Tagebuchbloggen, 13.06.2021

Hundewiese sieht aktuell so aus, dass man so lange auf der Hundewiese läuft, bis man Leute findet, die einen kompatiblen Hund haben, dann steht man da ein bis zwei Stunden rum, die Hunde machen zwischendrin Zeug und dann geht man wieder. Heute kamen wir bis zur ersten Bank, da waren nämlich der Schäferhund-Husky-Mix, den Kori sehr liebt und eine Schäferhündin, in die er sich auch sehr spontan und heftig verliebte. Nach anderthalb Stunden war der Hund so alle, dass er sich neben einem Busch in den Schatten legte und das – beliebte Hundehalterworte – hat er wirklich noch nie gemacht.

Suchbild mit Hund


Abends in einem sogenannten Eiscafé gewesen, völlig irres Konzept, man setzt sich draußen an einen Tisch, es kommt eine Person, man sagt ihr, was man essen oder trinken will und sie bringt es einem gegen Bezahlung. Abgefahrene Idee, hoffentlich setzt sich das durch, würde ich gerne in Zukunft öfter machen, geht vielleicht auch in Innenräumen, wer weiß?


Hübsches Haus in Gummersbach gesehen und Besichtigungstermin für Mittwochabend vereinbart. Preis eher am oberen Ende, dafür sieht es so aus, als müsste man innen quasi nichts machen, Makrolage auch am äußeren Ende, eben Gummersbach, aber ich habe mich jetzt näher mit Gummersbach beschäftigt, die Bahn nach Köln braucht zum Beispiel zwar über eine Stunde, aber dafür fährt sie auch jede halbe Stunde und zwar bis Mitternacht, damit kann man arbeiten, der Trick an Gummersbach scheint mir zu sein, entweder zentral zu suchen (Infrastruktur + Bahnhof) oder in Dieringhausen (Bahnhof + Nähe zur A4). Und bis zu meinen Eltern sind es laut Google Maps auch nur 8 Minuten weiter als von Lindlar aus, was ja ein bisschen meine Traumlage wäre, aus familiär-logistischen Gründen. Auf der anderen Seite ist Gummersbach größer und das Haus, um das es am Mittwoch geht, liegt so zentral, dass man wirklich Stadt auf der einen und Wald auf der anderen Seite hätte, das wiederum ist quasi traumhaft, was Mikrolage angeht. Es gibt keinen Pool, aber eine vollkommen irre Veranda und das Grundstück sieht aus, als könnte man sinnvoll einen Pool hinbauen. Es bleibt also kompliziert und spannend.


Zwei sehr unterschiedliche Bücher ausgelesen, nämlich „Schlafende Hunde“ von Anja Rützel [Amazon-Werbelink] über berühmte Leute und ihre Hunde oder vielleicht Hunde und ihre berühmten Halter, so richtig ist die Besitzhierarchie ja nie klar und „Zu viel und nie genug“ von Mary L. Trump [Amazon-Werbelink] über die Trump-Familie.

Ersteres empfehle ich uneingeschränkt, ich hatte es schon lange rumliegen und schämte mich ein wenig, es noch nicht gelesen zu haben, aber es war sicher gut, dass ich so lange gewartet hatte, weil man Hundebücher noch mal ganz anders liest, wenn man selber einen hat und sich noch mal ein bisschen mehr in den Geschichten über Michel Houellebecq und seinen Corgi oder Picasso und seinen Dackel wiederfinden kann. Überhaupt dachte ich ja, wenn ich selber einen Hund habe, interessieren mich vielleicht andere Hunde nicht mehr ganz so doll, es ist aber komplett anders herum, seit ich selber einen Hund habe, finde ich auch andere Hunde noch toller, weil ich sie auch ganz anders wahrnehme. Ich flippe zum Beispiel innerlich komplett aus, wenn ein Hund ähnliche Bewegungsabläufe hat wie unserer, Hunde laufen und spielen zum Beispiel sehr unterschiedlich. Aber zurück zum Buch, da schreibt Anja Rützel über zehn berühmte Personen (auch Marilyn Monroe und Queen Elizabeth II ist dabei) und ihre Hunde und die Beziehung zu ihren Hunden. Das ist erstens super interessant, man lernt etwas über die Leute aber auch noch viel mehr über Hunde im allgemeinen und außerdem, wie mein Mann immer sagte, wenn ich ihm eine Passage vorlas: „Die kann halt einfach schreiben.“

Das Trumpbuch fand ich auch überraschend gut, mein Mann hatte es sich letztes Jahr zum Geburtstag gewünscht und dann in zwei Tagen ausgelesen und es mir dann zum Lesen gegeben und jetzt lag es grob neun Monate auf dem Nachttisch, weil ich ja aber gerade aufräume, habe ich es einfach auch schnell in zwei Tagen gelesen, damit ich es vom Nachttisch wegräumen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Ich hatte mir viel Hass und innerlichen Ungemach vorgestellt, das passiert aber gar nicht, Mary Trump, die Nichte von Donald Trump schreibt recht unaufgeregt über die gesamte hoch dysfunktionale Trump-Familie und es geht gar nicht so oft um Donald Trump selber, sondern eben vor allem seinen problematischen Vater und die sehr schwierigen Beziehungen der Trump-Geschwister zu ihren Eltern und untereinander. Am Ende weiß man nie, ob alles genau so wahr, zwischendurch wird auch mal etwas rumpsychologisiert, was aber insofern okay ist, dass sie ja Psychologin ist und das Problem ist eben letztlich, dass man als Teil einer Familie zwar die besten Einblicke bekommt, aber eben auch immer selber mit drinsteckt, aus der Kiste kommt man nicht raus. Ich rechne dem Buch jedenfalls hoch an, dass ich beim Lesen nicht dauerwütend, sondern vor allem interessiert war, man kann das also ganz gut lesen.


So. Gleich ist Mitternacht, ich geh dann jetzt ins Bett, Drei ??? hören und das Montags-Kreuzworträtsel der New York Times machen.

Tagebuchbloggen, 24.05.2021

Am Samstag gab es eine Hausbesichtigung in Wiehl, hier wieder eine andere Situation, Grundstück top, Makrolage na ja und Haus leider auch na ja. Wobei das Haus tatsächlich Potential hat und man viel machen könnte, aber es werden wohl andere Leute sein, die dieses Potential ausschöpfen werden. Mikrolage gleichzeitig toll und doof, man hat nämlich eine Superaussicht, die hat man aber vor allem deswegen, weil man die letzten 900 Meter einen Berg rauffährt und ich weiß nicht, ob ich die nächsten 20 Jahre einen Berg rauffahren möchte, um nach Hause zu kommen, Aussicht hin oder her. Im Wesentlichen haben wir beide gesagt, dass, wenn wir schon den Suchradius ausreizen, dann muss das Haus auch etwas sein, was uns wirklich vom Hocker haut und das hat das jetzt nicht gemacht.

Auf dem Rückweg fuhren wir an einem Haus in Gummersbach und einem in Engelskirchen vorbei, weil wir da schon die Adressen hatten. Das in Gummersbach würde auch nach äußerer Beurteilung der Lage noch in Frage kommen, das in Engelskirchen eher nicht, hier gab es einen krassen Gegensatz von Präsentation im Internet und Gegebenheiten vor Ort, den wir uns auch nicht richtig erklären konnten.

Abends war dann ESC, das kann man aber jetzt nicht adäquat zusammenfassen. Ich mochte die Bandbreite des Wettbewerbs dieses Jahr sehr, mein heimlicher Favorit ist das norwegische Lied, das war zwar sehr simpel hat aber irgendwas in der Melodie, was mich sehr anspricht. Mit den Siegern war ich sehr einverstanden, ich bin aber meistens mit den Siegern sehr einverstanden, auch wenn es nicht zwingend die Songs sind, die ich am besten fand. Die Leute freuen sich immer so, das ist doch toll. Ein bisschen leid tat es mir für den maltesischen Beitrag, dem ich eine höhere Platzierung zugetraut und gewünscht hätte.

Am Montag wollte ich eigentlich vielleicht Steuerunterlagen zusammensammeln, es gab aber schon deshalb anders, weil am Sonntag das neue Buch des Online-Buchclubs verkündet wurde und das war Piranesi von Susannah Clarke und weil ich das eh lesen wollte, kaufte ich sofort das eBook, las noch schnell das aktuelle Buch zu Ende und fing dann an, Piranesi zu lesen und dann wollte ich sehr dringend wissen, wie es ausgeht und dann habe ich am Montag eben Piranesi gelesen und dann war auch schon Abend und die Steuerunterlagen sind immer noch in der Mappe, na ja.

Piranesi von Susannah Clarke [Amazon-Werbelink] also große Empfehlung von mir, das erste Buch seit langem, dem ich auf Goodreads fünf Sterne gegeben habe. Ich warne aber, weil ich das Buch auch für etwas schwierig halte und sehr gut verstehen könnte, wenn man nicht so viel damit anfangen kann. Ich fand’s halt super.

Tagebuchbloggen, 23.04.2021

Erwerbsarbeit, Hundewiese, Abendessen, mehr ist nicht passiert.

Das gibt mir Zeit, die ausgelesene Lektüre abzuarbeiten, aber nur kurz, ich muss dann weiter Hörbuch hören.

Ausgelesen habe ich „The House in the Cerulean Sea“ von TJ Klune [Amazon-Werbelink], das ich für den Online-Buchclub gelesen habe. Es geht um einen Beamten in einer Fantasywelt, in der Kinder mit magischen oder anderweitig seltsamen Fähigkeiten registriert und in Orphanages (ich hab das Buch auf Englisch gelesen, vermutlich sind es im Deutschen Waisenhäusern) leben und Linus, der Beamte, arbeitet in so einer Art Jugendamt für diese magisch begabten Kindern und guckt in den Waisenhäusern vorbei, ob auch alles mit rechten Dingen zugeht. Und weil er so ein braver pedantischer Arbeiter ist, wird er zu einem Sondergeheimeinsatz geschickt. Das besondere an dem Buch ist, dass es in hohem Maße antiklimaktisch ist, immer wenn man denkt, oh oh, jetzt passiert gleich was Schlimmes, passiert nur etwas Mittelbedenkliches. Das klingt jetzt erstmal nicht so doll, ich fand es aber herrlich entspannend, eine Geschichte zu lesen, in dem den armen Protagonisten nicht bei jedem Schritt Steine in den Weg gelegt werden und Dinge einfach auch mal ohne Drama passieren. Kann ich nur empfehlen, sehr gerne gelesen.

Ausgehört habe ich „Space Opera“ von Catherynne M. Valente [Amazon-Werbelink], da geht es um eine Art Eurovision Song Contest, nur halt mit Aliens und der Verlierer des Musikwettbewerbs muss leider damit leben, dass wegen ihm sein Heimatplanet weggesprengt wird. Die Idee ist ganz witzig, das Buch stand auf zahlreichen Short Lists von SF/F-Preisen, und ich schätze Valente sehr, aber ich konnte mich nicht ganz dafür erwärmen. Zu vieles war mir zu gewollt abgefahren witzig, schrappte immer ein bisschen zu nah an Douglas Adams vorbei, was dann wiederum auch ein bisschen ein Kompliment ist, aber ach. Ich würde nicht davon abraten, es ist unterhaltsam und außerdem angenehm kurz, aber ich kann es auch nicht von ganzem Herzen empfehlen. Das deutsche Hörbuch liest Simon Jäger, der das ganz toll macht, übrigens.

Jetzt lese ich „Riot Baby“ von Tochi Onyebuchi [Amazon-Werbelink] und als Hörbuch habe ich heute „A Deadly Education“ von Naomi Novik [Amazon-Werbelink] angefangen.

Jetzt noch schnell den Hund streicheln und ins Bett. Ich hab das Freitagskreuzworträtsel der NYT noch nicht mal angefangen, ich hab also noch was vor.

Tagebuchbloggen, 30.7.2020

Es ist einigermaßen irre, dass schon Ende Juli ist. Seit Mitte März war ich exakt einmal im Büro. Aktuell dürfen 30 Prozent der Mitarbeiter vor Ort in Köln sein, mich treibt aber tatsächlich relativ wenig dahin, ich säße dann auch nur alleine im Büro, eben weil ja nur 30 Prozent zurück dürfen und es gibt quasi nichts, was ich im Büro könnte, was ich zu Hause am Wohnzimmertisch nicht auch kann.

Gestern eskalierte ich dann abends ein bisschen beim Shoppen, das hatte aber Gründe, nämlich genauer gesagt eine anstehende Geburt und einen anstehenden Geburtstag. Für das Patenkind kaufte ich das unfassbar tolle „Alle Welt“ von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski [Amazon-Werbelink], ein Landkartenbuch mit ganz vielen Bildern zu den jeweiligen Ländern, berühmte Personen, Sehenswürdigkeiten, landestypisches Essen und heimische Tiere. Zu Hause bestellte ich es gleich noch mal, entweder für uns oder für den Großcousinengeburtstag, mal sehen, es scheint mir ein exzellentes Geschenk für eigentlich fast jedes Alter zu sein.

Dann nahm ich noch spontan ein Südafrika-Kochbuch (nämlich dieses hier) mit und eben ein Sachbuch über Hunde, weil ja bald ein Hund hier einzieht. Offiziell sind wir Pflegestelle, es glaubt aber anscheinend mittlerweile exakt niemand mehr, dass wir den Hund wieder abgeben, obwohl er ja noch gar nicht hier ist und wir – weil es ja nur als Pflegestelle gedacht war – exakt 30 Sekunden mit dem Aussuchen des Hundes verbracht haben. Vielmehr erklärte ich der Frau von der Tierschutzorganisation grob, wie unsere Rahmenbedingungen sind, damit sie einen passenden Hund aussuchen konnte und dann sah der erste Vorschlag schon gut aus und wir sagten, ja, okay, das passt. Genau genommen schickte sie drei oder vier Vorschläge, ich zeigte meinem Mann den ersten und als ich dann die anderen durchscrollte, fragte er nur, was jetzt mit dem ersten sei, der sähe doch gut aus.

Es zieht also demnächst für kurz oder lang ein Hund bei uns ein und wir haben keine Ahnung, worauf wir uns da eingelassen haben. Wobei, wir haben natürlich schon eine Ahnung, weil uns auch bei der Vorkontrolle sehr ausführlich erzählt wurde, worauf wir uns einlassen. In der Theorie wissen wir also super Bescheid, sogar über unterschiedliche Konsistenzen von Kot wurde referiert und wir haben uns alles gemerkt und sogar Notizen gemacht. Wie das aber in der Praxis aussieht, das scheint uns alles noch sehr unvorstellbar.

Um schon mal reinzukommen, üben wir einfach, in dem wir mit einem unsichtbaren Hund reden, der den gleichen Namen und in etwa die gleiche Größe hat wie der Pflegehund. Man muss sich das so vorstellen, dass in diesem Haushalt jetzt gelegentlich Sätze fallen wie „Hundi, geh da weg!“ oder „Hundi, nein! Das ist mein Essen, du kriegst gleich auch was.“ oder „Hundi, komm her!“ begleitet mit einem auffordernden Klopfen auf das Sofakissen (selbstverständlich darf der Hund aufs Sofa, wir sind doch keine Unmenschen, mal abgesehen davon, dass einer der wesentlichen Vorteile eines Hundes ist, dass er als flauschiges Wärmekissen einen großen Beitrag zum Liegekomfort beitragen kann).

Das sind soweit die Neuigkeiten aus dieser Ecke der Pandemie. Stay tuned und noch 9 Tage bis Hundi.

Tagebuchbloggen, 18.9.2019

Abends ging es noch spontan ins Irish Pub, ich kam von der Arbeit direkt dahin, mein Mann und ein Kollege von einer Fahrradtour. Irish Pub ist natürlich super, weil es Cider gibt, beim Essen muss ich wohl noch ein bisschen suchen, bis ich etwas finde, das mich richtig überzeugt.

Für den Nachhauseweg suchte ich einen E-Roller, mit dem ich dann so knapp 2/3 des Weges zurücklegte und dann für das letzte 1/3 mit meinem Mann tauschte, also ich Fahrrad, er E-Roller. Wir sind jetzt beide vom Konzept E-Roller überzeugt, es muss nur noch etwas günstiger werden.

Jetzt Bett und weiter in Sing Down the Stars lesen. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, gerade erst mit dem Buch angefangen zu haben, aber anscheinend habe ich schon 28 Prozent gelesen, interessant.

Tagebuchbloggen, 13.9.2019

Ein insgesamt sehr ausgefüllter und langer Tag auf der Arbeit. Nach hinten raus verlängerte er sich etwas, weil ich nicht zeitig genug für den früheren Zug vom Hauptbahnhof rauskam und dann der nächste Zug zwanzig Minuten Verspätung hatte. Das ergab sich aber ganz gut, weil ich in der Zeit noch wichtige Dinge klären konnte, die sonst bis Montag hätten warten müssen. In der Kantine gab es angeblich Fidéua (wir erinnern uns, es ist aus unerfindlichen Gründen Dänemark-und-Spanien-Woche), das war aber nur eine lose Beschreibung des Gerichts. Vielleicht kommt mir aber auch mein doch recht großes kulinarisches Wissen in die Quere, ich habe noch nie Fidéua gegessen, wusste aber eben, dass das mit Fadennudeln und nicht mit Orzo gemacht wird. Es war ansonsten eigentlich recht lecker, allerdings auch etwas teuer, vor allem, weil sehr an Fisch und Garnelen gespart wurde.

Morgens hatte ich noch Planetfall [Amazon-Werbelink] ausgelesen, zum Schluss hin leider etwas abrupte Storywendungen (nicht unglaubwürdig, aber eben sehr plötzlich) und das Ende fand ich unbefriedigend, ich würde das Buch aber trotzdem empfehlen und hadere momentan damit, ob ich die Reihe weiterlesen soll, obwohl ich doch noch so viele andere Bücher auf dem Kindle habe, die ich eigentlich erstmal lesen wollte, vom Papierbücherstapel mal abgesehen. Jetzt habe ich erstmal Sing Down the Stars von L.J. Hatton [Amazon-Werbelink] angefangen, es war einfach das nächste Buch auf dem Kindle.

Auf dem Heimweg habe ich dann weiter Spanisch mit Duolingo gelernt und bin überraschend an den Formulierungen für Wettergespräche gescheitert. Dann traf ich meinen Mann im Essener Einkaufszentrum, wo er noch Schokolade kaufen wollte. Das hatte er bereits erledigt als ich ankam und es war dann auch schon Viertel vor Ladenschluss, so dass wir dann einfach zusammen zum Supermarkt fuhren, um noch ein bisschen einzukaufen. Der morgige Tag ist ein bisschen mit Aktivität zugeplant, es hat sich ergeben, dass wir insgesamt drei Verabredungen haben, die sich teilweise überschneiden, teilweise auch nicht und ich bei mindestens einer nicht die Ausmaße der Veranstaltung abschätzen kann, vielleicht ist alles um 16 Uhr vorbei, vielleicht auch nicht. Dementsprechend ist die allgemeine Tagesplanung unklar.

Zu Hause kochte ich aus Resten eine Art Spaghettipfanne, die Reste waren Spaghetti, roher Schinken, Eier, Tomatensauce und Parmesan. Na gut, die Eier waren keine Reste, es schien mir eine sinnvolle Ergänzung. Man zupft den Schinken in Stücke, brät ihn in der Pfanne etwas an, packt dann die Spaghetti drauf, rührt die Eier dazu, damit alles ein wenig anstockt, dann Tomatensauce drauf, gerne mit etwas Sriracha-Unterstützung und reibt Parmesan drüber. Wenn der Parmesan geschmolzen ist, ist fertig, so zumindest meine Theorie, in der Praxis dauerte mir das zu lange, also war der Parmesan so halb geschmolzen. Für Resteessen vollkommen okay, aber keine kulinarische Erleuchtung.

Im Fernsehen kam „Ninja Warrior“, was mein Mann dringend gucken wollte, dabei guckte ich ein bisschen, machte Zeug auf dem Handy, noch ein paar kleine Sachen für die Arbeit, las ein bisschen und schlief dann auf dem Sofa ein.

Tagebuchbloggen 3.3.2019

Das Ausmisten ist derzeit ein bisschen in den Hintergrund getreten, was vor allem daran liegt, dass die wichtigsten Stationen in der Wohnung abgearbeitet sind. Man kann sich jetzt immer mal wieder Kleinkram vornehmen oder müsste an die großen Baustellen.

Dafür versuche ich andere Routinen zu etablieren, die mir das Leben erleichtern oder schöner machen oder beides. Zum Beispiel fange ich jetzt immer am Freitagabend an, zu waschen und bin dann im besten Fall am Samstag, im schlechtesten Fall am Sonntag mit allem durch. Das bedeutet auch, dass ich im allerbesten Fall auch schon Sonntag den Wäschenständer wieder wegstellen kann, der steht nämlich aus Platzgründen im Schlafzimmer und ist dort zwar kein logistischer, für mich aber ein visueller Störfaktor. Das mit der Wäsche klappt jetzt immerhin schon zwei Wochenenden hintereinander und ich konnte heute Morgen die letzten vier Hemden zusammenfalten und den Ständer in die Ecke stellen.

***

Als nächstes werde ich mal das Projekt Abendessen und Kantinenvermeidung angehen. Kantinenvermeidung nennt sich in fancy Sprache „Meal Prep“ und ich möchte das nicht deswegen machen, weil die Kantine hier schlecht wäre, sondern weil man meistens zwischen gesund und lecker wählen kann, relativ selten beides gleichzeitig, es sei denn, man nimmt die Salatbar, dann ist es aber vor allem auch teuer. Dass man selten gesund und lecker zusammen bekommt, liegt auch gar nicht unbedingt an der Kantine, sondern an mir, ich bin nämlich zum Beispiel bei Gemüse immer noch sehr wählerisch und finde Blumenkohl zwar mittlerweile als Beilage grundsätzlich okay, einen ganzen Blumenkohl als Hauptgericht hingegen eher nicht. Es ist also kompliziert.

Also jedenfalls würde ich lieber öfter Essen mitnehmen, schon allein, weil ich ja auch gerne esse, was ich koche, ich muss es nur besser planen.

Frau Novemberregen ist gerade auch dabei unter dem Projekttitel „Kochen ohne Denken“ die eigene Abendessenroutine zu optimieren und hat dazu unter anderem mal alles notiert, was sie einfach so ohne Rezept kochen kann und kam dabei auf eine höhere zweistellige Zahl. Das möchte ich auch mal machen, ich glaube, das meine Zahl kleiner ist, ich koche zwar viel, brauche für vieles aber immer noch das Rezept. Allerdings weiß ich dann, wo das Rezept und habe es meistens schnell rausgesucht und ich weiß auch grob, was ich dafür im Haus haben muss, nur die genauen Mengen bzw. Arbeitsschritte sind nicht präsent.

Jenseits von konkreten Gerichten gibt es ja aber auch „Resteessen“ und das kann auch je nach Vorratsschrankinhalt und gewünschtem Ergebnis unterschiedlich aussehen. Ich habe hier mal die bei uns typischen Variationen zu Inspirationszwecken aufgeführt:

 

Italienisch

Man braucht zwingend: Irgendwelche Nudeln

Verbrauchen kann man: Eier, Speck, Parmesan, Tomaten, Tomatensauce, Sahne, diverse Käsesorten, Pesto, Zwiebeln, diverses Gemüse, Hackfleisch, Schinken, Krabben

Im Wesentlichen kocht man Nudeln und bastelt sich entweder auf Basis auf Tomatensauce eine Sauce zusammen, greift auf Pesto zurück oder versucht sich an einer der Zahlreichen Carbonara-Varationen. Wenn alle Stricke reißen, tut es auch ein bisschen Butter, Salz und frisch gemahlener Pfeffer, dann ist es aber schon kein Resteessen mehr, es sei denn, es handelt sich um einen Butterrest.

 

Asiatisch

Man braucht zwingend: Nix eigentlich, Reis hilft

Verbrauchen kann man: Diverses Gemüse, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Kokosmilch, Currypasten, Eiernudeln, Eier

Asiatisches Resteessen funktioniert so, dass man Gemüse und was man sonst auch immer hat, klein schneidet und entweder mit etwas Sojasauce anbrät oder in Currypaste und Kokosmilch gar kocht. Es kann helfen, wenn man Reis als Beilage oder asiatische Nudeln hat, letztere kann man auch noch mal schön anbraten. Das ausschlaggebende hier sind die Gewürze, ich habe aus Gründen, die mir selber nicht ganz klar sind, immer irgendwelche Thai-Currypasten im Kühlschrank, aktuell sogar zwei Mal grün, warum auch immer. Außerdem kaufe ich gelegentlich Dosen mit Kokosmilch, genau für solche Zwecke. Hilfreich sind außerdem Ingwer und Chilischoten, man muss aber gar nichts zwingend da haben, solange es ein Ausweichprodukt gibt.

 

Mexikanisch

Man braucht zwingend: Tortillafladen, irgendeine Art Käse

Verbrauche kann man: Diverse Fleisch- und Wurstsorten, diverses Gemüse, Schmand, Crème Fraîche, Sour Cream, Frischkäse, Koriander, Salsa

Mexikanisches Resteessen ist bei uns Quesadilla, man nimmt also zwei Tortillafladen, belegt einen mit allerhand Zeug, was halt gerade so da ist, streut Käse drüber, legt den anderen drauf, streut noch ein bisschen Käse drüber (Profitipp, das ergibt eine leckere Käsekruste) und schiebt das ganze kurz im Ofen unter den Grill, bis der Käse geschmolzen ist. Das geht vergleichsweise schnell, man muss also aufpassen. Die Zutaten sollten entsprechend auch entweder roh genießbar oder bereits vorgegart sein, es gibt keinen eigentlichen Garprozess mehr bei diesem Gericht. Meines Wissens werden Quesadillas auch eigentlich in der Pfanne gemacht, da fallen sie mir aber regelmäßig auseinander, im Backofen geht es auch gut.

 

Sobald man seinen Restverwertungsmanöver kennt, weiß man auch, was man so sicherheitshalber im Haus haben sollte, um handlungsfähig zu sein. Wir haben also meistens Nudeln, Reis, Dosentomaten, Kokosmilch und seit der Entdeckung der Quesadilla auch Tortillafladen im Haus. Wobei man letztere streng genommen auch noch selber machen könnte, sofern Mehl zur Verfügung steht.

Gestern hab es jedenfalls eine Art Massaman Curry, also gelbes Thaicurry mit Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln und Garnelen. Weil ich wirklich alle Kartoffel und Garnelen verarbeiten wollte, war es dann auch so viel, dass ich heute eine Portion ins Büro mitnehmen konnte, die Aktion war also in doppelter Hinsicht erfolgreich.

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Aktuell lese ich The Gray House von Mariam Petrosjan [Amazon-Werbelink], einer armenischen Autorin. Interessanterweise gibt es eine englische Übersetzung, aber noch keine deutsche. Das Buch lag schon länger auf meinem Kindle rum, ich hatte längst vergessen, warum ich es damals gekauft hatte und es fordert mich sehr angenehm. Im Guardian las ich die Beschreibung „Rowling meets Rushdie meets Tartt“, ich habe zwar nur einen (ziemlich mäßigen) Rushdie und überhaupt keine Tartt gelesen, kann mir aber ungefähr vorstellen, was damit gemeint ist.

Es geht um ein Internat für behinderte Kinder und Jugendliche, in dem die Kinder ihre eigenen Regeln machen, es gibt Gruppen, Anführer und seltsame Riten, die Welt außerhalb des Hauses wird ausgeblendet und so verselbstständigt sich ein eigener kleiner Kosmos innerhalb des Hauses. Man tut sich nicht leicht mit dem Buch, zumal man es auch mit mehreren Zeitebenen zu tun hat und die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verschwimmen. Nach 300 Seiten weiß ich auch noch gar nicht so richtig, wie ich das Buch finde, es ist definitiv nicht locker-fluffig, sondern eher sperrig, aber es ist auf der anderen Seite auch nicht schwer zu lesen, sondern eher zugänglich. Anders gesagt, ich komme eher langsam voran, aber ich komme auch gleichzeitig sehr gut voran. Eine Empfehlung spreche ich vielleicht noch nicht aus, aber wer sich generell angesprochen fühlt, ich rate zumindest nicht davon ab.

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Die Osterglocken blühen und es wird jetzt abends schon spürbar später dunkler. Das stimmt mich insgesamt gnädig.


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Tagebuchbloggen 16./17.2.2019

Am Samstag war spontaner Niederlandeausflug aus Aufmunterungsgründen und wegen nachgeholtem Valentinstagsessen. Donnerstag hatten wir nämlich keine Lust und dann war überraschend am Samstag alles ausgebucht und wir wichen aufs Nachbarland aus. In Malden konnte man uns abends noch unterbringen, also fuhren wir erst ins benachbarte Nijmegen.

Wir waren 2010 das letzte Mal in Nijmegen, das weiß ich, weil wir da unser zweites Auto gerade neu hatten und das als Anlass zu einem Ausflug nahmen. Ich konnte mich aber an ungefähr nichts erinnern außer an den großen Kreisverkehr. Zum Beispiel wusste ich auch nicht, dass Nijmegen ungefähr 180.000 Einwohner hat und damit immerhin die zehntgrößte Stadt in den Niederlanden ist, dementsprechend eine gut ausgestattete Innenstadt und viele kleine Läden und Cafés.

Wir aßen Pintxos im Fingerz und marschierten dann einmal durch die Fußgängerzone, dann runter zur Waal und an der Waal entlang wieder zurück zum Auto. Dann noch einmal obligatorischer Einkauf bei Albert Heijn (Saté-Gewürzmischung, Asiacracker, Tonic Water, Kit-Kats mit Salzkaramell und Erdnussbutter, Kopfschmerztabletten) und dann schön drei Stunden im Restaurant gegessen.

Das war ein sehr erfolgreicher Ausflug, gerne wieder.

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Am Sonntag waren wir dann sehr müde, ich bin sogar zwei Mal auf dem Sofa eingeschlafen.

Zwischen den Nickerchen guckten wir „The Ballad of Buster Scruggs“ auf Netflix. Ich wusste nicht, dass das ein Episodenfilm war und nach dem ersten Schreck mochte ich das aber alles sehr gerne, vor allem die Episode mit Tom Waits ist sehr schön, überhaupt denkt man eigentlich die ganze Zeit nur „Tolle Landschaft“, ich bin offensichtlich in einem Alter, wo das zur Grundbefriedigung schon reicht. Ansonsten hat der Film eine eher unbefriedigende Frauenquote, besteht aber lustigerweise trotzdem den Bechdel-Test.

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Gelesen: What the Dormouse Said  von John Markoff [Amazon-Werbelink], ein Sachbuch über die Entwicklung des Computers an der amerikanischen Westküste in den fünfziger bis siebziger Jahren. Das Buch ist grundsätzlich nicht schlecht, löst aber die Prämisse meines Erachtens nicht ein. Angeblich soll in der Geschichte die Verbindung zwischen der kalifornischen counter culture und der frühen Computerszene hergestellt werden, mir fehlte hier aber Kausalität, statt dessen nahm ich nur Korrelation und Parallelität wahr.

Außerdem ist das Buch ganz furchtbar männerlastig und zwar auf eine Art, die dem Autor oder spätestens dem Lektor hätte auffallen müssen. Es kommen gefühlt ungefähr 200 namentlich genannte Männer* vor, die alle irgendwas machen, irgendwen unter ihre Fittiche nehmen, irgendwie über irgendwen anders auf irgendwas aufmerksam werden und dann vielleicht zehn namentlich genannte Frauen*, von denen sieben Ehefrauen, Mütter oder Töchter sind. Ich will auch nix darüber hören, dass die IT-Branche halt männlich dominiert ist, erstens ist das so nicht richtig (und zwar lustigerweise erst recht nicht in den fünfziger bis siebziger Jahren) und zweitens behaupte ich steif und fest, dass es in dieser Zeit an diesem Ort bestimmt trotzdem auch Frauen gab und es in dem Buch ja eigentlich auch um den Einfluss der counter culture geht.

Das hat mich beim Lesen jedenfalls massiv genervt, es gibt aber ein paar hübsche Anekdoten aus der Computergeschichte und die Erkenntnis, dass vieles, was ich in der Entstehungsgeschichte viel später einsortiert hatte, schon in den sechziger Jahren entwickelt wurde – wenn auch eben oft nicht bis zur vollständigen Produktreife.

Dazu kann man dann gleich diesen Artikel in der New York Times lesen, man ist danach zwar noch ein bisschen wütender, aber auch schlauer: The Secret History of Women in Coding


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*Die Zahlen beruhen auf reinem Bauchgefühl.

Bücher 2018 – Plätze 5 bis 1

5. City of Blades und City of Miracles von Robert Jackson Bennett

Ich habe ja schon City of Stairs geliebt und auch die nächsten beiden Teile der Trilogie liefern in höchstem Maße komplexe und ungewöhnliche Fantasy. Im zweiten Teil folgt der Leser der kriegsversehrten Veteranin Turyin Mulaghesh in die Stadt Voortyashtan, wo sie widerwillig und nur unter Androhung der Kürzung ihrer Rentenbezüge eine letzte Mission erfüllen soll. In City of Miracles ist der Protagonist Sigurd je Harkvaldsson, der nach dem Anschlag auf die Premierministerin auf einem Rachefeldzug die Verantwortlichen finden und bestrafen will und dabei feststellen muss, dass die alten Götter eventuell doch gar nicht alle tot sind.

Wie schon der erste Band entwirft Robert Jackson Bennett eine vielschichtige, hoch politische Welt voll mit kantigen, unperfekten Charaktern. Das macht es nicht immer einfach, der Geschichte zu folgen, diese Reihe ist definitiv keine leichte Liegestuhllektüre, aber es macht es umso mehr wert, sich darauf einzulassen.

City of Blades und City of Miracles von Robert Jackson Bennett [Amazon-Werbelinks]

 

4. Die Känguru-Apokryphen von Marc-Dieter Marc-Uwe Kling

KÄNGURU IS BACK! Im vierten Teil der Känguru-Reihe hat Marc-Uwe Kling noch mal die besten bisher unveröffentlichten Geschichten gesammelt und in eventuell nicht chronologische, aber zumindest witzige Reihenfolge gebracht. Wie immer steckt hier alles voller Anspielungen von Philosophie bis Popkultur. Im Gegensatz zu den Vorgängerbüchern fehlte mir tatsächlich ein bisschen eine Rahmenhandlung, dafür sind die einzelnen Geschichten aber wie gewohnt brilliant, witzig, kreativ, geistreich, flexibel und kreativ.

Wie immer sollte man dieses Buch unbedingt als Hörbuch hören. Und zwar immer und immer und immer wieder.

Die Känguru-Apokryphen von Marc-Uwe Kling [Amazon-Werbelink]

 

3. Der Tag, an dem Hope verschwand von Claire North

Der Tag, an dem Hope verschwand habe ich als Hörbuch gehört. Das Genre lässt sich kaum feststellen, Drama, Thriller, Fantasy, Science Fiction? Niemand erinnert sich an Hope, sobald sie aus dem Blickfeld verschwindet. Dieses merkwürdige Phänomen ermöglicht ihr zwar ein Leben als Diebin, macht sie aber auch zum einsamsten Menschen der Welt. Dann stirbt Reina, der einzige Mensche, mit dem sie eine Art Freundschaft verbindet. Hope glaubt nicht an Selbstmord und macht sich auf die Suche nach Antworten. Man muss sich erst ein bisschen an die Prämisse des Buchs und den damit verbundenen Schwierigkeiten, die Hopes Leben bestimmen, gewöhnen, dann ist das aber eine wirklich exquisite, vielschichtige und ungewöhnliche Geschichte und hat außerdem mein Interesse an Claire North geweckt, von der ich vorher aus vollkommen unerklärlichen Gründen noch nie etwas gehört hatte.

Der Tag, an dem Hope verschwand von Claire North [Amazon-Werbelink]

 

2. The Brief History of the Dead von Kevin Brockmeier

Ein sehr überraschendes Buch, was aber auch daran lag, dass ich komplett vergessen hatte, aus welchen Gründen ich mir die Leseprobe heruntergeladen hatte und dementsprechend komplett ohne Erwartung an das Buch heranging.

Die Geschichte ist zweiteilig, auf der einen Seite die Stadt der Toten, eine Art Übergangsansiedlung der toten Menschen, ich weiß gar nicht, ob man dazu noch viel mehr sagen kann, weil ich nicht sagen kann, ob das Prinzip, nach dem diese Stadt funktioniert sehr schnell erklärt wird oder ob ich es nur sehr schnell intuitiv verstanden habe. Auf der anderen Seite Laura Byrd, die alleine in der Antarktis ist, nachdem ihre zwei Kollegen nach einem Ausfall der Kommunikation auf der Suche nach Hilfe zu einer anderen Forschungsstation aufgebrochen und nie zurückgekehrt sind. Das alles sehr schön ruhig erzählt, eigentlich passiert gar nicht viel und trotzdem habe ich die Geschichte aufgesogen. Tolles Buch, große Empfehlung.

The Brief History of the Dead von Kevin Brockmeier [Amazon-Werbelink]

 

1. Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman

An diesem Buch scheinen sich die Geister zu scheiden. Ich hörte viel Gutes darüber, im Nachgang aber auch einige kritische Stimmen. Allerdings gehöre ich zu der Fraktion, die dieses Buch, in dem eine soziale Außenseiterin sich mehr oder weniger unfreiwillig ins Leben der anderen kämpft, von vorne bis hinten sehr geliebt und innerlich abgefeiert haben. Die Stimme der Erzählerin des deutschen Hörbuchs ist wunderbar (vielleicht auch ein Grund mehr, warum ich so begeistert war), so dass Eleanors teilweise absurden Weltvorstellungen schnell gar nicht mehr so absurd wirken. Auch die restlichen Charaktere sind in ihrer Unperfektheit liebenswert und nahbar. Eine Geschichte, die mich sehr glücklich gemacht hat.

Ich, Eleanor Oliphant von Gail Honeyman [Amazon-Werbelink]

 

Die Plätze 10 bis 6 gibt es hier.

Tagebuchbloggen, 10.2.2019

Seit letzter Woche steht in meinem Büro ein Kinderwagen. Der Kinderwagen ist nicht für mich, er ist für Angela, er steht nur bei mir, weil ich meine Eltern als Kinderwagen-Mulis zwischen Berlin und Köln eingesetzt habe und nun wartet er eben hier auf Abholung.

Warum ich das eigentlich schreibe. Nichts verwirrt Kollegen so sehr wie ein Kinderwagen im Büro. Wenn Sie mal wieder mit sämtlichen Kollegen auf dem Flur ein paar Worte wechseln möchten, stellen Sie sich einen Kinderwagen ins Büro, ich schwöre, Sie kommen ins Gespräch.

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Seit letzter Woche kommt wieder „Kitchen Impossible“ auf VOX, die Kochsendung, die mein Mann und ich aus ganzem Herzen lieben. Die gestrige Folge war besonders schön, erstens, weil Max Stiegl so ein angenehmer Wettbewerbskoch war und zweitens, weil es fast nur Essen gab, dass ich sofort essen wollte. Allerdings war mein Mann etwas irritiert, als ich in New York City „MATZENKNÖDEL“ rief, als Stiegl in New York City eine Hühnersuppe mit Einlage aus der schwarzen Box holte. Eventuell lese ich zu viele Kochbücher, wobei das natürlich gar nicht geht, zu viele Kochbücher lesen. Ich habe auch schon weiter recherchiert, in Köln gibt es einen koscheren Supermarkt, man kann jetzt ahnen, was ich demnächst aufsuchen werde.

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Die Fähre für den ersten langen Campingurlaub ist gebucht, leider nur noch Innenraumkabine mit Hochbett, aber egal. Wir fahren jetzt also wirklich nach Litauen und gucken uns an, wo meine Oma ihre Kindheit und Jugend verbrachte und auf dem Nachhauseweg von der Schule nach eigenen Wort „das Haff glitzern sah“.

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Mein Büro hat Aussicht auf einen Hinterhof mit zwei Vogelbeeren und zwei Hortensienbeeten. Das bedeutet auch, dass man quasi das ganze Jahr Vögel beobachten kann. In diesem Winter ist eine Wacholderdrossel neu, die jeden Tag vorbeikommt, um Beeren zu naschen. Heute ist ein neuer Vogel hinzugekommen, eher Finkgröße, graues Gefieder mit einem hellroten Schwanz. Eine erste Internetrecherche legt die Vermutung nahe, es könne sich um Hausrotschwanz handeln, ich bin aber noch nicht sicher und werde das weiter beobachten. Fotos sind gerade schwierig, der Baum ist noch etwas weit weg, der Vogel sehr klein und es steht außerdem ein Kinderwagen im Weg.

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Mit viel Begeisterung gelesen: The Psychology of Time Travel von Kate Mascarenhas [Amazon-Werbelink], der Geschichte einer Pioniergruppe von Frauen, die 1967 eine Zeitmaschine entwickeln und einem Mord im Jahr 2017. Sehr schön durchdacht, in gewissem Sinne ein Whodunnit mit Zeitreise.

Außerdem Der Proceß von Franz Kafka [Amazon-Werbelink] und The Mystery of Edwin Drood von Charles Dickens [Amazon-Werbelink]. Beiden Büchern ist gemein, dass sie unvollendet blieben und posthum veröffentlich wurden. Bei Kafka merkt man es nicht ganz so, denn es gibt immerhin einen Schluss und außerdem ist es ja fast egal, ob man jetzt noch die sechste oder siebte Schleife bürokratischer Albtraumszenen mitmacht. Bei Dickens bleiben tatsächlich viele Fragen offen, weil es kein Ende gibt und die ganze Geschichte auf eine Auflösung hinauslief. Hat trotzdem Spaß gemacht, Top-Schriftstelle, gerne wieder, A+++.