Gelesen im März 2016

The Sword of Shannara von Terry Brooks

Für den Online-Buchclub gelesen und nein. Einfach nein. Ich weiß, dass es ein Fantasy-Klassiker ist und in den Siebzigern anscheinend gefeiert wurde, aber nein. Mal abgesehen von dem allzu offensichtlichen Einfluss Tolkiens (zwei einfache junge Männer aus einem heimeligen Tal werden auf einem seltsamen großen alten weisen Mann auf eine Mission geschickt, von der das Schicksal des ganzen Landes abhängt) und des doch sehr einfachen Sprachstils, es kommen einfach keine Frauen in diesem Buch vor. Na gut, es kommt eine Frau vor, die irgendwann in der zweiten Hälfte auftaucht und dann wird noch zwei oder drei Mal die Existenz anderer weiblicher Wesen am Rande erwähnt. Die anderen Bücher der Reihe sollen besser sein, vielleicht liest man einfach eines von denen, wenn man unbedingt etwas aus den Shannara-Chroniken lesen will. Aber nicht das hier.

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All the Birds in the Sky von Charlie Jane Anders

Ebenfalls für den Online-Buchclub gelesen und geliebt. Es geht um Patricia und Laurence. Während Patricia magische Kräfte an (klingt schlimmer als es im Buch ist), ist Laurence ein Tech-Wunderkind. Beide leben in einer Welt, in der sie niemand versteht, nicht die Eltern, nicht die Mitschüler und so finden sie sich, werden Freunde, zunächst eher aus einer Notwendigkeit. Aber einer verrät den anderen und dann tritt noch ein Auftragskiller auf, der die Apokalypse aufhalten will, die in seiner Vision von den beiden ausgelöst wird. Erst Jahre später treffen sich Patricia und Laurence in San Francisco wieder, beide haben vermeintlich ihren Platz in der Welt gefunden, wenn da nicht tatsächlich der drohende Weltuntergang anstünde und sie sich für eine Seite entscheiden müssten. Klingt seltsam, ist es auch, aber gleichzeitig packend geschrieben, mit tollen Figuren und genau der richtigen Menge an Absurdität.

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Sommernovelle von Christiane Neudecker

Ein astreines Sommer-Nostalgiebuch. Die fünfzehnjährige Panda fährt mit ihrer besten Freundin Lotte über Pfingsten auf eine Nordseeinsel, um auf eine Vogelstation zu helfen. Wir sind im Jahr 1988 und die beiden Mädchen wollen die Welt retten, vor dem sauren Regen und den Atomkraftwerken und dem Müll, der am Strand rumliegt. Und dann geht es natürlich doch um mehr, um die erste Liebe und die erste Enttäuschung und die Frage, wem man trauen kann, wenn man fünfzehn ist und die Welt retten will. Das ist alles ganz wunderbar in eine Atmosphäre gepackt, die man auf jeder Seite spüren kann. Ich habe auch schon hier darüber geschrieben.

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The Color Purple von Alice Walker

Ein Klassiker wieder, und zwar völlig zu recht. In Briefen wird die Geschichte der Schwarzen Celie erzählt, die es nicht leicht im Leben hat und von einem misshandelnde Vater zum schlagenden Ehemann geschubst wird, sich dann aber doch mutig und in kleinen Schritten ihre Freiheit erkämpft. Ich habe mich in wenigen Tagen durch das Buch gefräst, man könnte sich fast fragen, warum ich das nicht schon viel früher gelesen habe.

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Hab ich selbst gemacht von Susanne Klingner

Susanne Klingner kenne ich vom Lila Podcast, den ich hier auch allen ganz dringend ans Herz legen möchte. Vor ein paar Jahren beschloss sie, ein Jahr lang alles selbst zu machen, vom Brot über Seife bis zum selbstgenähten Designerkleid. Ihr Mann steht der Unternehmung skeptisch gegenüber, Susanne zieht das Ding aber durch, mit allen Erfolgen und Rückschlägen, von denen es auch einige gibt, doch genau das macht das Buch so schön. Es ist kein „Man kann alles selber machen, wenn man will“-Buch, sondern ein „Man kann vermutlich alles selber machen, aber bei manchen Dingen lohnt sich der Stress nicht“-Buch. Jedenfalls habe ich wahrscheinlich nicht ohne Grund diesen Frühling wieder damit angefangen, Brot selbst zu backen. Die Inspiration lässt sich also nicht wegleugnen. Ein sympathisches, schönes Buch mit der ein oder anderen Anleitung und einer ehrlichen Sicht auf den Selbermachtrend.

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Wenn’s brennt von Stephan Reich

Auch ein Coming-of-Age-Roman, nur spielt die Geschichte diesmal in der Gegenwart und die Jugendlichen wollen nicht so sehr ihre Welt retten als vielmehr irgendwie mit ihr klarkommen, was mal mehr und mal weniger gut funktioniert. Es wird geraucht und getrunken und am Ende kommt es nicht ganz unerwartet zu einer Katastrophe. Auch dieses Buch habe ich sehr gerne gelesen, wobei ich den Figuren ihren Erfahrungshorizont nicht immer abgenommen habe, das war aber ein kleines Problem in einem ansonsten sehr packenden Roman. Auch über dieses Buch habe ich schon geschrieben.

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Die Ernte des Bösen von Robert Galbraith

Der dritte Teil der Cormoran-Strike-Reihe von Robert Galbraith alias J.K. Rowling. Wieder als Hörbuch gehört, was mich ein Wochenende lang zu Hörbuchtauglichen Aktivitäten nötigte (Liegen geht dann nicht, dann schlafe ich ein). Dieser Teil führt uns weiter in die Vergangenheit des Privatdetektivs Cormoran Strike, denn es wird persönlich. Seine Assistentin Robin bekommt ein abgetrenntes Frauenbein geschickt und Strike muss sich damit auseinandersetzen, wer aus seiner Vergangenheit ihm so viel Böses können wollte. Im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern hatte ich diesmal ein bisschen Probleme der Story zu folgen, außerdem treten die persönlichen Probleme und die Beziehung der beiden Hauptfiguren deutlich mehr in den Vordergrund. Nichtsdestotrotz hat Galbraith/Rowling hier wieder einen schönen dichten Krimi mit Vollausstattung geschrieben. Den vierten Teil lese bzw. höre ich dann sicher auch.

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A Darker Shade of Magic von V.E. Schwab

Auch für den Online-Buchclub gelesen. (Zur Erklärung: Das erste Buch war für den Februar, hat sich aber ewig in die Länger gezogen, so dass ich erst im März fertig wurde. Das Buch für März hatte ich in wenigen Tagen durch und als dann das Buch für April feststand, habe ich das auch ganz fix gelesen.) Wieder eine Fantasy-Geschichte, diesmal irgendwo in London, wobei es eben nicht ein London gibt, sondern drei oder vielmehr vier. In Grey London gibt es keine Magie, White London wird von tyrannischen Zwillingen regiert und in Red London fließt die Magie wie die Themse durch die Stadt. Früher waren die Städte verbunden, bis Black London unterging und sicherheitshalber alle Türen zwischen den alternativen Welten geschlossen wurden. Nur noch zwei Menschen haben die Fähigkeit, zwischen den Londons zu wechseln, einer davon ist Kell. Als er einen illegalen Botengang annimmt und einen geheimnisvollen Stein von einem London ins andere schmuggelt, gerät alles aus den Fugen. Dann ist da noch die Diebin Lila aus Grey London, die Kell erst bestiehlt und ihm dann durch die Welten folgt, um die ein oder andere Katastrophe aufzuhalten (oder selbst zu provozieren). Das ist alles sehr flott geschrieben, erinnert an YA (was nicht wundert, da V.E. Schwab auch YA-Romane schreibt). Dass die Geschichte an der ein oder anderen Stelle noch etwas unausgegoren ist, stört da nicht groß, dafür macht das alles zu viel Spaß.

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