Category: Hessen

Auf dem Weg zur Arbeit – Die “Schnee und Eis”-Edition

Momentan brauche ich für den Weg zur Arbeit etwas länger. Das liegt daran, dass ich alle paar Meter stehen bleibe und eingefrorene Blätter anfassen, Beeren mit kleinen Eiszapfen bestaunen und alles mögliche fotografieren muss. Wer mir auf Instagram folgt, wird die Bilder schon kennen, aber natürlich hab ich noch mehr gemacht und es ist ja auch nicht jeder auf Instagram.

Deswegen gibt’s hier die große “Schnee und Eis”-Sonderedition des täglichen Wegs zur Arbeit. Und man könnte fast meinen, ich würde durch einen üppig begrünten Luxusstadtteil laufen. Tu ich aber gar nicht. Hier ist es nur bedingt schöner als sonst für diese Stadt üblich, aber es gibt ein bisschen mehr Wohnhäuser mit Vorgärten und so Nahaufnamen von kleinen roten schneebedeckten Beerchen gehen halt immer gut.

Ast

Zaun

Efeu

Blume

Rote Beere

Blätter

Zeug

Blaue Beeren

Tannenzweig

Rosa Beere

Knospe

Beerenknospen

Mehr Blätter mit Eiszapfen

Efeu

Deutschland, deine Bahnhöfe: Hanau Hbf

Pro: Hey, hier halten ICEs, und zwar einige, auf jeden Fall mehr als in Konstanz. Außerdem gibt es einen erstaunlich gut ausgestatteten Zeitschriftenladen, einen Bäcker, ein Büdchen, dass von innen größer ist, als es von außen aussieht und einen McDonalds. Vom Busbahnhof aus kommt man fix überallhin (außer nach Kleinauheim, dahin kommt man aber von nirgendwoher fix) und mittlerweile gibt’s da auch eine schicke Abfahrtsanzeige. Könnte alles viel schlimmer sein.

Contra: Es ist zwar schön, dass es eine Radstation am Hanauer Hauptbahnhof gibt, es ist allerdings die einzige in ganz Hanau, was irgendwie ganz knapp Sinn und Zweck verfehlt. Ansonsten ist es hier auch nicht wirklich schön und man muss gut aufpassen, welchen Bus man braucht, denn ein paar Linien fahren ganz dreist einfach hinterm Bahnhof ab und nicht am großen Busbahnhof vorne. Und die Anzeigetafeln auf Gleis 6 könnten auch mal repariert werden. (Ich sag ja nur.)

Geheimtipp: Beim “Orientexpress” vorm Bahnhof gibt’s die größten Lahmacuns überhaupt. Ich habe gestandene Männer erlebt, die sich da einen Lahmacun geteilt haben. Außerdem: Das lustige Schaffnerhäuschen auf Gleis 6. Ich vermute ja, dass das ein Ausstellungsstück ist und eigentlich zu einem Museum gehört.

Besser nicht: Beim “Orientexpress” in irgendwelche Diskussionen verwickeln lassen. Die Kundschaft da ist zuweilen… seltsam. Lasst es uns seltsam nennen.

Die Tour: Ach, fragt nicht. Die Aufnahmen sind an mehreren Tagen im letzten Jahr entstanden, die letzten, als so schönes Wetter und ich zu früh am Bahnhof war. Ich bin fast überall rumgelaufen, nur nicht ganz nach hinten zur Auheimer Straße. Da ist es auch nicht so schön.

Hanau

Beleuchtung

Fahrräder

Schild

Döner

Verboten

Gleis

Häuschen

Bild

Ding

Gelbes Schild

Grün

Häuschen

Mehr Häuschen

Gleis zu Ende

Ausblick

Wohin?

Zugschluß

Zeugs

Kunst

Noch mal verboten

Loch

Graffiti

Tunnel

Deutschland, deine Bahnhöfe: Erbach (Odenw)

Pro: Auch hier muss man erst mal sagen: Immerhin gibt es einen. Sogar mit ganzen zwei Gleisen, was im Odenwald nicht unbedingt selbstverständlich ist. Und tagsüber frequentieren auch ausreichend Züge den Bahnhof und bringen einen entspannt in alle möglichen Richtungen. Es ist ordentlich, die Anzeige funktioniert, anscheinend ist der Bahnhof halbwegs barrierefrei und die Aussicht ist auch schön. In der Güterhalle gibt’s angeblich Speis und Trank, Zeitschriften und sogar diesen neumodischen “Coffee to go” und man muss nur einmal über die Straße und ein paar Stufen runter und schon ist man im idyllischen Erbach. Außerdem hübsche Bänke und die tolle Lokomotive vorm Bahnhof. Und die Odenwald-Bahn scheint mir eine der nettesten Bahnen Deutschlands zu sein. Hach.

Contra: Die letzte Bahn fährt um 21:07. Ich werde das noch ein paar Mal wiederholen, damit es sich einprägt. 21:07. 21:07. So. Und mit letzte Bahn meine ich letzte Bahn, die nächste fährt dann nämlich erst wieder um kurz vor fünf. Ansonsten muss man wohl in Erbach übernachten, was vielleicht gar nicht so schlimm ist, die Altstadt ist jedenfalls sehr reizend. Aber mal abgesehen davon und vollkommen abgesehen davon, dass man sich hier mitten im Nichts… pardon, mitten im Odenwald befindet, ist der Bahnhof wirklich hübsch und bietet für seine Verhältnisse mehr als so manch anderer Bahnhof in größeren Orten. Man muss auch mal loben.

Geheimtipp: Die Lokomotive vorm Bahnhof wird nachts beleuchtet. Voll schön. Es scheint auch so, als ob Erbach der Bahnhof wäre, wo die VIAS-Bahnen abends zum Schlafen hinfahren. Vielleicht kann man sich anschleichen und sie leise schnarchen hören.

Besser nicht: Den letzten Zug verpassen. Der fährt um 21:07. Erwähnte ich bereits.

Die Tour: Tour? Öhm. Angekommen, rumgelaufen, fotografiert und dann Richtung Erbach und da sofort verlaufen. Auf dem Rückweg hab ich noch die schön beleuchtete Lokomotive fotografiert und hab dann auf den Spätzug gewartet. Also den um 21:07.

Schild

Odenwald-Bahn

Nach Norden

Ding

Unkraut

Betreten nur

Mehr Schilder

Snack

Noch mal Schild

Letzter Zug

Zeit

Kästen

Schilder

Gleise

Lok

Bank

Güterhalle

Draußen

Lok abends

Deutschland, deine Bahnhöfe: Kassel-Wilhelmshöhe

Pro: Man ist total schnell in Oberorke. Na ja, man ist in unter zwei Stunden in Oberorke, aber immerhin. Lustige Architektur, endlich mal ein Bahnhof, wo die Gleise unten sind, das wirkt geradezu erfrischend anders in der deutschen Bahnhofslandschaft. Außerdem funktionierende Aufzüge, jedenfalls auf dem Testbahnsteig. Schöne hohe Decken in der Enpfangshalle und fast futuristisch anmutender Bahnhofsvorplatz mit gutem Taxiangebot (brauchte ich aber gar nicht). Gastronomisches Angebot scheint vorhanden, wurde aber nicht weiter erkundet, geschweige denn getestet.

Contra: Man braucht doch noch ganz schön lange nach Oberorke. Bahnhof bietet dank der eingangs erwähnten lustigen Architektur gutes Verwirrungspotential für Nicht-Ortskundige. Wenn man dann ein bisschen in Eile ist und außerdem noch hübsche Bilder machen will, kann es vorkommen, dass man gar nicht in der Vorhalle, sondern auf dem Parkplatz rauskommt. Wenigstens hat’s nicht geregnet. Und wo wir schon dabei sind, würde ich gerne noch mal klären, ob es wirklich Not tut, dass der ICE nach Kassel-Wilhelmshöhe in Altenbeken und in Warburg hält. Da kann doch wirklich keiner ernsthaft hinwollen.

Geheimtipp: Leider fehlte die Zeit zum ausführlichen Erkunden des Bahnhofs inklusive Auffinden geheimtippwürdiger Ecken. Hat da jemand was? Eventuell ist ja auch der ganze Bahnhof ein Geheimtipp, immerhin hat der diese lustige Architektur.

Besser nicht: Einfach mal drauf losmarschieren, ohne die Schilder zu begucken hat sich bei mir als so halbknorke erwiesen. Etwas weiter den Bahnsteig runter wäre ich bestimmt viel einfacher zum Hauptausgang gekommen, aber so weiß ich jetzt wenigstens, wo der Bahnhofsparkplatz ist.

Die Tour: Vom Gleis per Aufzug aufs Parkdeck, da einmal samt Gepäck über den Parkplatz, und durch die Empfangshalle raus zum Bahnhofsvorplatz. Dort die schmucke Säulenarchitektur bestaunt und dann einsammeln lassen und mit dem Auto weiter nach Oberorke.

Schild

DB

ICE

Turm

Lampe

Unten

Uhr

Drinnen

Decke

Mehr Decke

Säulen

Aufm Dorf in Oberorke

Disclaimer: Eventuell handelt es sich bei diesem Blogpost um eine Deutschlandpremiere. Eventuell ist dies der erste Blogartikel, der sich zu einem nicht unwesentlichen Teil mit der Schönheit und Anmut von Oberorke befasst. Ich möchte es nicht beschwören, aber die Chancen stehen gut.

Die Welt kann sich sehr glücklich schätzen, dass ich nicht für die Tourismusbehörde für Oberorke arbeite. Mal abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass Oberorke eine Tourismusbehörde hat. Jedenfalls würden mir dauernd nur doofe Slogans einfallen, einer schlechter als der andere, aber ich könnte nicht anders, ich könnte einfach nicht anders.

Es hat auch keine fünf Minuten gedauert, bis die Kollegen und ich dieses entzückende Fleckchen Erde auf “Oberknorke” umtauften. Wir sind hier nämlich total berufsmäßig unterwegs und sind von 9 bis 17 Uhr furchtbar kreativ, und davor und danach ebenso furchtbar entspannt. Bei schönen Wetter im Wellness-Hotel aufm Dorf kann man nämlich nur furchbar entspannt sein.

Es ist ja auch so: So Städter wie wir, wir lästern immer ganz schrecklich übers Dorfleben und dann jammern und klagen wir schon mal ganz prophylaktisch, dass wir nie, nie, nie auf dem Land leben könnten, wo’s keine Straßenbahn gibt, und der nächste Bahnhof eine halbe Stunde weg ist und man von da aus auch nur mit der Bimmelbahn in die nächste Stadt kommt. Und überhaupt, hier gibt’s keinen Bäcker, keinen Kiosk, geschweige denn ein Superbüdchen, wo man abends, wenn der (hier ja auch nicht existente) Supermarkt schon zu hat, noch ein Bier kriegt und aus einem Riesensortiment Zeitungen auswählen kann.

Wir jammern und klagen also, als ob wir ernsthaft befürchten müssten, wir könnten gezwungen werden, hier länger als die vereinbarte Zeit bleiben zu müssen und finden die Vorstellung, hier zu leben, entsetzlich bis absurd.

Wir meinen das auch wirklich so, wir können uns wirklich zum Verrecken nicht vorstellen, hier zu wohnen. Aber die andere Wirklichkeit ist, dass wir das alles ganz furchtbar schön finden aufm Land, aufm Dorf. Das Grün überall, die Kühe und Hühner, die Mauersegler, die einem quasi in Fingerbreite über den Kopf rasen, die hübschen Häuschen. Hier ist die Kirche noch im Dorf und die Straße dahin heißt “Zur Kirche”. Hier kann man sich nicht verlaufen, weil es nichts zum Verlaufen gibt. Hier hat man Hühner im Vorgarten, weil, warum auch nicht? Geht ja.

Der Städter im Dorf ist so gesehen die personifizierte Schizophrenie. Landleben als Lebenskonzept ist für uns schier unvorstellbar, aber gleichzeitig beneiden wir euch um euer Grün und euer Dorf, die Stille und die Natur, die Kühe und die Mauersegler. Und überhaupt.

In diesem Sinne fordere ich euch alle auf, Landurlaub in Oberorke zu machen. Hier ist zwar nichts, aber das dafür in besonders schön. Vor allem aber gibt es im Wellness-Hotel (den Namen braucht ihr nicht, es gibt nur eins) in Oberorke Stauder vom Fass. Ruhrgebiet ist überall.

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Raps

Hühner

Huhn

Faszination Huhn.

Pusteblume

Grün

Mehr Grün

Mehr Pusteblumen

Noch mehr Grün

Zur Kirche

Kaugummi

Zeug

Fachwek

Holz

Vorsicht, es folgt ein furchtbar schlechter Witz: In Oberorke hat man noch ordentlich Holz vor der Hütte.

Vogelkasten

Kühe

Die fünf neugierigsten Kühe Deutschlands im Anmarsch.

Braune Kuh

Kühe

Weg

Kirche

Haus

Mehr Haus

Klo

Um sich diesen Humor leisten zu können, muss man allerdings mindestens drei Mal Schützenkönig von Oberorke gewesen sein.

Turmdings

Straße

Zu Ende

Tschüss, Oberorke! Nach nur 6 Kilometern schon das nächste Dorf. Toll.

Sympathisches Fulda

Am Dienstag war ich wieder auf der Suche nach einer interessanten Lokation zum feierabendlichen Hinfahren sowie Fotografieren inklusive Bahnhofsbesichtigung. Auf der Liste stehen nach wie vor Mainz, Wiesbaden und Mannheim (eine Stadt, mit dessen Zentrum man Schiffe versenken spielen könnte, fasziniert mich halt, da könnt ihr mir noch so oft sagen, dass es da nicht schön ist). Die Kollegen schlugen außerdem Seligenstadt vor und dann fiel mir auch noch Friedberg ein. Entschieden habe ich mich dann für Fulda. Das ist nur knapp 40 Minuten mit dem ICE, ausreichend groß und ich war auch noch nicht da.

Also Fulda. Nach zwei Stunden ausgiebigen Rumlaufens durch dieses Kleinod Hessens weiß ich jetzt viel mehr über dieses Fleckchen Erde und seine Bewohner. Nämlich…

Der Fuldaer an sich, so scheint es zumindest, informiert sehr gerne. Eigentlich über alles. Das fängt im Bahnhof an, wo ein Informationskasten neben dem anderen hängt und zieht sich durch die ganze Stadt. Besonders gerne informiert der Fuldaer mit Hilfe von Blechschildern. Vielleicht ist Fulda auch das Herz der Blechschildindustrie. Ich habe mich jedenfalls gut informiert gefühlt und wusste immer, in welche Richtung ich wie weit bis zur nächsten Toilette laufen muss. Dabei musste ich gar nicht.

Außerdem sitzt der Fuldaer gerne, bevorzugt auf Bänken irgendwo draußen. Fulda ist eventuell die Stadt der schönsten und meisten öffentlichen Bänke. Man kann immer überall sitzen, es sei denn, es ist nichts mehr frei, weil alle anderen schon da sitzen.

Wenn der Fuldaer nicht sitzt oder informiert, dann pflanzt er vermutlich Kastanienbäume. Oder guckt welche an.

Und wenn der Fuldaer nicht sitzt, informiert oder Kastanienbäume pflanzt, dann ist er einfach sehr entspannt und hängt im Schlossgarten ab. Oder einem anderen Park, in dem ich nicht war. Im Schlossgarten gibt es leider keine Pfauen oder Streifenhörnchen dafür aber Enten und flauschige Entenküken. Die flauschigen Entenküken wollten aber nicht fotografiert werden, deswegen habe ich nur zwei halbwache erwachsene Enten fotografiert, die zu faul zum Weglaufen waren oder vielleicht auch zu müde.

Fulda ist mir sehr sympathisch. Fulda ist auch sehr schön, wenn man erstmal in der richtigen Ecke rumläuft. Dann gibt es viele alte Häuser, wo schon vor vielen Jahren berühmte Blockflötenhersteller wohnten oder geboren wurden oder so. Es gibt Kloster und einen Dom und alles ist sehr hübsch und entspannt. Am sympathischsten sind die Fuldaer aber, weil sie neben ihre wunderschönen Gebäude ganz wunderbar hässliche gebaut haben. So, als wäre ihnen die Schönheit ihrer Stadt auch ein bisschen suspekt und es müsste jetzt dringend etwas ganz fürchterbares als Gegengewicht gebaut werden.

Fuldaer, ich kann euch so verstehen.

Schild 1

Schild 2

Schild 3

Schild 4

Schild 5

Schild 6

Schild 8

Höhepunkt der Blechschildbesichtigung

Schild 7

Ampel

Zilliken

Hässlich und schön

Turm

Bank

Straßen

Haus

Dings

Motorrad

Gelb

1 was?

Man erkläre mir diesen Buchstaben.

Hexenturm

Blüten

Dom

Lampen

Kaputte Bank

Vorsicht Blumen!

Bunte Bäume

Enten

Vogelhäuschen

Janus

Trampolin

Wenn man in dem kleinen Labyrinth im Schlossgarten lang genug sucht, findet man ein prima Trampolin.

Drücken

Deutschland, deine Bahnhöfe: Fulda Bf

Pro: Also erstmal ist der Bahnhof schön gelb und hat eine lustige Architektur. Man kommt nämlich eigentlich unten auf dem Bahnhofsvorplatz raus, kann aber auch oben rum sozusagen zum richtige Eingang rein. Das kenn ich noch aus Bonn. Schön zentral ist es auch und man kann eigentlich fast alles erledigen. Man kann Zeitschriften kaufen, oder Bücher, Blumen, es gibt ein Internetcafé und einen Bäcker und einen Briefkasen und einen Briefmarkenautomaten und alles ist total gut ausgeschildert. Außerdem informiert der Fuldaer an sich gerne. Über alles. Auch im Bahnhof. Gerne auch doppelt, direkt nebeneinander.

Contra: So richtig schön ist das hier nicht. Eher ein bisschen schmuddelig und unübersichtlich. Das kenn ich nämlich auch noch aus Bonn, dass man da abends nicht unbedingt mehr als nötig am Bahnhof rumlaufen wollte. Der Zeitschriftenladen macht auch schon um 20 Uhr zu. Zu allem Überfluss wird man dann auch nicht nur von Informationen erschlagen (Stadtplan! Immobilien! Termine!), sondern auch gleich noch mitbekehrt. Hauptsächlich könnte aber vielleicht einfach mal jemand sauber machen. Das wär schon total toll.

Geheimtipp: Ich war hier erst einmal, Geheimtipps kenne ich noch nicht. Empfehle aber, sich allein zu Amüsierungszwecken die schöne Sitzgruppe auf der oberen Etage anzugucken. Da kann man sich total praktisch zu sechst um einen Mülleimer rumsetzen. Wenn sich da mal nicht jemand Gedanken gemacht hat.

Besser nicht: Den Weg aus dem Bahnhof oben nach links in die Stadt wählen. Da kommt man nämlich nur durch das möglicherweise traurigste Mini-Einkaufszentrum Deutschlands in die Stadt rein. Mit dem vielleicht traurigsten Mini-Kinderkarussell Deutschlands. Dabei ist Fulda so schön. Aber da nicht.

Die Tour: Bei der Hinfahrt ein bisschen durch den Bahnhof und von da auf den Bahnhofsvorplatz gelaufen, auf der einen Seite rauf zum Bahnhof und auf der anderen wieder runter. Auf dem Rückweg vom Schlossgarten zum Bahnhof gelaufen, oben rein, ein bisschen auf Gleis 1 geguckt, dann runter und von da aus auf Gleis 3 und auf den Zug gewartet.

Fulda

Schilder

Info

Bahnhof

Dach

Züge

Häuser

Aufzug

Ballon

Uhr

MeaMea

Mülleimer

Snacks

Info

Gang

Gleis 1

Schuppen

ICE

Kirschen, Quark und Regenbogen

Regenbogen

“Heute geh ich mal durch die Stadt bummeln”, hab ich gestern gedacht. Man kann sogar in Hanau ein bisschen bummeln, wenn man die Ansprüche nicht zu hoch setzt. Es gibt Bücherläden und die üblichen Verdächtigen, was Klamottengeschäfte angeht. Das ist ganz bequem, denn man ist zumindest nicht gezwungen, woanders hinzufahren, sondern kriegt im Zweifelsfall fast alles auch in der Nähe. Sagen wir mal so: Das Angebot hält sich in Grenzen, aber es gibt zumindest eins.

Ein konkretes Ziel hatte ich auch, nämlich P&C, wo ich letztens ganz hinreißende Blusen mit Kirschen drauf gesehen hatte. Hallo?!? Kirschen! KIRSCHEN! Ich hab überhaupt noch nichts mit Kirschen drauf, wie konnte das denn bitte passieren? Seitdem ich diese Blusen gesehen habe, bin ich der festen Überzeugung, dass mein Kleiderschrank ohne Kirschenkleidung irgendwie auch nicht richtig was wert ist.

In der Umkleidekabine stellt sich leider raus, dass das zwar alles rein theoretisch ganz wunderbare Klamotten sind, an mir aber überhaupt nicht aussehen. Schade. Dann eben keine Kirschenblusen für mich. Das heißt dann wohl auch, dass ich weitersuchen muss. Ohne Kirschen mag ich nicht mehr.

Neben mir in der Umkleidekabine ist anscheinend eine Mutter von – wie sich nachher rausstellt – vier Kindern, die ungelogen alle weinen. Alle! Die ganze Zeit! Sobald eines kurz aufhört – vermutlich, um zu atmen – fängt ein anderes an. Die sind so gewieft und aufeinander eingespielt, die wechseln sich beim Weinen ab. Respekt. Ich denke nur, wie schön das ist, dass ich hier so allein in der Umkleidekabine stehen kann, ohne dass jemand deswegen weint, und gleich nach Hause gehen kann, zwar ohne Kirschenkleidung, aber immerhin mit Quarkriegelchen.

Genau. Eben.

Kommen wir zum eigentlichenThema dieser Geschichte. Nach Monaten voller Vergesslichkeit und mangelnden Gelegenheiten habe ich es geschafft. Ich war im russischen Supermarkt und habe die von Frau Nessy so überaus gelobpreisten Quarkriegelchen gekauft.

Tatsächlich wusste ich, wo hier in Hanau ein russischer Supermarkt ist und habe auf dem Weg in die Stadt gleich mal da vorbeigeschaut. Selbstverständlicherweise wusste ich nicht mehr, wie die russischen Quarkriegelchen heißen (Sirok heißen sie wohl, das weiß ich jetzt wieder), ich wusste ja noch nicht mal, was genau ich mir vorzustellen hätte. Ich vermutete mal, dass sie zumindest irgendwie kühl gelagert werden müssten, wegen dem Quark in den Riegelchen. Ansonsten verließ ich mich darauf, dass ich die Dinger schon wiedererkennen würde, wenn ich sie sehen würde, Frau Nessy hatte ja Bilder gezeigt.

Nach drei Runden durch den kleinen Laden war ich ziemlich sicher, dass ich die Riegelchen hier nicht finden würde, gab mich aber noch nicht geschlagen. Wer weiß? Vielleicht gab es ja einen schlimmen Quarkriegelchenlieferungsengpass und nächste Woche würden wieder haufenweise Quarkriegelchen im Sortiment sein.

“Hallo, ich suche so Quarkriegelchen, ich weiß aber nicht mehr, wie die heißen”, sage ich zu der russischen Supermarktverkäuferin.

“Mit der Schokolade? Kommen Sie mit!” sagt die russische Supermarktverkäuferin und führt mich in den Hinterraum.

Der Hinterraum, so stellt sich raus, ist gar kein für Kunden verbotenes Lager, sondern der Standort der Gefriertruhen. Man darf hier also auch als Kunde rein.

“Hier”, sagt die russische Supermarktverkäuferin und zeigt auf die Quarkriegelchen-Abteilung der Gefriertruhe. “Das sind sie?”

“Jaja”, sage ich und nicke. Das sind sie, ich erkenne die Verpackung wieder. Mit dem Pinocchio vorne drauf, genau das war’s.

“Suchen Sie sich aus und kommen dann nach vorne”, sagt sie und verschwindet wieder in den Laden.

Vier verschiedene Verpackungen kann ich erkennen, Frau Nessy empfahl die mit Kondensmilch, Erdbeer klingt mir ein bisschen zu suspekt, also nehme ich Kondensmilch und die zwei anderen.

1,17 Euro kostet der Spaß, ich kriege ein kleines Tütchen, Kassenbon brauche ich nicht.

“Wissen Sie ja jetzt, wo die sind”, sagt die russische Supermarktverkäuferin noch. “Bis zum nächsten Mal.”

Bis zum nächsten Mal, genau. DIE WEISS DOCH GENAU, DASS SIE DA DROGEN VERKAUFT!

sirok

Sirok Kondensmilch

Am Abend probiere ich das erste, natürlich gleich mal das mit der Kondensmilch und HEISSA! WIE GROSSARTIG IST DAS DENN? Ich bin ja erwiesenermaßen ein Fan von süß, aber auch sehr von Quark und von gezuckerter Kondensmilch auch und alles zusammen und WOAH!

Es steht also fest, die blauen Quarkriegelchen sind schon mal super. Die anderen hebe ich mir für später auf. Frau Nessy lag vollkommen richtig, die machen süchtig. Jetzt muss ich noch den nächstgelegenen russischen Supermarkt in Essen finden.

Am gleichen Abend gibt’s auch noch Regenbogen über der Stadt. Ich steh also wieder am Fenster und knipse den Himmel über Hanau. Das mache ich sowieso oft, denn wenn man so eine Dachwohnung hat, da sieht man ja dauernd Himmel, Wolken und Flugzeuge und findet das alles ganz hinreißend. Aber Regenbogen sind mal oberhinreißend, vor allem, wenn sie ganz trotzig ausgerechnet über besonders hässlichen Gebäuden erscheinen. Das machen die doch extra.

Deutschland, deine Bahnhöfe: Frankfurt Flughafen Fernbahnhof

Pro: So schön neu und modern und sauber und fortschrittliche und mit tollem eigenen Geschäftskomplex, der auch aktuell noch weiter ausgebaut wird. Das kulinarische Angebot ist etwas gehoben, zumindest vom Anschein, mit richtigen Restaurants zum Sitzen und so. Und einen REWE City gibt’s auch. Voll praktisch. Tatsächlich ist der Fernbahnhof tierisch entspannt, hier ist so gut wie nie was los und alles mäandert so ein bisschen vor sich her. Weiterer Vorteil: Wenn einem jetzt Frankfurt nicht exotisch genug ist, kann man direkt zum Flughafen und von da aus ganz weit weg fliegen.

Contra: In Zügen aus Frankfurt sitzen die ganzen Leute, die in Frankfurt eingestiegen sind, schon drin. Die Chancen, ohne Reservierung einen Sitzplatz zu bekommen, sinken also. Außerdem ist der Weg vom Regionalbahnhof zum Fernbahnhof eine mittlere Katastrophe. Es ist zwar nicht ganz so weit, wie einem die Bahn weismachen will, aber immer noch weit genug und vor allem mit viel Treppenrauf- und runterlaufen. In New Work City fühlt man sich auch gerne mal underdressed, aber das passiert ja in Frankfurt generell schnell mal. Es gibt auch wenig Gründe, durch New Work City zu laufen, es sei denn, man hat gerade eh Zeit übrig und einen Fotoapparat dabei.

Geheimtipp: Im REWE City kann man prima noch seine Einkäufe erledigen, wenn man gerade noch ein paar Minuten über hat. Keine Ahnung, ob der teurer ist, auf jeden Fall ist er schon mal praktisch.

Besser nicht: Davon ausgehen, dass die Leute auf der Strecke zwischen Regional- und Fernbahnhof die besten Rolltreppenbenutzer wären. Die Disziplin, der man am Frankfurter Hauptbahnhof so begegnet, lässt am Flughafenbahnhof radikal nach und alle knubbeln sich nur. Ansonsten viel Spaß beim Treppenlaufen!

Die Tour: Vom Regionalbahnhof über viele, viele Treppen und Rolltreppen übers lustige Laufband zum Fernbahnhof, dort dann ein bisschen auf den ersten Etagen rumgeturnt, New Work City angeguckt und dann auf Gleis 6.

P1020109

 

 

Airport

Uhr

 

Laufbanddingens

Tunnel

Burgers

 

 

Newspaper

Plakate, bunt

New Work City

16

Bar

Bahnsteig

Schild

Hotspot

Bahnsteig II

Luminale 2012

Nach dem Laufen durch Bockenheim gestern (nachzulesen hier) war ich ja noch auf der Luminale. Die Luminale ist ein großes Lichtkunstprojekt, bei dem überall in Frankfurt für eine Woche lang Lichtinstallationen aufgebaut werden, und man sich die dann abends schön angucken kann. Ich hatte schon am Montag das Programmheft auf dem Rechner, war zunächst überfordert, hab mich dann aber Mittwoch noch aufgerafft. Gott sei Dank. Im Prinzip so wie das Parkleuchten in der Gruga letztens, nur anders. Die zwei wesentlichen Unterschiede: Es dauert nicht so lange, ist dabei aber an vielen verschiedenen Orten. Das hat Vor- und Nachteile.

Doof ist, dass man so kaum die Chance hat, alles zu sehen und außerdem viel laufen muss. Es gibt auch einen Extrabus, der einen umsonst durch die Stadt an den Installationen vorbeifährt und wo man wohl ganz einfach ein- und aussteigen kann, aber das ändert natürlich nichts daran, dass die einzelnen Attraktionen auf größerer Fläche verteilt sind. Und weil es eben auch in der ganzen Stadt ist, geht es auch nur eine Woche, man muss sich also ranhalten.

Schön ist hingegen, dass man so viel eher die Chance hat, zufällig an einigen der Installationen vorbeizulaufen. Man muss eben nicht speziell irgendwohin, sondern wird schon irgendwas sehen, wenn man sich irgendwo in Frankfurt rumtreibt.

Ich hab mir vor allem den Palmengarten angeguckt, war noch zu Einbruch der Dunkelheit (also eigentlich ein bisschen zu früh) da. Die ersten Installationen waren ein bisschen enttäuschend. Die Idee mit den roten Leuchtestäben, die dann aus einem bestimmten Winkel gesehen ein Herz ergeben, ist zwar irgendwie nett, aber leider nicht so dolle spektakulär. Dafür konnten mich aber die anderen Lichtinstallationen begeistern. Die Blüten, die von der Decke runterfielen und aufpoppten, um dann wieder nach oben gezogen zu werden, das wunderbar bunte Blütenmeer, die Seerosen, der Leuchtespringbrunnen. Alles sehr toll. Ein Kunstwerk, das ein bisschen wie drei große Stoffpilze aussah, war zwar sehr schön und atmosphärisch, aber leider zu dunkel, um zu fotografieren.

Als ich dann mit dem Palmengarten durch war, war die Schlange vor dem Kassenhäuschen schon ewig lang. Insofern war es doch ein kluger Schachzug, schon zur Dämmerung zu kommen.

Danach ging es noch ab in die Stadt, andere Installationen gucken. Die waren aber im Vergleich eher enttäuschend, wobei es vielleicht auch an der Umgebung war. An einem verhältnismäßig warmen Abend durch einen dunklen Park zu laufen, teilweise noch mit Liegen auf der Wiese und Brunnengeplätscher ist halt was anderes als mitten auf der Zeil etwas anzugucken. Das Holzei hatte ich mir irgendwie toller vorgestellt. Schöner, besser, größer. Es sieht auch auf den Bildern beeindruckender aus als in Wirklichkeit. Die lustige Lasershow am Römer war irgendwie gar nix, dafür war aber immerhin der Dom schön von innen ausgeleuchtet.

Vom Dom aus mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof, der gelb und lila angestrahlt war und in dessen Vorhalle noch zwei Kunstwerkdinger auf dem Boden lagen. Na ja. Bestimmt auch toll, wenn es dunkel ist, ist es aber in einer Bahnhofsvorhalle leider nicht.

So oder so soll gesagt sein: Lichtkunst ist toll. Generell und so. Und ein paar Sachen hab ich auch gelernt:

1. Lichtkunst funktioniert besser, wenn’s dunkel ist. Immer.

2. Wenn man mal durch die Stadt läuft und nach Lichtkunstobjekten sucht, wird einem mal klar, wie viel da eigentlich leuchtet. Ist das jetzt wegen der Luminale so, oder ist das immer so? Ich war mir nicht immer sicher.

3. Nichts kann eine Pusteblumenlampe übertrumpfen. Nichts. Gar nichts. Überhaupt gar nichts. Kann man hier kaufen.

4. Frankfurter U-Bahn-Stationen sind toll.

Und eine Frage hätte ich noch: Was sind das für Intelligenzbestien, die bei Lichtinstallationen mit Blitzlicht fotografieren? Mal abgesehen davon, dass sie ihrer Umwelt damit furchtbar auf den Geist gehen, wissen die nicht, dass die Bilder nachher schlicht scheiße aussehen? Ts.

Wiesenschaumkraut

Lampe

Blume I

Blume II

Dendelight I

Dendelight II

Dendelight III

Grünes Ding

Herz

Teichrand

Seerosen I

Seerosen II

Blüten I

Blüten II

Blüten III

Blüten IV

Blüten V

Statue

Springbrunnen I

Springbrunnen II

Springbrunnen III

Springbrunnen IV

Springbrunnen V

Lampe mit Blüten

Holzei I

Holzei II

Wasser

Laser

Hunde

Dom

Hauptbahnhof

Anne

Lichtdings I

Lichtdings II