Vorfreude (alles toll)

Als ich nach langer und leicht frustrierender Suche endlich diese Wohnung gefunden hatte, war ich überglücklich. Ein schönes Apartment in Hanau suchen zu müssen  ist etwas, was ich niemandem wünsche, jedenfalls niemandem, den ich mag. Entweder die Wohnung ist hässlich oder teuer oder gerne auch beides. Alternativ hätte ich auch eine Wohnung in Kleinauheim haben können, die zwar halbwegs nett und sogar einigermaßen bezahlbar gewesen wäre, aber eben in Kleinauheim.

Ich hab dann aber diese Wohnung hier gefunden. Schön klein, in einem Haus mit wunderschöner Holztreppe, ich kann zu Fuß zur Arbeit gehen. Alles super. Als Bonus gibt es noch einen kleinen Hinterhof mit optimistisch geschätzt 4qm Rasenfläche und einer Holzbank dazu.

Als es heißt, es könnte eventuell in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Nordlichter zu sehen geben, mache ich gleich ganz aufgeregt das Dachfenster auf und gucke mal so rum. Nordlichter gibt es nicht und ich werde auch in dieser Nacht keines sehen, obwohl ich regelmäßig rausgucke. Aber dafür gibt es einen wunderbaren Sonnenuntergang und beim Bildermachen stelle ich fest, dass ich nicht nur auf die Zeichenakademie gucken kann, sondern sogar die halbkaputte Kirche und das Rathaus von meinem Fenster aus sehen kann.

Toll. Sonnenuntergang toll. Wolken toll. Wetter toll. Aussicht toll.

Und an diesem Abend freue ich mich zum ersten darauf, wie toll das wird, bald im Frühling und im Sommer, wenn es wärmer wird und ich die ganze Zeit das Fenster aufhaben kann und dann demnächst abends nicht auf dem Sofa, sondern vielleicht auf der Bank im Hinterhof sitzen und lesen kann und ganz vielleicht fahre ich dann zu IKEA und kaufe einen kleinen Gartentisch. Denn der Bus fährt von IKEA fast bis zur Haustür. Wenn das nicht mal auch toll ist.

Untergang I

Untergang II

Untergang III

Untergang IV

Untergang V

Untergang VI

Wolken

Baum

Dach

Fenster

Nicht schon wieder Frauenquote

Heute ist wieder Weltfrauentag. Es gibt ja immer wieder diese Weltdingenstage, wo man mal einen Tag ganz stark an etwas erinnert werden soll, und man mit einem leichten Zynismus anmerken könnte “Aber sollte nicht jeder Tag Weltdingenstag sein?”

Ja, vielleicht. Man sollte wirklich nicht nur jeden Tag an Frauen denken, sondern auch an Kinder, die dritte Welt, an Tier- und Naturschutz und im Übrigen (damit hier auch nicht gleich die große Ernsthaftigkeit einmarschiert) an Handtücher, Piraten und Pfannkuchen. Wir sollten jeden Tag an ganz viel denken und ganz viel Ungerechtigkeit verhindern, abschaffen und vernichten. Aber es hilft vielleicht doch, wenn es eine Institution gibt, die einmal im Jahr sagt: “Hier: Das Thema hätten wir auch noch. Da liegt auch noch einiges im Argen. VERGESST DAS MAL NICHT!”

Man kann über sowas wie den Weltfrauentag lächeln. Aber dann hat man auch irgendwas falsch verstanden.

Ich weiß auch schon wieder, wie das hier enden wird. Der Mann stellt schon fest, dass ich im Alter zur Feministin werde, und damit hat er recht. Mir gehen immer mehr Dinge auf die Nerven, fallen immer mehr Ungerechtigkeiten auf, und die wenigsten davon betreffen mich selber, denn mir geht es eigentlich gut und die Leute sind nett zu mir. Und was immer ich auch hier gleich schreiben werde, ich werde drei bis fünf Dinge sagen, und dreihundert, die mir auch noch einfallen werden, nicht. Es ist so ein furchtbar weites Feld, dass ich immer wieder Angst habe damit anzufangen, weil ich nicht weiß wo das Ende ist. Eigentlich weiß ich ja noch nicht mal, wo der Anfang ist.

Ich habe letztens erst auf Twitter gesagt, dass ich die Frauenquote auch für ein tendenziell doofes Konzept halte. Das hab ich auch so gemeint. Ich habe aber auch heute bei Ninette Halbbluthobbit einen sehr guten Artikel über die Frauenquote gelesen und warum es vielleicht doch nicht so doof ist, eine zu haben. Und ich hab mal wieder gemerkt, so einfach isses eben doch nicht.

Warum ich gesagt habe, dass ich die Frauenquote für ein fehlgeleitetes Konstrukt halte, liegt vor allem daran, dass ich glaube, dass hier ein Symptom bekämpft wird. Das Symptom, dass aus einer irrsinnigen Vielzahl an Gründen zu wenig Frauen in Führungspositionen landen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir damit wirklich das eigentliche Problem angehen, wir doktorn da nur an irgendwelchen Kausalitäten rum, und am Ende sind vielleicht ein paar mehr Frauen auf den oberen Etagen angekommen, aber das war’s dann auch. Davon allein verbessert sich vermutlich weder die Gehaltsdifferenz noch das Geschlechterverhältnis in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen.

Ich möchte keine Quotenfrau sein und ich glaube, dass ich damit nicht alleine stehe. Ich möchte nicht irgendwas bekommen oder erreichen, weil ich eine Frau bin. Das ist letztlich genauso diskriminierend, wie nicht genommen zu werden, weil man eine Frau ist. Lediglich aus pragmatischen Gründen ist Ersteres vermutlich zu bevorzugen.

Auf der anderen Seite muss man eben irgendwo anfangen. Und deswegen bin ich vielleicht doch für eine Frauenquote, wenn sie nämlich als Erinnerung funktioniert. Als Erinnerung daran, dass man sich vielleicht mal darum kümmern sollte, eine Frau für eine Position zu gewinnen. (Wie immer gilt das Gleiche auch für Männer. Sollte es Firmen geben, deren Führungsebene hauptsächlich oder komplett mit Frauen besetzt ist, so sollte man sich auch da an die eigene Nase fassen, und beim nächsten Mal vielleicht eher einem männlichen Bewerber die Chance geben.)

Das Problem ist doch das: Wir wissen einfach nicht, wo wir anfangen sollen. Es gibt viele, viele Ursachen und viele, viele daraus irgendwie resultierenden Symptome und mittlerweile seh ich an jeder Ecke irgendwas, wo ich denke, ja, das ist auch irgendwie scheiße und nein, ich weiß auch nicht, was man da machen soll.

Anders gesagt: Wenn ein Problem so groß und so unübersichtlich ist, dass man gar nicht weiß, wo man ansetzen soll, wenn es so tief verwurzelt ist in Traditionen und Gewohnheiten, wenn Mädchen rosa sind und Jungs blau und niemand weiß, was dieser Mist eigentlich sollte, dann muss man eben irgendwo anfangen.

Die Frauenquote ist so ein “irgendwo”. Es ist etwas, mit dem man anfangen kann, etwas, was daran erinnert, dass es da etwas gibt, gegen das man irgendwas tun muss. Ich rede nicht davon, blind irgendwo irgendwelche Frauen auf Positionen zu setzen, die nur zur Quotenerfüllung gedacht sind. Ich sage auch nicht, dass man, wenn sich hundert Männer und eine Frau bewerben, man UNBEDINGT die Frau nehmen muss, nur, weil sie eben da ist. Eine Frauenquote bringt nur was, wenn sie im Rahmen eines Umdenkens eingesetzt wird, als eine Art Erinnerungsinstrument, das sagt: “Es wäre vielleicht toll, wenn wir ein bisschen mehr Gleichberechtigung hier hätten, also lass mal gucken, wie wir das schaffen.”

Und deswegen ist die Frauenquote für mich beides: doof und sehr toll. Doof, wenn sie blind und ohne gesunden Menschenverstand eingesetzt wird, nur damit man später sagen kann “Aber wir haben doch… GUCK!”, und sehr toll, wenn sie der erste irgendwie greifbare Schritt zu einem generellen Umdenken ist.

So ist das. Und die anderen dreihundert Sachen, die mir beim Schreiben noch eingefallen sind, die passen jetzt nicht mehr hierhin. Ich wünsche einen fröhlichen, ausklingenden Weltfrauentag und geh jetzt mal gucken, ob’s doch noch zur Feier des Tages ein bisschen Nordlicht in Hessen gibt.

Hanau ist nicht Brooklyn

Sunrise

Heute Nacht habe ich mir ein WG-Zimmer in Manhattan angeguckt, weil ich dachte, das wäre vielleicht eine gute Alternative, wo ich doch in Brooklyn arbeite. Dann wird der Weg zur Arbeit länger, aber Manhattan ist halt schöner als Brooklyn und man weiß ja, wie schwierig es ist, da eine gute, bezahlbare Wohnung zu finden.

Ich hab dann auch was gefunden, ein schönes Zimmer in einer WG mit Dielenboden. War allerdings ein Durchgangszimmer, was vielleicht ein bisschen ungünstig ist, so in einer WG, wenn einem dauernd (bestimmt auch nachts) jemand durchs Zimmer läuft. Dafür sollte es aber nur 140 Euro im Monat kosten, inklusive Telefon UND Fax und noch irgendwas, das hab ich aber vergessen, von Internet war aber nicht die Rede. Trotzdem. 140 Euro. In Manhattan. Mit Dielenboden. Da fängt man schon mal an, zu überlegen, Durchgangszimmer oder nicht.

Was ich auch noch hätte klären müssen, wo denn die komischen schwarzen Ledermöbel hinkommen sollten, oder ob die in dem Zimmer bleiben müssten. Und dann fiel mir ein, dass ich ja die Wohnung hier bis Mitte September gemietet habe, da müsste ich ja ganz schön lange doppelt Miete zahlen. Auf der anderen Seite: 140 Euro in Manhattan. Außerdem kann man ja solange untervermieten.

Heute Nacht hätte ich also fast in einer WG in Manhattan ein Durchgangszimmer für 140 Euro gemietet. Heute Morgen hab ich aber gemerkt: Manhattan ist gar nicht Frankfurt und Hanau ist nicht Brooklyn. Und überhaupt bin ich kein WG-Typ und wenn schon, dann nehm ich bestimmt nicht das Durchgangszimmer, selbst mit Dielenboden und Telefon UND Fax.

Die Sonne geht auf und alles ist eigentlich ganz gut so, wie es ist. Nur, dass ich jetzt gerne mal wieder nach New York möchte. Da war ich schon so lange nicht mehr.

Wagner hören

DSC_1191

Sonntagabend sitzen wir im Arbeitszimmer und hören Wagner. Also der Mann sitzt und ich liege auf dem Flauschteppich, denn es gibt ja nur einen Stuhl. Erst gibt’s Parsifal und irgendwann dann anscheinend Walküre, ich krieg aber natürlich nix mit, denn ich kenne mich mit Wagner nicht aus. Ich hab nur einmal Götterdämmerung gesehen, das war ein Weihnachtsgeschenk, also eigentlich zwei Geschenke in einem, einmal die Karten für die Oper und dann, dass ich mitkomme und stundenlang Wagner gucke und höre.

Der Bass wummert ordentlich, aber sollten die Nachbarn hochkommen und sich beschweren, weil es zu laut ist, dann kann man ja sagen: “Das ist Wagner, ihr Kulturbanausen!”

Dann gibt es Arme Ritter mit karamellisierten Apfelscheiben, der Mann sitzt im Sessel und trinkt erst Tee aus der Edinburgh-Tasse und nachher den guten Laphroaig-Whisky aus dem Whisky-Glas, das wir in Schottland im Whisky-Museum bekommen haben.

Mir wird Wagner vorzitiert und mit großem Enthusiasmus bekomme ich die Handlung erklärt. Zwischendurch möchte der Mann ins Lager fahren, um seine Wagnerpartituren zu suchen, denn es stellt sich heraus, DASS ER SICH IM TEXT VERTAN HAT! Oh nein! Welch Schmach und Schande! Und die ganze Zeit grinse ich wohl so ausreichend, dass mir mangelnde Ernsthaftigkeit vorgehalten wird. Ich meine, wir hören hier immerhin Wagner. (Da wird nicht gegrinst.)

Später dann beim großen Komponisten-Ratespiel versage ich kläglich, rate Stravinsky und Fauré bei Schönberg, aber Bach erkenne ich immerhin. Und ansonsten gucken uns Tom Waits, Audrey Hepburn (nicht im Bild) und Burroughs zu. Der Burroughs hängt im Übrigen verkehrt rum, damit das Bild sich im Rahmen wieder zurechtrückt. Auf der anderen Seite spricht ja auch ohnehin nichts dagegen, Burroughs Kopfstand machen zu lassen, deswegen bleibt er jetzt auch so, obwohl sich das Bild wider Erwarten tatsächlich zurechtgerückt hat.

Und am Ende wissen wir: Ein Abend mit Wagner, Whisky, Kakao und Flauschteppich ist ein guter Abend. Sollte man öfter machen.

Grenzgebiet (kurz dahinter Münsterland)

Eigentlich wollten wir ja nur nach Bochum. Aber wo wir schon mal auf der A40 sind, fahren wir doch einfach weiter nach Dortmund, denn das ist größer und auch ein bisschen schöner, zumindest von dem, was wir kennen.

Es ist im Übrigen auch sehr voll, denn es ist Samstag und der BvB spielt und die ganze Stadt ist voll von Menschen, die einkaufen wollen oder gleich zum Fußball oder vielleicht auch beides, erst einkaufen und dann zum Fußball. Was weiß denn ich? Gelb ist auf jeden Fall die dominierende Farbe.

Was es in Dortmund sonst noch gibt, viele bunte Nashörner, einen großen, aber erstaunlich unübersichtlichen Saturn, wo wir doch noch drei Filme für den morgigen Filmsonntag* finden und viele große Gebäude. In Dortmund, so kommt es mir immer vor, sind die Häuser alle ein bisschen höher als im Rest des Ruhrgebiets und die Plätze ein bisschen größer.

Dortmund ist eben auch Grenzgebiet und ich bilde mir ein, dass man sieht, dass kurz dahinter das Münsterland kommt. Es ist irgendwie hübscher und ein bisschen beschaulicher und überhaupt. Wenn die ganzen Leute nicht wären. Denn was die Dortmunder besonders gut können, jedenfalls heute oder zumindest immer da, wo ich bin: Im Weg rumstehen. Alternativ könnte man auch einfach nicht am Samstag nachmittag in die Dortmunder Innenstadt fahren, sondern vielleicht doch lieber nach Bochum.

*Filmsonntag ist, wenn man den ganzen Tag auf dem Sofa liegt und Filme guckt. Soll in diesem Haushalt gelegentlich vorkommen.

Nashorn

Empfehlung

Cafe

Bäume

Kiesrechen

Bank

Zen

Blusen und Bücher

Müll

Spieldings

Kein Spielzeug

Tauben

Rechnen

Nashorn II

Currywurstpommes

Balkons

Dortmund

Dortmund II

Haus

Auf und zu

Frieden I

Frieden II

Lampen

Anne

Zum ersten Mal: Bei einer Weinblindverkostung Mitmachen

Ich hab’s getan. Ich bin nach Frankfurt gefahren, und habe deutsche Rieslinge blindverkostet. Blindverkosten heißt, dass die Etiketten der Weine mit Paketklebeband liebevoll abgeklebt werden und man sich bunte Sternchen an die Weingläser bastelt. Dann darf man ganz viel Wein trinken, wild rumassoziieren und Punkte auf Flipchartbögen kleben.

Es ist also – kurz gesagt – ganz toll und macht riesig Spaß. Sollte man öfter tun. Und weil es dort besser passt, steht der lange Artikel im Foodblog.

Am Bahndamm

Mittlerweile weiß ich, dass man tatsächlich vom Bahnhof bis zu meiner Wohnung am Bahndamm langlaufen kann und zumindest gefühlt ist das auch der kürzeste Weg.

Wie man sehen kann, ist es auch der schönste Weg, denn man läuft an atmosphärischen Laternen und hübschen Eisenbahngleisskulpturen vorbei, während die Böschung runter Kinder auf dem Spielplatz spielen. Doth und Kim haben sich furchtbar lieb und die Jugend von heute kann keine Herzen mehr malen, nur noch Kleiner-als-Zeichen und Dreien.

Dann noch kurz durch die kleine vollgrafittierte Fußgängerunterführung und dann ist man auch schon fast da.

Und wie ich schon sagte: Wenn man in Hanau zum Himmel guckt, sieht man Flugzeuge. Oder auch zwei. Oder drei. Oder mehr.

Laterne

Flugzeuge

Bahndamm I

Bahndamm II

Bahndamm III

Bahndamm IV

Bahndamm V

Bahndamm VI

Liebe

Betreten verboten

Wegweiser

Grafitti I

Graffiti II

Grafitti III

Vogel

Bahnhof

Uhr

Lieblingstweets Februar (Teil 2)

Irgendwie denke ich immer, dass ich ja gar nicht so viele Sterne vergeben hätte, und dann ist es doch eine ganz lange Liste (Teil 1 findet man hier). Weiter geht’s also…

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So ist das mit dem Lampenfieber

Klavier

Letzte Woche Donnerstag saß ich wieder am Flügel und habe gespielt und gesungen. Vor Leuten. Vor Leuten, die ich nicht kenne. Lieder, die ich geschrieben habe und Lieder, die andere Leute geschrieben haben.

Ich wollte eigentlich einen “Zum ersten Mal”-Artikel basteln, aber das wäre gleich mehrfach gelogen gewesen. Ich hätte ihn “Zum ersten Mal wieder auf der Bühne” nennen können, aber letzten Donnerstag war ich ja schon das zweite Mal wieder auf der Bühne. Und außerdem wäre das auch schon eine Spitzfindigkeit gewesen, denn ich war ja eben nur zum ersten Mal wieder auf der Bühne.

Zum ersten Mal auf der Bühne, und zwar nicht im Zusammenhang mit Schulaufführungen oder Musikschulvorspielen war ich mit 17. Vielleicht war ich auch schon 18, ich müsste noch mal den Flyer suchen, auf dem mein Name steht und dazu irgendwas wie “Singer-Songwriter aus Leverkusen” oder so. Ich hab den Zettel noch, sowas wirft man ja nicht weg. Ich war auf jeden Fall noch sehr jung.

Der allererste Auftritt lief so, dass ich irgendwo gesehen hatte, dass man im Domforum in Köln auftreten könnte, wenn man irgendwo anruft und sagt, dass man das möchte. Ich hab nicht angerufen, weil ich damals eine unglaubliche und völlig irrationale Anrufbeantworterphobie hatte. Ich hab eine Postkarte geschrieben. Das hat aber gereicht, so dass mich auf einmal jemand anrief und sowas sagte wie, hey, ja, du hast ja eine Postkarte geschrieben und willst du nicht dann und dann bei uns spielen? Und ich sagte ja.

Der erste Auftritt war toll. Alles war super, ich habe gesungen und Leute haben applaudiert und nachher haben wir Leute gesagt, dass das gut war und haben mich mit Menschen verglichen, deren CDs ich kannte und liebte und alles war toll. Meine Eltern waren nicht dabei, weil meine Eltern mich kennen und wussten, dass ich sowas erstmal alleine machen muss. Dafür hat meine Mutter einen Bekannten engagiert, damit doch irgendwer im Publikum ist, den ich kenne, falls doch irgendwas ist.

(Danach durften meine Eltern übrigens immer zugucken und zuhören und haben das auch gerne getan. Nur beim ersten Mal eben nicht.)

Aber alles war super. Und ich habe danach noch mal im Domforum gespielt und im Bonn im Café Tiferet (das es meines Wissens nicht mehr gibt) und im Bürgerforum Köln-Kalk. Ich besitze eine Kassette, eine Mini-Disc (für die ich kein Abspielgerät besitze) und eine CD von Auftritten und dem einen Mal, wo ich im Radio war.

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Und dann wurde es auf einmal mehr mit Arbeit und weniger mit Musik und vor allem Auftritten und überhaupt habe ich festgestellt, dass es sauschwierig ist, in Deutschland Orte zu finden, wo man auftreten kann, ohne dass man gleich die ganze Technik selbst anschleppen muss. Ich habe zwei Gitarren und ein Klavier. Die Gitarren kann ich mitnehmen, das Klavier leider nicht, bzw. eines davon könnte ich sogar, aber dafür fehlt mir dann das Auto.

An all den Orten, wo ich bisher gespielt habe, gab es wunderbare Menschen, die mir geholfen haben, die sich um die Technik gekümmert haben, Kabel ein- und umgesteckt haben und mir sogar gesagt haben, ob was gut oder schlecht klingt und was ich machen muss, damit es besser wird, denn ich habe für sowas kein Gefühl. Ich kann Songs schreiben und covern. Ich kann am Klavier sitzen oder eine Gitarre in die Hand nehmen und ich kann das zumindest so ausreichend gut, dass andere Leute das gerne hören.

Um so glücklicher war ich, als ich rausgefunden habe, dass in der Frankfurt Art Bar in Sachsenhauen jeden Donnerstag Open Mic Night ist und dass die da sogar ein Klavier haben. Beim ersten Mal war ich nur da, um die Lage zu sondieren und ich war begeistert. Jeder darf 15 Minuten spielen, selbstgeschriebenes, gecovertes, mit Gesang und Instrumental. Alles ist wunderbar heimelig, es gibt Apfelwein, Whisky und Portwein und zu Essen auch. Und vor allem eben tolle Musik von vielen tollen Menschen, die manchmal direkt von der Arbeit kommen, um hier ein paar Minuten lang auf der Bühne zu stehen.

ArtBar

Aber es geht ja ums Lampenfieber. Ich kann gut mit Lampenfieber. Eben wegen der Schulaufführungen und der Musikschulvorspiele und weil ich gute Erfahrungen gemacht habe. Aber auch, weil ich weiß, dass einem eigentlich nichts passieren kann. Dass man, wenn man sich verspielt, einfach wieder anfängt und hofft, dass es keiner merkt. Dass man, wenn man sich hoffnungslos verspielt hat, das dann einfach sagt und noch mal neu anfängt. Und dass die meisten Leute es schon bewunderswert genug finden, dass man sich überhaupt auf so eine Bühne traut.

Das Lustige ist aber, man hat trotzdem Lampenfieber. Völlig egal, wie oft man das schon gemacht hat. Völlig egal, wie oft ich ein Stück schon gespielt hab und weiß, das kann ich jetzt, da mach ich keine Fehler und wenn schon, ist auch nicht so schlimm. Das Lampenfieber ist immer da. Es macht, dass ich hibbelig bin und nervös. Es macht vor allem, dass ich denke, ich müsste auf Toilette, was sich dann meistens als irrige Annahme entpuppt. Es macht interessanterweise nicht, dass ich Angst habe oder es mir auf einmal anders überlegen möchte oder auf einmal meine Fähigkeiten in Frage stelle. Dafür hab ich das dann wahrscheinlich doch schon zu oft gemacht.

Ansage

So war das auch beim ersten Auftritt in der Frankfurt Art Bar. Ich bin als erste des Abends auf die Bühne geschlichen. Hab mich hingesetzt und ein paar Worte gesagt und dann hab ich gespielt. Ein Lied von mir, dann “Cross-Eyed Bear” von Damien Rice und dann noch eins von mir. Meine Hände haben gezittert und meine Stimme auch. Aber es war toll. Und es war gut. Und ich war den ganzen Abend noch high auf Adrenalin oder was das ist, was der Körper dann in Massen ausschüttet.

Beim zweiten Mal war’s schon besser, ich hab weniger gezittert und war auch ein bisschen weniger nervös, vielleicht auch deswegen, weil mich Leute wiedererkannt haben und ich mir gesagt habe, das ist bestimmt ein gutes Zeichen. Vielleicht auch, weil ich wieder ein bisschen mehr wusste, was ich da eigentlich mache. Weil es ein bisschen vertrauter war. Oder vielleicht auch nur, weil ich vorher mehr Apfelwein getrunken hatte.

Und es war wieder gut und beim nächsten Mal nehme ich vielleicht die Ukulele mit. Dann bin ich bestimmt wieder ein bisschen nervöser, denn mit Ukulele, das hab ich noch nie vor fremden Leuten gemacht. Das ist neu. Aber auf der anderen Seite, das Lampenfieber ist eh immer da, und es ist ein gutes Fieber. Es macht, dass ich vorher aufgeregt bin und nachher auch und vor allem macht es, dass ich mich freue wie blöd.

Licht

Es ist wunderbar, dass es solche Orte wie die Frankfurt Art Bar gibt, ich bin auch dankbar, dass es damals das Domforum gab, das mich zum ersten Mal auf die Bühne gelassen hat und all die Leute, die gesagt haben, ja klar, bei uns kannst du auch auftreten. Und wenn hier jemand noch gute Tipps hat, wo es ähnlich wunderbare Orte gibt, dann bitte alle her damit.

So ist das nämlich mit dem Lampenfieber. Es ist ganz furchtbar und schrecklich und gleichzeitig ganz wunderbar und es soll bitte auch nie weggehen. Denn wenn man nicht nervös ist, bevor man auf die Bühne geht, dann ist auch irgendwas nicht richtig.

Die Frankfurt Art Bar findet man im Ziegelhüttenweg 32 in Frankfurt-Sachsenhausen und jeden Donnerstag ist Open Mic Night und manchmal bin ich auch da.

Was noch so toll ist an Essen

Jede Stadt hat ja etwas Besonderes, was es sonst nirgendwo gibt. Also fast jede Stadt. In Köln zum Beispiel sind Hauptbahnhof, Hauptattraktion und Haupteinkaufsstraße direkt miteinander verbunden. Man stolpert quasi von einem über das andere in das nächste. Düsseldorf hat ein gelbes Licht an den Fußgängerampeln. Hanau beeindruckt mit waghalsiger Hässlichkeit. Und in Essen ist der IKEA mitten in der Stadt.

In! Der! Stadt!

Mittendrin quasi. Man kann sogar das Parkhaus benutzen, und wenn man irgendwas bei IKEA kauft, dann darf man drei Stunden umsonst parken. Irgendwas heißt im Übrigen wirklich irgendwas und ich erinnere daran, dass IKEA durchaus Dinge für 99 Cent zum käuflichen Erwerb anbietet.

Und letztens liefen wir ein bisschen am Limbecker Platz rum und da wir beide Kameras dabei hatten, entstanden dabei diese hübschen Bilder von der U-Bahn und dem Limbecker Platz, dem Colosseum-Theater und natürlich vom IKEA MITTEN IN DER STADT!

U-Bahn

Limbecker Platz

U-Bahn II

U-Bahn III

IKEA

Theater

Mann

Theater II

Kultur

Brücke

Brücke II

IKEA II