The Days Are Just Packed

Es gibt einen Calvin & Hobbes-Band, der auf Englisch den Titel „The Days Are Just Packed“ heißt und ich denke aktuell täglich an diesen Titel, weil sich genauso mein Leben gerade anfühlt.

The Days Are Just Packed, aber im guten Sinne. Gestern waren wir mittags eine Runde im Wald spazieren, dann mussten wir zur Sparkasse und dann musste ich etwas bei meiner Tante vorbeifahren und dann habe ich kurz mit meiner Tante und meinem Onkel etwas gegessen und danach noch meinen Cousin im Büro besucht und danach endlich mal sein Haus von innen gesehen und dann war ich Einkaufen und dann habe ich Chili gekocht und dann war ESC.

The Days Are Just Packed, schon allein ESC ist ja packed. Ich muss gleichzeitig die Automatische ESC-Kritik befüllen, twittern und in einem dedizierten Musikchat mit anderen Leuten schreiben UND DABEI AUCH NOCH GUCKEN! Das Ergebnis fand ich übrigens sehr schön. Ich halte den ESC sonst für deutlich unpolitischer als oft geunkt wird, wenn man sich die Sieger der letzten Jahre anguckt, weiß man auch, dass an der vermeintlichen Hin- und Herschieberei von Punkten nicht so wahnsinnig viel dran sein, aber was interessieren schon Statistiken. Dass es dieses Jahr ein sehr politisches Statement seitens des Publikums gab, fand ich gut und passend, für mich ist das weniger ein Beweis dafür, dass eine Veranstaltung sowieso schon immer politisch war, sondern eher dafür, dass es eine Sache gibt, die so wichtig ist, dass sie in allen Bereichen eine Rolle spielt. Aber darüber kann man sicher diskutieren, solange man als Argument nicht mit Punkteschieberei kommt, da bin ich nämlich raus (s.o.).

The Days Are Just Packed, weil wir dann heute morgen erst mit dem Hund draußen waren und dann kurz wählen waren und dann zu meiner Cousine zum Frühstücken fuhren und dann noch kurz zu meiner anderen Cousine rübergingen, um die neue Küche und den neuen Kamin zu gucken und dann wieder nach Hause fuhren. Dann noch eine Stunde mit dem Hund durch den Wald, dann im Garten rumwerkeln, Wäsche waschen, ein Regal übergangsweise aus dem Keller ins Badezimmer schleppen, Badezimmer aufräumen, Spargel kochen (mit Kartoffeln, Schinken und Hollandaise, ich habe da einen Puristen geheiratet) und dann Wahlergebnis, Wäsche aus der Maschine, Küche auf- und ein bisschen umräumen, weil sich der Standort des Brotkastens als ungünstig erwies, oben im Arbeitszimmer Dokumente abheften und jetzt ist 20 Uhr und eventuell gucke ich gleich einfach Fernsehen und spiele Cozy Grove auf der Switch und dann ist das Wochenende auch schon wieder rum.

The Days Are aber auch anderweitig Packed, am Freitagabend zum Beispiel wollte ich meinem Mann etwas erzählen und suchte kurz nach der richtigen zeitlichen Einordnung des Geschehnisses und es war einfach am gleichen Tag gewesen, das kam mir nur falsch vor, weil ich sicher war, dass es länger her sein müsste, aber es war tatsächlich einfach am selben Tag. So packed sind meine Tage gerade, dass ich abends denke, dass morgens sehr, sehr lange her sein muss, auf keinen Fall erst acht Stunden.

 

Tagebuchbloggen, 01.05.2022

Am Wochenende tat mir der rechte Arm sehr weh, ich konnte mich aber nicht erinnern, irgendetwas besonderes getan zu haben, das Rechter-Arm-Schmerzen hervorrufen könnte.

Gestern Abend ging ich dann noch mal in den Vorgarten, um ein paar Blumen in Töpfe zu pflanzen und weiter ein bisschen Sträucher wegzuschneiden. Bevor hier wieder jemand hyperventiliert, der Vorgarten steht voll mit Sträuchern und Bäumen. Ich will die alle nicht haben, man kann die Fläche nicht nutzen, obwohl es eine schöne Fläche wäre, wenn sie halt nicht voll mit Sträuchern und Bäumen stünde.

Zwischenzeitlich stellte ich den Plan auch ein bisschen in Frage, weil wir ja von Nordlage sprechen und ich unsicher war, ob man einen Vorgarten mit Nordlage überhaupt nutzen würde. Jetzt habe ich aber auch festgestellt, dass da morgens und abends total schönes Licht ist, man kriegt nur nicht so viel davon mit WEIL JA ALLES VOLL IST MIT STRÄUCHERN UND BÄUMEN. Jedenfalls möchte ich gerne einen schönen Vorgarten, in dem man auch rumlaufen kann.

Da wir keine Bäume fällen können, leisten wir Vorarbeit im Kleinen, ich habe gestern zum Beispiel vielleicht eine Akazie Azalee gefunden oder etwas, das aussieht wie eine Akazie Azalee. Dafür musste ich aber sehr viel von einem anderen Busch wegschneiden.

Hauptsächlich ziehe ich aber Efeu weg. Es ist sehr viel Efeu im Vorgarten, man kann wahllos an irgendeinem Efeutrieb ziehen und hat dann drei bis vier Meter Efeu in der Hand. Das ist einerseits sehr befriedigend, das Verhältnis rausgezogener Efeuhaufen und freigezogene Bodenfläche missfällt mir aber, da scheine ich noch einiges zu tun zu haben.

Jedenfalls zog ich am Efeu und mein Arm tat wieder so weh. Und dann fiel mir ein, dass ich ja auch zwei Tage vorher sehr viel Efeu rausgezogen hatte und dann wusste ich auch, woher die Rechter-Arm-Schmerzen kamen.

Im richtigen Garten hinterm Haus kann man jetzt übrigens endlich Gras mit bloßem Auge sehen, zwar nur in vereinzelten zaghaften Büscheln, aber immerhin. Das stimmt mich insgesamt hoffnungsvoll.

(Eventuell mach ich später noch Bilder, mal gucken.)

Lieblingstweets im April

Irgendwie lebte ich im Glauben, ich hätte irre viel lustige Tweets im letzten Monat gelesen, aber die Sammlung spricht eine andere Sprache.

Tagebuchbloggen, Ostersonntag 2022

Wir sind jetzt also Menschen, die am Ostersonntag eine Stunde durch den Wald laufen oder vielmehr, wir sind jetzt Menschen, die am Ostersonntag eine Stunde durch den Wald laufen können, weil der Wald direkt um die Ecke ist und sonst niemand unterwegs ist außer drei anderen Leuten und einem Hund.

Jetzt muss man sagen, dass man nach einem Monat Landleben sicher noch nicht besonders viel darüber sagen kann, ob das jetzt eine gute Entscheidung war oder nicht. Wir haben erst zwei Wochen rumgerödelt und dann hatten wir zwei Wochen Corona und zwischendurch war das Wetter sehr schlecht. Außerdem müssen wir das Haus erst kennenlernen und alte und neue Routinen etablieren und Dinge unternehmen und generell einfach Alltag haben, aber jedenfalls, worauf ich hinaus wollte, bislang haben wir nix bereut. Die Möglichkeit, einfach so direkt um die Ecke in einem wirklich sehr schönen Wald spazieren zu gehen, die Aussicht abends aus dem Schlafzimmer, die bis auf die andere Seite der A4/Agger/Bahntrasse geht (glaub ich jedenfalls, muss das mal verfizieren), wo dann in den einzelnen Dörfern die Lichter leuchten. Der Flieder, der in unserem Garten jetzt anfängt zu blühen, die Magnolien im Nachbargarten, die Kirschen und anderen Bäume in den anderen Gärten, das ist schon alles sehr hübsch und entspannend und eventuell doch das, was wir gerade brauchen. Wenn jetzt noch der Garten langsam fertig wird, dann können wir richtig loslegen.

Und jetzt kommen noch Bilder vom Osterspaziergang. Frohe Ostern noch auf den letzten Metern.

Osterspaziergang

Tagebuchbloggen, 11.04.2022

So, ich war jetzt zwei Wochen in Urlaub, während dem ich umgezogen bin, was eben dann technically kein Urlaub ist, sondern Zeit, in der man nicht zur Arbeit gehen muss, erholungstechnisch ist es mehr oder weniger ein Nullsummenspiel.

In der letzten Urlaubswoche bekam mein Mann dann Corona, dann war ich drei Tage arbeiten und dann war ich anderthalb Wochen mit Corona krank. Es geht mir insgesamt gut, seit ein paar Tagen huste ich etwas mehr als ich gerne hätte, eventuell muss das noch mal vom Arzt geklärt werden, aktuell kommt es mir aber wie normales Erkältungshusten vor und seit heute bin ich dann wieder arbeiten, hurra!

Ich kann dieses Corona nicht empfehlen, sehe aber auch irgendwie nicht, wie man sich ernsthaft davor schützen soll. Das ist kein Plädoyer dafür, die Masken wegzulassen oder anderweitig unvernünftig zu sein, aber sagen wir, wir haben auch alles so gemacht, wie man es machen soll, wir wissen, nicht, wo mein Mann sich angesteckt hat, vermutlich doch irgendwo im öffentlichen Raum und so wahnsinnig unternehmungswütig waren wir in der Zeit eh nicht. Und so, wie die Zahl der Corona-Infektionen bei ähnlich normal vorsichtigen Leuten derzeit in meinem Social-Media-Umfeld in die Höhe schießen, scheinen wir da nicht die einzigen zu sein. Wenn aber Impfung und Vorsichtsmaßnahmen dazu führt, dass man weniger krank ist und dass nicht alle gleichzeitig krank werden, dann ist das doch auch schon mal eine gute Sache.

Jedenfalls sind wir jetzt beide wieder negativ und ausreichend gesundet und so langsam kann das Sozialleben losgehen. Am Osterwochenende kommt zwei Mal Besuch und in der Woche danach kommen die ersten Übernachtungsgäste.

Der Hund hat schon mindestens eine Freundin im Nachbarhaus und an der Freundschaft zu der anderen Hündin zwei Häuser weiter haben wir gestern hart gearbeitet. Nachdem sich die beiden sehr intensiv angekeift haben, sind wir auf der Wiese am Waldrand sehr lange erst mit Leine mit beiden Hunden entlang gelaufen, mal hintereinander, mal kreuz, mal in die andere Richtung, bis beide Hunde entspannt waren und dann haben wir sie von der Leine gelassen und es war eigentlich sofort Ruhe und auf der halben Runde im Wald wurde dann das erste Mal gespielt. Das Spielverhalten ist in sofern interessant, als dass ein MacGuffin eine Rolle spielt. Die Hündin schnappt sich nämlich einen Stock, in der Erwartung, dass der andere Hund sich für den Stock interessiert und ihn ihr abjagen will. Der Stock selber hat – laut Halterin – für sie überhaupt keine Bedeutung, sie interessiert sich nicht für Stöcke, der Stock ist nur das Mittel zum Zweck, um das Interesse des anderen Hundes zu wecken. Nun ist es so, dass Kori sich auch null für Stöcke interessiert, aber sehr gerne läuft. Am liebsten wird er gejagt, im Zweifelsfall spielt er aber auch den Jäger, das sieht er nicht so eng, Hauptsache es wird hintereinander her gerannt. Es lief jetzt also ein Hund, der sich nicht für Stöcke interessiert mit einem Stock im Maul vor einem Hund weg, der sich ebenso nicht für Stöcke interessiert. Man hätte den Stock also auch weglassen können, aber erklären sie das mal einem Hund. Das ist bestimmt auch eine Analogie für irgendwas in der Gesellschaft, aber ich habe gerade nicht die Muße, mir da mehr Gedanken drüber zu machen.

Ich wollte noch irgendwas anderes schreiben, aber das habe ich jetzt vergessen. Aber jetzt bin ich ja fast gesund und so langsam fängt hier auch so was wie ein normales Leben wieder an, ich werde also hoffentlich wieder regelmäßiger berichten.

Mir ist es wieder eingefallen, heute ist Hochzeitstag, happy 17 Jahre verheiratet to us!

Lieblingstweets im April

Live von der Corona-Quarantäne-Station:

Tagebuchbloggen, 24.03.2022

Wenn ich aus dem Arbeitszimmerfenster gucke, sehe ich vor allem das Nachbarhaus, aber auch Wald und zwar der Wald, in dem wir jetzt ein oder zwei Mal am Tag Waldbaden. Wir hatten das ja vorher nicht umfassend ausgetestet, der Plan war, dass wir in Zukunft nur noch kurze Strecken mit dem Hund an der Leine sind und dann irgendwo in der Natur sind, wo er ohne Leine laufen kann. Das ist hier der Fall. Man geht etwa 300 Meter die Straße runter, dann ist man auf einer Wiese, dann lässt man den Hund von der Leine und klettert einen Trampelpfad runter und dann steht man im Wald. Im Wald sind entweder ein oder mehrere Bäche, da bin ich mir noch nicht sicher, ob es einfach ein und derselbe ist, der immer wieder auftaucht oder ob das mehrere sind, die irgendwo zusammenfließen.

Die normale Runde durch den Wald dauert etwa 45 Minuten, wenn einem kein anderer Hund an der Leine entgegenkommt, kann der Hund die gesamte Strecke ohne Leine laufen, er jagt ja auch nicht, sonst wäre das nicht so einfach. Es ist also zumindest in der Hinsicht alles genauso eingetroffen, wie wir es uns erhofft haben. Zusätzlich ist der Wald auch noch sehr hübsch waldig und vor sich hin gluckernde Bächlein sind ja sowieso schön. Der Hund findet den Bach auch gut zum Trinken, achtet aber nach wie vor sehr darauf, sich nicht die Pfoten nass zu machen.

Auch im Haus selber tut sich was, gerade zum Beispiel haben wir Kleiderschranktüren montiert, in der alten Wohnung war da nämlich einfach ein Vorhang davor, da brauchten wir keine Türen. Das ist jetzt hier nicht der Fall und auch nicht so einfach möglich, deswegen habe ich beim schwedischen Möbeldesigner drei Türen bestellt und die haben wir gerade eingebaut und es war überhaupt nicht mehr schlimm, weil sich offenbar in der Scharnierforschung sehr viel getan hat in den letzten Jahren und man jetzt gar nicht mehr weinen muss, wenn man Türen einhängen will.

Das Internet ist auch okay, allerdings nicht im ersten Geschoss, wo ich gerade sitze, da muss wohl doch noch ein Repeater dazwischen. Im Wohnzimmer, wo der Router steht, kann man aber über Internet in guter Qualität Fernsehen gucken, es scheint also insgesamt gut zu sein.

Heute wird noch der Waschtisch im Bad montiert und ein neuer Wasserhahn in der Küche und vielleicht das Urinal im Gästebad und eventuell wird die Waschmaschine angeschlossen, das ist noch unklar. Der Sanitärmensch kommt immer irgendwann abends vorbei und macht dann irgendwas, aber er hat auch keinen Bock mehr und somit sind jetzt hier mindestens drei Menschen sehr motiviert, dass spätestens morgen Abend alles erledigt ist. Dann muss noch ein bisschen gefliest und verfugt werden und dann müssen wir uns noch um Badezimmerspiegel und Beleuchtung und sowas kümmern. Das ist alles hochgradig furchtbar, ich wusste nicht, wie schnell ich von Badezimmereinrichtung genervt sein würde. Stellt sich raus: Recht schnell.

Und dann kommt noch der Elektriker und muss neue Thermostate einbauen und noch andere Dinge tun, es ist aber noch unklar, wann der Elektriker kommt und ob wir es vorher noch schaffen, Lampen zu kaufen, die er dann auch direkt anbringen kann. Lampen aussuchen ist auch furchtbar nervig. Möglicherweise bin ich für diese Umzugssache gar nicht gemacht, aber da müssen wir jetzt alle durch, vor allem ich.

Jetzt noch ein paar Bild vom Waldbaden.

Waldbaden
Waldbaden
Waldbaden
Waldbaden

Lieblingstweets im Februar