Category: Ich so

Antizyklisches Einkaufsverhalten

Ich habe letztes Wochenende wieder viel Geld beim Einkaufen gespart. Genauer gesagt: Beim Kauf von Kleidung. Das war aber gar nicht so geplant, weder hatte ich generell vor, zwei Pullover und ein Kleid zu kaufen, noch hatte ich irgendwann gedacht, och, gehste mal Schnäppchen beim Winterschlussverkauf machen.

Eher ist es so, dass ich immer erst das Bedürfnis verspüre, irgendwelche saisonalen Textilerzeugnisse zu erwerben, wenn der Rest der Menschheit anscheinend schon längst damit abgeschlossen hat.

Ich kaufe Pullover dann, wenn es kalt ist. Genauer gesagt kaufe ich Pullover dann, wenn mir schon mindestens drei Mal kalt war. Dann ist aber eben meistens schon Januar und alles kostet nur die Hälfte. Bei Sandalen und Badesachen sieht es ähnlich aus. Hier an Rhein und Ruhr kennen wir ja ohnehin keinen richtigen Sommer. Meistens regnet es und dann ist es kurz mal eine Woche heiß und sonnig. Bis man das begriffen hat und sich entsprechend mit passender Kleidung versorgen konnte, ist es auch schon wieder vorbei.

Sommerklamotten kaufe ich ein bis zwei Wochen, bevor wir nach Südfrankreich in Urlaub fahren, was aus diversen Gründen meistens im September ist. Ich kaufe das also im August, frühestens, wenn der Rest der klamottenkonsumierenden Bevölkerung schon alles besorgt hat und dementsprechend wieder alles nur noch die Hälfte kostet.

Es ist auch ein mentales Problem. Wenn es draußen kalt ist, bin ich unfähig ein Sommerkleid zu kaufen. Alles, was ich nicht theoretisch am nächsten Tag anziehen könnte, scheint mir unsinnig, warum sollte ich das jetzt kaufen, wenn ich erst frühestens in zwei Monaten etwas davon habe.

Diese Unfähigkeit, Kleidung außerhalb der Saison, in der man sie auch sinnvollerweise anziehen könnte, zu kaufen, spart also viel Geld. Antizyklisches Einkaufsverhalten ist also durchaus zu empfehlen, abgesehen davon, dass es mir deutlich natürlicher vorkommt.

Viel Geld spart man übrigens auch, wenn man in Frankreich antizyklisches Essverhalten entwickelt. Das haben wir zwei Urlaube lang praktiziert. Wir hatten immer exakt dann Hunger, wenn alle Restaurants geschlossen hatten*. Man kann dann nur noch in irgendeinem Straßencafé ein Sandwich essen, zum Supermarkt oder halt hungern. Das spart auch Geld, macht allerdings auch nicht besonders glücklich. Im Gegensatz zum antizyklischen Kleidungskauf kann ich das also nicht empfehlen.

*For future France tourists: Restaurants haben üblicherweise zwischen 12 Uhr und 14 oder 15 Uhr geöffnet und dann ab 19 Uhr wieder. Wer in der Zeit dazwischen kommt und hungrig aussieht wird amüsiert angeguckt oder ausgelacht.

2014 als Fragebogen

The year in review. Und los:

Zugenommen oder abgenommen?

Zu. Leider. Und bevor mir jetzt gesagt wird, dass das ja nicht schlimm ist. Nee, ist es nicht und doch, ich würde gerne wieder ein bisschen weniger wiegen. But alas…

Haare länger oder kürzer?

Gleich? Was weiß ich. Zwischendurch ging ich mal zum Friseur und ließ was schneiden. In der Zwischenzeit ist es wieder etwas gewachsen. Experimente wurden nicht gemacht. Sämtliche Friseure weigern sich, mir einen Pony zu schneiden. Doofleute.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Ungefähr gleich. Der Optiker hat mal gemessen wegen Kontaktlinsen und ich erinnere mich nicht daran, unangenehm vom Ergebnis überrascht worden zu sein.

Mehr Kohle oder weniger?

Bisschen weniger verdient, aber auch keine Zweitwohnung mehr. Also wohl so grob gleich viel.

Mehr ausgegeben oder weniger?

In Bayreuth gewesen, Wohnung gekauft, umgezogen. Also vermutlich mehr.

Mehr bewegt oder weniger?

Zwischendurch mal ziemlich viel, dann Bänderdehnung, Fußaua und dann wieder so normal viel. Dank Fitbitanschaffung aber zumindest öfter motiviert gewesen, zu Fuß zu gehen.

Der hirnrissigste Plan?

Ich bin zu vernünftig für hirnrissige Pläne.

Die gefährlichste Unternehmung?

Hinter die Wellen zu paddeln. War natürlich de facto null gefährlich, vor allem, wenn der Surflehrer dabei ist, fühlte sich aber so an.

Der beste Sex?

Sicher doch.

Die teuerste Anschaffung?

Eine neue Wohnung. Was man halt so kauft.

Das leckerste Essen?

Sechs-Gänge-Überraschungsmenü bei “Joseph” in Montbéliard. Möglicherweise auch das zweiteleckerste Essen, dass wir je auswärts gegessen haben. Ansonsten viel lecker gekocht.

Das beeindruckendste Buch?

Dieses Jahr war meines Wissens kein überragendes Highlight dabei, vielleicht bin ich aber mittlerweile auch schon abgestumpft (hoffentlich nicht) und habe schon so viele tolle Bücher gelesen, dass es sehr viel braucht, um mich noch vom Hocker zu reißen. “Embassytown” von China Miéville [Werbelink] war zumindest das intellektuell herausforderndste Buch und anscheinend das Buch, das mir am meisten in Erinnerung geblieben ist.

Der ergreifendste Film?

Ich war ja ein bisschen late to the party, aber “Frances Ha” [Werbelink] ist tatsächlich grandios gut. Direkt mehrfach geguckt, in den Soundtrack verliebt und in Greta Gerwig ja sowieso.

Das beste Lied?

“Modern Love” von David Bowie. Weil ich dazu seit “Frances Ha” jetzt immer Piroutten drehend rumlaufen will.

Das schönste Konzert?

Dieses Jahr gab’s nur ein Konzert, nämlich Kitty Hoff in der Zeche Carl. Das war aber tatsächlich sehr schön.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Dem werten Herrn Gemahl, dem Internet und fremden Leuten im Zug.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Dem werten Herrn Gemahl. Diese Frage ist doof, es wird immer die gleiche Antwort da stehen. Das hoffe ich jedenfalls.

Vorherrschendes Gefühl 2014?

“Ich müsste eigentlich noch…”

2014 zum ersten Mal getan?

Einen Vortrag auf der re:publica gehalten, einen Essay für eine Zeitung geschrieben, in Bayreuth gewesen, eine grüne Welle gesurft, eine ganze Ente gebraten, einen Kratzbaum aufgebaut.

2014 nach langer Zeit wieder getan?

Wohnung gekauft, Klavierunterricht genommen, Weihnachtsbaum gekauft, gemalt, Karaoke gesungen.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Zu. Wenig. Zeit.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

“Bitte geben Sie uns Geld, damit wir eine Wohnung kaufen können.”

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

“Alles richtig gemacht.”

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

“Alles richtig gemacht.”

2014 war mit einem Wort…?

Unerwartet.

Zum Fragebogen für 2013 geht es hier.

Wie ich zweieinhalb Mal an meinem Weihnachtsgeschenk vorbei lief und den Mann zur Verzweiflung brachte

Der werte Herr Gemahl behauptete zwar auch diese Weihnachten steif und fest, dass wir abgemacht hätten, uns nichts zu schenken, ich halte das aber für Einbildung. Ich sage ja immer: “Ich schenke nur was, wenn ich was finde.” Das bewahrt vor Verlegenheitsgeschenken, schließt aber Schenken und Beschenktwerden nicht kategorisch aus.

Nun äußerte ich meinen Geschenkwunsch mindestens zwei Mal relativ konkret, davon einmal, nachdem im Wohnzimmer der Schwiegervater dem Herrn Gemahl Geschenkvorschläge so intensiv einflüsterte, dass ich in der Küche alles hören konnte und dementsprechend noch mal daran erinnerte, dass ich mir, wenn überhaupt irgendwas, dann eine Staffelei wünschte. Ich kann zwar gar nicht malen, aber das weiß ja niemand. Außerdem kann ich ja vielleicht doch malen, konnte das aber mangels Ausrüstung bislang nicht feststellen.

(Tatsächlich habe ich mal eine Zeitlang Bilder in Postkartengröße gemalt und davon sahen ein paar ungefähr so aus.)

Nun bin ich aber ein extrem genügsamer Mensch und bin auch nicht traurig, wenn ich nichts geschenkt bekomme, weil ich mir ja auch fast alles selber kaufen kann, wenn ich unbedingt möchte. Und so erwartete ich Weihnachten in so einer Art Schrödingerscher Lauerstellung, gleichzeitig mit einem und mit keinem Geschenk rechnend.

Wir aßen die Vorspeise. Kein Geschenk. Dann den Hauptgang. Immer noch kein Geschenk. Zwischendurch packte ich das Geschenk für den werten Herrn Gemahl ein und legte es unter den Baum. Der werte Herr Gemahl hat nämlich den wirklich äußerst unangenehmen Charakterzug, 90 Prozent der Geschenke vor dem Auspacken zu erraten und ich wollte ihm keine unnötige Vorlaufzeit geben. Für mich: Immer noch kein Geschenk.

Kauf ich mir die Staffelei also selber, dachte ich. Der Hauptgang war gegessen, für den Nachtisch musste erst noch der Teig angerührt werden, danach aufs Sofa legen und Fernsehen gucken.

“Mach aber erst mal die Festbeleuchtung in deinem Zimmer aus”, sagte der werte Herr Gemahl. Die Festbeleuchtung in meinem Zimmer bestand aus einer kleinen Stehlampe, bei der zwei von vier Birnen durch mattes Glas schimmerten, aber gut. Die Meinungen, was in welchem Zimmer zu welchem Anlass akzeptable Beleuchtung ist, gehen in diesem Haushalt sowieso auseinander.

Ich ging also ins Zimmer, knipste die Lampe aus und kümmerte mich weiter um den Nachtisch.

“Dann mach doch schon mal den Fernseher an”, sagte der werte Herr Gemahl. Ich ging also ins Wohnzimmer, setzte mich aufs Sofa, machte den Fernseher an, sah Richtung Küche und… Moment!

Dieses große braune Holzding steht doch sonst nicht hier rum!

Staffelei

Ich hatte den Mann beinahe zur Verzweiflung getrieben, in dem ich konsequent an meinem Geschenk vorbei lief ohne es zu beachten. Mühsam hatte er es heimlich in mein Zimmer gestellt und mich dann zum Licht ausschalten dahin geschickt und war leicht irritiert, als ich ohne irgendeine Reaktion wiederkam. Dann also wieder heimlich von meinem Zimmer ins Wohnzimmer geschleppt, mich zum Fernsehen geschickt und beobachtet, wie ich sehr straight an der Staffelei vorbei lief, mich aufs Sofa setzte, den Fernseher anschaltete und erst dann, endlich, endlich, irgendwie merkte, dass im Raum noch etwas stand, dass da vorher noch nicht gestanden hatte.

Ich kann mir das nur mit dem Effekt erklären, den man auch bei Filmen so schön beobachten kann. Man sieht nur das, was man erwartet oder vielmehr das, von dem das Gehirn meint, es wäre irgendwie wichtig. Bei einer Folge “Malcolm in the Middle” zum Beispiel gibt es eine Szene, in der man einen Kameramann sieht. Mehrere Sekunden lang. Mitten im Bild. Weil man aber nicht damit rechnet und sich auf die Handlung konzentriert, sieht man ihn nicht, es sei denn, man weiß, dass er da ist, dann sieht man ihn immer. Man nennt das (um hier wieder dem Anspruch des Bildungsblogs gerecht zu werden) auch Unaufmerksamkeitsblindheit oder inattention blindness  und es gibt lustige Videos, mit denen man das Phänomen quasi im Selbstversuch beobachten kann (zum Beispiel hier und hier).

Tatsächlich hätte ich die Staffelei schon beinahe zwei Tage früher gefunden. Sie war nämlich in der anderen Wohnung im Bad versteckt. Ein an sich recht sicheres Versteck, wenn nicht die Katze der Nachbarin zufällig spontan in die Wohnung gerannt und ich hinterher gelaufen wäre, worauf der werte Herr Gemahl mir hinterherlief, um bloß zu vermeiden, dass ich auf Katzensuche mal ganz unbedarft ins Bad gucken würde. Die Katze war dann aber nicht im Bad und so brauchte es noch zwei Tage und zwei Versuche, bis ich endlich mein Weihnachtsgeschenk entdeckte.

Gentest per Einkaufsverhalten

Ich war heute morgen einkaufen, erstens, weil es Frühstück geben sollte und zweitens, weil ich ja noch einen Käsekuchen machen wollte und den muss man ja rechtzeitig machen, damit er auskühlen kann. Und dann war ich später noch mal einkaufen, habe Sekt gekauft und noch was zu Essen und zum Knabbern. Jedenfalls wusste ich morgens schon, dass ich später noch mal wiederkommen würde, ich hätte natürlich im Prinzip alles schon morgens kaufen können, aber da wusste ich noch nicht so sicher, was ich später noch brauchen würde, also ging ich erst mal einkaufen und dachte, später kauf ich dann halt den Rest.

Eine der schönsten Geschichten über meinen Vater geht so:

Mein Vater und meine Mutter waren im Supermarkt einkaufen und meine Mutter fragte: “Brauchen wir sonst noch was?”

Woraufhin mein Vater antwortete: “Ist auch egal, ich wollte nachher eh noch mal einkaufen.”

Apfel. Stamm. Sie wissen schon.

Überraschung!

Vor ein paar Tagen, Montag oder so, steckte ich mir beim Gang zur Kantine einen Zehn-Euro-Schein in die hintere Hosentasche, nur für den Fall, dass ich vielleicht Geld auf die Kantinenkarte laden müsste. Dabei dachte ich noch, wenn ich jetzt das Geld nicht bräuchte, würde ich es wahrscheinlich vergessen, und dann würde ich mich total freuen, wenn ich demnächst zufällig in Tasche greifen würde und ein Zehn-Euro-Schein wäre darin. Normalerweise habe ich nämlich kein Geld in irgendwelchen Taschen, das ist immer im Portemonnaie.

Heute griff ich zufällig in die hintere Hosentasche und fand zu meiner großen Freude einen Zehn-Euro-Schein!

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Wohnungsupdate #umzug2014

Irgendwann werde ich wohl auch mal darüber schreiben müssen, wie wir zu unserer neuen Wohnung kamen, über den – wie ich es gerne nenne – schnellsten Wohnungskauf des Jahres 2014. Aber die Geschichte erzähle ich später.

Das Ergebnis ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt: Wir wohnen jetzt in einer neuen Wohnung, der Umzug war recht einfach, einmal kam ein Maler und hat alles gestrichen, dann kamen die Umzugsleute und haben alles mögliche eine Etage tiefer getragen und dann mussten wir uns um den Kleinkram kümmern. Am Samstag haben wir noch schnell ein Mitbringsel aus Frankreich in einen IKEA-Rahmen gepackt und aufgehängt und jetzt kriege ich regelmäßig Frankreichweh.

Biarritz

Die neue Wohnnung hat einige interessante Features und ich entdecke jede Woche neue. Am Sonntag zum Beispiel habe ich das Feature “Podcasts in der Badewanne hören” entdeckt. Es funktioniert allerdings nur so gut, wie das iPhone nicht die Wiedergabe des Livestreams verweigert.

Vor allem aber haben wir am Samstag das Feature “Gäste bewirten” ausprobiert und waren von dem Ergebnis recht angetan. Es gab Bruschetta mit Avocado & Jakobsmuschel sowie mit Tomate & Garnele, danach Rinderfiletsteaks mit handgeschnitzten Pommes Frites und zum Nachtisch ziemlich exzellenten Sticky Toffee Pudding. Dazu hatten wir diverse Weine und irgendwelche Obstbrände aus dem Elsass und schottischen Whisky.

Bruschetta

Schnitzarbeiten

Pommes Frites Alles super

Sticky Toffee Pudding

Erwartungsgemäß endete der Abend am Klavier. Weil wir aber auch unseren Bildungsauftrag immer sehr ernst nehmen, habe ich nicht nur erklärt, wie man mit einer typografischen Eselsbrücke rausfindet, ob der Mond gerade zu- oder abnimmt, wir waren auch mit der zeitweiligen Überlassung der Musikinstrumente nicht knauserig.

Tisch

Klarinette

Gast mit Wein

 

Rotwein

In diesem Sinne möchte ich mich noch mal bei unseren Nachbarn dafür entschuldigen, dass ich auf die Idee kam, die Klarinette auszupacken, woraufhin zwei der Gäste ein gewisser Ehrgeiz packte, auch den ein oder anderen Ton aus diesem Instrument herauszubekommen. Tatsächlich waren einige dieser Versuche sogar von Erfolg gekrönt. Aber, na ja, ich entschuldige mich trotzdem lieber mal. Aus Gründen.

Aufgegessen

Whisky

Jedenfalls haben wir jetzt auch das Rätsel gelöst, warum die Vorbesitzer der Wohnung dauernd Besuch hatten. Wenn ich eine Wohnung mit Wohnküche, Kamin, vier Balkonen und einem Wohnzimmer mit betanzbarem Stäbchenparkett hätte, dann hätte ich auch dauernd Besuch.

Und tatsächlich: So eine Wohnung haben wir ja jetzt. Toll.

Abwasch

Nicht ganz unhilfreiche Einkaufstipps zum Wochenende

Weil es mir selber erst gestern Mittag aufgefallen ist, hier ein hilfreicher Hinweis für alle Menschen, die in eher katholisch geprägten Bundesländern wohnen:

Am Samstag kann man nicht einkaufen. Da ist Feiertag. Man merkt es nicht sofort, weil man Feiertage, die nicht auf einen Wochentag fallen, ja gerne mal ignoriert. Umso wichtiger, dass man die wichtigen Einkäufe (Milch, Brot, Eier, Nudeln, Tomatensoße) dann noch schnell am Freitag erledigt, denn am Samstag wird es nicht gehen.

Alle Menschen, die in weniger katholisch geprägten Bundesländern wohnen, dürfen uns Feiertagsgeplagte nun weiter doof finden.

Ich danke für die Aufmerksamkeit.

Wichtige Aufräumtipps

Wenn ihr jahrelang ein Dokument, das man sehr selten braucht, dann aber eher dringend, sagen wir zum Beispiel einen Sozialversicherungsausweis, an ein und demselben Ort aufbewahrt habt, der jetzt nicht optimal war, wo ihr aber wusstet, okay, hier ist der Sozialversicherungsausweis und wenn ich ihn brauche, dann finde ich ihn hier. Wenn dem also so ist und ihr eventuell im Zuge von Aufräumaktionen mal quasi sämtlichen Papierkram, der so rumfliegt sortiert und sinnvoll geordnet in Ordner packt, dann glaubt bloß nicht, danach wüsstet ihr noch, wo der Sozialversicherungsausweis wäre. Da ist er nämlich nicht. Und da auch nicht. Und da übrigens auch nicht.

Wenn ihr das also tut, dann macht euch um Himmels Willen irgendwo eine Notiz, dass ihr den Sozialversicherungsausweis da oder eben da hin gepackt habt und hängt sich euch gut sichtbar auf.

Es wird sich dann zwar rausstellen, dass der Sozialversicherungsausweis gar nicht im Zuge von Aufräumaktionen abhanden kam, sondern, weil ihr ihn zwischenzeitlich mal brauchtet und danach nicht daran gedacht habt, ihn an seinen üblichen Ort zurückzustecken, aber es bleibt trotzdem ein sinnvoller und hiflreicher Hinweis. Glaube ich jedenfalls.

#umzug2014 – Trampelpfade

An den Grundriss der neuen Wohnung hingegen muss ich mich noch erst gewöhnen. Den grüßten Gewöhnungsbedarf erkenne ich da beim Wohnzimmer und in der Küche. Prinzipiell haben wir jetzt eine offene Küche, etwas, das ich nie haben wollte, weil ich Ruhe in der Küche schätze und deswegen gerne eine Tür habe, die man im Zweifelsfall schließen kann. Das geht jetzt so nicht, allerdings ist der Grundriss einigermaßen gnädig, so dass ein bisschen Pufferraum zwischen Küche und eigentlichem Wohnzimmer ist, was das ganze wieder annehmbar macht. Man kommt dann entweder durch die Küche oder eine der beiden Wohnzimmertüren in den Flur und von da aus eben in den Rest der Wohnung, wo man halt gerade so hin möchte.

Hier habe ich gerade immer das Gefühl, genau den falschen Weg zu nehmen, bilde mir also ein, dauernd Umwege zu laufen. Da ich das aber IMMER habe, ist es vielleicht auch einfach so, dass ich mich schlicht noch nicht an den neuen Grundriss gewöhnt habe und dementsprechend vor allem häufiger rumlaufen muss.

Außerdem scheinen mir die Lichtschalter falsch platziert. Das ist natürlich nicht richtig, sie sind ganz normal an der Wand in üblicher Höhe angebracht, nur eben nie da, wo ich sie gerne hätte. Vor allem in der Küche haue ich regelmäßig an eine Stelle an der Wand, um das Licht anzumachen, nur ist da eben kein Lichtschalter, was die ganze Aktion einigermaßen sinnfrei macht. Aber auch hier bin ich hoffnungsvoll, dass es sich lediglich um anfängliche Irritationen handelt, die sich im Laufe der Zeit schon ergeben werden.

Möglicherweise ergeben sich im Laufe der Zeit ja auch hilfreiche Trampelpfade in der Wohnung, so dass man nicht mehr grübeln muss, welchen Weg man am besten einschlägt, sondern das an einer leichten Einkerbung im Parkett erkennen kann. Wir arbeiten dran.

#umzug2014 II

Kamin

Mittlerweile sollten es die meisten aufgefallen sein, wir sind umgezogen. Tatsächlich handelte es sich bei der ein oder anderen kryptischen Bitte, mir mal die Daumen zu drücken, immer um irgendwas, das mit dem Wohnungskauf zu tun hatte. Diese Wohnung, in der wir jetzt also seit Montag offiziell wohnen, fanden wir nämlich eher zufällig. Oder anders gesagt: Wir wissen schon recht lange von ihrer Existenz, fanden aber durch Zufall heraus, dass sie zum Verkauf steht.

Es war entsprechend der schnellste Wohnungskauf überhaupt, wir wussten nach fünf Minuten Wohnungsbegehung, dass wir diese Wohnung in Zukunft gerne bewohnen wollen würden. Möglicherweise hilft es, wenn man dazu weiß, dass es sich um eine Wohnung im gleichen Haus handelt, in dem wir sowieso schon seit vier Jahren wohnen und von der ich ja auch bei Stefan im Podcast erzählte. Wir mussten uns also keinen großen Kopf um Wohnungseigentümergesellschaft, Lage oder Substanz machen, denn das kennen wir ja alles schon und finden es gut.

Jedenfalls sind wir jetzt umgezogen. Ein Umzug eine Etage tiefer ist sehr schick und erleichtert vieles. Wir haben uns trotzdem eine Spedition kommen lassen, weil wir keine Lust hatten, Möbel ab- und wieder aufzubauen oder sehr schwere Sachen zu schleppen. Außerdem besitzen wir ein Klavier.

Positiv vermerken lässt sich, dass wir anscheinend lernfähig sind. Anstatt wieder wochen- oder monatelang ohne richtige Lampen zu wohnen, kauften wir schnell für fast alle Zimmer Lampen und ließen die einfach direkt vom Umzugsunternehmen installieren. Jetzt hängen tatsächlich fast überall Lampen. Nur in einem Zimmer nicht, das ist dieser Lampenkauflethargie geschuldet, die mich ab einem gewissen Zeitpunkt überfällt und der meine gesamte Entscheidungskraft außer Gefecht setzt und mich die Lampenabteilung bei IKEA fluchtartig verlassen lässt. Wenn man aber bedenkt, dass in der alten Wohnung nach vier Jahren immer noch in drei Zimmern keine Lampen hängen, ist das schon ein gewaltiger Fortschritt.

Dann haben wir noch schnell einen Spiegelschrank gekauft, den die Spedition dann auch direkt aufhängen durfte. Nach drei Tagen muss ich sagen: So ein Leben mit Spiegelschrank im Bad ist ungemein lebenswert. Ich hatte ja keine Ahnung! Außerdem haben sie auch den Draht für die Gardinen in zwei Zimmern angebracht. Das mit den Gardinen schaffen wir dann überraschenderweise sogar immer selbst.

Es ist also tatsächlich fast alles gemacht worden. Beim nächsten Umzug müsste dann also der Tendenz nach eigentlich alles fertig sein, aber nun wollen wir ja erstmal gar nicht umziehen, es ist ja jetzt alles perfekt.

Alles in allem handelt es sich um ein nicht zu unterschätzendes Lebensupgrade. Von null auf vier Balkone! Bad mit Badewanne! Mein eigenes Arbeitszimmer! KAMIN! KAMIN! KAMIN! Und endlich wieder Platz an den Wänden für mehr Bilder.

Außerdem hat die Küche eine Mikrowelle. Das verspricht neue Techniktagebuchbeiträge, wenn ich nach 34 Jahren Leben ohne Mikrowelle lerne mit diesem neumodischen technischen Wunderwerk umzugehen. Bleiben Sie dran.