Tagebuchbloggen, 28. bis 30.7.2018

In Pulheim im Ein-Sterne-Restaurant gewesen. Das Gut Lärchenhof können wir jetzt also auch empfehlen, es war ein sehr schöner Abend, was auf der einen Seite an der Begleitung lag, auf der anderen Seite am tollen Essen und an den wirklich exzellenten Weinen. Besonders schön dieser Weißburgunder hier von Dr. Wehrheim, den ich mir sofort in mehreren Kisten bestellen würde, wenn er nicht knapp 35 Euro pro Flasche kosten würde, was deutlich über unserer Weißweinschmerzgrenze ist. Aber toller Wein.

Der Sommelier wollte kurz den Dienst verweigern, als er zum Dessert mit einer japanischen Flasche mit einer Zitrone drauf kam und ich fröhlich „Ach guck, bestimmt ein Limoncello aus Yuzu!“ rief. Dann bräuchte er auch nichts mehr sagen, wenn wir alles schon wüssten, beschwerte er sich, erzählte dann aber doch noch etwas mehr, zum Beispiel, dass dieser Limoncello auf Sake-Basis hergestellt wird. Auch übrigens ein tolles Gesöff, aber hierzulande offensichtlich schwer aufzutreiben, jedenfalls im Internet, wenn Sie zufällig Millionär sind oder in Japan oder Großbritannien leben oder eventuell beides und nicht wissen, wohin mit dem Geld, ich lasse mir gerne Wein und Yuzu-Limoncello schenken, Adresse steht im Impressum.

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Das große Aufräumen geht weiter. Ich halte mich überhaupt nicht an die KonMari-Reihenfolge und auch nicht an die goldene Regeln, nicht nach Zimmer, sondern nach Art der Dinge zu sortieren. Da das Endergebnis aber trotzdem aus vollen Mülleimern und mehr Ordnung besteht, habe ich beschlossen, dass es trotzdem okay ist.

Jedenfalls habe ich mich an die an Papiere gemacht, nicht nur an die, die sowieso in Stapeln rumlagen, sondern auch die, die bereits in diversen Ordnern lose gesammelt wurden. Nachdem ich gestern Abend sogar die bereits abgehefteten Unterlagen zu den Essener Wohnungen alle wieder aus den Ordnern geholt und zusammen mit den lose rumliegenden Unterlagen wieder neu geordnet und auf drei Ordner verteilt… ach, das ist nicht so interessant? Sagen wir einfach, es ist aktuell nur noch ein Stapel und ein bisschen Rest übrig. Dann gibt es noch zwei Kisten, in denen Papierkram ist und dann habe ich hoffentlich alles erwischt und kann mich an die Küche machen.

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Sonntag gab es wieder Pflaumenkuchen vom Bäcker Lindner. Bäcker Lindner ist unsere Entdeckung dieses Jahres, es fing alles an einem Feiertag an, an dem sowohl der nächste Bäcker als auch der Bäcker fünfzig Meter weiter ALS AUCH der Bäcker hundert Meter weiter geschlossen hatten und ich in heiliger Frühstücksmission noch weiter die Straße hoch lief, um noch mal fünfzig Meter weiter fündig zu werden. Seitdem wissen wir, dass sowohl die Croissants als auch der Butterzopf als auch die Kartoffelbrötchen so mit das beste an Backwarenerzeugnissen in unserer näheren Umgebung ist und der Pflaumenkuchen im übrigen auch.

Sonntagmorgen übrigens eine unangenehme Situation in der Bäckerei, die komplett von mir selbst verschuldet war und mich in keinem so rühmlichen Licht erscheinen lässt. Die Frau vor mir in der Schlange kaufte mir bei einem Großeinkauf die letzten Kartoffelbrötchen vor der Nase weg, ein herber Schlag, aber so ist das Leben, wenn man nach neun beim Bäcker steht. So kam ich dann an die Reihe, während sie noch weiter Brötchen auswählte und sagte möglichst laut und deutlich: „Ach, waren das die letzten Kartoffelbrötchen? Das ist aber schade!“ Mein Plan, die Kartoffelbrötchenaufkäuferin zu beschämen schlug massiv fehl, statt dessen schenkte mir die Frau eines ihrer Kartoffelbrötchen und so lief ich dann mit beschämten Kopf nach Hause und werde in nächster Zeit eine Gelegenheit zum Karmaausgleich brauchen.

Haben Sie keinen Bäcker Lindner in der Nähe kann ich übrigens alternativ auch die Landmädel von Backbord und die Handstücke vom Bäcker Merzenich empfehlen. Vermutlich gibt es aber noch viele andere Geheimtipps, was die leckersten Brötchen angeht, wahrscheinlich gibt es sogar eine Datenbank dafür, ich werde gleich mal recherchieren müssen.

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Da mehrfach an mich herangetragen wurde, dass man Schüsseln mit Wasser nach draußen stellen soll, damit die Vögel trinken und plantschen können, stehen jetzt auf drei Balkonen Wasserschüsseln, die sehr konsequent von sämtlichen Vögeln gemieden werden. Ich fühle mich etwas betrogen, hatte mich doch schon auf putzige Meisen gefreut, die sich beseelt im Wasserbad suhlen.

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Im Übrigen habe ich immer noch keine Meinung zum Wetter.


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4 Antworten auf „Tagebuchbloggen, 28. bis 30.7.2018“

  1. Unsere Balkonvögel waren ebenfalls krank, als in der Singvolgelschule der Wasserschüsselgebrauch durchgenommen wurde. Gleich neben dem sehr frequentierten Meisenknödel und regelmäßig aufgefrischt: Konsequent ignoriert.

    1. Ohne jetzt besserwissserisch sein zu wollen: Schüssel klingt nach einem ziemlich hohen Gefäß, Vögel mögen es aber lieber flach. Meine Eltern haben einen großen Topfuntersetzer, nur ca. zur Hälfte gefüllt, der rege genutzt wird.
      Sollte Schüssel wieder eins von den deutschen Wörtern sein, die je nach Region unterschiedliche Bedeutung haben, und ihre Schüssel tatsächlich flach sein, bitte ich den Kommentar zu entschuldigen.

      1. Eine Schüssel ist ein Suppenteller, die andere der Deckel einer Auflaufform, die letzte die Auflaufform selber, allerdings nur ein paar Zentimeter gefüllt, es soll ja keiner ertrinken. Flacher geht es mit unseren hauseigenen Gefäßen kaum, wenn das Wasser auch im Gefäß bleiben soll.

  2. Dohoch, ich lese die Berichte vom Aufräumen & Ausmisten sehr gerne, ich finde das definitiv interessant.
    Verfolgte auch Deine KonMari-Leseerfahrungen mit Interesse. Ich hab das Buch bisher nicht gelesen – und von allem, was ich bisher hörte, möchte ich auch eigentlich nicht, wegen der ausgeprägten Hokuspokushaftigkeit in manchen Punkten. Aber man kriegt ja auch über die zig Anhängerinnen (oder Ablehnerinnen) der Methode v.a. auf Instagram genug mit.

    Jedenfalls, Methode egal, Ausmisten ist super, #ordnungschaffen ist so ein bisschen mein Wellness geworden (eventuell hab auch ich einen an der Waffel, nicht nur Frau Kondo).

    tl;dr: Aufräum-Blogcontent jederzeit gerne!

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