Tagebuchbloggen, 16.1.2022

Ganz hinten an der Grundstücksgrenze vom neuen Haus ist ein Erdwall. Es gibt keinen Zaun oder irgendwas, nur diesen Wall und dahinter eine Straße. Jetzt war die große Frage nun, warum da dieser Wall ist und ob man ihn wegbaggern könnte, um noch etwas mehr Garten zu haben.

Letzte Woche war der Landschaftsgärtner da, der sehr zu seinem eigenen Bedauern bisher nur „mit der Nagelschere“ an den Garten durfte und jetzt sehr froh ist, dass wir einmal Tabula Rasa machen wollen und am Ende bleibt vermutlich ein Flieder stehen und zwei bis drei Rhododendren und der Rest kommt weg und dann wissen wir auch, wie groß der Garten ist, das weiß nämlich bisher niemand. Also, in Zahlen wissen wir das schon, aber nicht in Wirkung.

Jedenfalls hat der Landschaftsgärtner angerufen und der Erdwall gehört gar nicht zum Grundstück, sondern Straßen.NRW und das ist einerseits natürlich schade, andererseits wieder eine Entscheidung weniger, die wir treffen müssen, was einem nicht gehört, kann man nämlich nicht wegbaggern und aktuell kommt mir jede Entscheidung, die ich nicht treffen muss, gerade recht, es war also eine willkommene Nachricht.

Tagebuchbloggen, 17.11.2021

Auf Twitter gab es Beschwerden, es wäre hier noch nicht genug über das neue Haus geschrieben worden. Das ist einerseits richtig, hat andererseits aber auch Gründe. Zum einen haben wir das Haus ja noch nicht, es gehört uns auch erst so halb, der Vertrag ist unterschrieben, es wurde schon sehr viel Geld an unterschiedliche Stellen überwiesen, aber das Haus selber ist noch nicht bezahlt, das passiert erst Ende Dezember. Über ein Haus, das einem noch nicht so wirklich gehört, schreibt es sich viel schwerer.

Zum anderen habe ich ein bisschen Sorge, dass es hier, sobald es um Renovierung geht, sehr viele Kommentare von Leuten gibt, die schon mal ein Haus gebaut, eine Wohnung Renoviert, ihrem Schwager beim Renovieren geholfen haben oder dergleichen und die dann alle sehr dringend alles weitergeben wollen, was sie gelernt haben und was wir auf jeden oder keinen Fall machen sollen. Nicht, dass ich gute Ratschläge nicht schätzen würde, aber nach meiner aktuellen Erfahrung in der nicht-virtuellen Welt, wird es so sein, dass sich a) ein Teil der Ratschläge widersprechen werden, b) die Umsetzung aller Ratschläge unser Budget sprengen würde und c) wir ja auch selber Meinungen und Präferenzen haben, die nicht zwingend mit den Meinungen und Präferenzen andere Menschen übereinstimmen, teilweise stimmen sei noch nicht mal mit der anderen Partei des Haushalts überein.

Ich verspreche jetzt also, dass ich in naher Zukunft natürlich sehr wohl vom Haus berichten werde, nämlich dann, wenn es auch wirklich was zu berichten gibt. Und weil ja hier vielleicht doch der ein oder andere in den Startlöchern sitzt, erlaube ich jetzt jedem EXAKT EINEN guten Ratschlag zu hinterlassen, am besten genau den, den er oder sie am relevantesten hält, wenn man ein Haus renovieren möchte. Es darf auch was mit Garten sein, aber es darf nichts sein, was man vor der Vertragsunterzeichnung hätte machen müssen, das ist nämlich schon erledigt, hilft also hier keinem.

Wenn es konkreter wird, gibt es ja eventuell noch Diskussionsbedarf bei Fliesenauswahl oder Landschaftsgärtnerei, aber – wie ein alter Chef immer sagte – let’s cross that bridge when we get there.

Tagebuchbloggen, 08.10.2021

Also jedenfalls haben wir ein Haus gekauft. Es ist in Overath, infrastrukturell nicht ganz so super angebunden, wie ich es gerne gehabt hätte, aber auch nicht so schlecht, wie wir es bei anderen Häusern schon vorfanden, es ist an vielen Stellen ein Kompromiss, aber ein sehr guter Kompromiss. Es gab einen entscheidenden Moment, als sich die Finanzierung zu verzögern drohte und ich nicht „Puh, kommen wir noch aus der Sache raus“ dachte, sondern „Mist, Mist, Kacke, Mist!“ und das war zwar in der konkreten Situation doof, aber für mein Wohlbefinden sehr gut, weil ich da auf einmal wusste, dass ich das schon wollte und dann hat ja auch alles geklappt und gestern saßen wir dann beim Notar und kauften ein Haus für – let’s face it – den Hund.

Eigentumsübergang ist Ende des Jahres, vorher müssen wir noch mal klären, was alles im Haus bleiben darf und was nicht und dann werde ich sehr viel leiden, weil ich Umziehen und alle damit verbundenen Aktivitäten furchtbar finde und ja auch in Essen viele gute Menschen und Dinge sind, die dann weiter weg sind und das ist auch schade. Meine Gesangslehrerin wies mich zwar darauf hin, dass wir ja nicht umziehen müssten, aber das Gefühl wird ja nicht weggehen, ich werde immer gleichzeitig bleiben und woanders hin wollen und jetzt haben wir etwas gefunden, das sehr gut passt und können den Suchprozess nicht mehr sinnvoll künstlich verlängern.

Danach waren wir noch ganz in der Nähe eingeladen, mussten aber überraschend viel Zeit totschlagen, weil der Notar wirklich sehr schnell vorlas, wir fuhren also erst zu einem Supermarkt, um noch ein paar Dinge zu kaufen, dann fuhren wir nach Overath und liefen ein paar Mal hin und her, dann war immer noch zu viel Zeit übrig, also fuhren wir zu dem Haus, das demnächst unseres sein wird, einfach um zu gucken, wie lange man so fährt, dann drehten wir um und fuhren zu unserer Verabredung und dann waren wir immer noch deutlich zu früh, also lief ich mit dem Hund noch ein bisschen übers Feld und dann war es immer noch zu früh und wir klingelten trotzdem, weil uns die Ideen ausgingen und dann war es sehr nett und alle Beteiligten freuten sich, dass der Anfahrtsweg demnächst eine Stunde weniger betragen würde und dann war Mitternacht und wir fuhren nach Hause.

Der Hund wurde übrigens massiv mit Käse bestochen, falls Sie also mal einen Freund gewinnen wollen, Käse ist das Zauberwort.


Heute schmiss ich zwei Paar Schuhe weg und war sehr traurig darüber. Das erste Paar war ein paar Wanderschuhe, die ich 2006 kaufte und zwar von der Marke Ricosta. Es war nämlich so gewesen, dass ich Wanderschuhe brauchte und wirklich komplett alles in der Erwachsenenabteilung furchtbar hässlich fand und auf keinen Fall Geld dafür bezahlen wollte. Dann fiel mir ein, dass ich mit Schuhgröße 39/40 ja durchaus in einem Bereich bin, den heutzutage auch schon Kinder und Jugendliche haben und guckte in der Kinderabteilung und fand sehr gute Schuhe. Jetzt waren sie aber durch, die Sohle ist nicht mehr zu retten, oben rum sehen sie auch nicht mehr so frisch aus und es war Zeit, sie gehen zu lassen. Ich habe mir zwar in Frankreich darin blaue Zehennägel gelaufen, aber auch das war ja eine super Story und die Schuhe konnten gar nichts dafür.

Das andere war ein Paar Sandalen, das meine Mutter mir vor ein paar Jahren in einem sehr schönen Schuhladen in Köln kaufte, weil ich eben Sandalen brauchte und wir gerade da waren. Die Sohlen sind jetzt hinten auch durch, die Einlage ist an vielen Stellen schon durch und das Gummiband hinten ist schon arg ausgeleiert, so dass ich dauernd damit umkippe und das ist auch weder elegant noch angenehm.

Sandalen

Es tat mir bei beiden Paaren sehr leid, aber ich sah auch keine Möglichkeit der Rettung mehr und angesichts eines anstehenden Umzugs werde ich sicher keine Schuhe mit kaputten Sohlen in irgendwelche Kisten packen, auch wenn sich sehr geliebt habe. Ich packte deshalb meine innere Marie Kondo wieder aus, bedankte mich super artig bei den Schuhen für die gute Zusammenarbeit und jetzt sind sie weg.