Kategorie: Webdings

Lieblingstweets im November woanders

Webgedöns am 10.11.2016

Aus aktuellem Anlass hier eine sehr lange, aber sehr lohnende Geschichte über einen White Supremacist, der der Bewegung abgeschworen hat: The white flight of Derek Black“. Diese Geschichte nährt ein bisschen meinen Verdacht, dass es nicht viel bringt, mit Leuten, die eine – aus der eigenen Sicht problematische – Meinung vertreten, man muss sie einbinden und sie ihre Vorurteile selbst abbauen lassen. Das ist nur ein langer Prozess und funktioniert dann vermutlich auch nur, wenn man die Feindbilder auch tatsächlich irgendwie negativ bedienen kann und das macht das ganze problematisch. Es ist, wie immer, kompliziert.

Dann ein ebenso langer Bericht über den aktuellen Restaurantkritiker der New York Times: „Pete Wells Has His Knives Out“. Lohnt sich ebenso, wenn auch aus weniger aktuellem Anlass.

Haben in meiner Filterblase schon alle gelesen, aber man weiß ja nie: Frau Nessy über eine inkludierende Pizzabude in Dortmund.

Ich höre aktuell das Hamilton-Musical rauf und runter und freue mich sehr über diese Papieranziehpuppen.

Auch interessant: Eine Unterwäschemarke hat „nude“ Unterwäsche in sieben Farbtönen, weil hautfarben halt für unterschiedliche Menschen nicht das gleiche ist. (Dass das noch einen Artikel wert ist, zeigt die eigentliche Tragik.)

Und zum Abschluss noch mal etwas aus der Koch- und Backecke: Cheesecake mit Walnüssen und Ahornsirup. Ich glaube, das versteht sich auch ohne erläuternden Kommentar.

Sackgassenkommunikation mit Tellonym

Ich habe es einen ganzen Tag ausgehalten und dann habe ich mir doch ein Konto by Tellonym zugelegt, einfach, um zu gucken, wie das ist und ob das zu irgendwas taugt. Eigentlich schule ich ja um zum Late Adopter und habe vor, Dienste von jetzt an immer erst dann zu nutzen, wenn alle anderen schon da sind. Möglicherweise hat es sich bei Tellonym ja so angefühlt, als wären schon alle da, vermutlich war ich einfach nur scharf darauf, von anderen Menschen nette Sachen geschrieben zu bekommen.

Das hat tatsächlich auch ganz gut funktioniert und es kamen kleine Grüße rein, die mir vor Freude die Wangen röteten, auch Dinge, mit denen ich gar nicht rechnete, Komplimente für Äußerlichkeiten, die man ja schnell als oberflächlich abtun kann, die sich aber – let’s face it – doch sehr schmeichelnd lesen und das Ego zusätzlich etwas streicheln.

Ich habe aber auch gemerkt, dass ich anderen Menschen sehr gerne nette Sachen schreibe. Ich habe die Tellonym-Konten meiner Internetmenschen abgegrast und Leuten gesagt, wie toll sie sind und was ich an ihnen mag.

Die berechtigte Frage ist natürlich, warum man das anonym tun muss. Kann man nicht einfach auf Twitter rumlobhudeln, ganz unanonym, damit der andere das auch weiß? Traut man sich nur, Komplimente zu machen, wenn man es im Geheimen machen kann?

Die Antwort ist ein eindeutiges Jein. Ich habe kein Problem damit, auch unanonym Komplimente zu machen und ich glaube, zumindest hoffe ich das, dass ich das auch regelmäßig tue.

Trotzdem empfinde ich Tellonym als eigenartig und unerwartet befreiend, denn es ist eine Kommunikationssackgasse. Ich kann niemandem dafür danken, wenn er mir etwas nettes geschrieben hat und genauso muss ich nicht auf eine Reaktion warten, wenn ich jemandem gerade ein Kompliment gemacht habe. Eine Reaktion ist systemisch nicht vorgesehen. (Das stimmt nicht ganz, man kann auch ganz unanonym schreiben, BUT WHERE’S THE FUN IN THAT?)

In einer Welt, in der alles auf Austausch und Kommunikation ausgelegt wird, ist es eine schöne Abwechslung, wenn man mal einfach gar nicht reagieren kann, wenn Dinge einfach so stehengelassen werden (müssen), wie sie sind. Wenn man sich nicht bedanken kann, kein Gegenkompliment gemacht werden kann, einfach, weil man nicht weiß, wer’s war. Und vor allem, wenn man sicher sein kann, dass der andere auch gar nicht erwartet, dass man reagiert. Gerade Menschen wie mir, die mit Komplimenten nicht immer gut umgehen können („Das hast du total gut gemacht.“ „Ich weiß.“) wird eine Riesenlast von den Schultern genommen, wenn hinter der Komplimentmacherei kein sozialer Druck, jetzt irgendwie adäquat zu reagieren, mehr steht.

Ich habe 2009 einen Artikel über Twitter geschrieben, der schon alleine deshalb lustig zu lesen ist, weil darin so Dinge stehen wie „Could I live without it? Sure.“ Darüber kann ich heute natürlich nur noch herzlich lachen. (Die heutige Variante wäre wohl: „Could I live without it? WHY WOULD YOU SAY SOMETHING SCARY LIKE THAT?!?“)

Damals mochte ich an Twitter unter anderem, dass man bei Konservationen nicht die ganzen Höflichkeitsrituale durchmachen musste, die bei Skype so üblich waren (das steht im vorletzten Abschnitt). Heute mag ich an Tellonym (nach zwei Tagen in Gebrauch zugegebenermaßen), dass ich nicht die ganzen Höflichkeitsrituale durchmachen muss, die bei Twitter oder eben jedem anderen dialogisch angelegten Dienst üblich sind. Ich sehe da Parallelen, die natürlich auch damit zusammenhängen, dass ich Twitter mittlerweile vollkommen anders nutze als im Mai 2009 und dass sich die Welt in den letzten sieben Jahren generell etwas geändert hat (und ich auch).

Bislang gab es eine Beleidigung auf Tellonym. Das ist zunächst etwas erschreckend, zumal ich den Link zu meinem Konto nur auf Twitter bekannt gab und deswegen zunächst davon ausging, dass diesen also vermutlich nur Leute sahen, die mir aus welchen Gründen auch immer, dort folgen. Warum folgt einem dort jemand, der einen offensichtlich nicht mag?

Als wir Tellonym im Allgemeinen und die darüber verschickten Beleidigungen im Speziellen im Techniktagebuchredaktionschat durchdiskutierten, wurde auch die Vermutung geäußert, dass es sich um Beleidiungstrolle handelt, die eher Twitter auf Tellonym-Links filtern und dann (eventuell geschlechtsspezifisch) Beleidigungen im größeren Umfang streuen. Diese Erklärung schien mir noch wahrscheinlicher, als dass mich ein Follower so doof findet, dass er das Bedürfnis verspürt, mir das anonym mitzuteilen und ich kann ziemlich gut damit leben, zumal die anderen Nachrichten diesen einen Satz mehr als wettmachen. Warum es solche Leute gibt und was deren Motivation ist, ist wohl eine ganz andere (spannende, aber auch nicht neue) Diskussion.

Ich werde also Tellonym erst mal weiter nutzen, einfach um zu sehen, (ob noch) was passiert. Und wer mir immer schon was sagen wollten oder drängende Fragen hat, die er oder sie sich sonst nicht zu stellen trauen würde, man kann das hier tun: www.tellonym.de/u/anneschuessler

Lieblingstweets im Oktober woanders

Webgedöns am 27.10.2016

Lieblingstweets im September woanders

Webgedöns am 26.9.2016

Pia schreibt im Techniktagebuch über die Zeiten, und wie sie sich ändern. Früher ging man zu den Freunden, bei denen es Limo gab,  heute zu denen, bei denen man das WLAN-Passwort bekommt.

Haben zwar alle schon gesehen, aber hier der Aufruf, bei den US-Wahlen den richtigen Kandidaten zu wählen, für den Joss Whedon unzählige Prominente gewinnen konnte. 

Der Vorspann zu Stranger Things im Stil von Buffy. Von diesem Spiel gibt es ja die tollsten Varianten, diese hier ist aber wieder mal besonders gut gelungen.

Angela Lansbury singt das Titellied aus „Die Schöne und das Biest“. I’m not crying, you’re crying. (Außerdem neues Lebensziel: Mit 90 noch so fit sein wie Angela Lansbury.)

Auf Foodlovin‘ gibt es eine kleine Käsebrotkunde mit einem Rezept für Grilled Cheese Sandwich. Gegrilltes Käsebrot gab es bei uns gestern, darauf ein halbflüssiges Eigelb und Schnittlauch. Kann man empfehlen.

Webgedöns am 20.9.2016

Vor dem Herbstanfang morgen muss noch mal der Feedreader ausgemistet werden.

Das Nuf darüber, dass die Welt halt komplizierter geworden ist und wir jetzt alle bitteschön damit klar kommen sollen. Ich erwische mich ja selber manchmal dabei, dass ich mir eine einfachere Welt wünsche, aber dann weiß ich wieder, dass das Unfug ist,  und dass es eben auch zum gesellschaftlichen Fortschritt dazugehört, dass Dinge komplizierter werden und man sich nicht mehr hinter einem „Das macht man halt so“ verstecken kann.

Im grandiosen vongestern Blog wird dagegen im Jahr 1992 in der eigenen Bude komponiert.

Back to School Fashion ca. 1939 aus dem Life Magazine. Einiges davon (die Mäntel!) würde ich ja durchaus auch anziehen.

Der Künstler Jungho Lee illustriert die Welt der Bücher. Der Stil erinnert ein bisschen an Quentin Buchholz, und auch wenn ich ja ein Problem mit dieser verklärten Sicht auf Bücher habe, finde ich die Bilder sehr schön.

Man ticketed for driving 88mph in his DeLorean. Die Überschrift sollte eigentlich schon reichen.

 

Lieblingstweets im August woanders

Lieblingstweets im Juli woanders