Tagebuchbloggen, 12. und 13.8.2018

Fauler Sonntag, ausgeschlafen, rumgeräumt, an Texten geschrieben, abends Pizza bestellt und trotz massiver Proteste meinerseits „Die Wolke“ geguckt. Es sind bestimmte noch andere Sachen passiert, aber die fallen mir gerade nicht ein.

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Zum ersten Mal dem Perseidenschauer beigewohnt. Nachdem ich den richtigen Balkon dafür gefunden hatte (es war natürlich der Nord-Ost-Balkon an der Küche) erst mal sehr angestrengt in den Himmel gestarrt und auch gleich zweifach belohnt worden. Da das Nackentechnisch aber nicht lange durchführbar war, lag ich nachher auf dem Balkon, den Kopf an eine leere Gaskartusche geschmiegt. Dadurch war zwar die Sicht eingeschränkt, weil Dachvorsprünge und Blumenkästen im Weg waren, aber als alter Mensch muss man eben Kompromisse machen.

Nach der dritten oder vierten Sternschnuppe rief ich meinen Mann an, damit er auch runterkäme. Ja, wir kommunizieren gelegentlich durchs Haus mit dem Telefon, warum auch nicht. Er hielt aber nur eine Sternschnuppe lang aus, und ging dann ins Bett, während ich noch weiter auf dem Balkon lag und weiterzählte, bis ich ausreichend viele ausreichend schöne Sternschnuppen gesehen hatte.

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Montagmorgen im Zug die neue Feinschmecker gelesen. Die Zeitschrift ist mir eigentlich zu teuer, deswegen mache ich den Kauf immer ein bisschen vom Inhalt abhängig. In diesem Fall versprach der Inhalt japanische Rezepte von Stevan Paul, das reichte mir für zehn Euro.

Während ich Restaurantempfehlungen aus der Zeitschrift in Tripadvisor raussuchte, um sie auf meine Merkliste zu setzen, stolperte ich mal wieder über meine Lieblingssorte Restaurantkritik: Die „Ich war nicht da, aber vergebe trotzdem nur einen Punkt“-Rezension. In diesem Fall war es ein armer Mensch, der bei einer Onlinereservierung auf eine Warteliste gesetzt wurde, dann nie wieder etwas hörte, trotzdem hinging und dann sauer war, weil vollkommen überraschend tatsächlich kein Platz frei war. EINER VON FÜNF STERNEN!

Meine Lieblingsrezension bleibt aber bislang die von der Frau, die nur einen Stern vergab, weil man in einem Restaurant nicht mit Karte bezahlen durfte. Was offensichtlich direkt geklärt wurde, so dass es noch nicht mal zu Komplikationen kam. NUR BARZAHLUNG MÖGLICH, EIN STERN!

Mein nächstes Projekt heißt dann offensichtlich „absurde Bewertungen bei Tripadvisor sammeln“, ich sehe da großes Unterhaltungspotential.

Tagebuchbloggen, 7.8. – 9.8.2018 – Zugchaos, Bücher und Buchweizen

Dienstag nach 21 Uhr nach Hause gekommen wegen Bahnchaos. Donnerstag nach 21 Uhr nach Hause gekommen wegen Bahnchaos. Einmal Böschungsbrand, einmal Unwetter. Eventuell sind der Twitteraccount der Deutschen Bahn und ich keine Freunde mehr.

Ich muss dazu aber folgendes sagen: Ich bin relativ gelassen, was Verspätungen oder Ausfälle angeht. Wenn in Siegburg gerade die Strecke gesperrt ist, weil ein Brand lodert, kann die Bahn da nichts für, erst recht nicht ihre Mitarbeiter. Wenn irgendwo in Hessen oder Baden-Württemberg Unwetter ist, dann kann die Bahn da auch nichts für und wenn es sicherer ist, nicht zu fahren, dann soll das so sein.

Was mich Dienstag und Donnerstag so zur inneren Weißglut brachte, war die quasi nicht existente Informationspolitik. Dienstag zum Beispiel saß ich dann in einem IC, der immerhin laut Fahrplan fahren sollte und hörte die Durchsage, dass sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögere wegen fehlendem Personal. Schön und gut, auch das kann passieren, das eine Personal will auch Feierabend machen und das andere Personal steckt vielleicht irgendwo hinter Siegburg und kommt wegen Böschungsbrand nicht zum IC in Köln. Ich bin aber ein großes Mädchen und fahre seit vielen Jahren Bahn. Ich kenne meine Verbindungen und ich kenne auch meine Alternativverbindungen. Ich muss dafür aber wissen, ob es sich lohnt, aus dem Zug auszusteigen und am anderen Gleis auf einen anderen Zug zu warten, oder ob das Personal in fünf Minuten da ist und der andere Zug sowieso erst in zwanzig Minuten kommt. Es endete übrigens so, dass wir dann nach 30 Minuten Rumstehen, bei der wir dem Regionalexpress am Nachbargleis schon bei seiner fröhlichen Abfahrt gen Norden zuwinken konnten, doch noch auf einen alternativen ICE mit gleichem Fahrtziel hingewiesen wurden. Ob und wann der IC dann fuhr, entzieht sich meiner Kenntnis.

Das gleiche Spiel spielten wir dann Donnerstag, als ich erst zum 105 Minuten verspäteten ICE auf Gleis 12 lief und beim Warten an der Tür von den aussteigenden Leuten informiert wurde, dass dieser Zug in Köln nicht weiterfahren würde. Daraufhin begab ich mich wieder auf Gleis 11, um auf den ungefähr 60 Minuten verspäteten ICE zu warten, der dann auch kam, in den wir auch einstiegen und aus dem wir nach 20 Minuten wieder aussteigen durften, weil dieser Zug auch nicht weiterfahren würde. „Reisende nach Dortmund“ wurden auf den nur 15 Minuten verspäteten ICE an Gleis 12 verwiesen, in der irren Annahme, damit wären auch Reisende nach Essen gemeint, wartete ich also auch wieder an Gleis 12, bis aus der Anzeige ersichtlich wurde, dass dieser Zug wirklich nur für Reisende nach Dortmund interessant war, weil die Fahrt über Wuppertal und Hagen ging. Irgendwann landete ich dann am Kölner Hauptbahnhof in einem EC, der dann auch fuhr. In der Zwischenzeit hätte es vermutlich zwei bis fünf Alternativverbindungen gegeben, die ich alle verpasste, weil ich in der irrigen Annahme, wenn ein Zug mit Ziel Essen am Bahnsteig angeschlagen steht, dieser auch nach Essen fahren würde.

Und ja, ich weiß auch, dass das ein hochkomplexes System ist, und das manche Entscheidungen sehr zeitnah getroffen werden, trotzdem ist als mündiger Fahrgast frustrierend, wenn die eigene, in vielen Jahren mühsam durch Erfahrung und viele Fehlern erworbene Bahnkompetenz von der fehlenden Informationsweitergabe der Bahn maximal torpediert wird.

Aber na ja, ich hab ein vorausgefülltes Fahrgastrechteformular auf dem Rechner gespeichert, bei dem ich nur noch Datum, Uhrzeit und Zugnummer ändern muss, ich bin vorbereitet.

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Auf der Habenseite: Viel gelesen, ich saß ja sehr viel in Zügen rum. Zum einen „Our House“ von Louise Candlish [Amazon-Werbelink], so ein Pageturner-Thriller-Krimi-Ding im Stil von „Gone Girl“, mein Guilty-Pleasure-Genre sozusagen. Ganz fesch zu lesen, auch wenn es im Mittelteil etwas zäh wird, man will aber auf jeden Fall wissen, wie es weiter- und vor allem ausgeht und bleibt da gut bei der Stange. Es geht um Fiona, die nach Hause kommt und sieht, wie gerade ein fremdes Paar in ihr leergeräumtes Haus einzieht. Dann folgt eine Geschichte, um Intrigen und Geheimnisse und so weiter, man kennt das. Insgesamt recht schlüssig, mit einem ebenso konsequenten wie leicht unbefriedigenden Ende.

Außerdem „Vox“ von Christina Dalcher [Amazon-Werbelink], eine Dystopie ein bisschen im Fahrwasser von Atwoods „The Handmaid’s Tale“. In einer nicht allzu fernen Zukunft dürfen die Frauen in einer abgeschotteten, von fundamentalistischen Christen regierten USA nur noch 100 Wörter am Tag sprechen. Auch Schreiben und Lesen ist den Männern vorbehalten, die Mädchen lernen noch ein bisschen Rechnen (braucht man ja fürs Einkaufen, Kochen und Nähen) und ansonsten alles, was man braucht, um eine gute Hausfrau und Mutter zu sein. Als der Bruder des Präsidentin einen Unfall erleidet, bei dem das Sprachzentrum beeinträchtigt wird, soll die Linguistin Jean, die aus der Uni an den Herd verbannt wurde, ihre Forschungen an einem Heilmittel fortführen. Ich bin immer noch nicht von der Prämisse überzeugt, das ganze Setting kam mir zu krass und unglaubwürdig vor, ich meine, selbst bei Atwood dürfen die Frauen reden. Wenn man darüber hinwegsieht, entwickelt sich die Geschichte aber in der zweiten Hälfte ganz gut und für mich unerwartet, kann man also auch gut machen.

Heute im Zug noch „And the Lamb Will Slaughter the Lion“ von Margaret Killjoy [Amazon-Werbelink] ausgelesen, eine Fantasy-Novelle über eine anarchistische Gruppe, die in einer verlassenen Stadt ihre Utopie einer gleichberechtigten Welt lebt und einen dämonischen Hirsch. Sehr angenehme moderne Fantasy, originell, gute Figuren und Dialoge. Gerne mehr davon.

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Mittwoch abend hingegen war der Zug pünktlich und wir hatten Besuch. Es gab Fleisch vom Grill, denn es war vom Grillevent am Samstag ja noch genug übrig. Außerdem Maiskolben, Tomate mit Mozzarella, Brot und zum Nachtisch Quarkspeise mit Nektarinen und Himbeeren und, aufgemerkt: Buchweizenpops.

Buchweizenpops habe ich jetzt schon in zwei französischen Ein-Sterne-Restaurants gehabt, das scheint ein Ding zu sein und ich war auch beide Mal begeistert. Beim Einkaufen nahm ich also diesmal die große Tüte Buchweizen aus dem Russlandregal mit.

Ich habe die Pops dann ähnlich wie Mais-Popcorn im Topf mit etwas Sonnenblumenöl und ein bisschen Zucker zubereitet. Sie springen nicht wild durch die Gegend wie Popmais, zumindest bei mir nicht, ich garantiere hier für nichts, ich experimentiere auch noch. Von der Größe her tut sich auch nicht viel, der gepoppte Buchweizen ist nicht signifikant größer als der ungepoppte, man sieht vor allem an den weißen Stellen, dass der Popvorgang abgeschlossen ist.

Geschmacklich aber wie erwartet und erhofft top, man kann das so essen, ich habe es als Crunch auf die Quarkspeise gegeben, sehr zu empfehlen, gerne wieder, sofort am besten.

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Musikalische Entdeckung ist Laura Marling, die ich gerade rauf und runter höre. Es ist nicht direkt eine Entdeckung, denn ich habe eines ihrer letzten Alben schon mal in einer Phase recht häufig gehört. Sehr schöne, vielseitige Singer-Songwriter-Musik.

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Immer noch keine Meinung zum Wetter, aber das ist jetzt mittlerweile wohl auch hinfällig. Ich möchte nur anmerken, dass ich weniger lange für den Heimweg gebraucht habe, als es draußen noch gefühlte 100 Grad waren. ES WAR NICHT ALLES SCHLECHT!


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Tagebuchbloggen 3. bis 5.8.2018

Am Freitag eine Abweichung der Mittagsroutine. Weil ich morgens schon ahnte, dass ich abends keine Lust mehr zum Einkaufen haben würde, verlegte ich das Einkaufen in die Mittagspause, nahm ein Leihrad in die Deutzer Einkaufsstraße und besuchte den dort ansässigen REWE. Folgende Erkenntnisse ergaben sich:

  • „Mal schnell“ einkaufen funktioniert nur in Supermärkten, in denen man öfter einkauft. Ich war zwar nicht zum ersten Mal im Deutzer Rewe, bin dort aber noch nicht so oft, als dass ich nicht erst fast alles suchen müsste.
  • Maismehl findet man unter Umständen bei den italienischen Lebensmitteln.
  • Die Strawberry Cheesecake Mochis von Wakame sind großartig. Ich hätte direkt fünf Packungen mitnehmen sollen.

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Auf dem Rückweg dann eine Pastramistulle besorgt und zu Fuß am Rhein entlang zum Büro gelaufen. Mit Stulle auf eine Bank im Schatten gesetzt und mit Blick auf den Dom Mittag gegessen. Auch eine schöne Abwechslung, gerne wieder, zumal ich Besuch von einem Hund bekam, der mir mangels Stöckchen trockene Blätter zum Werfen brachte, was so semigut funktionierte. Das war dem Hund aber egal, insofern gibt es hier keine Beschwerden.

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Am Samtagmorgen stand ich im Supermarkt hinter einem jungen Mann, der die Paprika nicht abgewogen hatte. Bei unserem Stadtteil-Edeka muss man das noch selber machen. Relativ schnell stellte sich heraus, dass der junge Mann nur Englisch sprach, ich erklärte also das Problem, während die Kassiererin die Paprika abwiegen ging und zeigte dann nachher noch mal in der Gemüse- und Obstabteilung, woran man die abzuwiegenden Lebensmittel erkennt, und was man dann tun kann.

Der nette junge Mann ist gerade aus Manhattan nach Essen gezogen und ist Balletttänzer in der hiesigen Oper. Weil ich trotz aller Sozialphobie im Grunde meines Herzens aber auch Rheinländerin bin, gab ich ihm noch meine Telefonnummer für den Fall, dass er Fragen oder Probleme haben sollte. Aller Erfahrung nach ist es unwahrscheinlich, dass sich daraus noch irgendeine weitergehende Bekanntschaft ergibt, auf der anderen Seite weiß man nie und ich war noch nie mit einem Balletttänzer befreundet, man muss jede Chance nutzen.

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Samstags außerdem großes Grillen bei Bekannten. Das Grillen wurde vorher – so wurde es mir zumindest berichtet – per Excel geplant. Wie das aber so ist, kommt natürlich alles anders, wir waren viel zu schnell satt, ich möchte nicht sagen, dass es vielleicht eine dumme Idee war, sich vorher ordentlich an der Gin and Tonic-Bar zu bedienen, aber eventuell war es eine dumme Idee.

Zum Abend hin haben wir Freiluft-Crêpeing gemacht, ich war zu diesem Zeitpunkt schon sehr müde und – sagen wir mal vorsichtig – unausgeglichen, deswegen dauerte es etwas, bis wir ein für die hauptamtliche Crêpe-Bäckerin genehmes Setting eingerichtet hatten. Nachdem das erste Crêpe dann auch sauber in die Hose ging (nicht wörtlich), war es dann aber wieder ein voller Erfolg.

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Am Sonntag musste ich ausschlafen und schlug mich dann bis zum frühen Abend mit Kopfschmerzen rum, ob es das Wetter war oder die Folgen des Vortags oder irgendwie beides oder noch irgendwas drittes, keine Ahnung. Ein Nachmittagsschläfchen half etwas. Gegen Abend buk ich noch eine ganze Ladung Cannelés für ein Podcasthörertreffen, das ist immer sehr zeitaufwändig, weil die kleinen Kuchen insgesamt eine knappe Stunde im Backofen sind, und ich aktuell wieder nur eine Silikonform habe, nachdem mir die alte an mehreren Stellen eingerissen ist.

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An der Aufräumfront tat sich nicht viel. Ich habe den Kram, den ich in den letzten Tagen aus den Kellerkisten geholt habe, noch mal ordentlich weggeräumt, noch mal Papiere wegsortiert und sehr viel Papiermüll nach unten gebracht. Ich fürchte, es dauert nicht mehr lange, bis ich mich ernsthaft um die Küche kümmern muss.

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Außerdem gelernt: Der gute Bäcker macht Sonntag um 11 Uhr zu. Raten Sie, wann ich vor der Tür stand.

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Immer noch keine Meinung zum Wetter. Die Vögelein können mich alle mal.


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Tagebuchbloggen, 28. bis 30.7.2018

In Pulheim im Ein-Sterne-Restaurant gewesen. Das Gut Lärchenhof können wir jetzt also auch empfehlen, es war ein sehr schöner Abend, was auf der einen Seite an der Begleitung lag, auf der anderen Seite am tollen Essen und an den wirklich exzellenten Weinen. Besonders schön dieser Weißburgunder hier von Dr. Wehrheim, den ich mir sofort in mehreren Kisten bestellen würde, wenn er nicht knapp 35 Euro pro Flasche kosten würde, was deutlich über unserer Weißweinschmerzgrenze ist. Aber toller Wein.

Der Sommelier wollte kurz den Dienst verweigern, als er zum Dessert mit einer japanischen Flasche mit einer Zitrone drauf kam und ich fröhlich „Ach guck, bestimmt ein Limoncello aus Yuzu!“ rief. Dann bräuchte er auch nichts mehr sagen, wenn wir alles schon wüssten, beschwerte er sich, erzählte dann aber doch noch etwas mehr, zum Beispiel, dass dieser Limoncello auf Sake-Basis hergestellt wird. Auch übrigens ein tolles Gesöff, aber hierzulande offensichtlich schwer aufzutreiben, jedenfalls im Internet, wenn Sie zufällig Millionär sind oder in Japan oder Großbritannien leben oder eventuell beides und nicht wissen, wohin mit dem Geld, ich lasse mir gerne Wein und Yuzu-Limoncello schenken, Adresse steht im Impressum.

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Das große Aufräumen geht weiter. Ich halte mich überhaupt nicht an die KonMari-Reihenfolge und auch nicht an die goldene Regeln, nicht nach Zimmer, sondern nach Art der Dinge zu sortieren. Da das Endergebnis aber trotzdem aus vollen Mülleimern und mehr Ordnung besteht, habe ich beschlossen, dass es trotzdem okay ist.

Jedenfalls habe ich mich an die an Papiere gemacht, nicht nur an die, die sowieso in Stapeln rumlagen, sondern auch die, die bereits in diversen Ordnern lose gesammelt wurden. Nachdem ich gestern Abend sogar die bereits abgehefteten Unterlagen zu den Essener Wohnungen alle wieder aus den Ordnern geholt und zusammen mit den lose rumliegenden Unterlagen wieder neu geordnet und auf drei Ordner verteilt… ach, das ist nicht so interessant? Sagen wir einfach, es ist aktuell nur noch ein Stapel und ein bisschen Rest übrig. Dann gibt es noch zwei Kisten, in denen Papierkram ist und dann habe ich hoffentlich alles erwischt und kann mich an die Küche machen.

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Sonntag gab es wieder Pflaumenkuchen vom Bäcker Lindner. Bäcker Lindner ist unsere Entdeckung dieses Jahres, es fing alles an einem Feiertag an, an dem sowohl der nächste Bäcker als auch der Bäcker fünfzig Meter weiter ALS AUCH der Bäcker hundert Meter weiter geschlossen hatten und ich in heiliger Frühstücksmission noch weiter die Straße hoch lief, um noch mal fünfzig Meter weiter fündig zu werden. Seitdem wissen wir, dass sowohl die Croissants als auch der Butterzopf als auch die Kartoffelbrötchen so mit das beste an Backwarenerzeugnissen in unserer näheren Umgebung ist und der Pflaumenkuchen im übrigen auch.

Sonntagmorgen übrigens eine unangenehme Situation in der Bäckerei, die komplett von mir selbst verschuldet war und mich in keinem so rühmlichen Licht erscheinen lässt. Die Frau vor mir in der Schlange kaufte mir bei einem Großeinkauf die letzten Kartoffelbrötchen vor der Nase weg, ein herber Schlag, aber so ist das Leben, wenn man nach neun beim Bäcker steht. So kam ich dann an die Reihe, während sie noch weiter Brötchen auswählte und sagte möglichst laut und deutlich: „Ach, waren das die letzten Kartoffelbrötchen? Das ist aber schade!“ Mein Plan, die Kartoffelbrötchenaufkäuferin zu beschämen schlug massiv fehl, statt dessen schenkte mir die Frau eines ihrer Kartoffelbrötchen und so lief ich dann mit beschämten Kopf nach Hause und werde in nächster Zeit eine Gelegenheit zum Karmaausgleich brauchen.

Haben Sie keinen Bäcker Lindner in der Nähe kann ich übrigens alternativ auch die Landmädel von Backbord und die Handstücke vom Bäcker Merzenich empfehlen. Vermutlich gibt es aber noch viele andere Geheimtipps, was die leckersten Brötchen angeht, wahrscheinlich gibt es sogar eine Datenbank dafür, ich werde gleich mal recherchieren müssen.

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Da mehrfach an mich herangetragen wurde, dass man Schüsseln mit Wasser nach draußen stellen soll, damit die Vögel trinken und plantschen können, stehen jetzt auf drei Balkonen Wasserschüsseln, die sehr konsequent von sämtlichen Vögeln gemieden werden. Ich fühle mich etwas betrogen, hatte mich doch schon auf putzige Meisen gefreut, die sich beseelt im Wasserbad suhlen.

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Im Übrigen habe ich immer noch keine Meinung zum Wetter.


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Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Mit Freunden im Gut Lärchenhof in Pulheim gewesen. Auf der Terrasse war es zunächst etwas windig, dann sehr angenehm und zu späterer Stunde wurden Decken verteilt. Das Essen konnte von vorne bis hinten überzeugen, die Weinauswahl war toll (Dank an Sommelier Clemens).

 

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Sushi von der Garnele und vom Wild mit Gänseleber sowie krosse Haut vom Fisch mit Nori und Wasabicreme

Spargel mit Pancetta und Engelshaarnudeln mit Misoschaum

Taschenkrebs, Bohnen, Erbsen, Mandel und Ziegenkäse

Kaisergranat, Pak Choi, eingelegtes Gemüse, Curryspeck und Nordseegarnelen

Rotbarbe, Aubergine, Zwiebel und Speck

Rehbock, gegrillte Wassermelone, Waldmeister und Sellerie

Eistee, Zitrone und weiße Schokolade

Gourmandises: „Geschmäcker der Kindheit in anderer Form“, Bananenhäppchen, Fruchtdrops, sowie Maracuja und Vanille im Kölschglas (schmeckte Original wie Cuja Mara Split)

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Gut Lärchenhof, 28.7.2018

Tagebuchbloggen, 24.7.2018

Gestern kam das neue Bett. Ich war ja nicht da und bekam nur Erfolgsbilder per WhatsApp. So sieht es aus, wir sind jetzt also offiziell alte Menschen, die morgens möglichst rückenschonend aufstehen wollen. Aus irgendeinem Grund wirkt es schmaler, obwohl es eindeutig genau so breit ist wie das alte Bett, ich habe das durch Querlegen getestet.

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Eine Doku über IKEA gesehen, die inhaltlich okay bis interessant war, aber mit Offensichtlichkeiten um sich warf, dass ich wieder alle fünf Minuten frustriert den Fernseher anschrie. Also, passen Sie auf, folgendes haben die investigativen Journalisten herausgefunden:

  1. IKEA möchte die Leute zum kaufen verführen.
  2. IKEA ist tatsächlich billiger als andere vergleichbare Möbelhäuser.
  3. Grundsätzlich, vor allem aber, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, ist die Qualität der Möbel und anderer Waren durchaus gut.
  4. Vom Handwerker gefertigte Möbel sind aber besser.
  5. Die Qualität der Möbel ist heute tendenziell besser als früher.
  6. Das Essen im IKEA-Restaurant ist gar nicht frisch zubereitet und schmeckt einem Ein-Sterne-Koch nicht so gut.
  7. IKEA findet Steuern doof.

Ich lasse das einfach mal so stehen.

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Ich möchte außerdem kurz über Küchengeräte sprechen. Die Aufräumaktion in der Küche steht noch aus, das sorgt mich ein wenig, denn ich vermute schlimmes, immerhin besitzen wir doch ein ganz gutes Arsenal an Küchengeräten. Es hilft auch nur bedingt, dass mein Mann, wenn ich zum Beispiel sage, dass ich gerne ein Crêpe-Eisen hätte, erst zwei Wochen recherchiert und dann das original bretonische Crêpe-Eisen aus Gusseisen bestellt, dass man maximal von einer Ecke der Arbeitsplatte in die andere schieben, aber auf keinen Fall öfter als nötig ernsthaft tragen möchte.

Man kann sich da durchaus auch mal fragen, ob man das alles wirklich braucht, aber natürlich ist die Antwort immer: Ja, klar!

Am Sonntag fror ich nämlich Soffritto ein, weil der Staudensellerie weg musste und ich Staudensellerie nur in Soffritto akzeptiere und das nur zähneknirschend, weil ich keine Italiener böse machen will. Soffritto ist die kleingehackte Mischung aus Sellerie, Möhren und Zwiebeln, die man braucht, wenn man eine ordentliche Bolognesesauce machen will. Nur deswegen war überhaupt Staudensellerie im Haus.

Dafür jedenfalls steckte ich das grob geschnittene Gemüse in den Blitzhacker aus dem umfangreichen Stabmixerset, das ich letzte Weihnachten bekam, weil ich mir einen (im Sinne von „einen“) Stabmixer gewünscht hatte. Der Blitzhacker ist ein einziges Wunder und schnippelt in zwei Minuten Zeug in einer Feinheit, die ich per Hand überhaupt nicht hinbekommen würde und wenn dann nur mit sehr viel Zeitaufwand. Obwohl ich Kochen und Backen ja grundsätzlich als kontemplative Beschäftigung empfinde, habe ich großen Spaß an der Blitzhaftigkeit des Blitzhackers.

Weil ich nicht nur einen Blitzhacker besitze, sondern auch einen Vakuumierer, wurde es noch schöner: Das fertige Soffritto wurde auf zwei Portionen verteilt und mit dem Vakuumierer so luftfrei wie möglich verschweißt.

Ich kann also noch zwei Mal Spaghetti Bolognese machen, ohne Staudensellerie kaufen zu müssen. Und wenn ich jetzt noch die Bolognesesauce mit dem Sous-Vide-Gerät zubereite und es anschließend mit auf der Mandoline gehobelten Gemüse in einem Buchweizengalette serviere, dann kann ich auch noch die Existenz von drei weiteren Küchengeräten rechtfertigen.

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Im Übrigen habe ich keine Meinung zum Wetter.

Genki Ramen, 21.7.2018

Neue Entdeckung auf der Dorotheenstraße in Essen-Rüttenscheid, endlich gibt es auch Ramen in Essen. Die Suppen sind klassisch mit Nudeln, Schweinefleisch und Sprossen und je nach Geschmack auch mit Ei und Tofu. Außerdem günstige Gerichte und Vorspeisen und eine tolle hausgemachte Limonade. Und wenn man einen Platz an den hohen Tischen ganz vorne bekommt, kann man nebenbei noch die Passanten beobachten.

Genki Ramen, 21.7.2018

Hausgemachte Limonade

Agedashi Tofu – Gebratener Tofu mit hausgemachter Soße

Ramen mit Lava-Ei

 

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Ins Pure C im niederländischen Cadzand verschlug es uns an einem regnerischen Mittag. Wir wählten das Lunch-Menü für 55 Euro, das sich mit vier Grüßen aus der Küche, Aperitif, Kaffee, Gourmandises und Digestif schon ordentlich in die Länge zog. Sehr lecker, sehr zu empfehlen, sympatischer Service, verdienter Michelin-Stern.

 

Pure C, 25.5.2018

Rote Bete mit Walnuss und Kaffee

Eingelegte Sardine und Brot mit Chorizokristallen

Schellfisch, Aioli und Kichererbsentaler

Brot mit Tapenade

Hausgemachtes Brot mit Butter und Algendip

Aal mit grüner Sauce und Erbsen

Pollack, Zucchini, Krabben und Fideua

Rhabarber mit Salbei und Pekannuss

Gourmandises

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

Pure C, 25.5.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

Der diesjährige Ein-Sterne-Ausflug im Urlaub. Dieses Mal in Ste. Marie de Moustiers am Lac de Sainte-Croix. Leider haben Hotel und Restaurant zwar ein Helipad, das Menü war aber das schwächste, das wir bislang in einem Ein-Sterne-Restaurant essen durften. Zu viel Chichi, zu wenig Subtilität und Finesse. Da half es auch nichts, dass bei jedem Gang ein kleiner Klapptisch angeschleppt wurde, der Sinn dieses Manövers entzog sich uns (außer beim Käsegang).

Schöne Idee allerdings der Aperitif, ein Hauscocktail mit Champagner und Mandelsirup.

 

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

Grüne Bohnen mit eingelegten Zwiebeln und… ich glaub es war Bulgur mit Riesen-Gougère

Paprikagazpacho mit Makrele

Junge Möhren mit Muskat, Trüffel und Sot l’y laisse

Zucchini und Zitrus aus dem Ofen, Erdnuss und Seebarsch

Artischocken, geröstete Weizenbrühe und Taube aus dem Luberon

Auswahl vom Ziegenkäse mit Chutney

Erdbeeren vom Markt in Aups, Baiser und Sorbet

Fencheljoghurt mit Grapefruit-Granola und Hibiskus

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

La Bastide de Moustiers, 11.6.2018

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Da ich gerne viel mehr über das gute Essen schreiben würde, das uns so begegnet, aber keine Zeit habe, es ausführlich zu tun, habe ich einfach bei Bernd Labetzsch geklaut und präsentiere nun in Zukunft „Gute Dinge, die ich aß“ ohne viel Kommentar. Nur Ort, Zeit, Beschreibung und Bild. Eventuell interessiert es ja den ein oder anderen auch in dieser Kurzversion

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Gegrillte Wassermelone mit Trüffelkäse und Earl-Grey-Gelee

Sauer marinierte Dorade & Jakobsmuscheln mit Bohnen, Salicorn, Chips und Makrelen-Consommé mit Zitrusaromen

Offener Ravioli von Kohlrabi & Ochsenschwanz auf Erbsenpüree & wildem Blumenkohl

Roulade vom Kalb auf Kartoffelpüree mit Kräuterseitlingen & Bohnen an Pfirsich-Pfifferling-Marmelade

„Stück Fisch“ auf Brennesselgemüse mit Kartoffel-Krebs-Gratin, Krustentierschaum & Krebskrokette

Stachelbeer-Strudel mit Ziegenquarkeis, Pumpernickel und Pet-Nat-Schaum

(Wenig später gewann Deutschland gegen Schweden, was ihnen aber auch nicht half, die Vorrunde zu überstehen. Sagen wir, das Essen war deutlich besser als das Spiel, trotz des schönen Tors von Kroos.)

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018

Süßkind und Sauermann, 23.6.2018