Der junge Chevy Chase! Der junge Paul Simon! Das Wasserglas! Die Dancemoves! Die Schuhe! Und der Song sowieso!
Hach.

Ma vie est faite de morceaux qui ne se joignent pas.
Der junge Chevy Chase! Der junge Paul Simon! Das Wasserglas! Die Dancemoves! Die Schuhe! Und der Song sowieso!
Hach.
Der Mann hat Ideen. Auf einmal meint er, wir müssten/sollten/könnten doch mal mit dem Fahrrad nach Bochum fahren. Und zurück.
Der hat sie doch nicht alle.
Aber weil ich nicht so bin, und weil Fahrradfahren ja eigentlich schön ist und die Sonne scheint und in Bochum Gourmetmeile ist und weil es ja auch nicht prinzipiell verkehrt ist, sich mal ein bisschen sportlich zu betätigen, sage ich auch noch “Ja klar, können wir machen.”
Ich hab sie doch nicht alle.
Den Weg hat er sich schon angeguckt, 13,3 km sagt Google Maps, das ist machbar. Immerhin sind wir auch schon mal von Bonn bis nach Opladen gefahren, allerdings war ich damals noch jung und voller Energie und außerdem ging das fast die ganze Zeit am Rhein entlang, es war also vor allem weit, dafür aber nicht anstrengend.
Egal. Wir machen das jetzt. Der Mann holt sein Rad raus und stellt noch mal den Sattel richtig ein, während ich mich zum Leihfahrradständer aufmache, um ein schniekes Leihrad zu holen. Da muss ich erstmal zehn Minuten lang einer Leihfahrradinteressierten erklären, wie das alles so funktioniert und dann kann’s losgehen.
Der Plan sagt, wir fahren über Huttrop und Steele irgendwie nach Bochum rein. Im Prinzip fahren wir die ganze Zeit nur nach Westen, so richtig schief gehen kann da nichts. Außer natürlich die Hügel, vor denen ich mich jetzt schon fürchte.
Das Ruhrgebiet ist nämlich, um mal gleich mit falschen Vorstellungen aufzuräumen, erschreckend hügelig. Das merkt man nicht so sehr, wenn man mit dem Auto unterwegs ist oder zu Fuß, das merkt man vor allem auf dem Fahrrad. Ebene Strecken gibt es kaum, es geht dauernd auf und ab, mal mehr und mal weniger schlimm. Plattes Land gibt es im Nordwesten (Niederrhein), im Nordosten (Münsterland) und grob in Richtung Süden (Köln und so), das Ruhrgebiet hat Hügel. So ist das nämlich.
Und die Sonne scheint. Weil wir doch ein bisschen klug waren, haben wir sogar an Wasser gedacht, nur meine Strickjacke habe ich zu Hause vergessen. Es muss also sonnig bleiben, ganz einfach.
Kurz vor Huttrop fange ich zum ersten Mal an zu fluchen, eher so aus Prinzip, weil’s eben bergauf geht. Das ist aber alles noch machbar. In Huttrop selber werden wir dann fahrradwegtechnisch umgeleitet und folgen dann lieber den Schildern mit den kleinen roten Fahrrädern als unserem ausgedruckten Plan. Unser Vertrauen in die Ruhrverkehrswege ist groß, die werden schon wissen, was sie machen, und schöner ist das bestimmt, hier im Wohngebiet rumzufahren anstatt auf Hauptstraßen permanent von ungeduldigen Autofahren überholt zu werden.
Dann sind wir in Steele, müssen einmal kurz über die fiese große Kreuzung und dann geht’s zum Hellweg.
Der Hellweg, davon bin ich fest überzeugt, heißt so, weil es einer Höllenanstrengung bedarf, da erst mal hoch zu kommen. Zu allem Überfluss verabschiedet sich jetzt auch noch die Gangschaltung des Leihrades, und ich habe jetzt die Wahl, diese Steigung im dritten Gang (von insgesamt drei Gängen) zu fahren oder zu schieben. Um einem Herzkasper in jungen Jahren vorzubeugen, schiebe ich lieber.
Hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir Gegenwind haben? Wir haben Gegenwind. Die ganze Zeit. Aber das nur am Rande.
Wenn man erstmal oben auf dem Hellweg ist, geht’s wieder, und kurze Zeit fahren wir einfach so aus Essen raus und befinden uns für kurze Zeit im Niemandsland zwischen Essen und Bochum. Auf beiden Seiten Felder, und Richtung Norden gibt’s Ruhrgebietspanorama vom Feinsten. Ich habe zwar die Kamera dabei, mache aber auf dem Hinweg keine Bilder. Dann müsste ich nämlich alle fünf Minuten anhalten und wir würden nie ankommen. Aber schön ist es schon.
Weil wir helmlos unterwegs bin, fahre ich sicherheitshalber so nah am Feldrand, dass, sollte ich umfallen, ich zumindest mit dem Kopf in den Brennesseln und nicht auf dem Asphalt lande. Ich bin halt total klug, was Unfallprophylaxe angeht.
Auf einmal sind wir in Bochum. Also in Wattenscheid. Also in Wattenscheid-Höntrop. Bochum-Wattenscheid-Höntrop. Man gönnt sich ja sonst nichts. Von hier aus geht es eigentlich nur noch geradeaus, auf langen Hauptstraßen, gelegentlich mal bergauf, meistens aber leicht bergab. Dank Gegenwind muss man aber auch bergab treten. “Zurück fahr ich aber nicht”, schreie ich dem Mann zu. Das stößt auf Unverständnis. Wir werden das wohl noch mal besprechen müssen.
Wir passieren das Thyssen-Krupp-Werk, also eins davon, die zahllosen Buden und Imbisse, dann irgendwann die Jahrhunderthalle und dann sind wir schon da. Die letzten Meter schleppe ich mich zähneknirschend bis zum Rathaus hoch und fühle mich dabei wie achtzig. Am Rathaus ist direkt eine Leihradstation, da wird das Rad abgestellt und wir machen uns auf, Hunger und Durst zu stillen.
—-
Natürlich fahren wir auch zurück. Unter der Auflage, dass ich auf dem Rückweg alle paar Minuten anhalten und Bilder machen darf, erkläre ich mich bereit, den Scheiß noch mal mitzumachen. Es kommt aber dann ganz anders. Direkt an der Jahrhunderthalle nämlich ist der Fahrradweg nach Essen (14 km) ausgeschildert, der Pfeil zeigt aber ganz woanders lang, als dahin, wo wir hergekommen sind.
Ist uns egal, wenn da Essen steht, wird’s da wohl nach Essen gehen, also fahren wir immer noch voller Vertrauen in die Ruhrgebietsradwegbeschilderung tendenziell eher gen Norden. Da ist Essen ja eigentlich gar nicht, aber die werden sich schon was dabei gedacht haben.
Tatsächlich steht schon an der nächsten Radwegkreuzung nichts mehr von Essen. Jetzt kann man nur noch zur Zeche Zollverein fahren, was zwar technisch auch Essen ist, faktisch aber so ziemlich genau auf der anderen Seite von Essen als wo wir hinwollen.
Egal. Wir fahren hier lang. Wie sich rausstellt, fahren wir jetzt auf dem Erzbahnradweg und es ist schön. So schön. Und überhaupt nicht hügelig. Man fährt immer mal wieder über hübsche Brücken, und ansonsten eigentlich nur durch die Natur. Es ist geradezu grotesk schön und grün hier, und wenn man nicht gelegentlich mal ein bisschen Straßenlärm hören oder einen Zechenturm zwischen den Bäumen hervorgucken sähe, man würde nicht glauben, dass man sich immer noch mitten im Ruhrgebiet befindet.
Kurz vor Herne haben wir mal kurz Angst, eine Abfahrt verpasst zu haben, aber dann geht’s doch noch links nach Essen weiter. Da hat auch jemand ganz geschickt eine Bude aufgebaut, um die ganzen Radfahrer und Spaziergänger zu versorgen. Überhaupt: Andere Fahrradfahrer. Davon gibt’s hier und heute viel zu viele. Was wollen die alle hier? Es gibt ja auch nichts Schlimmeres als andere Fahrradfahrer, denn die sind entweder zu langsam oder zu schnell oder belegen zu zweit gleich mal zwei Drittel des Radweges. Ich provoziere durch euphorisches Abbremsen zwecks Fotografiererei fast ein paar Auffahrunfälle, und laufe einmal einem Sportradfahrer fast vors Rad, aber alles geht gut.
Mal wieder wird offensichtlich, dass man im Ruhrgebiet schnell die Orientierung verlieren kann und dann erstmal rausfinden muss, in welcher Stadt man ist. Die Antwort findet sich am einfachsten auf den Autokennschildern. Deswegen weiß ich auch, dass wir irgendwo zwischen Bochum und Essen auch durch Gelsenkirchen fahren.
Ansonsten gibt es Brombeersträucher ohne Ende und mindestens einmal kommen wir auch an Springkraut vorbei und ich muss mich sehr zusammenreißen, nicht zu bremsen und erstmal eine halbe Stunde, Springkrautsamenkapseln aufzudrücken. Aber wenn ich jetzt noch damit anfange, dann kommen wir überhaupt nicht mehr nach Hause.
Am Mechtenberg legen wir eine Biergartenpause ein, recherchieren, wo wir so lang müssen, und teilen uns eine Currywurst mit Pommes. Kurze Zeit später verlassen wir dann den offiziellen Radweg, denn bis Zeche Zollverein wollen wir nicht fahren. Statt dessen fahren wir wieder auf regulären, für Autos gedachte und ausreichend hügeligen Straßen durch Schonnebeck und Frillendorf bis ins Zentrum und von da aus nach Hause.
Der Rückweg war länger, hat länger gedauert, war aber auch schöner. Und ich habe Bilder gemacht.
Fazit der Tour: Fahrradtouren durchs Ruhrgebiet kann man gut machen. Die eigens dafür gedachten Radwege sind auch durchaus zu empfehlen. In der Stadt selber muss man aber manchmal lachen, so goldig sind die Versuche, Essen oder auch Bochum in irgendeiner Art radfahrtauglich zu machen.
Oder, um es anders zu sagen: Als nächstes kaufen wir Fahrradhelme.
(Wir haben übrigens auch auf der Rückfahrt Gegenwind. Wollte ich nur erwähnt haben.)
Das Lügenschild
Hübsche Brücke Nummer 1
Schrebergartenidyll
Hübsche Brücke Nummer 2
Leihrad, diesmal mit einwandfrei funktionierender Gangschaltung
Windradding am Fuße der Halde Rheinelbe. Da sind wir aber nicht noch raufgefahren. Beim nächsten Mal eben.
Zur Erinnerung: Wir befinden uns immer noch mitten im Ruhrgebiet.

Bevor ich mich demnächst an die Rezepte für die Hochzeitscupcakes mache, hier zunächst die leichtere Übung: Danksagungen und Ressourcen. Damit ihr euch nicht fragen müsst, wo der ganze Krempel herkam.
Die Cupcakeförmchen und Strohhalme kamen von dem wunderbaren Onlineshop der Schönhaberei und ich war begeistert: Superqualität, schnelle Lieferung und ein nettes Dankeschön. Es hat mich wirklich gefreut und ich warte nur auf die nächste Gelegenheit, hier wieder tolle Sachen bestellen zu können.
Die “Love”-Zuckerdeko auf dem Hochzeitskuchen kam von Bertine. Dort wollte ich auch eigentlich die Marzipanherzen bestellen, aber es gab nur noch eine Packung mit 15 Stück und das war eindeutig zu wenig. Gott sei Dank habe ich dann die gleichen oder extrem ähnliche Marzipanherzen noch zufällig bei Hema in Essen gefunden.
Die Hochzeitstortenfigur kam von Amazon. Die hat aber die Braut bestellt und nicht ich.
Die Fähnchen haben ich mit Zahnstochern und masking tape von der tape factory selbst gebastelt. Geht supersimpel und sieht total hübsch aus.
Der Tonic für die Gin-Tonic-Cupcakes war von Fentimans, und wird in Deutschland z.B. von manufactum vertrieben, dort habe ich jedenfalls bestellt.
Als Gin habe ich Hendrick’s Gin genommen, den ich selbstverständlicherweise bei Banneke in Essen sofort gefunden habe. Die haben einfach alles. Und noch ein bisschen mehr.
Und nicht zuletzt war die Etagere eine freundliche Leihgabe von Schnitzlers Restaurant in Essen-Byfang. Bei der Abholung wurden von Peter Schnitzler höchstpersönlich noch schnell alle Schräubchen angezogen und die Stützen noch mal angeleimt. Dafür ein besonderes Dankeschön, es sah dann nämlich auch super aus.
Vollkommen außer der Reihe: Der sensationelle Petticoat kam ganz fix vor der Abfahrt zur ersten Hochzeit noch vom Onlineshop der Blutsgeschwister. Seit ich ihn habe, finde ich, dass man unbedingt einen Petticoat besitzen sollte. Also zumindest, wenn man auch Kleider und Röcke trägt.
(Alle anderen Zutaten gab’s bei EDEKA und REWE und vom Wochenmarkt in Essen-Holsterhausen. Und ich hab jetzt hoffentlich nichts vergessen.)
Das wäre auch ein schöner “Zum ersten Mal”-Artikel geworden. In diesem Fall “Zum ersten Mal Autofähre fahren”. Aber ich fand zwanzig Minuten Fahrt zu unspektakulär und hebe mir das lieber auf. Vielleicht kommen wir ja doch mal auf die lustige Idee, so richtig lange Fähre zu fahren mit allem drum und dran, mit Übernachten und Seegang und was-weiß-ich-nicht-noch.
Wir mussten aber nur von Konstanz nach Meersburg, und ausgerechnet da ist der Bodensee überhaupt nicht breit, man ist also schnell auf der anderen Seite, für meinen Geschmack fast zu schnell.
Trotzdem: Zum ersten Mal Autofähre fahren. Wir sitzen im Auto und fahren langsam auf die Rampe und von da aus auf das Schiff drauf. Nette Helfer winken einen auf die Spur, auf die sie gerne möchten, dass man fährt, man zahlt und dann geht’s auch schon los. Wir schnappen uns unsere Kameras und düsen nach ganz oben und dann wird geguckt und fotografiert und geguckt und gefreut.
Was ist das eigentlich, was Wasser so mit Menschen macht? Egal, ob See oder Fluss und Meer, man ist sofort gut gelaunt und entspannt. Wir jetzt auch. Das ist alles so toll, der See und wir auf der Fähre und das Ufer hinter uns immer weiter weg und das vor uns kommt langsam näher. Als wir oben genug Fotos gemacht haben, flitzen wir wieder nach unten und stehen ganz vorne an der Rampe, während sich die Fähre weiter durchs Wasser schiebt.
Dann wackelt es ein bisschen, unser Auto erschreckt sich und macht sicherheitshalber mal die Alarmanlage an. Aber wir sind jetzt sowieso da, die Fähre dockt an, also wieder rein ins Auto, darauf warten, dass einem ein freundlicher Helfer anzeigt, dass man jetzt fahren darf und schon sind wir auf der anderen Seite.
Davon, dass wir dann noch ewig durch Bodenseedörfer fahren müssen, bis wir endlich auf eine Autobahn kommen, möchte ich jetzt nicht schreiben. Dafür war die Überfahrt zu toll. Mal abgesehen davon, dass es auf der anderen Seite vom Bodensee total hübsche Örtchen gibt. Warum waren wir hier eigentlich noch nie?
Isa ist im Übrigen Schuld, dass ich nicht mehr normal das Wort “Fähre” denken kann. Es wird immer “Fääääääääähre!” draus. Man könnte auch sagen, Rainald Grebe ist Schuld, aber der liest hier ja nicht mit.
Pro: Aus irgendeinem Grund ist mir dieser Bahnhof sympathisch, dabei ist er vor allem irgendwie seltsam. Alles gibt es doppelt und dreifach, wenn nicht noch öfter. Wo man an anderen Bahnhöfen verzweifelt nach einer Uhr sucht, sind hier überall welche angebracht, genau wie die lustigen Infounterhaltungsbildschirme, die es hier in rauen Mengen gibt. Sogar einen Ditsch gibt es hier doppelt, direkt nebeneinander. Ein Doppelditsch, sozusagen. Muss man nicht verstehen, ist aber irgendwie großartig. Außerdem: tiefliegender Bahnhof, so wie in Kassel-Wilhelmshöhe, aber dabei weniger verwirrend. Und… ganz groß: BAHNHOFSMAUS! YEAH! Bahnhofsmaussichtungen reißen alles raus.
Contra: Jemand steckte mir, dass die Ansagestimme total putzig sein soll. Blöderweise gab es, jedenfalls als ich da war, überhaupt keine Ansage. Vielleicht hatte der Mensch mit der putzigen Ansagestimme frei und dann gibt’s einfach nichts. Ist aber eher ungünstig, vor allem, wenn der Zug, auf den man wartet, zu spät kommt und ewig nicht angezeigt wird. Außerdem verwirrende Gleisschilder. Es gibt nicht nur Gleis 4, sondern auch Gleis 4a und ich hab keine Ahnung, was das soll. Bis in die Stadt muss man auch eine ganz Ecke laufen. Für so Leute wie mich, die in der Vorstellung aufwuchsen, das Stadtzentrum müsste in jedem Fall in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs sein, immer noch eine seltsame Geschichte.
Geheimtipp: Der komische Kasten draußen vorm Bahnhof mit den vielen bunten Zettel. Ich hab zwar nicht verstanden, was das sollte, aber ich fand’s gut.
Besser nicht: Weiß ich auch nicht. Bitte um Hinweise. Bei mir war alles in Ordnung, aber irgendwas wird sicher auch hier nicht so ganz knorke sein.
Die Tour: Mit dem ICE angekommen, Gleiserkundung mit Pflanzenbegutachtung und dann hoch ins Bahnhofsgebäude und dann wieder runter zum Vorplatz. Auf dem Rückweg gleiches Spielchen umgekehrt, aber mit längerer Warterei, Grübelei über den Sinn von Gleis 4a und Glückseligkeit ob der Bahnhofsmaus.

Ich bin ja kein Krimileser, das mal gleich vorweg. Irgendwann vor einem gefühlten Jahrhundert habe ich mal eine ganze Menge Agatha Christie gelesen und dann ein bisschen Minette Walters und irgendwann dann ein bisschen Val McDermid. Das übliche halt, aber Krimi ist eben einfach nicht mein favorisiertes Buchgenre.
Aber wenn man im Urlaub schon mal eine waschechte Krimiautorin kennenlernt und die dann auch noch Bücher schreibt, die in der Gegend (und der Stadt) spielen, in die man sich gerade hemmungslos verliebt (nämlich Schottland und Edinburgh), dann muss man natürlich auch lesen, was sie so schreibt.
In diesem Fall geht es um Zoë Beck und das erste Buch, was ich von ihr gelesen habe war “Der frühe Tod”. Was soll ich sagen, ich war begeistert. Schön gradlinig geschrieben, eine gute, ausreichend verzwickte, aber nicht überkonstruierte Geschichte, ein interessantes Setting, alles, was man braucht.
Jetzt ist gerade ihr nächstes Buch erschienen. “Das zerbrochene Fenster” heißt es und ich schrob bereits hier darüber, denn zum Erscheinungsdatum gab es eine kleine Aktion von Zoë Beck, bei der eine ganze Reihe Audioschnipsel zusammenkamen, die man sich auf Soundcloud anhören kann.
Gelesen hab ich es auch schon. Angefangen in Konstanz, dann auf dem Kindle mitgenommen nach Oberbayern zum Schliersee und dann zurück ins Ruhrgebiet. Dass es überhaupt unausgelesen mit zurück nach Essen kam, liegt einzig und allein daran, dass man bei so Schwiegerelternbesuch und Hochzeit nicht viel zum Lesen kommt. Ansonsten liest sich “Das zerbrochene Fenster” nämlich sehr schön runter.
Zoë Becks Markenzeichen – soweit ich das nach zwei Büchern beurteilen kann – ist es, mehrere Handlungsstränge parallel laufen zu lassen und dann im Laufe des Buches auf raffinierte Weise zusammenzuführen. Während es bei “Der frühe Tod” hauptsächlich die parallel laufenden Handlungsstränge zweier Charaktere waren, die zusammenliefen, so spielt “Das zerbrochene Fenster” auf zwei Zeitebenen.
Im Jahre 2003 verschwindet Sean, der Freund von Philippa Murray. Davon und von der Suche nach ihm berichtet Pippa, wie sie genannt wird, in ihren Tagebucheinträgen. Im Winter 2010 wird Lillian Darney von ihrem Stiefsohn tot in ihrer Villa in Schottland aufgefunden. Wenig später taucht Pippa bei der Polizei auf und behauptet, sie wüsste, wer Lillian getötet hätte, nämlich Sean, ihr verschwundener Ex-Freund. Dann verschwindet auch Pippa und die Geschichte fängt erst richtig an.
“Das zerbrochene Fenster” liest sich ähnlich schön gradlinig und im besten Sinne unaufgeregt wie der Vorgänger. Wieder zeigt sich, wo Zoë Becks Stärken liegen, nämlich darin, eine komplexe, aber nicht komplizierte Geschichte zu schreiben, mit vielen Charakteren und Handlungssträngen, die nach und nach zusammenlaufen und ein stimmiges Bild ergeben. In diesem Fall baut sie noch die Schneekatastrophe im Winter 2010/2011 ein, die sie selber miterlebt hat und in kleinen Anekdoten erzählt.
Man merkt, wie sehr Zoë Beck die Region um Edinburgh am Herz liegt und ich freue mich immer, wenn ich selber Orte wiederfinde, an denen wir uns (ebenfalls im Winter, aber zwei Jahre später und mit weniger Schneekatastrophe) rumgetrieben haben.
Ein kleiner Wermutstropfen war das etwas schnelle Ende, das für mich etwas antiklimaktisch daherkam. Es scheint fast, als hätte Zoë Beck zum Schluss ein bisschen Angst vor der eigenen Courage und so wird die Geschichte zwar ordentlich, aber beinahe zu unspektakulär, aufgelöst. Bei der Menge an Charakteren, die gleich auf zwei Ebenen eingeführt werden und dabei zu einem nicht unerheblichen Teil miteinander verwandt oder verschwägert sind, hab ich auch etwas gebraucht, bis ich endlich verstand, wer jetzt wer war. Weniger Namensähnlichkeit wäre hier vermutlich hilfreich gewesen.
Im direkten Vergleich gefiel mir “Der frühe Tod” eine Ecke besser, aber ich kann beide Bücher empfehlen. Für Krimifans, für Thrillerfans, für Schottlandfans und solche, die es werden wollen und so oder so für alle, die mal wieder eine gut erzählte Geschichte lesen wollen.
Und wer die Chance hat, zu einer Lesung von Zoë Beck zu gehen, der sollte das auch tunlichst machen. Vorlesen kann sie nämlich auch richtig gut.
Mehr gibt’s bei http://das-zerbrochene-fenster.de/ und als Audioleckerchen bei Soundcloud.
(PS: Auf dem Cover steht ja knallhart Thriller. Auch nicht mein Genre. Ich entschuldige mich mal gleich für mögliches Genredurcheinanderwürfeln. Letztlich zählt eh die Geschichte, und die ist gut.)
Ein Picknick war geplant, weil wir anscheinend bei der letzten Hochzeit so doll geholfen haben, dass wir es verdient hatten, einmal von vorne bis hinten und rundherum verwöhnt zu werden.
Bei Sonnenschein am Sonntag in der Gruga war geplant, aber heute morgen sah es leider gar nicht nach Sonnenschein aus, so dass das Picknick aufs Sofa verlegt wurde. Als wir dann aber ankamen, war auf einmal wieder strahlende Sonne angesagt, so dass das Picknick vom Sofa wieder spontan nach draußen verlegt wurde, allerdings ganz spontan nicht in die Gruga, sondern in den Stadtgarten.
Kisten und Kühlboxen wurden gepackt, während wir noch auf dem Balkon mit Kaffee und Zeitung versorgt wurden (Die Zeit für mich und die Bild am Sonntag für den Mann) und dann wurde alles auf ein praktisches Wägelchen gepackt und hackenporschemäßig ging’s los Richtung Stadtgarten.
Dort direkt ein nettes Plätzchen mit Blick auf den Teich gefunden und ausgepackt. Champagner, Erdbeeren, Kirschen, Weintrauben, Blätterteigtaschen, Brot, Käse, Marmelade, Feigen- und Chili-Paprika-Honig-Senf, schokolierte Erdbeeren am Spieß, Saft, Wasser und bestimmt noch was, was ich jetzt vergessen habe.
Dazu Musik aus dem iPod, auf die großen Picknickdecken gefläzt und gepflegt ein paar Stunden in der Sonne entspannt, gegessen und getrunken. Als der Champagner leer ist, machen sich die Männer auf und kaufen an der Tanke noch Bier. So geht’s natürlich auch.
Zusammenfassend kann ich sagen: Picknick ist total super. Sollte man unbedingt öfter machen, demnächst dann gerne auch mit ein bisschen mehr Bewegung. Dafür ist mir zumindest nicht wie angekündigt die Frisbeescheibe beim Auspacken ins Gesicht gesprungen.
Außerdem festgestellt: Entenfüttern ist Psychostress. Erstens kommt direkt ein Schwarm Tauben an, die auch alle was abhaben wollen und zweitens gucken einen die Enten immer so erwartungsfroh an, dass man gar nicht weiß, wem man den nächsten Brotkrumen hinwerfen soll. Nix für mich, dafür bin ich viel zu sensibel. Ich mag keine erwartungsfrohen Enten enttäuschen.
Danke an Doreen und ihren Mann, die das alles für uns so liebevoll organisiert haben. Beim nächsten Mal helfen wir aber mit, da gibbet nix.
















Die Damen vom Strickladen Maschen Fantasie hatten die nette Idee, einfach mal die ganze Ecke rund um den Strickladen herum mit Strickkunst zu verzieren.
Und das haben wir uns gestern auf dem Weg zur Gourmetmeile auch mal angeguckt. Blumen gibt’s da, gestrickte Marienkäfer, Mäuse und Raupen, ein Männchen um einen Baum rum, durch das bereits eine Ameisenstraße läuft, Laternenpfähle sind plüschig-bunt umwickelt und alles ist ganz herzig.
Zu bestaunen gibt’s das ganze in Rüttenscheid in der Emmastraße 49 (Ecke Paulinenstraße).










Isabel macht Sachen. 43 Sachen, um genau zu sein. Und über alle 43 Sachen kann man jetzt in dem Buch mit dem passenden Titel “Sachen machen” nachlesen.
Dabei finde ich schon die Einleitung so schön und motivierend. Es geht da um den “Mach-doch-Muskel”, eine Formulierung der wunderbaren Meike Winnemuth, die ebenfalls eine Expertin im Machen von Sachen ist, und dass den eigentlich jeder hat und man den wunderbar trainieren kann. Dass das so ist, glaube ich sofort, ich trainiere den auch gerade. Nicht ganz so extrem wie Isabel das im letzten Jahr getan hat, aber auch mit sichtbaren Erfolgen.
Jedenfalls macht Isabel Sachen. Ganz einfache Sachen wie mal zur Pediküre gehen (und danach zur Maniküre, weil wenn schon, denn schon) oder auf die Kirmes gehen oder in ein Musical (allerdings mit Backstagebesichtigung, also quasi schon Musical Plus) oder durch einen Plastikdarm laufen (hab ich auch schon gemacht und war ähnlich unbeeindruckt).
Dann macht sie aber auch so Sachen wie ins Casino gehen, oder Stand-up-Paddling oder mit einem Segway durch Hamburg fahren, also Zeug, dass zwar jetzt vielleicht gar nicht so abgefahren ist, man dann aber meistens doch nicht tut. Und schon an der Stelle fragt man sich dauernd: Warum eigentlich nicht? Warum war ich noch nie im Casino? Und Segwayfahren find ich auch lustig und ich hab’s noch nie gemacht. Warum eigentlich nicht?
Dann macht sie aber auch Sachen, die ich richtig abgefahren finde. Sie besucht einen Schlachthof, macht allen Ernstes und ohne besondere Veranlassung mal einen Bootsführerschein, fährt nach Wacken und lässt sich von Bekannten auf eine S/M-Party mitnehmen. Sachen, bei denen man denkt: Whoa! Ernsthaft?!? Und sofort tausend Fragen im Kopf hat.
Über all das schreibt Isabel in ihrem Buch, beantwortet dabei einige der tausend Fragen gleich mit, und ich mag das alles sehr. Ich glaube, wer dieses Buch liest und nicht sofort, am besten jetzt gleich und hier und jetzt auch Sachen machen möchte, der ist zum Sachenmachen schon von Grund auf nicht geeignet.
Das Schöne ist auch, dass fast nichts dabei ist, was man nicht auch selber machen könnte, die Fahrt auf der Hermann Merwede könnte schwierig werden, und so ein Bootsführerschein erfordert vermutlich doch ein bisschen mehr Engagement als sich eine halbe Stunde von kleinen Fischen an den Füßen knabbern zu lassen, aber sonst ist das meiste durchaus (nach)machbar.
Das andere Schöne ist, dass Isabel so begeisterungsfähig ist und das auch so rüberbringt. Denn meistens, so stellt sich raus, ist so eine Sache ziemlich toll. Und wenn eine Sache nicht so toll ist, dann sagt Isabel das auch und das ist dann auch gut (der Darm war nämlich echt eher enttäuschend).
Die einzelnen Geschichten sind recht kurz (bis auf ein paar Ausnahmen) und so kann man das Buch schön in Häppchen lesen oder nach Bedarf auch in einem durch, wie man eben mag. Bei mir hat es nur ein bisschen gedauert, weil ich nach langer Zeit mal wieder ein richtiges Buch (und zwar eins mit einer ganz tollen Widmung) in der Hand hatte und das dann – Kindle-Gewohnheit sei Dank – meistens irgendwo anders war als ich.
Ein paar Kleinigkeiten hätte ich aber doch anzumeckern: Erstens, aber da kann jetzt mal so gar keiner was für, kannte ich die meisten Geschichten schon von der Kolumne im Culturmag. Ich habe sie aber gerne noch mal gelesen. Zweitens haben zumindest gefühlt ziemlich viele Geschichten mit Wellnesszeug oder Wasser zu tun. Ich glaube aber auch, dass das ein bisschen unfair ist, denn das mit dem Wasser lässt sich wohl kaum vermeiden, wenn man in Hamburg wohnt und wenn man sich dann nämlich wieder anguckt, was da sonst noch alles gemacht wurde, dann relativiert sich das schnell wieder. Und drittens gab es ein paar stilistische… ich nenn’s jetzt mal… Kniffe, die ich beim ersten Mal total nett, beim zweiten Mal noch ganz süß und beim dritten Mal schon etwas redundant fand. Das tat aber dem Gesamtvergnügen so dermaßen überhaupt keinen Abbruch, dass ich jetzt auch gar nicht mehr dazu sagen möchte.
Was ich aber noch sagen möchte ist: Lest das! Und wenn ihr fertig damit seid, dann geht raus und macht Sachen! Und wenn ihr dann immer noch nicht genug habt, dann könnt ihr immer noch Isabels Blog lesen. Der ist nämlich auch toll.
Und was die Widmung angeht, Isa, ich glaube auch, dass ich das meiste mitgemacht hätte und auch in der Zukunft bestimmt zu haben bin, falls es mal neue Sachenmachpläne geben sollte.
Letzte Anmerkung, weil fast vergessen: Man kann das Buch auch mit Widmung und Zeugs direkt bei Isabel bestellen und kriegt dazu dann noch obendrein die allertollsten Lesezeichen der Welt.
Hier haben sich wieder schöne Suchbegriffe angesammelt und sharing ist ja bekanntlich caring.
warum keine marabou schokolade mehr bei ikea
Erstens: Keine Ahnung, was das sollte. Zweitens: Gute Nachricht, ich habe letztens wieder Marabou-Schokolade bei IKEA erspäht. Wahrscheinlich hat man da eingesehen, dass das Blödsinn war und ist ganz schnell wieder vernünftig geworden. Drittens: Ich habe Marabou-Schokolade auch schon in anderen Supermärkten gesehen, IKEA hat da also kein Schokomonopol. Und viertens will ich jetzt Marabou-Schokolade.
wir können heute nichts machen; wir haben nämlich keine sachen dabei!
Man braucht ja nicht immer Sachen, um was zu machen. Vieles geht auch ohne Sachen: Spazierengehen zum Beispiel, oder lustige Lieder singen oder einfach nett zusammmensitzen und sich nett unterhalten.
seit wann gibt es woolworth in opladen ?
Also auf jeden Fall mindestens seit 1994, da bin ich nämlich dahin gezogen und da gab’s den auch schon. Da gab’s auch noch das Kaufhaus Upladin und ZWEI Buchläden und den Teeladen. Aber den Woolworth gibt’s immer noch, das Kaufhaus Upladin schon lange nicht mehr.
stand by me…ohne das f moll…was anstatt? gitarre spielen lernen…
Man kann zum Beispiel den ganzen Mist auch einfach transponieren. G-Dur und D-Dur sind immer dankbar, weil da naturgemäß weniger doofe Griffe vorkommen, jedenfalls bei klassischen Harmoniefolgen.
wer kann mir torte machen
Theoretisch ich, praktisch kommt das natürlich drauf an, wer da fragt. Ansonsten einfach mal im Bekanntenkreis rumfragen, vielleicht gibt’s ja da jemand, der oder die gerne Torten backt. Vor allem aber ist das gar nicht so schwer und man kann es auch einfach selber machen. Ich versteh die ganzen Aufregung um dieses Backen auch nicht, einfach Rezept raussuchen, Anweisungen befolgen und selber machen.
verstehe die walküre nicht Oper
Akustisch oder von der Geschichte her? Soll ich den Mann mal mitschicken, der kann das zwischendrin und während der Pause erklären? Es geht hauptsächlich um Götterkram und dann ist immer wer beleidigt und es gibt Intrigen und Kram. Göttergeschichten sind auch immer ein bisschen Seifenoper.
ich habe am samstag geheiratet und weiß nichts mehr davon.
Das ist jetzt natürlich… schlecht.
traum blauer hund
Oh Mann, noch so einer? Ich weiß aber auch nicht, was es bedeuten sollte, ich bin ja schon froh, wenn ich Träume erinnere und muss dann nicht zwangsweise wissen, was mir mein Bewusstsein damit sagen wollte. Bestimmt nichts Gutes.
konstanz komische schlangenlinien
Ist Kunst. Kann man drauf rumlaufen. Man kann’s aber auch sein lassen.
nur bekloppte hier und ich mittendrin
Kenn ich. Ich hab sogar ein Shirt, auf dem steht “Surrounded by Stupidity” und dann trau ich mich nie, das anzuziehen. Tragisch.