Tagebuchbloggen, 23.07.2021

Ich hatte in den letzten Tagen mehrere Ereignisse, bei denen sich erwachsene Leute sehr vorbildlich verhielten. Heute Abend zum Beispiel bot jemand an, den eigenen Parkplatz freizugeben, weil wir es ja mit unserem Auto deutlich schwerer hätten bei der ohnehin schon problematischen Parkplatzsituation.

Dann legte ich mich beim Hundespaziergang fast mit einer Frau an, weil erst der Hund unsouverän reagierte und dann sie und dann ich und dann atmete ich kurz durch und mir fiel auf, dass jetzt wirklich alle unsouverän reagiert hatten und entschuldigte mich und dann entschuldigte sie sich und der Hund konnte sich leider nicht entschuldigen, aber er machte auch nichts mehr. Man muss sich einfach öfter mal daran erinnern, dass man Situationen ja durchaus auch deeskalieren kann, wenn man nur mal in der ganzen Aufregung innehält.

Und dann gab es auf der Hundewiese noch eine Situation, wo mehrere Menschen mit Hunden rumstanden und ein sehr aufgeregter Hund mit seinen Menschen dazukam und die Familie ihn schon entschuldigend an die Leine nahmen und dann sagte jemand, jetzt lassen sie ihn halt von der Leine, sonst lernt er das ja nie mit dem Sozialverhalten und dann wurde der Hund von der Leine gelassen und verhielt sich völlig normal für einen Hund, nur halt vielleicht etwas aufgeregter und dann standen mehrere Leute rum und lobten den Hund dafür, dass er doch total sozialverträglich ist und alles super macht und die Menschen waren dann auch glücklich, dass überhaupt niemand über sie oder den Hund rummotzte.

Jedenfalls haben die letzten Tage mit diesen kleinen Vignetten meinen Glauben an die Menschheit wieder etwas bestärkt. Ich glaube ja eh insgesamt an das Gute im Menschen, auch wenn an anderen Stellen (Impfverweigerer, Klimaleugner, you name it) vieles dagegen spricht. Aber die meisten Menschen, denen ich im Alltag begegne, scheinen eigentlich ganz okay zu sein.

Tagebuchbloggen, 21.07.2021 (über Aphantasie)

Gestern passierten tatsächlich Dinge, zum Beispiel haben wir Zeug aus dem Turmzimmer geräumt, dass ist ja nicht so unkompliziert, weil man mindestens zwei Leute dafür braucht, von denen einer auf dem Speicher sitzen und das Drahtseil für die Zugbrücke führen muss, ich erkläre das jetzt nicht weiter, es ist jedenfalls mit etwas Aufwand verbunden und gestern auch mit dem Zerstören einiger Spinnennetze.

Im Turmzimmer ist es weniger schlimm als befürchtet, aber schlechter als gut. Ich hatte es mir vollgerümpelter vorgestellt, es war so mittel vollgerümpelt. Der Hauptgrund für diese Aktion war, dass wir den alten iMac verkauft haben und die Originalverpackung suchten. Tatsächlich haben wir sie da auch gefunden, außerdem auch noch zwei kleine Weinregale, einen Schubladeneinsatz und diverse Kartons, die jetzt zum Altpapier kommen. Außerdem zwei Werkzeugkisten und die Koffer für Akkuschrauber und Bohrmaschine. Außerdem zwei Stuhlkissen, die ich zum Müll brachte und ein paar Bücher, die ich zum Bücherschrank brachte.


Eigentlich wolle ich aber über etwas anderes schreiben, nämlich über Aphantasie. Ich höre nämlich gerade alle Folge des Tropenhaus-Podcasts und da ging es um Aphantasie, es wurde nämlich über Yoon Ha Lee, dem Autor von „Ninefox Gambit“ [Amazon-Werbelink] geredet, der hat das nämlich und ich eben auch.

Aphantasie ist bislang kein besonders erforschtes Phänomen, das meiste, was man dazu findet, sind also persönliche Berichte von Menschen, die sich unter dem Regenschirmchen dieses Begriffs wiederfinden. Ich erfuhr davon zum ersten Mal über den Online-Buchclub auf Goodreads. Wir lasen nämlich in dem Monat eben genau Ninefox Gambit und ich erzählte davon, dass ich enorme Schwierigkeiten hätte, mir die beschriebenen Szenen im Buch vorzustellen, weil alles sehr abstrakt war. Ich war unsicher, ob ich irgendwas wichtiges verpasst hatte oder ob das tatsächlich eine Eigenheit des Buches war. Es stellte sich heraus, dass es erstens nicht an mir lag und dass zweitens Yoon Ha Lee selber darüber geschrieben hatte, wie es ist als Autor Aphantasie zu haben und als ich dann das las, war es ein bisschen, als ob diverse Glühbirnen über meinem Kopf aufleuchteten. OH MEIN GOTT, APHANTASIE, DAS IST ES, DAS IST DAS, WAS ICH HABE! ICH BIN NICHT ALLEIN!

Ich musste also knapp 40 werden, bis ich erfuhr, dass ich beim Lesen nichts falsch mache, dass auch sonst nichts kaputt ist, sondern, dass es einfach ein Spektrum gibt, wie bildlich sich Menschen Dinge vorstellen können und ich bin auf dem Spektrum einfach relativ weit auf der einen Seite. Jahrzehntelang war ich irritiert, wenn Leute sich über Buchverfilmungen beschwerten, weil das in ihrem Kopf ganz anders aussah und fragte mich, ob ich einfach nicht richtig aufgepasst hatte beim Lesen. Die Antwort ist noch viel einfacher: Ich hatte mir einfach nichts vorgestellt beim Lesen. Das passiert bei mir nicht und bei anderen eben schon, aber das eine ist nicht besser oder richtiger als das andere, es ist schlicht anders.

Aphantasie wird schnell als „kann sich nichts bildlich vorstellen“ verstanden, das ist aber nicht richtig. Ich kann mir schon Dinge vorstellen, ich sehe Bilder in meinem Kopf, aber es sind dann eben vorrangig Dinge, die ich kenne. Ich kann mir einen Apfel vorstellen, weil ich weiß, wie ein Apfel aussieht, ich sehe regelmäßig Äpfel. Ich kann mir auch meine Mutter oder meinen Mann oder meinen Hund vorstellen. Ich mache sogar gelegentlich Rundgänge durch Orte oder Häuser, die ich sehr gut kenne und versuche mich an viele Details zu erinnern. Menschen mit Aphantasie träumen auch bildlich, ich kann ja gucken und habe Erinnerungen und mein Unterbewusstsein bastelt sich daraus fleißig absurde Geschichten zusammen. Ich kann mir mit viel Anstrengung sogar beim Lesen Bilder zusammenbasteln, das ist dann aber eine bewusste Handlung, die mich aus dem Lesefluss eher rausholt als reinzieht, es passiert nicht automatisch. Anders gesagt: Ich kann Bilder im Kopf reproduzieren, aber ich kann sie nicht neu kreieren.

Auf dem Spektrum der Aphantasie bin ich auch nicht ganz am Rand des Spektrum, ich sehe nicht gar nichts, aber es bleiben Blobs oder Schemazeichnungen. Am ehesten kann man sich das vielleicht als vage Ideen von Dingen vorstellen. Wenn also zwei Personen sich in einer Szene unterhalten, dann sehe ich grob personenförmige verschwommene Formen, die sich gegenüber stehen (oder wie auch immer die Situation gerade ist). Wenn Leute am anderen des Spektrums direkt Filmszenen sehen, sehe ich die erste grobe Skizze, die der Regisseur mit einem stumpfen Bleistift auf Papier gezeichnet hat. Kampfszenen gehen komplett an mir vorbei, ich verstehe die Worte, aber es ist mir völlig unklar, was ich bildlich damit anfangen soll. Landschaftsbeschreibungen gehen oft besser, weil ich da zumindest Anhaltspunkte in der Realität habe, aus denen ich mir was zusammenpuzzeln kann.

Aus diesem Grund finde ich Buchverfilmungen oft super hilfreich, es ist für mich eine Serviceleistung der Filmemacher, dass mir endlich jemand zeigt, wie ich mir etwas vorstellen könnte, das ist wirklich sehr praktisch. Ich habe ja auch nicht den Nachteil, dass ich mir diesen Charakter oder jenen Ort komplett anders vorgestellt habe, ich freue mich darüber, dass ich endlich mal Bilder zu den Worten sehe. Ich google auch regelmäßig Fan Art von Fantasy- oder Science Fiction-Büchern, wenn ich verstehen will, wie ich mir ein Fantasiewesen oder einen Außerirdischen vorzustellen habe.

In „on writing with aphantasia“ schreibt Yoon Ha Lee auch folgendes:

There are some weird side-benefits to this.  I am a wuss about watching certain types of violence/gore on the screen.  I had to bail out of a Hannibal vid recently not because the vid was poorly edited (it was gorgeously done) but because the violence freaked me out.  But I have a much higher tolerance for violence in prose format, because I can’t see what’s going on.  If I bail, it’s much likelier to be because the emotion is too intense, rather than the gore.

Exakt das gleiche ist bei mir auch der Fall. Ich kann supergut Horrorbücher lesen, bei Horrorfilmen verbringe ich die halbe Zeit unter der Decke oder gucke angespannt auf mein Smartphone. Das gleiche gilt generell für Gewaltszenen. Ich will das nicht sehen und wenn ich es lese, sehe ich es ja nicht, ich verstehe die Worte, aber sie setzen sich nicht zu einer bildlichen Szene zusammen. Ich finde auch das ein superpraktisches Feature meiner Aphantasie, denn sie bewahrt mich vermutlich regelmäßig vor schlechten Träumen.

Die wichtigste Erkenntnis für mich ist, dass ich nicht defizitär bin, denn das war jahrelang mein Gefühl. Ich wusste nicht, ob ich zu schnell lese oder zu oberflächlich oder ob mir irgendetwas fehlt, was alle anderen Menschen selbstverständlich haben. Als Mensch, der sich über seine Kreativität definiert, empfand ich es als sehr schmerzhaft, dass es mir an Fantasie mangeln könnte. Die Idee, dass es sich um ein Spektrum handelt, auf dem ich eben relativ weit am Rand sitze, dass es nicht grundsätzlich ein Mangel an Fantasie ist, sondern lediglich eine Unfähigkeit, sich erfundene Dinge automatisch bildlich vorzustellen, und dass es eben viele andere Leute gibt, denen es genauso geht, hilft mir sehr. Es freut mich auch, dass jedes Mal, wenn ich darüber schreibe, Leute mit „OH MEIN GOTT, DAS GIBT ES WIRKLICH! ICH BIN NICHT ALLEIN!“ reagieren und ich gebe dieses Wissen deswegen gerne weiter.

So. Bildungsauftrag hiermit für heute erledigt.

Tagebuchbloggen, 18.07.2021

Es ist jetzt also so, dass der Hund morgens zu uns ins Bett kommt. Das ist auch von uns so gewollt, es lag am Hund, dass es so lange gedauert hat. Irgendwann zwischen 8:30 und 9:00 Uhr kommt er mal gucken, warum wir noch im Bett sind und darf jetzt dazu kommen. Er möchte dann auch nur ein bisschen am Bauch gestreichelt werden, ansonsten liegt er hauptsächlich rum. Insgesamt darf der Hund ja relativ viel, weil er nur ganz selten nervt.

Gestern Abend nervte er dann ein bisschen, aber das war ja auch der Tag, an dem auf Wunsch des Hundes der Hundewiesenbesuch vormittags nur sehr kurz ausfiel. Weil das Wetter aber super war und wir sonst nichts vorhatten, fuhren wir dann einfach noch mal zur Hundewiese. Ich hoffe, der Hund hat sich nicht gemerkt, dass zwei Mal am Tag Hundewiese tatsächlich eine Option ist, ich muss das nämlich nicht dauernd machen, aber gestern war es die richtige Entscheidung, die Temperatur war viel angenehmer, der Hund fand zwar keine Hunde, die mit ihm rennen wollten, dafür wurden Frisbees und Bälle für ihn geworfen, das fand er auch super. Am Ende gab es schon wieder eine Hundeeinfangaktion, an der wir nur passiv beteiligt waren, indem wir im Auto saßen und explizit nicht losfuhren, damit der Hund nicht noch zusätzlich irritiert wurde. Es ging dann aber doch verhältnismäßig schnell gut aus, der einzufangende Hund war gar nicht generell abgeneigt, aber etwas überfordert mit der Gesamtsituation.


In other news habe ich meinen Mann mit True-Crime-Podcasts angefixt und jetzt müssen wir immer irgendwo sitzen und zuhören. Leider schlafen wir dabei schnell ein, ich kenne also jetzt schon viele Kriminalfälle so halb.


Ansonsten gab es noch folgendes:

  • Meloneneis gemacht, weil eine Honigmelone verarbeitet werden musste. Das Eis war von der Konsistenz nicht ganz optimal, geschmacklich aber überraschend gut.
  • Backups von allen Blogdatenbanken gemacht. Es wird hier einfach alles ekelhaft organisiert.
  • Ein kleines Glasgewächshaus bei Facebook zum Schenken eingestellt, es wurde direkt ein Termin für Montagvormittag vereinbart.
  • Nachträgliche Geburtstagsgeschenke für meine Cousine gesucht und gefunden, sie wünschte sich vielleicht ein schönes Buch oder eine schöne Blechtasse, und weil ich es zum Geburtstag nicht richtig geschafft habe, gibt es jetzt ein Buch und zwei Emaillebecher, vor allem, weil ich einen Shop mit unfassbar niedlichen Emaillebechern gefunden habe und mich nicht entscheiden konnte. Eventuell bekommen jetzt in der nächsten Zeit einfach alle Emailletasssen als Geschenk, ich kann es nicht ausschließen.
  • Ein Abo für AppleTV+ abgeschlossen (ein Jahr kostenlos) und festgestellt, dass weder Fernseher noch Receiver noch der Adapter von MagentaTV AppleTV+ als App anbieten. Ich teste noch mal den Chromecast, sonst muss ich mir was anderes überlegen.

Tagebuchbloggen, 17.07.2021

Ich las letztens im Internet etwas sehr Kluges über Hundeerziehung, allerdings weiß ich nicht mehr wo. Ein immer wiederkehrendes Thema bei der Hundeerziehung ist ja die Frage, wer jetzt wen erzieht, der Mensch den Hund oder der Hund den Menschen. Im besten Fall ist es ersteres, aber es ist nicht immer einfach, der Ausdruck „Dackelblick“ kommt ja nicht von ungefähr, die Tiere können wirklich sehr, sehr niedlich gucken und setzen das schamlos ein.

Jedenfalls sagte jemand im Internet, dass man ihm öfter unterstellte, dass er sich von seinem Hund erziehen lassen würde, das wäre aber Unsinn, denn wenn so ein Hund ankommt und ein Bedürfnis anmeldet, dann kann man sich ja als Menschen sehr wohl überlegen, ob das Bedürfnis angemessen ist und im positiven Fall darauf reagieren. Das ist dann auch nicht der Hund, der den Menschen erzieht, sondern eine erfolgreiche Kommunikation zwischen zwei Spezies.

Unser Hund zum Beispiel versteht so langsam, wie er uns Dinge mitteilt, so dass wir sie auch verstehen. Gestern zum Beispiel trank er auf der Hundewiese sehr viel und als wir wieder zu Hause waren, steuerte er sehr zielstrebig nicht die Treppe nach oben, sondern die Tür zum Hof. Die Zielstrebigkeit war so eindeutig, dass relativ klar war, dass er einfach dringend noch mal pinkeln musste und genau so war es dann auch. Es spricht absolut nichts dagegen, dem Hund die Tür zu öffnen, wenn er pinkeln muss, es ist für beide Seiten die bestmögliche Lösung des Problems. Heute hingegen fand sich kein guter Spielgefährte auf der Hundewiese, es war außerdem auch sehr warm, weil wir ein bisschen ungünstig losgefahren waren und es auch sehr wenig Schatten war. Nach zweieinhalb Runden wären wir noch eine weitere Runde gelaufen, der Hund lief aber zum Ausgang und blieb da auch sehr auffordernd stehen. Auch hier sahen wir keinen Grund, dem Wunsch des Hundes nicht zu entsprechend, immerhin sind wir auf der Hundewiese, damit er rumlaufen kann, wenn er aber nicht mehr rumlaufen will, können wir auch nach Hause fahren und was frühstücken.

Natürlich möchte der Hund auch Dinge, die er dann nicht bekommt, zum Beispiel das vierte Stück Käse oder so, das bekommt er dann auch nicht, aber ich sehe mich als Mensch durchaus in der Lage, die Aufforderungen des Hundes situationsbezogen zu beurteilen und dem Wunsch des Hundes nachzukommen, wenn ich ihn begründet finde. Das ist ja sowohl für den Hund als auch für uns super, wenn er sich darauf verlassen kann, dass er uns Dinge mitteilen kann und wir dann entsprechend Handlungen daraus ableiten.

Leider finde ich den Beitrag aus dem Internet nicht mehr, sollte ich doch noch mal drüber stolpern, speichere ihn besser mal ab.

Tagebuchbloggen, 12.07.2021

Die Wohnung hat mittlerweile einen soliden Aufräumgrundzustand, so dass ich mangels Beschäftigung zum digitalen Aufräumen übergegangen bin. Es ist ja nämlich so, dass ich derzeit sehr viele Geräte doppelt habe, weil etwas neu gekauft wurde, aber das alte noch keinen neuen Besitzer gefunden hat oder aber in einem anderen Fall, dass es auch noch kein neues Gerät gibt, das alte aber in einem Zustand ist, der eine Ersetzung durch etwas neues innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre wahrscheinlich macht und wir wissen ja alle spätestens seit der Pandemie wie schnell so ein bis zwei Jahre vorbeigehen.

Jedenfalls habe ich gestern angefangen und erstmal sämtliche Downloadordner auf allen Geräten aufgeräumt, Dateien umsortiert oder gelöscht und dann habe ich mit dem Dropbox-Ordner weitergemacht und dann habe ich auf dem privaten Windows-Laptop weitergemacht und da sehr fleißig Dateien verschoben und gelöscht und dabei tatsächlich exakt die Bilddateien wieder gefunden, die ich letztens verzweifelt noch auf alten SATA-Festplatten suchte. Es gibt nämlich noch einen Uraltblog, auf dem ich nur Alltagsbildchen mit lustigen Captions veröffentlicht hatte, das muss in einem kurzen Zeitraum gewesen sein, als Smartphone-Fotografie schon verbreitet war, es aber noch kein Instagram gab oder Instagram auf meinem Smartphone noch nicht lief, und dann denkt man sich eben sowas aus. Die Bilder sind von beeindruckend schlechter Qualität, aber irgendwie ja auch Zeitdokumente. Jedenfalls konnte ich so den Inhalt des Blogs komplettieren, das machte mich sehr glücklich.

Als nächstes muss ich vermutlich Bilder sortieren und da graut es mir schon etwas vor. Zumal das Kabel für die externe Festplatte abhanden gekommen ist, das einzige, dass natürlich kein Standard-USB-Anschluss hat. Es kann auch nicht weg sein, dieses Kabel verlässt nur selten diese Wohnung, es ist nur nicht auffindbar.

Hundewiese war auch recht erfolgreich, es fanden sich mehrere Hunde, mit denen unserer gerne rennen wollte, gegen Ende gab es eine gescheiterte Hundeeinfangsituation, die uns aber nur am Rande betraf, wir versuchten, mitzuhelfen und irgendwann fuhren wir dann aber nach Hause (mit unserem Hund, der ja brav mit uns mitkommt, wenn wir die Wiese verlassen), es gibt da auch keinen Grund zur Sorge, die Situation ist bekannt und erprobt, leider weiß das auch der entsprechende Hund.

Tagebuchbloggen, 10.07.2021

Mein Mann ist auf dem Sofa eingeschlafen und jetzt hat der Hund sich dazugesellt und weil der Hund ja nicht so der ist, der Nähe einfordert, feiern wir jede Gelegenheit, bei der er sich länger nahe bei uns aufhält. Deswegen lasse ich die beiden jetzt mal da liegen und bin alleine ins Bett gegangen.

Tagebuchbloggen, 07.07.2021 (technically 06.07.2021)

Am Dienstag war ich zum ersten Mal seit letztem Juli oder so wieder im Büro. Die Büros sollen jetzt auch offiziell wiederbesiedelt werden, bis um 30.06. war ja die Ansage noch, dass jeder, der kann, bitte zu Hause bleibt, jetzt eben andersrum, jeder soll gerne wieder reinkommen, sofern er denn möchte.

Es gab vorher diverse Diskussionen im Team und ich schreibe ja nur wenig von der Arbeit, weil ich nicht finde, dass das hier in einen privaten Blog gehört, aber so viel sei gesagt: Unser Team besteht ausschließlich aus Pendlern und ich bin da mit Essen noch nicht mal am weitesten weg vom Kölner Büro und dieses Home Office gefällt eigentlich allen ziemlich gut. Auf der anderen Seite sehe ich sehr wohl, dass persönlicher Kontakt vor Ort fürs Teamgefühl und auch für die Identifikation mit der Firma schon wichtig sind, es läuft jetzt erst mal darauf hinaus, dass wir einen festen Tag vor Ort haben, wo dann auch alle aus dem Team da sind und dann gucken wir mal weiter, wie wir das so finden.

Der Tag vor Ort ergab folgendes: Ja, es ist total super, sich auch mal so richtig wieder zu sehen und nicht nur per Video. Aber auch: Nein, es gibt arbeitstechnisch exakt nichts, was ich nicht auch von zu Hause erledigen könnte. Das wussten wir auch schon vorher, wir arbeiten ja immer seit anderthalb Jahren von zu Hause und da gab es auch nichts, was ich nicht hätte machen können. Ich bin auch nicht produktiver oder konzentrierter, der einzige Vorteil ist wirklich der persönliche Kontakt mit Menschen, wobei ich das mit dem persönlichen Kontakt ja irreführend finde, den hab ich ja auch, wenn ich per Videocall mit den Leuten reden, aber Sie wissen schon, da stehen richtige 3D-Menschen vor einem, bei denen man jetzt auch nachweislich sehen kann, dass sie eine Hose tragen, das ist schon was anderes. Da die Kantinensituationen auch immer noch etwas unentspannt ist, kann man aktuell nicht mit mehr als drei Leuten an einem sehr langen Tisch sitzen und Unterhaltungen sind so zumindest eine Herausforderung. Außerdem war außer uns überhaupt gar niemand auf dem ganzen Flur, man konnte also auch keine Kollegen treffen, die man ob sich wenig überschneidender Arbeitsbereiche schon lange nicht mehr gesprochen hatte. Das wird aber alles noch sehr spannend in den nächsten Monaten, das muss sich alles noch zurechtruckeln.

Auch schön: Weil wir ja über ein Jahr nicht im Büro waren, gab es diverse Pakete zum Auspacken und es war literally wie Weihnachten und Ostern zusammen, inklusive Schokoladenosterhasen mit Mundschutz.

Zum ersten Mal fuhr ich ja auch mit dem Auto und das war gleichzeitig schlimmer und besser als erwartet. Schlimmer, weil ich auf der Hinfahrt exakt die Stunde erwischt, in der es heftig regnete und mich auf der Rückfahrt erst in Köln-Mülheim verfuhr (na ja, auf der falschen Spur und dann in einer vorhersehbaren Rotphase auf dem Clevischen Ring landete, ich wusste jederzeit, wo ich war, es war also kein wirkliches Verfahren) und dann Migräne bekam. Dafür brauchte ich zurück tatsächlich nur knapp eine Stunde und das inklusive der unnötigen Verfahrsituation und der unbefriedigenden Baustellensituation in Essen. Ich sehe mich unter diesen Umständen also nicht auf die Deutsche Bahn zurückgreifen, wenn ich einmal die Woche nach Köln fahre. Zudem ich das mittelfristig gerne mit Besuchen bei meinen Eltern kombinieren möchte, da ist das Auto noch mal umso hilfreicher. Auf der anderen Seite ist auch gerade Ferienzeit, die genaue Verkehrssituation ist also noch unbekannt.

Beim nächsten Mal bin ich schon nicht dabei, da werde ich nämlich erstgeimpft. Nachdem lange Zeit gar nichts ging, wurde ich in den letzten Wochen mit Impfangeboten nur so zugeworfen, insgesamt wurden noch weiter vier an mich herangetragen, da hatten wir aber schon das Angebot der Ärztin eines Ex-Arbeitskollegen meines Mannes und wollten dann auch nicht mehr umdisponieren.

Gestern war dann wieder Home-Office-Tag, das war schön, es war aber auch gleichzeitig Migränetag, das war nicht so schön.

 

Tagebuchbloggen, 05.07.2021

Morgen werde ich ins Büro fahren, zum ersten Mal seit ungefähr einem Jahr. Ich bin schon aufgeregt, aber auch schon sehr genervt, weil ich aufgrund von mangelnder Planung mit dem Auto fahren werde und darauf habe ich jetzt schon keinen Bock. Jetzt habe ich heute Abend auch keinen guten Parkplatz gefunden und stehe in einer Ladezone, die ab 7 Uhr frei sein muss. Eventuell werde ich also aufgrund der Parksituation dazu gezwungen ein bisschen vor dem ganz schlimmen Pendelverkehr loszufahren, darauf habe ich zwar auch keinen Bock, aber eventuell wird es dadurch weniger schlimm. Vielleicht aber auch nicht, was weiß ich schon von Pendelverkehr, ich bin nur einmal ein paar Wochen von Leverkusen nach Düsseldorf gependelt und das war sogar grob gegen die üblicher Pendelrichtung.

Nach anderthalb Jahren freue ich mich zwar irgendwie auch aufs Büro und die Kollegen, aber gleichzeitig finde ich es umso sinnloser, zwei bis drei Stunden durch die Gegend zu fahren für etwas, dass ich ja nun erwiesenermaßen von zu Hause genauso gut erledigen kann.

Aufgrund sehr ungünstiger Planung und eines kaputten Autos kann mein Mann dann morgen auch nicht mit dem Hund zur Hundewiese, denn ich fahre ja mit meinem Auto und er hat nur einen Leihwagen, den er nicht mit Hund belasten will. Dafür war heute auf der Hundewiese erst Hektor, einer von Koris Lieblingshunden, vor dem er bis zur Ekstase rumschlawenzelt, um ihn zum Spielen zu Animieren. Dann gab es einen anderen Hund, der gnädigerweise mit Kori rannte, worauf sich dann auch Hektor wieder einschaltete. Und als der Hund dann eh schon völlig fertig war, kam eine Welpentruppe. Das interessierte den Hund zwar nicht so doll, aber natürlich alle Menschen. Auf dem Rückweg atmete der Hund so doll, dass das Rückfenster beschlug wie einst bei Jack und Rose in diesem Auto auf der Titanic.

 

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Wenn wir Glück haben, hält das also bis Mittwoch vor, dann muss ich ja nicht ins Büro und wir haben ein Auto, um auf die Hundewiese zu fahren.

Tagebuchbloggen, 03.07.2021

Folgende Begebenheit: Das Navi aus dem Korimobil ist kaputt. Es handelt sich um ein Garmin Navigon und es geht einfach nicht mehr an. Das Internet hilft nicht und Garmin selber hat den Navigon-Support schon längst eingestellt, so dass man das Gerät auch gar nicht zurücksetzen kann, jedenfalls nicht mit der Software, die ursprünglich dafür gedacht war. Dafür braucht man nämlich einen Zugang zu MyNavigon, den hab ich aber nicht und ich kann auch keinen mehr einrichten, weil MyNavigon nicht mehr existiert. Jedenfalls wurde mir so komplett die Möglichkeit genommen, auf einfachem Weg etwas anderes als Radio im Auto zu hören, allerdings hat das Autoradio einen CD-Spieler und jetzt nahm ich einfach eine Auswahl an vier CDs mit ins Auto, dann werden jetzt halt wieder Alben gehört und ich komme mir nicht so albern vor, weil ich mich von meinen CDs nicht trennen möchte.

Es wäre auch nur bedingt empfehlenswert, denn die Begebenheit ging weiter. Ich entschied mich für die Fahrt zum Super-Edeka in Mülheim-Dümpten für Melissa McClelland mit „Thumbelina’s One-Night Stand“, die ich wirklich schon lange nicht mehr gehört hatte. Schon am dritten Lied blieb ich hängen und freute mich, diese CD eingelegt zu haben. Zu Hause wollte ich das dann am Klavier spielen, den Text fand ich noch im Internet, immerhin, aber danach nichts mehr. Das Album ist nicht auf Spotify, es gibt kein Video auf YouTube und auch sonst anscheinend keine Chance, das Lied zu hören. Apple Music bot es mir an gegen Aboanschluss, aber ich habe ja die CD, ich möchte dafür jetzt kein Abo. Also musste ich das Album in iTunes für die Sync zum iPhone freischalten und schon konnte ich am Klavier zum Song mitspielen. (Strophe ist in Fis-Dur, Refrain in H-Dur, falls das hier von Interesse ist, es hat mich ein bisschen Zeit gekostet, das rauszufinden, ansonsten klassische Akkordfolgen, ich üb das jetzt weiter.)


Eben noch die Aufnahmequalität des neuen Rechners getestet. Kann ich mit leben, zumal das fast im Dunkeln war. Ich lad das jetzt aber nirgendwo hoch, nur damit man mal gucken kann. Morgen mach ich was, versprochen.


Ansonsten:

  • Drei Runden auf der Hundewiese gelaufen, bis der Hund keinen Bock mehr hatte, weil es so warm war.
  • Bei MediaMarkt einen USB-Hub und einen USB-Stecker für den Zigarettenanzünder im Auto gekauft.
  • Sehr viel Unsinn beim Super-Edeka gekauft, unter anderem diverse Kaltgetränke.
  • Waschmaschinenreinigungszeug und Kaffeemaschinenentkalkzeugs und Batterien für die Küchenwaage in der Drogerie gekauft.
  • Waschmaschine gereinigt.
  • Kaffeemaschine entkalkt.
  • Sehr viel aufgeräumt.
  • True-Crime-Podcasts gehört.
  • Eine englische Gartensendung auf HGTV geguckt.
  • Mehl in größere Aufbewahrungsdosen gefüllt, um die kleineren für Reis nutzen zu können. Dabei viel Spaß mit dem Etikettiergerät gehabt.
  • Jetzt muss ich noch etwa ein bis zwei Stunden Cook, Serve, Delicious 3 spielen und Dinge frittieren und dabei Drei ???, bis es viel zu spät ist.

Tagebuchbloggen, 02.07.2021

Auf dem Wohnzimmertisch steht ein wunderschöner neuer Computer und das kam so. Ich trage ja oft die alte Technik meines Mannes auf, also zum Beispiel Tablets und eben auch Computer und deswegen hatte ich auch den iMac von 2011. Der funktioniert auch noch super, aber der Softwaresupport lässt zu wünschen übrig und jetzt kam ich langsam an den Punkt, wo sich Software nicht mehr aktualisieren lässt, weil das Betriebssystem veraltet ist, aber ich auch das Betriebssystem nicht aktualisieren kann, weil es die Hardware nicht zulässt und das fängt dann irgendwann an zu nerven.

Jedenfalls fuhr mein Mann dann heute zu einem Applehändler, wo es noch exakt einen der neuen iMacs gab und nach interner Diskussion unter Hinzunahme von hansbahnhof in einer Telefonkonferenz, beschlossen wir dann, exakt diesen Rechner zu nehmen, weil ich ja auch keine Videoschnitte damit machen will oder zumindest keine hochkomplexen, sondern ein bisschen Internet und ein bisschen Spielen und ein bisschen Musikzeug. Dann versuchte mein Mann zu bezahlen und das ging dann nicht wegen eines Kartenlimits, das er sich selbst aus Auslandsreisengründen mal auferlegt hat und das total sinnvoll ist, außer eben, wenn man auf einmal etwas Größeres kaufen will. Dann ließ er den Rechner hinterlegen und wir wollten ihn morgen abholen, dann dachte ich aber, fuck it, ich fahr jetzt einfach und kauf den jetzt, ich habe ja ein anderes Konto, wo kein absurdes Limit drauf ist, weil ich sehr selten Geschäftsreisen nach Brasilien oder Indonesien mache, nämlich nie. Also fuhr ich hin, bezahlte den Rechner und fuhr ihn nach Hause.

Man muss den Apple-Geräten lassen, dass sie wirklich wunderschön sind und man sich dauernd über Details freuen kann. Das fängt beim Auspacken an und reicht bis zur Farbe der Kabel, die sind nämlich an die Gehäusefarbe angepasst. Jetzt steht der Computer also im Wohnzimmer, auf dem Schreibtisch steht ja noch der alte und muss so langsam leergeräumt werden, damit ihn noch jemand anders weiter benutzen kann, dem es nicht so wichtig ist, Garageband auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Aktion wirkte auch super spontan, aber ich kaufe ja quasi nie super spontan, ich rede nur vorher nicht drüber. In dem Moment, wo ich eine Kaufidee äußere, trage ich diese meistens mehrere Wochen bis Monate mit mir rum und dann ist es so, dass ab diesem Moment die Umsetzung sehr zeitnah erfolgen muss, denn ab da bin ich dann super ungeduldig und möchte alles sofort haben.

(Ich möchte übrigens keine Apple-vs.-Windows-Diskussion haben, ich mag beide Systeme genau wegen ihrer Vorzüge und nutze auch beide, es ist mir völlig egal.)