er ist ja auch toll, der Dom, also wirklich. So riesig von innen, dunkel, aber gleichzeitig strahlt die Sonne durch die Fenster. Am faszinierendsten finde ich ja die Orgel, die da weit oben einfach aufgehängt wurde. Als Organist im Dom muss man eben nicht nur spielen können, sondern auch ein schwindelfrei sein.

Das Richter-Fenster ist auch toll und passt schön hier rein, obwohl das Fenster so modern und der Dom so alt ist, und weil gerade die Sonne so schön durch das Fenster scheint, taucht es die Bänke und den Steinboden in bunte Farben. Hach.

Man muss sich das auch mal vorstellen, wie das gebaut wurde vor hunderten von Jahren und dann kann man es sich gar nicht vorstellen. So groß, so hoch, so detailliert, so viel. Wie haben die das nur gemacht?

Als wir wieder draußen in der Hitze und der prallen Sonne stehen, wissen wir jedenfalls: Der Dom ist nicht nur von außen schön. Und jetzt machen wir etwas ganz Beklopptes. An einem der heißesten, schwülsten Tage des Jahres klettern wir einfach mal auf den Dom rauf. Ganz schön bescheuert.

Von außen

Oben

Fenster

Noch mal oben

Richter

Richter II

Bunt

Mehr Fenster

Dings

Schatten

Mehr Schatten

Bank

Löwe

Figuren

Köln und die Liebesschlösser

Disclaimer: Während ich hoffentlich an der französischen Atlantikküste bei Sonnenschein am Strand liege, gibt’s hier ein bisschen vorbereitetes Zeug, was euch über die zwei Wochen Abstinenz bringen soll.

Disclaimer 2: Vorher sind wir erst Seilbahn gefahren und dann durch den Rheinpark gelaufen.

Liebesschlösser. Also…

Also wir 2007 von Köln wegzogen gab es die noch nicht, oder jedenfalls kaum. Als wir dann nach etwas längerer Zeit wieder auf der Hohenzollernbrücke standen, war alles voll damit. Die Kölner kennen da nix. Entweder ganz oder gar nicht.

Und während in anderen weniger entspannten Städten die Liebesschlösser in Nacht-und-Nebel-Aktionen einfach entfernt wurden, sind sie hier mittlerweile eine Touristenattraktion, man sieht sie sogar vom Zug aus.

So viele. SO VIELE! Ich stand mal in Frankfurt auf dem Eisernen Steg und belächelte mitleidsvoll die einzelnen verteilten Schlösser, die mir ein Kollege am Tag drauf dann als “Das sind schon ganz schön viele da!” verkaufen wollte.

Viele, liebe Kollegen und Nicht-Kollegen, sind das hier!

Weil man sonst auch gar nicht so viel dazu erzählen kann, gibt’s einfach viele tolle Bilder.

Rili/Phili

Grün

Groß und rot

Superman

Kranz

Bunt

Noch mehr

Sehr viele

Rot

Kette

Noch mehr

Herz

Improvisiert

Fisch

Groß

Noch mal improvisiert

Mit Zug

Zum ersten Mal: Rutschen, Hüpfen und Klettern auf dem Ketteler Hof

Disclaimer: Dieser Artikel ist Isa gewidmet. Sie weiß schon warum.

Seien wir ganz ehrlich: Vor allem wollte ich mal zum Ketteler Hof. Ich weiß auch gar nicht, wie ich drauf gekommen bin, aber seit ich zum ersten Mal auf der Homepage des Riesenspielplatzes in Haltern am See war und die Bilder gesehen habe, will ich da unbedingt hin.

Da ich da aber noch nie war und ein bisschen unsicher ob der genauen Beschaffenheit des Spielplatzes war, brauchte es irgendwelcher Alibikinder, damit man nicht so ganz bescheuert aussieht, wenn man da zu zwei Erwachsenen steht und seine Eintrittskarten kauft.

Wir hatten dann aber nicht nur Alibikinder, wir hatten eine ganze Alibifamilie. Und einen Picknickkorb voll leckerer Sachen. Nur einen Bollerwagen, den hatten wir nicht.

Schilder I

Schilder II

Aber noch mal von Anfang an:

Die Alibifamilie kreuzte pünktlich um 9:30 bei uns zum Frühstück auf. Anscheinend wirkt die Aussicht auf den Besuch eines Riesenspielplatz Wunder, was die morgendliche Motivation von Untersiebenjährigen angeht. Ich kann das aber nachvollziehen, ich war auch um 7:30 das erste Mal wach, einfach, weil ich so aufgeregt war. Ketteler Hof! Riesenspielplatz! Rutschen! Klettergerüste! Sommerrodelbahn!

Mann

Der Mann freut sich auch schon.

Anderthalb Stunden und ein ausgiebiges Frühstück später also ab in die Autos und gen Norden aufs Land gedüst. Hier ist er nämlich, der Ketteler Hof, irgendwo mitten im Wald am nördlichen Rand des Ruhrgebiets.

Schon vom Parkplatz aus hört man einen Soundteppich aus Kindergeschrei, es ist wohl doch sehr voll an diesem Sonntag. Immerhin keine Schlange am Ticketschalter, wir kaufen unsere Tickets (12 Euro pro Person ab 2 Jahre) und stürzen uns rein ins Vergnügen.

Eingang

Leihbollerwagen sind aus, deswegen stellen wir den schweren Korb erst mal in einem versteckten Eckchen ab und steuern aufs erste Klettergerüst zu. Das sieht von außen schon so toll aus. Auf der Wiese davor liegen dicke Sitzkissen, auf die sich die Erwachsenen schon mal schmeißen, während die beiden Jungs direkt zum Klettergerüst laufen. Die Sitzkissen sind so irre bequem, dass man hier einfach so liegen könnte. Den ganzen Tag. Was aber der Grundidee dieses Ausflugs ein bisschen widersprechen würde.

Klettern

Also kletter ich auch. Es ist sehr eng und gar nicht so einfach, außerdem sind kurz vorm Rutscheneingang lauter Kinder im Weg. Aber ich schaff’s bis zu Rutsche und dann wird zum ersten Mal gerutscht. Die Rutsche ist auch ganz schön steil und man kommt mit ordentlich Karacho unten raus.

Toll.

Die Faszination des ersten Klettergerüsts erschöpft sich schnell, außerdem haben wir andere Pläne. Der Mann möchte unbedingt zur Schlauchbootrutsche, also laufen wir über eine kleine Brücke zur Schlauchbootrutsche. Während die Alibifamilie und der Mann sich anstellen, passe ich unten auf die Taschen auf und warte mit Fotoapparat bewaffnet auf die Abfahrt der anderen.

Schlauchboot

Als alle angekommen sind, möchte Alibisohn I dann doch lieber zum Piratenschiff, während wir zu viert dann erneut die Treppe zur Schlauchbootrutsche raufklettern. Oben läuft das dann so, dass man sich ein Schlauchboot nimmt, das auf ein kleines Podest stellt und sich reinsetzt, dann legen die Schlauchbootrutschenbedienerinnen einen Hebel um oder drücken einen Knopf oder was-weiß-ich und das Podest senkt sich nach vorne und ab geht’s.

Mit zwei erwachsenen Menschen in einem Schlauchboot geht es übrigens sehr ab. Beim ersten Hubbel hüpfen wir richtig und unten fahren wir fast bis an den Begrenzungszaun.

Aber toll. Sehr toll.

Als nächstes: Hüpfkissen. HÜPFKISSEN! Also Schuhe aus und beim ersten Anlauf abrutschen und gar nicht drauf kommen. Beim zweiten aber. Und dann hüpfen. Mann, ist das toll! Nach zwei Minuten ist man schon vollkommen fertig, möchte aber eigentlich überhaupt nie aufhören, weil es so toll ist.

Ketteler Hof

Alibifamilie

Halbe Alibifamilie auf dem Hüpfkissen

Kissen

Familie

Dreiviertel Alibifamilie beim Stürmen des Schalkehüpfkissens.

Kaputt

Ich bin mir nicht sicher, ob es auf diesem Spielplatz etwas gibt, was die Hüpfkissen noch übertreffen kann. Dabei haben wir gerade erst angefangen.

Auch der Mann hat sichtlich Spaß auf dem Hüpfkissen. Wir haben alle Spaß auf dem Hüpfkissen und sind danach alle vollkommen aus der Puste.

Während die Hälfte der Mannschaft danach durchs Piratenschiff klettert, um die Fragen fürs Gewinnspiel zu beantworten, bei dem es immerhin ein Pony (EIN PONY!) zu gewinnen gibt, machen wir uns zu dritt noch mal auf zur Schlauchbootrutsche. Ich möchte jetzt aber alleine Rutschen, damit ich nicht mehr mit den Füßen abbremsen muss.

Schlauchbootrutsch

Yeah!

Das Piratenschiff ist übrigens auch nicht schlecht, man findet zum Beispiel einen sehr skeptisch guckenden Tintenfisch, kann überall rein, hoch und runterklettern. Allerdings sind viele Durchgänge doch eher für Kinder gedacht und nicht so sehr für einen erwachsenen Menschen mit zwei Taschen.

Tintenfisch

Piratenschiff

Drumherum ist ein Wasserspielplatz mit Flößen, auf denen man sich entweder von einem Ufer zum anderen ziehen oder mit langen Pfählen durchs Wasser steuern kann. Wir belasten das eine Floß zu viert ganz schön, kommen aber heil am anderen Ufer an.

Baden verboten

Zwischendurch haut Alibisohn II einfach mal ab. Er hat da Rutschen gesehen und da geht er jetzt hin, hat er beschlossen. Die Alibimutter muss also hinterher und wir warten, bis die Fragen fürs Gewinnspiel alle beantwortet sind (EIN PONY!) und laufen dann so grob in die Richtung, in die Alibisohn II abgedampft ist.

Es ist aber nichts passiert, wir finden alle wieder und machen jetzt Picknick. Mit Nudelsalat, belegten Broten, Möhren, Gurken und Paprika, Keksen und selbstgebackenen Erdbeerkokosschnitten. Das für 50 Cent bei IKEA erworbene Picknickgeschirr erweist sich als tolle Investition und lecker ist auch alles.

Picknick

Gemüse

Ziege

Danach geht es zu den Ziegen, und direkt dahinter gibt’s die nächste Hüpfburg, die aber jetzt wirklich nur für Kinder. Der Mann möchte aber auf die neue Reifenrutsche und so trennen uns kurz die Wege und wir laufen zu zweit durch den Kletterwald bis zur Reifenrutsche, wo ich eine Ewigkeit unten warte, bis der Mann endlich runtergerutscht kommt. Die Schlauchbootrutsche wäre aber besser, urteilt er, vor allem, wenn man bedenkt, wie lange man für die Reifenrutsch anstehen muss. Ich lass das also mit der Reifenrutsche und wir machen uns wieder zurück zum Kletterwald.

Reifenrutsche

Reifenrutsch mit Mann

Noch mehr Reifen

Im Kletterwald finden wir den Alibivater im Märchenwald auf einer Brücke stehen. Mutter und Alibisohn I wären da hinten im Kletterwald, meint er. Ja, sagen wir, hätten wir auch schon gesehen, das sähe sehr cool aus. Ja, bestätigt Alibivater, und fügt mit trauriger Miene hinzu: “Hier is nich so cool.

Aber ganz niedlich ist es im Märchenwald.

Märchenwald I

Käfer

Wolf

Und wir haben immer noch nicht alles gesehen. Ich klettere noch ein bisschen durch das aufregendere Klettergerüst, dann müssen wir ins Rutschenparadies. Wir sollen die Freifallrutsche ausprobieren. Als ich dann aber oben stehe und so in die Röhre der Freifallrutsche gucke, denke ich, dass ich das vielleicht jetzt doch nicht dringend zum Glücklichsein brauche und nehme lieber die Luschenrutsche daneben. Schnell geht das trotzdem noch und ich erspare mir den Herzstillstand.

Klettern

Dach

Klettern II

Danach geht’s zur Sommerrodelbahn, die kostet einen Euro extra pro Fahrt, ist auch nicht besonders lang, aber macht trotzdem Spaß und ist ordentlich huiiiiiiiii.

Was auch positiv auffällt: Alles ist immer gut durchorganisiert, unnötige Bottlenecks gibt es eigentlich keine, und obwohl es so voll ist, habe ich nie das Gefühl, es wäre irgendwie unangenehm voll. Der Park ist eben riesig und anscheinend darauf eingerichtet, dass bei schönem Wetter hunderte Familien den Park stürmen.

Klettern

Nach der Sommerrodelbahn wollen wir noch zum Zirkuszelt und zur Wellenrutsche. Das Zirkuszelt erklimme ich auf Anhieb und bin ein bisschen stolz, dafür sind der Mann und ich zu dumm, um den richtigen Eingang zur Wellenrutsche zu finden und verlaufen uns erstmal in einem Klettergerüst unter der Wellenrutsche.

Making of

Behind the scenes of “Wellenrutschen FTW!”

Mittlerweile sind wir aber schon alle ziemlich durch. Die Männer machen noch einmal Wettlauf aufs Zirkuszelt drauf und dann schaukeln und rutschen wir noch ein bisschen, lassen die Kinder irgendwo irgendwas machen und dann ist auch gut.

Zirkuszelt

Kröte

Toll war’s. Und jetzt, wo ich einmal da war, und weiß, wie das ist hier ist, würde ich durchaus auch einfach ohne Alibikinder hinfahren. Es gibt kaum etwas, was man hier als Erwachsener nicht machen kann und allein schon die Rutschen und Hüpfkissen reichen aus, um hier ein paar Stunden lang mächtig Spaß zu haben. Die Alibikinder hatten aber natürlich auch Spaß. Mission erfüllt.

Wir haben so viel gar nicht gemacht. Die tollen Seilschwingen zum Beispiel. Und die Rehe habe ich weder gefüttert noch fotografiert, dabei waren die so hübsch. Vielleicht traue ich mich beim nächsten Mal sogar auf die Freifallrutsche und bin ein bisschen mutiger bei der Sommerrodelbahn und… hach.

Nach über fünf Stunden Spielplatz komme ich zu dem gleichen Schluss wie Isa: Man sollte viel mehr rutschen, viel mehr hüpfen, viel mehr irgendwo drauf klettern und irgendwo rumturnen. Egal, wie alt man ist.

Schaukel

Ketteler Hof
Rekener Straße 234
45721 Haltern am See

http://www.kettelerhof.de/

Öffnugnszeiten: 24. März bis zum 28. Oktober 2012 täglich von 9:00 bis 18:00

Einmal durch den Rheinpark

Teil 1 des Köln-Ausflugs “Seilbahn” kann man hier gucken.

Aus der Seilbahngondel raus und rein in den Rheinpark. Man kann gar nicht so viel über den Rheinpark schreiben. Es ist ein schöner Park direkt am Rhein. Deshalb heißt er vermutlich auch Rheinpark.

Es gibt hübsche Springbrunnen, ein bisschen Botanik, einen schönen Spielplatz mit viel Kletterkram und eh man sich’s versieht, ist man an der Hohenzollernbrücke.

Den ganzen Weg hat man den Dom im Blick, Grund 2391, warum rechtsrheinisch auch ganz toll ist, denn von hier hat man den schönsten Blick auf den Dom. So. Wenn das mal kein Argument ist.

Vor allem aber der Rhein. Leute spazieren am Rheinufer entlang, auf dem Rhein fahren Schiffe, über den Rhein rollen die Züge in und aus dem Hauptbahnhof und überhaupt ist hier alles schön.

Park, Rhein, Sonne, Dom. Hach.

Brunnen

Brunnen

Brunnen II

Seilbahn

Botanik

Baum

Blätter

Gleis

Rost und Rhein

Dom

Ufer

Schiffchen

Spitzen

Immer dieser Dom.

Turm

Rheinwasser

Da lang

Klettern

Hohenzollernbrücke

Tourismus

Pferd

Seilbahn

Wenn man in Köln aufwächst und dann wegzieht, hat man irgendwann das Problem, dass von einem erwartet wird, man würde sich in großem Stil auskennen, während man de facto hauptsächlich weiß, was man so mit Kindern unternehmen könnte. Wenn man mich also fragt, was man in Köln so machen sollte, dann muss ich erstmal nachdenken und dann werde ich mit ziemlicher Sicherheit “Seilbahn fahren!” sagen.

Seilbahn fahren ist nämlich ein großer Spaß. Man steigt auf der einen Seite des Rheins ein, gondelt dann gemütlich über den Rhein und steigt dann auf der anderen Seite aus. Dann kann man sich aussuchen, ob man wieder zurück fährt oder ob man einfach auf der anderen Seite was Nettes macht.

Positiv ist nämlich auch noch, dass auf beiden Seiten was Nettes ist. Rechtsrheinisch hätten wir den Rheinpark und linksrheinisch den Zoo, das Aquarium und die Flora. Und bis zum Dom ist es auch nicht weit, egal, wo man ist.

Weil es so heiß ist und noch heißer werden soll an diesem Samstag kaufen wir vorsichtshalber mal Tickets für hin und zurück, denn ob wir den ganzen Weg bis zur Hohenzollernbrücke laufen wollen oder ob das nicht doch zu weit ist, das haben wir noch nicht entschieden.

Zu fünft in eine Gondel geht leider nicht, also wird aufgeteilt und dann geht’s ab. Man wird ziemlich schnell auf die richtige Höhe gezogen und gondelt dann in seiner kleinen Minigondel quer übern Rhein, über die Zoobrücke, kann sich die Badenden und Sonnenden in der Claudius-Therme von oben begucken und den Rheinuferstrand, wo auch einige wenige im Wasser planschen. Auf der Fahrt begegnen einem die anderen Gondeln, mit der Maus und dem Elefanten drauf, und eine, die aussieht wie ein Polizeiauto. Sogar eine Hochzeitsgondel soll es geben, dann kann man in der Luft schwebend überm Rhein heiraten, nur das Brautpaar und der Standesbeamte. Eh man sich’s versieht sind wir dann auch schon drüben. Mir war das irgendwie zu kurz, ich hätte noch mal fahren können, und noch mal, und dann noch mal und länger sowieso.

Der Mann, der uns aus der Gondel lässt meint aber, das wäre so eine entspannte halbe Stunde Fußweg bis zur Hohenzollernbrücke und es sieht auch gar nicht so weit aus, also schenken wir uns die Rückfahrt und wandern gemütlich durch den Rheinpark.

Wir hätten also noch eine Rückfahrt mit der Kölner Seilbahn abzugeben. Ich weiß nur nicht, ob die noch gilt. So oder so sollte man mehr Seilbahn fahren und wer öfter in Köln ist und sich da immer schon gefragt hat, ob man das mal selber machen sollte, das da mit den kleinen Gondeln so überm Rhein… die Antwort ist ein eindeutiges: JA!

Seilbahn

Schild

Gondeln

Telefon

Rauf

Dom

Gondel

Kabel

Zoobrücke

Rheinufer

Ding

Rheinpark

Andere Richtung

Noch ne Gondel

Von weitem

Preview: Köln von unten und von oben

Gestern elf Stunden in der besten Stadt der Welt gewesen. Und weil wir so viel gemacht haben und das alles so toll war und ich über 200 Bilder gemacht habe, reicht das Material für bestimmt eine Woche.

Fazit: Köln ist toll. Und südafrikanische Restaurants sind auch toll. Und Sommer ist toll. Und Sommer in Köln mit südafrikanischem Essen ist sowieso mal obertoll.

Hier also eine kleine Vorschau, auf das, was so in den nächsten Tagen hier mit Bild und Text verwurstet werden wird.

Wir waren einen Tag in Köln…

Seilbahn

…sind Seilbahn gefahren…

Rheinpark

…durch den Rheinpark spaziert…

Liebesschlösser

…über die Hohenzollernbrücke gelaufen…

Im Dom

…haben uns den Dom von innen angeguckt…

Dom oben

…und waren dann bekloppt genug, auch noch bis ganz nach oben zu klettern…

Glitzer

…sind über die Ehrenstraße ins Belgische Viertel gebummelt…

Shaka Zulu

…und haben dort dann im Shaka Zulu unglaublich lecker Südafrikanisch gegessen und uns von den begleitenden Südafrikanern die Authentizität des Essens bestätigen lassen.

Springbokkie

Entdeckung des Jahres: Springbokkie (Minzlikör mit Amarula) mit Namenspaten.

Essen-Bochum und zurück. Aufm Fahrrad.

Der Mann hat Ideen. Auf einmal meint er, wir müssten/sollten/könnten doch mal mit dem Fahrrad nach Bochum fahren. Und zurück.

Der hat sie doch nicht alle.

Aber weil ich nicht so bin, und weil Fahrradfahren ja eigentlich schön ist und die Sonne scheint und in Bochum Gourmetmeile ist und weil es ja auch nicht prinzipiell verkehrt ist, sich mal ein bisschen sportlich zu betätigen, sage ich auch noch “Ja klar, können wir machen.”

Ich hab sie doch nicht alle.

Den Weg hat er sich schon angeguckt, 13,3 km sagt Google Maps, das ist machbar. Immerhin sind wir auch schon mal von Bonn bis nach Opladen gefahren, allerdings war ich damals noch jung und voller Energie und außerdem ging das fast die ganze Zeit am Rhein entlang, es war also vor allem weit, dafür aber nicht anstrengend.

Egal. Wir machen das jetzt. Der Mann holt sein Rad raus und stellt noch mal den Sattel richtig ein, während ich mich zum Leihfahrradständer aufmache, um ein schniekes Leihrad zu holen. Da muss ich erstmal zehn Minuten lang einer Leihfahrradinteressierten erklären, wie das alles so funktioniert und dann kann’s losgehen.

Der Plan sagt, wir fahren über Huttrop und Steele irgendwie nach Bochum rein. Im Prinzip fahren wir die ganze Zeit nur nach Westen, so richtig schief gehen kann da nichts. Außer natürlich die Hügel, vor denen ich mich jetzt schon fürchte.

Das Ruhrgebiet ist nämlich, um mal gleich mit falschen Vorstellungen aufzuräumen, erschreckend hügelig. Das merkt man nicht so sehr, wenn man mit dem Auto unterwegs ist oder zu Fuß, das merkt man vor allem auf dem Fahrrad. Ebene Strecken gibt es kaum, es geht dauernd auf und ab, mal mehr und mal weniger schlimm. Plattes Land gibt es im Nordwesten (Niederrhein), im Nordosten (Münsterland) und grob in Richtung Süden (Köln und so), das Ruhrgebiet hat Hügel. So ist das nämlich.

Und die Sonne scheint. Weil wir doch ein bisschen klug waren, haben wir sogar an Wasser gedacht, nur meine Strickjacke habe ich zu Hause vergessen. Es muss also sonnig bleiben, ganz einfach.

Kurz vor Huttrop fange ich zum ersten Mal an zu fluchen, eher so aus Prinzip, weil’s eben bergauf geht. Das ist aber alles noch machbar. In Huttrop selber werden wir dann fahrradwegtechnisch umgeleitet und folgen dann lieber den Schildern mit den kleinen roten Fahrrädern als unserem ausgedruckten Plan. Unser Vertrauen in die Ruhrverkehrswege ist groß, die werden schon wissen, was sie machen, und schöner ist das bestimmt, hier im Wohngebiet rumzufahren anstatt auf Hauptstraßen permanent von ungeduldigen Autofahren überholt zu werden.

Dann sind wir in Steele, müssen einmal kurz über die fiese große Kreuzung und dann geht’s zum Hellweg.

Der Hellweg, davon bin ich fest überzeugt, heißt so, weil es einer Höllenanstrengung bedarf, da erst mal hoch zu kommen. Zu allem Überfluss verabschiedet sich jetzt auch noch die Gangschaltung des Leihrades, und ich habe jetzt die Wahl, diese Steigung im dritten Gang (von insgesamt drei Gängen) zu fahren oder zu schieben. Um einem Herzkasper in jungen Jahren vorzubeugen, schiebe ich lieber.

Hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir Gegenwind haben? Wir haben Gegenwind. Die ganze Zeit. Aber das nur am Rande.

Wenn man erstmal oben auf dem Hellweg ist, geht’s wieder, und kurze Zeit fahren wir einfach so aus Essen raus und befinden uns für kurze Zeit im Niemandsland zwischen Essen und Bochum. Auf beiden Seiten Felder, und Richtung Norden gibt’s Ruhrgebietspanorama vom Feinsten. Ich habe zwar die Kamera dabei, mache aber auf dem Hinweg keine Bilder. Dann müsste ich nämlich alle fünf Minuten anhalten und wir würden nie ankommen. Aber schön ist es schon.

Weil wir helmlos unterwegs bin, fahre ich sicherheitshalber so nah am Feldrand, dass, sollte ich umfallen, ich zumindest mit dem Kopf in den Brennesseln und nicht auf dem Asphalt lande. Ich bin halt total klug, was Unfallprophylaxe angeht.

Auf einmal sind wir in Bochum. Also in Wattenscheid. Also in Wattenscheid-Höntrop. Bochum-Wattenscheid-Höntrop. Man gönnt sich ja sonst nichts. Von hier aus geht es eigentlich nur noch geradeaus, auf langen Hauptstraßen, gelegentlich mal bergauf, meistens aber leicht bergab. Dank Gegenwind muss man aber auch bergab treten. “Zurück fahr ich aber nicht”, schreie ich dem Mann zu. Das stößt auf Unverständnis. Wir werden das wohl noch mal besprechen müssen.

Wir passieren das Thyssen-Krupp-Werk, also eins davon, die zahllosen Buden und Imbisse, dann irgendwann die Jahrhunderthalle und dann sind wir schon da. Die letzten Meter schleppe ich mich zähneknirschend bis zum Rathaus hoch und fühle mich dabei wie achtzig. Am Rathaus ist direkt eine Leihradstation, da wird das Rad abgestellt und wir machen uns auf, Hunger und Durst zu stillen.

—-

Natürlich fahren wir auch zurück. Unter der Auflage, dass ich auf dem Rückweg alle paar Minuten anhalten und Bilder machen darf, erkläre ich mich bereit, den Scheiß noch mal mitzumachen. Es kommt aber dann ganz anders. Direkt an der Jahrhunderthalle nämlich ist der Fahrradweg nach Essen (14 km) ausgeschildert, der Pfeil zeigt aber ganz woanders lang, als dahin, wo wir hergekommen sind.

Ist uns egal, wenn da Essen steht, wird’s da wohl nach Essen gehen, also fahren wir immer noch voller Vertrauen in die Ruhrgebietsradwegbeschilderung tendenziell eher gen Norden. Da ist Essen ja eigentlich gar nicht, aber die werden sich schon was dabei gedacht haben.

Tatsächlich steht schon an der nächsten Radwegkreuzung nichts mehr von Essen. Jetzt kann man nur noch zur Zeche Zollverein fahren, was zwar technisch auch Essen ist, faktisch aber so ziemlich genau auf der anderen Seite von Essen als wo wir hinwollen.

Egal. Wir fahren hier lang. Wie sich rausstellt, fahren wir jetzt auf dem Erzbahnradweg und es ist schön. So schön. Und überhaupt nicht hügelig. Man fährt immer mal wieder über hübsche Brücken, und ansonsten eigentlich nur durch die Natur. Es ist geradezu grotesk schön und grün hier, und wenn man nicht gelegentlich mal ein bisschen Straßenlärm hören oder einen Zechenturm zwischen den Bäumen hervorgucken sähe, man würde nicht glauben, dass man sich immer noch mitten im Ruhrgebiet befindet.

Kurz vor Herne haben wir mal kurz Angst, eine Abfahrt verpasst zu haben, aber dann geht’s doch noch links nach Essen weiter. Da hat auch jemand ganz geschickt eine Bude aufgebaut, um die ganzen Radfahrer und Spaziergänger zu versorgen. Überhaupt: Andere Fahrradfahrer. Davon gibt’s hier und heute viel zu viele. Was wollen die alle hier? Es gibt ja auch nichts Schlimmeres als andere Fahrradfahrer, denn die sind entweder zu langsam oder zu schnell oder belegen zu zweit gleich mal zwei Drittel des Radweges. Ich provoziere durch euphorisches Abbremsen zwecks Fotografiererei fast ein paar Auffahrunfälle, und laufe einmal einem Sportradfahrer fast vors Rad, aber alles geht gut.

Mal wieder wird offensichtlich, dass man im Ruhrgebiet schnell die Orientierung verlieren kann und dann erstmal rausfinden muss, in welcher Stadt man ist. Die Antwort findet sich am einfachsten auf den Autokennschildern. Deswegen weiß ich auch, dass wir irgendwo zwischen Bochum und Essen auch durch Gelsenkirchen fahren.

Ansonsten gibt es Brombeersträucher ohne Ende und mindestens einmal kommen wir auch an Springkraut vorbei und ich muss mich sehr zusammenreißen, nicht zu bremsen und erstmal eine halbe Stunde, Springkrautsamenkapseln aufzudrücken. Aber wenn ich jetzt noch damit anfange, dann kommen wir überhaupt nicht mehr nach Hause. 

Am Mechtenberg legen wir eine Biergartenpause ein, recherchieren, wo wir so lang müssen, und teilen uns eine Currywurst mit Pommes. Kurze Zeit später verlassen wir dann den offiziellen Radweg, denn bis Zeche Zollverein wollen wir nicht fahren. Statt dessen fahren wir wieder auf regulären, für Autos gedachte und ausreichend hügeligen Straßen durch Schonnebeck und Frillendorf bis ins Zentrum und von da aus nach Hause.

Der Rückweg war länger, hat länger gedauert, war aber auch schöner. Und ich habe Bilder gemacht.

Fazit der Tour: Fahrradtouren durchs Ruhrgebiet kann man gut machen. Die eigens dafür gedachten Radwege sind auch durchaus zu empfehlen. In der Stadt selber muss man aber manchmal lachen, so goldig sind die Versuche, Essen oder auch Bochum in irgendeiner Art radfahrtauglich zu machen.

Oder, um es anders zu sagen: Als nächstes kaufen wir Fahrradhelme.

(Wir haben übrigens auch auf der Rückfahrt Gegenwind. Wollte ich nur erwähnt haben.)

DSC_1358

Das Lügenschild

Haus

Wasserturm?

Bäumchen

Erzbahnschwinge

Hübsche Brücke Nummer 1

Schrebergarten

Schrebergartenidyll

Brücke

Hübsche Brücke Nummer 2

Birken

Schienen

Leihrad

Leihrad, diesmal mit einwandfrei funktionierender Gangschaltung

Aussicht

Haldending

Windradding am Fuße der Halde Rheinelbe. Da sind wir aber nicht noch raufgefahren. Beim nächsten Mal eben.

Halde

Flausch

Halde

Haus

Mehr Flausch

Schranke

CPM

Lekker Bierchen

Feld

Pferdchen

Zur Erinnerung: Wir befinden uns immer noch mitten im Ruhrgebiet.

Hof