Tagebuchbloggen, 01.05.2022

Am Wochenende tat mir der rechte Arm sehr weh, ich konnte mich aber nicht erinnern, irgendetwas besonderes getan zu haben, das Rechter-Arm-Schmerzen hervorrufen könnte.

Gestern Abend ging ich dann noch mal in den Vorgarten, um ein paar Blumen in Töpfe zu pflanzen und weiter ein bisschen Sträucher wegzuschneiden. Bevor hier wieder jemand hyperventiliert, der Vorgarten steht voll mit Sträuchern und Bäumen. Ich will die alle nicht haben, man kann die Fläche nicht nutzen, obwohl es eine schöne Fläche wäre, wenn sie halt nicht voll mit Sträuchern und Bäumen stünde.

Zwischenzeitlich stellte ich den Plan auch ein bisschen in Frage, weil wir ja von Nordlage sprechen und ich unsicher war, ob man einen Vorgarten mit Nordlage überhaupt nutzen würde. Jetzt habe ich aber auch festgestellt, dass da morgens und abends total schönes Licht ist, man kriegt nur nicht so viel davon mit WEIL JA ALLES VOLL IST MIT STRÄUCHERN UND BÄUMEN. Jedenfalls möchte ich gerne einen schönen Vorgarten, in dem man auch rumlaufen kann.

Da wir keine Bäume fällen können, leisten wir Vorarbeit im Kleinen, ich habe gestern zum Beispiel vielleicht eine Akazie Azalee gefunden oder etwas, das aussieht wie eine Akazie Azalee. Dafür musste ich aber sehr viel von einem anderen Busch wegschneiden.

Hauptsächlich ziehe ich aber Efeu weg. Es ist sehr viel Efeu im Vorgarten, man kann wahllos an irgendeinem Efeutrieb ziehen und hat dann drei bis vier Meter Efeu in der Hand. Das ist einerseits sehr befriedigend, das Verhältnis rausgezogener Efeuhaufen und freigezogene Bodenfläche missfällt mir aber, da scheine ich noch einiges zu tun zu haben.

Jedenfalls zog ich am Efeu und mein Arm tat wieder so weh. Und dann fiel mir ein, dass ich ja auch zwei Tage vorher sehr viel Efeu rausgezogen hatte und dann wusste ich auch, woher die Rechter-Arm-Schmerzen kamen.

Im richtigen Garten hinterm Haus kann man jetzt übrigens endlich Gras mit bloßem Auge sehen, zwar nur in vereinzelten zaghaften Büscheln, aber immerhin. Das stimmt mich insgesamt hoffnungsvoll.

(Eventuell mach ich später noch Bilder, mal gucken.)

Tagebuchbloggen, Ostersonntag 2022

Wir sind jetzt also Menschen, die am Ostersonntag eine Stunde durch den Wald laufen oder vielmehr, wir sind jetzt Menschen, die am Ostersonntag eine Stunde durch den Wald laufen können, weil der Wald direkt um die Ecke ist und sonst niemand unterwegs ist außer drei anderen Leuten und einem Hund.

Jetzt muss man sagen, dass man nach einem Monat Landleben sicher noch nicht besonders viel darüber sagen kann, ob das jetzt eine gute Entscheidung war oder nicht. Wir haben erst zwei Wochen rumgerödelt und dann hatten wir zwei Wochen Corona und zwischendurch war das Wetter sehr schlecht. Außerdem müssen wir das Haus erst kennenlernen und alte und neue Routinen etablieren und Dinge unternehmen und generell einfach Alltag haben, aber jedenfalls, worauf ich hinaus wollte, bislang haben wir nix bereut. Die Möglichkeit, einfach so direkt um die Ecke in einem wirklich sehr schönen Wald spazieren zu gehen, die Aussicht abends aus dem Schlafzimmer, die bis auf die andere Seite der A4/Agger/Bahntrasse geht (glaub ich jedenfalls, muss das mal verfizieren), wo dann in den einzelnen Dörfern die Lichter leuchten. Der Flieder, der in unserem Garten jetzt anfängt zu blühen, die Magnolien im Nachbargarten, die Kirschen und anderen Bäume in den anderen Gärten, das ist schon alles sehr hübsch und entspannend und eventuell doch das, was wir gerade brauchen. Wenn jetzt noch der Garten langsam fertig wird, dann können wir richtig loslegen.

Und jetzt kommen noch Bilder vom Osterspaziergang. Frohe Ostern noch auf den letzten Metern.

Osterspaziergang

Tagebuchbloggen, 11.04.2022

So, ich war jetzt zwei Wochen in Urlaub, während dem ich umgezogen bin, was eben dann technically kein Urlaub ist, sondern Zeit, in der man nicht zur Arbeit gehen muss, erholungstechnisch ist es mehr oder weniger ein Nullsummenspiel.

In der letzten Urlaubswoche bekam mein Mann dann Corona, dann war ich drei Tage arbeiten und dann war ich anderthalb Wochen mit Corona krank. Es geht mir insgesamt gut, seit ein paar Tagen huste ich etwas mehr als ich gerne hätte, eventuell muss das noch mal vom Arzt geklärt werden, aktuell kommt es mir aber wie normales Erkältungshusten vor und seit heute bin ich dann wieder arbeiten, hurra!

Ich kann dieses Corona nicht empfehlen, sehe aber auch irgendwie nicht, wie man sich ernsthaft davor schützen soll. Das ist kein Plädoyer dafür, die Masken wegzulassen oder anderweitig unvernünftig zu sein, aber sagen wir, wir haben auch alles so gemacht, wie man es machen soll, wir wissen, nicht, wo mein Mann sich angesteckt hat, vermutlich doch irgendwo im öffentlichen Raum und so wahnsinnig unternehmungswütig waren wir in der Zeit eh nicht. Und so, wie die Zahl der Corona-Infektionen bei ähnlich normal vorsichtigen Leuten derzeit in meinem Social-Media-Umfeld in die Höhe schießen, scheinen wir da nicht die einzigen zu sein. Wenn aber Impfung und Vorsichtsmaßnahmen dazu führt, dass man weniger krank ist und dass nicht alle gleichzeitig krank werden, dann ist das doch auch schon mal eine gute Sache.

Jedenfalls sind wir jetzt beide wieder negativ und ausreichend gesundet und so langsam kann das Sozialleben losgehen. Am Osterwochenende kommt zwei Mal Besuch und in der Woche danach kommen die ersten Übernachtungsgäste.

Der Hund hat schon mindestens eine Freundin im Nachbarhaus und an der Freundschaft zu der anderen Hündin zwei Häuser weiter haben wir gestern hart gearbeitet. Nachdem sich die beiden sehr intensiv angekeift haben, sind wir auf der Wiese am Waldrand sehr lange erst mit Leine mit beiden Hunden entlang gelaufen, mal hintereinander, mal kreuz, mal in die andere Richtung, bis beide Hunde entspannt waren und dann haben wir sie von der Leine gelassen und es war eigentlich sofort Ruhe und auf der halben Runde im Wald wurde dann das erste Mal gespielt. Das Spielverhalten ist in sofern interessant, als dass ein MacGuffin eine Rolle spielt. Die Hündin schnappt sich nämlich einen Stock, in der Erwartung, dass der andere Hund sich für den Stock interessiert und ihn ihr abjagen will. Der Stock selber hat – laut Halterin – für sie überhaupt keine Bedeutung, sie interessiert sich nicht für Stöcke, der Stock ist nur das Mittel zum Zweck, um das Interesse des anderen Hundes zu wecken. Nun ist es so, dass Kori sich auch null für Stöcke interessiert, aber sehr gerne läuft. Am liebsten wird er gejagt, im Zweifelsfall spielt er aber auch den Jäger, das sieht er nicht so eng, Hauptsache es wird hintereinander her gerannt. Es lief jetzt also ein Hund, der sich nicht für Stöcke interessiert mit einem Stock im Maul vor einem Hund weg, der sich ebenso nicht für Stöcke interessiert. Man hätte den Stock also auch weglassen können, aber erklären sie das mal einem Hund. Das ist bestimmt auch eine Analogie für irgendwas in der Gesellschaft, aber ich habe gerade nicht die Muße, mir da mehr Gedanken drüber zu machen.

Ich wollte noch irgendwas anderes schreiben, aber das habe ich jetzt vergessen. Aber jetzt bin ich ja fast gesund und so langsam fängt hier auch so was wie ein normales Leben wieder an, ich werde also hoffentlich wieder regelmäßiger berichten.

Mir ist es wieder eingefallen, heute ist Hochzeitstag, happy 17 Jahre verheiratet to us!

Tagebuchbloggen, 24.03.2022

Wenn ich aus dem Arbeitszimmerfenster gucke, sehe ich vor allem das Nachbarhaus, aber auch Wald und zwar der Wald, in dem wir jetzt ein oder zwei Mal am Tag Waldbaden. Wir hatten das ja vorher nicht umfassend ausgetestet, der Plan war, dass wir in Zukunft nur noch kurze Strecken mit dem Hund an der Leine sind und dann irgendwo in der Natur sind, wo er ohne Leine laufen kann. Das ist hier der Fall. Man geht etwa 300 Meter die Straße runter, dann ist man auf einer Wiese, dann lässt man den Hund von der Leine und klettert einen Trampelpfad runter und dann steht man im Wald. Im Wald sind entweder ein oder mehrere Bäche, da bin ich mir noch nicht sicher, ob es einfach ein und derselbe ist, der immer wieder auftaucht oder ob das mehrere sind, die irgendwo zusammenfließen.

Die normale Runde durch den Wald dauert etwa 45 Minuten, wenn einem kein anderer Hund an der Leine entgegenkommt, kann der Hund die gesamte Strecke ohne Leine laufen, er jagt ja auch nicht, sonst wäre das nicht so einfach. Es ist also zumindest in der Hinsicht alles genauso eingetroffen, wie wir es uns erhofft haben. Zusätzlich ist der Wald auch noch sehr hübsch waldig und vor sich hin gluckernde Bächlein sind ja sowieso schön. Der Hund findet den Bach auch gut zum Trinken, achtet aber nach wie vor sehr darauf, sich nicht die Pfoten nass zu machen.

Auch im Haus selber tut sich was, gerade zum Beispiel haben wir Kleiderschranktüren montiert, in der alten Wohnung war da nämlich einfach ein Vorhang davor, da brauchten wir keine Türen. Das ist jetzt hier nicht der Fall und auch nicht so einfach möglich, deswegen habe ich beim schwedischen Möbeldesigner drei Türen bestellt und die haben wir gerade eingebaut und es war überhaupt nicht mehr schlimm, weil sich offenbar in der Scharnierforschung sehr viel getan hat in den letzten Jahren und man jetzt gar nicht mehr weinen muss, wenn man Türen einhängen will.

Das Internet ist auch okay, allerdings nicht im ersten Geschoss, wo ich gerade sitze, da muss wohl doch noch ein Repeater dazwischen. Im Wohnzimmer, wo der Router steht, kann man aber über Internet in guter Qualität Fernsehen gucken, es scheint also insgesamt gut zu sein.

Heute wird noch der Waschtisch im Bad montiert und ein neuer Wasserhahn in der Küche und vielleicht das Urinal im Gästebad und eventuell wird die Waschmaschine angeschlossen, das ist noch unklar. Der Sanitärmensch kommt immer irgendwann abends vorbei und macht dann irgendwas, aber er hat auch keinen Bock mehr und somit sind jetzt hier mindestens drei Menschen sehr motiviert, dass spätestens morgen Abend alles erledigt ist. Dann muss noch ein bisschen gefliest und verfugt werden und dann müssen wir uns noch um Badezimmerspiegel und Beleuchtung und sowas kümmern. Das ist alles hochgradig furchtbar, ich wusste nicht, wie schnell ich von Badezimmereinrichtung genervt sein würde. Stellt sich raus: Recht schnell.

Und dann kommt noch der Elektriker und muss neue Thermostate einbauen und noch andere Dinge tun, es ist aber noch unklar, wann der Elektriker kommt und ob wir es vorher noch schaffen, Lampen zu kaufen, die er dann auch direkt anbringen kann. Lampen aussuchen ist auch furchtbar nervig. Möglicherweise bin ich für diese Umzugssache gar nicht gemacht, aber da müssen wir jetzt alle durch, vor allem ich.

Jetzt noch ein paar Bild vom Waldbaden.

Waldbaden
Waldbaden
Waldbaden
Waldbaden

Renovierungstagebuch, 5.2.2022

Technically speaking ist das der Tagebucheintrag vom 3.2., da waren wir nämlich noch mal den aktuellen Stand angucken und ein paar Dinge besprechen wollten.

Das Treppengeländer ist jetzt fertig, zusammen mit der Balustrade. Ja, es wirkt jetzt nicht mehr ganz so offen, aber das ist nicht schlimm. Die Treppe wird noch gemacht, auf die Stufen kommt Eichenholz und dazwischen Stosstritte aus weißem MDF, dann ist alles zu und wenn dann noch eine Tür eingebaut wird, haben wir den Keller und alle Geräusche aus dem Keller dann ordentlich abgetrennt. Außerdem kommt noch ein Handlauf aus Eiche, dann ist da auch fertig. Parkett im OG liegt und sieht erwartungsgemäß toll aus, alle Decken (bis auf die im Bad) sind jetzt noch abgedeckt, verputzt und gestrichen ist auch fast überall. Es sieht krass anders aus und sehr, sehr gut. Die Raumhöhe wirkt noch mal anders, wenn man keine dunklen Holzpaneele an der Decke hat. Die Decke im Untergeschoss wurde auch noch komplett neu gemacht, es stellte sich raus, dass die Holzbalken gar nicht aus Holz, sondern aus hohlem Styropor waren und die wollten wir dann doch nicht dringend behalten, also wurde da auch noch mal alles neu gemacht. Jetzt müssen noch die Türen eingesetzt werden, dann kommt noch neues Sanitär ins Gästebad und in das große Bad, im Gästebad wird auch der Boden neu gefliest und die Wandfliesen weiß gestrichen und dann wird noch der Hauswirtschaftsraum gefliest, neues Schalterprogramm eingebaut und dann sind wir auch schon mehr oder weniger fertig. (Nicht aufgezählt ist hier alles, was noch für den Umbau des Poolraums zum Musikstudio gemacht werden muss.)

Vorher TreppeNachher Treppe

Einmal vorher/nachher bei der Treppe.

Mittags war noch ein erstes Umzugsunternehmen da, um einen KVA zu machen, Montag kommt ein zweites, da das Angebot des ersten aber schon deutlich unter meinen Erwartungen oder vielmehr Befürchtungen lag, sehe ich keine Notwendigkeit, ein drittes zu beauftragen. Am Ende haben wir zwar viel Zeug, aber vermutlich immer noch weniger als viele andere Leute.

Jedenfalls sind wir beide jetzt sehr aufgeregt, denn es ist alles viel toller geworden, als wir es uns vorgestellt haben, und dabei ist es noch nicht mal fertig, es wird also voraussichtlich noch toller werden. Zugegebenermaßen haben wir auch mehr ausgegeben, als wir ursprünglich geplant hatten.

Ein paar Baustellen werden später angegangen, die Küche muss neu gemacht werden, das Bad soll eigentlich auch nicht so bleiben, aber da gucken wir mal, wie viel Retrofliesen man so auf Dauer erträgt, vielleicht bleibt es dann eben fliesentechnisch eine Zeitkapsel, das hat ja auch was. Es gibt noch ein paar drei Türen, die optisch nicht ansprechend sind und bei Bedarf ausgetauscht werden könnten und der Hauswirtschaftsraum hat aktuell gar keine Tür, weil ich da eine Schiebetür haben möchte, aber noch keine Lust hatte, eine auszusuchen. Die alte Tür wurde aber samt Zarge schon mal ausgebaut und alles beigeputzt und gestrichen

Was den Garten angeht, warten wir auf besseres Wetter, das kommt aber nicht, jedenfalls nicht ausdauernd genug, dass es dem Gartenbauer ausreicht. Statt dessen wollte der Gartenbauer schon mal Vorher-Bilder haben, weil er sich ein großes Aha-Erlebnis verspricht. Die Vorher-Bilder sind leider alle wahnsinnig nichtssagend, man könnte sich auch irgendwo in ein Gebüsch stellen und Bilder machen, die sähen ähnlich aus, man sieht immer nur Gestrüpp, denn das war ja mehr oder weniger der Vorher-Zustand: Gestrüpp, sehr viel davon, sehr dicht zusammen. Immerhin hab ich noch ein Bild vom Balkon aus gemacht.

Garten von oben

Garten von oben im Vorher-Zustand, Nachher gibt’s noch nicht wegen Wetter.

Abends mussten wir dann noch Sanitär aussuchen, Badkeramik, Armaturen und was man sonst noch so braucht und das ist mit Abstand das Langweiligste, was man abends so machen kann. Armaturen sehen nämlich grundsätzlich alle fast gleich aus, aber nicht ganz gleich, so dass man einfach das günstigste nehmen könnte. Am Ende haben wir irgendwas genommen, ich habe aber schon wieder vergessen, was und wieso. Komplett gescheitert sind wir am Urinal, ich habe schlicht keine Kriterien, es scheint aber zusätzlich noch technische Unterschiede zu geben, die wir beide nicht verstanden haben. Man könnte das Urinal auch einfach ausbauen, das finde ich aber aus Originalitätsgründen keine gute Lösung. Irgendwas wird sich da sicher auch noch ergeben.

Das ist der aktuelle Stand. Nächste Woche Samstag fahren wir wieder hin und dann sieht es wahrscheinlich schon wieder ganz anders aus.

 

 

Renovierungstagebuch, 23.01.2022

Am Samstag mussten wir noch mal Fliesen aussuchen, allerdings wissen wir erst morgen, wie erfolgreich das war, dann werden wir nämlich erfahren, wie die Lieferzeiten aussehen. Leider gab es nur eine einzige Fliese, die ich schön fand, eine, die ich eventuell auch okay fände und eine, die ich auch okay fände, mein Mann aber nicht. Es geht um sieben Quadratmeter, aber eben auch um 20 bis 30 Jahre, die ich erwarte, in diesem Haus zu leben und da möchte ich dann bitte auch die Fliese meiner Träume liegen haben.

Weil wir dann eh schon in der Gegend waren, haben wir uns den Renovierungsfortschritt mal anguckt und es gibt schon neue Wände (wir sind eventuell das einzige Renovierungsprojekt in ganz Deutschland, das neue Wände einziehen und nicht einreißen lässt, aber was soll ich sagen, ein offener Grundriss ist nur so lange geil, wie man nicht im Erdgeschoss die Heizung im Keller arbeiten hört) und weniger Bäume.

Wir haben uns aus diversen Gründen für das Fällen von dreieinhalb sehr großer Bäume entschieden, die etwas mit ungünstigem Schattenwurf, Nachbargrundstücken, Herbstlaub und erwartetem Wachstum der Bäume zu tun hatten. Der halbe Baum war ein toter Wacholder. Um den Nussbaum tat es mir ein bisschen leid, um die anderen beiden nicht so, weil ich die weder schön noch praktisch fand. Aber der Nussbaum war laut Gartenbauer auch schon faul. Jetzt kann man auf die Straße gucken, was zwar auch nicht schön ist, aber daran kann man ja wieder was ändern. Jetzt kommt da erst mal ein Zaun hin und dann irgendwas, was nicht mehrere Meter hoch wird, sondern so maximal zweieinhalb, aber das können wir dann auch später machen.

Der Gartenbauer erzählte auch, dass sich ein Nachbar mit einem Stuhl zur Beobachtung des Fällvorgangs nach draußen setzte und ich finde doch gut, dass wir so auch schon vor unserem Einzug zur allgemeinen Unterhaltung der Nachbarschaft etwas beitragen konnten.

Jetzt warten wir oder vielmehr der Gartenbauer noch auf besseres oder alternativ kälteres Wetter, damit er mit dem Bagger in den Garten fahren kann und dann KOMMT DA ALLES WEG! Also fast alles.

Es ist jedenfalls alles super aufregend und so langsam haben wir auch das Gefühl, dass es richtig gut wird.

Tagebuchbloggen, 16.1.2022

Ganz hinten an der Grundstücksgrenze vom neuen Haus ist ein Erdwall. Es gibt keinen Zaun oder irgendwas, nur diesen Wall und dahinter eine Straße. Jetzt war die große Frage nun, warum da dieser Wall ist und ob man ihn wegbaggern könnte, um noch etwas mehr Garten zu haben.

Letzte Woche war der Landschaftsgärtner da, der sehr zu seinem eigenen Bedauern bisher nur „mit der Nagelschere“ an den Garten durfte und jetzt sehr froh ist, dass wir einmal Tabula Rasa machen wollen und am Ende bleibt vermutlich ein Flieder stehen und zwei bis drei Rhododendren und der Rest kommt weg und dann wissen wir auch, wie groß der Garten ist, das weiß nämlich bisher niemand. Also, in Zahlen wissen wir das schon, aber nicht in Wirkung.

Jedenfalls hat der Landschaftsgärtner angerufen und der Erdwall gehört gar nicht zum Grundstück, sondern Straßen.NRW und das ist einerseits natürlich schade, andererseits wieder eine Entscheidung weniger, die wir treffen müssen, was einem nicht gehört, kann man nämlich nicht wegbaggern und aktuell kommt mir jede Entscheidung, die ich nicht treffen muss, gerade recht, es war also eine willkommene Nachricht.

Tagebuchbloggen, 17.11.2021

Auf Twitter gab es Beschwerden, es wäre hier noch nicht genug über das neue Haus geschrieben worden. Das ist einerseits richtig, hat andererseits aber auch Gründe. Zum einen haben wir das Haus ja noch nicht, es gehört uns auch erst so halb, der Vertrag ist unterschrieben, es wurde schon sehr viel Geld an unterschiedliche Stellen überwiesen, aber das Haus selber ist noch nicht bezahlt, das passiert erst Ende Dezember. Über ein Haus, das einem noch nicht so wirklich gehört, schreibt es sich viel schwerer.

Zum anderen habe ich ein bisschen Sorge, dass es hier, sobald es um Renovierung geht, sehr viele Kommentare von Leuten gibt, die schon mal ein Haus gebaut, eine Wohnung Renoviert, ihrem Schwager beim Renovieren geholfen haben oder dergleichen und die dann alle sehr dringend alles weitergeben wollen, was sie gelernt haben und was wir auf jeden oder keinen Fall machen sollen. Nicht, dass ich gute Ratschläge nicht schätzen würde, aber nach meiner aktuellen Erfahrung in der nicht-virtuellen Welt, wird es so sein, dass sich a) ein Teil der Ratschläge widersprechen werden, b) die Umsetzung aller Ratschläge unser Budget sprengen würde und c) wir ja auch selber Meinungen und Präferenzen haben, die nicht zwingend mit den Meinungen und Präferenzen andere Menschen übereinstimmen, teilweise stimmen sei noch nicht mal mit der anderen Partei des Haushalts überein.

Ich verspreche jetzt also, dass ich in naher Zukunft natürlich sehr wohl vom Haus berichten werde, nämlich dann, wenn es auch wirklich was zu berichten gibt. Und weil ja hier vielleicht doch der ein oder andere in den Startlöchern sitzt, erlaube ich jetzt jedem EXAKT EINEN guten Ratschlag zu hinterlassen, am besten genau den, den er oder sie am relevantesten hält, wenn man ein Haus renovieren möchte. Es darf auch was mit Garten sein, aber es darf nichts sein, was man vor der Vertragsunterzeichnung hätte machen müssen, das ist nämlich schon erledigt, hilft also hier keinem.

Wenn es konkreter wird, gibt es ja eventuell noch Diskussionsbedarf bei Fliesenauswahl oder Landschaftsgärtnerei, aber – wie ein alter Chef immer sagte – let’s cross that bridge when we get there.

Tagebuchbloggen, 08.10.2021

Also jedenfalls haben wir ein Haus gekauft. Es ist in Overath, infrastrukturell nicht ganz so super angebunden, wie ich es gerne gehabt hätte, aber auch nicht so schlecht, wie wir es bei anderen Häusern schon vorfanden, es ist an vielen Stellen ein Kompromiss, aber ein sehr guter Kompromiss. Es gab einen entscheidenden Moment, als sich die Finanzierung zu verzögern drohte und ich nicht „Puh, kommen wir noch aus der Sache raus“ dachte, sondern „Mist, Mist, Kacke, Mist!“ und das war zwar in der konkreten Situation doof, aber für mein Wohlbefinden sehr gut, weil ich da auf einmal wusste, dass ich das schon wollte und dann hat ja auch alles geklappt und gestern saßen wir dann beim Notar und kauften ein Haus für – let’s face it – den Hund.

Eigentumsübergang ist Ende des Jahres, vorher müssen wir noch mal klären, was alles im Haus bleiben darf und was nicht und dann werde ich sehr viel leiden, weil ich Umziehen und alle damit verbundenen Aktivitäten furchtbar finde und ja auch in Essen viele gute Menschen und Dinge sind, die dann weiter weg sind und das ist auch schade. Meine Gesangslehrerin wies mich zwar darauf hin, dass wir ja nicht umziehen müssten, aber das Gefühl wird ja nicht weggehen, ich werde immer gleichzeitig bleiben und woanders hin wollen und jetzt haben wir etwas gefunden, das sehr gut passt und können den Suchprozess nicht mehr sinnvoll künstlich verlängern.

Danach waren wir noch ganz in der Nähe eingeladen, mussten aber überraschend viel Zeit totschlagen, weil der Notar wirklich sehr schnell vorlas, wir fuhren also erst zu einem Supermarkt, um noch ein paar Dinge zu kaufen, dann fuhren wir nach Overath und liefen ein paar Mal hin und her, dann war immer noch zu viel Zeit übrig, also fuhren wir zu dem Haus, das demnächst unseres sein wird, einfach um zu gucken, wie lange man so fährt, dann drehten wir um und fuhren zu unserer Verabredung und dann waren wir immer noch deutlich zu früh, also lief ich mit dem Hund noch ein bisschen übers Feld und dann war es immer noch zu früh und wir klingelten trotzdem, weil uns die Ideen ausgingen und dann war es sehr nett und alle Beteiligten freuten sich, dass der Anfahrtsweg demnächst eine Stunde weniger betragen würde und dann war Mitternacht und wir fuhren nach Hause.

Der Hund wurde übrigens massiv mit Käse bestochen, falls Sie also mal einen Freund gewinnen wollen, Käse ist das Zauberwort.


Heute schmiss ich zwei Paar Schuhe weg und war sehr traurig darüber. Das erste Paar war ein paar Wanderschuhe, die ich 2006 kaufte und zwar von der Marke Ricosta. Es war nämlich so gewesen, dass ich Wanderschuhe brauchte und wirklich komplett alles in der Erwachsenenabteilung furchtbar hässlich fand und auf keinen Fall Geld dafür bezahlen wollte. Dann fiel mir ein, dass ich mit Schuhgröße 39/40 ja durchaus in einem Bereich bin, den heutzutage auch schon Kinder und Jugendliche haben und guckte in der Kinderabteilung und fand sehr gute Schuhe. Jetzt waren sie aber durch, die Sohle ist nicht mehr zu retten, oben rum sehen sie auch nicht mehr so frisch aus und es war Zeit, sie gehen zu lassen. Ich habe mir zwar in Frankreich darin blaue Zehennägel gelaufen, aber auch das war ja eine super Story und die Schuhe konnten gar nichts dafür.

Das andere war ein Paar Sandalen, das meine Mutter mir vor ein paar Jahren in einem sehr schönen Schuhladen in Köln kaufte, weil ich eben Sandalen brauchte und wir gerade da waren. Die Sohlen sind jetzt hinten auch durch, die Einlage ist an vielen Stellen schon durch und das Gummiband hinten ist schon arg ausgeleiert, so dass ich dauernd damit umkippe und das ist auch weder elegant noch angenehm.

Sandalen

Es tat mir bei beiden Paaren sehr leid, aber ich sah auch keine Möglichkeit der Rettung mehr und angesichts eines anstehenden Umzugs werde ich sicher keine Schuhe mit kaputten Sohlen in irgendwelche Kisten packen, auch wenn sich sehr geliebt habe. Ich packte deshalb meine innere Marie Kondo wieder aus, bedankte mich super artig bei den Schuhen für die gute Zusammenarbeit und jetzt sind sie weg.