Kategorie: Omnomnom

Gegensätze sind überschätzt

Es gibt ja so Leute, die behaupten, Gegensätze würden sich anziehen. Das mag für so einen initialen Begegnungsmoment stimmen, was längerfristige Beziehungen angeht, glaube ich ja fest daran, dass Gegensätze hier überhaupt nicht helfen. Bei meinem Mann und mir ist das insgesamt ganz passend, wir interessieren uns für ähnliche Dinge, mögen so ganz generell ähnliche Dinge und finden dann wiederum andere Dinge beide eher irrelevant. Das erleichtert den Alltag ungemein, ich schätze das wirklich sehr.

Es gibt aber im Detail ein paar, nun ja, Probleme sind es eigentlich nicht, eher Problemchen, die den Alltag unnötig verkomplizieren. So können wir uns zum Beispiel seit Jahren nicht auf ein Brot einigen, weil mein Mann immer exakt die Sorte Brot gerne mag, die ich nicht mag und umgekehrt. Letztens brachte er ein Brot vom Jugoslawen mit, also aus einem jugoslawischen Restaurant, wo er wohl manchmal zu Mittag isst und die sehr gutes Brot haben. Da hat er dann mal nachgefragt und durfte am nächsten Tag kommen und ein Brot kaufen. Dieses Brot ist anscheinend das perfekte Brot für uns, es ist quasi das erste Brot seit Jahren, das wir beide uneingeschränkt lecker finden. Allerdings gibt es das Brot jetzt gar nicht bei einer Bäckerei, sondern eben nur auf Anfrage im jugoslawischen Restaurant, wo man uns nicht verraten will, wo es herkommt und statt dessen behauptet, sie würden das selbst backen. (Wir zweifeln das ja an, aber vielleicht stimmt es ja auch.) Wir hätten jetzt also eigentlich theoretisch die Brotfrage geklärt, in der Praxis wissen wir nicht, wie bereitwillig sich der Jugoslawe als Bäckerei missbrauchen lässt.

Das gleiche gilt für Schokolade, nur ist das hier ein bisschen anders gelagert. Ich mag ja alles, was süß ist, mein Mann eher so das herbere Zeug. Er kauft also auch sowas wie Bitterschokolade, was ich ja für Kakaoverschwendung halte, es sei denn, man backt vielleicht gerade Kuchen oder so. Mein Mann kauft also gerne Schokolade, die ich nicht essen möchte. Manchmal kaufe ich dann zum Ausgleich Schokolade, die ich gerne essen möchte. Leider stellt sich dann raus, dass das zwar nicht die Schokolade ist, die er gekauft hätte, aber durchaus welche, die er jetzt, also quasi in der Not, wo doch nichts anderes da ist und weil sie nun mal so günstig auf dem Sofatisch liegt, durchaus auch probieren würde. Ausnahmsweise. Seine Marzipanschokolade hingegen darf er alleine essen, denn die möchte ich nicht.

Allerdings darf man hier auch die Vorteile nicht verschweigen. Bei gemischter Schokolade, wie man sie ja zum Beispiel in Pralinenpackungen vorfindet, ist es durchaus hilfreich, wenn man jemanden zur Verfügung hat, der den ganzen dunklen Kram wegfuttert, während man sich selber auf die Pralinen mit Nougatfüllung konzentrieren kann. Denn beide Alternativen, also Pralinen essen, die man eigentlich nicht mag oder Pralinen wegschmeißen, sind ja abzulehnen.

Bei Chips das gleiche Spiel, nur dass ich da nicht so empfindlich bin und ja fast alles außer Erdnussflips esse. Aber während ich ja eher die etwas würzigeren Varianten präferiere, möchte mein Mann lieber die möglichst ungewürzten, am besten nur gesalzen. Wir haben uns jetzt auf diese geriffelten Chips mit Salz geeinigt, die kommen mir immerhin von der Struktur her entgegen, weil man daran so schön rumknabbern kann. In Wahrheit möchte ich aber lieber Essigchips oder irgendwas mit Chili, aber da wird dann etwas enttäuscht geguckt, wenn ich die zu Hause anschleppe. Diese kleinen Frit-Sticks muss ich sowieso immer heimlich essen, was aber vor allem an der Verzehrgeschwindigkeit liegt. Ich esse die ja einzeln, während mein Mann sich mehrere gleichzeitig in den Mund schiebt, wie es, das sei fairerweise gesagt, vermutlich 95 Prozent aller Menschen tun würden. Da kann ich dann nicht hingucken, weil mich das nervös macht und ich mich gerade beim Chipsessen, einer ausgewiesenen Freizeitaktivität, nun wirklich nicht unter Druck setzen lassen möchte.

Wenn ich das aber so recht bedenke, scheinen sich unsere Gegensätze doch auf ein sehr überschaubares Feld zu beschränken. Es ist natürlich nicht das einzige Feld. Sagen wir so, es gibt in diesem Haushalt Menschen, die grundsätzlich überpünktlich sind und andere, die glauben, man könnte sich in fünf Minuten duschen, abtrocknen, anziehen und dann auch noch Schlüssel, Handy und Portemonnaie innerhalb von dreißig Sekunden finden, obwohl in Langzeitstudien eindrücklich bewiesen wurde, dass dem nicht so ist. Aber das ist eine andere Geschichte und wird vielleicht, möglicherweise, aber eventuell auch nicht, ein andermal erzählt werden.

Anne erklärt Gebäck: Muffins vs. Cupcakes

Seit Monaten, ach Quatsch, Jahren plane ich, einen Erklärbärinartikel über den Unterschied von Muffins und Cupcakes zu schreiben. Jetzt mache ich das natürlich nur schnell, weil Frau Nessy mir zuvor gekommen ist und eine Leserbefragung gestartet hat. Dafür wiederum bin ich verantwortlich, weil ich auf Twitter eine Diskussion über Muffins und Cupcakes initiierte.

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Jedenfalls treibt mich diese Frage schon seit vielen Jahren um, mindestens seit 2010. Ich arbeitete nämlich damals in einer Firma, die recht international aufgestellt war und konnte dementsprechend Engländer und Amerikaner zu meinen Kollegen zählen, denen man bei Bedarf kluge oder weniger kluge Fragen stellen konnte.

Die beiden Kolleginnen, die ich um Aufklärung bezüglich des Unterschieds zwischen Muffins und Cupcakes fragte, guckten jedenfalls etwas irritiert und lachten auch ein bisschen, vor allem wohl, weil ihnen nicht bewusst war, dass man den Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes nicht kennen können könnte.

So ist es nun mal so, dass weder Muffins noch Cupcakes in Deutschland eine besonders lange Tradition hätten. Wir haben das in den letzten zwanzig Jahren so langsam eingeführt, von Tradition kann man da nicht sprechen. Erst kamen die Muffins, was dann aber alles war, was irgendwie „Gebäck in Muffinform“ war. Dann kamen die Cupcakes, was mit „Gebäck in Muffinform mit Creme obendrauf“ übersetzt wurde. Ich rate also ab, sich bezüglich näherer Informationen über Muffins und Cupcakes allein an die hiesigen gastronomischen Publikationen zu halten, die wissen es nämlich oft auch nicht. Statt dessen empfehle ich eine umfangreiche internationale Internetrecherche. Das habe ich auch gemacht. Jetzt bin ich zwar immer noch etwas verwirrt, aber es ist eben kompliziert.

Muffins, so erklärten mir die Kolleginnen sind eher Frühstücksgebäck, es darf auch mal gesund sein oder es darf zumindest was Gesundes drin sein. Bananen oder Rosinen oder Nüsse oder sowas. Muffins haben traditionell keine Creme obendrauf, eher etwas Guss, ein bisschen Streusel oder einfach gar nichts. Cupcakes hingegen wären aus einem anderen Teig und wären halt einfach kleine Kuchen. Da kommt dann auch gerne Creme drauf und man würde sie nachmittags essen oder wann immer man eben Kuchen essen würde. Es hindert einen ja niemand daran, Kuchen auch zum Frühstück zu essen.

Tatsächlich gab es noch eine zweite Art Cupcake. Der Name dieses Kuchens leitete sich aus dem Rezept ab, bei dem allein mit Tassen abgewogen wurde. In der Wikipedia erfährt man dazu:

Der Begriff Cupcake bezeichnete daneben ursprünglich auch einen Kuchen, dessen Zutaten in Tassen (Cups, 1 Cup entspricht 236 Milliliter) gemessen werden. Er wird traditionell im Verhältnis von 1 Tasse Butter oder Margarine, 2 Tassen Zucker, 3 Tassen Mehl und vier Eiern hergestellt und in einer großen Kuchenform gebacken.

(In diesem Zusammenhang verweise ich gerne noch in einer Randnotiz auf den französischen Quatre-Quarts-Kuchen, der einfach aus vier Zutaten gleicher Menge besteht. Da kann man sich auch gleich viel einfacher das Rezept merken.)

Eine ganz gute Zusammenfassung findet man in diesem Diskussionsthread auf Stack Exchange.

From a technical point of view, muffins are made by the muffin method, making them small quickbreads. In the muffin method, the wet ingredients are combined in one bowl; and the dry ingredients are combined in another bowl. Then the two are quickly incorporated together with minimal mixing to avoid gluten development. This gives muffins a somewhat coarse crumb.

Cupcakes are small cakes, and are made by one of the traditional cake methods such as the creaming method, the reverse creaming method, the genoise method, the chiffon method, and so on. They tend to have a finer crumb than muffins.

Auch hier lernen wir wieder: Der Teig ist der Schlüssel. Muffinteig enthält nicht nur meistens andere (und auch unterschiedlichere) Zutaten, er wird auch anders angerührt, um eine andere Textur zu erhalten. Oft wird übrigens als Fett Öl statt Margarine oder Butter genommen. Cupcaketeig hingegen soll fluffig und smooth sein. Bei der genoise method handelt es sich übrigens um Biskuitteig, für die chiffon method habe ich keine deutsche Übersetzung gefunden, es gibt aber englische Wikipediaartikel darüber und man kann sich Bilder angucken. Darüber hinaus darf ein Muffin beim backen auch ruhig mal über die Form gucken, es sieht dann ein bisschen pilzartig aus. Beim Cupcake ist es hingegen verpönt, der darf nicht über den eigenen Tellerrand gucken und soll schön in seinem Förmchen bleiben.

Das Backdirndl hat alle Unterschied auch noch mal in einer praktischen Tabelle gegeneinander gestellt.

Wir fassen also zusammen: Muffins haben einen festeren Teig, man kann Nüsse, Obst, Haferflocken und alles mögliche in den Teig werfen. Außerdem werden sie eher als Frühstücksgebäck angesehen und eher selten mit Creme bestrichen. Cupcakes hingegen sind Kuchen und dementsprechend aus fluffigerem Kuchenteig, der üblicherweise aus Eiern, Zucker, Butter und Mehl besteht (Prise Salz nicht vergessen!) und wird in den allermeisten Fällen mit Creme und Zeug verziert.

(Und dann gibt es noch English Muffins, das sind aber tatsächlich üblicherweise aus Hefeteig hergestellte Brötchen. Manchmal heißen sie auch Crumpets.)

Da haben wir doch direkt wieder alle viel gelernt.

Erster Street Food Markt Essen

Es passt uns ganz gut, dass ich mich im Datum geirrt habe und wir gar nicht am Sonntagabend, sondern erst Mittwoch auf dem Konzert in Köln sind. So haben wir nicht nur einen gemütlichen Abend gewonnen, sondern außerdem auch nicht so viel Stress auf dem Street Food Markt. Dem ersten Street Food Markt in Essen, um genauer zu sein, auf einem ehemaligen Krupp-Gelände im Westviertel, das sich jetzt „Schöner Alfred“ nennt.

Street Food Märkte sind ja der neue heiße Scheiß, das nächste große Ding. In Duisburg gibt’s einen, in Düsseldorf und Köln, in Berlin sowieso. Jetzt dankbarerweise auch in Essen. Wir parken auf der Frohnhauser Straße und folgen den Schildern, die uns zum schönen Alfred leiten sollen. Dann sehen wir die Schlange. Einmal bis zur Straße und dann noch mal um die Ecke mindestens genauso weit. Wo wir jetzt aber schon mal hier sind, gucken wir erst mal, reihen uns hinten ein und sind innerhalb von ungefähr sieben Minuten am Eingang. Ich zahle sechs Euro Eintritt für zwei Personen und dann stehen wir auf dem Gelände vom schönen Alfred und wären dann bereit für etwas zu essen.

Schilder

Natürlich ist es auch drinnen voll. Sehr voll sogar. Besonders beliebt scheinen mir die Burgerstände. Es gibt normale Burger, Kimchi-Burger, bei denen der Inhalt statt zwischen zwei Brötchenhälften zwischen zwei Nudelplatten steckt. Burger mit Rind, Burger mit Meeresfrüchten, Burger mit beidem.

Kimchiburger

Wir sondieren erst mal die Lage, drängeln uns bis hinten durch, schauen mal in die Innenräume und entscheiden uns dann für einen Stand vom Turboimbiss mit weniger langer Schlange, bei dem es asiatische Dampfbrötchen mit karamellisiertem Schweinebauch gibt. Irgendwann gab es hier auch mal asiatische Dampfbrötchen mit vegetarischer Füllung, die sind aber aus. Während ich in der Schlange stehe, holt der werte Herr Gemahl Getränke. Mate für mich, Bier für ihn. Bei mir geht’s immer noch nicht voran. Der Stand wird von zwei Herren besetzt, die mit der Dampfbrötchenproduktion kaum hinterherkommen. Nebenan werden Tacos gemacht, ich helfe dabei, das improvisierte Schild mit „NO VEGGIE!“ an den Wagen zu kleben, damit sich keiner umsonst anstellt und bekomme dann meine Dampfbrötchen. Eine kleine Portion für 4,50 Euro, aber letztlich kommt es ja auf den Geschmack an. Außerdem wollen wir ja vieles probieren, da muss man sich den Magen nicht zwangsläufig vollschlagen.

Dampfbrötchen_EDG7940

Aber: Lecker ist das! Echtjetzma! Butterweiches, anscheinend tagelang geschmortes Fleisch, mit Salat, Erdnüssen, Sesam und leckerer Soße. Wir sind beide sehr angetan, das Brötchen ist samt Inhalt schnell im Magen verschwunden und wir suchen weiter.

In einer Art Nische finden wir die Stände vom Zodiac und einen Stand, an dem es Sate-Hühnchen gibt. Sate-Hühnchen ohne Spieß, erklärt man mir. Man hätte relativ schnell eingesehen, dass man mit dem Aufspießen sehr viel Zeit verbringen würde und hätte es dann einfach gelassen. Außerdem könnte man so besser teilen. Ich erfahre auch noch, dass die Erdnusssauce nicht mit Erdnussbutter, sondern nur mit gerösteten Erdnüssen hergestellt wurde und dann ist alles fertig und ich kann das Schälchen mit an den Stehtisch nehmen. Auch hier, ein bisschen klein die Portion für 4,50 Euro, aber auch hier gibt es geschmacklich nichts zu beklagen.

GrillSate

Als nächstes flüchten wir in den Innenraum, denn es ist zwar wunderbar sonnig, aber auch sehr kalt. Innen gibt es nicht nur viel Platz zum Sitzen, sondern auch den Stand von An Banh Mi, der bei mir ganz oben auf der To-Eat-Liste steht. Also, das, was es dort gibt, nicht der Stand selber. Stände kann man nicht gut essen. Vietnamesisches Sandwich also. Ich stehe wieder in einer Schlange, hinter mir Leute, die anscheinend viel Bock auf oder zumindest kein Problem mit Körperkontakt haben. Im Gegensatz zu mir. Nebenan wird bei Chilees irgendwas koreanisches gemacht, ganz ohne Schlange, sieht aber auch lecker aus. Wenn ich nicht unbedingt dieses Sandwich haben wollen würde, würde ich jetzt schnell den Stand wechseln.

An Bahn MiKoreanisches DingsAm Stand

Aber dann darf ich auch schon bestellen, die Winkekatze winkt mir zu und ich nehme das vietnamesische Sandwich mit Chili Beef in Empfang. Auch hier: Lecker. Bisher war alles lecker, frisch gemacht, gut gewürzt, etwas kleine, aber eigentlich sehr gut kalkulierte Portionen. Es ist Street Food, für auf die Hand, alles fünf Euro und drunter. Da kann man nicht meckern.

WinkekatzeVietnamesisches Sandwich

Wir holen uns noch zwei Bier, und gehen wieder raus in die Kälte. Bisher sind wir ganz zufrieden. Die Anstellerei nervt, es ist arg voll und unübersichtlich, mir fehlt ein Plan, also ein Standplan, wo ich sehe, was wo ist, aber wenn es welche gab, dann sind die sicherlich längst vergriffen.

Unkraut

Wir nehmen uns den Stand vom Comptoir du Cidre vor, an dem groß „Cidre Steak“ steht. Das Steak, so steht es da auf einer Tafel wurde unendlich lange mariniert, dann fast genauso unendlich lange Sous-Vide-gegart und dann wurde noch mal unendlich lange irgendwas anderes damit gemacht. Das Fleisch musste also länger auf diesen Moment warten als wir. Ich bin schon ganz angetan von den Cidreflaschen mit einem lustigen Seemann auf dem Etikett. Der werte Herr Gemahl ist währenddessen angetan vom Fleisch. Serviert auf Röstbrot mit Senf, Schnittlauch und einer Soße. Während wir noch auf die zweite Portion warten, hat er die erste verdrückt, hält dem Standmenschen einen Fünf-Euro-Schein hin und sagt: „Noch eins!“

Stand Steak

Danach verziehen wir uns wieder nach drinnen. Jeder Innenraum sieht anders aus, es hängen Fähnchen rum oder bunte Kugeln, die Leute stehen an Stehtischen oder sitzen an langen Tischen. Dochdoch, das ist schick hier, das kann man gut machen. Ich werde zum Eisholen geschickt. Am ersten Eisstand tut sich nichts in der Schlange, außer, dass sich Menschen vor und hinter mir auf einmal Zigaretten anstecken. Ich flüchte und finde einen anderen Stand, wo es Frozen Yoghurt gibt, die Schlange weniger lang und beweglicher ist und niemand raucht. Das ist besser. Ich nehme also bei Sorelli’s einen warmen Brownie mit Frozen Yoghurt, Salzkaramellsoße, Erdbeeren und Haselnusskrokant, bezahle 5 Euro und mache mich auf zum werten Herr Gemahl.

InnenSorelli's Frozen Yoghurt

Auch der Nachtisch überzeugt. Das mag auch an meinem guten Händchen für Soßen-Beilagen-Kombinationen liegen, aber sicherlich auch an Brownie und Eis. Wir kratzen das letzte aus dem Becher, dann sind wir fertig. Fertig mit dem Eis und fertig mit dem Street Food Markt. Keine Piroggen, kein Burger, nichts Japanisches, keine Burritos. WAS WIR ALLES NICHT GEGESSEN HABEN!

Menschen Piroggen

Was wir vor allem nicht gegessen haben: Waffelburger von Bukfylla. WAFFELBURGER! Ich meine: WAFFELBURGER! Das erfahre ich aber erst abends zu Hause auf Twitter. Angeblich soll auch da die Schlange sehr lang gewesen sein, wahrscheinlich hätte ich also auch keinen Waffelburger gegessen, wenn ich rechtzeitig über dieses Wunderwerk an gastronomischer Zusammensetzungsfantasie informiert gewesen wäre. Aber, ey: WAFFELBURGER!

Bukfylla

Dann eben beim nächsten Mal. Der nächste Street Food Markt beim schönen Alfred ist am 10.5. Man kann sich das also schon mal schön im Kalender markieren oder einfach bei Facebook auf Teilnehmen klicken.

Ich würde mir zwar wünschen, dass die Veranstaltung auf zwei Tage ausgedehnt wird, um so eventuell auch dem Besucheransturm gerecht zu werden, aber solange ich Waffelburger kriege, soll mir alles recht sein.

Schöner Alfred auf Facebook

 Bericht in der WAZ

Ein paar mehr Bilder gibt es auf einem Flickr-Account

Trinkgewohnheiten

Es kursiert ein Fragebogen von den Bildungstrinkern zu den Trinkgewohnheiten, der sich mir quasi an den Hals schmeißt und beantwortet werden müssen. Andere Leute, die schon geantwortet haben, sind Anke Gröner, die Kaltmamsell und Stevan Paul.

1. Was ist dein liebster Drink?

Im Prinzip Wein, aber das zählt vielleicht nicht als Antwort. Ansonsten mag ich so Klassiker wie Caipirinha oder Whiskey Sour, ein bisschen sauer, ein bisschen süß, das passt schon.

2. Wann hast du das erste mal Alkohol getrunken?

Irgendwann als Teenager vermutlich. Da ich kein rebellische Phase hatte, jedenfalls keine, die irgendwas mit Alkohol oder Zigaretten zu tun hatte, scheint mir am wahrscheinlichsten, dass das auch zu Hause war. Wein vermutlich. Zum ersten Mal betrunken war ich auf dem sechzehnten Geburtstag von Sonja, wo es Kleiner Feigling in Mengen gab. Oder zumindest in Größenordnungen, die für wenig trinkerprobte Teenager ausreichten.

3. Welchen Drink hast du am meisten bereut?

Keinen. Auch die schlimmsten Kater gehen vorbei und im Zweifelsfall taugt nachher alles als lustige Geschichte. Jedenfalls bei mir.

4. Bar oder Kneipe?

Sofa. Da ist es auch nicht so laut.

5. Champagner oder Schaumwein?

Crémant. Zum Beispiel der Bouvet Ladubay Tresor Rosé Brut. Den können Sie mal probieren, der ist gut. Mal abgesehen davon, dass Champagner ja auch nur etwas anders hergestellter Schaumwein aus einer bestimmten Region ist, und man hier meines Erachtens nicht zwingend eine Entweder-Oder-Frage basteln muss. (Experten werden bei der Äußerung die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ich weiß.) Achtung, Bildungsblog: Das mit der Region nennt sich übrigens Appellation d’Origine Contrôlée, kurz AOC und ist u.a. in Frankreich eine Qualitätsbezeichnung. Damit werden Produkte gekennzeichnet, die auf traditionelle Weise hergestellt werden und deren Zutaten aus einer bestimmten Region stammen oder teilweise dort gereift sind.

6. Mit wem würdest du gerne trinken?

Ich habe eine Liste mit prominenten Leuten, die ich gerne mal zum Abendessen einladen wollten. Dabei wäre Trinken dann inbegriffen. Die Liste ist nicht sehr lang, weil ich zumindest ein bisschen realistisch bleiben möchte. Ich würde gerne mit Hagen Rether und Hennes Bender essen und trinken. Hennes Bender, weil ich bei irgendeiner Sendung gesehen habe, dass in seinem Arbeitszimmer nicht nur Unmengen Comics im Regal standen, sondern auch ein Schlagzeug davor. Das finde ich sehr sympathisch, ich glaube, wir hätten viel Spaß. Und Hagen Rether, weil er sehr interessante Sachen sagt. Außerdem sind beide anscheinend nur so semiberühmt, dass immer noch Leute „Hä, wer?“ fragen, wenn sie die Namen hören und beiden wohnen bei uns in der Nähe.

7. Bei wem würdest du gerne trinken?

Ich kenne mich mit der Wein- und Barszene nicht annähernd genug aus, als dass ich irgendwelche gastronomischen Institutionen wüsste, wo ich unbedingt mal hin möchte. Aber es darf mich jederzeit jeder einladen. Ich komme gerne.

8. Wie sieht deine Hausbar aus und was ist das Kostbarste darin?

Das hübsche Zeug steht in der Vitrine. Der Wein und einiges anderes in der Abstellkammer und Zeug, das ich regelmäßig brauche (Amaretto für Tiramisu, Rum zum Backen), aber keinen Platz in der Vitrine hat in der Küche dort, wo hoffentlich bald mal eine Waschmaschine hinkommt.

Vitrine

Am teuersten war garantiert irgendein Whisky, der Springbank vielleicht oder der Talisker 57° North. Außerdem bringen uns immer wieder Menschen Zeug mit, wir haben also Tequila aus Mexiko und Cachaca aus Brasilien.

9. Beschreib deine Eiswürfel.

Ich hab kleine und größere, benutze aber auch mittlerweile gerne diese Einwegbeutel. Meine Eiswürfel sind meistens kalt und durchsichtig. Ich stelle sie aus gutem Essener Leitungswasser her.

10. Was ist deine Gin-&-Tonic-Empfehlung?

Ich empfehle Gin & Tonic und vor allem ein Ampersand zwischen den beiden. Tatsächlich finde ich Gin & Tonic sehr lecker, habe aber noch nicht ausreichend damit herumexperimentiert, um konkrete Produktvorschläge zu machen. Die Optionen sind ja schier unendlich, seit das irgendwie zum Kult geworden ist, das überfordert mich.

Als Alternative möchte ich aber mal Pimm’s Cup No. 1 ins Gespräch bringen. Das scheint mir in den hiesigen Breiten- und Längengraden noch etwas unterrrepräsentiert. Und natürlich Picon Bière, dieses geile Gesöff, das ich in Frankreich immer bestelle, wenn ich es kriegen kann.

Picon

11. Wie bekämpfst du deinen Hangover?

Mit Liegen und Jammern. Da ich ein vernünftiger Mensch bin, trinke ich üblicherweise nur selten übermäßig und nicht dann, wenn ich am nächsten Tag irgendwo hin muss. Ich bekämpfe nicht, ich sitze… äh… liege das aus.

Systemgastronomie

Ich bin bei weitem kein Feind der Systemgastronomie. Ich habe kein Problem mit McDonald’s oder Burger King, ich gehe da sogar regelmäßig freiwillig hin und finde Leute, die „McDoof“ sagen albern. Außerdem liebe ich Mongo’s. Ich könnte dauernd zu Mongo’s gehen, weil ich das da toll finde, das Essen ist super, der Service war bis jetzt immer vollkommen ausnahmslos super und man bekommt sogar gute Cocktails. Auch wenn ich auf der einen Seite ja gerne neue Sachen probiere und Menschen, die immer dasselbe bestellen, seltsam finde, finde ich es manchmal wieder sehr entspannend, irgendwo in Deutschland verlässlich etwas zu bekommen, was genau so schmeckt, wie es immer schmeckt. Dafür schmeckt es dann vielleicht nicht super, sondern einfach nur ausreichend okay, aber das passt dann schon.

Dann gibt es Vapiano. Manchmal frage ich auf Twitter, wo man denn da oder dort essen gehen können, und dann sagt immer irgendwer „Vapiano“. Ich möchte das bitte von jetzt an nicht mehr hören. Ich möchte nicht mehr zu einem Vapiano geschickt werden, ich möchte auch nicht mehr zu einem Vapiano mitkommen müssen. Ich war zwei Mal bei Vapiano und zwei Mal hat es mir sehr verlässlich nicht geschmeckt. Ich muss diese Testreihe jetzt nicht mehr fortsetzen.

Es fängt aber schon damit an, dass ich das Konzept von Vapiano nicht verstehe. Systemgastronomie schön und gut, da muss man manchmal seltsame Rituale mitmachen. Bei McDonalds steht man erst für sein Essen an, bekommt dann aber immerhin alles auf einmal und auch meistens in ausreichender Geschwindigkeit, so dass man in auch in einer größeren Gruppe nicht lange warten muss. Mongo’s ist ja eher schon ein Restaurant. Es ist vielleicht auch schon keine Systemgastronomie mehr, sondern einfach ein Franchise. Um sein Essen muss man sich trotzdem selbst kümmern, man sucht sich die Soße aus, dann füllt man alle Zutaten in ein Schälchen und irgendwann wird es einem dann fertig gebraten gebracht.

Bei Vapiano sucht man sich erstmal einen Platz und dann müssen eigentlich alle gesammelt irgendwo anders hin, um sich ihr Essen an verschiedenen Ausgaben mit unterschiedlich langen Schlangen und unterschiedlich schnellen Köchen zu holen. Da fängt der Kummer schon an. Beim ersten Mal im Vapiano musste ich spontan an die Mensa in Bonn denken. Da war ich auch exakt zwei Mal. Einmal, weil ich von einer Kommilitonin gefragt wurde und einmal, weil wir mit einer Gruppe Studenten für einen Film vom Goethe-Institut gefilmt wurden. Da mussten wir typische Sachen machen, die man als Studenten so macht. Wir haben also ausschließlich Sachen gemacht, die wir quasi nie gemacht haben, aber sehr verdächtig wie etwas wirkten, was man als Student so macht. Wir waren also in der Mensa und im Arithmeum, einem Mathematikmuseum. In der Mensa in Bonn musste man sich unten schon unbesehen entscheiden, was man essen wollte und dann an eine der Ausgaben, die günstig auf mehrere Stockwerke verteilt waren. Die Chance, dass man zeitgleich das Essen bekommen würde UND sich dann noch wiederfinden würde ging also gegen Null. Ich habe mich also, um weiteren Sozialstress zu vermeiden, in die gleiche Schlange wie meine Kommilitonen gestellt und beide Male Essen genommen, das ich nicht mochte.

Ungefähr so ist das bei Vapiano auch, nur mit weniger Studenten und immerhin auch weniger ekligem Essen. Beim ersten Mal waren wir in Düsseldorf im Vapiano, da war es laut und voll, ich aß Nudeln, die in viel zu viel Öl schwammen und habe mich die ganze Zeit mit dem Gedanken beschäftigt, warum die Leute hier so gerne hinkommen. Was der Herr Gemahl hatte, weiß ich nicht mehr, aber es war anscheinend auch nicht überzeugend genug, um ihn zu einem Wiederkommen zu inspirieren.

Gestern waren wir in Dortmund im Vapiano, es war spät, wir waren vorher in der Oper und haben uns „Jesus Christ Superstar“ angeguckt. Im Laufe des weiteren Abends tauchte übrigens quasi der gesamte Cast des Musicals auch im Vapiano auf und ich kann hiermit aus erster Hand verkünden: Alexander Klaws singt nicht nur enorm gut (wirklich, kein Scheiß!), er isst auch Pizza im Vapiano. Ich hatte einen Cesar’s Salad, der Herr Gemahl hatte Vitello tonnato, wir standen wieder in Schlangen rum und zwar so lange, bis der Herr Gemahl sich einfach spontan umentschied und keine Nudeln mehr wollte. Der Koch war nett, aber leider überfordert. Der Cesar’s Salad war okay, ich habe schlimmere gegessen, aber auch welche mit weniger angeranztem Parmesan. Das mag an der späten Stunde liegen, ist aber auf der anderen Seite dann doch wieder keine Entschuldigung. Fairerweise muss man sagen, dass ich in Deutschland vielleicht noch nie einen wirklich guten Cesar’s Salad gegessen habe. Da reiht sich Vapiano mit seinem brauchbaren Beitrag auch nur in eine lange Reihe bittererer Enttäuschungen ein. Der Vitello tonnato hingegen muss eher im Bereich unterirdisch gewesen sein. Ich habe das nicht probiert, aber der Herr Gemahl gab nach dem halben Teller auf und betrachtete den Rest nur noch sehr argwöhnisch und anschuldigend.

Zum Nachtisch holte der Herr Gemahl noch irgendwas, wo wohl Blueberry Cheesecake dranstand, zumindest aber keine Blueberrys drin waren. Das was in dem Glas war, war geschmacklich okay, stand aber relativ sicher doch schon etwas länger rum. Na gut, es war spät. Aber nur weil ich spät komme, finde ich nicht, dass ich da schlechteres Essen bekommen sollte. Oder dann wenigstens für weniger Geld. Denn wenn wir ans Bezahlen kommen, ja gut, es ist nicht teuer im Vapiano, aber es ist auch nicht günstiger als beim Italiener an der Ecke.

Vielleicht machen wir irgendwas falsch. Vielleicht bestellen wir tatsächlich immer zielsicher das falsche oder stehen zielsicher in der falschen Schlange. Ich weiß das nicht. Ich weiß nur, dass ich zwei Mal sowohl vom Essen als auch vom gesamten Konzept deutlich unterwältigt wurde. Das reicht mir jetzt. Ich hab dem Laden zwei ehrliche Chancen gegeben, eine dritte braucht es nicht. Es gibt genügend Alternativen. Und im Zweifelsfall gibt es auch immer irgendwo einen McDonald’s, wo ich einen BigMac bekomme, bei dem ich wenigstens weiß, was mich erwartet.

Futterneid

Es sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass ich ein Einzelkind war (und auch noch bin) und mehr oder weniger alles durfte. Im Gegenzug habe ich nur sehr wenig Scheiße gemacht. Vermutlich ist das dieses Geben und Nehmen, von dem alle immer reden. Das soll nicht heißen, dass ich nicht auch Unfug gemacht hätte, ich war ziemlich lange Kind und dann ein paar Jahre Teenager, da macht man glaube ich automatisch Unfug, das sieht das Hirn so vor. Aber es war, behaupte ich jedenfalls, im Verhältnis sehr überschaubar.

Als Einzelkind hängen einem ja viele Stereotype nach. Dass wir egoistisch sind, zum Beispiel und nicht teilen können. Dass wir immer nur um uns selber kreisen, verwöhnt sind und so was. Hiermit möchte ich an dieser Stelle aufräumen.

Ich bin beispielsweise, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen kann, überhaupt nicht egoistisch und kann sehr gut teilen. Ich wurde auch eher so in homöopathischen Dosen verwöhnt, da hat die Oma schon für gesorgt, dass das Kind auf dem Teppich bleibt. Also die eine Oma, die mit den neun Kindern und zwölf Enkeln. Die andere Oma, die mit den zwei Kindern und der einen Enkelin, ist mit mir jede Woche nach dem Klavierunterricht sehr selbstlos zu McDonald’s gegangen.

Das einzige, was stimmt ist ein gewisser Hang zum Egozentrismus. Allerdings bin ich mittlerweile der Ansicht, dass eigentlich fast alle Menschen egozentrisch sind, schon aus einer gewissen psychologischen Notwendigkeit. Selbstverständlich bin ich das Zentrum des Universums, also so aus meiner Sicht. Ich gehe aber gleichzeitig davon aus, dass alle anderen Menschen Zentren ihres eigenen Universums sind und so relativiert sich das wieder und alles ist gut.

Worüber ich aber eigentlich schreiben wollte ist das Thema Futterneid. Ich kann nämlich zwar total gut abgeben und teilen und Sachen verschenken, ich bin aber leider auch sehr, sehr futterneidisch. Leider ist es für Außenstehende nur schwer ersichtlich, warum ich auf der einen Seite auch den letzten Keks verschenke, auf der anderen Seite dann aber niemand an meine Schokolade darf.

Es lässt sich aber ganz einfach erklären. Das eine hat damit zu tun, dass ich ein mit wenig Restriktionen versorgtes Einzelkind war und dementsprechend alles, was lecker war, zu meiner freien Verfügung stand. Was zur freien Verfügung steht, ist auch noch morgen da, da muss man sich nicht beeilen und irgendwas sofort essen oder einheimsen. Und wenn es morgen nicht mehr da ist, dann ist die Chance, dass man einfach neues bekommt, relativ groß. Wer keine Sorge hat, dass das Geschwisterkind alle Gummibärchen isst, der muss auch nicht alle auf einmal essen und den Rest unterm Bett verstecken.

Jetzt kommen wir aber zum zweiten Punkt, bei dem ich gar nicht weiß, wie viel davon Einzelkindverhalten und wie viel einfach eine gewisse Beklopptheit ist. Ich plane mein Essen. Bis ich Mitte zwanzig war, habe ich deswegen auch immer sehr lange gebraucht, schon weil ich das Essen auf dem Teller dauernd neu sortieren und den weiteren Verlauf des Essens neu berechnen musste. Die einzelnen Bestandteile auf dem Teller müssen ja in eine sinnvolle Aufessreihenfolge gebracht werden, damit die Verhältnismäßigkeiten über den gesamten Essvorgang gewahrt bleiben und am Ende auch das übrig ist, was man als letztes essen möchte.

Noch vor einem Jahr kam es so zu einem Missverständnis, von dem ich auch erst später erfuhr. Als ich nämlich zu reinen Recherche- und Essensplanungszwecken die Bestandteile eines Chilis und die Verhältnismäßigkeiten dieser untereinander inspizieren musste, um mein weiteres Vorgehen zu planen, wurde dies als Rumstochern interpretiert und gemutmaßt: „Der Anne schmeckt’s nicht.“ Dass ich danach mit Freuden ein Glas sehr leckeres Chili entgegennahm, machte die Verwirrung nur noch größer.

Futterneid jedenfalls. Ich kann nur ganz schlecht mit anderen Leuten aus der selben Chipsschale essen. Die halten die Reihenfolge nicht ein und essen exakt die Chips weg, die ich mir noch für später aufheben wollte. Zu meinen Lieblingschips gehören Frit-Sticks, diese kleinen dünnen Stäbchen. Die kann ich immer nur heimlich essen, wenn ich alleine bin, weil die Langsamkeit, mit der ich mich durch eine Tüte knabbere, ihresgleichen sucht und ich augenblicklich unentspannt werde, wenn andere Menschen sich zehn auf einmal in den Mund stecken. Nudelsalat: Da mache ich eine große Schüssel am Samstag, die dann so grob anderthalb Tage reicht. Sobald es dem Ende zugeht, werde ich aber zunehmend nervös, weil ich die übrige Menge schon verplant habe, aber nicht weiß, ob das die Mitessenden auch so sehen. Es kann dann sein, dass ich die ins Schüsselchen gepackte Menge andere Leute sehr genau und sehr kritisch beäuge, bis den anderen Leuten ob meines unzufriedenen Blickes allein die Lust auf Nudelsalat vergeht.

Ich kann nichts dafür, ich gebe mir wirklich Mühe! Und ich verschenke wirklich mit großer Freude den letzten Keks. Es sei denn, ich habe diesen Keks schon seit heute Morgen eingeplant, dann nicht.

Eine Tüte Gemischtes

Heute morgen erst verschlafen, dann den Zug verpasst. Den Zug verpasst hab ich aber vor allem, weil die Straßenbahn zu spät kam. Die U17 hat nämlich das Zusatzfeature „sehr krankheitsanfällig“. Sobald ein bisschen Schnee liegt oder es einfach nur sehr kalt ist, muss man damit rechnen, dass irgendwas kaputt geht.

Vor ungefähr vier Jahren sind wir ja nach Essen gezogen. Mitten im schlimmsten Schnee-und-Eis-Winter nämlich, wir hatten das sehr gut geplant. Am Abend vorher fuhren wir noch einige Kisten von Düsseldorf und Essen und sahen ein paar Autos auf der Autobahn, die falsch rum in der Gegend rumstanden. Tatsächlich klappte dann doch alles ganz gut, lediglich ein Tisch wurde zerschrammt, als einer der Möbelpacker beim Aussteigen aus dem Umzugswagen ausrutschte.

Ich lernte die U17 also mitten im Winter kennen und deswegen im Prinzip erst mal gar nicht, weil sie einfach zwei Wochen lang  sehr konsequent gar nicht fuhr. Und heute dann eben nicht nur später kam, sondern auch zwischendurch immer weider stehen blieb und nicht weiterwollte. Ich kann es aber auch irgendwie verstehen, ich will ja bei der Kälte auch nicht raus.

Frau Novemberregen ließ uns letztens in ihre Handtasche schauen und fand im Portemonnaie zwei Plektren/Plektrums/Plektrons/wie-auch-immer. Daraufhin grübelte sie ein bisschen darüber nach, warum sie wohl zwei Plektr… Gitarrendingsis mit sich rumschleppte. Aber das kann man auch selber hier nachlesen.

Dazu muss ich folgendes beitragen: Ich habe auch zwei Gitarrendingsis im Portemonnaie, es ist ebenfalls ein härteres und ein weicheres und ich weiß ebenfalls nicht warum. Das heißt, eigentlich weiß ich ganz genau, warum. Ich wollte nämlich damals beim Gitarrenunterricht sehr gerne lernen, wie man mit einem Plektrum spielt und hatte deswegen zwei gekauft und trug sie mit mir rum. Und weil die Dinger sehr klein und flach sind und quasi kein Gewicht haben, passen sie halt sehr gut ins Portemonnaie. Das hat den weiteren Vorteil, dass man sie nicht verliert. Es ist also weniger so, dass ich damit rechne, spontan irgendwo eine Gitarre zu finden und auf einmal mit einem Plektrum spielen zu wollen, es scheint einfach einer der besten Aufbewahrungsorte zu sein. Stört ja nicht.

Heute Morgen auf Facebook bei Thomas Jungbluth einen Link zu einer Crowdfunding-Kampagne für einen veganen Burgerladen gefunden und kurz darüber nachgedacht, warum ich diese Kampagne eher ärgerlich finde. Also nicht die Kampagne selber, bzw. schon die Kampagne selber, aber ich unterstelle den Initiatoren da nichts böses, sie wollen sicher nur einen schicken verganen Burgerladen in Köln eröffnen, aber da fängt es schon an: In Köln. Man könnte da jetzt alternativ jede etwas größere Stadt mit funktionierender Gastronomieszene nehmen, bei jeder fände ich das albern.

Und das auch nicht, weil ich vegane Sachen doof finde, sondern weil es zumindest gefühlt in jedem Hipsterburgerladen, in dem ich in den letzten Jahren war, mindestens eine vegetarische und vegane Variante gab. Gerade in der Hipsterburgerszene scheint mir da also der geringste aller Handlungsbedarfe zu bestehen, jetzt noch einen weiteren Burgerladen aufzumachen, wo es dann wirklich nur vegane Burger gibt. Der unfaire Verdacht liegt nahe, dass das auch die Banken so gesehen haben und das Geld jetzt eben woanders herkommen muss.

Auf der anderen Seite, vielleicht möchten Veganer auch gerne mehr als einen Burger zur Auswahl zu haben. Man kann da also gerne Geld hinwerfen, letztlich ist es mir auch egal, und vielleicht war ich heute morgen auch nur noch etwas müde und unnötig gereizt.

(Um das mal in Zahlen aufzudröseln: Bei Hans im Glück gibt es Unmengen von Burgern auf der Speisekarte, davon neun vegetarisch, davon einer vegan, bei Freddy Schilling gibt es neun Burger insgesamt, davon drei vegetarisch, davon einer vegan, das Konzept von der fetten Kuh erschließt sich mir nicht ganz, hier gibt es anscheinend vegetarische Varianten, von vegan steht da aber nüscht. Bei What’s Beef sieht das Konzept sowieso vor, sich die Burger selber zusammenzubasteln, es gibt zwei Fleischvarianten, eine vegetarische und eine vegane, lediglich bei den Beef Brothers gibt es noch Luft nach oben, da gibt es nämlich bei insgesamt sieben Burgervariante nur eine vegetarische und nix veganes.)

Und zuletzt: Wer was wirklich witziges lesen will, der sollte hierhin klicken und lesen, wie Andrea Diener mit sehr vielen Hessen auf einen Flug wartete. So schön. Wer auf Anhieb weiß, was Dischäende ist, hat gewonnen. Ich musste erst die Auflösung im nächsten Absatz lesen.

Germknödel aus dem Reiskocher

Letztens machte ich Germknödel. Aber eigentlich muss man vorher anfangen. Ich hatte ja schon im letzten Jahr auf der Herzliste stehen, dass ich mehr Klassiker kochen will und das 2014 so hmnuja hinbekommen. Nachdem wir aber jetzt eine noch schönere Küche haben, habe ich einfach 2015 einfach direkt damit angefangen. Erst gab es Hühnersuppe (sehr einfach und unglaublich lecker), dann Tiramisu (super einfach und super geil) und dann Gulasch, das mir nie so gelingen will, wie ich es mir vorstelle und dann eben Germknödel.

Germknödel

Auf Germknödel hatte ich aus völlig unerfindlichen Gründen schon seit Wochen Lust. Ich weiß auch nicht, woher das kam, ich habe in meinem Leben noch gar nicht so oft Germknödel gegessen, zu Hause gab es das nicht, da gab es Kirschmichel und Salzburger Nockerln, aber keine Germknödel. Trotzdem war ich Anfang des Jahres fixiert auf Germknödel, voller Vorfreude und Spannung, wie das wohl klappen würde mit dem Selbermachen. Da ich sehr viele Kochzeitschriften mein Eigen nenne, war ich mir auch relativ sicher, dass in irgendeinem dieser Hefte auch irgendwo ein Rezept für Germknödel sein müsste. Tatsächlich musste ich praktisch sämtliche Jahrgänge einer Zeitschrift durchblättern, bis ich in einer Ausgabe von 2007 oder so tatsächlich eines fand. Vorher hatte ich schon zwei Mal gedacht, ich hätte es, aber ich hatte nur zwei Mal Germknödel mit Buchteln verwechselt und mich vorschnell gefreut.

Germknödel also. Germknödel haben zwei potentielle Schwierigkeiten:

1. Germknödelteig ist Hefeteig.
2. Germknödel werden gedämpft.

Ersteres wusste ich, da mir aber mittlerweile in geschätzt 90 Prozent der Fälle auch Hefeteig gelingt, konnte mich das nicht abschrecken. Zweiteres kam irgendwie überraschend. Ich habe keinen Dampfgarer und auch keinen Dampfeinsatz für den Topf. Ich habe aber: Einen Reiskocher. An der Notwendigkeit eines Reiskochers scheiden sich ja auch die Geister, ich zum Beispiel liebe unseren heiß und innig, andere verstehen nicht, warum man Reis nicht einfach im Topf machen kann. Die Antwort lautet: Weil mir der da immer verbrennt und/oder zu matschig wird und/oder zu lange dauert oder zu früh fertig ist. Bei Reis gilt also zumindest in diesem Haushalt die alte Weisheit „Irgendwas ist immer.“ Mit einem Reiskocher hingegen packt man Reis, Wasser und Salz in einen beschichteten Topf, drückt auf ein Knöpfchen und irgendwann macht es Klick, der Reis ist fertig und wird so lange warmgehalten, bis auch alles andere fertig ist.

Germknödel aus dem Reiskocher

Aber ich wollte ja gar keinen Reis machen, sondern Germknödel. Dazu muss man wissen, dass der Reiskocher ein Zusatzfeature in Form eines Plastikeinsatzes mit Löchern hat. Der ist dazu gedacht, dass man damit im Prinzip zeitgleich mit dem Reiskochen Gemüse dämpfen könnte. Wenn man das denn täte. Haben wir aber noch nie. Praktischerweise passen in den Plastikdampfeinsatz aber auch zwei Germknödel. Dann muss man nur Wasser mit etwas Salz (stand so im Rezept) in die Schüssel tun, das Ding anstellen und nach ein paar Minuten die Germknödel in den Dampfeinsatz legen. Dann wartet man ungefähr zwanzig Minuten ab und hat prima gedämpfte Germknödel aus dem Reiskocher.

(Die ganze Wahrheit ist, dass das im Prinzip ja nüscht anderes ist als wenn man das ganze mit einem Topf und einem Dampfeinsatz für den Topf machen würde. Aber „Germknödel aus dem Reiskocher“ klingt doch viel abenteuerlicher.)

Germknödel innendrin

Die Germknödel waren übrigens sehr lecker. Das Rezept dafür findet sich hier. Man kann sich übrigens auch vertun und den Teig zunächst nur mit 200 Gramm Mehl anrühren. Man merkt spätestens dann, wenn man laut Rezept einen festen glatten Teig kneten soll, dass irgendwas nicht stimmen kann, weil der Teig weder fest noch glatt wird, guckt dann noch mal ins Rezept und stellt fest, dass da noch 300 Gramm Mehl fehlen, die man dann noch schnell drunter mischt. Klappt einwandfrei, habe ich exklusiv, wenn auch nicht wirklich absichtlich getestet.

Außerdem plädiere ich dafür, noch Vanillesauce herzustellen, die sich schön in den Knödel reinsaugen kann. Aber das kann natürlich jeder machen, wie er will.

Auf der Jagd nach dem heiligen Tempranillo

Im Sommer probierten wir bei der hiesigen Filiale von Jacques‘ Weindepot einen Tempranillo, der nach Weihnachten schmeckte und kauften zwei Flaschen.

Irgendwann zwischen Sommer und jetzt kam ich ins Grübeln, ob wir da nicht ein paar Flaschen mehr hätten kaufen sollen. Ich grübelte und grübelte, irgendwann sah ich dann im Internet, dass der Wein online ausverkauft war und anscheinend auch nirgendwo sonst zu kriegen. Leichte Panik setzte ein. Also fragte ich am Samstag bei der hiesigen Filiale noch mal nach. Haben wir hier nicht mehr, sagte der Filialbetreiber, druckte mir aber zwei Listen mit Filialen in der Umgebung aus, die den Wein zumindest laut System noch vorrätig haben könnten.

 

Heute dann Anruf bei einer Filiale in Köln:

Begrüßungsgeplänkel.

Anne: Ich suche einen Wein, und zwar den Lurton Salamandra Barricas Tempranillo. Wissen Sie, welchen ich meine?

Weinhändler: Ja sicher, mein Lieblingsrotwein.

Anne: Haben Sie denn da noch was?

Weinhändler: Theoretisch schon…

Anne: Theoretisch?

Weinhändler: …aber das ist alles schon reserviert für eine Veranstaltung.

Anne: Alles? Wirklich alles?

Weinhändler: Alles. Aber Sie können im nächsten Jahr im ersten Quartal noch mal nachfragen, wenn dann noch was da ist, können Sie den haben.

Verabschiedungsgeplänkel.

 

Anruf bei einer Filiale in Duisburg:

Begrüßungsgeplänkel.

Anne: Ich suche einen Wein, und zwar den Lurton Salamandra Barricas Tempranillo. Wissen Sie, welchen ich meine?

Weinhändler: Ja, kenne ich. Haben wir auch noch vorrätig.

Anne: Würden Sie mir den auch verkaufen?

Weinhändler, verwirrt lachend: Ja, aber natürlich.

Anne: Ja ja, Sie lachen, aber Ihr Kollege aus Köln wollte den lieber für sich behalten.

Weinhändler: Nein nein, wir haben noch genug da, keine Sorge.

Ich lasse mir noch mal versichern, dass der Wein nicht spontan auf einmal ausverkauft sein könnte. Dann Verabschiedungsgeplänkel.

 

Jedenfalls sprang ich dann heute um 18:50 Uhr in Duisburg aus dem Zug, hechtete die Mülheimer Straße Richtung Duissern entlang, legte mich dabei auf den Routenplaner im Handy schauend gepflegt einmal quer auf den Bürgersteig, rief noch mal an und ächzte „MACHEN SIE NOCH NICHT ZU, ICH BIN AUF DEM WEG! SIE KÖNNEN SCHON MAL SECHS FLASCHEN EINPACKEN!“ ins Telefon und war dann pünktlich um 19 Uhr im Laden, um das fertiggepackte und bereits in die Kasse gebuchte Paket mit sechs Flaschen Weihnachts-Tempranillo in Empfang zu nehmen.

Da wir jetzt acht Flaschen davon haben, bin ich gerne bereit, zu verraten, dass es neben der Filiale in Duisburg-Duissern auch noch Filialen in Bochum, Wuppertal, Hilden und bestimmt auch noch woanders gibt, wo man diesen Wein noch bekommen kann. Eventuell. Wenn der Weinhändler ihn nicht selber so super findet, dass er die Herausgabe verweigert. In Köln-Buchheim würde ich jedenfalls nicht fragen, da wird man nur enttäuscht. Ansonsten kann einem aber auch in jeder Filiale von Jacques‘ Weindepot geholfen werden, die sehen nämlich im System, wo es den noch gibt oder zumindest theoretisch geben müsste und drucken einem das aus. Jedenfalls, wenn man nett fragt.

Astreine handgeschnitzte Backofenpommes à la Rachel Khoo

Pommes Nahaufnahme

Beim letzten Gästebesuch gab es ja Steak mit Pommes Frites, und zwar echt selbst gemachten, original handgeschnitzten Pommes Frites. Das Rezept kam von Rachel Khoo, in die ich ja ein bisschen dauerverliebt bin, und da es jetzt schon drei Mal wirklich gut funktioniert hat und darüber hinaus so einfach ist, dass man es eigentlich schon nach dem ersten Mal auswendig kann.

Und zwar geht das so:

Man braucht: Kartoffeln, Salz und Olivenöl.

Außerdem einen Ofen, den stellt man auf 220 °C und lässt ihn schön vorheizen.

Man nimmt Kartoffeln, so viele man eben braucht und schnippelt sie in Pommesgröße. Schale kann man dran lassen oder ab machen, wie man es lieber mag, wenn man sie dran lässt, sollte man die Kartoffeln aber zumindest waschen.

Handgeschnitzt

Dann packt man die handgeschnitzten Pommes in einen Topf, füllt den Topf mit Wasser, bis die Pommes bedeckt sind, stellt ihn auf den Herd und lässt das Wasser aufkochen. Wenn das Wasser kocht, einfach eine Minute abwarten und dann abgießen. Jetzt hat man die Kartoffeln blanchiert und somit etwas sehr fachmännisches getan.

Die Kartoffeln müssen jetzt trocken getupft werden, also am besten kurz auf ein Küchentuch geben, ordentlich abtupfen und dann auf ein Backblech mit Backpapier legen. Mit Olivenöl beträufeln und Salz bestreuen. In den Ofen damit, nach zehn Minuten einmal wenden, dann noch mal zehn Minuten und dann sind die Pommes Frites fertig. Das Wenden kann man sich sparen, weil man zum Beispiel gerade keine Lust hat, muss dann aber damit leben, dass die Pommes Frites auf einer Seite knuspriger sind als auf der anderen.

Aus dem Ofen damit, in eine Schüssel, bei Bedarf noch mal nachwürzen und dann schnabulieren.

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