Tagebuchbloggen, 19.9.2019

Ich wachte früh auf und mir fiel sofort siedend heiß etwas ein, dass ich auf einmal mit einem komplett neuen Plottwist versah, was auf mehreren Ebenen sehr ungünstig gewesen wäre. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, es ging um eine Postsendung, die uns schon vor vielen Tagen versprochen wurde, die aber noch nicht angekommen war. Das war noch gar nicht das Problem, aber es gab eine aus den konkreten Umständen heraus nicht unwahrscheinliche Option, dass diese Postsendung an eine andere Adresse geschickt worden sein könnte, was sehr schlecht gewesen wäre und auch bedeutet hätte, dass ich sofort an diesem Tag dorthin hätte fahren und nachgucken müssen. Jedenfalls fiel mir das alles um 6:10 Uhr ein und dann konnte ich nicht mehr wie sonst drei Mal weiter snoozen, sondern war wach und aufgeregt.

Es klärte sich dann alles auf, die Postsendung war vorgestern erst rausgegangen und lag tatsächlich heute bei uns im Briefkasten, die halbe Stunde Schlaf bekomme ich damit aber auch nicht zurück.

Arbeit erfüllt wie immer in den letzten Wochen. Nächste Woche ist ein größeres Release geplant, aber es fehlen noch ein paar wichtige Dinge, teilweise gehen wir davon aus, dass sich nichts ändern sollte, aber es konnte aus unterschiedlichen Gründen noch nicht hinreichend bewiesen werden, dass wir mit dieser Annahme auch richtig liegen. Immerhin kam ich pünktlich raus, das musste auch so sein, weil ich abends noch Gesangsunterricht hatte.

Die Bahn kam natürlich dann doch zu spät, aber es reichte noch gerade so, dass ich pünktlich beim Unterricht war. Wir machten lustige Übungen mit Lax Vox und ohne. Der Lax Vox ist ein Gummischlauch, den man in eine Flasche mit Wasser steckt und dann oben in den Mund nimmt und „Uuuuuuuuuuuu“ macht. Es hat auch einen stimmbildnerischen Effekt, den kann ich aber nicht erklären. Dann versuchte sie mir mit Übungen einen „Twang“ in der Stimme beizubringen, also so einen sehr nervigen lauten Klang, den man unter anderem so beschreibt: Eine quakende Ente, ein weinendes Baby, eine kichernde Hexe. Leider sah ich mich außerstande, als Ente, Baby und Hexe ausreichend laute und nervige Geräusche zu machen. Wir kamen der Sache näher, als ich wie ein Flugzeug klingen sollte, daran muss ich mich jetzt orientieren. Dann sang ich noch „Gravity“ von Sara Bareilles, einmal ganz und zwei Mal den Schluss, jetzt ist die Lehrerin ausreichend zufrieden damit und nächste Woche machen wir anscheinend „Set Fire to the Rain“ von Adele.

Mein Mann holte mich ab, wir fuhren noch zum Supermarkt, einerseits für uns, andererseits weil morgen Gäste kommen. Zum Abendessen gab es dann Fertig-Flammkuchen aus dem Ofen, kein kulinarisches Highlight, aber vom Kosten-Arbeit-Nutzen-Faktor eine gute Sache. Die Wäsche, die ich morgens in die Maschine gepackt hatte, hing auch schon auf dem Wäscheständer. Wir erinnern uns daran, der Plan ist, möglichst viel schon Donnerstag zu erledigen, damit man Freitag umgehend ins Wochenende starten kann. Jetzt spielt mein Mann Klavier und ich sitze am Esstisch und in anderthalb Stunden ist der Tag auch schon wieder zu Ende.

Tagebuchbloggen, 14.9.2019

Morgens war Ukulele-Workshop in der Stadtbibliothek Köln. Die Gruppe war angenehm klein, zwei angemeldete Leute kamen nicht, dafür jemand, der gar nicht auf der Liste stand, am Ende waren es sieben Leute. Ich frage am Anfang immer etwas provokativ, warum sie hier mit einer Ukulele in einem Anfängerkurs sitzen, gestern waren die bislang schönsten Geschichten dabei.

Ukulelenworkshop

Eine Teilnehmerin hatte sich eine Ukulele von einer Freundin aus Hawaii mitbringen lassen ohne konkrete Ambitionen, einfach als landestypisches Mitbringsel, eine andere wollte ihren Mann zum 50. Geburtstag mit einem Ständchen überraschen und sich dafür eine (sehr schöne) Ukulele besorgt und war tapfer ein paar Monate zu einem Ukulele-Lehrer gegangen, um genau dieses eine Stück zu üben, was wohl dann auch bis zum Geburtstag geklappt hatte, das war aber schon zwei Jahre her und jetzt wollte sie doch mal gucken, ob man nicht noch mal ein bisschen mehr mit der Ukulele machen könnte. Eine andere wollte eine Ukulele verschenken, konnte sich dann aber nicht entscheiden und bestellte dann einfach zwei. Eine Japanerin erzählte, dass sie schon andere Instrumente gespielt hatte, bei näherer Nachfrage kam raus, dass sie mal Kontrabass gelernt hatte, was, na ja, es klingt klischeehaft, aber ich habe schon relativ große Hände und mehr als drei Halbtöne kriege ich damit auch nicht gegriffen, Kontrabass war also so ungefähr das letzte Instrument, das ich erwartet hatte.

Insgesamt sehr erfolgreich, die Gruppe war sehr nett und hilfsbereit, wir hatten eine Ukulele zu wenig, das war aber überhaupt kein Probleme, weil immer jemand freiwillig seine zu der ukulelenlosen Teilnehmerin reichte.

Vor dem Workshop musste ich noch was essen, ich wollte die Gelegenheit nutzen und eine belgische Sandwich-Kette ausprobieren, von der mein Ex-Chef aus Hanau sehr begeistert war, er hatte mehrere Jahre in Brüssel gelebt. Ich wusste ungefähr, wo die Kölner Filiale war, aber nicht genau und dann fiel mir der Name nicht ein, ich probierte erst ohne Erfolg „eki“, dann ohne Erfolg „exi“ und dann mit Erfolg „exki„. Jedenfalls kann ich sagen, das Sandwich mit Rindertartar ist wirklich sehr gut.

Danach fuhr ich in einer komplett unnötigen Aktion nach Marl, was mich etwas ärgerte, es war aber wohl so, dass sich erst während der Fahrt herausstellte, dass es eine komplett unnötige Aktion war und so bin ich jetzt jedenfalls mal nach Marl gefahren, auch wenn ich sonst nicht viel von der Stadt sah. Mein Mann holte mich am Bahnhof ab und wir fuhren nach Hause, hielten ein Nachmittagsnickerchen und dann feierten wir einen 50. Geburtstag bei Frau Inkanina mit sehr gutem Sekt und sehr netten Gästen. Aus Segelkursgründen blieben wir aber nicht zu lange, fielen aber trotz relativ früher Stunde sofort ins Bett und schliefen ein.

Tagebuchbloggen, 11.9.2019

Morgens große Verwirrung am Bahnhof, weil weder der Zug fuhr, mit dem ich eigentlich hatte fahren wollen noch der danach. Sie standen auch noch nicht mal als verspätet oder ausgefallen angeschlagen. Auf einem der zahlreichen Fahrplanänderungen-Zettel fand ich die Lösung. Diese Züge halten diese Woche nicht in Essen. Das hatte ich nur nicht bemerkt, weil ich ja zwei Mal hintereinander den verspäteten früheren Zug erwischt hatte.

Ich habe dann das einzig sinnvolle aus dieser Situation gemacht und mich für 40 Minuten in die DB Lounge gesetzt, weil man da erstens Kaffee bekommt und zweitens vernünftiges Internet, um schon mal ein paar Dinge zu erledigen. Ich habe ja seit ein paar Wochen einen neuen Arbeitsrechner, der über magische Technik von überall her ins Firmennetzwerk kommt und außerdem auch einfach so toll ist, ich bin immer noch ganz angetan. Außerdem gab es von diesem Sitzplatz aus direkt zwei Gasthäuser im Harry-Potter-Spiel, so dass ich zwischendurch ordentlich Zauberenergie sammeln konnte.

Auf der Arbeit wieder ungeplante Probleme, die im Laufe des Tages zwar (fast) alle irgendwie gelöst werden konnten, aber wieder viel Zeit fraßen. Außerdem machte ich Bekanntschaft mit dem neuen Raumbuchungssystem, es ist ja immer sehr erfreulich, wenn Technik nicht nur Probleme löst, sondern auch funktioniert. Mittags gab es Cevapcici, auf dem Zettel stand mit Soße oder Tzatziki, was mich gleich in eine Sinnkrise stürzte, es war aber entweder ein Fehler oder die austeilenden Köche wussten nichts davon, ich bekam jedenfalls ohne Probleme Soße und Tzatziki.

Im Büro hatte ich zu Konzentrationszwecken angefangen, alle möglichen Alben von Paul Simon zu hören, ich kann mich am besten konzentrieren, wenn ich mir sehr bekannte Musik höre, meine Mutter berichtet davon, wie ich in der Oberstufe singend, aber voll konzentriert meine Hausaufgaben machte. Im Büro singen ist ein bisschen problematisch, es sind da ja auch andere Leute, die nicht meine Eltern oder mein Mann sind und es vielleicht gar nicht so niedlich finden, wenn ich singe und außerdem ist es womöglich nicht ersichtlich, dass Mitsingen kein Zeichen von Abgelenktheit, sondern das genau Gegenteil darstellt.

Mit Paul Simon auf sehr laut auf den Kopfhörern dann zum Bahnhof, der Zug kam auch pünktlich, vielleicht um mich mit dem Zugausfall von morgens zu versöhnen, man weiß es nicht. Ich las weiter in Planetfall, es ist einfach ein sehr gutes Buch, tut mir leid, wenn ich das immer wiederhole. Ich bin jetzt allerdings erst zur Hälfte durch, weil, ach, dazu kommen wir später.

Mein Mann hatte eingekauft, unter anderem etwas, das meinen Unmut auf sich zog, weil wir damit offensichtlich Hamsterbevorratung betreiben. Das wusste ich auch nicht, bis ich letztens den Badezimmerschrank aufräumte und sofort ein strenges Neukaufverbot verhängte. Dieses Neukaufverbot wurde anscheinend wahr- aber nicht ernstgenommen. Wie sich rausstellte allerdings nicht aus grundsätzlicher Ignoranz, sondern weil die Ausmaße der Bevorratung gar nicht bekannt waren. Kommunikation, so wichtig, ich habe hier auch gelernt.

Klavier gespielt, unter anderem ein Stück, dass ich so vor gut 22 Jahren schrieb, und das ich gestern fast vollständig aus der Erinnerung reproduzieren konnte, nur beim Schluss scheint etwas zu passieren, das ich aktuell noch nicht hundertprozentig in Melodie und Harmonie umsetzen kann. Ich habe die Texte fast aller Lieder Gott sei Dank irgendwo abgespeichert, nur eben den Rest oft nicht. Dann aus akuter Kochfaulheit Sushi bestellt, wir haben einen neuen Sushilieferanten entdeckt, der nicht nur gut und schnell ist, sondern auch überaus freundlich. Ich könnte mal eine Bewertung hinterlassen, darum baten sie beim letzten Mal.

Im Bett wollte ich dann möglichst viel von Planetfall weiterlesen, aber jetzt kommen wir zum Problem, ich werde beim Lesen im Bett einfach furchtbar schnell müde und dann werden es halt doch nur ein paar Seiten, aber immerhin vor Mitternach eingeschlafen, das ist doch auch was.

Tagebuchbloggen, 10.09.2019

Heute morgen das gleiche Spiel wie gestern, nur dass ich diesmal direkt auf der Anzeigetafel geguckt habe und noch schnell in den verspäteten ICE springen konnte, weil ich ja nicht in die Zukunft sehen kann und nicht ahnen konnte, dass der Zug eh wegen technischer Störung noch mehrere Minuten am Bahnsteig rumstehen würde. Weil ich das eben nicht wusste, sprang ich auch durch die erstbeste Tür in den Zug, was eben in der ersten Klasse war und wurde beim Laufen durch den Wagen von einer Ex-Kollegin erkannt, was dazu führte, dass wir im Bordrestaurant Kaffee tranken und uns bis Köln unterhielten, dann stieg ich aus und sie fuhr weiter nach München. Netter Kontakt, gerne wieder übrigens.

Auf der Arbeit viel Kleinkram, der das Erledigen von Großkram behinderte, ein durch urlaubende Kollegen herbeigeführter ungünstiger Zustand. Dafür ein sehr zufriedenstellendes Meeting. Mittags gab es in der Kantine nur Dinge, die ich nicht haben wollte, also nahm ich Salat und die Suppe, eine Gemüsesuppe mit Einlage. Die Einlage waren Markklößchen, ich fand’s super, möchte aber nicht wissen, wie viele Vegetarier darauf reingefallen sind, es stand wirklich nirgendwo dran.

Keine besonderen Vorkommnisse auf dem Nachhauseweg, ich konnte weiter in Planetfall lesen, das macht sich wirklich gut. Die Zeit reichte noch, um bei Rossmann im Hauptbahnhof Knabberzeug zu kaufen, das Geld steckte ja noch von gestern in der Jackentasche. Allerdings wurde es dann doch ganz knapp, weil vor mir zwei Frauen mit sehr überschaubarem Einkauf standen, die ihre Waren aber bitte in drei Chargen abgerechnet haben wollten, das wurde jedenfalls durch den Einsatz der Warentrennhölzer suggeriert. Es klappte aber dann doch alles, ich kam pünktlich bei Einfahrt der Bahn auf dem U-Bahn-Steig an.

Zuhause Nudeln mit Fertigsauce gekocht, dazu ein Chardonnay, den wir noch aus England mitgebracht haben und dann Höhle der Löwen, die Produkte heute waren so mittel, ich würde nichts davon kaufen wollen. In den Werbepausen spielte ich aus Twittergründen „La Valse d’Amélie“ von Yann Tiersen am Klavier. Der von mir gewählte Weg, die Noten auf Papier auszudrucken (das Techniktagebuch wird berichten) waren dabei spannender als das Stück selber, ich kann wirklich nichts damit anfangen, es passiert einfach nichts und das, was passiert, ist furchbar uninteressant. Vielleicht muss ich es noch ein paar Mal spielen, vielleicht spiele ich aber einfach ein bisschen Satie, das klingt so ähnlich, nur besser.

Dann aufräumen, Zähne putzen, Bett und jetzt weiter in Planetfall lesen. Als Link des Tages empfehle ich Women Having a Terrible Times at Parties in Western Art History, viel Spaß damit, ich habe mich sehr amüsiert.

 

 

Tagebuchbloggen oder so

Man kommt ja zu gar nichts, hier also das wichtigste der letzten zwei bis sechs Wochen in Kürze.

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In Amsterdam gewesen. Wir schliefen im Bus auf dem Campingplatz Zeeburg etwa sechs Kilometer östlich der Innenstadt. Leider waren wir beide krank, so dass wir die zwei Tage nicht voll ausnutzen konnte, denn mindestens einer schwächelte immer etwas rum. Gegessen: Ein Zehn-Gänge-Menu im Flüsterrestaurant Graphite, Crêpes und heiße Schokolade bei einer reizenden Französin im Cocotte, Pfannkuchen im Pancakes Amsterdam und indonesische Reistafel im Blauw. Dazwischen durch die Stadt gelaufen und mit der Straßenbahn gefahren, das funktioniert alles erwartungsgemäß gut.

Von Essen zum Campingplatz braucht man etwas über zwei Stunden, die Übernachtung kostete (Vorsaison, unter der Woche) 28 Euro mit Strom, WLAN, Wasser und Poké-Arena. Der Campingplatz ist theoretisch wunderschön am IJmeer gelegen, praktisch ist die Aussicht auf eine Autobahnbrücke eher mäßig pittoresk, aber wir wollten uns ja auch die Stadt angucken und nicht den Campingplatz. Da man die Brücke nur sah und nicht hörte, war es also egal, wir vermerken das mal als Ausgangspunkt für weitere Amsterdamausflüge, dann werden wir auch zu einer besseren Zeit in die Foodhallen gehen, zum Beispiel nicht direkt nachdem wir einen Stapel Pfannkuchen gegessen haben.

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In anderen Neuigkeiten ist unser Edeka umgezogen. Er ist jetzt größer und schöner, aber auch eine Straßenbahnhaltestelle weiter weg, auf der anderen Seite kann ich im Notfall auch immer noch zu Aldi gehen und komme ansonsten an fünf Pokéstops mehr vorbei als vorher, das ist ja auch was wert. Es wurde außerdem im Prospekt eine saisonbedingte Spargelschälmaschine versprochen, ich bin gespannt.

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Apropos Spargel, wir erklärten die Saison gestern für eröffnet. Eigentlich wurde sie schon am Donnerstag für eröffnet erklärt, da war nämlich Hochzeitstag und wir aßen bei Schiffers in Essen-Werden, ich Rumpsteak, mein Mann eben Spargel mit Kartoffel und Schinken. Es war lecker, wenn auch nicht überragend, vor allem aber stimmt alles, was man über den freundlichen Service in den Bewertungen liest, ich kann das also empfehlen.

Gestern dann selbst gemacht, vor allem auch selbst geschält, ich kann die Spargelschälmaschine kaum erwarten.

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Wo wir gerade beim Essen sind, es gibt neue Erkenntnisse in der Pfannkuchenforschung. Die New York Times berichtete über japanische Soufflé-Pfannkuchen und da ich sämtliche Pfannkuchenentwicklungen betreffend gerne up to date bin, probierte ich das am Sonntag gleich aus. Eventuell muss ich noch etwas am Rezept feilen oder es war doch ein Fehler, den Teig auf fünf statt auf vier Dessertringe aufzuteilen, aber geschmacklich gab es nichts zu meckern. Wir machen das wieder.

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Die Dessertringe kaufte ich übrigens am Freitagabend in Köln im Kölner Kochhaus, ich empfehle das gerne, weil ich dort letztens eine Kuchenschachtel kaufte und man mir noch im Laden half, den Kuchen in die Kuchenschachtel zu hieven und ich dann mangels Kleingeld trotz lächerlich kleinem Betrag mit Karte zahlen durfte, ein sehr hilfsbereiter und kulanter Laden also. Deswegen kaufte ich auch da meine Dessertringe und bezahlte den gar nicht mehr so lächerlich kleinen Betrag, den man für sechs Dessertringe zahlen muss bar. Ich hoffe, ich habe mich so wieder von meiner EC-Gebührschuld reingewaschen.

Das passte auch sonst ganz großartig, weil ich mit octodontidae und der Drehumdiebolzeningenieurin zum Karaoke verabredet war. Es ist in Köln und im Prinzip im ganzen Rheinland und Ruhrgebiet sehr schwierig, brauchbare Karaokeläden zu finden. Meistens gibt es große Rudelveranstaltungen in Irish Pubs und dergleichen, da möchte ich aber nicht so gerne hin, ich gehe ja zum Karaoke, um zu singen und nicht, um anderen Leuten dabei zuzuhören. In der Praxis haben sich deswegen Etablissements bewährt, bei denen man sich eine Kabine mieten kann, die gibt es aber so gut wie gar nicht oder sie werden sehr zurückhaltend beworben. Octodontidae hatte jedenfalls ein obskures chinesisches Restaurant in einer obskuren Lage mitten in Köln entdeckt, das Karaokekabinen anbietet. Man kann da vorher auch sehr gut und günstig essen und sich danach in einer großzügigen Kabine die Lunge aus dem Hals singen. Die Songauswahl ist eher klassisch und offensichtlich für asiatische Kundschaft ausgerichtet, wenn man sich einmal an die Software gewöhnt hat und das Song-Repertoire ans Angebot angepasst hat, funktioniert es aber problemlos. Ein Highlight sind die Videos zu den Liedern, die von den Originalmusikvideos über Liveauftritte asiatischer Coverbands bis hin zu privat anmutenden Urlaubsvideos.

Gelernt jedenfalls: „Here You Come Again“ von Dolly Parton funktioniert super, „Who Can It Be Now“ von Men at Work nicht so gut. Werde das auf meinem Karaoke-Spickzettel ergänzen müssen.

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Gelesen (nur die Highlights):

Kurt von Sarah Kuttner – Die Geschichte einer Patchwork-Familie, die mit dem Tod eines Kindes umgehen muss. Sehr schön und lebensnah, wie nicht anders erwartet. Auch die Lesung auf der lit.Cologne hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich die Zuständigen, die Veranstaltungen um 21 Uhr starten lassen, ein bisschen dafür hauen möchte.

The Calculating Stars von Mary Robinette Kowal – Eine Art Retro-Science-Fiction. In den fünfziger Jahren schlägt ein Meteor auf der Erde ein. Als Wissenschaftler herausfinden, dass dieses Ereignisse katastrophale Folgen für das Klima haben könnte, wird die bemannte Raumfahrt  und die Besiedelung anderer Planeten zur Überlebensfrage. Die Protagonistin Elma ist Mathematikerin und träumt davon, selber als Astronautin ins All zu fliegen. Im Amerika der 50er Jahre muss sie dazu aber gegen viele Vorurteile und Machtstrukturen kämpfen. Tolles Buch mit sehr lebendigen Charakteren. Man möchte allerdings permanent das Patriarchat zerschlagen, was aber auf der anderen Seite grundsätzlich kein schlechtes Ziel ist.

Down and Out in the Magic Kingdom von Cory Doctorow – In der Zukunft, in der der Tod keine Rolle mehr spielt, geht es nicht mehr um Geld, sondern um Ansehen. Julius arbeitet in Disney World, als sein alter Freund Dan auftaucht. Kurz darauf wird Julius ermordet, was grundsätzlich kein Problem darstellt, weil einfach sein Backup in einen neuen Klon geladen wird, ihn aber vor das Rätsel des Mordmotivs stellt. Währenddessen siedelt sich in Disney World eine neue Gruppe an, die die mechanischen Fahrgeschäfte durch VR-Simulationen ersetzen will. Julius wittert eine Gefahr für die Zukunft des Parks und gerät auf einen selbstzerstörerischen Pfad. Das Buch wurde von Cory Doctorow unter Creative Commons veröffentlicht und liest sich mit knapp 200 Seiten ziemlich zackig runter. Die Frage bleibt, ob die Geschichte nicht auch etwas größer hätte erzählt werden können, da viele Ideen nur angerissen werden. Auf der anderen Seite ist es vielleicht auch genau so richtig, wie es ist.

Alle Links zu den Büchern sind Amazon-Affiliate-Links.

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Die Osterglocken sind jetzt am Ende ihrer Lebenszeit, ich muss mir langsam Gedanken über die Sommerbegrünung der Balkons machen.


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Tagebuchbloggen, 30.1.2019

Es war sehr viel los in den letzten Wochen, deswegen bin ich hauptsächlich müde. Am Freitag spielten wir in Essen-Steele unser erstes selbst organisiertes Konzert, Naila spielte und sang Coversongs auf der Gitarre, ich mixte Cover und eigene Songs an Klavier und Ukulele (nicht gleichzeitig, dafür fehlen mir ein paar zusätzliche Arme) und Kathi spielte mit kleiner Band Songs ihres Vaters, der auch Gitarre spielte und sang. An alle, die da waren, es war uns ein Fest und ich hoffe, ihr hattet ebenso viel oder zumindest fast genauso viel Spaß wie wir.

Foto von Naila Hussain

Wie sich überraschend rausstellte, reagierte die Lichtanlage, die sich am Donnerstag beim Test noch als sehr zahm und kooperativ zeigte, auch auf Sound, so dass der Applaus des Publikums optisch sehr passend mit einer kleinen Lichtorgeleinlage untermalt wurde. Sollten wir das noch mal in diesem Rahmen machen, müssen wir uns wohl doch noch mal intensiver mit diesem Gerät befassen.

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Mit den Aufräumaktionen geht es im Moment etwas zögerlicher und kleinteiliger voran, aber es geht voran. Folgendes ist in den letzten Wochen passiert:

  1. Ich sortierte den Inhalt der beiden kleinen Schubladen im Fernsehsideboard. Da hatten sich in den letzten Jahren Gebrauchsanleitungen, Kabel bekannter und unbekannter Herkunft, Kerzen, Lieferdienstspeisekarten und ähnliches  angehäuft. Die Schubladen sind sehr klein, so dass hier gar nicht so viel Raum für Chaos blieb, aber ich konnte die Kerzen zu den anderen Kerzen in den Schrank sortieren, Gebrauchsanleitungen längst nicht mehr in unserem Besitz befindlicher Geräte wegwerfen und den Rest entsorgen bzw. neu ordnen. Alles, was dann noch übrig blieb, durfte in einer der beiden Schubladen weiterleben, die andere Schublade ist jetzt unsere Süßigkeiten- und Knabberzeugschublade. Es ist die vielleicht beste Schublade in der Wohnung und wir sind glücklichere Menschen, seit Schokolade, Gummibärchen und Nüsschen, nicht wild durch die Wohnung verstreut rumliegen, sondern sich ausschließlich an diesem einen Ort praktischerweise direkt am Sofa befinden.
  2. Weiterhin habe ich Kulis aussortiert. In der Wohnung standen drei Becher mit einer wilden Mischung aus Kulis, Blei- und Buntstiften, Tintenrollern und Fine Linern und ich habe wirklich jeden einzelnen in die Hand genommen und ausprobiert, leider funktionierten die meisten noch, ich hätte mir weitreichenderes Versagen der Stifte gewünscht, um überzeugter wegwerfen zu können, denn ich tue mich sehr schwer damit, funktionierende Stifte wegzuwerfen. Immerhin sind es jetzt aber nicht mehr drei, sondern nur noch zwei Becher. Davon steht einer im Wohnzimmer und einer im Arbeitszimmer, das kann ich gerade noch so vertreten.
  3. Nach den Stiften sortierte ich Tee, daran scheiterte ich aber kläglich, denn noch schwerer als funktionierende Stifte wegwerfen fällt es mir, noch brauchbare Teebeutel wegzuwerfen. Ich kann auch nicht einfach den Anis-Kümmel-Tee wegwerfen, den ich wirklich nicht mag, denn er wird garantiert gebraucht, wenn das nächste Mal jemand krank ist und ich möchte nicht jedesmal neuen Anis-Kümmel-Tee kaufen müssen, weil gerade jemand krank ist, es ist sehr praktisch, im Krankheitsfall nicht erst Tee kaufen zu müssen. So schmiss ich nur ein paar Beutel weg, von denen ich definitiv wusste, dass sie schon deutlich zu lang ihr Dasein in unseren Schränken fristen und die auch einfach aufgrund ihrer etwas obskuren Geschmacksrichtung offensichtlich für alle Beteiligten uninteressant sind. Der Plan fürs neue Jahr lautet dann, einfach mehr Tee zu verbrauchen, das ist bestimmt auch gesund oder so.

Wir sind jetzt ohnehin an einem Punkt angekommen, wo es allmählich Sinn ergeben würde, sich die wahren Baustellen der Besitzanhäufung anzugucken, die sich im Keller, auf dem Speicher, in einer Abstellkammer und einem gemieteten Lagerraum befinden. Der Keller hat schon Fortschritte gemacht, alles andere, na ja.

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Seit gestern gibt es wieder eine neue Staffel „Das kleine Fernsehballett“ mit Stefan Niggemeier und Sarah Kuttner, dem von mir heißgeliebten Fernsehpodcast. Stefan berichtete darüber, wie er auf YouTube alte Folgen von „Password“ mit der bezaubernden Betty White geguckt hat, deswegen befand ich mich gestern Abend auf einmal in einem YouTube-Sog alter amerikanischer TV-Shows und landete irgendwann bei dieser tollen Ausgabe von „What’s My Line?“, dem Vorbild für „Was bin ich?“, mit Salvador Dalí. Unbedingt sehenswert wie übrigens die „Password“-Folgen auch.


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Kein Tagebuchbloggen, aber fast, 9.1.2019

Das Jahr ist schon wieder neun Tage alt, WANN IST DAS BITTE PASSIERT?

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Sie können immer noch am 25.1.2019 nach Essen-Steele zu einem Konzert kommen, wo ich und zwei andere talentierte Frauen musizieren und singen werden. Es gibt jetzt sogar eine Veranstaltungsseite auf Facebook, da stehen auch alle weiteren Infos.

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Bei Frau Novemberregen habe ich diese hübschen Fragen gefunden und mangels eigenem Erfindungsreichtum übernehme ich sie auch mal in diesem Blog.

Wie hoch ist Deine „Frauenquote“? Wieviele Bücher hast Du in diesem Jahr gelesen und/oder rezensiert? Wieviele davon wurden von Autorinnen verfasst?

Auch ich kann hier direkt auf meine Goodreads-Statistik zugreifen. Ich habe 65 Bücher gelesen oder gehört, davon waren (wenn ich richtig gezählt habe) 30 von Frauen. Die 50 Prozent wurden also nicht ganz erreicht, aber es scheint mir ausgewogen genug.

 

Welches Buch einer Autorin ist Dein diesjähriges Lesehighlight? (Warum?)

Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman [Amazon-Werbelink]. Da ich sowieso noch die Liste meiner Lieblingsbücher veröffenliche, kann ich da dann auch schreiben warum.

 

Welche Autorin hast Du in diesem Jahr für Dich entdeckt und was macht Sie für Dich so besonders?

Ich habe Anfang des Jahres Claire North entdeckt und war sehr angetan von The Sudden Appearance of Hope [Amazon-Werbelink]. Ende des Jahres habe ich dann noch 84K [Amazon-Werbelink] gelesen und wurde nicht enttäuscht. Besonders macht sie wohl die ungewöhnlichen Ideen und die tolle, auch stilistisch sehr eigene Umsetzung.

 

Welche weibliche Lebensgeschichte bzw. Biografie hat Dich in diesem Jahr besonders beeindruckt (und warum?)

Ich lese selten Biografien, aber ich bin vermutlich über diverse interessante weibliche Biografie gestolpert, schon allein, weil ich ja immer gerne bei jedem in der Wikipedia nachlese, was da so steht. Wussten Sie zum Beispiel, dass Dagmar Wöhrl 1977 Miss Germany war? Na gut, das ist jetzt nicht im streng feministischen Sinne beeindruckend, aber ein gutes Beispiel dafür, dass die Geschichte einer Person einen auf nicht geahnte Art und Weise überraschen kann.

 

Welches Buch einer Autorin möchtest Du in 2019 unbedingt lesen?

Ich möchte erst mal meinen Stapel ungelesener Bücher sowohl analog als auch digital abarbeiten. Ansonsten möchte ich endlich mal die Wayward-Children-Reihe von Seanan McGuire [Amazon-Werbelink] anfangen und mehr von Shirley Jackson lesen, We Have Always Lived in the Castle [Amazon-Werbelink] war nämlich schon sehr super.

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Wir haben jetzt neues Internet und noch besseres Fernsehen. Nachdem wir ja über Weihnachten überhaupt kein Internet und Fernsehen hatten, weil irgendein Port kaputt oder falsch geklemmt war oder was auch immer und ich etwas unentspannt zum ersten Mal seit langem, vielleicht sogar zum ersten Mal überhaupt in meinem Leben, jemanden an einer Hotline zusammengefaltet habe und Wörter wie „eskalieren“ und „Vorgesetzter“ fielen, funktionierte das Einrichten des neuen Router und TV-Receivers wieder so abgefahren reibungslos, dass ich jeglichen Groll auf das magentafarbene Unternehmen direkt wieder eingemottet habe.

Jedenfalls konnten wir jetzt endlich das Finale von „Die Brücke“ gucken, das ging mit dem alten Receiver nicht, weil da in der ersten Folge die Ton- und Bildspur um mehrere Sekunden verschoben war, was die Folge komplett unguckbar machte. Die Saga über die schwedische Polizistin Saga Norén wäre dann auch abgehakt, exzellent wieder mal.

Auf Netflix sind wir jetzt bei der dritten Staffel von „The Fall“ mit einer krass attraktiven Gillian Anderson, man weiß überhaupt nicht, wo man hingucken soll, so schön ist diese Frau. Die Serie begeistert immer mehr, die ersten Folge der dritten Staffel hat eine beeindruckende Krankenhaussequenz, die mit ungewohnter Ruhe erzählt wird, wie sich die Serie überhaupt sehr viel Zeit für Szenen nimmt. Große Empfehlung.

Tagebuchbloggen, 6.12.2018

Wenn viel passiert, dann hätte man eigentlich viel zu erzählen, aber auf der anderen Seite keine Zeit, es zu erzählen und wenn man dann wieder Zeit hat, dann wird irgendwer krank oder auf der Arbeit drehen alle durch und dann hätte man Zeit, will aber lieber was lesen oder, die neue Sucht im Hause Schüßler, beliebige Folgen von Bares für Rares gucken, die Sendung, in der irgendwelche Leute vermeintlich (und meistens auch tatsächlich) alten Kram nach Pulheim schleppen, um ihn dann meistbietend zu verkaufen. So langsam sind wir an dem Punkt angekommen, die Sendung laienfachlich zu kommentieren. „Nie im Leben bekommt der das für den Preis verkauft“, wenn der Verkäufer absurde Vorstellungen hat. „Porzellan ist schwierig!“ „Da haste ja immerhin den Goldwert.“

Es ist ein großer Spaß.

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Ende November waren wir ja noch in Konstanz auf dem achtzigsten Geburtstag meines Schwiegervaters. Eigentlich waren wie erst in Sinsheim, dann in Konstanz, haben sehr lange gefeiert, sind dann durch den Schwarzwald nach Haguenau ins Elsass gefahren, haben da einen sehr schönen Abend verbracht und sind dann über Boppard (Mittagessen) und Köln (Music Store-Besuch) wieder nach Hause. Wir sind Freitagnachmittag los und waren Montagabend wieder zu Hause, haben aber in drei Tagen so viel gemacht, dass es sich nach deutlich mehr angefühlt hatte.

Haguenau übrigens sehr zu empfehlen. Die Elsässer drehen ein bisschen auf, wenn es um Weihnachten geht, Haguenau hat im Dezember etwa 35.000 Einwohner (Wikipedia) und etwa 35.000.000 LEDs (grobe Schätzung meinerseits). Gegessen haben wir im Le Jardin.

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Wo wir gerade bei Essen sind, ich habe interessante kulinarische Optionen in den Niederlanden recherchiert, weil das ja für uns auch nicht zwingend weiter ist als interessante kulinarische Optionen in Deutschland und den Vorteil hat, dass die Leute da die amüsantere Sprache sprechen und man außerdem bei Albert Heijn einkaufen kann. Jedenfalls wollte ich zunächst aus diversen Gründen Amsterdam aussparen, um mich nicht unglücklich zu machen.

Die diversen Gründe sind das Anreiseproblem und das Unterbringungsproblem, entweder man reist mit dem Auto an, dann wird es entweder sehr teuer oder man lässt das Auto sehr weit außerhalb stehen und fährt mit der Bahn in die Stadt. Oder man fährt direkt mit der Bahn, dann wird es aber auch teuer oder man muss sich frühzeitig auf Reisedaten festlegen. Dann braucht man noch ein Zimmer zum Übernachten, da sieht es ähnlich aus, denn entweder es wird teuer oder sehr eng oder beides oder man wohnt irgendwo außerhalb. Ich habe übrigens auch Parkhäuser und Park & Ride geprüft und die sind leider mitnichten alle für Autos höher als 1,90 m zugelassen, da muss man also auch erstmal recherchieren.

Es hat sich aber jetzt aber weitestgehend erledigt, denn ich habe einen Campingplatz gefunden, der erstens sehr schön liegt, zweitens gar nicht so teuer ist und drittens nur sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Ich nehme trotzdem gerne Reisetipps für Amsterdam entgegen. Restauranttipps brauche ich eigentlich nicht, die Liste ist schon so voll, dass wir für mehrere lange Wochenenden Inspiration haben.

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Außerdem hatte mein Vater dann auch noch Geburtstag, die Feier bestand allerdings darin, dass wir zu viert in Leverkusen zu Abend aßen, das war auch schön und weniger aufwändig.

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Die Lesehighlights der letzten Wochen:

The Biggerers von Amy Lilwall [Amazon-Werbelink], eine Zukunftsvision, in der sich Menschen statt Haustiere kleine Menschen halten, die nicht sprechen können und laut Herstellerangaben auch sonst wenig Bedürfnisse haben. Als kleine unschuldige Minimenschen sollen sie den Leuten die Liebe zurückgeben, die sie im Alltag vermissen. Bonbon und Jinx sind solche Littlers und verbringen ihre Zeit damit, Fäden und Steinchen zu sammeln, bis sie merken, dass sie gar nicht so viel von ihren großen Besitzern unterscheidet. Man braucht ein bisschen, um sich in die Sprache reinzulesen und die Welt der kleinen und großen Leute zu verstehen, dann ist diese Buch aber ein sehr lohnendes Erlebnis.

The Girl from Everywhere von Heidi Heilig
 [Amazon-Werbelink]
, eine Zeitreise-Piraten-Geschichte, die hauptsächlich in (auf?) Hawaii spielt und in die ich anfangs sehr schlecht reingekommen bin, die aber dann so nach fünfzig Seiten sehr an Fahrt gewinnt und dann richtig gut wird. Letztlich ist es YA-Fantasy, aber so schön und fantasievoll, dass ich mir sogar eine Film- oder Serienadaption wünschen würde, einfach nur, weil die Schauplätze so toll  und die Figuren so gut ausgearbeitet sind. 

Weihnachten auf der Lindwurmfeste von Walter Moers [Amazon-Werbelink], das neue, sehr kurze Zamonienbuch. Dementsprechend war ich auch etwas unterwältigt, natürlich ist das nach wie vor guter Moers-Stil, aber de facto gibt es keine Geschichte, nur sehr schöne Illustration und einen amüsanten Einblick in Hamoulimepp, das Weihnachten der zamonischen Lindwürmer. Keinesfalls schlecht, nein nein, aber ich erwarte den nächsten richtigen Zamonienroman mit deutlich mehr Spannung und Ungeduld.

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Die Herbstplaylist ist fertig und sehr schön. Ich arbeite gerade noch rückwirkend an einer Sommerplaylist und natürlich bereits an der nächsten. Ich habe sehr viel Zeit mit diesen Liedern verbracht, kann viele davon auf dem Klavier mitspielen und bin schon gespannt, wie sich die nächste Quartalsplaylist so anfühlen wird. Bislang eine sehr gute Idee von mir, man muss sich ja auch mal selber loben.

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Fünf Sorten Plätzchen gebacken, davon aber schon wieder gut die Hälfte verschenkt. Weihnachten wird.


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Tagebuchbloggen, 21.11.2018 und davor

Am Wochenende war der zweite Ukulelenworkshop in der Stadtbibliothek Köln. Während bei der re:publica fast ausschließlich wirklich richtige Anfänger dabei waren, war es bei beiden Workshops in Köln eine etwas gemischtere Truppe, was einerseits schön ist, andererseits aber auch herausfordernd. Während man die einen nicht langweilen will, will man die anderen auch nicht abhängen. Ich mache dann meistens relativ schnell klar, dass ich eher Rücksicht auf die Anfänger nehme, weil nun mal Anfänger in der Beschreibung steht und wer schon mehr kann, der soll eben nicht zu einem Anfängerkurs gehen, so!

Am Samstag dann leider auch einen etwas disruptiven Teilnehmer dabei, der vom Kenntnisstand völlig fehl am Platz war und gerne eigene Geschichten erzählt hat. Sicherlich auch eine nette Person, im Kontext eines Workshops mit zwölf Teilnehmern aber keine leichte Übung. Immerhin haben das andere Teilnehmer auch so wahrgenommen, das erleichtert mich im Nachhinein etwas.

So fertig wie man dann nach anderthalb Stunden Erklären, Zeigen, Mutmachen, Vormachen, Nachgucken, Rumgehen, Aufpassen und Fragenbeantworten ist, fragt man sich schon, wie das Lehrer oder anderweitige Dozenten aushalten, vor allem, wenn sie da zwanzig oder mehr Leute vor sich sitzen haben, die gar nicht alle freiwillig da sind.

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Am Sonntag Plätzchenteig für drei Sorten Weihnachtskekse gemacht, dann wegen Klavier- und Gesangsunterricht aber nicht zum Backen gekommen, mach ich dann heute.

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Die Vorbereitungen zum Konzertabend im Januar laufen langsam, aber stetig an. Wir haben jetzt eine WhatsApp-Gruppe und dann bestimmt auch bald einen Namen für die Veranstaltung und dann braucht man ja auch nicht mehr viel, denke ich. 25.1.2019 in Essen, Sie haben sich das alle notiert, ja?

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Mit dem Team der TV-Vermarktung haben wir gefeiert, dass auch im nächsten Jahr wieder Werbung im Fernsehen gebucht wurde und waren in einem Escape Room in Köln, diesmal bei Adventure Rooms in Köln. Mit meiner Gruppe haben wir uns durch den Raum „Schein & Schätze“ geknobelt und sind eine Minute vor Ablauf der Zeit doch noch rausgekommen. Damit jetzt drei von drei Escape Rooms erfolgreich gelöst.

Rätsel darf ich natürlich nicht verraten, aber insgesamt waren die Rätsel von angenehmen Schwierigkeitsgrad, machbar, aber nicht langweilig, eine gute Mischung aus Knobeleien, Um-die-Ecke-Denken und technischen Kniffen. Insgesamt viele Schlossrätsel, was jetzt kein wirkliches Geheimnis ist, es wird einem bei der Einführung schon gesagt.

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Gelesen: 13 Minutes von Sarah Pinborough
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, ein bisschen guilty-pleasure-Psychokrimi mit schönem Twist, kann man machen, doch doch.

Frau Jenny Treibel von Theodor Fontane
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mit schönen Wörtern und Sätzen, da kann man sich einiges anstreichen, weil man es gerne auch mal so im Alltag fallen lassen möchte.

„Cognac oder Allasch? Oder das eine thun und das andere nicht lassen?“

Deutschland, ein Wintermärchen von Heinrich Heine [Amazon-Werbelink], offensichtlich hatte ich keine Ahnung von Heine, wie großartig ist das denn bitte?! Warum hat mir das keiner gesagt?

Und viele Bücher trag ich im Kopf!

Ich darf es euch versichern,

Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest

Von konfiszierlichen Büchern.

Die Rückkehr der Diener von Christoph Bartmann [Amazon-Werbelink], ein Rundumschlag zum Thema Dienstleister und Dienstleistungen, am Ende sitzt man da und fühlt sich schon ein bisschen schuldig, denn er hat schon recht damit, dass selbst frei gewählte Arbeit im Dienstleistungssektor oftmals ja nur soweit freiwillig gewählt ist, wie es überhaupt in unserer kapitalistischen Gesellschaft Alternativen gibt. Dazu gibt es noch einen spannenden Ausblick in die Zukunft und der Frage, was wir automatisieren oder an Roboter delegieren können. Doch überraschend augenöffnend.

Hausarbeit ist, anders als die Verkäufer von mechanischem, elektrischem oder digitalen Grät suggerieren, niemals einfach, sondern, sobald man den Dingen auf ihren schmutzigen, kaputten Grund geht, ziemlich schwer. Wer sie vermeiden will, sollte am besten das Leben im Haus gleich mit vermeiden.

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Sandra wies mich auf das Strumpfhosenangebot bei ALDI Nord hin. Ich werde das prüfen, denn es ist kalt.

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Dank an die PayPal-Spender, ich bin ja immer überrascht, wenn tatsächlich etwas eingeht. Da PayPal die Eingänge immer automatisch von den Ausgängen abzieht, war mein Abo der New York Times diesen Monat etwas günstiger, die Spender haben also quasi direkt meine tägliche Bildung finanziert.

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IST JETZT ENDLICH BALD WEIHNACHTEN?!?


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Tagebuchbloggen, 29.10.2018

Zurzeit lese ich wieder Die letzten ihrer Art von Douglas Adams und Mark Carwardine [Amazon-Werbelink]. Ich habe in meiner Teenagerzeit die Anhalter-Trilogie (in fünf Teilen!) entdeckt, mich dann aber auch etwas in die Nebenschauplätze verirrt. In Die letzten ihrer Art erzählt Adams, wie er mit Carwardine um die Welt reist, um vom Aussterben bedrohte Tiere zu suchen. Nach Zaire zu den weißen Nashörnern, nach Neuseeland zu den flugunfähigen dicken Kakapos oder nach China zu den Flussdelphinen. Das ist alles gleichzeitig irre lustig und sehr tragisch, und hat mich damals wie heute beeindruckt. Eventuell ist dieses Buch eines der wenigen, aus dem ich wirklich viel behalten habe, sowohl was die Tiere angeht als auch die irrwitzigen Situationen, in die sich Adams und das Team begeben, als sie zum Beispiel in China ein Kondom kaufen wollen, um ein wasserfestes Mikrofon zu basteln. Große Empfehlung für die, die es noch nicht kennen.

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Die Quartalsplaylist wächst und gedeiht. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen, dass ich Spotify mit meinem aktuellen Hörverhalten etwas in die Irre oder vielmehr in die Nische führe. Der aktuelle Mix ist zwar schön, aber etwas einseitig und ich habe zum ersten Mal Probleme, Songs auszumachen, die so herausstechen, dass sie einen Platz auf der Eliteplaylist bekommen. Aber manches erschließt sich ja auch erst beim zweiten oder dritten Hören, also abwarten.

Ich habe zusätzlich ein Dokument angelegt, in dem ich die Songtexte bastele. Darüberhinaus habe ich letzten einmal die komplette Playlist am Klavier mitgespielt. Also: Playlist laufen lassen und sich an die Akkorde rantasten. Das klingt abgefahrener als es ist, denn wir reden hier über Popmusik, das schwierigste war meistens, die Tonart herauszufinden, danach kommt man oft mit den vier bis fünf geläufigsten Akkorden der jeweiligen Tonart hin, man muss nur wissen, in welcher Reihenfolge. Das ist auf der einen Seite etwas ernüchternd, auf der anderen aber auch beruhigend und spannend. Ich bleibe dran.

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Beim Klavierunterricht gestern wieder Szenen, in denen mein Klavierlehrer „Sie können das auch so greifen“ sagt und dann eine Dezime greift, während ich daneben nur hilflos lache. Ich habe schon ganz brauchbare Pianistenhände und kann einigermaßen locker eine None greifen, eine Taste weiter schmerzt dann schon.

Weil auf Twitter angemerkt wurde, dass es ja beim Jazz egal wäre, wenn man auch die None mitpatschen würde, möchte ich hier anmerken, dass mein Klavierlehrer das nicht so sieht. Hier die wichtigsten Regeln: Den Grundton oder generell alle Töne, vor allem aber den Grundton möglichst nicht doppelt spielen, die Quinte ist langweilig, am wichtigsten ist die Terz und die Septime und immer, wenn ich aus Zufall und Hilflosigkeit etwas greife, das eigentlich ganz okay und einigermaßen jazzig klingt, meint er, dieser eine Ton da wäre aber Unsinn.

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Gestern gab es Reste-Quesadillas. Reste-Quesadillas kann man machen, wenn man noch Tortillafladen, irgendeine Art Käse und beliebige Reste im Haus hat. In diesem Fall waren die Reste eine kleine Packung Chilifrischkäse, eine rote Paprike, so kleine Chorizowürste, Fertigsalsa, eine halbe Zwiebel und Koriander. Das packt man einfach auf einen Fladen, bestreut es mit reichlich Käse, legt den anderen Fladen drauf und schiebt es bei einer ausgedachten Temperatur erst mittig in den Ofen und dann noch mal kurz direkt unter den Grill.

Reste-Quesadillas werden in diesem Haushalt seit ihrer Einführung irgendwann im Laufe dieses Jahres gerne gesehen. In den handelsüblichen Rezepten werden sie in der Pfanne gebraten, das habe ich einmal probiert, bin dann aber aus Bequemlichkeitsgründen auf die Ofenvariante umgestiegen. In Stücke geschnitten werden die Quesadillas übrigens mit einem Pizzaschneider, ein meines Erachtens sehr praktisches Haushaltsgerät, auch wenn man in diesem Artikel in der taz anderer Meinung ist (Banausen!).


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