Jetzt auch im Radio!

Weil die liebe Nessy mich letzte Woche empfahl, hatte ich heute ein kleines Interview in der Reihe „Blogger privat“ bei Trackback von Radio Fritz. Nett war’s, obwohl ich gefühlt wieder nur Unfug erzählt habe. Das mach ich nämlich meistens, wenn ich aufgeregt bin. Dabei hatte ich mir vorher so tolle, intelligente Antworten überlegt, die ich alle spontan wieder vergessen habe, als es losging. Beim nächsten Mal dann vielleicht.

Anhören kann man das hier, so ab Minute 44:21. Oder direkt hier, geht auch…

[audio:http://download.fritz.de/trackback/trb_130216.mp3|titles=Anne bei Radio Fritz]

Ein Gedicht, ein Gedicht! (Lyrikpostkarte No. 1)

Anfang des Jahres hatte ich eine total super Idee und dachte, ich würde dieses Jahr mal ein paar Gedichte schreiben. Man betätigt sich ja generell viel zu selten lyrisch, da muss doch was zu machen sein. Um auch ausreichend Druck aufzubauen, hab ich mir dann noch was anderes überlegt. Ich nenne es Lyrikpostkarte, und weil die erste jetzt bei Kiki eingetroffen ist, kann ich auch hier auf dem Blog endlich das tolle Gedichte veröffentlichen, das ich irgendwann an einem Abend im Januar bei relativ viel Wein zu Papier brachte.

Dass es um Papageientaucher geht, hängt damit zusammen, dass auf der Postkarte vorne drauf auch Papageientaucher sind, nämlich auf einem Bild von Suzan Visser. Da ich es bisher aus Prokrastinationsgründen nicht geschafft habe, bei der Künstlerin anzufragen, ob ich das Bild veröffentlichen darf, gibt’s hier dann eben den Link zu dem Bild, das als Inspirationsquelle diente. Außerdem kann es sein, dass ich ein Wort erfunden habe, aber ich dachte mir, wenn schon Lyrik, dann bestimmt nicht ohne eigene Wortkreation.

Jetzt muss ich eigentlich nur noch das zweite Gedicht schreiben und mir einen netten Menschen aussuchen, der dann Lyrikpostkarte No. 2 bekommt. Soll ja so’n Ding werden.

Gedicht

Lyrikpostkarte No. 1

Im Papageientauchernest
da liegt ein Ei und auch der Rest
von einer Buntstiftkollektion
und außerdem, man ahnt es schon
ein Schlüssel und ein Glitzerding
was sich halt so im Schnabel fing.

An Wäscheklammern hängt ne Schnur
und daran eine Taschenuhr.
Doch was den einen Vogel stört,
ihn aufwühlt und auch arg empört
ist, dass der ganze schöne Kram
als Diebesbeute zu ihm kam.

Ganz unrechtmäßig liegt es da,
so vorwurfsvoll und illegal.
Und anklagend zerstört’s die Stille
und rüttelt an der Nestidylle
der schönen, braven, zartigen,
der Regenpfeiferartigen.

Lieblingstweets im Februar (Teil 1)

Ich hab sehr lange über eine total originelle Einleitung nachgedacht, aber mir ist nichts eingefallen. In diesem Sinne… bitte schön:

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Webgedöns: Die Ego-Edition

WAZ

Ich schulde hier noch eine Menge Links, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben. Was sich aber leider auch angesammelt hat: Fiese Infekte. Erst war’s eine Kehlkopfentzündung, dann doch eher ne Bronchitis. Damit hustete ich dann so viel und enthusiastisch, dass ich irgendwann sowas wie Muskelkater vom Husten hatte. Klingt lustig, tut aber vor allem weh, besonders beim Husten, aber auch beim Liegen und Atmen. Auch beim Sitzen. Oder Stehen. Beim Gehen auch. Eigentlich immer.

Heute noch mal den Arzt meines Vertrauens besucht, um sicherzugehen, dass sich das nicht noch irgendwie zu einer Lungenentzündung entwickelt. Pokémons haben ja auch meistens drei Stufen, da muss man aufpassen.

Zur Beruhigung: Es ist wohl weiterhin nur überaus lästiger Husten. Dafür hab ich jetzt auch Hustentropfen, die gigantisch lecker nach Back-Rumaroma riechen, und ebenso gigantisch beschissen schmecken.

Dafür weiß ich jetzt, was so tagsüber im deutschen Fernsehen kommt und was sich davon lohnt (grob geschätzt nämlich nichts) und dass die lustigsten Dinge passieren, wenn man hauptsächlich liegt. Liegen wird ja so allgemein eher unterschätzt, auch was die Produktivität angeht.

Wenn ich rumliege, dann tauche ich auf einmal im Blog von Christoph Koch auf und erzähle, was und wie ich so lese. Oder die Frau Nessy erzählt im Radio, dass sie meinen Blog gerne liest. Oder ich bin auf einmal in der Zeitung (tatsächlich sogar in der Printausgabe, liebe Essener, kaufen Sie doch wenigstens heute mal die WAZ). Oder noch was anderes, von dem ich aber noch nichts erzählen kann, weil ich noch gar nicht sicher weiß, ob wirklich und wenn ja, dann wie.

Also, ich bin ganz furchtbar produktiv, wenn ich rumliege. Und jetzt geh ich wieder husten.

Exotische Bräuche im Rheinland: Karneval

Kommen wir nun zu dem möglicherweise am häufigsten von Unwissenden verschrieenen Brauches im schönen Rheinland: Karneval.

Ja, es ist irgendwie schlimm. Aber auch: Ja, es ist irgendwie toll.

Eines gleich vorweg: Ich kenne Karneval nur aus der U18–Perspektive. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einer Karnevalskneipe gewesen zu sein, ich habe an Karneval nie exzessiv Alkohol getrunken und dann fremde Leute geknutscht, ich war kein einziges Mal an Weiberfastnacht mit Milliarden anderer Leute in der Kölner Altstadt. Ich war noch nicht mal auf dem Rosenmontagszug.

Aber als Kind, jahaha! Da wurde Karneval gefeiert. Karneval bedeutete nämlich genau zwei Sachen: Erstens durfte man sich verkleiden und zweitens gab es Süßigkeiten in Massen und für umme! Man musste sich sich nur ein bisschen die Lunge aus dem Hals brüllen und stundenlang im Kalten stehen, aber was macht man nicht alles so als Kind für Gratissüßkram.

Karneval in Köln ist eigentlich einfach erklärt. Man verkleidet sich und dann geht man auf einen Karnevalszug, steht am Straßenrand, ruft “Kamelle” und “Strüssje”, sammelt den Kram auf (oder fängt ihn gekonnt aus der Luft, wenn man nicht ich ist) und dann ist der Spaß je nach Zuglänge nach ein bis vier Stunden vorbei.

Was die Züge angeht, hat man da große Auswahl, jedes “Veedel”, also jeder Stadtteil, hat seinen eigenen, das ist Kölner Karnevalsstolz, da machste nix. Sogar in unserer kleinen Bruder-Klaus-Siedlung hatten wir unseren eigenen Zug. Der war aber wirklich sehr, sehr klein, aber auch faszinierend, wenn in der Garage des Nachbarn am Karnevalswagen gebastelt wurde und die Vorstellung, man könnte selber auf so einem Wagen stehen damit durchaus vorstellbarer wurde.

Auf der anderen Seite hatte ich schnell geblickt: Auf einem Wagen stehen ist zwar obercool, aber dann muss man die Süßigkeiten ja den anderen zuwerfen und hat selber gar nichts davon. Ist ja doof. Dann lieber Fußvolk sein und am Ende des Tages tütenweise Süßigkeiten auf dem Boden ausschütten, sortieren und begutachten.

Weil meine Eltern wohl vernünftig genug waren, die Menschenmassen beim Rosenmontagszug zu meiden, kenne ich dieses Phänomen auch nur aus dem Fernseher. A-ha-ber: Wir hatten dafür den Veedelszoch in Köln-Ehrenfeld. Und der war auch lang. Sehr lang. Sehr, sehr lang. Und dementsprechend ergiebig. Stundenlang konnte man da an der Venloer Straße stehen, “Kamelle!”, “Strüssje!” und “Kölle Alaaf!” brüllen und tütenweise Kram fangen und aufheben und dann am Abend mit glänzenden Augen vor Bergen Süßkram sitzen, von denen man mindestens die Hälfte unter normalen Umständen nie selbst gekauft hätte, aber im Karneval gelten andere Regeln.

Mal abgesehen davon, dass es da ja auch durchaus Objekte der Begierde gab, die in der Erfolgsstatistik mit deutlich mehr Punkten verbucht werden konnten als der übliche Bonbonkram. Schokoladentafeln zum Bespiel, oder, fast schon Königsdisziplin, Pralinenschachteln. Aber eben auch die “Strüssje”, also kleine Blumensträußchen, die zwar eher so ein bisschen Erwachsenenkram waren, dadurch aber eben noch attraktiver wurden, weil schwerer zu ergattern.

Was es auch standardmäßig gab: Schwämme. Das kann mir vielleicht auch noch mal irgendwer erklären, was das mit den Schwämmen sollte. Schwämme gab es nämlich immer, große quaderförmige Schwämme. Man weiß es nicht.

Außerdem Karnevalskapellen. Karnevalskapellen liefen zwischen den großen Wagen und hatten den nicht unwichtigen Nachteil, dass Menschen, die Querflöte oder Trommel spielen üblicherweise nicht gleichzeitig Kamelle werfen können. Gefühlt kommt so ein Karnevalszug übrigens immer genau dann zu einem temporären Stillstand, wenn gerade eine Karnevalskapelle vor einem steht. Wahrscheinlich stimmt das nicht, aber ich behaupte trotzdem, dass das so war. Ist ja auch egal.

Kostüme übrigens waren sehr oft selbstgemacht. An das Engelkostüm erinnere ich mich gar nicht mehr, aber die Meerjungfrau hat meine Mama in liebevoller Detailarbeit angefertigt, genauso wie den Schmetterling. Als Schmetterling ging ich übrigens mit meiner Cousine im Partnerlook, was man auf dem Beweisbild schlecht sehen kann, weil sie offensichtlich zum Tragen einer Jacke genötigt wurde. Total doof, da kann man ja gar nicht demonstrieren, dass man Flügel hat.

Das Clownkostüm scheint mir irgendwo käuflich erworben, im Nachhinein fand ich das auch eher doof. Ich bin kein Clownkostümtyp, aber man probiert ja alles mal aus. Als Prinzessin hatte ich total hübsche Löckchen, für die meine Mama die Haare am Vorabend zu ganz vielen kleinen Zöpfchen flocht. Sieht man auf dem Beweisbild leider auch nicht.

Wovon ich gerade keine Beweisbilder habe: Ich als Zauberin mit einer umfunktionierten Schultüte als Hut, ich mit meiner Cousine für den alternativen Geisterzug kostümiert mit einer sehr, sehr gruseligen Marionette um den Hals und ich als “N”.

Das mit dem “N” war aber schon zu Teenagerzeiten, da wurde man ein bisschen subtiler bei der Kostümgestaltung. Das “N” war eine Hommage an das berühmte Preisrätsel bei Schmidteinander und bestand aus zwei großen aus Pappe ausgeschnittenen “N”s, die ich mir an zwei Schnüren verbunden über die Schultern hängte. Total einfach. Natascha erklärte sich bereit, als “D” zu gehen, und so liefen wir an Weiberfastnacht als “Ende” (Kapiert? N-D. En-De. Ende! Ach, egal.) durch die Schule. Hat, wenn ich mich richtig erinnere, exakt einer verstanden. Aber gut, war eben auch total subtil.

Wie immer könnte man noch stundenlang weitererzählen, über die zu Karnevalszeiten erstaunlich beweglichen Omas, die einem beim Kamellefangen immer dazwischensprangen, über die fiesen Cowboypistolen, vor denen ich immer ein bisschen Angst hatte, über die Karnevalslieder, von denen ich dann doch erstaunlich viele problemlos mitsingen kann, über die Karnevalssitzungen in der Schule, über den Geisterzug, bei dem man nachts durch Köln zieht und bei dem es keine Süßigkeiten, aber dafür Sambatrommelgruppen gibt, und und und…

Karneval ist gar nicht so schlimm, jedenfalls nicht, so wie ich den kenne. Aber ich kenne ja auch keinen Kneipenkarneval mit Betrinken und Fremdeleuteknutschen. Ich kenn nur den mit Verkleiden und Süßigkeiten. Und der war immer sehr toll und aufregend.

Letztlich ist es so wie mit allen Traditionen, man kann das gar nicht erklären. Wer die “aufgesetzte” Lustigkeit anprangert, dem ist vielleicht nicht klar, dass sich die Karnevalsjecken ja tatsächlich irre auf diese paar Tage freuen und zwar schon seit Monaten. Die sind nicht aufgesetzt lustig, die finden das wirklich gut.

Man muss das nicht verstehen. Man muss es auch nicht gut finden. Aber es gehört eben irgendwie dazu. Und auch, wenn ich selber nicht da stehen möchte, weil mir das zu viele Menschen sind und es kalt ist und überhaupt, aber wenn ich jetzt so auf dem Sofa sitze, mir ein bisschen die Bronchien aus dem Körper huste und gleichzeitig WDR gucke, mit den Karnevalsfeiern aus Köln und Düsseldorf und Bonn, dann geht mein Kölsches Herzchen auf und ich freu mich mit. Weil’s eben doch dazugehört, zum Rheinland und eben auch ein bisschen zu mir. Da kann man nix machen.

Und bevor wir jetzt zur ultimativen Fotoshow kommen, noch mal zum Mitschreiben: Es heißt “Karneval” (was auch darf: „Fastelovend“) und es heißt “Alaaf!”. Alles andere ist Unfug.

Bei Extramittel gibt’s auch ein schönes Plädoyer für mehr Karnevalstoleranz.

Engel

1984 als Engel.

Meerjungfrau

1985 als Meerjungfrau (KEIN TÜMPEL!).

Prinzessin

1986 als Prinzessin. Die Krone ist von Woolworth.

Schmetterling

Vermutlich 1987 im Partnerlook als Schmetterling. MIT FLÜGELN!

Clown

Irgendwann als unscharfer und tendenziell unglücklicher Clown. Das war nix.

British Afternoon Tea

Seit über einem Jahr habe ich die fixe Idee von einem British Afternoon Tea. So richtig schön mit kleinen Häppchen und viel Tee und eloquentem Erzählen.

Nachdem ich dann auch schon zielsicher zwei Jahre hintereinander verpasst habe, die Gelegenheit zu einem Afternoon Tea auf Schloss Hugenpoet wahrzunehmen, musste eine Alternative her und die hieß ganz einfach: Selber machen!

Also, drei teefreudige Damen aktiviert, Aufgaben verteilt, Termin gefunden und fertig. Das war soweit ja einfach. Ich als alte Backvernarrte riss mir die Fertigung der Köstlichkeiten unter den Nagel und engagierte Doreen als Unterstützung, Sandra versuchte sich an dem Projekt “Clotted Cream selbst herstellen” (ich gehe davon aus, dass sie berichten wird) und Claudia stellte ihre Räumlichkeiten zur Verfügung.

Möhrenkuchen gab es, und drei verschiedenen Sorten Sandwiches (OHNE RAND!) und natürlich Scones, frisch gebacken und genau so aus dem Ofen geholt, dass sie bei der Ankunft in Claudias leerem Raum noch warm waren.

Es stellte sich dann raus, dass der ominöse leere Raum eigentlich nur zwei Drittel leer ist. In dem restlichen Drittel steht nämlich ein Tisch und der war herrlich gedeckt mit viel rosa und Blümchen und den allerhübschesten blauen Tassen von Claudias Oma. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Blümchen und rüschig und dann auch noch drei Sorten Tee, davon einer in einer silbernen Kanne. Toll!

Und wenn nicht gerade Teestunde ist, dann gibt’s in dem Zwei-Drittel-Leeren-Raum alle möglichen Workshops von Theatertraining über Improvisation bis zum Präsentationstraining. Wer sich dafür interessiert oder schon immer mal ein bisschen Improvisation ausprobieren wollte, der sollte das Program mal angucken.

Aber zurück zum Tee. Der war nämlich echt gut. Und zwar alle drei Sorten. Und dann saßen wir da drei Stunden lang bei Scones mit Clotted Cream (Zur Erinnerung: selbstgemacht! Total toll!) und Marmelade, mit Sandwiches mit Eiersalat, Gurke oder Roast Beef und mit Möhrenkuchen und alles war total gut.

Afternoon Tea kann ich nur empfehlen, gerade an so einem verregneten Sonntagabend. Es ist sowohl lecker als auch sehr nett und man ist dann trotzdem rechtzeitig wieder zu Hause um, sagen wir mal, den Tatort gucken zu können.

Und wenn man ganz viel Glück hat, dann kann man auch noch kurz eine hübsche schwarze Katze streicheln. Ich werde redundant, aber: Total gut.

Teekanne

Sandwichberg

Clotted Cream

Die schon mehrfach genannte selbstgemachte Clotted Cream

Scones

Noch warme Scones

Tee

Claudia klärt über das Teeangebot auf.

Mehr Tee

Tee

Handy

Cupcakes gab’s gar nicht.

Scone

Tee