Tagebuchbloggen, 05.06.2021

Heute war Hausbesichtigung in Gummersbach. Gummersbach ist mehr oder weniger am äußeren Rand dessen, was wir uns entfernungstechnisch von den relevanten Punkten (Familie/Arbeit) vorstellen, ich war dementsprechend skeptisch, die Lage war dann aber sehr schön und mit überraschend okayer Infrastruktur mit Bäcker, Supermarkt und Apotheke fußläufig zu erreichen, aber eben auch Hundespazierrunde direkt vor der Haustür, so dass der Hund auch ein bisschen entschädigt wurde. Leider war das Haus zu klein und auch so gebaut, dass man auch durch Umbau nicht wesentlich mehr rausholen könnte. Jetzt wissen wir aber immerhin, dass die Lage zwar nicht perfekt, aber für uns noch vorstellbar ist, das ist ja auch eine wertvolle Erkenntnis für die weitere Suche. Außerdem war ich angenehm überrascht vom Zentrum von Gummersbach. Wir sind nur durchgefahren, aber es wirkte schon mehr wie Stadt als wie Land, da können wir also weitersuchen und ich habe meinem Mann jetzt offiziell erlaubt, dass er auch in Nümbrecht suchen darf, das scheint entfernungstechnisch ähnlich in unserem Radius zu liegen.


Meine App sagte, heute wäre Kühlschrank aufräumen angesagt, also tat ich das und der Kühlschrank ist jetzt aufgeräumt. Ich musste in dem Zug schnell noch Rhabarber loswerden und hab jetzt Rhabarbersaft gekocht.

Ich habe in der App auch Tasks wie „Inbox 0“ und „Fotos auf dem Smartphone aufräumen“ eingetragen, das war jetzt auch fällig. Inbox ist jetzt auf 3, das hat aber auch nur geklappt, weil der Drucker wieder schwarz druckt und ich etwas drucken, unterschreiben und zurückschicken konnte, sonst wäre Inbox 4. Bei Fotos auf dem Smartphone bin ich bei irgendwas zwischen 1400 und 1500 von ursprünglich knapp 3000. Ich hangele mich jetzt so durch und lösche täglich mindestens 100 Bilder. Im Prinzip wird eh alles zu Google Photos synchronisiert, aber manchmal hat man ja Bilder oder Videos, die man anderen Leuten zeigen will, zum Beispiel von einem Tigerbiss und natürlich von dem verursachenden Tigerbaby oder das Video, wie man in Südafrika irgendwelche obskuren Insekten in Tomatensauce aß oder eben ein bis fünfzig Videos wie der Hund über die Wiese rennt oder niedlich im Schlaf bellt und die möchte man dann nicht erst auf Google Photos suchen. Aktuell strebe ich um die 250 Photos auf dem Smartphone an, mal gucken, ob das umsetzbar ist.

Hier jetzt noch ein Bild vom Spaziergang in Gummersbach, ist aber schon wieder vom Smartphone gelöscht, das muss ich nicht dringend immer wieder Leuten zeigen.

 

Schöne Aussicht

2. Türchen 2020

Ich wollte heute mal wieder Tagebuchbloggen, aber dann kamen wieder Dinge dazwischen und jetzt bin ich schon wieder müde.

Jedenfalls lag ich eben auf dem Sofa und dachte, cool, Grey’s Anatomy gucken und Chips essen und dann hat Amazon Prime gestreikt und ich war so satt, dass ich gar nichts mehr essen konnte und dann hat noch nicht mal das so funktioniert wie ich es mir vorgestellt hatte. Mit diesem Ausgang des Abends muss ich erstmal umgehen lernen.

Lieblingstweets seit letztens irgendwann

Hier passiert noch was. Gelegentlich. In Zukunft bestimmt auch wieder mehr. Aber dieses Leben, dieses Leben immer. Wann wird endlich der 25-Stunden-Tag erfunden?

Lieblingstweets im Juni (Teil 2)

Etwas Englischlastig, dieses Mal, aber es geht wieder aufwärts.


Tagebuchbloggen oder so

Man kommt ja zu gar nichts, hier also das wichtigste der letzten zwei bis sechs Wochen in Kürze.

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In Amsterdam gewesen. Wir schliefen im Bus auf dem Campingplatz Zeeburg etwa sechs Kilometer östlich der Innenstadt. Leider waren wir beide krank, so dass wir die zwei Tage nicht voll ausnutzen konnte, denn mindestens einer schwächelte immer etwas rum. Gegessen: Ein Zehn-Gänge-Menu im Flüsterrestaurant Graphite, Crêpes und heiße Schokolade bei einer reizenden Französin im Cocotte, Pfannkuchen im Pancakes Amsterdam und indonesische Reistafel im Blauw. Dazwischen durch die Stadt gelaufen und mit der Straßenbahn gefahren, das funktioniert alles erwartungsgemäß gut.

Von Essen zum Campingplatz braucht man etwas über zwei Stunden, die Übernachtung kostete (Vorsaison, unter der Woche) 28 Euro mit Strom, WLAN, Wasser und Poké-Arena. Der Campingplatz ist theoretisch wunderschön am IJmeer gelegen, praktisch ist die Aussicht auf eine Autobahnbrücke eher mäßig pittoresk, aber wir wollten uns ja auch die Stadt angucken und nicht den Campingplatz. Da man die Brücke nur sah und nicht hörte, war es also egal, wir vermerken das mal als Ausgangspunkt für weitere Amsterdamausflüge, dann werden wir auch zu einer besseren Zeit in die Foodhallen gehen, zum Beispiel nicht direkt nachdem wir einen Stapel Pfannkuchen gegessen haben.

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In anderen Neuigkeiten ist unser Edeka umgezogen. Er ist jetzt größer und schöner, aber auch eine Straßenbahnhaltestelle weiter weg, auf der anderen Seite kann ich im Notfall auch immer noch zu Aldi gehen und komme ansonsten an fünf Pokéstops mehr vorbei als vorher, das ist ja auch was wert. Es wurde außerdem im Prospekt eine saisonbedingte Spargelschälmaschine versprochen, ich bin gespannt.

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Apropos Spargel, wir erklärten die Saison gestern für eröffnet. Eigentlich wurde sie schon am Donnerstag für eröffnet erklärt, da war nämlich Hochzeitstag und wir aßen bei Schiffers in Essen-Werden, ich Rumpsteak, mein Mann eben Spargel mit Kartoffel und Schinken. Es war lecker, wenn auch nicht überragend, vor allem aber stimmt alles, was man über den freundlichen Service in den Bewertungen liest, ich kann das also empfehlen.

Gestern dann selbst gemacht, vor allem auch selbst geschält, ich kann die Spargelschälmaschine kaum erwarten.

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Wo wir gerade beim Essen sind, es gibt neue Erkenntnisse in der Pfannkuchenforschung. Die New York Times berichtete über japanische Soufflé-Pfannkuchen und da ich sämtliche Pfannkuchenentwicklungen betreffend gerne up to date bin, probierte ich das am Sonntag gleich aus. Eventuell muss ich noch etwas am Rezept feilen oder es war doch ein Fehler, den Teig auf fünf statt auf vier Dessertringe aufzuteilen, aber geschmacklich gab es nichts zu meckern. Wir machen das wieder.

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Die Dessertringe kaufte ich übrigens am Freitagabend in Köln im Kölner Kochhaus, ich empfehle das gerne, weil ich dort letztens eine Kuchenschachtel kaufte und man mir noch im Laden half, den Kuchen in die Kuchenschachtel zu hieven und ich dann mangels Kleingeld trotz lächerlich kleinem Betrag mit Karte zahlen durfte, ein sehr hilfsbereiter und kulanter Laden also. Deswegen kaufte ich auch da meine Dessertringe und bezahlte den gar nicht mehr so lächerlich kleinen Betrag, den man für sechs Dessertringe zahlen muss bar. Ich hoffe, ich habe mich so wieder von meiner EC-Gebührschuld reingewaschen.

Das passte auch sonst ganz großartig, weil ich mit octodontidae und der Drehumdiebolzeningenieurin zum Karaoke verabredet war. Es ist in Köln und im Prinzip im ganzen Rheinland und Ruhrgebiet sehr schwierig, brauchbare Karaokeläden zu finden. Meistens gibt es große Rudelveranstaltungen in Irish Pubs und dergleichen, da möchte ich aber nicht so gerne hin, ich gehe ja zum Karaoke, um zu singen und nicht, um anderen Leuten dabei zuzuhören. In der Praxis haben sich deswegen Etablissements bewährt, bei denen man sich eine Kabine mieten kann, die gibt es aber so gut wie gar nicht oder sie werden sehr zurückhaltend beworben. Octodontidae hatte jedenfalls ein obskures chinesisches Restaurant in einer obskuren Lage mitten in Köln entdeckt, das Karaokekabinen anbietet. Man kann da vorher auch sehr gut und günstig essen und sich danach in einer großzügigen Kabine die Lunge aus dem Hals singen. Die Songauswahl ist eher klassisch und offensichtlich für asiatische Kundschaft ausgerichtet, wenn man sich einmal an die Software gewöhnt hat und das Song-Repertoire ans Angebot angepasst hat, funktioniert es aber problemlos. Ein Highlight sind die Videos zu den Liedern, die von den Originalmusikvideos über Liveauftritte asiatischer Coverbands bis hin zu privat anmutenden Urlaubsvideos.

Gelernt jedenfalls: „Here You Come Again“ von Dolly Parton funktioniert super, „Who Can It Be Now“ von Men at Work nicht so gut. Werde das auf meinem Karaoke-Spickzettel ergänzen müssen.

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Gelesen (nur die Highlights):

Kurt von Sarah Kuttner – Die Geschichte einer Patchwork-Familie, die mit dem Tod eines Kindes umgehen muss. Sehr schön und lebensnah, wie nicht anders erwartet. Auch die Lesung auf der lit.Cologne hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich die Zuständigen, die Veranstaltungen um 21 Uhr starten lassen, ein bisschen dafür hauen möchte.

The Calculating Stars von Mary Robinette Kowal – Eine Art Retro-Science-Fiction. In den fünfziger Jahren schlägt ein Meteor auf der Erde ein. Als Wissenschaftler herausfinden, dass dieses Ereignisse katastrophale Folgen für das Klima haben könnte, wird die bemannte Raumfahrt  und die Besiedelung anderer Planeten zur Überlebensfrage. Die Protagonistin Elma ist Mathematikerin und träumt davon, selber als Astronautin ins All zu fliegen. Im Amerika der 50er Jahre muss sie dazu aber gegen viele Vorurteile und Machtstrukturen kämpfen. Tolles Buch mit sehr lebendigen Charakteren. Man möchte allerdings permanent das Patriarchat zerschlagen, was aber auf der anderen Seite grundsätzlich kein schlechtes Ziel ist.

Down and Out in the Magic Kingdom von Cory Doctorow – In der Zukunft, in der der Tod keine Rolle mehr spielt, geht es nicht mehr um Geld, sondern um Ansehen. Julius arbeitet in Disney World, als sein alter Freund Dan auftaucht. Kurz darauf wird Julius ermordet, was grundsätzlich kein Problem darstellt, weil einfach sein Backup in einen neuen Klon geladen wird, ihn aber vor das Rätsel des Mordmotivs stellt. Währenddessen siedelt sich in Disney World eine neue Gruppe an, die die mechanischen Fahrgeschäfte durch VR-Simulationen ersetzen will. Julius wittert eine Gefahr für die Zukunft des Parks und gerät auf einen selbstzerstörerischen Pfad. Das Buch wurde von Cory Doctorow unter Creative Commons veröffentlicht und liest sich mit knapp 200 Seiten ziemlich zackig runter. Die Frage bleibt, ob die Geschichte nicht auch etwas größer hätte erzählt werden können, da viele Ideen nur angerissen werden. Auf der anderen Seite ist es vielleicht auch genau so richtig, wie es ist.

Alle Links zu den Büchern sind Amazon-Affiliate-Links.

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Die Osterglocken sind jetzt am Ende ihrer Lebenszeit, ich muss mir langsam Gedanken über die Sommerbegrünung der Balkons machen.


Wer gerne liest, was ich hier schreibe und mir eine Freude machen will, kann mir etwas von der Wunschliste spendieren oder Geld ins virtuelle Sparschwein werfen.  Die Firma dankt.

 

Lieblingstweets im Februar (Teil 1)


2018 als Fragebogen

The year in review. Und los:

Zugenommen oder abgenommen?

Zu. Gnagnagna.

Haare länger oder kürzer?

Länger oder kürzer als was? Ich trage keine Kurzhaarfrisuren, manchmal lasse ich den Frisör ran und dann kommt einigermaßen viel ab, aber immer mit dem Zusatz „Aber so, dass man sie noch zusammenmachen kann!“. Dieses Jahr gar kein Frisör, nur Mama durfte ein oder zwei Mal Spitzen schneiden. Also länger als irgendwann 2017 vermutlich.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleich. Allerdings kann ich wirklich nicht mehr ohne Brille gucken. Das heißt, ich kann schon, ich hab ja nur ein faules Auge und sehe ohne Brille erstaunlich gut, aber ich merke unbewusst einen Unterschied und suche dann verzweifelt die Brille.

Mehr Kohle oder weniger?

Ungefähr gleich. Es gab zwei Mal unverhofften Geldsegen, das war schön. Monatlich aber alles beim alten.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Immer noch unentspannte Immobiliensituation (first world problem, I know), deswegen dank You Need A Budget einigermaßen gut zurechtgekommen. Ist aber immer noch Jammern auf hohem Niveau, denn ich kann noch problemlos jeden Monat Geld zur Seite legen, in Urlaub fahren und mir diverse andere Dinge leisten. Es könnte nur entspannter sein.

Mehr bewegt oder weniger?

Weniger als was? Nicht weniger als letztes Jahr, aber weniger als das Jahr davor, denke ich. Im Sommer öfter mal zum Laufen genötigt worden, zur kalten Jahreszeit habe ich mich da aber dezent rausgezogen. Das SUP viel zu selten rausgekramt, aber immerhin gehe ich immer noch gerne und viel zu Fuß.

Der hirnrissigste Plan?

3.500 Kilometer quer durch Europa in zwei Wochen abreißen zu wollen. Auf der anderen Seite wissen wir jetzt, wie’s geht und dass wir es beim nächsten Mal etwas langsamer angehen lassen.

Den Wohnungsschlüssel für die Spandauer Wohnung in die Hosentasche stecken, weil ich ja merken würde, wenn er rausfällt. Überraschung, ich habe nicht gemerkt, wie er rausfiel.

Die gefährlichste Unternehmung?

Im Sommer über eine Autobahnbrücke in Genua fahren.

In Südafrika zu zweit mit dem kleinen Leihwagen in der Dämmerung eine unbekannte Strecke zurück nach Johannesburg fahren, Highlight der Fahrt: Ein Schild mit dem beruhigenden Text „Hijacking Hotspot Next 6 km“. Ja, danke auch.

Bei Sturm und Regen die direkte Bergstrecke ins französische Dorf wählen, bei der uns Gott sei Dank über 20 Kilometer niemand entgegenkam.

Die teuerste Anschaffung?

Ein neues Bett. Hat aber mein Mann bezahlt.

Das leckerste Essen?

Bei Pure C in Cadzand und auf Gut Lärchenhof in Pulheim. Ja, okay, das waren auch zwei Sterneschuppen. Ansonsten in Essen wie gewohnt sehr gut im Petite Cave de Jeannette und bei Süßkind und Sauermann gegessen und kurz vor knapp noch die Anneliese entdeckt.

Das beeindruckendste Buch?

Ich mochte „Ich, Eleanor Oliphant“ von Gail Honeyman [Amazon-Werbelink] sehr gerne und fand „A Brief History of the Dead“ von Kevin Brockmeyer [Amazon-Werbelink] sehr toll.

Der ergreifendste Film?

Sehr geweint bei „Les Misérables“.

Das beste Lied?

Ich habe mal angefangen, die Highlights meines Spotify Mix der Woche in Playlisten zu sammeln, damit sie nicht so ungeordnet in meinen Favoriten rumdümpeln, das hilft bei der Suche nach den Highlights ein bisschen.

In Frankreich auch auf Wunsch eines einzelnen Herrn sehr oft „Chicago“ von Josienne Clarke und Ben Walker gehört:

Sehr begeistert von Amy Shark gewesen und sehr laut „All Loved Up“ gehört:

Ebenso in das Album „Goodnight Rhonda Lee“ von Nicole Atkins verliebt gewesen:

Und dann natürlich Ariana Grande hart gefeiert, zuletzt für „thank u, next“.

Das schönste Konzert?

Immer noch kein Konzert. Einmal dank Inkanina in der Oper gewesen und Bizets „Carmen“ gesehen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

Was soll sich an dieser Antwort ändern? Solange ich irgendwo festangestellt und verheiratet bin, wird die Antwort immer mit meinem Mann und meinen Kollegen sein, das ergibt sich quasi zwangsläufig, ich schmeiße sie raus, vielleicht darf sie wiederkommen, wenn sich irgendwas ändert.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Meinem Mann und der Familie. Die Großcousins und Großcousinen werden immer größer und toller und wenn ich mangels Geschwister schon keine Tante werden kann, dann wenigstens eine Top-Großcousine.

Vorherrschendes Gefühl 2018?

Irgendwann muss auch mal gut sein.

2018 zum ersten Mal getan?

Nach Südafrika geflogen, überhaupt in Afrika gewesen, Tiger- und Löwenbabys, ein Hyänenjunges und einen Geparden gestreichelt. Urlaub in einem Campingbus gemacht. Mit einem Tretboot die Gorges du Verdon vom Wasser bestaunt. In Brügge gewesen. Gesangsunterricht genommen. Erst einen, dann zwei, dann drei, dann vier Ukulele-Workshops gehalten.

2018 nach langer Zeit wieder getan?

In Italien gewesen, in den Niederlanden Urlaub gemacht, im Elsass gewesen, in Bonn gewesen. Langstrecke geflogen. Auf Flohmärkten gebummelt. Die Cousinen meiner Mutter wieder gesehen. Vor Publikum gespielt und gesungen. Mit anderen Leuten Urlaub gemacht (gut geklappt, gerne wieder). Ausgemistet (dauert noch an). Nicht Silvester gefeiert. Die Steuererklärung mitten im Jahr abgegeben (dafür aber auch zusammen mit der vom Jahr davor).

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Langstreckenflüge in der komplett ausgebuchten Economy Class, vor allem der Rückflug, bei dem die Fluggesellschaft uns noch auseinandersetzte. Baustellen und Streckensperrungen auf meiner Pendelstrecke, die mir schöne Touren durchs Bergische Land und das ein oder andere ausgefüllte Fahrgastrechteformular einbrachten. Gutartigen Lagerschwindel.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Leider nichts für die Öffentlichkeit, immerhin rannte ich aber offene Türen ein.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Der übliche Romantikscheiß halt.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Siehe oben.

2018 war mit einem Wort…?

Erschöpfend.

 

Zum Fragebogen für 2017 geht es hier.

Zum Fragebogen für 2016 geht es hier.

Zum Fragebogen für 2015 geht es hier.

Zum Fragebogen für 2014 geht es hier.

Zum Fragebogen für 2013 geht es hier.

Tagebuchbloggen, 13.9.2018

Versucht, meinen Mann wenigstens einmal dazu zu bringen, Dirty Dancing mit mir zu gucken, das hat sogar eine gute halbe Stunde funktioniert, aber dann habe ich doch alleine weitergeguckt. Tatsächlich gucke ich sonst immer nur so die letzten zwanzig Minuten, weil ich zufällig einschalte und dann bleibe ich dabei hängen. Gestern noch mal den ganzen Film geguckt und natürlich ist das alles Popcornkino, aber es ist auch kein schlechtes Popcornkino und die Musik ist halt gut.

Interessant wird es vor allem dann, wenn man sich bestimmte Szenen des Filmes mal vor Augen führt. Die Abtreibungsproblematik wird zum Beispiel in keiner Weise moralisiert, in der Wikipedia steht dazu folgendes:

Abortion rights advocates have called the film the „gold standard“ for cinematic portrayals of abortion,[24] which author Yannis Tzioumakis described as offering a „compassionate depiction of abortion in which the woman seeking an abortion was not demonized with the primary concerns being her health and preserving her capacity to bear children at a future time rather than the ethical dilemma that might or might not inform her decision, a portrayal that is not necessarily available in current films.“[25]

https://en.wikipedia.org/wiki/Dirty_Dancing#CriticalResponse

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Eigentlich wollte ich ja aber über Keksteig-Start-Ups schreiben. Nun begab sich das so, dass am Dienstag in „Die Höhle der Löwen“ ein wirklich sympathisches Ehepaar, das in Berlin eine Keksteigbar aufgemacht hat. Eine Keksteigbar ist so was ähnliches wie eine Eisdiele, nur dass man statt Eisbällchen Keksteigbällchen bekommt.

Wer sich jetzt fragt, wie das sein kann, man weiß doch genau, dass roher Keksteig nicht gesund ist, wegen Salmonellen, OGOTTOGOTT, in dem Teig werden werde Eier noch Backpulver verarbeitet. Ich weiß das nicht nur, weil das in der Sendung ausführlich besprochen wurde, sondern weil ich selber 2011 ein paar Mal Keksteigpralinen nach diesem Rezept herstellte, die – glauben Sie mir das einfach – unglaublich lecker sind. Das Rezept selber ist von 2010, es ist mehr oder weniger Keksteig ohne Eier und Backpulver.

Ich saß also vor dem Fernsehen und beschimpfte die wirklich nette Keksteigmenschen mehrfach, DASS SIE DAS NICHT ERFUNDEN HÄTTEN, WIRKLICH NICHT, ICH HAB SCHON VOR SECHS (sieben, wie sich herausstellte) KEKSTEIGPRALINEN GEMACHT, EIER UND BACKPULVER WEGLASSEN IST NICHT EINEN NEUARTIGEN KEKSTEIG ERFINDEN UND AUSSERDEM GIBT ES DAS SCHON SEIT JAHREN IN NEW YORK (na ja, okay seit 2016 vermutlich). Ich kramte sogar wütend meine Backmagazine heraus und suchte, bis ich einen Artikel aus einem Heft von Anfang 2011 fand, in dem Keksteigrezepte vorgestellt wurden.

Nun ist es auch gar nicht so, dass ich glaube, dass die netten Menschen gelogen haben, sie schienen wirklich von ganz alleine auf die Idee gekommen zu sein. Trotzdem kam die Sprache nicht einmal darauf, dass es eventuell nur unter Umständen ganz vielleicht keine grandios neue Idee sei, auf die vorher nur noch niemand gekommen sei (KEKSTEIGPRALINEN 2011!), entweder wurde es also verschwiegen oder niemand kam auf die Idee, mal nachzugucken, ob es sowas schon gibt und ich weiß gar nicht so genau, was ich seltsamer finde.

Ich gönne den Keksteigmenschen aber ihre Idee und ihren Erfolg, verwundert bin ich nach wie vor.

***

Ich möchte ansonsten meine weiteren prophetischen Foodtrendriecher an dieser Stelle noch mal kurz festhalten:

  • 2008 kaufte ich manisch mehrere französische Rezeptbücher für Macarons in Colmar, denn von dieser Süßigkeit wusste man in Deutschland noch nichts.
  • 2009 lief ich aufgeregt durch Hong Kong, um endlich mal Bubble Tea zu probieren. Von der Existenz von Bubble Tea wusste ich seit 2006, weil damals eine amerikanische Freundin dieses Bild auf Flickr veröffentlichte.
  • Ende 2012 fuhr ich für einen Abend von Hanau nach München und zurück, um eventuell Poutine essen zu können. Wie sich herausstellte, gab es aus ressourcetechnischen Gründen keine Poutine, ich aß statt dessen Pizza mit Bacon und Ahornsirup. 2014 oder 2015 irrte ich noch durch Berlin, weil es dort eventuell einen Laden gab, in dem ich Poutine kriegen könnte, der hatte aber montags geschlossen. Gerade habe ich von einem zweiten Restaurant in Essen erfahren, das Poutine serviert und wir wissen alle, wenn der Hype im Ruhrgebiet ankommt, ist er schon vorbei.
  • Und na ja, das mit dem Keksteig, 2011, Sie wissen schon.

Okay, es waren vier Foodtrendriecher, aber sie waren sehr spezifisch und ich bin sicher, es waren nicht die letzten.

Wenn ich Sie also auf die kulinarischen Trends der nächsten fünf bis zehn Jahre vorbereiten darf: Ich erwarte eine massive Vermehrung von Ramen-Bars und endlich endlich deutlich bessere mexikanische Küche in Deutschlands Großstädten, also weniger Chili con carne und mehr Mole, Kaktusblätter, vernünftige Tacos und Flan. Mark my words, you heard it here first.


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