Ein paar Fernsehtipps für den 26.12.

Auch der letzte Weihnachtstag will mit Besinnlichkeit begangen werden. Das Sofa ist meiner Ansicht nach ein wesentlicher Bestandteil, wenn es um Gemütlichkeit geht. Dazu noch eine Decke, ein Glas Sekt oder ein heißer Kakao und das richtige Fernsehprogramm… ZACK! Besinnlich as besinnlich can!

Pippi außer Rand und Band am Dienstag, 26.12. um 9:00 im ZDF
Lindgrenverfilmung aus dem Jahr 1970. Annika und Tommy wollen ausreißen, dank Pippi wird daraus natürlich ein angemessenes Abenteuer.

Der kleine Lord am Dienstag, 26.12. um 10:03 im Ersten
Weihnachtsklassiker nach der Vorlage von Frances Hodgson Burnett. Der kleine Lord erweicht das Herz seines strengen Großvaters. Das ist etwas kitschig, aber auch sehr schön.

Pünktchen und Anton am Dienstag, 26.12. um 10:25 im RBB
Das patente Pünktchen muss nicht nur ihr eigenes Leben organisieren, sondern sich auch um ihren armen Freund Anton kümmern. Kästner-Verfilmung aus dem Jahr 1953.

Michel muss mehr Männchen machen am Dienstag, 26.12. um 12:10 im ZDF
Der freche Michel stellt immer wieder Unsinn hat und muss dann in Schuppen, wo er keine Holzmännchen schnitzt. Lindgrenverfilmung aus dem Jahr 1972.

Emil und die Detektive am Dienstag, 26.12. um 12:45 im MDR
Aus dem Jahr 1954 stammt diese Kinderbuchverfilmung um Emil, der in Berlin mit einer Kinderbande einen Dieb verfolgt.

Michel bringt die Welt in Ordnung am Dienstag, 26.12. um 13:40 im ZDF
Und noch mal der Michel. An der Grundgeschichte ändert sich nicht viel, nur die Streiche variieren auf dem Kattulter Hof.

Drei Männer im Schnee am Dienstag, 26.12. um 13:45 im SWR
Die letzte Kästnerverfilmung für heute. Diesmal kein Kinderbuch, sondern eine Verwechslungsgeschichte mit einem Millionär und einem Arbeitslosen.

Das Spukschloss im Spessart am Dienstag, 26.12. um 14:10 auf Hessen
LILO PULVER! Und freundliche Geister! Und viel Wald! Und Lilo Pulver!

Paddington am Dienstag, 26.12. um 15:15 im ZDF
Weil die Heimat des Bären Paddington zerstört wurde, macht sich der anglophile Pelz auf den Weg ins Königreich. Die Verfilmung des Kinderbuchklasssikers von Michael Bond ist aus dem Jahr 2014.

Die unendliche Geschichte am Dienstag, 26.12. um 16:10 im RBB
An das Buch von Michael Ende kommt die Verfilmung aus dem Jahr 1984 zar nicht ran, hat aber ihren eigenen Charme. Man muss ja nicht immer alles vergleichen.

Schwarzwaldklinik am Dienstag, 26.12. um 16:40 auf ZDF neo
Noch mal fünf Folgen für Heavy Nostalgiker. Macht euch bereit!

Tatort: Der wüste Gobi am Dienstag, 26.12. um 20:15 im Ersten
Jedes Jahr wieder gehen Nora Tschirner und Christian Ulmen in Weimar auf Verbrecherjagd und das macht tatsächlich Spaß.

Es war einmal in Amerika am Dienstag, 26.12. um 20:15 auf Tele 5
Mafiaepos von Sergio Leone. Man muss etwas Zeit einplanen, denn der Film dauert drei Stunden, aber wer bleibt nicht gerne bis spät in die Nacht auf, um Robert de Niro beim Mafiieren zuzugucken.

Cinderella am Dienstag, 26.12. um 20:15 beim RTL
Starbesetzte Verfilmung des Märchenklassikers aus dem Jahr 2015. Regie führte übrigens Kenneth Branagh.

M – Eine Stadt sucht einen Mörder am Dienstag, 26.12. um 23:20 auf ONE
Kinoklassiker von Fritz Lang aus dem Jahr 1931 zu später Stunde.

 

EXTRA EXTRA EXTRA: Sendetermine für Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

7:00 Uhr auf ONE

Ein paar Fernsehtipps für den 25.12.

Der Heilige Abend ist vorbei, der Magen ist voll und das Wetter ist doof. Auch am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es viele gute Gründe, auf dem Sofa vor dem Fernseher zu liegen und ich habe hier ein paar Tipps, wie man die Zeit auch halbwegs stilvoll nutzen kann.

Das fliegende Klassenzimmer am Montag, 25.12. um 7:00 im MDR
Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Erich Kästner aus dem Jahr 1954.

Der Krieg der Knöpfe am Montag, 25.12. um 10:15 auf ARD alpha
Neuverfilmung des französischen Kinderbuches aus dem Jahr 2011. Die Jungs aus zwei französischen Dörfern führen seit Jahre Krieg gegeneinander.

Casper am Montag, 25.12. um 12:15 auf RTL II
Möglicherweise etwas harmlos, aber schon wegen Christina Ricci eine Empfehlung. Die Geschichte um den kleinen freundlichen Geist, der Freundschaft mit einem Mädchen schließt.

Die Fahrten des Odysseus am Montag, 25.12. um 13:55 auf arte
Italienische Verfilmung aus dem Jahr 1954 über die sagenhaften Abenteuer des Odysseus. Bildungsfernsehen!

Das Wirtshaus im Spessart am Montag, 25.12. um 14:15 auf Hessen
LILO PULVER! Ansonsten geht’s in dem Film nach Vorlage von Wilhelm Hauff um Räuber, es ist schön nostalgisch und na ja: LILO PULVER!

Ostwind – Zusammen sind wir frei am Montag, 25.12. um 15:20 auf 3SAT
Moderner Mädchenpferdefilm nicht nur für Mädchen oder Pferdefans. Und Cornelia Froboess kehrt als Oma der14-jährigen Protagonistin Mika endlich auf einen Pferdehof zurück, das ist doch auch was.

Sissi, die junge Kaiserin am Montag, 25.12. um 15:55 im Ersten
Lasst mich! Es ist Sissi!

Old Shatterhand am Montag, 25.12. um 16:00 im RBB
Als adäquate Alternative zu österreichischen Kaiserinnen kann ich aber französische Indianer anbieten. Oder so.

Schwarzwaldklinik am Montag, 25.12. um 16:40 auf ZDF neo
Fünf Folgen der sensationellen Krankenhausserie aus den glorreichen Achtzigern, der ich aktuell hoffnungslos verfallen bin. Alles ist toll! Und schlimm! Und toll!

Paris, Paris – Monsieur Pigoil auf dem Weg zum Glück am Montag, 25.12. um 16:50 auf ONE
Französisch-deutsch-tschechische Musicaltragikomödie aus dem Jahr 2008. Noch nie davon gehört, klingt aber schon von den Rahmenbedingungen her verlockend.

Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin am Montag, 25.12. um 17:35 im Ersten
Siehe oben.

Vaille, Zimt und Mandelsplitter am Montag, 25.12. um 19:10 auf arte
Doku über das wichtigste Thema der Welt: WEIHNACHTSGEBÄCK!

Miss Marple – Der Wachsblumenstrauß am Montag, 25.12. um 20:15 auf Kabel Eins
Die britische Hobbydetektivin ermittelt in einer Verfilmung aus dem Jahr 1963. Lohnt eigentlich immer.

Vom Winde verweht am Montag, 25.12. um 20:15 auf arte
Wer sehr viel Zeit mitbringt oder sehr viel Erholung braucht oder beides, der kann auf arte dreieinhalb Stunden lang Südstaatenmelodram gucken. Aber offen gesagt ist mir auch gleichgültig, was Sie so Weihnachten treiben.

La vie en rose am Montag, 25.12. um 20:15 auf Servus TV
Die großartige Marion Cotillard spielt die großartige Edith Piaf. Wer braucht noch mehr Gründe?

Während du schliefst am Montag, 25.12. um 21:55 auf 3SAT
Sehr bezaubernde Liebeskomödie aus der Zeit als sehr viele mehr oder weniger bezaubernde Liebeskomödien gedreht wurden. Aber diese hier ist wirklich sehr bezaubernd und auch noch sehr weihnachtlich.

Rocky Horror Picture Show am Montag, 25.12. um 0:05 auf Kabel Eins
Das Gegenprogramm zur besinnlichen Weihnachtszeit kommt zu später Stunde für Leute, die den Film nicht sowieso auf DVD oder BluRay im Haus haben, WIE ES JEDER NORMALE MENSCH HABEN SOLLTE!

 

EXTRA EXTRA EXTRA: Sendetermine für Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

10:05 Uhr im Ersten
16:05 Uhr im MDR
21:45 Uhr auf Hessen

Ein paar Fernsehtipps für den 24.12.

Ich finde es absolut in Ordnung, wenn nicht sogar höchstgemütlich, Teile der Weihnachtstage auf dem Sofa vorm Fernsehen zu verbringen. Wer diese Meinung teilt, für den habe ich hier ein paar Tipps, wie man den Heiligen Abend besonders besinnlich begehen kann. Programmhinweise für die anderen beiden Weihnachtstage folgen.

Das doppelte Lottchen am Sonntag, 24.12. um 9:45 im MDR
Die Verfilmung des Kästner-Romans über die Zwillinge, die als… aber mal ehrlich, die Geschichte sollte jeder kennen, und wenn nicht, wird es höchste Zeit. Jedenfalls handelt es sich um die Verfilmung von 1950 und das ist ebenso großartig wie Weihnachtstauglich.

Pippi in Taka-Tuka-Land am Sonntag, 24.12. um 11:55 im ZDF
Pippi Langstrumpf in der Verfilmung von 1969. Mehr braucht man glaube ich nicht sagen.

Die Nordsee von oben am Sonntag, 24.12. um 13:05 auf arte
Landschaft von oben. Finde ich ja immer gut und faszinierend.

Michel in der Supperschüssel am Sonntag, 24.12. um 13:20 im ZDF
Eine weitere Lindgren-Geschichte, diesmal über den frechen Michel in einer Verfilmung von 1971.

Sissi am Sonntag, 24.12. um 13:30 im Ersten
Yeah. Haters gonna hate, also Ruhe jetzt!

Oben am Sonntag, 24.12. um 15:05 beim RTL
Bezaubernder Pixarfilm. Wirklich bezaubernd. Wer während der ersten fünfzehn Minuten nicht weint, hat ein Herz aus Stein.

Familie Heinz Becker am Sonntag, 24.12. um 15:15 im Ersten und um 18:00 im SWR
Falls jemand eine grobe Vorstellung davon haben will, wie Weihnachten bei meinen Großeltern ablief. Erst Loriot, dann Heinz Becker gucken, irgendwo dazwischen kann man es verorten. („Der Opa schubst mich immer!“)

Die Geister, die ich rief am Sonntag, 24.12. um 15:25 auf SAT.1
Tolle Variation der Dickens’schen Weihnachtsgeschichte mit Bill Murray als fiesem Medienmogul. Ich finde ja, Bill Murray ist immer ein Argument.

Weihnachten bei den Hoppenstedts am Sonntag, 24.12. um 15:45 im Ersten
Der Loriotklassiker, wo es puff macht und die Kühe umfallen. Bester deutscher Nostalgiehumor.

Die Feuerzangenbowle am Sonntag, 24.12. um 20:15 im Ersten
Der Klassiker mit Heinz Rühmann zur besten „Bescherung ist vorbei, was machen wir jetzt?“-Stunde.

The Sound of Music am Sonntag, 24.12. um 20:15 auf arte
Musical über die Novizin Maria, die den verwitweten Baron von Trapp heiratet und dann sehr viel singt. Ein Klassiker besetzt mit Julie Andrews und Christopher Plummer aus dem Jahr 1965.

Der Nussknacker am Sonntag, 24.12. um 20:15 auf 3SAT
Aufführung des Balletts von Tschaikowski nach dem Märchen von E.T.A. Hoffmann, dirigiert von Manuel Legris. (Ich habe keine Ahnung von Ballett und weiß nicht, was das bedeutet, aber es bedeutet bestimmt irgendwas.)

Das kalte Herz am Sonntag, 24.12. um 21:40 im RBB
Alte DDR-Verfilmung von 1950 des Märchens von Wilhelm Hauff. Ich habe es relativ sicher auch schon mal gesehen und mich arg gefürchtet.

Christmas Songs am Sonntag, 24.12. um 23:10 auf arte
Doku über amerikanische Weihnachtslieder von jüdischen Komponisten. Falls man am Heiligen Abend noch was für die Bildung tun will.

Manche mögen’s heiß am Sonntag, 24.12. um 0:50 im ZDF
Ein Klassiker von Billy Wilder, den sogar mein Vater liebt, der ansonsten mit Filmen nicht viel anfangen kann. Wer ihn noch nicht kennt, und zur später Stunde noch wach ist, sollte die Chance nutzen.

 

EXTRA EXTRA EXTRA: Sendetermine für Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

12:05 Uhr im Ersten
13:35 Uhr im WDR
15:05 Uhr im NDR
16:40 Uhr im SWR
20:15 Uhr im RBB

Nostalgiefernsehen

Ich durfte ja als Kind so viel fernsehen, wie ich wollte und bin deshalb auch sehr gut gebildet, was Werbung angeht. Mein Lieblingswerbungs-Fun-Fact ist, dass der Melitta-Mann der Opa vom Fruchtalarm-Kind ist, aber das wussten hier natürlich alle längst. Früher spielte ich mit meinen Eltern sogar ein Spiel. Es hieß „Reklameraten“, und wer als erster bei einem Werbespot sagen konnte, um welches Produkt es ging, hatte gewonnen. So ging Medienbildung in den Achtzigern.

Vorgestern guckte dann mein Mann Fernsehen, oder vielmehr, wir guckten Fernsehen, aber es lief gerade Werbung und ich machte irgendwas in der Küche, als auf einmal ein wohlbekanntes Lied lief, und ich eiligst ins Wohnzimmer hastete, um noch rechtzeitig die letzten zehn Sekunden inbrünstig mitzusingen:

Denn wer sich Allianz versichert
Der ist voll und ganz versichert
Der schließt vom ersten Augenblick
Ein festes Bündnis mit dem Glück
Eine Allianz fürs Leben

Sagen wir mal so, es fehlte nicht viel, und ich hätte mir die Hand aufs Herz gelegt und ein bisschen vor Freude geweint.

Wenn man sich jetzt diese Szene vor Augen hält, dann ist es vielleicht gar nicht so verwunderlich, dass ich mittlerweile mein Geld damit verdiene, dafür zu sorgen, dass es Software gibt, mit der Werbung gebucht werden kann. Möglicherweise hat es das Schicksal so gewollt und es war ein mir vorbestimmter Weg, für den ich nur ein paar Umwege brauchte.

Die automatische ESC-Kritik: Nacharbeiten

Ich brauche die Mithilfe meiner Leser, vor allem derer, die gestern den Eurovision Song Contest gesehen haben.

Der ein oder andere wird es mitbekommen haben: Seit diesem Jahr gibt es die automatische ESC-Kritik nach dem Vorbild der automatischen Kultur- und Literaturkritik der Riesenmaschine. Bei der automatischen ESC-Kritik gibt es nur festgelegte Kriterien, die man mit Ja oder Nein beantworten kann. Daraus ergeben sich Plus- und Minuspunkte, die verrechnet werden und am Ende einen Gewinner ergeben.

Das Spreadsheet für dieses Jahr kann man hier einsehen und bearbeiten, wer glaubt, noch Fehler oder Ergänzungen haben, darf sie eintragen, dann aber bitte mit Kommentar an der entsprechenden Zelle, damit ich das auch noch mitbekomme und die Beweggründe einschätzen kann. Außerdem nehme ich Vorschläge für das nächste Jahr an, dazu melde ich mich aber gesondert noch mal.

Da wir uns im ersten Jahr der ESC-Kritik befinden, brauchen wir noch etwas Übung, und das ein oder andere Kriterium konnte ich in konkreten Fällen nicht immer eindeutig beantworten. Und dafür brauche ich jetzt Mithilfe. Bitte beurteilen Sie die folgenden Sachverhalte. Ja oder nein?

 

Generell

Minuspunkt 12: Im Titel des Beitrags kommt einer der folgenden Begriffe vor: Music, Love, Happy, Heart, Sing, Song, Peace, Voice

Der italienische Beitrag hatte ein „Amore“ im Titel, was selbst des Italienischen nicht mächtige als „Liebe“ erkennen. Das warf die Frage auf, ob dieser Punkt nur bei englischsprachigen Titeln zählen sollte. Ich bin zwiegespalten. Erst dachte ich: Nein, weil wir ja dann alle Titel übersetzen müssten, und das kann ich nicht leisten. Die Wikipedia leistet das aber, also ist das Argument hinfällig. Ich bin noch unschlüssig, ob hier der tatsächliche Inhalt abgestraft werden soll oder das englische Wort als Songtitelklischee. Wie sieht der Rest des Internets das denn?

 

Slowenien

Minuspunkt 15: Unnütze Accessoires (Plexiglasstäbe, Wippen)

Die Kopfhörer mögen das Markenzeichen der Sängerin sein, scheinen mir aber doch einigermaßen unnütz. Einwände?

 

Frankreich 

Pluspunkt 18: Lied bedient ernsthaft ein eindeutiges Genre (Blues, Swing, Phillysound, Heavy Metal, Reggae, …)

Ich würde das sehr eindeutig als Chanson einordnen, aber vermutlich klingt fast alles, was eine französische Ballade ist, wie ein Chanson und wir sind da nur sprachverwirrt. Kann ich den Punkt also geben oder nicht?

Pluspunkt 20: Nur an dem Lied direkt Beteiligte auf der Bühne (keine Tänzer, keine Schwimmer, keine Dita von Teese in einer Wasserschüssel)

Irgendwann kommen diese Trommler, die zwar im Prinzip am Lied beteiligt sind (Bandmitglieder und Backgroundsänger zählen), aber auch eher als visuelles Gimmick dienen. Punkt erfüllt oder nicht?

 

Großbritannien

Pluspunkt 18: Lied bedient ernsthaft ein eindeutiges Genre (Blues, Swing, Phillysound, Heavy Metal, Reggae, …)

Klingt für mich sehr eindeutig nach Elektroswing. Andere Meinungen?

Minuspunkt 19: Artistische Darbietung auf der Bühne (Feuerschlucken, Trapez,…)

Die Tänzer und Backgroundsänger haben zwar tatsächlich hauptsächlich getanzt, es kam mir aber doch der ein oder andere Salto zu viel vor, um diesen Punkt nicht nicht zu geben. Passt das wohl?

 

Aserbeidschan

Minuspunkt 19:  Artistische Darbietung auf der Bühne (Feuerschlucken, Trapez,…) sowie
Minuspunkt 28: Ausdruckstanz auf der Bühne

Es kam die berechtigte Frage, ob das schon artistische Darbietung wäre. Ich habe es als Ausdruckstanz gewertet und finde, man kann hier nur einen Punkt vergeben, es sei denn, es findet völlig voneinander getrennt statt (also ein Ausdruckstänzer UND ein Trapezkünstler oder so). Eigentlich ist es egal, weil es beides Minuspunkte sind, aber vielleicht gibt es ja doch gute Gründe, beide Punkte zu vergeben.

 

Diese sieben Punkte sind also im Moment noch nicht ganz geklärt. Bitte helfen Sie mit. Je schneller wir hier Einigung erzielen, desto schneller kann ich ja auch das Ergebnis präsentieren. Und das interessiert ja hier bestimmt jeden brennend.

 

1945 – „Hello Soldscher!“

Als wir 2005 in Pennsylvania bei den Großeltern einer Bekannten waren, nahmen diese uns zum Sonntagsgottesdienst mit. „This is Peter and Anne“, stellten sie uns ihren Bekannten vor. „They are friends of Caitlin’s from Germany.“ „Oh“, sagte eine ältere Frau lachend. „You were our enemies in the war.“

Der Bruder meiner Oma kam bei einem Bombenangriff auf Köln ums Leben.

Mein Opa flüchtete aus dem Sudetenland, meine Oma aus Ostpreußen. Sie trafen sich in Köln. Ohne den zweiten Weltkrieg würde meine Familie nicht existieren.

Jedes Jahr zu Weihnachten nahmen mich meine Großeltern mit zur Ostpreußen-Weihnachtsfeier im Kolpinghaus in Köln.

Meine Schwiegereltern sind Halbwaisen. Beide Väter „blieben im Krieg“, wie man sagte. Als ob sie irgendwo geblieben wären.

Der zweite Weltkrieg ist gleichzeitig so weit weg und doch so eng mit uns verbunden.

VOX zeigt heute von 12 Uhr bis 24 Uhr Originalaufnahmen und Zeitzeugeninterviews vom und über zweiten Weltkrieg. Jede Stunde ist einer anderen Stadt und einem anderen Thema gewidmet. Um 12 Uhr starteten wir mit Köln und nach fünfzehn Minuten kamen wir bei den Aufnahmen des zerstörten Kölns zum ersten (aber nicht zum letzten) Mal die Tränen.

Es regnet heute doch eh. Guckt das. Ich kann es nicht aus historischem Blickwinkel beurteilen, nur aus einem laienhaften, menschlichen, emotionalen. Aber aus diesem Blickwinkel ist das gut. Verstörend. Bewegend. Traurig. Tragisch. So weit weg und doch irgendwie so nah dran.

Diese Woche im Fernsehen (21.12.2014 – 26.12.2014)

Sonntag, 21.12.2014

Die Marx Brothers – Animal Crackers (22:30 bis 0:05 auf arte)
Von den Marx Brothers habe ich ja immer eher etwas mitbekommen, weil sie in amerikanischen Filmen referenziert werden. Selbst gesehen habe ich noch nichts, aber das kann man zum Beispiel heute ändern.

Kurzschluss (0:05 bis 4:00 auf arte)
Heute Nacht zeigt arte 17 Kurzfilme von 1926 bis 2013. Was genau dabei ist, kann man hier nachgucken.

Montag, 22.12.2014

Tatort: Die fette Hoppe (20:15 bis 21:45 im Ersten)
Der Weihnachtstatort aus Weimar aus dem vorletzten Jahr, bei dem wir uns sehr amüsiert haben. Da es dieses Jahr keinen Weimarer Tatort gibt, muss man sich eben dann hiermit zufrieden geben.

Burgarach – Chronik eines Weltuntergangs (23:00 bis 0:40 im WDR)
Als vor zwei Jahren ja beinahe die Welt unterging, lag ich wahrscheinlich auf dem Sofa. Andere Leute begaben sich nach Burgarach, ein Dorf in Frankreich, wo man die Apokalypse aus mir unbekannten Gründen überleben können sollte. Da konnten sich die Dorfbewohner über eine Menge skurriler Menschen freuen.

Dienstag, 23.12.2014

Ben Hur (20:15 bis 23:40 auf arte)
Wer heute Abend wirklich viel Zeit hat, kann das Historenepos aus dem Jahr 1959 gucken. Es gibt tolle Pferderennen und Charlton Heston und sehr viel Drama und überhaupt.

Free Jimmy (22:05 bis 23:50 auf Tele 5)
In Norwegen befreit man keine Wale, sondern digitale Elefanten, jedenfalls in diesem Film, wo ein Zirkuselefant auf Drogen, der zwar von Tierschützern befreit, aber dann eben von der Mafia und Kiffern verfolgt wird. Klingt absurd? Das ist vermutlich Absicht.

Mittwoch, 24.12.2014

Es folgt eine Auswahl von Filmen, die ich ohne viel Erklärung empfehlen kann. Ja, ich weiß, Heiligabend, muss man denn da Fernsehen, aber ich meine, erstens muss man gar nichts und zweitens hat es auch was, wenn man sich vormittags auf dem Sofa einmummelt und einen Klassiker nach dem anderen guckt. Oder nur einen. Oder zwei.

Pippi geht von Bord (12:10 bis 13:30 im ZDF)

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (12:15 bis 13:35 im Ersten)

Der kleine Nick (12:35 bis 14:00 auf Eins Festival)

Michel in der Suppenschüssel (13:30 bis 15:00 im ZDF)

Weihnachten bei den Hoppenstedts (15:45 bis 16:10 im Ersten)
Der Einhand-Saugbläser! Das Atomkraftwerk! Und dann macht es bumm und die Kühe fallen um! Hurra!

Lederstrumpf (1) (15:45 bis 17:15 auf 3sat)

Die unendliche Geschichte (17:05 bis 18:40 auf Eins Festival)

Mary Poppins (17:15 bis 19:55 auf SAT 1)

Eselshaut (20:15 bis 21:45 auf arte)
Märchen für Erwachsene mit Catherine Deneuve als Prinzessin, die sich verkleidet und ein bisschen Feenhilfe in Anspruch nimmt, um nicht vom Vater zwangsverheiratet zu werden.

Die Geister, die ich rief… (20:15 bis 22:15 auf Kabel Eins)
Die etwas chaotischere Variante der Dickens’schen Weihnachtsgeschichte mit Bill Murray. Sehr New York, sehr Achtziger und deswegen auch irgendwie sehr nostalgisch schön.

Billy Joel „Live at the Shea Studium“ (20:15 bis 22:10 auf Tele 5)
Konzert des Musikers aus dem Jahr 2008 im Baseballstadion der New York Mets. Billy Joel geht ja meiner Meinung nach immer. Leider mag er nicht mehr auf Tour gehen.

Weihnachten bei den Hoppenstedts (21:45 bis 22:10 im NDR)
Siehe oben. Kam heute schon mal.

Das kalte Herz (22:40 bis 0:20 im RBB)
DEFA-Klassiker zu nachtschlafender oder zumindest recht später Zeit. Ein armer Köhler verkauft sein Herz. Völlig unerwartet entpuppt sich das als gar nicht mal so gute Idee.

Ist das Leben nicht schön? (0:50 bis 2:55 im ZDF)
Der verschuldete George will an Weihnachten von der Brücke springen, ein Engel hält ihn davon ab und zeigt ihm, wie das Leben ohne ihn wäre. Weihnachtsklassiker, ins Nachtprogramm verbannt. Schade.

Donnerstag, 25.12.2014

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (8:35 bis 10:00 auf Bayern)

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (10:35 bis 12:00 im SWR)

Heidi (12:55 bis 14:30 auf Bayern)

Der Schatz im Silbersee (13:50 bis 15:35 im NDR)

Lederstrumpf (2) (15:45 bis 17:05 auf 3sat)

The King’s Speech – Die Rede des Königs (20:10 bis 21:55 auf 3sat)
Colin Firth als britischer Thronfolger Albert, der leider stottert und deswegen zum Sprachtherapeuten muss. Da stimmt ungefähr alles, von der Story bis zur wunderbaren Besetzung.

Lorots Ödipussi (20:15 bis 21:40 auf Hessen)
Wer schon immer stirnrunzeln da stand und nicht wusste, warum Menschen immer so seltsame Sachen wie „Quallenknödel“, „Hundnase“ oder „Schwanzhund“ sagen und das irgendwie witzig finden: Dieser Film wird dieses Rätsel lösen. Auch sonst kann man ja alles von und mit Loriot durchaus öfter gucken.

Citizen Kane (23:40 bis 1:35 auf Servus TV)
What the hell is Rosebud? Dieser Klassiker wird irgendwann auch diese Frage beantworten, allerdings erst, nachdem man das Leben des Medienmoguls Kane einmal von vorne bis hinten verfolgt hat.

Freitag, 26.12.2014

Pippi in Taka-Tuka-Land (8:00 bis 9:25 im ZDF)

Der Fuchs und das Mädchen (10:30 bis 12:00 im Ersten)

Winnetou (3) (13:00 bis 14:30 im MDR)

Michel muss mehr Männchen machen (13:35 bis 15:05 im ZDF)

Lederstrumpf (3) (15:25 bis 16:55 auf 3sat)

Loriots Pappa ante portas (15:30 bis 16:55 im RBB)

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (16:25 bis 17:50 im MDR)

Thementag Zirkus (9:25 bis 3:10 auf arte)
Einen Tag lang Zirkuskram auf arte. Circus Roncalli, Cirque Soleil, Sarrasani. Aufführungen und Dokus.

Tatsächlich… Liebe (20:15 bis 22:45 auf VOX)
Muss ich mich jetzt hoffentlich auch nicht großartig drüber auslassen, oder? Der moderne Weihnachtsklassiker aus Großbritannien, mit tollen Schauspielern, schönen Geschichten und quasi Wohlfühlgarantie.

Das fünfte Element (23:15 bis 1:15 auf Eins Festival)
Wer jetzt genug hat von dieser Besinnlichkeit, der kann auf Eins Festival Luc Bessons „Das fünfte Element“ gucken. Mit Bruce Willis und Milla Jovovich und ganz viel Spektakel und Kostümen von Gaultier.

Diese Woche im Fernsehen (13.12.2014 – 19.12.2014)

Samstag, 13.12.2014

Alles, was wir geben mussten (20:15 bis 22:25 auf PRO Sieben)
Nach dem Roman von Kazuo Ishiguro verfilmt und das ziemlich grandios. Irgendwann in der nicht allzu weit entfernten Zukunft wachsen geklonte Menschen als Ersatzteillager heran. Aber bevor ihr Einsatz nötig wird, machen sie genau das, was wie alle tun: Leben. Nur eben immer in dem Wissen, dass es bald vorbei sein kann. Gibt nix, was ich hier nicht empfehlen könnte.

Heimatklänge (21:15 bis 22:35 auf 3sat)
Dass alle Schweizer jodeln, wissen wir ja. Eine Selbstverständlichkeit. Manche tun es allerdings aber auf etwas experimentellere Art und Weise und von diesen Leuten handelt diese Dokumentation.

Tiger & Dragon (0:15 bis 2:00 auf arte)
Schöner Martial-Arts-Film von Ang Lee, der ja sowieso recht vielfältig ist. Kann man schön gucken, wenn man vor allem schöne Bilder und hübsch choreografierte Kampfszenen sehen will. Lustige Story zu diesem Film: Wir haben den damals im Original mit deutschen Untertiteln im Kino gesehen. Was wir nicht wussten: Die reden im Original wirklich chinesisch. Für uns nicht so tragisch, wir hatten ja die Untertitel. Für den englischen Muttersprachler eine Reihe vor uns aber insgesamt schon doof.

Sonntag, 14.12.2o14

Drei Hasenüsse für Aschenbrödel (13:25 bis 14:50 im Ersten)
Bitte schön, gern geschehen.

Die Feuerzangenbowle (14:55 bis 16:30 im Ersten)
Siehe oben.

Drei Hasenüsse für Aschenbrödel (16:30 bis 17:55 im MDR)
Siehe oben.

Horowitz – Der letzte Romantiker (16:55 bis 18:30 auf arte)
Dokumentation aus dem Jahr 1985 über den Klaviervirtuosen Vladimir Horowitz. Er spielt und seine Frau darf kommentieren. Das klingt wie gute Arbeitsteilung.

Marlon Brando (22:25 bis 23:55 auf arte)
2004 starb Marlon Brando, aber bis dahin spielte er jahrzehntelang in unzähligen Filmen und führte anscheinend ein nicht ganz unaufregendes Leben, über das man heute in diesem Porträt etwas mehr lernen kann.

Vier im roten Kreis (23:20 bis 1:35 auf Bayern)
Französisch-italienischer Gangsterkrimi aus dem Jahr 1970 mit Alain Delon. Ein gerade entlassener Sträfling plant, ein Juwelengeschäft auszurauben. Dabei sagt 25 Minuten keiner was. Steht jedenfalls so in der Fernsehzeitung. Buffyfans nicken wissend mit dem Kopf.

Montag, 15.12.2014

Die Reifeprüfung (13:55 bis 15:40 auf arte)
Was auch immer diese Uhrzeit soll: Wenn ihr könnt, guckt diesen Film. Wunderbare Schauspieler, tolle Musik und großartige Kamera. Echt jetzt! („ELAAAAAAAAAAINE!!!“)

Endstation Sehnsucht (20:15 bis 22:10 auf arte)
Wo wir ja gerade schon bei Marlon Brando waren. Hier kann man ihn in dem Film sehen, mit dem er berühmt wurde, der Verfilmung des Theaterstücks von Tennessee Williams. Da sind allerdings nachher auch wieder alle nur unglücklich. Heißt ja nicht umsonst Drama. („STELLAAAAAAAAAAA!!!“)

Jón Gnarr – Mein Reykjavik (21:00 bis 22:00 auf 3sat)
Porträt des Mannes, der bis Juli dieses Jahres Bürgermeister von Islands Hauptstadt war. Vorher war er aber zuerst schwererziehbar, Krankenpfleger, Werber und bestimmt noch andere Sachen.

Dienstag, 16.12.2014

Gods and Monsters (20:15 bis 21:55 auf ZDF Kultur)
Ian McKellen als schwuler Regisseur, der in Hollywood nach seinem Coming Out keine Schnitte mehr hat, dafür aber einen homophoben Gärtner. Das klingt doch vernünftig.

Niemals weit genug (22:45 bis 0:20 auf Bayern)
Porträt des Zeichners Tomi Ungerer, der übrigens Franzose ist und nicht Schweizer oder Österreicher, wie ich vor 30 Sekunden noch dachte. Was ihn nicht davon abgehalten hat, Illustrationen für deutsche Kinderlieder zu machen, von denen mir die für „Auf der schwäbschen Eisenbahne“ auf ewig ins Gedächtnis eingebrannt sein wird. Fragt nicht. Fragt einfach nicht.

Mittwoch bis Freitag folgen…

Diese Woche im Fernsehen (6.12.2014 – 12.12.2014)

Nach zwei Wochen Pause wegen Zeugs geht es jetzt weiter mit dem kuratierten Fernsehprogramm.

Samstag, 6.12.2014

Wie ein wilder Stier (22:50 bis 1:05 auf Servus TV)
Ein ziemlich junger Robert de Niro schlägt sich als Boxer durch. Weil es Robert de Niro ist und der Regisseur Scorsese geht’s auch irgendwie um Mafia. Da wundert man sich ja auch nicht drüber.

Aufforderung zum Tanz (23:35 bis 1:30 auf Eins Festival)
Ein ebenso ziemlich junger Marius Müller-Westernhagen verzockt sich als Theo im Ruhrgebiet und muss jetzt mit den Konsequenzen klarkommen. Gegen den Rest der Welt geht es übrigens erst später. Wieder was gelernt.

Sonntag, 7.12.2014

Hannah Arendt (21:45 bis 23:30 im Ersten)
Drama über Hannah Arendt, die jüdische Philosophin, die als Journalistin über die Prozesse gegen Adolf Eichmann berichtete und sich dabei nicht nur Freunde machten. Auf Filmgenreneudeutsch heißt sowas glaube ich „Biopic“, aber wir bleiben hier lässig bei Drama und lernen möglicherweise wieder etwas Interessantes aus der Geschichte des letzten Jahrhunderts.

On the Road – Unterwegs (22:10 bis 1:00 auf Tele 5)
Wo wir gerade bei Dazulernen sind: Wer den Klassiker „On the Road“ von Jack Keroauc noch nicht gelesen hat, kann ihn heute Abend einfach gucken. Geht auch schneller. Die Fernsehzeitung findet’s nicht so doll, aber verspricht zumindest stylische Bilder. Und danach kann man ja im Zweifelsfall immer noch das Buch lesen.

Rekruten des Todes (0:20 bis 1:53 im Ersten)
Politthriller aus Frankreich. Diane wird erpresst und soll für den französischen Auslandsnachrichtendienst arbeiten. Auf der anderen Seite schließt sich der Kleinkriminelle Pierre aus Not einem Fundamentalisten an. Scheint in Frankreich ziemlich eingeschlagen zu haben und lohnt vielleicht auch als Alternative zum üblichen Hollywood-Politthriller-Film.

Montag, 8.12.2014

Robin Hood – König der Vagabunden (20:15 bis 21:55 auf arte)
DER Klassiker der Robin-Hood-Verfilmungen mit Errol Flynn. Es sei denn natürlich, man hält die Disney-Variante für DEN Klassiker. Oder den mit Kevin Costner. Oder na ja, also, es gab schon viele Verfilmungen, diese hier ist aber eben auch nicht unbekannt. Regie hat übrigens Michael Curtiz, der vier Jahre später „Casablanca“ drehte. Die Musik komponierte Erich Wolfgang Korngold und das weiß ich wieder, weil der Herr Gemahl großer Korngold-Fan ist, was unter anderem der Grund sind, warum wir nächsten April in Hamburg in die Oper gehen. Aber das hat schon mit dem Film nichts mehr zu tun.

Bewegte Republik Deutschland (20:15 bis 21:45 auf 3sat)
Auf 3sat kommt wieder so eine Sendung, wie ich sie besonders gerne gucke. Rückblicke auf Deutschland, wie es früher war, von 1945 bis heute in Kultur, Konsum und Politik. Solange die Zeitmaschine noch nicht erfunden ist, müssen wir halt auf solche Dokumentationen zurückgreifen,

Auf dem Weg nach Oregon (21:55 bis 23:30 auf arte)
Moderne Western, von dem ich noch nie gehört habe, der aber durchaus vielversprechend klingt, weil er die Tristheit und die Mühen des langen Zugs nach Westen darstellt. Was man daraus schon man als wertvolle Lektion mitnehmen kann: Nicht vom Haupttrek entfernen, weil irgendwer meint, eine Abkürzung zu kennen. Keine gute Idee.

Dienstag, 9.12.2014

The Whale Rider (20:15 bis 22:05 auf Servus TV)
Mehrfach prämiertes Drama aus Neuseeland über eine junge Maori, die Stammeshäuptling werden will. Als Mädchen. Geht natürlich nicht, da tun sich ja die meisten Kulturen irgendwie nix. Dafür kann man aber wenigstens schöne Filme draus machen.

Hungerwinter (20:15 bis 21:45 auf Phoenix)
Auch hier wieder Zeitzeugenberichte und Archivmaterial, aber mit deutlich weniger Konsum als gestern auf 3sat. Es geht nämlich um die kalten Nachkriegswinter in den Jahren 1946 und 1947, als der Krieg zwar vorbei, die Not aber eben immer noch nicht. Bestimmt kein leichter Stoff, aber nu.

Quarks & Co (21:00 bis 21:45 im WDR)
EBOLA! Endlich werden wir mal ordentlich aufgeklärt, was es damit eigentlich auf sich hat, warum die Krankheit so schlimm ist und ob wir uns tatsächlich fürchten müssen.

Jenseits der Stille (22:05 bis 0:30 auf Servus TV)
Falls sich jemand mal gefragt hat, warum ich Klarinette spielen gelernt habe: Dieser Film ist schuld. Den kann man wirklich sehr gut gucken, gerade im Winter und ich bin seitdem ja sehr angetan von Sylvie Testud. Lara hat zwei gehörlose Eltern, möchte aber Musikerin werden. Damit kann vor allem ihr Vater nicht umgehen. Insgesamt einer meiner Lieblingsfilme, den kann ich wärmstens empfehlen.

Mittwoch, 10.12.2014

A Christmas Carol (20:15 bis 22:15 auf Tele 5)
Kommt, ihr wollt es doch auch! Zumindest, wenn Patrick Stewart Ebenezer Scrooge aus Dickens berühmter Weihnachtsgeschichte spielt. Besser wird’s nur mit Michael Caine und den Muppets, aber den habt ihr ja hoffentlich sowieso alle auf DVD im Regal.

Bewegte Republik Deutschland (21:15 bis 21:45 auf 3sat)
Teil 3 und 4 der Reihe, von der es am Montag Teil 1 und 2 gab. Hurra!

Backen wir’s noch? (20:45 bis 21:15 im MDR)
Kleine Doku über die Menschen, die mitten in der Nacht aufstehen, damit wir morgens warme Brötchen haben. Und wir beklagen uns, wenn der Wecker um 7 Uhr klingelt. Da lachen die Bäcker nur drüber.

Der Name der Rose (23:15 bis 1:20 auf Hessen)
Ja nu. Der Name der Rose. Umberto Eco. Sean Connery. Christian Slater. Mönche. Morde. Schnee. Viel Schnee. Insgesamt sollte der Film bekannt sein, ich will nur nicht, dass es nachher heißt, ich hätte nicht Bescheid gesagt, dass er kommt.

Donnerstag, 11.12.2014

Der Grinch (20:15 bis 21:50 auf ZDF Neo)
Ich möchte hier mal anmerken, dass mir die Verfilmung des Klassikers des genialen Dr. Seuss deutlich zu anstrengend ist, aber vielleicht bin ich auch zu alt oder so. Auf der anderen Seite gehört die Geschichte ja zum popkulturellen Wissen. Man kann natürlich auch das Buch lesen, geht in dem Fall sogar schneller und man kriegt was von dem großartigen Seuss’schen Wortwitz mit.

Verspielte Welt (20:15 bis 21:00 auf 3sat)
Über die Gamification des Lebens. Müsste uns also alle interessieren, jedenfalls, wenn wir mit „Zombies, Run!“ joggen, Bonuspunkte sammeln oder mit FitBit durch die Gegend laufen, um mehr Schritte zu haben als andere Leute in diesem Internet. Ich mag Gamification ja, aber ob das alles auch so super ist, werden wir wohl auch erst in ein paar Jahren wissen. Frühestens.

Freitag, 12.11.2014

Süßes Gift (20:15 bis 21:50 auf arte)
Wo spielt wohl diese Verfilmung eines Buches des finnischen Kultautors Arto Paasilinna? Selbstverständlich in Frankreich. Passt auch, fängt beides mit F an. Erst will sich die Witwe Clémence selbst umbringen, dann kommt aber alles und wird – davon gehe ich jedenfalls aus – ausreichend chaotisch.

Island – Insel mit Eigensinn (21:00 bis 21:30 auf 3sat)
Island steht ja schon sehr lange auf meiner Reisewunschliste, aber man kann da bestimmt sehr schlecht surfen. In dieser kleinen Dokumentation geht es aber um den Staatsbankrott vor ein paar Jahren. Wobei man sich da ja auch immer fragt: Was ist eigentlich, wenn ein Land Bankrott ist? Man kann es ja nicht einfach verkaufen oder einfach zumachen? Ob es auf diese Fragen Antworten gibt, kann ich nicht versprechen, aber möglich ist es immerhin.

Der diskrete Charme der Bourgeoisie (22:15 bis 0:15 auf Servus TV)
Schon das Wort „Bourgeoisie“ zu tippen, ist ja nicht einfach, dieser Film ist nicht einfacher. Lohnt sich aber, wenn man mit den surrealen Ideen von Buñuel klar kommt. Dann ist das ein sehr amüsantes Filmstückchen. Nur erwarten, dass irgendwas Sinn ergibt, sollte man vielleicht nicht.

Diese Woche im Fernsehen (15.11.2014 – 21.11.2014)

Samstag, 15.11.2014

Die Anfänge der Menschheit (20:15 bis 22:45 auf arte)
arte zeigt heute alle drei Teile dieser Reihe, die die Geschichte vom Affen zum homo sapiens erzählt. Vor 3,3 Millionen geht’s mit einem Fossil los und wo das geendet hat, wissen wir ja.

Dicte (21:45 bis 23:15 auf ZDF neo)
Wieder mal ein Skandinavienkrimi, die sind ja üblicherweise recht brauchbar. In der Reihe Dicte zeigt ZDF neo in den nächsten Wochen fünf Filme über eine dänische Journalistin, die in ihrer Heimatstadt Aarhus, an der für sie nicht nur gute Erinnerungen hängen, über Kriminalfälle berichtet.

Same Same But Different (22:00 bis 23:35 auf Bayern)
Ben verliebt sich in Kambodscha in das Barmädchen Sreykeo. Erst bleibt er bei ihr, dann geht das Geld aus und er geht zurück nach Deutschland. Bis er erfährt, dass Sreykeo AIDS hat. Die Verfilmung des autobiografischen Buchs „Wohin Du auch gehst“ wird wahrscheinlich schön traurig, aber vielleicht ja auch vor allem schön.

Anke hat Zeit (22:45 bis 0:15 im WDR)
In einer meiner derzeitigen Lieblingssendungen trifft Anke Engelke heute unter anderem die Sängerin Zaz, den Maler Norbert Bisky und die Schauspielerin Annette Frier. Und vermutlich noch viele andere Leute. Das ist gut, Leute, da gibt’s noch Sachen zu entdecken und Interviews, die deutlich mehr Spaß machen als woanders. Guckt das!

Sonntag, 16.11.2014

Melancholia (20:15 bis 22:25 auf arte)
Und schon ist die Lars-von-Trier-Reihe auf arte wieder zu Ende. Passenderweise geht es in diesem Film auch mit Welt zu Ende, was wohl nicht der einzige Grund ist, warum Kirsten Dunst als Braut an Depressionen leidet.

Václav Havel, ein freier Mensch (22:25 bis 23:40 auf arte)
Das anscheinend bisher erste und einzige Filmporträt über Václav Havel. Auch so ein Mensch, dessen Namen ich schon so oft gehört habe und über den ich praktisch nichts weiß, weil ich damals(TM) noch viel zu jung war. Könnte man ja mit dieser Dokumentation der tschechischen Regisseurin Andrea Sedlácková ändern.

Montag, 17.11.2014

Das Blumenwunder (0:05 bis 1:10 auf arte)
Weiter geht’s mit Stummfilmen. Hier hätten wir einen Experimentalstummfilm aus dem Jahr 1925 unter anderem mit „floralen Tanzszenen“. Ich weiß nicht, was das konkret bedeutet, aber es klingt ein bisschen nach „mehr Kunstkino geht nicht“.

Dienstag, 18.11.2014

Huhn mit Pflaumen (20:15 bis 21:45 auf arte)
Französische Tragikomödie von Marjane Satrapi mit Mathieu Amalric, womit wir schon zwei sehr gute Argumente für diesen Film beisammen hätten. Mathieu Amalric ist auf jeden Fall frustriert, die Frau, die er liebt, hat er nicht und die Frau, die er hat, liebt er nicht. Folgerichtig legt er sich ins Bett, um zu sterben.

Pinguine hautnah (20:15 bis 21:00 im WDR)
PINGUINE! Ich weiß überhaupt nicht, was ich dazu noch schreiben soll, es ist alles so offensichtlich: EINE PINGUINDOKU! (Merke: Wenn etwas über Pinguine kommt, dann guckt man das.)

Mittwoch, 19.11.2014

Das Ende der Geduld (20:15 bis 21:45 im Ersten)
Beruhend auf der Geschichte der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig spielt Martina Gedeck hier eine Jugendrichterin, die etwas rigoroser gegen Jugendkriminalität vorgehen will und sich damit nicht nur Freunde macht.

Niki de Saint Phalle (23:45 bis 1:20 auf arte)
Man ist ja ganz irritiert, wenn man durch die wenig schmucke Duisburger Innenstadt läuft und dann auf einmal vor einem Brunnen von Niki de Saint Phalle steht. Aber es muss ja auch nicht immer alles vorhersehbar sein. Wenn man mehr über Niki de Saint Phalle wissen will, könnte man heute auf arte diese Dokumentation sehen, die netterweise 1996 gedreht wurde, also zu Lebzeiten der Künstlerin, was ja zum Beispiel für Interviews gar nicht mal so unpraktisch ist.

Donnerstag, 20.11.2014

Somewhere – Verloren in Hollywood (23:05 bis 0:35 auf Eins Plus)
In diesem Drama von Sofia Coppola langweilt sich der Hollywood-Star Johnny Marco und vertreibt sich die Zeit mit Sex und Drogen, bis seine elfjährige Tocher ihn besuchen kommt. Immerhin prämiert mit dem Goldenen Löwen, was nichts heißen muss, aber ja doch was heißen könnte.

Generation Waldsterben (23:15 bis 0:45 im WDR)
Waldsterben kenne ich auch noch als Schreckgespenst meiner Kindheit. Saurer Regen, uiuiui, da hat man sich schlimmes vorgestellt, vor allem, wenn man viel zu jung war, um es überhaupt zu verstehen. Klingt aber alles sehr schlimm und dramatisch. In dieser Dokumentation geht es um eben die Generation, die in den Achtzigern schon etwas älter war und für die dieses Thema auf einmal sehr wichtig wurde.

Freitag, 21.11.2014

Busenwunder (21:45 bis 22:40 auf arte)
Bei arte geht es heute mal um Busen. Teils wissenschaftlich, teils kulturhistorisch, da ist bestimmt für jeden was dabei.

Die üblichen Verdächtigen (22:00 bis 23:40 auf ZDF neo)
Kam glaub ich letztens schon mal irgendwann, aber ich werde ja nicht müde, auf diesen Film hinzuweisen. Ersten für die, die ihn noch nicht gesehen haben und zweitens für Leute wie mich, die ihn immer wieder gerne gucken. Im Prinzip lohnt es sich also für alle.

Tropfen auf heiße Steine (22:15 bis 0:00 auf Servus TV)
Francois Ozon verfilmt ein Bühnenstück von Rainer Werner Fassbinder. Da kann man sich schon denken, dass da kein eitel Sonnenschein herrscht. Statt dessen geht es um junge Liebhaber und Geschlechtsumwandlungen und bestimmt noch andere Sachen. Und das alles im Siebziger-Jahre-Look inklusive Flokati-Teppich. HURRA!

Jackie Brown (23:05 bis 1:35 auf 3sat)
Jackie Brown war ja lange Zeit mein persönlicher Tarantino-Favorit, schon allein wegen dem tollen Zeitkolorit. Ansonsten ist alles wie gehabt, es geht um Gangster und Leute, die mit Gangstern zu tun haben und zwischendurch gibt’s coole Musik. Kann man gut gucken, ja schon.