43/2012 – Webgedöns

Ich halte seit dieser Woche auf (fast) allen Avataren eine Pfeife. Ich hab die aber nur gehalten und nicht geraucht. Und auch nur, um mal zu prüfen, ob man damit dann sehr weise aussieht.

Ganz zuerst, weil wichtig: Der Frau Serotonic wurde Text geklaut und jetzt wehrt sie sich. Das geht hoffentlich gut, also Daumen drücken und was einem sonst noch Kluges einfällt.

Unglaublich schön und furchtbar traurig: Nicole von Horst über Leichtigkeit.

Ein etwas längerer Artikel darüber, warum Selbstdisziplin überschätzt wird: “Why Self-Discipline Is Overrated: The (Troubling) Theory and Practice of Control from Within”. Ich hab’s zugegebenermaßen teilweise überflogen, aber ich fand sehr interessant, wie das Marshmallow-Warte-Experiment aufgedröselt wird.

Wie Amazon einer norwegischen Kundin mal eben das Konto sperrte und nicht erklären wollte, warum. Sicherlich Wasser auf die Mühlen der Amazonkritiker (zu denen ich ja sonst nicht so gehöre), aber da muss man einfach mal feststellen, dass es so echt nicht geht.

Herr Buddenbohm fährt rum und kauft ein.

Superidee: Wenn man sein Handy nicht versteht, einfach mal dem Kind mit in die Kita (alternativ Kindergarten oder Schule) geben. Danach läuft’s bestimmt genau so astrein wie bei Frau N.

Frau Meike schreibt darüber, über was sie nicht schreibt (aber vielleicht doch noch).

David Lebovitz fährt nach Disneyland und sucht verzweifelt nach Schaumgummibären.

Emergency Compliments. Man weiß ja nie, wann man mal eins braucht.

Ein Bild von Albert Einstein mit einer Einstein-Marionette. Internet, du alte Schatztruhe, du!

Tech Lookalikes. Am meisten irritiert mich die Ähnlichkeit zwischen Robert Scoble und Philip Seymour Hoffman.

Ich gucke The Walking Dead ja nicht (ja ja, ich weiß!), aber das hier fand ich trotzdem lustig (lässt sich sicher auch gut für andere Serien variieren).

Diese Schilder! Diese Drucke! Ganz großes Habenwill im Shop von Double Merrick.

Ich les ja mittlerweile hauptsächlich noch digital, aber diese Büchereditionen von Juniper Books haben’s mir dann doch angetan. Wer gar nicht lesen möchte, sondern nur was Buchähnliches hinstellen will, kann natürlich auch Bücher aus Ziegelsteinen nehmen.

Dass Tom Hanks großartig ist, hatten wir ja letzte Woche schon. Jetzt rezitiert er Gedichte über Full House. Ja, genau, diese Serie.

Und für den großen und kleinen Hunger hätte ich diese Woche Kritharaki-Gratin mit Hackfleisch, Zucchini und Schafskäse, Orecchiette mit Auberginen-Schweinefleisch-Ragu und Pasta-und-Bohnen-Suppe im Angebot. Es ist eindeutig Herbst.

Tüpfeltiger

Herr Buddenbohm twitterte:

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Was mich prompt dazu verführte, ausführlichst auf Twitter rumzumosern, warum mir niemand niemals Tüpfeltiger malen würde. Ich weiß noch nicht mal, was Tüpfeltiger sind, aber es kann ja nicht angehen, dass andere Leute Tüpfeltiger gemalt kriegen UND ICH NICHT!

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Und weil Twitter super ist und vor allem die Menschen darin, bekam ich nicht nur einen, sondern gleich zwei Tüpfeltiger gemalt. Na ja, anderthalb, wenn man’s genau nimmt, aber wenn man Tüpfeltiger gemalt kriegt, muss man es ja gar nicht so genau nehmen.

Dieser hier ist von der Lila:

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Und dieser wunderschöne Tüpfeltigerhintern kam von schwaka:

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Ich weiß jetzt nicht genau, ob das so klug ist, wenn mir beigebracht wird, dass Rummosern auf Twitter von Erfolg gekrönt ist, aber ich danke beiden Damen für den Einsatz ihrer geballten Tüpfeltigerkreativität. Ich hab jetzt ZWEI Tüpfeltiger (na ja, anderthalb)!

BÄM!

42/2012 – Webgedöns

Oh je, oh je. Was man so in einer Woche alles Tolles findet. Und dabei hab ich schon aussortiert.

ENDLICH! John Cages 4′ 33“ als Noten.

Noch ein schönes Interview im deutschen Wall Street Journal mit Sascha Lobo und Kathrin Passig, das von letzterer damit beworben wird, man würde gar nicht so unkluge Sachen sagen.

Hermsfarm war in New York und hat sich einfach mal zu den Scientologen getraut. Respekt.

Erlebnisberichte aus Vietnam les ich ja immer gerne, eben weil ich selber schon mal da war und da meinen ersten richtigen Kulturschock hatte.

Antje Schrupp über unterschiedliche Arten von Frauenfeindlichkeit. Es ist und bleibt ein schwieriges Thema.

Awesome Photos of Writers Hanging Out Together von Flavorwire. (Neil Gaiman! Douglas Adams! Kurt Vonnegut! Neal Stephenson!)

Ich fand Tom Hanks ja schon immer gut, aber im Internet tauchen immer so tolle Sachen von ihm auf. Man kann ihn zum Beispiel total gut mit einer hübschen Schreibmaschine bestechen. (Via Letters of Note)

Diese Grundschülerin in Omaha verkleidet sich jeden Tag als eine andere berühmte Person und geht so in die Schule. Es klingt verrückt, ist es auch ein bisschen, aber eben auch sehr toll.

Es ist ein gehäkelter Octopus, der alles blau färbt. Ich finde nicht, dass ich noch mehr sagen brauche.

Das Video “Stay in Queue” zeigt sehr anschaulich, warum man bloß auf keinen Fall im Supermarkt die Schlange wechseln sollte. MIT BÄRCHEN!

Und “Wreck-It Ralph” ist der nächste Pixar-Film, den ich auf keinen Fall verpassen darf. (Vorsicht: Geek-Alarm.)

Silberschmuck nach Kinderzeichnungen bei Kritzelsilber. Wo krieg ich denn jetzt ein Kind her, das mir was hübsches zeichnet?

Im Etsy Shop von Luciles Kitchen gibt’s wunderhübsche Zeichnungen, dafür gibt’s bei EvelynX und EllenCrimiTent Zeug mit Eulen. Eulen gehen ja bekanntlich immer. 

Gefüllte Kekse zu Halloween bei not martha.

Und wer nicht genug von Kürbissuppenrezepten kriegen kann, für den gibt’s hier noch ein paar (zehn, um genau zu sein).

Wachstumsschmerzen: Warum Bloggen nicht (mehr) gleich Bloggen ist

Es gibt da so diffuse Gefühle, die man mit sich rumträgt, bei denen sich immer mehr das Bedürfnis einstellt, darüber zu schreiben, aber weil die Gefühle so diffus sind, muss man erstmal rausfinden, was das eigentlich ist, worüber man da schreiben will. Außerdem ahnt man, dass der Text, der daraus entstehen würde, ausreichend lang und verschwurbelt werden und eventuell auch die ein oder andere hochgradig subjektive Wahrnehmung und diskutierfähige Meinung enthalten könnte, dementsprechend also eher von der eher schwierigen Sorte wäre.

Dass ich jetzt doch – oder vielmehr jetzt schon –  schreibe, ist vor allem Christian vom jawl und Patschbella zu verdanken, die sich in den letzten Tagen auch über dieses und jenes Gedanken machten, was in beiden Fällen in eine ähnliche Richtung ging, aber eben nicht ganz. Sowohl bei Christian als auch bei Patschbella geht es um das kollektive Wahrnehmen von Web- und anderweitigen Phänomenen bzw. die Auflösung einer solcher kollektiven Wahrnehmung.

Gerade das, was Christian schrieb, piekste verdächtig genau mein diffuses Gefühl an, dass da irgendwas ist, was früher anders war. Korrektur: Irgendwas, was ich früher anders wahrgenommen habe.

Um es mal ganz einfach auszudrücken: Das Internet, so wie ich es kennengelernt habe, gibt es nicht mehr. Vielleicht gab es dieses Internet auch nie (diese Vermutung halte ich im Übrigen für sehr wahrscheinlich). Aber es gab mal eine Zeit, wo man sich ausreichend überzeugend einreden konnte, dass das Internet, das ich kenne, mit dem Internet, das andere Blogger kennen, in einigen nicht unwesentlichen Punkten übereinstimmte.

Es gab einen gefühlten gemeinsamen Nenner, der sich in bestimmten Fähigkeiten, Interessen, der Vertrautheit mit bestimmten Phänomenen, und einem auf irgendeine Weise halbwegs abgestimmten Jargon widerspiegelte.

Mittlerweile vermute ich ja, dass das auch vor zwei, fünf und zehn Jahren schon nicht der Fall war, aber man konnte zumindest noch ein bisschen so tun, als ob.

So ein gefühlter gemeinsamer Nenner ist eine feine Sache. Man bildete sich ein, dass der andere Blogger da sicherlich auch diesen oder jenen Artikel von diesem oder jenen dritten Blogger gelesen haben müsste, da dieser oder jener dritter Blogger immerhin zu der Sorte Blogger gehörte, die “man” in seinem auf jeden Fall in irgendeiner Form vorhandenen Feedreader haben sollte.

Außerdem ging man davon aus, dass der andere Blogger diesen oder jenen Insiderwitz auf jeden Fall verstehen würde, da man ja zwischen Zeitpunkt X und Zeitpunkt Y um Mem A, B und C gar nicht herumkam. Nicht zuletzt unterstellte man jedem Blogger auch ein irgendwie geartetes Grundwissen von HTML und anderem Gedöns, da man ohne ja gar nicht alles machen konnte, was man so wollte.

Kurz gesagt, es gab so ein wuscheliges Gemeinschaftsdings, bei dem man unhinterfragt davon ausging, dass man in Grundzügen von denselben Dingen sprach und einen ähnlichen Erfahrungsschatz vorweisen konnte, wenn man erzählte, dass man bloggte.

Nach längerem Nachdenken glaube ich allerdings, dass diese Zeiten, sollte es sie je gegeben haben, schon sehr lange vorbei sind.

Das ist objektiv sehr schön, denn dass das so ist, liegt nicht zuletzt daran, dass Bloggen mittlerweile so einfach ist, dass einerseits kaum noch Einstiegshürden bestehen und andererseits Bloggen kein Nischending mehr ist. Man muss sich auch kaum weitere Kenntnisse aneignen, wenn man das nicht will, weil die Blogplattformen einem den ganzen Technik- und Layoutkram, an dem man sich damals(TM) noch die Zähne ausbiss, abnehmen. Man kann sich wunderbar einzig und allein auf das Liefern von Inhalt konzentrieren.

Das ist, um das mal gleich klar zu sagen, eine wunderbare Entwicklung, über die wir uns alle freuen sollten.

Aber es bedeutet, dass dieses wuschelige Gemeinschaftsdings zerbröckelt und sich mehr und mehr als die hübsche Lüge zeigt, die es eben ist. Es bedeutet auch, dass eifrig und mühsam erworbenen Spezialkenntnisse immer wertloser werden. Natürlich kratzt das am eigenen Ego, wenn der eingebildete Elitenstatus, auf dem man sich mental gerne ausruhte, auf einmal wegfällt.

Es ist schwierig, in solchen Momenten nicht in eine “Früher-war-alles-besser”-Mimimi-Haltung zu verfallen. Heute sehe ich Blogs, die hochprofessionell aussehen, aber gerade mal ein oder zwei Jahre existieren, und man ist versucht, sich beleidigt in eine Ecke zu hocken und einen Flunsch zu ziehen. “Wir hatten damals ja nüscht”, könnte man dann sagen, aber erstens ist das vollkommen egal und zweitens stimmt es auch überhaupt nicht. Als ich mit dem Bloggen anfing, gab es ja auch schon WordPress, Blogger und Konsorten, einzig die Templates waren nicht so schön und das Layout nicht so einfach nach eigenen Wünschen anzupassen. Aber es ist ja eben nicht so, als hätten wir uns damals unsere Blogplattformen alle selbstgeklöppelt.

Ich finde es nach wie vor nicht immer einfach, nicht mehr davon auszugehen, dass das, was ich mache und kenne, gar nicht dem entspricht, was andere Blogger machen und kennen. Auch das ist etwas, was ein bisschen schmerzt, dieser Wegfall der angenommenen Gemeinsamkeiten, denn er erzeugt Unsicherheit in der Kommunikation. Darf man davon ausgehen, dass man heute noch irgendwas oder irgendwen kennen sollte? Was passiert, wenn solche vermeintlichen Selbstverständlichkeiten wegfallen?

Was passiert ist, dass es eventuell ein bisschen weh tut, man sich unter Umständen ein bisschen mit diesem neuen Gefühl arrangieren muss und dann so weitermacht wie vorher.

Was mir klar geworden ist, ist, dass Bloggen eben nicht mehr gleich Bloggen ist. Jemand, der – wie ich – bloggt, hat möglicherweise ganz andere Vorstellungen von dem, was man wissen und können muss, benutzt andere Tools, hat mit Technik nichts am Hut (oder eben doch, auch egal), liest vollkommen andere Blogs (vielleicht mit, vielleicht aber auch ohne Feedreader), schreibt über ganz andere Dinge mit ganz anderer Frequenz für ein ganz anderes Publikum.

Ich verabschiede mich offiziell von der Idee, das jemand, der bloggt, alleine ob dieser Tatsache etwas mit mir gemeinsam hat. Wenn früher Klassenkameraden ins Freundebuch schrieben, ihre Hobbys wären “Lesen, Musik und Sport”, dann war der Informationsgehalt nur bedingt hoch. Denn Lesen ist nicht gleich Lesen und Musik ist nicht gleich Musik und Sport ist nicht gleich Sport. Außerdem: Bloggen ist nicht gleich Bloggen und mit der Zeit wird auch hier der Informationsgehalt der Aussage, man würde bloggen, immer geringer werden. Eigentlich heißt es schon jetzt lediglich, dass derjenige gelegentlich Zugang zu einem mit dem Internet verbundenen Endgerät hat und ein irgendwie geartetes Interesse hat, sich einer nicht näher definierten Gruppe Menschen mitzuteilen. Kaum mehr und kaum weniger.

Nur, weil es sich mal anders angefühlt hat, ist das aber gar nicht schlechter oder besser. Früher war es ja auch nicht besser. Nur anders. Und in ein paar Jahren wird es wieder anders sein. Wie schön.

41/2012 – Webgedöns

Disclaimer: Keine Ahnung, ob ich es schaffe, jetzt jede Woche eine hübsche Linksammlung zu basteln. Aber man kann es ja mal versuchen.

Der Spiegel schreibt über Ausnutzberufe. Das kommt mir nur allzu bekannt vor: “Du machst doch was mit Computern, kannst du uns da nicht mal eben das Internet einrichten?”

Eines der besten Videos seit langem. UND LEHRREICH! Über ungerechte Bezahlung und Kapuzineräffchen. (Glaubt mir, ihr wollt das sehen.)

Sascha Lobo schreibt einen Beipackzettel zu “Internet: Segen oder Fluch?”. Ich mag ja an dem Buch, dass es (zumindest bis jetzt) sehr entspannt daherkommt (aktueller Lesestand: 21%).

Buddenbohm über die Kastanienzeit. Mit anspruchsvollem Kastanientierchenratespiel.

Stefan Niggemeier vergleicht mal die Focus Money-Cover. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Bei The Daily WTF gibt es wieder lustige Codeschnipsel. Vermutlich nicht für jeden interessant, weil doch sehr codelastig, ich verlinke aber darauf, weil Eichhörnchen vorkommen.

Bei Oh Happy Day! gibt’s gerade herzallerliebste Halloween-Kostüme für Kinder. Ich hab zwar keine und möchte mich auch zu Halloween nicht verkleiden, kann mich aber trotzdem dafür begeistern: Field of Flowers Costume, Fluffy White Cloud Costume, Classic Robot Costume, Little Artists Costumes und The Red Balloon Costume.

Kürbissuppenrezepte gibt’s dafür bei Emma Bee und bei Doreen.

Wer das Video der Ohio State University Marching Band noch nicht gesehen hat, sollte das auch schleunigst nachholen.

Und sehr, sehr, sehr müde Erdmännchen gehen meiner Ansicht nach auch immer.

Vom Wert eines Tweets

Es gibt da einen Tweet irgendwann Ende November des letzten Jahres. Ich saß da allein an meinem Rechner und suchte verzweifelt nach einem Hotel in Edinburgh. Verzweifelt deswegen, weil ich feststellen musste, dass es gar nicht so einfach war, ein vernünftiges Hotel zu einem vernünftigen Preis in einer vernünftigen Gegend in Edinburgh zu finden. Flug schon gebucht, stundenlang zwischen verschiedenen Hoteloptionen hin- und hergeklickt.

Ich war durch.

Und irgendwann zwischendrin schrieb ich in weniger als 140 Zeichen etwas über die verzweifelte Suche nach einem Hotelzimmer in Edinburgh.

Dieser Tweet wäre vermutlich vollkommen irrelevant gewesen, er war weder besonders witzig noch in irgendeiner anderen Weise aufregend oder informativ. Es gab ihn nur, weil ich sehr genervt war und das mal kurz irgendwo loswerden musste.

Wenn ich aber diesen Tweet nicht geschrieben hätte, dann hätte ich nicht erfahren, dass Isa zur gleichen Zeit auch ein paar Tage in Edinburgh verbringen würde, und dann hätten wir uns nicht mit Isa und dem Mann in einem Pub auf der Royal Mile verabredet. Wir hätten eben diesem Mann nicht beim Musizieren und Singen zugehört und ich hätte Zoë nicht kennengelernt. Ich hätte dann vermutlich auch keine Bücher von Zoë gelesen oder wäre mitten im Winter zu einer Lesung nach Liederbach gefahren. Wenn ich Isa nicht schon mal getroffen hätte, hätte ich mich vor ein paar Wochen auch gar nicht getraut, anzumerken, dass ich zur Buchmessenzeit gerne zum abendlichen Biertrinken (es wurde tatsächlich Äppelwoi) zur Verfügung stehen würde.

Und dann hätte ich heute Abend nicht im wunderbaren Café Größenwahn  mit Isa, Stephan, Jenny, Katy, Claus und Andreas einen sehr, sehr netten Abend verbracht.

Das wäre alles nicht passiert. Aber es ist eben passiert und das alles nur wegen eines lächerlichen Tweets. Natürlich wüsste ich das alles nicht und würde es auch nicht vermissen, wenn es nicht passiert wäre, aber das ist ja eine dumme Denkweise. Wenn es die Muppets nicht geben würde, würden wir sie auch nicht vermissen, aber eine Welt mit Muppets ist ja trotzdem besser.

Und das letzte Jahr (mit dem Ende von 2011 dazu) war eben auch besser mit gemeinsamen Pub-Besuchen in Edinburgh, Velvet-Underground-Coverversionen, Lesungen im beschaulichen Liederbach und netten Abenden im Frankfurter Nordend.

Das alles wegen einem dusseligen Tweet, den ich nur geschrieben habe, weil ich so fürchterlich genervt war und den im richtigen Moment jemand anderes gelesen hat.

Den Wert eines Tweets kann man nicht vorhersagen, weil man ja gar nicht weiß, was vielleicht daraus werden wird. In den allerallermeisten Fällen verschwinden diese maximal 140 Zeichen irgendwo im digitalen Nirwana. Aber manchmal wird ganz viel draus. Und das kann dann ganz toll werden.

Bitte unterschreiben Sie hier. Petition gegen das Leistungsschutzrecht.

tl;dr Bitte hier unterschreiben. Weil’s wichtig ist und die Zeit knapp wird. Danke.

Leistungsschutzwas? Eigentlich müsste man annehmen, dass das Thema Leistungsschutzrecht in den letzten Monaten ausreichend durchgekaut wurde und mittlerweile jeder, der sich so ein bisschen fürs Internet interessiert, mit den Forderungen grob vertraut sein sollte.

Es haben sich mittlerweile so viele Blogs damit beschäftigt, dass ich mir ein bisschen doof vorkomme, es auch noch zu tun, aber sei’s drum.

Beim Leistungsschutzrecht geht es um die Forderung der Verlage, für im Zweifelsfall auch kleinste Textschnipsel Geld verlangen zu können. Im Wesentlichen zielt diese Forderung auf Suchmaschinen wie Google und Aggregatoren ab, die eben genau solche Schnipsel in den Suchergebnissen oder auf aggregierten Seiten anzeigen.

Die Idee dahinter (so habe ich es jedenfalls verstanden) ist, dass Google & Co. ja durchaus kommerzielle Interessen haben und sich an den Inhalten der Verlage für umme bedienen und deswegen ja nun auch für eben diese Inhalte auch bezahlen sollten.

Mal abgesehen davon, dass ich davon überzeugt bin, dass schon diese Grundforderung ziemlicher Humbug ist, hätte das Leistungsschutzrecht, würde es tatsächlich durchgesetzt werden, einige Konsequenzen, die u.a. auch Blogger betreffen würden und das nicht zwingend positiv.

Sascha Lobo hat das in einem Blogpost sehr schön aufgedröselt. Bis dahin war ich auch so ein bisschen der Meinung, die Verlage sollten sich vielleicht mit dem Leistungsschutzrecht einfach mal gehörig selbst ins Knie schießen. Die Szenarien, die er entwirft, sind nicht nur erschreckend, sondern leider auch nicht unrealistisch. Google wird sich wohl nicht auf die Forderungen der Verlage einlassen und bezahlen, sondern potentiell zahlungspflichtige Seiten einfach nicht mehr listen.

Ein Erfolg wird das Leistungsschutzrecht in meinen Augen in keinem Fall werden. Kaum einer der betroffenen Dienste wird bereit sein, für solche Textschnipsel zu bezahlen. Es gibt genug andere Inhalten im Netz, als dass sich die Suchmaschinen, Aggregatoren und andere Dienste um die Befindlichkeiten einiger weniger deutschen Verlage kümmern müssten.

Im schlimmsten Fall hieße das deutlich eingeschränkte Suchergebnisse, mögliche Abmahnungen für Blogbetreiber, die vielleicht über Flattr, Amazons Affiliate-Links oder andere Optionen ein bisschen Geld mit ihrem Blog verdienen und auf einen Artikel eines solchen Verlages verlinken und im allerschlimmsten Fall sogar die Auslistung deutschsprachiger Blogs aus den Suchmaschinen, denn woher soll Google wissen, ob ich als Blogbetreiber nicht auch auf die Idee kommen könnte, meine Publikationen leistungsschutzrechtpflichtig zu betrachten.

Und weil eben dieses Gesetz so sensationell absurd ist, gibt es eine Onlinepetition, die man ganz einfach unterzeichnen kann. Leider sind nur noch wenige Tage übrig und noch viele Unterschriften nötig. Auch ich habe viel zu spät davon Wind bekommen, erst der Beitrag von Sascha Lobo hat mich aufgerüttelt und mir die Reichweite solche eines Gesetzes mal ordentlich klar gemacht.

Also, bitte hin und unterzeichnen. Außerdem weiterverlinken, teilen oder selber drüber schreiben, solange noch Zeit ist. Danke.

Wer sich noch weiterbilden will, guckt hier (oder in zahlreichen anderen Artikeln, die darüber geschrieben wurden):

Carta: Petition gegen das Leistungsschutzrecht – dann müssen wir wohl

Udo Vetter: Noch ein Rettungsschirm

Noch mal Lobo: Fünf entscheidende Fragen zum Leistungsschutzrecht

Thomas Hoeren: Das Leistungsschutzrecht wäre ein schwerer Eingriff in die Informations- und Meinungsfreiheit

Schöner Suchen, Teil 4

Es ist mal wieder soweit. Zehn wunderbare Suchanfragen haben es in die Bestenliste geschafft. Wer bei bestimmten Fragen bessere Antworten oder Hinweise auf Lager hat als ich, den bitte ich um fleißige Mithilfe.

schnelles internet in hundham

Hahaha! Vergiss es. Ich hatte da fast zwei Tage lang noch nicht mal Handynetz, von Internet brauchen wir da gar nicht reden. (Hihihi. Höhö.)
 
klo sesamstrasse

Eine Suchanfrage, bei der ich nicht sicher weiß, ob ich mehr über die Motivation wissen will. Gibt es ein Klo in der Sesamstraße? Oder geht’s um was ganz anderes? Auf der anderen Seite habe ich das schon lange nicht mehr geguckt, und weiß nicht, inwiefern die Thematik in den letzten Jahren irgendwie an Brisanz gewonnen hat.

überdurchschnittliche intelligenz und extrem langsam schreibblockade

Nicht nachdenken, machen. Ich empfehle dafür die Teilnahme am NaNoWriMo (ist ja schon bald). Da muss man nämlich in kurzer Zeit soviel schreiben, dass man gar nicht viel nachdenken kann. Das, was dabei rauskommt, ist vielleicht von zweifelhafter Qualität, aber man hat zumindest eine Grundlage, aus der man dann was Besseres basteln kann.

wo findet man die schönste sonnenuntergänge in hessen

Hanau ist es nicht und Hessen ist groß, außerdem ist das ja Geschmackssache. Wer aber eine Antwort auf diese Frage hat, der soll sie mir bitte auch mitteilen. Schöne Sonnenuntergänge guckt man ja so generell sehr gerne.

benedict cumberbatch urlaub

Wo? Wann?

irren u wirren im internet..aber wen stört es denn

Mich nicht. Andere Leute mit präziseren Vorstellungen, was die Verwendung von Onlinediensten angeht, vielleicht schon. Aber vielleicht sollte einem das wiederum dann egal sein. Wir irren und wirren doch alle, und meistens ist es dabei ganz lustig.

meine lehrerin is so geil im schwimmunttericht

Öh. Ja. Und du suchst jetzt im Internet wonach genau?

leonard cohen konzert was anziehen

Ich würde sagen, zunächst mal dem Veranstaltungsort angemessen. Handelt es sich zum Beispiel um ein Open-Air-Konzert, so empfehle ich aufmerksam den Wetterbericht zu verfolgen und sich entsprechend vorzubereiten. Ansonsten ist es Herrn Cohen vermutlich relativ wumpe, was man so anhat. Ich weiß auch nicht mehr, was ich beim Konzert in Dortmund angezogen habe, aber ich bin nicht der Halle verwiesen worden, insofern wird es wohl in Ordnung gewesen sein.

was macht mandy patinkin

Beruflich oder privat? Beruflich spielt er bei Homeland mit, was er privat macht, weiß ich leider nicht.

Vorletzte Geräusche

Ich gebe zu: Ich verstehe die Suchanfrage nicht. Aber ich würde so gerne.