Mehr Hanau-Idylle

Jeden Tag wird es heller und ich freue mich jeden Tag mehr auf den Frühling. Mittlerweile ist es sogar meistens noch hell, wenn ich aus dem Büro komme. Und so entstanden heute 1A-Bilder, die alle auf einem ziemlich kurzen Stück Fußweg kurz vorm Bahnhof gemacht wurden. Und zwar alle mit der popeligen Handykamera, denn andere Fotoapparate hatte ich leider nicht dabei. Und wenn man dann ein paar Filter drüberrauschen lässt, werden die Ergebnisse irgendwie sogar ganz schick.

Ich präsentiere also diesmal: Hanau – zwischen Graffiti und Quarzglaswerk.

Was soll ich sagen… ich werde nach einem Jahr beinahe ein bisschen warm mit dieser Stadt. Man muss es nur wollen.

Graffiti I

Container

Weg

Füße

Durchsage?

Graffiti II

Graffiti III

Graffiti IV

Fabrik

Pfahldings

Köln, oh Köln.

Dom, Maus, Karneval

Hier hätten wir schon mal zwei gute und eine zumindest… ähm… interessante Sache, die aus Köln kommen: Dom, Maus, Karneval. Und ich ja auch.

Am Samstag hatten wir uns als Klavierkauf-Unterstützer angeboten und sind mit einem Freund durch die Klavierläden der Stadt gezogen und auch generell ein bisschen durch die Stadt gezogen, einfach so, weil das Wetter schön war und weil man, wenn man schon mal da ist, auch ein bisschen rumlaufen sollte, durch die allerschönste Stadt von allen. Diese Woche also keine Ruhr- sondern Rhein-Impressionen. Muss auch mal sein.

Und es hat sich mir auch wieder erklärt, warum die Kölner ihren Dom so lieben. Weil er immer irgendwie da ist, hinter Häusern hervorguckt, als ob er “Hallo, hier bin ich” sagen wollte. Und wenn man ihn mal gerade nicht sieht, muss man nur bis zur nächsten Ecke laufen und da ist er dann wieder.

Empfehlung

Merzenich

Rot-Weiß

Flügel

(Anmerkung: Der Flügel, an dem der Mann da sitzt, kostet lächerliche 90.000 Euro. Geschenkt, sag ich, geschenkt.)

Klavier

(Dieses Klavier war deutlich günstiger, dafür war aber auch eine Taste kaputt.)

Geigen

Straße

Waschsalon

Dom

Janosch

Merzenich

Jupp-Schmitz-Plätzchen

Heiße Maronen

Ostermann?

Dom im Spiegel

Eben

Gesehen: Prince of Persia

USA 2010
Regie: Mike Newell
Darsteller: Jake Gyllenhall, Gemma Arterton, Ben Kingsley, Alfred Molina

Prince_of_Persia_poster

Als ich gesehen habe, dass Prince of Persia der nächste Film sei würde, den ich über Lovefilm bekommen würde, war mein erster Gedanke: “Warum zur Hölle ist der auf meiner Leihliste?” Dann dachte ich mir, wird schon einen Grund gehabt haben, dass der da drauf war.

Jetzt wo ich ihn gesehen habe, weiß ich immer noch nicht so genau, warum ich den irgendwann mal auf die Leihliste gepackt habe, aber es war jetzt auch nicht schlimm, ihn geguckt zu haben.

Prince of Persia basiert auf den gleichnamigen Videospielen, insbesondere der Sands of Time-Reihe, bei der eines der Spielelemente ist, die Zeit um ein paar Minuten zurückdrehen zu können, wenn man mal gerade doch erdolcht wurde oder in die Tiefe stürzte. Dann kann man das Ganze noch mal versuchen und zwar hoffentlich mit mehr Erfolg.

Der Film schafft es tatsächlich, ein bisschen von dem Videospiel-Gefühl auf die Leinwand zu transportieren, vor allem, wenn Prinz Dastan (Jake Gyllenhall) in einer der zahlreichen Verfolgungsszenen über Balken balanciert, von einem Haus zum nächsten hüpft oder sich Tarzangleich durch die Kulisse schwingt. Ich wusste auch die ganze Zeit nicht, ob ich das eher nervig oder schon wieder cool finden soll.

Ansonsten geht es um Familienehre, Verrat, Königsmord, Prinzessinnen und Abenteuer. Und viel Sand. Dauernd ist irgendwo Sand. Optisch ist das alles wunderhübsch anzusehen, und wenn die Story dann halbwegs an Fahrt gewinnt und man nach einer Viertelstunde Einleitung so langsam kapiert, worum es geht, wird es auch tatsächlich ausreichend spannend, mal abgesehen davon, dass man sich ansonsten halt einfach knapp zwei Stunden lang Jake Gyllenhall angucken kann, was ja auch nicht grundsätzlich verkehrt ist.

Es ist wieder eine dieser Film, die man nicht gesehen haben muss und für die man ein Mindestmaß an Popcorn-Kino-Toleranz benötigt, denn etwas anderes als Popcorn-Kino ist es nicht. Nur mit viel Sand eben. Und beinahe ebenso viel Rumhüpferei.

Wer damit klar kommt, der wird immerhin mit einem sehr lustigen Straußenrennen belohnt. Und darf sich – sofern man den Film im Original guckt – knapp zwei Stunden lang die Frage stellen, warum in Persien alle außer Prinz Dastan mit britischem Akzent reden.

(Den Bechdel-Test besteht der Film im übrigens nicht die Bohne. Dafür hätte ja mehr als eine Frau mitspielen müssen.)

Mond über Hanau

Hanau, ach Hanau. Was man dieser Stadt lassen muss, ist, dass sie auf eine ganz besondere Weise hässlich ist, irgendwie so, dass man vor allem Mitleid hat, ihr aber nichts Böses will, sondern eher verzweifelt versucht, in der ganzen Albernheit noch etwas Nettes zu finden, um ihr aufmunternd auf die Schultern zu klopfen und zu sagen “Siehste, Hanau, so schlimm isses doch gar nicht.”

Gestern auf dem Weg zum Bahnhof hab ich dann lauter hübsche Bilder vom Mond gemacht, der gerade sehr pittoresk über der Sechziger-Jahre-Industrie-Architektur der Stadt stand und präsentiere nun die Bilderserie “Mond über Hanau”. Besonders gut sieht man hier, wie schön Hanau ist, wenn möglichst wenig davon auf dem Bild ist. Der geneigte Betrachter möge sich auf den Mond konzentrieren, dann ist auch alles gut.

Mond

Netto

Laterne

P1020077

P1020078

Güterbahnhofsstraße

Bäume

Schild

Oberleitung

Lieblingstweets Januar 2012 (Teil 2)

Und jetzt die zweite Monatshälfte. Viel Spaß!

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Und fertig. Ich danke sämtlichen Twitterern für diesen amüsanten Januar.

Zum ersten Mal: Gitarrenunterricht

Ich hatte ja schon viel Musikunterricht in meinem Leben. Vom Blockflötenunterricht, in den ich mich irgendwie in der Grundschule geschmuggelt habe, und bei dem ich bis heute nicht sicher weiß, ob der nicht eigentlich kostenpflichtig war, über Klavier, Klarinette, Akkordeon bis hin zum Kinderchor, wo ich es aber nur ein Jahr ausgehalten habe. Ich kenn das also.

Was ich niemals nie hatte, war Gitarrenunterricht. Viele Leute haben keinen Gitarrenunterricht. Gitarre ist ein Instrument, das verhältnismäßig häufig irgendwo zur Verfügung steht und das auch zunächst recht einsteigerfreundlich ist. Meine Eltern können beide Gitarre spielen, mein Vater sogar ziemlich gut, und beide haben sich das selbst beigebracht. Die einfachen Griffe hat man schnell drauf, G-Dur und D-Dur sind dankbare Tonarten ohne komplizierten Schnickschnack wie diese elenden Barree-Griffe.

Und so hab ich es mir auch beigebracht, sogar schon recht früh, nämlich mit einem Rolf-Zuckowski-Liederbuch, wo die Griffe oben drüber standen. Musste man mir wohl auch nicht erklären, wie man die zu verstehen hat, das sieht man ja sofort und ich vermute mal ganz stark, dass ich damals mit kleinen Kinderhänden und der Erwachsenengitarre einer meiner Elternteile das D am besten fand. Da muss man sich nicht so verrenken.

Weil ich sowieso latent faul bin, hab ich mich auch mehr oder weniger damit durchgemogelt, bis ich so ungefähr 31 war. Ich hab noch ein paar mehr Griffe gelernt und zwischendurch auch mal klassische Gitarre versucht (man hat ja viel Zeit so als Teenager), bin aber weiterhin an den Barree-Griffen gescheitert und kann auch nach wie vor nicht mit Plektrum. Überhaupt: Ich weiß halt, wie und was ich spielen muss, damit nicht so auffällt, dass ich’s eigentlich nicht kann. Es stand eben auch nie ein Musiklehrer dahinter, der enttäuscht geguckt hat, wenn sich mal wieder rausstellte, dass ich die ganze letzte Woche nicht geübt hatte.

Aber das hat nun ein Ende. Seit Januar 2012 bin ich offiziell Schüler an der Modern Music School in Hanau. Anders gesagt: Nach knapp zehn Jahren Abstinenz muss ich wieder einmal die Woche zum Instrumentalunterricht. Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Ich bin quasi wieder jung!

Eine Gitarre hatte ich ja schon. Genauer gesagt besitze ich derer zwei und musste nur überlegen, welche jetzt mit zum Musikunterricht kommt und welche zu Hause bleiben darf. Ich habe mich dann aus masochistischen Gründen für die Stahlsaiten-Gitarre entschieden. Die ist nämlich schwerer zu spielen als die andere und schneidet einem fies in die Fingerkuppen, wenn man auch nur länger als fünf Minuten eine von den oberen Saiten runterdrückt. Aber ich will ja was lernen. Die nette, freundliche Gitarre mit den sanften Nylonsaiten durfte zu Hause bleiben und wird jetzt am Wochenende bemüht.

In der Schnupperstunde durfte ich erzählen, was ich so gerne machen würde: Liedbegleitung und generell ein paar Techniken, und Picking und mal lernen, wie man mit einem Plektrum spielt und HERRGOTT, WAS WEISS DENN ICH? Halt nicht mehr so beschissen spielen, sondern mal ordentlich. Und das mit den Barree-Griffen. Das möchte ich nachher bitte können.

Der Gitarrenlehrer hat sich das alles brav angehört und dann gesagt, für die nächste Stunde sollte ich mal ein paar Lieder mitbringen, die ich gerne spielen würde. Außerdem haben wir noch geübt, wie man Talkin‘ ‚bout a Revolution von Tracy Chapman spielt und dabei besonders intelligent von G nach C wechselt.

Am nächsten Montag fuhr ich dann mit der folgenden in Eile hingekritzelten Liste ins wunderschöne Industriegebiet Nord, wo ab 19 Uhr die Busse nur noch stündlich fahren und auch sonst nix ist (aber das nur am Rande).

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Ich fand (und finde immer noch), hier eine gute Selektion gitarrenunterrichtsgeeigneter Populär-Musik zusammengestellt zu haben. Wir haben allerdings nichts davon gemacht, noch nicht mal die Liste angeguckt. Ich werde sie trotzdem behalten, damit ich mal dran denke, Breakeven ordentlich spielen zu lernen.

Statt dessen gab’s The Police mit dem ultimativen Stalkersong Every Breath You Take. Also eigentlich nur acht Takte davon. Vier Akkorde, aber vier sehr lustige. In der ersten offiziellen Stunde darf ich nicht nur meine Gitarre mit einem ulkigen Stimmgerät selbst stimmen, sondern lerne auch, wie man besonders clever ein G9, ein Em9, ein C9 und ein D9 greift. LAUTER NEUNER-AKKORDE, LEUTE! AUF DER GITARRE! ICH! Dabei kann ich doch sonst nur für ausgewählte Tonarten die Siebener und nur gelegentlich mal einen in Moll (ich empfehle auch hier A-Moll, E-Moll und D-Moll, den Rest kann man mehr oder weniger knicken, alles Barree-Scheiß). Auf jeden Fall kann ich auf einmal was völlig Neues und das auch noch zupfen. Und es klingt gut. Es deckt zwar nur geschätzt 30 Prozent des Gesamtkunstwerkes ab, ich bin aber vollkommen begeistert von den neuen Erkenntnissen, die ich hier gewinne.

Der Gitarrenlehrer scheint in der ersten Stunde ähnlich überfordert wie ich. Er weiß nicht genau, was ich schon kann und was nicht und was ich überhaupt von ihm will und ich weiß nicht so genau, wie ich ihm vermittle, dass er mir weder Noten noch sonstwas beibringen muss und dass ich mir auch eine lausige Akkordverbindung von vier Akkorden nicht aufschreiben muss. Vor allem weiß ich nicht, wie ich ihm das vermittle, ohne dabei arschig und überheblich zu wirken. Wir einigen uns darauf, dass ich die Akkordfolge doch aufschreibe und zwar inklusive des Zupfmusters, das ich dann auch exakt einmal vergesse, nämlich am Anfang der nächsten Stunde, nachdem ich es die ganze Woche über wieder und wieder richtig gespielt habe.

In der dritten Stunde lerne ich Folkpicking, Daumen, Mittelfinger, Daumen, Zeigefinger. Erst eine lustige Akkordverbindung, die in einer absurden Verrenkung der linken Hand endet, wenn man nicht merkt, dass man einen Finger getrost weglassen kann und es einmal sehr machbar wird. Und dann darf ich die komplette Akkordfolge für Streets of London aufschreiben, mit einer “künstlerischen Freiheit”, die wohl einzig und allein nur dazu gedacht ist, mich mit einem F-Moll aus der Fassung zu bringen.

Das darf ich diese Woche üben. Das und weiter Every Breath You Take und Melodiespielen soll ich auch üben und überhaupt. Ich hatte am Anfang meine Zweifel, ob das was bringt mit dem Gitarrenunterricht, weil ich bestimmt auch kein einfacher Schüler bin, immer alles schon weiß und einiges ja schon irgendwie kann und man irgendwo in der Mitte anfangen muss, so, dass ich mich nicht langweile, aber auch nicht sofort frustriert bin. Das, was wir bisher gemacht haben, ist mir alles nicht neu, aber es hilft ungemein, alles mal methodisch zu machen und jemanden zu haben, der einem sagt, was man richtig und falsch macht und der einem vor allem doofe Akkorde mit nach Hause gibt, um die man sich nicht so einfach herumschwindeln kann.

Es war einer der Vorsätze fürs neue Jahr, einer der vielen ungeschriebenen, weil ich mir selber nichts versprechen wollte, was ich dann vielleicht doch schon ob der Konkretheit nicht umsetzen hätte können. Ich habe einfach eine Mail geschrieben, einmal telefoniert und mich dann in die Linie 8 ins wunderschöne Industriegebiet Nord gesetzt und jetzt habe ich einmal die Woche Gitarrenunterricht. Und es ist super! Ich lerne was! Und ich setze mich abends mit Gitarre aufs Sofa, damit es nächsten Montag besser klingt als den davor und wir was Neues machen können.

Ich habe endlich wieder Instrumentalunterricht und irgendwie hab ich es wohl auch die ganzen Jahre ein bisschen vermisst.

Gitarre