Problemlösung durch Kommunikation

Nachdem ich ja Ende des Jahres festgestellt habe, dass sich manche Probleme durch einfaches Lesen fast von alleine lösen, habe ich jetzt gelernt, dass – Vorsicht, Klischeesatz! – auch Reden hilft.

Es ist nämlich so: Ich löse ja gerade meine Zweitwohnung auf. Die Zweitwohnung ist genaugenommen ein Einzimmerdachwohnungsapartment, aber irgendwo muss man ja unterkommen und es ist ein sehr hübsches Einzimmerdachwohnungsapartment. In dieser Dachwohnung befindet sich fast nichts, was ich mit ins Ruhrgebiet nehmen bräuchte, deswegen war das erklärte Ziel, auch möglichst viel davon zu verkaufen bzw. zu verschenken.

Die Küche konnte ich über den Vermieter der Nachmieterin aufschwatzen, das Schlafsofa habe ich über ebay verkauft und erfreulicherweise gingen auch der Schreibtisch, der Plastikdrehstuhl und der komische Stoffschrank über ebay-Kleinanzeigen recht schnell und unkompliziert weg.

Jetzt stehen da noch zwei kleine BILLY-Regale, ein weißer LACK-Tisch und halt das Klavier, für das sich immer mal wieder Leute interessieren, die dann aber erstmal rumüberlegen. Das ist aber alles nicht so schlimm, denn ich habe jetzt nur noch Zeug, das ich auch mit nach Essen nehmen könnte und da dann entweder selbst weiterverwenden oder von da aus verkaufen kann.

Was mir aber ein bisschen Sorgen machte, war der BluRay-Player/Festplattenrekorder. Den habe ich mit in die Zweitwohnung geschleppt, nachdem wir uns eine PlayStation 3 gekauft haben, denn damit kann man ja auch BluRays abspielen. Ich konnte dann aber jetzt auch nicht die richtige Motivation aufbringen, auch noch den BluRay-Player zu inserieren, vor allem, weil bei Technikkram gerne seltsame Menschen seltsame Fragen stellen oder vollkommen absurde Ansprüche anmelden.

Auf der anderen Seite weiß ich aber, dass der werte Herr Gemahl ein bisschen empfindlich ist, was das unnötige Zustellen der Wohnung generell und mit redundantem Technikkram im Besonderen angeht. Ich schließe auch in unserer Wohnung schon nichts mehr an, weil ich sowieso davon ausgehen muss, dass ich die Kabel nicht ordentlich genug verlegt habe und alles noch mal neu gemacht werden muss.

So machte ich mir also quasi wochenlang Sorgen um den BluRay-Player, denn verkaufen wollte ich ihn nicht, aber Behalten schien auch eine eher suboptimale Lösung.

Aus einer Laune heraus thematisierte ich den BluRay-Player dann aber doch mal testweise während eines Telefonats im Rahmen der Umzugsfortschritte, worauf der Mann sowas sagte wie: „Och, eigentlich war das doch ganz praktisch mit dem Festplattenrekorder und ich hab jetzt auch schon öfter wieder was gesehen, was ich gerne aufgenommen hätte.“

„Hm“, sagte ich etwas benommen von dieser unerwarteten Reaktion. „Also, ich hatte schon überlegt, man könnte den ja wieder dahin stellen, wo er vorher stand und dann die PlayStation obendrauf, die ist ja kleiner.“

„Ja, so würde ich das auch machen“, sagte der Mann.

Und dann: „Aber wenn du den anschließt, guckst du bitte, dass du die Kabel ordentlich verlegst, damit das nicht so unordentlich ist.“

Wochenlang umsonst Sorgen um das Schicksal des BluRay-Players gemacht. Hätte man mir ja auch mal sagen können.

9 comments

  1. Hutbürger

    Vielleicht das Klavier an einen Händler verkaufen? Es gibt sicher keine Traumpreise, aber Profis überlegen da nicht lange rum, sondern kaufen oder kaufen eben nicht.

    • Anne

      Es ist ja nur ein digitales Klavier, das man relativ bequem in eine Kiste packen und transportieren kann, erstaunlich handlich eigentlich. Deswegen auch keine Dringlichkeit im Gegensatz zum Schlafsofa, dass ich in keinem Fall irgendwohin mitnehmen wollte.

      Ich stelle mir das so vor: Jemand kommt, gibt mir Geld und nimmt das Klavier mit. Alles, was organisationstechnisch darüber hinausgeht, ist mir zu aufwändig. Und wenn das Klavier dann ein paar Monate in Essen steht, dann soll mir das auch recht sein.

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