Einmal um die ganze Welt

Weltreisen sind ja spätestens in seit Meike Winnemuth 2011 zwölf Monate in zwölf Städten verbrachte und erst darüber bloggte, um dann später ein sehr schönes Buch [Werbelink] darüber zu schreiben.

Seitdem wissen wir: Weltreisen sind machbar, man muss sich nur aufraffen.

Genau das hat meine Cousine jetzt gemacht und ist seit drei Monaten unterwegs. Einen Endtermin gibt es nicht, irgendwann geht die Lust oder das Geld aus oder das Heimweh wird zu groß, was davon zuerst eintritt, wird sich zeigen. Von Köln aus ging es zuerst nach Namibia zur Safari, dann nach Südafrika und von da aus zum aktuellen Aufenthalt nach Sri Lanka. Danach geht es weiter nach Thailand. Es ist alles so furchtbar aufregend!

Blog_Screenshot

Damit wir uns zu Hause keine Sorgen machen müssen, sondern nur neidisch Geschichten lesen und Bilder und Videos gucken können, versorgt sie uns auf ihrem Blog Travel Makes You Richer mit dem dazu geeigneten Material. So saß ich dann auch gestern frisch geschminkt und fertig für die Einladung zum Adventsbrunch noch kurz vor dem Rechner, guckte das Südafrika-Video (BERGSTEIGEN! SEILBAHN! LÖWENBABYS! KAPSTADT VON OBEN!) und fing dann bei der Szene mit der Fahrradtour durchs Township an zu weinen. Warum das so schön ist, findet man am besten selber raus, ich spoile ja hier nicht unnötig rum.

Jedenfalls finde ich, es sollten viel mehr Leute Monas Blog lesen – und das nicht nur, weil ich das natürlich familiär bedingt ganz furchtbar spannend finde. Endlich wieder live bei einer Weltreise dabei sein! Das Internet macht’s möglich.

Und weil, eben… genau, das Internet alles möglich macht kann man auch über Facebook, Instagram und Twitter voller Neid beispielsweise auf Eiskaffee am Strand von Sri Lanka starren, während bei uns jetzt endgültig die Winterjacken rausgeholt werden.

Hach.

Lieblingstweets im November (Teil 2)

HOLZ UND LANGEWEILE! KINDERRIEGEL UND PORRIDGE! BEN & JERRY’S UND LAPHROAIG! HUPEN UND BLINKEN! HYPERKNUDDELDINGENS! THERMOSOCKEN! UND JETZT ALLE SALAT ESSEN UND BLUSEN BÜGELN!

Astreine handgeschnitzte Backofenpommes à la Rachel Khoo

Pommes Nahaufnahme

Beim letzten Gästebesuch gab es ja Steak mit Pommes Frites, und zwar echt selbst gemachten, original handgeschnitzten Pommes Frites. Das Rezept kam von Rachel Khoo, in die ich ja ein bisschen dauerverliebt bin, und da es jetzt schon drei Mal wirklich gut funktioniert hat und darüber hinaus so einfach ist, dass man es eigentlich schon nach dem ersten Mal auswendig kann.

Und zwar geht das so:

Man braucht: Kartoffeln, Salz und Olivenöl.

Außerdem einen Ofen, den stellt man auf 220 °C und lässt ihn schön vorheizen.

Man nimmt Kartoffeln, so viele man eben braucht und schnippelt sie in Pommesgröße. Schale kann man dran lassen oder ab machen, wie man es lieber mag, wenn man sie dran lässt, sollte man die Kartoffeln aber zumindest waschen.

Handgeschnitzt

Dann packt man die handgeschnitzten Pommes in einen Topf, füllt den Topf mit Wasser, bis die Pommes bedeckt sind, stellt ihn auf den Herd und lässt das Wasser aufkochen. Wenn das Wasser kocht, einfach eine Minute abwarten und dann abgießen. Jetzt hat man die Kartoffeln blanchiert und somit etwas sehr fachmännisches getan.

Die Kartoffeln müssen jetzt trocken getupft werden, also am besten kurz auf ein Küchentuch geben, ordentlich abtupfen und dann auf ein Backblech mit Backpapier legen. Mit Olivenöl beträufeln und Salz bestreuen. In den Ofen damit, nach zehn Minuten einmal wenden, dann noch mal zehn Minuten und dann sind die Pommes Frites fertig. Das Wenden kann man sich sparen, weil man zum Beispiel gerade keine Lust hat, muss dann aber damit leben, dass die Pommes Frites auf einer Seite knuspriger sind als auf der anderen.

Aus dem Ofen damit, in eine Schüssel, bei Bedarf noch mal nachwürzen und dann schnabulieren.

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Gentest per Einkaufsverhalten

Ich war heute morgen einkaufen, erstens, weil es Frühstück geben sollte und zweitens, weil ich ja noch einen Käsekuchen machen wollte und den muss man ja rechtzeitig machen, damit er auskühlen kann. Und dann war ich später noch mal einkaufen, habe Sekt gekauft und noch was zu Essen und zum Knabbern. Jedenfalls wusste ich morgens schon, dass ich später noch mal wiederkommen würde, ich hätte natürlich im Prinzip alles schon morgens kaufen können, aber da wusste ich noch nicht so sicher, was ich später noch brauchen würde, also ging ich erst mal einkaufen und dachte, später kauf ich dann halt den Rest.

Eine der schönsten Geschichten über meinen Vater geht so:

Mein Vater und meine Mutter waren im Supermarkt einkaufen und meine Mutter fragte: „Brauchen wir sonst noch was?“

Woraufhin mein Vater antwortete: „Ist auch egal, ich wollte nachher eh noch mal einkaufen.“

Apfel. Stamm. Sie wissen schon.

Dinge, die mein Klavierlehrer sagt

„Wenn Sie an so ein Stück rangehen und Sie haben selber keinen musikalischen Grundstock, dann sind Sie wie ein Vampir, der das Stück nur aussaugt. Sie brauchen einen Grundstock, mit dem Sie etwas in das Stück hineinbringen können. Wir wollen weniger vampiristisch sein.“

„Es ist ja so: Wenn Sie mit anderen Musikern spielen, dann werden Sie als Pianistin automatisch als harmonisch kompetent angesehen.“

„Und was ist das jetzt für ein Ton? Das müssen Sie wissen als Informatiker.“
„Aber warum denn ausgerechnet als Informatiker?“
„Als Informatiker sind Sie doch informiert.“

Große Liebe.

Diese Woche im Fernsehen (15.11.2014 – 21.11.2014)

Samstag, 15.11.2014

Die Anfänge der Menschheit (20:15 bis 22:45 auf arte)
arte zeigt heute alle drei Teile dieser Reihe, die die Geschichte vom Affen zum homo sapiens erzählt. Vor 3,3 Millionen geht’s mit einem Fossil los und wo das geendet hat, wissen wir ja.

Dicte (21:45 bis 23:15 auf ZDF neo)
Wieder mal ein Skandinavienkrimi, die sind ja üblicherweise recht brauchbar. In der Reihe Dicte zeigt ZDF neo in den nächsten Wochen fünf Filme über eine dänische Journalistin, die in ihrer Heimatstadt Aarhus, an der für sie nicht nur gute Erinnerungen hängen, über Kriminalfälle berichtet.

Same Same But Different (22:00 bis 23:35 auf Bayern)
Ben verliebt sich in Kambodscha in das Barmädchen Sreykeo. Erst bleibt er bei ihr, dann geht das Geld aus und er geht zurück nach Deutschland. Bis er erfährt, dass Sreykeo AIDS hat. Die Verfilmung des autobiografischen Buchs „Wohin Du auch gehst“ wird wahrscheinlich schön traurig, aber vielleicht ja auch vor allem schön.

Anke hat Zeit (22:45 bis 0:15 im WDR)
In einer meiner derzeitigen Lieblingssendungen trifft Anke Engelke heute unter anderem die Sängerin Zaz, den Maler Norbert Bisky und die Schauspielerin Annette Frier. Und vermutlich noch viele andere Leute. Das ist gut, Leute, da gibt’s noch Sachen zu entdecken und Interviews, die deutlich mehr Spaß machen als woanders. Guckt das!

Sonntag, 16.11.2014

Melancholia (20:15 bis 22:25 auf arte)
Und schon ist die Lars-von-Trier-Reihe auf arte wieder zu Ende. Passenderweise geht es in diesem Film auch mit Welt zu Ende, was wohl nicht der einzige Grund ist, warum Kirsten Dunst als Braut an Depressionen leidet.

Václav Havel, ein freier Mensch (22:25 bis 23:40 auf arte)
Das anscheinend bisher erste und einzige Filmporträt über Václav Havel. Auch so ein Mensch, dessen Namen ich schon so oft gehört habe und über den ich praktisch nichts weiß, weil ich damals(TM) noch viel zu jung war. Könnte man ja mit dieser Dokumentation der tschechischen Regisseurin Andrea Sedlácková ändern.

Montag, 17.11.2014

Das Blumenwunder (0:05 bis 1:10 auf arte)
Weiter geht’s mit Stummfilmen. Hier hätten wir einen Experimentalstummfilm aus dem Jahr 1925 unter anderem mit „floralen Tanzszenen“. Ich weiß nicht, was das konkret bedeutet, aber es klingt ein bisschen nach „mehr Kunstkino geht nicht“.

Dienstag, 18.11.2014

Huhn mit Pflaumen (20:15 bis 21:45 auf arte)
Französische Tragikomödie von Marjane Satrapi mit Mathieu Amalric, womit wir schon zwei sehr gute Argumente für diesen Film beisammen hätten. Mathieu Amalric ist auf jeden Fall frustriert, die Frau, die er liebt, hat er nicht und die Frau, die er hat, liebt er nicht. Folgerichtig legt er sich ins Bett, um zu sterben.

Pinguine hautnah (20:15 bis 21:00 im WDR)
PINGUINE! Ich weiß überhaupt nicht, was ich dazu noch schreiben soll, es ist alles so offensichtlich: EINE PINGUINDOKU! (Merke: Wenn etwas über Pinguine kommt, dann guckt man das.)

Mittwoch, 19.11.2014

Das Ende der Geduld (20:15 bis 21:45 im Ersten)
Beruhend auf der Geschichte der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig spielt Martina Gedeck hier eine Jugendrichterin, die etwas rigoroser gegen Jugendkriminalität vorgehen will und sich damit nicht nur Freunde macht.

Niki de Saint Phalle (23:45 bis 1:20 auf arte)
Man ist ja ganz irritiert, wenn man durch die wenig schmucke Duisburger Innenstadt läuft und dann auf einmal vor einem Brunnen von Niki de Saint Phalle steht. Aber es muss ja auch nicht immer alles vorhersehbar sein. Wenn man mehr über Niki de Saint Phalle wissen will, könnte man heute auf arte diese Dokumentation sehen, die netterweise 1996 gedreht wurde, also zu Lebzeiten der Künstlerin, was ja zum Beispiel für Interviews gar nicht mal so unpraktisch ist.

Donnerstag, 20.11.2014

Somewhere – Verloren in Hollywood (23:05 bis 0:35 auf Eins Plus)
In diesem Drama von Sofia Coppola langweilt sich der Hollywood-Star Johnny Marco und vertreibt sich die Zeit mit Sex und Drogen, bis seine elfjährige Tocher ihn besuchen kommt. Immerhin prämiert mit dem Goldenen Löwen, was nichts heißen muss, aber ja doch was heißen könnte.

Generation Waldsterben (23:15 bis 0:45 im WDR)
Waldsterben kenne ich auch noch als Schreckgespenst meiner Kindheit. Saurer Regen, uiuiui, da hat man sich schlimmes vorgestellt, vor allem, wenn man viel zu jung war, um es überhaupt zu verstehen. Klingt aber alles sehr schlimm und dramatisch. In dieser Dokumentation geht es um eben die Generation, die in den Achtzigern schon etwas älter war und für die dieses Thema auf einmal sehr wichtig wurde.

Freitag, 21.11.2014

Busenwunder (21:45 bis 22:40 auf arte)
Bei arte geht es heute mal um Busen. Teils wissenschaftlich, teils kulturhistorisch, da ist bestimmt für jeden was dabei.

Die üblichen Verdächtigen (22:00 bis 23:40 auf ZDF neo)
Kam glaub ich letztens schon mal irgendwann, aber ich werde ja nicht müde, auf diesen Film hinzuweisen. Ersten für die, die ihn noch nicht gesehen haben und zweitens für Leute wie mich, die ihn immer wieder gerne gucken. Im Prinzip lohnt es sich also für alle.

Tropfen auf heiße Steine (22:15 bis 0:00 auf Servus TV)
Francois Ozon verfilmt ein Bühnenstück von Rainer Werner Fassbinder. Da kann man sich schon denken, dass da kein eitel Sonnenschein herrscht. Statt dessen geht es um junge Liebhaber und Geschlechtsumwandlungen und bestimmt noch andere Sachen. Und das alles im Siebziger-Jahre-Look inklusive Flokati-Teppich. HURRA!

Jackie Brown (23:05 bis 1:35 auf 3sat)
Jackie Brown war ja lange Zeit mein persönlicher Tarantino-Favorit, schon allein wegen dem tollen Zeitkolorit. Ansonsten ist alles wie gehabt, es geht um Gangster und Leute, die mit Gangstern zu tun haben und zwischendurch gibt’s coole Musik. Kann man gut gucken, ja schon.

Lieblingstweets im November (Teil 1)

TIEFKÜHLROSENKOHL! STECKDOSEN UND LICHTSCHALTER! VERNISSAGEN! UND GANZ VIEL KRASSES ZEUG!

Überraschung!

Vor ein paar Tagen, Montag oder so, steckte ich mir beim Gang zur Kantine einen Zehn-Euro-Schein in die hintere Hosentasche, nur für den Fall, dass ich vielleicht Geld auf die Kantinenkarte laden müsste. Dabei dachte ich noch, wenn ich jetzt das Geld nicht bräuchte, würde ich es wahrscheinlich vergessen, und dann würde ich mich total freuen, wenn ich demnächst zufällig in Tasche greifen würde und ein Zehn-Euro-Schein wäre darin. Normalerweise habe ich nämlich kein Geld in irgendwelchen Taschen, das ist immer im Portemonnaie.

Heute griff ich zufällig in die hintere Hosentasche und fand zu meiner großen Freude einen Zehn-Euro-Schein!

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.

Wohnungsupdate #umzug2014

Irgendwann werde ich wohl auch mal darüber schreiben müssen, wie wir zu unserer neuen Wohnung kamen, über den – wie ich es gerne nenne – schnellsten Wohnungskauf des Jahres 2014. Aber die Geschichte erzähle ich später.

Das Ergebnis ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt: Wir wohnen jetzt in einer neuen Wohnung, der Umzug war recht einfach, einmal kam ein Maler und hat alles gestrichen, dann kamen die Umzugsleute und haben alles mögliche eine Etage tiefer getragen und dann mussten wir uns um den Kleinkram kümmern. Am Samstag haben wir noch schnell ein Mitbringsel aus Frankreich in einen IKEA-Rahmen gepackt und aufgehängt und jetzt kriege ich regelmäßig Frankreichweh.

Biarritz

Die neue Wohnnung hat einige interessante Features und ich entdecke jede Woche neue. Am Sonntag zum Beispiel habe ich das Feature „Podcasts in der Badewanne hören“ entdeckt. Es funktioniert allerdings nur so gut, wie das iPhone nicht die Wiedergabe des Livestreams verweigert.

Vor allem aber haben wir am Samstag das Feature „Gäste bewirten“ ausprobiert und waren von dem Ergebnis recht angetan. Es gab Bruschetta mit Avocado & Jakobsmuschel sowie mit Tomate & Garnele, danach Rinderfiletsteaks mit handgeschnitzten Pommes Frites und zum Nachtisch ziemlich exzellenten Sticky Toffee Pudding. Dazu hatten wir diverse Weine und irgendwelche Obstbrände aus dem Elsass und schottischen Whisky.

Bruschetta

Schnitzarbeiten

Pommes Frites Alles super

Sticky Toffee Pudding

Erwartungsgemäß endete der Abend am Klavier. Weil wir aber auch unseren Bildungsauftrag immer sehr ernst nehmen, habe ich nicht nur erklärt, wie man mit einer typografischen Eselsbrücke rausfindet, ob der Mond gerade zu- oder abnimmt, wir waren auch mit der zeitweiligen Überlassung der Musikinstrumente nicht knauserig.

Tisch

Klarinette

Gast mit Wein

 

Rotwein

In diesem Sinne möchte ich mich noch mal bei unseren Nachbarn dafür entschuldigen, dass ich auf die Idee kam, die Klarinette auszupacken, woraufhin zwei der Gäste ein gewisser Ehrgeiz packte, auch den ein oder anderen Ton aus diesem Instrument herauszubekommen. Tatsächlich waren einige dieser Versuche sogar von Erfolg gekrönt. Aber, na ja, ich entschuldige mich trotzdem lieber mal. Aus Gründen.

Aufgegessen

Whisky

Jedenfalls haben wir jetzt auch das Rätsel gelöst, warum die Vorbesitzer der Wohnung dauernd Besuch hatten. Wenn ich eine Wohnung mit Wohnküche, Kamin, vier Balkonen und einem Wohnzimmer mit betanzbarem Stäbchenparkett hätte, dann hätte ich auch dauernd Besuch.

Und tatsächlich: So eine Wohnung haben wir ja jetzt. Toll.

Abwasch