Kategorie: Ich so

Ostern

Dieses Wochenende ging uns erst unsere Zugbrücke kaputt (ich werde noch berichten), dann naschte die Mieterkatze von den Osterglocken und kotzte aufs Sofa, dann brach bei der Mieterin irgendwas aus dem Scharnier eines Küchenoberschranks und dann ging mein Ladekabel für den Laptop kaputt. Dementsprechend schreibe ich das jetzt auf einem  MacBook, das in diesen Tagen acht Jahre alt wird. Das weiß ich zufällig, weil ich es damals zum zweiten Hochzeitstag bekommen habe und am Samstag ist…, aber das können Sie sich jetzt selbst zusammenreimen.

Dieses Ostern ist nachweislich kaputt, ich möchte es zurückgeben und ein neues anfordern. Eines, wo weniger Dinge kaputt gehen, die im Zweifelsfall Geld kosten und deren Reparatur auch nicht prokrastinierbar ist.

Um auch etwas positives zu berichten: Es schlüpfen gerade Petersilienküken sieben und acht, wir haben einen neuen Gasgrill und keine Ahnung, wie wir bisher ohne Grill leben konnten und ich habe mich an ein Projekt gewagt, das mir schon seit einiger Zeit im Kopf rumgeht.

In den nächsten Wochen werde ich fast täglich ein Video hochladen, auf dem ich mit der Ukulele Songs von Paul Simon covere. Eigentlich sollte es täglich sein, da weiß ich jetzt aber ziemlich sicher, dass ich das nicht schaffe. Aber dreißig sollen es werden. Bei acht sind wir mittlerweile angekommen, es gibt eine Hörerwunschliste, es darf aber gerne ganz unverbindlich weiter gewünscht werden.

Die Playliste auf YouTube findet man hier.

 

Wie gestern fast die Welt unterging, aber dann doch nicht

Es gibt bestimmte Uhrzeiten, da sollte ich nicht denken. Es handelt sich grob um die Zeit zwischen 2 und 5 Uhr nachts bzw. morgens. Üblicherweise klappt das ganz gut, denn üblicherweise schlafe ich da. Gestern aber nicht. Möglicherweise ist es gar nicht so empfehlenswert, sieben Gänge zu essen, vielleicht war auch der abschließende Kaffee schuld oder die halbe Flasche Wein oder vielleicht war gestern Nacht auch die Mondphase ungünstig oder ich noch von der Zeitumstellung verwirrt. Jedenfalls konnte ich nicht schlafen. Ein für mich ungewohnter Zustand, dem man aber meistens mit ausreichend Rumliegen und Nichtstun entgegen wirken kann.

Man darf halt nur nicht anfangen zu denken. Wenn man anfängt zu denken ist alles aus. Gestern fiel mir dabei zum Beispiel auf, dass ich vergessen hatte, nachzugucken, wie die Kontosituation ist. Normalerweise ist die Kontosituation kein Grund zur Beunruhigung, aber einmal im Quartal geht ein Kredit ab, der die Kontosituation für ein paar Tage in Unwägbarkeiten stürzt, zumal die Abbuchungs- und Zubuchungstermine nicht verlässlich steuerbar sind. Das wollte ich eigentlich am Wochenende prüfen, entschied mich dann aber anstatt dessen für Nudelsalat. Das fiel mir also siedendheiß wieder ein und so standen wir gestern Nacht um 2 Uhr zumindest in meinem Kopf kurz vor der Privatinsolvenz. Dann fielen mir noch die Bücher ein, die ich schon zwei Mal verlängert habe, und die ich eigentlich am Samstag zur Bücherei hätte bringen müssen, was ich aber nicht gemacht hatte. Statt dessen hatte ich Nudelsalat gemacht. Auch das ist eigentlich kein Problem, maximal ergeben sich ein bisschen höhere Mahngebühren, aber das sollte mich auch nicht aus der Ruhe bringen, schließlich habe ich in meiner Kindheit und Jugend gefühlt die halbe Kinderbuchabteilung der Stadtteilsbücherei in Köln-Mülheim mit meinen Mahngebühren finanziert. Gestern Nacht um 2 Uhr jedoch bedeutete der verpasste Rückgabetermin dramatische Konsequenzen. An Schlafen war unter diesen Bedingungen nicht zu denken.

Wenn man dann so dabei ist, finden sich schnell noch weitere Dinge, bei denen Panik angebracht scheint. Mails, die man vergaß zu beantworten, Daueraufträge, die man noch einrichten müsste, Dinge, die man hätte organisieren sollen und eh man sich’s versieht, geht das ganze Leben den Bach runter. Das sind alles Dinge, die man am Wochenende hätte erledigt müssen, dann fiel einem aber auf, dass die neunte Staffel von “How I Met Your Mother” auf Netflix ist und musste fix umpriorisieren. In diesem Zustand ist es auch selbstverständlich, dass die Verzögerung der zu erledigenden Dinge um ein oder zwei Tage mehr oder weniger das Ende der Welt bedeutet und nicht, sagen wir mal, ein paar Euro in Mahngebühren und eventuell ein bisschen Schriftverkehr.

Selbstredend stand ich also um 2 Uhr auf, machte ein paar Überweisungen und lernte außerdem, dass man Bücher der Stadtbibliothek Essen nachts um 2 Uhr gar nicht online verlängern kann, weil man bei der Stadtbibiothek Essen nachts aus Datensicherungsgründen überhaupt nichts tun kann. Dann ging ich wieder ins Bett und harrte dem drohenden Weltuntergang. Irgendwann muss ich dabei eingeschlafen sein.

Mit etwas Abstand betrachtet scheint mir meine gestrige Panik etwas voreilig. Vermutlich müssen wir gar keine Privatinsolvenz anmelden, die Bücher habe ich heute morgen noch in den Rückgabekasten gebracht, bereits eine Mail beantwortet und den Dauerauftrag einzurichten scheint mir auch lösbar zu sein. Eventuell hätte ich gestern Nacht also auch einfach mit dem Denken aufhören und statt dessen schlafen können, aber man ist ja hinterher immer klüger. Und heute Abend trinke ich nach 22 Uhr einfach keinen Kaffee mehr.

Einkaufszettel

Letztens wollte ich den werten Herr Gemahl zum Einkaufen schicken, weil ich mir davon eine gewisse Erleichterung des Abends meinerseits versprach. Erst dachte ich, das wäre einfach, denn ich brauchte: Möhren, Schalotten, Hackfleisch, Basilikum, Spaghetti und Dosentomaten. Mir würde das als Einkaufszettel genügen, aber ich wusste natürlich auch, was ich damit machen wollte und kannte das Rezept.

Tatsächlich verlief das Gespräch aber eher so:

“Ein bis zwei Möhren brauchen wir, je nach Größe, guck halt mal. Und dann Schalotten. Weißt du was das ist? Ja, die kleinen länglichen im Säckchen. Hackfleisch auch, so 300 Gramm. Und Dosentomaten, am besten zwei von den kleinen Dosen, und nicht die stückigen oder passierten, sondern richtigen Tomaten, guck mal, ob Eiertomaten drauf steht. Dann noch Spaghetti, aber nicht die moralisch unkorrekten von Barilla, diese Firma unterstützen wir nicht. Nee, sonst ist egal, nimm einfach irgendwelche anderen. Und Basilikum, aber guck erst, ob der auf dem Balkon noch gut ist, der sah aber letztens schon etwas welk aus. So das war’s. Bis heute Abend. Tschü-hüss!”

Man merkt ja manchmal erst, wie kompliziert so ein Einkauf ist und wie viele Detailentscheidungen man nur beim Kauf von Dosentomaten so treffen muss, wenn man jemand anders ohne Aufsicht losschickt.

Trinkgewohnheiten

Es kursiert ein Fragebogen von den Bildungstrinkern zu den Trinkgewohnheiten, der sich mir quasi an den Hals schmeißt und beantwortet werden müssen. Andere Leute, die schon geantwortet haben, sind Anke Gröner, die Kaltmamsell und Stevan Paul.

1. Was ist dein liebster Drink?

Im Prinzip Wein, aber das zählt vielleicht nicht als Antwort. Ansonsten mag ich so Klassiker wie Caipirinha oder Whiskey Sour, ein bisschen sauer, ein bisschen süß, das passt schon.

2. Wann hast du das erste mal Alkohol getrunken?

Irgendwann als Teenager vermutlich. Da ich kein rebellische Phase hatte, jedenfalls keine, die irgendwas mit Alkohol oder Zigaretten zu tun hatte, scheint mir am wahrscheinlichsten, dass das auch zu Hause war. Wein vermutlich. Zum ersten Mal betrunken war ich auf dem sechzehnten Geburtstag von Sonja, wo es Kleiner Feigling in Mengen gab. Oder zumindest in Größenordnungen, die für wenig trinkerprobte Teenager ausreichten.

3. Welchen Drink hast du am meisten bereut?

Keinen. Auch die schlimmsten Kater gehen vorbei und im Zweifelsfall taugt nachher alles als lustige Geschichte. Jedenfalls bei mir.

4. Bar oder Kneipe?

Sofa. Da ist es auch nicht so laut.

5. Champagner oder Schaumwein?

Crémant. Zum Beispiel der Bouvet Ladubay Tresor Rosé Brut. Den können Sie mal probieren, der ist gut. Mal abgesehen davon, dass Champagner ja auch nur etwas anders hergestellter Schaumwein aus einer bestimmten Region ist, und man hier meines Erachtens nicht zwingend eine Entweder-Oder-Frage basteln muss. (Experten werden bei der Äußerung die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ich weiß.) Achtung, Bildungsblog: Das mit der Region nennt sich übrigens Appellation d’Origine Contrôlée, kurz AOC und ist u.a. in Frankreich eine Qualitätsbezeichnung. Damit werden Produkte gekennzeichnet, die auf traditionelle Weise hergestellt werden und deren Zutaten aus einer bestimmten Region stammen oder teilweise dort gereift sind.

6. Mit wem würdest du gerne trinken?

Ich habe eine Liste mit prominenten Leuten, die ich gerne mal zum Abendessen einladen wollten. Dabei wäre Trinken dann inbegriffen. Die Liste ist nicht sehr lang, weil ich zumindest ein bisschen realistisch bleiben möchte. Ich würde gerne mit Hagen Rether und Hennes Bender essen und trinken. Hennes Bender, weil ich bei irgendeiner Sendung gesehen habe, dass in seinem Arbeitszimmer nicht nur Unmengen Comics im Regal standen, sondern auch ein Schlagzeug davor. Das finde ich sehr sympathisch, ich glaube, wir hätten viel Spaß. Und Hagen Rether, weil er sehr interessante Sachen sagt. Außerdem sind beide anscheinend nur so semiberühmt, dass immer noch Leute “Hä, wer?” fragen, wenn sie die Namen hören und beiden wohnen bei uns in der Nähe.

7. Bei wem würdest du gerne trinken?

Ich kenne mich mit der Wein- und Barszene nicht annähernd genug aus, als dass ich irgendwelche gastronomischen Institutionen wüsste, wo ich unbedingt mal hin möchte. Aber es darf mich jederzeit jeder einladen. Ich komme gerne.

8. Wie sieht deine Hausbar aus und was ist das Kostbarste darin?

Das hübsche Zeug steht in der Vitrine. Der Wein und einiges anderes in der Abstellkammer und Zeug, das ich regelmäßig brauche (Amaretto für Tiramisu, Rum zum Backen), aber keinen Platz in der Vitrine hat in der Küche dort, wo hoffentlich bald mal eine Waschmaschine hinkommt.

Vitrine

Am teuersten war garantiert irgendein Whisky, der Springbank vielleicht oder der Talisker 57° North. Außerdem bringen uns immer wieder Menschen Zeug mit, wir haben also Tequila aus Mexiko und Cachaca aus Brasilien.

9. Beschreib deine Eiswürfel.

Ich hab kleine und größere, benutze aber auch mittlerweile gerne diese Einwegbeutel. Meine Eiswürfel sind meistens kalt und durchsichtig. Ich stelle sie aus gutem Essener Leitungswasser her.

10. Was ist deine Gin-&-Tonic-Empfehlung?

Ich empfehle Gin & Tonic und vor allem ein Ampersand zwischen den beiden. Tatsächlich finde ich Gin & Tonic sehr lecker, habe aber noch nicht ausreichend damit herumexperimentiert, um konkrete Produktvorschläge zu machen. Die Optionen sind ja schier unendlich, seit das irgendwie zum Kult geworden ist, das überfordert mich.

Als Alternative möchte ich aber mal Pimm’s Cup No. 1 ins Gespräch bringen. Das scheint mir in den hiesigen Breiten- und Längengraden noch etwas unterrrepräsentiert. Und natürlich Picon Bière, dieses geile Gesöff, das ich in Frankreich immer bestelle, wenn ich es kriegen kann.

Picon

11. Wie bekämpfst du deinen Hangover?

Mit Liegen und Jammern. Da ich ein vernünftiger Mensch bin, trinke ich üblicherweise nur selten übermäßig und nicht dann, wenn ich am nächsten Tag irgendwo hin muss. Ich bekämpfe nicht, ich sitze… äh… liege das aus.

Übers Einschlafen

Ich habe kein Problem mit dem Einschlafen. Im Gegenteil. Ich habe generell keine Probleme mit dem Schlafen. Ich lausche immer sehr fasziniert den Berichten von Leuten mit Schlaf- und Einschlafproblemen, Leute, die nachts um 3 Uhr aufwachen und nicht mehr schlafen können. Sowas passiert mir nicht. Wenn ich eins richtig gut kann, dann schlafen.

Ich kann auch super einschlafen. Meine erste Messung diesbezüglich stellte ich mit Hilfe der Drei Fragezeichen an. Wenn ich alleine einschlafe, höre ich nämlich Hörspiele zum Einschlafen und am nächsten Tag wusste ich nie mehr als das, was in den ersten fünf Minuten passierte. Das konnte ich dann später mit so einem Schlafmessarmband bestätigen. Ich schlafe immer sehr schnell ein und dann schlafe ich durch bis zum nächsten Morgen. Ich bin auch schon auf Hochzeiten und Partys eingeschlafen und zwar nicht in einem Nebenraum, sondern genau da, wo die Hochzeit oder die Party gerade statt fand.  Es schläft sich zwar nicht ganz so bequem auf Hochzeiten, weil es meistens laut ist und man ja kein Bett hat, sondern nur irgendwelche Bänke oder zusammengeschobene Stühle, aber es geht.

Üblicherweise lese ich vor dem Einschlafen. Das ging früher auch besser, mittlerweile bin ich anscheinend alt und werde sehr schnell müde. Wenn ich müde werde, dann lese ich Sätze drei Mal, weil ich zwischendurch immer die Augen zumache und dann nicht mehr weiß, wo ich gerade war. Außerdem dringen die Sätze nicht mehr komplett bis zum Gehirn durch. Das sind alles Beobachtungen, die ich vermutlich mit vielen Leuten teile, die abends im Bett noch lesen.

In der letzten Zeit ist aber ein neues Feature hinzugekommen. Wenn ich müde werde, lese ich irgendwann Sachen, die gar nicht im Buch stehen. Mein Gehirn scheint schon im Traummodus zu sein und erfindet dann einfach Sachen. Irgendwann merke ich dann, dass das, was ich in den letzten Minuten gelesen habe, wirklich im Gesamtzusammenhang des Buches überhaupt keinen Sinn mehr ergibt. Es tauchen neue Figuren auf, die wirre Dinge tun. Ich habe leider kein konkretes Beispiel, aber ich werde beim nächsten Mal besser aufpassen.

Wenn jedenfalls auf einmal die Geschichte unerwartet sehr abstrus wird, weiß ich, dass ich eigentlich schon zu müde bin, um noch weiterlesen zu können. Dann schalte ich das Lesegerät aus, klappe die Hülle zu, mache das Licht aus und schlafe ein. Denn wenn ich eins gut kann, dann ist das Schlafen.

Systemgastronomie

Ich bin bei weitem kein Feind der Systemgastronomie. Ich habe kein Problem mit McDonald’s oder Burger King, ich gehe da sogar regelmäßig freiwillig hin und finde Leute, die “McDoof” sagen albern. Außerdem liebe ich Mongo’s. Ich könnte dauernd zu Mongo’s gehen, weil ich das da toll finde, das Essen ist super, der Service war bis jetzt immer vollkommen ausnahmslos super und man bekommt sogar gute Cocktails. Auch wenn ich auf der einen Seite ja gerne neue Sachen probiere und Menschen, die immer dasselbe bestellen, seltsam finde, finde ich es manchmal wieder sehr entspannend, irgendwo in Deutschland verlässlich etwas zu bekommen, was genau so schmeckt, wie es immer schmeckt. Dafür schmeckt es dann vielleicht nicht super, sondern einfach nur ausreichend okay, aber das passt dann schon.

Dann gibt es Vapiano. Manchmal frage ich auf Twitter, wo man denn da oder dort essen gehen können, und dann sagt immer irgendwer “Vapiano”. Ich möchte das bitte von jetzt an nicht mehr hören. Ich möchte nicht mehr zu einem Vapiano geschickt werden, ich möchte auch nicht mehr zu einem Vapiano mitkommen müssen. Ich war zwei Mal bei Vapiano und zwei Mal hat es mir sehr verlässlich nicht geschmeckt. Ich muss diese Testreihe jetzt nicht mehr fortsetzen.

Es fängt aber schon damit an, dass ich das Konzept von Vapiano nicht verstehe. Systemgastronomie schön und gut, da muss man manchmal seltsame Rituale mitmachen. Bei McDonalds steht man erst für sein Essen an, bekommt dann aber immerhin alles auf einmal und auch meistens in ausreichender Geschwindigkeit, so dass man in auch in einer größeren Gruppe nicht lange warten muss. Mongo’s ist ja eher schon ein Restaurant. Es ist vielleicht auch schon keine Systemgastronomie mehr, sondern einfach ein Franchise. Um sein Essen muss man sich trotzdem selbst kümmern, man sucht sich die Soße aus, dann füllt man alle Zutaten in ein Schälchen und irgendwann wird es einem dann fertig gebraten gebracht.

Bei Vapiano sucht man sich erstmal einen Platz und dann müssen eigentlich alle gesammelt irgendwo anders hin, um sich ihr Essen an verschiedenen Ausgaben mit unterschiedlich langen Schlangen und unterschiedlich schnellen Köchen zu holen. Da fängt der Kummer schon an. Beim ersten Mal im Vapiano musste ich spontan an die Mensa in Bonn denken. Da war ich auch exakt zwei Mal. Einmal, weil ich von einer Kommilitonin gefragt wurde und einmal, weil wir mit einer Gruppe Studenten für einen Film vom Goethe-Institut gefilmt wurden. Da mussten wir typische Sachen machen, die man als Studenten so macht. Wir haben also ausschließlich Sachen gemacht, die wir quasi nie gemacht haben, aber sehr verdächtig wie etwas wirkten, was man als Student so macht. Wir waren also in der Mensa und im Arithmeum, einem Mathematikmuseum. In der Mensa in Bonn musste man sich unten schon unbesehen entscheiden, was man essen wollte und dann an eine der Ausgaben, die günstig auf mehrere Stockwerke verteilt waren. Die Chance, dass man zeitgleich das Essen bekommen würde UND sich dann noch wiederfinden würde ging also gegen Null. Ich habe mich also, um weiteren Sozialstress zu vermeiden, in die gleiche Schlange wie meine Kommilitonen gestellt und beide Male Essen genommen, das ich nicht mochte.

Ungefähr so ist das bei Vapiano auch, nur mit weniger Studenten und immerhin auch weniger ekligem Essen. Beim ersten Mal waren wir in Düsseldorf im Vapiano, da war es laut und voll, ich aß Nudeln, die in viel zu viel Öl schwammen und habe mich die ganze Zeit mit dem Gedanken beschäftigt, warum die Leute hier so gerne hinkommen. Was der Herr Gemahl hatte, weiß ich nicht mehr, aber es war anscheinend auch nicht überzeugend genug, um ihn zu einem Wiederkommen zu inspirieren.

Gestern waren wir in Dortmund im Vapiano, es war spät, wir waren vorher in der Oper und haben uns “Jesus Christ Superstar” angeguckt. Im Laufe des weiteren Abends tauchte übrigens quasi der gesamte Cast des Musicals auch im Vapiano auf und ich kann hiermit aus erster Hand verkünden: Alexander Klaws singt nicht nur enorm gut (wirklich, kein Scheiß!), er isst auch Pizza im Vapiano. Ich hatte einen Cesar’s Salad, der Herr Gemahl hatte Vitello tonnato, wir standen wieder in Schlangen rum und zwar so lange, bis der Herr Gemahl sich einfach spontan umentschied und keine Nudeln mehr wollte. Der Koch war nett, aber leider überfordert. Der Cesar’s Salad war okay, ich habe schlimmere gegessen, aber auch welche mit weniger angeranztem Parmesan. Das mag an der späten Stunde liegen, ist aber auf der anderen Seite dann doch wieder keine Entschuldigung. Fairerweise muss man sagen, dass ich in Deutschland vielleicht noch nie einen wirklich guten Cesar’s Salad gegessen habe. Da reiht sich Vapiano mit seinem brauchbaren Beitrag auch nur in eine lange Reihe bittererer Enttäuschungen ein. Der Vitello tonnato hingegen muss eher im Bereich unterirdisch gewesen sein. Ich habe das nicht probiert, aber der Herr Gemahl gab nach dem halben Teller auf und betrachtete den Rest nur noch sehr argwöhnisch und anschuldigend.

Zum Nachtisch holte der Herr Gemahl noch irgendwas, wo wohl Blueberry Cheesecake dranstand, zumindest aber keine Blueberrys drin waren. Das was in dem Glas war, war geschmacklich okay, stand aber relativ sicher doch schon etwas länger rum. Na gut, es war spät. Aber nur weil ich spät komme, finde ich nicht, dass ich da schlechteres Essen bekommen sollte. Oder dann wenigstens für weniger Geld. Denn wenn wir ans Bezahlen kommen, ja gut, es ist nicht teuer im Vapiano, aber es ist auch nicht günstiger als beim Italiener an der Ecke.

Vielleicht machen wir irgendwas falsch. Vielleicht bestellen wir tatsächlich immer zielsicher das falsche oder stehen zielsicher in der falschen Schlange. Ich weiß das nicht. Ich weiß nur, dass ich zwei Mal sowohl vom Essen als auch vom gesamten Konzept deutlich unterwältigt wurde. Das reicht mir jetzt. Ich hab dem Laden zwei ehrliche Chancen gegeben, eine dritte braucht es nicht. Es gibt genügend Alternativen. Und im Zweifelsfall gibt es auch immer irgendwo einen McDonald’s, wo ich einen BigMac bekomme, bei dem ich wenigstens weiß, was mich erwartet.

Über Kinderkrankheiten und Baguette

Die Impfdebatte ist ja in vollem Gange. Ich habe keine Kinder und war unter anderem fahrlässig ungeimpft mal in Vietnam, aber das hatte andere Gründe, die mit einer gewissen Planlosigkeit zu tun hatten. Ich war nämlich nicht nur fahrlässig ungeimpft sondern auch mit dem falschen Visum in Vietnam. Hat aber keiner gemerkt. Als Biologentochter und Alumni einer Schule, auf dem einem noch was beigebracht wurde, bin ich sehr auf der Seite der Wissenschaft und dementsprechend sehr pro Impfung. Darum geht es hier aber nicht, das dürfen andere Leute mit mehr Energie bitte an anderen Stellen diskutieren.

Ich hatte Masern, Windpocken und Mumps. Ich weiß nicht mehr, wann und wogegen ich geimpft wurde. Ich erinnere mich an exakt zwei Impfungen, nämlich eine Schluckimpfung vermutlich gegen Keuchhusten und an die Impfung gegen Röteln in der Unterstufe, wo andere Mädchen weinend in der Ecke saßen, während ich vergnügt dabei zusah, wie mir die Ärztin die Spritze so in den Arm rammte, dass es blutete.

An Masern erinnere ich mich nicht, da war ich sehr jung. Ich meine mich daran zu erinnern, wie meine Oma panisch bei meiner Mutter anrief, weil die Enkelin krank sein, aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil irgendwer mal irgendwie sowas erzählt hat. An Windpocken erinnere ich mich etwas besser. Ich kann das nicht empfehlen, das ist unangenehm. Das einzig positive war, dass ich, meine Cousine und mein Cousin gleichzeitig Windpocken hatten, also nicht ganz allein in Quarantäne mussten. Das ist übrigens kein Argument für Masernpartys, besser wäre gewesen, wir hätten uns gar nicht erst tagelang die Pocken vom Körper kratzen wollen.

Mumps aber, das weiß ich noch genau, weil die Geschichte darum einigermaßen originell ist. Als ich Mumps hatte waren Sommerferien und wir in Frankreich. Meine Mutter, meine Tante, mein Cousin und ich waren Campen (das letzte Jahr, danach war Schluss mit dem Unsinn, Campen, lasst das, da hat man noch nicht mal richtige Betten). Ein anderer Teil der Familie war klüger und hatte sich ein Haus im Ort gemietet.

Irgendwann fing ich an über Schmerzen in den Backen zu klagen. Beim Kauen tat es weh und sonst auch. Meine Mutter diagnostizierte einwandfrei und knallhart: Baguette! Ich hatte sicherlich die bekannte Baguettekrankheit. Wer dauernd intensiv mit den Zähnen am Brot zieht, der kriegt Baguetteweh in den Backen. Fall gelöst. Millionen Franzosen wissen, wovon ich rede.

Mit Baguette ließen sich dann leider weder die dicken Backen noch das Fieber erklären. Mein Onkel, der hilfreicherweise Arzt war, wagte eine Zweitdiagnose und tippte auf: Mumps. Das klang dann nach ein bisschen Nachdenken doch wahrscheinlicher als Baguette. Dann durfte ich ein paar Tage im Haus rumfiebern und musste nicht campen, dann war der Mumps vorbei.

Sollte das Kind also im nächsten Urlaub über Backenweh klagen, muss es nicht zwingend das lokale Backwerk sein. Außer, wenn es vernünftigerweise geimpft ist, dann ist es vielleicht doch Baguette.

Reden wir nicht über Geld

Ich habe mich jetzt ausreichend lange über diese unsägliche “Was kostet mein Blog?”-Geschichte geärgert. Ich habe mich gleichzeitig darüber geärgert, dass ich mich über so eine Unsinnsgeschichte so ärgere und ich habe mich gefragt, warum ich mich über so eine Unsinnsgeschichte so ärgere. Ich habe also schon viel zu viel mentale Energie für Unsinn verschwendet. Das ist nicht gut.

Gott sei Dank habe ich heute den Blogpost von Katharina gefunden, die da eigentlich alles sagt, was ich in den letzten paar Tagen nicht so formuliert bekommen habe. Man findet das hier auf ihrem Blog Stich & Faden.

Falls in Bezug auf dieses Blog noch Fragen offen sind: Mein Blog kostet etwas Geld, etwas mehr Zeit und noch etwas mehr Liebe. Zwischendurch habe ich Spaß dabei (schön), bekomme gelegentlich etwas Geld (schöner), lerne großartige Menschen kennen (noch schöner) und mache mit den großartigen Menschen großartige Sachen (noch viel schöner).

Manchmal stehe ich in der Zeitung oder darf im Radio was sagen. Das betört dann das Rampensauherz.

Insgesamt habe ich auf diesem Wege ausgerechnet, dass es sich für mich auch weiterhin lohnt Geld, Zeit und Liebe zu investieren.

Bitteschön. Dankeschön. Weitermachen.

Malversuch 1

Ich habe ja bereits berichtet, dass ich zu Weihnachten eine Staffelei geschenkt bekam. Eine gewünscht Staffelei natürlich, so bekloppt ist hier keiner, dass einfach auf gut Glück Staffeleien verschenkt werden.

Nun kann ich ja gar nicht malen, aber das liegt ja vielleicht nur daran, dass ich das nie mache. Ich machte mich also kurz nach Weihnachten auf in den hiesigen Bastelbedarfladen mit ausreichend großer Künstlerbedarfecke und kaufte Acrylfarben, Papier und Pinsel ein, außerdem eine hübsche Palette in Blumenform.

Acrylfarben sind ja ein bisschen die Farben für ungeduldige Künstlerlaien wie mich. Damit kann man nicht viel falsch mache, da kann man mischen und drüber malen, man braucht kein Terpentin, man muss nicht endlos warten, bis es trocken ist, das ist alles sehr Anfängerfreundlich. Ich mag Acrylfarben, die passen zu meinem Typ.

Jedenfalls fing ich dann an zu malen. Erst vorzeichnen mit Bleistift, damit ich so grob wusste, was wo hinkam und dann mit den Farben drüber. Es ist alles noch Übung, man muss da ja reinkommen und rausfinden, wieviel Farbe man braucht, was dabei rauskommt, wenn man diese und diese Farbe mischt und überhaupt. Dann stand das halbfertige Bild ein paar Wochen rum und heute wollte ich eigentlich nur zumindest das eine Haus fertig ausmalen, malte dann aber einfach alles fertig. Das ist ja kein Meisterwerk, sondern Malversuch 1.

Für Malversuch 1 ist es gar nicht so schlecht, finde ich dann aber wieder. Das leicht infantile ist wohl charakterlich bedingt, für realistische Zeichnungen müsst ihr jemanden anders suchen, das kann ich nicht oder jedenfalls noch nicht, mal gucken. Das erste Bild ist jetzt jedenfalls fertig und sieht so aus:

AutoNoch nicht ganz fertiges Bild.

Papier Pinsel Fenster Palette Kermit Bild The Meisterwerk in all its glory.

Noch mal Bild GemaltSauerei, dieses Malen.