Category: Damals(TM)

Früher war manches besser. Und vieles schwieriger. Aber vielleicht auch ein bisschen besser.

tl;dr Heute kann man alles sofort immer haben, und das ist toll. Ganz ernst gemeint, ich finde das toll. Aber mittlerweile vermisse ich immer häufiger die Mühe, die nötig war, um an weniger mainstreamige Musik, Bücher oder Filme zu kommen, weil ich merke, dass ich den Dingen, die ich heute neu entdecke, viel weniger Aufmerksamkeit zukommen lasse als noch vor zehn Jahren. (Das hat sicher auch was damit zu tun, dass ich damals jünger war und weniger Geld hatte, aber ich glaube, viel davon ist eben auch die ständige Verfügbarkeit fast sämtlicher Kulturangebote im Internet.) Der Text ist unter anderem so lang, weil ich dauernd in Erinnerungen schwelge und Anekdötchen erzähle.

Ich habe ein Spotify-Abo. Und eins bei Audible. Außerdem eins bei Lovefilm und eins bei Watchever, weil ich mich nicht entscheiden kann, was ich jetzt besser finde. Ich besitze außerdem ein Kindle und habe eine lange Bestellhistorie bei Amazon. Ich bin Mitglied, wenn man das denn so nennen kann, bei einem internationalen Online-Buchclub mit Fokus auf Scheince-Fiction- und Fantasyliteratur. Ich besitze ein iPhone, mit dem man mich im Prinzip jederzeit erreichen kann.

Vor 15 Jahren war ich gerade 18, volljährig (übrigens knapp eine Woche nach der Bundestagswahl), kurz vorm Abitur und das alles gab es damals nicht.

Als ich 18 war hatte ich eine kleine CD-Sammlung, die irgendwann immerhin nicht mehr in den 72 CDs fassenden drehbaren CD-Turm passten, der neben der alten Stereoanlage meiner Eltern auf meinem Ivar-Regal stand. Ich hatte eine Kommode und eine Kleiderschrankschublade voll mit Videoskassetten die ich größtenteils selbst aufgenommen (oder aufnehmen lassen) hatte, alle nummeriert und mit Aufklebern versehen, darauf der Name des Films und der Regisseur. Ich hatte ein Bücherregal mit normal vielen Büchern, manche davon auf Englisch, die meisten auf Deutsch.

Wenn ich CDs kaufen ging, dann meistens im Saturn in Köln, entweder in der Hauptfiliale am Hansaring oder oben im Kaufhof auf der Schildergasse. Irgendwann führten die da Abhörstationen zur Selbstbedienung ein. Man nahm also die CDs, die einen interessierten, dackelte damit zu den CD-Spielern, stand eine Weile an und konnte dann einen kleinen Stapel CDs durchhören. Das war Fortschritt! Man musste mit niemandem reden! Niemand, der einem die CDs aufmachen und einlegen musste. Man konnte das alles ganz alleine machen!

CDs kosteten meistens sowas um die 30 Mark, es sei denn, man erwischte ein paar Sonderangebote. Bei meinem eher großzügigen Taschengeld konnte ich mir da auch schon mal jede Woche eine kaufen. Ich kaufte CDs von Musikern, deren Stücke im Radio liefen, auf WDR 2 oder in den SWF3 Elch-Charts. Manchmal zog ich auch mit den Musiktipps aus der CINEMA zum Saturn und hörte dann Sachen, auf die ich sonst nie im Leben gekommen wäre. Die hatte ich vorher auf einem Zettel notiert und wenn man Glück hatte, dann war sogar ein bisschen was von der Liste im Sortiment vorhanden. Ich glaube, auf diesem Weg ist auch eine CD von “Hootie & the Blowfish” in meinen Besitz gekommen. Ich wüsste auch nicht, wie das sonst hätte passieren können.

Außerdem war ich Coverkäufer. Ich weiß von mindestens drei CDs, die ich nur nach Cover gekauft habe, und ein bisschen nach den Titeln der Songs hintendrauf. Zwei davon waren super, eine war scheiße. Es waren aber bestimmt mehr als drei und in der Gesamtquote bin ich ziemlich gut dabei weggekommen. Eine von den Coverkäufen war Katell Keinegs “Jet” [Werbelink], nach wie vor eines der besten Alben, die ich kenne. Irgendwie bekam ich raus, dass das das zweite Album von Katell Keineg war und es ein erstes Album gab, das man aber in Deutschland nicht bekommen konnte. Also ging ich zu einem kleinen Plattenladen auf der Ehrenstraße und ließ mir dieses Album importieren.

Importieren! Ich weiß nicht mehr genau, was man alles dafür tun musste, aber ich weiß, dass mich der ganze Spaß 45 Mark und eine ungewisse Lieferzeit kostete. Innerhalb dieser ungewissen Lieferzeit machte ich mein Abitur und bekam die Gelegenheit, für ein paar Wochen nach New York (gelogen, eigentlich Hoboken, New Jersey) zu gehen, wo ich dieses Album dann einfach noch mal kaufte, weil es ja ging.

Wenn man ein Lied im Radio gut fand, dann musste man hoffen, dass die Radiosprecher einem sagten, wie das hieß oder von wem das war, oder man war auf die Hilfe anderer Medien oder Menschen angewiesen. Sowas wie Google, wo man einfach ein paar Zeilen eintippen konnte, gab es ja noch nicht in ausreichend funktionierendem Zustand oder man wusste nichts davon. Dass ich trotzdem rausfand, dass “Rotterdam (Or Anywhere)” von The Beautiful South war und mir dann das Album kaufen konnte, muss irgendwie so eine Art Wunder gewesen sein.

Dazu kann ich auch eine Geschichte erzählen. Irgendwann Ende der Neunziger gab es nämlich ein Lied, das regelmäßig im Radio gespielt wurde, und das ich ganz toll fand. Leider gehörte es zu der Sorte Songs, die auf den Sorten Radiosender gespielt wurden, wo einem nie jemand verriet, wie der Song hieß, geschweige denn, von wem er gesungen würde. Also musste ich recherchieren, hörte mir endlos viele Platten bei Saturn an, in der irren Hoffnung, irgendwie durch Zufall mal drauf zu stoßen. Es war die Zeit von Alanis Morissette und Heather Nova, von Amanda Marshall und Meredith Brooks und irgendwie so jemand musste das sein, aber es war vergebens. Ich war kurz davor bei einem Radiosender anzurufen(!) und das Lied vorzusingen, auf dass man mir bitte verraten würde, wer das sei, aber so weit kam es dann aufgrund meiner bis heute latent vorhandenen Telefonschwäche nie.

Jahre gingen ins Land und ich meine damit wirklich Jahre. Möglicherweise ein ganzes Jahrzehnt. Und dann kaufte ich aus einem völlig anderen Grund eine CD von Sophie Zelmani und weil diese CD so super war, hörte ich mir auch andere Sachen von Sophie Zelmani an, teilweise im Internet, denn das gab es ja mittlerweile in ausreichend funktionierendem Zustand. Und dann hörte ich auf einmal das Lied, was ich zuletzt vor Jahren gehört und verzweifelt gesucht hatte. Da war es! Unglaublich! Dabei weiß ich gar nicht, was unglaublicher war; dass ich es so zufällig und unerwartet fand oder dass ich sofort “Oh mein Gott, das ist ja der Song, den ich damals so ewig gesucht habe!” dachte.

(Es handelt sich übrigens um “You and Him” von Sophie Zelmani. Hören kann man das hier.)

Wenn man ein Lied hören wollte, musste man es entweder physisch besitzen oder eben warten, bis es im Radio kam. MP3 gab es nicht, theoretisch bestimmt irgendwo, aber nicht praktisch. Am 88. Geburtstag meines Opas hatten wir gerade ein paar Wochen Internet zu Hause und mein Großcousin zeigte mir, wie ich MP3s runterladen konnte. Das war 1999 und für einen normal langen, mäßig codierten Track brauchte man da mit einer guten Verbindung schon gute 15 Minuten. Wenn man Glück hatte. Trotzdem: REVOLUTION!

Für meinen ersten Videorekorder gab ich 600 Mark aus. Ich ging mit meinem Vater zum Elektrohandel, sagte, ich würde gerne einen Videorekorder kaufen, mit Longplay und Zweikanal, also Sechskopf, und dafür 600 Mark ausgeben und genau das tat ich dann auch. In der Fernsehzeitung machte ich Eselsohren an alle guten Filmen und nahm auf, was das Zeug hielt. Das meiste davon habe ich sogar geguckt.

Am allerschönsten waren Filme, die im Zweikanalton ausgestrahlt wurden. Das gab es nur sehr selten. Ich hatte vielleicht eine Handvoll und war fasziniert von der Option, Filme im Original gucken zu können. IM ORIGINAL! AUF ENGLISCH! Ansonsten konnte man Filme ja nur im Kino auf Englisch gucken und auch nur in wenigen Kinos oder zu doofen Zeiten oder Filme, die man nicht sehen wollte. Mit vierzehn war ich mit meiner Brieffreundin Kathrin in Köln in einem Kino am Ring (nein, es war nicht das Metropolis) und wir guckten I.Q. im Originalton. Wir waren in diesem Kinosaal zu dritt. Also insgesamt. Kathrin und ich und noch jemand, der alleine kam. Das ist allerdings gar nichts, in “Martha – Meet Frank, Daniel and Laurence”, diesmal wirklich im Metropolis am Ebertplatz, war ich alleine im Saal. Das war allerdings auch an einem Sommernachmittag, an dem der Rest der Welt im Freibad war. Außer mir. Ich war im Kino und guckte einen Film auf Englisch. Eventuell mit Untertitel. Möglicherweise auch ohne. Darauf hatte man ja keinen Einfluss und war auf die Gnade des Kinos angewiesen.

Dann kam die DVD und man konnte auf einmal ALLES im Originalton gucken. Na ja, fast alles. REVOLUTION! Alle meine Träume wurden wahr, oder jedenfalls einer der vielen.

Mit Büchern war es ähnlich. Man war vollkommen auf die sehr überschaubare Auswahl an englischen Büchern in der örtlichen Buchhandlung angewiesen. Bei Gonski in Köln war die zwar größer, aber letztlich auch überschaubar. Vermutlich hätte man sich auch hier Bücher in der Originalsprache bestellen können, aber darauf kam ich Anfang der Zweitausender Jahre irgendwie nicht. Was man da alles hätte wissen müssen! Und wer weiß, was das dann kostet! (Wahrscheinlich gar nicht so viel, trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen.)

Die Welt vor fünfzehn Jahren war für den medien- und kulturaffinen Menschen mit sehr viel Anstrengung verbunden. Was man da alles machen musste, um irgendetwas herauszufinden. Wie oft ich beim Scala-Kino in Opladen anrief, um mir von einer netten Frau mit mäßigen Englischkenntnissen die aktuellen Filme und Spielzeiten ansagen zu lassen. Zu welch seltsamen Zeiten ich ins Kino ging, weil nur da der Film lief, den ich sehen wollte. (Es gibt noch die Geschichte, wie ich mit zwei anderen Menschen an der Kasse vom Broadway stand und man uns mitteilte, dass der Kölner Stadtanzeiger da einen Fehler gemacht hätte und gar nicht “Jules und Jim” lief, sondern etwas anderes. Da aber alle drei anwesenden Menschen auf Basis der gleichen falschen Informationen im Stadtanzeiger gekommen waren, und niemand für den anderen Film, war das dann auch nicht so schlimm und es wurde dann einfach doch “Jules und Jim” gezeigt. Ob im Original, weiß ich aber nicht mehr, würde es aber nicht ausschließen.)

Heute bin ich oft innerlich zerrissen. Nicht nur, dass ich es selber sehr schätze, jederzeit selbst auf meinem iPhone ein Riesensortiment von Filmen einfach so abrufen und im Original gucken kann. Nicht nur, dass ich über Spotify eine gigantische Musikbibliothek habe, und Alben nicht nur antesten, sondern einfach ganz hören kann, für lächerliche 10 Euro im Monat. Ich kann über Amazon (und diverse andere Onlinehändler) quasi jedes Buch auf Englisch bestellen, wenn ich will, sogar direkt auf mein Kindle, ganz ohne Wartezeit mit einem Mausklick. Überhaupt: Alles immer und meistens sofort!

Und vor allem: Ich weiß, dass das andere Menschen auch können. Menschen, die nicht wie ich in der Nähe einer Großstadt leben, die also noch nicht mal das Programmkino haben, das gelegentlich mal Filme im Original zeigt. Menschen, die nicht einen der größten Musikläden der Welt (oder jedenfalls Deutschlands) in erreichbarer Nähe haben oder einen Buchladen mit mehr als zwei Etagen.

Ich finde das großartig, dass wir nicht mehr an irgendwelche geographischen oder infrastrukturellen Limitationen gebunden sind, die es uns erschweren, das hören, lesen oder sehen zu können, was uns interessiert. Und weil ich selber so viel Zeit investiert habe, um Dinge hören, lesen oder sehen zu können, die nicht zwingend zum Mainstream gehörten, weiß ich, was das eigentlich für eine Wahnsinnssache ist.

Auf der anderen Seite verspüre ich seit einiger Zeit ein seltsames Verlangen nach CD-Booklets. Die Dinger mit den Songtexten, die ich studierte und auswendig lernte, während ich eine CD komplett vom ersten bis zum letzten Track hörte. Die Sachen, die ich heute höre, selbst, wenn ich sie oft höre, kenne ich alle nicht auswendig, es sei denn, ich mache mir die Mühe, sie am Klavier oder mit der Ukulele zu covern. Ich vermisse die Akribie, mit der ich Liner Notes studierte und dieses Gefühl, dass das Booklet irgendwie zu der Musik dazugehörte.

Noch vor zehn Jahren guckte ich Filme und ganze Serienstaffeln drei bis zehn Mal, weil man sich gar nicht so viele DVDs leisten konnte und deswegen auf das zurückgreifen musste, was eh im Schrank stand. Wenn ich ganz verrückt drauf war, schaltete ich zu Ally McBeal auf Englisch den finnischen Untertitel ein, einfach, weil es so bekloppt war, DASS ES GING!

Heute höre ich ein Lied im Radio und schalte Shazam ein. Shazam sagt mir dann, wer das ist, und wie der Song heißt und auf welchem Album der ist und liefert mir den Link zu YouTube gleich mit. Das ist toll! Das ist unglaublich! Das ist eine ganz wundervolle Erfindung, die ich mir vor fünfzehn Jahren sehr dringend gewünscht hätte. Aber etwas fehlt doch. Die Arbeit ist weg, die Mühe, mit der man sich Dinge erarbeiten musste, die Schnitzeljagd und die Detektivarbeit und natürlich vor allem der Erfolgsmoment, wenn man auf einmal die richtige CD in der Hand hatte.

Früher war nicht alles besser. Vieles war sehr viel schwieriger. Es ist weder das Abendland, das untergeht, noch werde ich zum Kulturpessimisten. Gesamtgesellschaftlich glaube ich, dass das alles sehr gut ist. Aber persönlich merke ich immer wieder, dass ich mir das Schwierige ein bisschen zurückwünsche. Eben, weil ich deswegen das, was ich hatte, mehr schätzen konnte. Weil es schwieriger war.

Die kleinen Herausforderungen des Alltags. Satisfaction not guaranteed, but very, very likely.

Daily Music: Johnny Come Lately von Cerys Matthews/Catatonia

Eine meiner möglicherweise coolsten Aktionen war, dass ich auf einem Catatonia-Konzert war. Das ist aus mehreren Gründen cool, nämlich erstens, weil es zeigt, dass ich schon mit 18 einen exzellenten Musikgeschmack hatte, zweitens, weil ich es irgendwie geschafft habe, auf ein Konzert zu gehen, bevor sich die Band auflöste und drittens, weil das Konzert im Kölner Luxor war, das ganz vielleicht damals schon Prime Club hieß, vielleicht aber auch nicht, das weiß ich nicht mehr genau, und dass ich es deswegen irgendwie geschafft habe, nach ganz vorne zu kommen, nicht zuletzt, weil die Konzertbegleitung mich sehr souverän und bestimmt einfach mit nach vorne durchschleuste.

Jedenfalls gibt es Catatonia nicht mehr, aber man kann ja trotzdem die Musik noch hören, die bleibt nämlich super, wie zum Beispiel “Johnny Come Lately”, das Cerys Matthews hier auf einem Live-Konzert spielt. (Cerys Matthews ist übrigens wirklich unglaublich klein, das sieht man auch sehr gut, wenn man bei einem Konzert auf einmal in der ersten Reihe steht.)

Wie meine Großeltern mal ein gefälschtes Bayer-Weihnachtspaket bekamen

Mein Opa war bei Bayer, so wie sich das gehörte. Was er da gemacht hat, weiß ich gar nicht so genau, irgendwas mit Buchhaltung, wo er ganz sauber und ordentlich in kleiner Schrift viele Zahlen in langen Reihen untereinander schreiben konnte. Damals war es ja auch noch so, dass man, wenn man einer Firma war, auch treu da blieb. In Leverkusen und Köln gibt es ganze Siedlungen, wo nur Bayermitarbeiter in hübschen Bayerhäuschen wohnten, die dann mit ihrem roten Bayerrad morgens ins Bayerwerk fuhren. Da, wo meine Großeltern wohnten, gab es auch lauter ehemalige Bayermitarbeiter. Auch ansonsten war man seiner Firma treu, deswegen reden wir auch an Opas Grab nie schlecht über Bayer, und fallende Bayeraktien sind sowieso ein Tabuthema. Wenn jemand in Köln-Mülheim auf dem Friedhof eine abfällige Bemerkungen über Bayer machen sollte und irgendwo ein Erdhaufen bebt, dann ist das mein Opa, der sich gerade im Grabe umdreht.

Das allerallerbeste im Leben eines Bayerpensionärs war aber das Bayer-Weihnachtspaket. Das kam einmal im Jahr, kurz vor Weihnachten und war prallgefüllt mit ein paar tollen Sachen, ein paar nützlichen Sachen, und ein paar Sachen, die man nicht mochte und seinen Kindern mitgeben konnte. Jedes Jahr war mehr oder weniger das gleiche drin, Kaffee, Tee, Dauerwurst, Bonbons, Schokolade, Lebkuchen und was man sonst noch so verschicken kann. Außerdem gab es eine Liste, auf der der Inhalt verzeichnet war und die man abhaken konnte, um zu prüfen, dass man auch wirklich alles gekriegt hatte.

Dann trug man die Kiste ins Nebenzimmer und wenn dann zu Weihnachten die Familie da war, wurde die Kiste noch mal sehr ausführlich begutachtet und das, was man sowieso nicht brauchte (Tee, wer braucht schon Tee?) an die jeweiligen Interessenten verteilt. Das Bayer-Weihnachtspaket, ich scherze hier nicht, war das Highlight des Weihnachtsfestes, wenn nicht des ganzen Jahres. Welch besseren Beweis konnte man denn haben, dass sich die Firma immer noch um einen sorgte, als so ein prallgefülltes, ordentlich verpacktes, mit einer Liste versehenes Paket? Keinen, eben.

Und irgendwann ging es Bayer dann nicht mehr so gut und dann gab es keine Weihnachtspakete mehr. Dürre Jahre. Hungerjahre. Im Stich gelassen von der Firma, Weihnachten quasi kaputt. Ein Drama.

Das ging ein paar Jahre so, bis meine Eltern und meine Tante* auf eine Idee kamen. Da sie der Bayer-Weihnachtspaketzeremonie jahrelang beigewohnt hatten und den Inhalt so mehr oder weniger auswendig kannten, würden sie einfach selber ein Bayer-Weihnachtspaket bauen und verschicken. In mühevoller Arbeit wurden die einzelnen Komponenten zusammengesucht und in einen Karton gepackt. Von einem Freund lieh man sich ein Schreiben mit einem Bayer-Briefkopf und bastelte sich so ein 1A-Bayer-Anschreiben. Die Sachbearbeiterin hieß passenderweise “Frau Gönner” und im Kleingedruckten stand zur Abwechslung nicht die Liste des Vorstands, sondern ein Weihnachtsgruß, aber das war ja im Kleingedruckten und wer liest schon das Kleingedruckte?

Das Paket wurde verschickt und dann abgewartet. Die Überraschung und die Freude war erwartet groß. Endlich wieder ein Bayer-Weihnachtspaket! Und zwar – so hieß es auch im Anschreiben – nur für “besonders verdiente Mitarbeiter”! Was niemand ahnen konnte war, dass sich Opa selbstverständlich mit stolzgeschwellter Brust in der Nachbarschaft erkundigte, wer denn noch als besonders verdienter Mitarbeiter ein Weihnachtspaket erhalten hätte. Keiner nämlich! Alles keine besonders verdienten Mitarbeiter, nur er! Da kann man mal sehen! (Hatte er übrigens schon immer geahnt.)

Außerdem hatte er natürlich bemerkt, dass der Inhalt leicht vom üblichen Inhalt abwich und vor allem nicht so ordentlich verpackt war wie er es sonst von Bayer gewöhnt war. Das, so schlussfolgerte er knallhart, läge aber daran, dass das jetzt “irgendwelche Mädchen” bei Bayer machen würden, und die wären bekanntlich ja nicht so ordentlich und sorgsam.

Eigentlich sollte das Geheimnis um das Weihnachtspaket am Weihnachtsabend aufgelöst werden, aber dann traute sich auf einmal niemand mehr, Opa reinen Wein einzuschenken und wir mussten alle nur sehr doll aufpassen, nicht hemmungslos loszukichern. Statt dessen nahmen meine Eltern dann halt wieder den Tee mit, den sie selbst mit in das Paket gepackt hatten. Glaubwürdigkeit muss eben sein.

Im nächsten Jahr gab es dann wieder kein Weihnachtspaket mehr. Und Oma weiß bis heute nichts und das muss auch so bleiben.

 

*Meine Tante hat schon angemeldet, dass sie gerne mal in diesem Blog erwähnt werden möchte. Hiermit erledigt. Huhu, Judith!

Wie ich einmal daran scheiterte, eine Bravo Girl ins Haus zu bekommen

Bis ich 13 war, lebten wir ja bei meinen Großeltern im Haus. Unten die Großeltern, oben wir, aber es gab nur eine Klingel und nur einen Postkasten, wenn man zu meinen Großeltern wollte, musste man einmal klingeln, wenn man zu uns wollte, musste man zweimal klingeln, das stand auch dran auf einem kleinen Zettel, der mit Tesa neben der Klingel klebte.

Ich kam also eines Tages mit einer im Zeitschriftenladen Slatinschek brandneu käuflich erworbenen Bravo Girl nach Hause, als mir siedend heiß einfiel, dass meine Eltern nicht da waren und mich dementsprechend meine Großeltern reinlassen mussten. Einen Schlüssel habe ich nie besessen, es war vermutlich auch gar nicht nötig, es war ja immer jemand zu Hause.

Jetzt war es noch nicht mal so, dass es mit meinen Großeltern im Allgemeinen oder mit meiner Oma im Besonderen jemals Diskussionen darüber gegeben hätte, wie sie zur Bravo standen. Meinen Eltern, das wusste ich, war es egal, oder sie waren zumindest klug genug, zu wissen, dass Verbote eher albern gewesen wären. Bei meiner Oma sah das anders aus, das wusste ich instinktiv, ohne, dass wir jemals konkret darüber gesprochen hätten. Weder eine Bravo noch eine Bravo Girl würde den “Oma Approved”-Stempel bekommen, und selbst, wenn sie wohl nicht die Macht gehabt hätte, es mir zu verbieten, so wusste ich ja: Traurige, enttäuschte Omablicke ob meines sittlichen und intellektuellen Verfalls sind viel schlimmer als jedes Verbot.

Also entsann ich einen Plan. Ich würde einfach die Bravo Girl in diesen Zeitungskasten unter dem Briefkasten legen, zusammengerollt und schön weit hinten und dann später schnell nach draußen schleichen und sie holen. Da es schon Nachmittag war, war auch die Gefahr, dass jemand in den Zeitungskasten gucken würde, gering. Die Zeitung kam ja immer morgens.

Ich rollte also die ungelesene Bravo Girl mit dem Rubbeltattoo-Gimmick zusammen, schob sie tief, tief in den Zeitungskasten und klingelte. Oma öffnete und ich konnte rein und nach oben in unsere Wohnung.

Ich wartete geduldig ein bisschen ab, bis die Luft frei war und dann schlich ich mich nach unten, öffnete behutsam und leise die Tür und griff in den Zeitungskasten. Nichts. Die Bravo Girl war weg. In den wenigen Minuten, diesen vollkommen ungefährlichen Nachmittagsminuten, in denen es wirklich keinerlei Veranlassung gab, in unseren Zeitungskasten zu gucken, war es dennoch passiert. Nachfragen konnte ich natürlich nicht, da wäre ja alles aufgeflogen, also konnte ich mich nur ein bisschen verstohlen umgucken, in der Hoffnung, irgendwo meine Bravo Girl zu finden, und musste dann unverrichteter Dinge und ohne wertvolle Tipps zu Mode, Makeup und Stars wieder abziehen.

Tatsächlich fand sich ein winziger Teil meiner Bravo Girl wieder. Das Rubbeltattoo-Gimmick lag auf einmal auf der Küchenfensterbank bei Oma und von meiner Mutter erfuhr ich, dass es tatsächlich Oma selbst war, die, anscheinend vom sechsten Sinn für mangelhafte Jugendlektüre getrieben, die Bravo Girl im Zeitungskasten gefunden und zeitnah entsorgt hatte.

“So ein Schund”, hatte sie gesagt. “Was die Jugendlichen da lesen. Das hat uns einfach jemand in den Briefkasten gelegt.” Aber das Rubbeltattoo, das hatte sie behalten, das könnte man ja noch mal einem Enkel schenken.

Daily Music: Was heute vor zehn Jahren so im Domradio lief

Letztens suchte ich etwas im Keller. Und wo ich schon mal im Keller war, suchte ich auch gleich noch die CD mit der Aufnahme von mir im Radio raus.

Das war nämlich so: Ich war mal im Radio und zwar in einem sehr, sehr langen Feature über Singer-Songwriterinnen, wo ich richtig viel erzählen und Sachen live spielen durfte. Allerdings war das auch nicht im WDR oder so, sondern im domradio, das man damals, in Zeiten, als Livestreaming im Internet noch nicht verbreitet war, nur über Satellit oder ähnlichen Unsinn hören konnte, also im Prinzip gar nicht. Dafür kannte ich den Moderator, weil ich nämlich ein paar Mal im Domforum aufgetreten war und weil die Leute das auch irgendwie gut fanden, was ich da so machte, durfte ich ins Radio. Das war sehr aufregend und ich habe vermutlich wieder sehr viel wirres Zeug erzählt, aber ich habe auch Gitarre gespielt und gesungen und das war dann ein bisschen weniger wirr.

Dass das am 7. August 2003, also wirklich vor genau zehn Jahren war, wusste ich übrigens nicht, das stand aber auf der CD drauf, deswegen glaub ich das einfach mal. Ist also totaler Zufall, aber natürlich ein Supergrund, einen meiner liebsten Songs aus der Aufnahme rauszuschneiden, amateurmäßig mit Audacity etwas zu pimpen und dann hier auf den Blog zu packen. Die Gitarre ist leider zu leise, dafür hört man aber auch nicht so gut, wo ich mich verspiele. Man muss das positiv sehen.

Und nun, without further ado: Was vor zehn Jahren so im Domradio lief. Ich nämlich zum Beispiel:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

oder hier zum Download

(Und wenn jetzt über die schlechte Tonqualität gemeckert wird: Ich hab das hier mit Mühe versucht, habe aber völlig zu Recht nie eine Karriere als Audioingenieur angestrebt. Ansonsten komm ich einfach demnächst mit einer Aufnahme vom iPhone, Klavier und Gesang mit fiesem Rauschen, schlimmer geht’s nämlich immer.)

Das Leben ist kein Ponyhof. Eine Blogparade.

Hurra! Endlich kann ich auch mal eine Blogparade präsentieren. Dass es dabei ausgerechnet um Pferde geht, ist zwar etwas eigentümlich, aber manchmal kommen die Dinge eben so, wie sie kommen, das wusste schon John Lennon.

Wer mitmachen will schreibt über sein Ponyhoftrauma und schickt mir einen Link (per Twitter oder in den Kommentaren geht natürlich auch). Wir nehmen aber auch Erfolgsstorys, da sind wir nicht so.

Meine Geschichte steht hier.

Silent Tiffy/Alexandra Tobor: Mein Leben als Pferdemädchen – Eine Verfallsgeschichte

Ellebil: Sattel fest, den Fuß im Bügel – ellebil erzählt euch was vom Pferd

Anne Kuhlmeyer: Ich bin kein Pferdemädchen

Duduismus: Wenn Wünsche Pferde wären, könnten Träumer reiten.

Kaltmamsell: Als Pferdemädchen gescheitert

Herr Punkt Markus: .pünktchen und wendy (Aus dem Archiv gekramt, aber sehr passend.)

Gesakram: Mein Leben ohne Ponyhof

Sandra Schöner: Von Stacheldraht und Dornenvögeln

Johannes Mirus: Mein Pferdemädchenwerdegang

Charming Quark: Pferdemädchen

Nathalies Regungen: Mein Pferdetrauma

Editorial Notes: Meine Pferdemännchenkarriere (kind of)

Pausenprinzessin: Am Anfang war die Susi und dann nur noch Aua

Christian Fischer vom jawl: Pferdemädchen

Die liebe Nessy: Pferdemädchen

Weniger ein Erfahrungsbericht als eine Liebeserklärung an Pferde kommt von der Freidenkerin

Hedis Welt: Wie das Pferdemädchen an mir vorbeiging

wirres.net: ix bin ein pferdemädchen

Antje Schrupp: Antje wollte in den Wilden Westen

Literarische Erinnerungen gibt es von Violine: Ich als Pferdemädchen

Katinka Feinerbs: Ich war auch ein Pferdemädchen

Opalkatze: Pferdegedöns

Suedelbien: Reiten – Ein Stück Lebensgeschichte

Frau Novemberregen schreibt eine Pferdemädchengeschichte, die gar keine ist. Oder keine Pferdemädchengeschichte, die doch eine ist. Es ist kompliziert.

Kölner Leselust: Reiten lernen oder lieber Pferdebücher?

Daniela Warndorf: Der Ponyhof

Püntanell: Pferdemädchen

Endemittezwanzig: “Warst du ein Pferdemädchen?”

Croco: Übersprungen

Bei Kalesco gibt es Ausschnitte aus dem Pferdemädchentagebuch. Sag ich mal so.

Das Leben ist mein Ponyhof: Wie ich auf den Ponyhof kam, Pferdemädchen wurde und im Blog parierte

Dachterrassenzeit: Ein toter Hengst, ein Hufabdruck, ein Date und definitiv kein Pferdemädchen

Lost Moon: Ich bin kein Pferdemädchen

Wolfsmedchen: Pferdemedchen – Wunsch oder Wahn

Loehrzeichen: In Sanftmut begraben

So, jetzt ihr!

Wie ich (zweimal) versuchte, ein Pferdemädchen zu werden und (zweimal) scheiterte.

Die wunderbare Silent Tiffy und ich drohten uns gegenseitig damit, Ernst zu machen und über unser Ponyhof- bzw. Pferdemädchentrauma zu schreiben. Frau Schöner meldete auch Interesse an. Also kann man eigentlich auch gleich eine Blogparade draus machen und dazu aufrufen, die eigenen Erfahrungen auf Ponyhöfen und in Reitschulen aufzuschreiben, ob gut oder schlecht spielt keine Rolle. Sollte das tatsächlich Anklang finden (ich glaube Dinge ja immer erst, wenn ich sie sehe), werde ich die Links zu allen Geschichten sammeln. Ansonsten eben nicht.

Auf Twitter ging es heute um Pferde und Leute wie mich, die irgendwann mal krampfhaft versuchten, Pferdemädchen zu werden, und dabei kläglich scheiterten. Ich war sogar besonders gut (eventuell auch besonders lernresistent), ich versuchte nämlich zweimal sehr krampfhaft, diese Sache da mit den Pferden und dem Reiten total gut zu finden und musste beide Male mit hängenden Schultern und unbequemen Reiterhosen geschlagen vom Felde ziehen.

Aber fangen wir am Anfang an. Als Mädchen wird man irgendwann mit Pferden konfrontiert. Wie genau das passiert, und warum das so ist, man weiß es nicht, aber spätestens im Grundschulalter schwirrt irgendwann dieses Phantasiebild des glücklichen Mädchens mit seinem treuen Begleiters herum. Man hat gefälligst Pferde gut zu finden und weil man es meistens nicht besser weiß, glaubt man dann wirklich, man fände jetzt Pferde gut. Eigentlich ist es dann zwar so, dass man Pferde trotzdem irgendwie unheimlich findet, viel zu groß und unberechenbar, außerdem beim Ponyreiten eher unbequem, mäßig spannend und mit einem großen und unberechenbaren Maul, mit dem sie einem auf große und unberechenbare Art und Weise Möhren aus der Hand schnubbeln.

Aber man hat ja Pferde gut zu finden. Sagen alle. Vor allem die anderen Mädchen in der Schule. Und die Pferdezeitschriften. Und das Fernsehen. Und die Bücher. Und überhaupt alle. Also lässt man sich ein bisschen wider besseres Wissen aber mit den größtmöglichen guten Vorsätzen auf einem Ponyhof anmelden. In meinem Fall war ich neun, es war in den Sommerferien vor der fünften Klasse und der Ponyhof war irgendwo im Münsterland. WO AUCH SONST?

Selbstverständlich hatte ich eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie das abzulaufen hatte. Ich würde da auf den Ponyhof fahren, mit vielen anderen Mädchen zusammen reiten, spielen, in einem Zimmer schlafen, wir würden alle supergute Freundinnen werden und ich würde in Nullkommanix sowohl Reiten als auch Pferde gut finden lernen. Ich kannte mich aus, ich hatte nämlich sehr viele Schneiderbücher gelesen und da sind immer alle Freunde (außer die doofen, aber ich war ja nicht doof) und Pferde waren da auch immer super. Ich war bestens vorbereitet.

Was ich nicht bedacht hatte, war die Realität. Vor allem die realen neun- bis zwölfjährigen Mädchen. Und die realen Pferde. Und das sehr, sehr reale Reiten. Wer leichtfertig “Das Leben ist kein Ponyhof” sagt, der war wahrscheinlich noch nie auf einem Ponyhof. Aber ich war auf einem Ponyhof und ich kann ziemlich sicher sagen: Auf dem Ponyhof ist es scheiße. Der Ponyhof ist voller Mädchen, die alle älter sind als man selber, sowieso mindestens zu zweit gekommen sind, schon seit Jahren reiten und außerdem schon seit einer Woche auf dem Ponyhof und dementsprechend voll die Checker sind, die alles bestimmen dürfen. (Zum Beispiel auch, dass jetzt alle den ganzen Berg Nutellabrote aufessen müssen, weil die Ponyhofbesitzerin die alle geschmiert hat und deswegen darf nichts übrigbleiben. NICHTS! KEIN EINZIGES BROT! WEIL WIR DANKBAR SEIN MÜSSEN! UND DESWEGEN MÜSSEN JETZT ALLE BROTE ESSEN, BIS KEIN EINZIGES MEHR ÜBRIG IST. True story.) Wenn man da nicht über einen alles überstrahlende Persönlichkeit verfügt, hat man sowieso keine Chance mehr, in den Club aufgenommen zu werden und freut sich ungefähr nach zwei Tagen schon auf den Abreisetag.

Aber es sind ja nicht nur die Mädchen, da sind auch noch die Pferde. Große Pferde. Unberechenbare Pferde. Und auf denen soll man reiten. Reiten! Wer hat sich diesen Unsinn ausgedacht, dass man auf einem Ponyhof dauernd reiten soll? Auf Pferden! Der Ponyhof gehörte einer Frau mit drei Töchtern, die alle drei für die Reitstunden und anderweitigen Aufgaben zuständig waren und bis auf eine eher wenig Verständnis für neunjährige Mädchen aufbrachten, die mit der Gesamtsituation überfordert waren und mit dem Reiten und den Pferden auch ein bisschen.

Ja. Ich habe auf Pferden gesessen. Ich bin geritten, Schritt, Trab und Galopp, wobei Schritt okay war, Trab eine einzige Zumutung und Galopp zwar unheimlich, aber immer noch besser als Trab. Ich war sehr tapfer.

Wenn man dann den Tag über ausreichend viel zum Reiten genötigt wurde, musste man abends in den kleinsten und dunkelsten Indoorpool der Welt, bekam dann irgendwelche Brote vorgesetzt und wurde abends im Schlafsaal wieder von Chefcheckermädchen auf seinen Status als Nichtclubmitglied zurückverwiesen. Man merkt es schon: Ein einziger Spaß! Wenn man einem Kind das mit den Pferden möglichst schnell wieder austreiben will, dann schicke man es zu einem möglichst ungünstigen Termin (kurz vor Ende der Ferien) in möglichst jungen Jahren alleine auf einen Ponyhof. Das klappt dann schon.

(Meine Eltern trifft hier übrigens keine Schuld. Ich wollte es ja so. Mittlerweile weiß ich, dass meine Mutter mich liebend gerne von diesem Ponyhof befreit hätte, aber der Gedanke, mich vorzeitig abholen zu lassen, kam mir überhaupt nicht. Aus unerfindlichen Gründen habe ich solche Sachen immer relativ knallhart durchgezogen.)

Man hätte jetzt denken können, dass mich diese Erfahrung für immer vom Pferdefieber geheilt hätte. Aber so einfach ist das ja nicht. Also sollte ich noch mal scheitern, aber diesmal musste ich dafür wenigstens nicht in einem Schlafsaal voller doofer Mädchen übernachten. Es war nämlich so:

Auf dem Gymnasium in Köln waren wir in meiner Klasse neun Mädchen. Vier davon waren Pferdemädchen. Vier fanden Boygroups super. Eine war ich. Um jetzt wenigstens irgendwo dazuzugehören, musste ich mich entscheiden: Pferde oder Boygroups. Weil es mir ein bisschen vernünftiger vorkam und außerdem das netteste Mädchen der Klasse auch zu den Pferdemädchen gehörte, entschied ich mich für die Pferde und verkündete, jetzt auch Reiten zu lernen.

(An dieser Stelle ist übrigens der Aufhänger der ganzen Geschichte zu finden. Es kann nämlich gut sein, dass die Reitschule, die ich zum Zwecke der Pferdemädchenstatuserreichung besuchte, genau die Reitschule ist, die Wibke Ladwig von Sinn und Verstand regelmäßig aufsucht. Kann aber auch nicht sein. Es gab zwei Reitschulen bei uns, eine in Dünnwald und eine in Dellbrück und ich habe vergessen, wo ich Reitstunden hatte. Der Name kam mir aber ein bisschen bekannt vor.)

Anscheinend hatte ich zu diesem Zeitpunkt die Erinnerungen an den Ponyhof erfolgreich verdrängt. Statt dessen verbrachte ich ganze Sommer mit Simone, mit der ich in der Grundschule in einer Klasse gewesen war, in deren Garten. Dort hatten wir einen ganzen Springparcours aufgebaut und spielten stundenlang Ponyhof. Die Geschichten waren voller Dramen und Tragödien, hatten aber meistens ein Happy End. Irgendwer war immer fürchterlich unglücklich und rannte weg, kam in Regenschauer, stürzte und brach sich irgendwelche Beine. Zwischendurch gab es Turniere, die man gewann oder auch nicht. Manchmal konnte man auch nicht teilnehmen, weil man sich ja gerade ein Bein gebrochen hatte (DRAMA!). Auch an dieser Stelle möchte ich auf einen erhöhten Konsum von Schneiderbüchern und Wendyheften verweisen, der unsere Ponyhofdramen mit den notwendigen Klischees, Storystereotypen und Schockmomenten fütterte.

Selbstverständlich konnte ich auf dem Fantasieponyhof total gut reiten. Sogar springen und Wettkämpfe gewinnen! Alles war möglich. Es hatte nur eben relativ wenig mit echten Pferden zu tun.

Wenn man dann tatsächlich Reitstunden nimmt, dann hat das überraschenderweise erschreckend viel mit richtigen Pferden zu tun und ich durfte feststellen, dass diese Tiere noch genauso groß und unheimlich waren wie auf dem Ponyhof. Aber ich war wieder tapfer. Ich ging zur Reitstunde. Und dann noch mal. Und noch mal. Ich langweilte mich ein bisschen beim Schritt, litt ausdauernd beim Trab und stand kleine Todesängste beim Galopp aus. Ich ließ mich vom Reitlehrer anschnauzen und ritt Runde um Runde im Kreis, striegelte nachher das Pferd und kratzte mit Todesverachtung Hufe aus, immer die Angst im Nacken, den Huf gleich im Gesicht zu haben.

Es war relativ simpel: Ich war kein Pferdemädchen und ich würde wohl auch keines werden. Das Leben war kein Ponyhof, glücklicherweise. Vor allem aber war das Leben auf dem Ponyhof kein Schneiderbuch. Es war nicht voll von glücklichen Mädchen, die beste Freundinnen waren und gemeinsam auf dem Rücken ihrer Lieblingspferde wilde Abenteuer bestehen. Es war voll von Mädchen, die etwas toll fanden, das ich mit Argwohn beäugte. Reiten war nicht leicht und wundervoll, sondern schwer und schmerzvoll und zwischenduch ziemlich langweilig. Pferde wurden nicht auf magische Weise zu Wesen, zu denen ich eine tiefe Verbindung hatte, zu besten Freunden gar. Nein, sie blieben große, unheimliche und unberechenbare Tiere, die mich genauso misstrauisch von der Seite anschielten wie ich sie und die vermutlich genauso wenig wollten, dass ich auf ihrem Rücken saß, wie ich auf ihrem Rücken sitzen wollte.

Es war vorbei. Ich war kein Pferdemädchen und ich sollte auch nie mehr versuchen, eins zu werden.

(Ich glaube ja, dass ich meine Mutter mit der Entscheidung, doch nicht reiten zu wollen, sehr glücklich gemacht habe. Glücklicher war sie wohl nur, als ich entschied, nicht mehr im Kinderchor singen zu wollen und meinen Eltern so schlimme mehrstündige Weihnachtskonzerte ersparte.)

Nichtsdestotrotz kann ein kleiner Teil von mir die Faszination nachvollziehen. Ich gucke dann ein bisschen neidisch auf Leute, die im Einklang mit der Natur und dem Tier und mit was man sonst noch so im Einklang sein kann über Wiesen und Felder galoppieren. Nicht zuletzt weiß ich zumindest, dass das, was da so einfach aussieht, mal überhaupt nicht einfach ist, dass man, wenn man auf so einem Pferd sitzt, von oben bis unten und von hinten bis vorne durchgeschüttelt wird, dass so ein Pferderücken irrsinnig breit und unbequem ist und dass man sich nicht so einfach mal auf ein Pferd setzen und losreiten kann.

Mit diesem Wissen denke ich alle paar Jahre mal, dass man vielleicht doch mal Reiten lernen sollte, nur für den Fall, dass man sich irgendwann mal in einer Notsituation befindet und zufälligerweise aber ein Pferd in der Gegend rumsteht (vorzugsweise mit Sattel und Zaumzeug). Dann wäre es nämlich total praktisch, Reiten zu können. Zugegebenermaßen fällt mir aber kein guter Grund ein, wie es zu so einer Notsituation kommen könnte, und dann denke ich wieder an den Ponyhof und die Reitstunden und dann denke ich, dass ich vermutlich doch nicht noch mal Reiten lernen muss. Und dann ist alles gut.

Wie ich meinen Frieden mit der Hitze schloss

Früher, also ganz früher, da konnte ich Hitze nicht leiden. Hitze machte mich zu einem stöhnenden, muffigen, jammernden und unfreundlichen Menschen mit dem Nervenkostüm einer hyperaktiven Spitzmaus nach fünf Espressi. Im Urlaub am Strand maulte ich rum, wenn es zu heiß war, verzog mich in den Schatten, oder versteckte mich unter Handtüchern und schlief dann ein, nur um mit noch schlechterer Laune aufzuwachen.

Hitze und ich, da war ich sicher, wir würden nie Freunde werden.

Dann kam der Sommer 1999 und mit dem Sommer 1999 kam New York City und mit dem Sommer 1999 und New York City kam eine Hitzewelle. Nun muss man dazu wissen, dass es in New York City im Sommer sowieso schon heiß ist. Wenn ich also von einer Hitzewelle rede, dann meine ich so richtig, richtig, richtig heiß. 40 Grad Celsius im Schatten heiß. Und in New York City ist lustigerweise oft gar kein Schatten, den muss man suchen oder alternativ von einem klimatisierten Kaufhaus ins nächste klimatisierte Kaufhaus laufen.

Es war so irre, irre heiß. Überall. Immer. Die Straßenschluchten helfen überhaupt nicht die Bohne, sie sind lediglich dafür da, dass die Sonne richtig prall reinscheinen kann und sich dann zwischen den Häusern alles noch mal mehr aufheizt.

Da saß ich also nun, mit 18 Jahren, gerade fertig mit dem Abitur, als Au-Pair in Hoboken, nur 15 Minuten mit Bus, Bahn oder Fähre von Manhattan entfernt. Da saß ich in einer New Yorker U-Bahn, um mich rum lauter schwitzende, erschöpfte Menschen, ich selber ein schwitzender, erschöpfter Mensch und auf einmal merkte ich: Alles ist toll. New York: Toll. U-Bahn: Toll. Die New Yorker: Toll. Sommer: Toll. Hitze: Irgendwie auch toll. Dass ich hier sein darf: Supertoll!

Ich glaube, es war dieser Moment, als ich in der U-Bahn saß und mir der Schweiß ungelogen in Bächen vom Körper floss, und ich merkte, dass ich eigentlich gerade alles total super fand. In diesem Moment schloss ich Frieden mit der Hitze. Ich machte es so wie die New Yorker. Einen Gang runterschalten, cool bleiben, irgendwo in den Schatten sitzen und nichts tun. Aber auch: Nicht jammern, nicht nölen, weitermachen, den Schweiß Schweiß sein lassen und die Hitze Hitze.

Am 4. Juli, am Unabhängigkeitstag war ich auf einem Umsonstkonzert von Dr. John im Battery Park. Immer noch Bullenhitze, man schwitzte, nur weil man existierte. Und was machen die New Yorker? Legen sich im Battery Park auf die Picknickdecken und gucken sich das Konzert von Weitem an. Irgendjemand schleppt einen Wasserschlauch an und wer will, kann sich nassspritzen lassen. Vor der Bühne drängelt niemand, im Gegenteil, man schubst mich sanft nach vorne: “Here, just come over here, you’ll see better from here.”

Ich habe mich in die New Yorker verliebt, diese etwas verrückten, oft tendenziell neurotischen, aber vor allem irrsinnig freundlichen Menschen, die mit mir in der U-Bahn schwitzten und mich beim Konzert bedächtig in die erste Reihe schubsten.

Seitdem macht mir Hitze nichts mehr aus. Ich weiß jetzt, was ich zu tun habe. Ausruhen, alles ein bisschen langsamer machen. Liegen. Trinken. Schlafen. Sitzen. Gucken. Und selbst, wenn es in mir drin immer noch ein bisschen rumnölt, “zu heiß, zu warm, zu schwül”, dann denke ich an New York und an die U-Bahn und wie ich da saß und alles nur noch wahnsinnig toll fand und dann ist es wieder gut.

Literarische Jugendsünden: Jonathan

Meine intensivste Schreibphase hatte ich so grob zwischen 15 und 19. Da habe ich tatsächlich eine ganze Sammlung Kurzgeschichten und anderweitigen Kram rausgehauen. Ich hatte sogar eine alte Schreibmaschine, auf der ich sehr intellektuös rumgeklackert habe, obwohl zwei Räume weiter ein durchaus funktionstüchtiger Computer stand, mit dem das natürlich viel einfach gegangen wäre. Oft trug ich dabei einen Hut. Fragensenich.

In dieser Zeit entstand auch die Geschichte, mit der ich dann in der elften Klasse prompt den Schreibwettbewerb der Schuld gewann. Das Thema war “Zeit”, ich reichte zwei Geschichten ein. Die eine gewann den dritten Preis, die zweite den ersten. Im nächsten Jahr durfte man nur noch eine Geschichte einreichen. Ich reichte ein und gewann selbstverständlich überhaupt nichts, denn während ich beim ersten Mal einfach spontan etwas geschrieben hatte und mir keinerlei Chancen ausgerechnet hatte, versuchte ich beim zweiten Mal irgendeinem erfundenen literarischen Anspruch zu genügen. Es musste scheitern.

Die Geschichte, die damals den ersten Preis gewann, die mag ich auch heute noch. Auch wenn ich heute nicht mehr alles so schreiben würde, schon allein, weil ich nicht mehr so übelst von J.D. Salinger beeinflusst bin. Nichts gegen Herrn Salinger, der schreibt tolle Sachen, man muss nur eben nicht genauso schreiben wollen. Aber so habe ich das damals geschrieben, mit 15 oder 16 und deswegen ist das auch gut so.

Und wer wissen will, womit man 1996 so Schulschreibwettbewerbe gewinnen konnte, der klicke sich weiter zur Geschichte.

(Ansonsten hier als PDF runterladen.)

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Wie wegen uns mal alle Hotelgäste kein Frühstück bekamen

Es war vor anderthalb Jahren, in einem Dorf irgendwo südlich von Kassel mitten im Knüllgebirge. Natürlich gab es einen Grund, weswegen wir hier waren, man ist ja eher selten im Herbst in einem Hotel in einem Dorf südlich von Kassel mitten im Knüllgebirge. Aber die Schwiegereltern feierten Goldene Hochzeit und dafür hatte man sich dieses kleine Dorf ausgesucht. Nur die nächsten Verwandten, dafür aber mehrere Tage lang mit Rahmenprogramm. Das Rahmenprogramm bestand aus einer Planwagenfahrt, die erstaunlich schön war und einem Besuch der örtlichen Kegelbahn.

Die Schwiegermutter hatte sich ein Klavier gewünscht, also nicht als Geschenk, sondern für die Feierlichkeiten. Klar, hatten die Hotelbesitzer gesagt, stellen wir Ihnen hin. Das Klavier, so stellte sich raus, war das Klavier vom Hotelbesitzersohn. Die Hotelbesitzer wohnten direkt angrenzend und irgendwann ging eine Tür auf und der Hotelbesitzersohn rollte das Klavier aus der Hotelbesitzerwohnung ins Hotel.

Da stand es nun und wurde regelmäßig bemüht, meistens vom Mann, manchmal von mir, selten von anderen. Für den Abend der offiziellen Feierlichkeiten hatte sich Schwiegermutter musikalische Begleitung gewünscht und wir hatten sogar noch schnell ein lustiges Lied geschrieben, das dann mit Klavier, Ukulele und Gesang vorgetragen wurde. Der Abend wurde später und später, so langsam gingen alle ins Bett, nur der Mann und ich waren noch da. Der Mann und ich, der Hotelbesitzersohn, der Hotelkoch und ein Freund des Hotelbesitzersohns, die alle vorne an der Theke standen. Der Hotelbesitzersohn war für zwei Wochen fürs Hotel zuständig, erzählte er. Die Eltern, wie passend, hätten silberne Hochzeit und seien von den Kindern in den Urlaub geschickt worden. Eigentlich würde er studieren, aber was und wo habe ich vergessen.

Ob er denn auch Klavier spielen würde, fragte der Mann. Ja ja, schon, aber eher so Sonatinen und sowas, nichts Aufregendes, sagte der Hotelbesitzersohn. Sonatinen!, sagten wir. Ja, wenn wir das gewusst hätten, da hätten wir ihn ans Klavier gesetzt, denn die Schwiegermutter liebt Sonatinen über alles. Wir schickten den Hotelbesitzersohn Noten holen, dann ging es ans Klavier, immer abwechselnd, manchmal mit Ukulele, manchmal mit Gesang, manchmal nur Klavier.

“Kommt, wir mixen Drinks”, hieß es irgendwann, und dann saßen wir nicht nur abwechselnd am Klavier, sondern liefen auch abwechselnd zu zweit an die Hotelbar, um Drinks zu mixen. Wobei das im weitesten Sinne des Wortes zu verstehen ist. Den Drink, den der Mann zusammen mit dem Hotelbesitzersohn nach ausführlicher Begutachtung des Sortiments “mixte”, hieß Single Malt, war aber auch gut.

So ging das weiter. Der Mann, der Hotelbesitzersohn und ich spielten Klavier oder Ukulele, der Koch und der Hotelbesitzersohnfreund lauschten und äußerten Publikumswünsche. Es wurde ein Uhr, zwei Uhr, drei Uhr. Der Koch gähnte und verabschiedete sich. Es wurde vier Uhr. “Verdammt, das wird hart morgen”, sagte der Hotelbesitzersohn. Wir brummelten mitleidsvoll Zustimmung. Um halb fünf wurde entschieden, dass man jetzt vielleicht doch mal ins Bett gehen könnte. Gute Nacht, bis morgen, war sehr schön.

Wann der Wecker am nächsten Morgen klingelte, weiß ich nicht mehr. Ich nörgelte brummelnd vor mich hin, der Mann saß halbwegs aufrecht im Bett. “Kommste mit?” fragte er mich. Ich stellte mir kurz vor, am Frühstückstisch zu sitzen, wusste aber, dass ich keinen Bissen runter bekommen würde und entschied mich spontan dagegen. “Neeee”, brummelte ich, zog die Decke noch mal energisch über beide Ohren, ließ den Mann alleine zum Frühstücken gehen und schlummerte selig wieder ein.

“Es gibt kein Frühstück”, hörte ich als nächstes, als der Mann wieder ins Bett kroch.

“Hm?”

“Gibt kein Frühstück”, wiederholte er.

“Was?”

“Wir haben da unten jetzt gewartet, aber es kam keiner. Und es war auch nichts aufgedeckt.”

Ich stellte mir das mal vor, die Schwiegereltern, die Kinder, die Enkelkinder, alle erwartungsfroh um halb zehn im Frühstücksraum versammelt, in Erwartung von Brot und Brötchen, Schinken, Käse, Marmelade und Ei und da ist nichts. Noch nicht mal Kaffee. Ausgerechnet die Schwiegereltern, die wir am Abend vorher noch in zähen Verhandlungen dazu überreden konnten, das Frühstück von neun Uhr auf halb zehn zu verschieben. Die Schwiegereltern, die bei jedem Besuch jeden Abend nachfragen, wann wir denn am nächsten Tag frühstücken wollten, worauf wir jedes Mal “Na, dann, wenn wir wach sind” antworten. Bei der Frühstücksplanung offenbaren sich die wahren Generationskonflikte. Und jetzt gab es gar kein Frühstück und keiner wusste, warum.

Also, keiner außer uns.

“Ernsthaft jetzt?” fragte ich.

“Ja, ernsthaft.”

Und dann schliefen wir noch ein bisschen.

Der Hotelbesitzersohn hatte verschlafen. Und weil er verschlafen hatte, konnte die Frühstücksaufdeckdame nicht ins Hotel. Und weil die Frühstücksaufdeckdame nicht ins Hotel konnte, gab es kein Frühstück fürs ganze Hotel.

Alles nur, weil da ein Klavier stand, und der Hotelbesitzersohn Sonatinen vorspielen musste und das dann wieder so furchtbar in eine Musik- und Trinkorgie ausartete. So ist das eben manchmal.