Mein Teil 1 und Teil 2 sind hier, der Rest folgt wie gewohnt.
Familienbetrieb Teil 1, Teil 2 und Teil 3

Ma vie est faite de morceaux qui ne se joignent pas.
Frisch aus Frankreich, wo das Internet nicht so will, wie ich gerne hätte, darum kommen die Lieblingstweets auch direkt aus dem französischen Coffee Shop an der Ecke, wo es Gratis-WLAN gibt.
Ich kann keinen Handstand, obwohl ich im Leben in schwierigen Situationen schon oft dachte: Jetzt Handstand können.
— pinokju (@pinokju) August 6, 2016
„Toll, Mama. Du kannst ja voll viele Pfannkuchen essen.“
Endlich bekomme ich die Anerkennung, die ich verdient habe.
— Lilli Marlene (@MarleneHellene) July 31, 2016
„Es raschelt im Schilf.“
„Psst! Das ist der Biber.“
„Aber es leuchtet…“
„DER BIBER HAT ‚NE TASCHENLAMPE!!!“
— Jannek (@Onkel_Jannek) August 18, 2016
„Okay, machs gut.“
„SETZ MICH DOCH NICHT SO UNTER DRUCK!“— 20. August 99999 (@personaldebatte) August 19, 2016
Samstag, 12:38 Uhr. Tageserfolg bisher: http://pic.twitter.com/7npwHu5IXm
— die_mutti (@die_mutti) August 20, 2016
Heute Abend „Turandot“ in Bregenz. Ich stimme die Bande mit „Nessun dorma“ auf dem Kazoo ein.
Eventuell fiel das Wort „würdelos“.
— Julia Bähr (@ComeOnBaehr) August 21, 2016
Was man mit Jetlag gut machen kann: Steuer. Man spürt nur die Hälfte und wenn man wieder klar denken kann, freut man sich.
— Elisabeth Rank (@kumullus) August 21, 2016
Upon death, instead of having my whole life flash before my eyes, I just want to watch Season 3 of The Sopranos again
— Conan O’Brien (@ConanOBrien) August 21, 2016
Ab 35 fühlt sich dein Leben wie die xte Staffel einer Serie an. Der Hype ist vorbei, die Story verworren und du hoffst, dass niemand stirbt.
— Nicht Chevy Chase (@DrWaumiau) August 23, 2016
Bei 100 Streamingklitschen angemeldet, und nirgends gibt es Columbo. Alles Nepp.
— Anja Rützel (@aruetzel) August 24, 2016
Heute morgen in der Bahn, ein älteres Ehepaar mit zwei größeren Koffern, gehen suchend durch den Gang, die Sitznummer murmelnd. Dann haben sie ihre reservierten Sitzplatznummern gefunden, die Frau guckt etwas ängstlich wegen der Koffer, aber der Mann zeigt zielsicher auf die Gepäckablage und hievt zuerst den einen und dann den anderen Koffer auf die Ablage. Hinter ihm stehe ich und helfe ein bisschen mit, vor ihm steht ein junger Mann, der auch bereitwillig seine Hilfe anbietet.
Dann machen sie ein bisschen Platz, damit die anderen Leute vorbeikönnen und setzen sich. Menschen auf reservierten Sitzplätzen im richtigen Wagen, Koffer ordnungsgemäß auf der dafür vorgesehen Ablage, nichts im Weg, alle glücklich.
Geht doch.
In anderthalb Wochen brechen wir wieder gen Süden auf, um schon wieder in Biscarrosse-Plage Urlaub zu machen. Eigentlich widerstrebt es mir, jedes Jahr an den gleichen Ort zu fahren, es gibt aber auch sehr gute Argumente dafür oder zumindest für Biscarrosse: Erstens wollen wir ja surfen und ja, das geht auch woanders, aber in Biscarrosse geht es erwiesenermaßen sehr gut, man kommt mit dem Auto hin und wir fahren einfach sehr gerne nach Frankreich. Zweitens haben wir festgestellt, dass wir so locker jeden Tag zwei zusätzliche Erholungstage raushauen, weil die ganze Einlebephase wegfällt. Ungefähr in der Minute, in der wir das Ortsschild passieren, bin ich entspannt, es gibt keine Übergangsphase mehr, wir sind da, das Meer ist da, die Surfschule ist da, der Supermarkt ist da, der Bäcker ist da, alles da, kann losgehen. Drittens kennen wir da mittlerweile Leute und es ist tatsächlich ganz nett, auch im Urlaub nicht ganz fremd zu sein.
Viertens machen wir ja doch jedes Jahr etwas neues. Im dritten Jahr machen wir einen Zwischenstopp auf der Hinreise, 2014 waren wir in Montbéliard und in Clermont-Ferrand, letztes Jahr in Barbizon und dieses Jahr werden wir in einem Dorf in der Nähe von Blois übernachten. Außerdem werden wir wohl wieder die Gegend erkunden. Arcachon kennen wir jetzt so langsam, wir waren in Mont-de-Marsan, Biarritz und Bayonne, aber wir waren noch nicht in Biarritz im Aquarium. Und vor allem haben wir noch längst nicht genug von Bordeaux gesehen, da haben wir uns nämlich erst letztes Jahr zum ersten Mal hingetraut, weil wir die Größe der Stadt etwas überschätzt hatten und schlimmes Verkehrschaos befürchteten.
In Wirklichkeit sieht ein Bordeauxausflug so aus. Man fährt eine Stunde mit dem Auto, fährt dann die Autobahnausfahrt Bordeaux-Centre raus, fährt ungefähr fünf Minuten geradeaus und dann am Place de la Bourse in ein Parkhaus. Fertig. Das hat uns überzeugt.
Für dieses Mal habe ich mindestens drei Bordeaux-Ausflüge geplant, denn sobald man begriffen hat, dass es kein Verkehrschaos zu befürchten gibt, ist man nicht nur dem Charme der Stadt erlegen, sondern verbringt zu viel Zeit auf TripAdvisor und hat in Nullkommanix eine Liste mit Restaurants, in die man unbedingt mal gehen muss. Das funktioniert zwar auch mit anderen Städten, in Bordeaux kommt es mir aber besonders schlimm vor.
Für das Garopapilles habe ich schon vor Wochen eine Reservierung gemacht, das Restaurant hat nämlich nur an zwei Abenden in der Woche geöffnet, da war mir das Risiko zu groß, abzuwarten.
Außerdem möchten wir wieder ins Dan, wo wir letztes Jahr eines der leckersten Menüs unseres Lebens essen konnten. Darüber hab ich hier bereits geschrieben.
Als wir da beim ersten Versuch sehr freundlich abgewiesen wurden (keine Reservierung), wurde uns das Le Chien de Pavlov empfohlen, wo wir auch sehr lecker aßen und vor allem alten Rum probierten. Die Information, dass man dort auch Kochkurse buchen kann, erwies sich leider als veraltet. Man könne noch Cocktailkurse oder ein Weinseminar machen, aber hier kommt uns ein bisschen die lange Rückfahrt mit dem Auto in die Quere.
Dann steht noch das Miles auf der Liste und damit müssten wir dann schon drei Mal nach Bordeaux, was zwar machbar ist, aber eben auch schon ein ganz gutes Programm, immerhin muss man halt von unserem kleinen Küstendorf erstmal hinkommen. Man könnte auch noch einen Besuch im neuen Weinmuseum einplanen oder den Le Creuset-Shop leerkaufen oder ach ach, ich seh schon… wir fahren zwar bald erst hin, sollten aber jetzt schon planen noch mal wiederzukommen.
Frau Novemberregen hat sich elf Fragen ausgedacht und ich dachte, ich beantworte ihr sie mal.
1. Wie geht es Ihnen heute?
Gut, bin allerdings auch im Vor-Urlaubsstress. Was da alles noch erledigt werden muss oder zumindest erledigt sein sollte. Ach ach…
2. Wie finden Sie die Sache mit Pokémon-Go?
Gut. Erstens bin ich anfällig für sowas, zweitens finde ich die Überlappung von virtueller und physischer Welt sehr spannend und drittens halte ich viel davon, sich als Mensch den öffentlichen Raum wieder zu erobern, vor allem als Fußgänger. Vor allem aber ist es lustig.
3. Haben Sie Pläne für das kommende Wochenende?
Dinge erledigen (siehe Antwort auf Frage 1). Das ist nämlich das letzte Wochenende vor dem Urlaub. Vielleicht mache ich auch noch ein drittes Booktuber-Video, mal gucken.
4. Was machen Sie, wenn Sie nicht schlafen können?
Rumwälzen, Licht an und lesen oder Hörbuch/Hörspiel hören. Letzteres funktioniert am besten, aber auch nicht immer.
5. Haben Sie schon mal die ISS vorbeifliegen sehen?
Möglicherweise, dann habe ich es aber nicht gemerkt. Das ist wie die Geschichte mit dem Delfin, den ich im Kalifornienurlaub aus Versehen gefilmt habe, was mir dann aber erst bei der Durchsicht der Fotos und Videos aufgefallen ist. Das Video kann man hier gucken, am fehlenden Gequietsche erkennt man, dass ich den Delfin einfach nicht sehe, sondern nur so das Meer filme.
6. Wie ist das bei Ihnen mit Vertrauen: Vorauskasse oder auf Rechnung?
Ich selber bezahle lieber auf Rechnung, am allerliebsten aber einfach per Bankeinzug, Kreditkarte oder PayPal, also irgendwas, wo ich nicht selber mehr als nötig tun muss. Da ich selten Dinge verkaufe, stellt sich die Frage von der anderen Seite nicht so häufig. Bei Ebay immer Vorauskasse, Selbstabholung oder Nachnahme, aber da kenne ich die Leute auch nicht. Bei bekannten Leuten würde ich vermutlich auch „Kannste mir später noch geben“ sagen.
7. Also wenn wir jetzt zum Karaoke gehen, welches Lied singen Sie dann auf jeden Fall?
Stay von Lisa Loeb und New York State of Mind von Billy Joel.
8. Worüber machen Sie sich gerade Sorgen?
Über die ganzen Dinge, die ich vor dem Urlaub noch erledigen muss.
9. Welche Chipssorte finden Sie am besten?
Frit-Sticks von Funny Frisch, die gibt es aber aktuell wieder nicht beim Edeka um die Ecke (und auch bei dem anderen Edeka nicht). Ansonsten Essig-Chips, am besten die von Chio, weil die so richtig reinknallen. Oder die Jalapeno-Chips von Kettle Chips, die gibt es aber in Deutschland nicht, die verzehrte ich in einem Hotelzimmer in Kalifornien. Ich habe aber hier auch schon mal ausführlich darüber geschrieben.
10. Wahlrecht ab 16, ja oder nein?
Why not?
11. Welchen Luxus leisten Sie sich?
Eine BahnCard 100, obwohl ich die Pendelstrecke vielleicht auch günstiger haben könnte. Und ein Cocktail-Abo vom Drink-Syndikat.
Elf neue Fragen gibt es nicht, aber man kann ja die von Frau Novemberregen wiederverwenden, die sind noch gut.
XYLOPHONENKONZERTE! WEIN UND KÄSE! FORST-DOPPELBOCK-SPEZIALBIER! KAPUZENPULLIS! UND HANDSTAND! MAN MÜSSTE HANDSTAND KÖNNEN!
"Ein Tief aus Frankreich bringt Feuchtigkeit mit."
"Kann es nicht besser Wein und Käse mitbringen, und vielleicht ein frisches Baguette?"— Señor Schrullich (@PeterHellinger) July 30, 2016
“Du darfst dir jetzt bis zum Geburtstag nichts mehr kaufen, ohne zu fragen!”
“Auch keinen Whisky?”
“Doch, Whisky schon.”
“Mist.”— Gebbi Gibson (@GebbiGibson) July 30, 2016
Ich habe 1.064 Follower. Das sind schon mal 1.064 verkaufte Karten für mein erstes Xylophonkonzert.
— MadameDatam (@MadameDatam) July 29, 2016
Angenommen, ihr wollt einen Kuchen backen, aber Hoffnung und Liebe sind überall ausverkauft.
Würdet ihr dann einfach mehr Zucker nehmen?
— Child of Life (@wousel) August 4, 2016
den kapuzenpulli falschrum anziehen und "eigentlich auch ganz schön so" denken.
— m. (@ohaimareiki) August 5, 2016
Ich kann keinen Handstand, obwohl ich im Leben in schwierigen Situationen schon oft dachte: Jetzt Handstand können.
— pinokju (@pinokju) August 6, 2016
Nach 3 Flaschen Forst-Doppelbock-Spezialbier wollte ich noch eben darauf hinweisen, dass Ihr alle sehr gut ausseht und super symdings seid.
— Max.Buddenbohm (@Buddenbohm) August 6, 2016
Programming is like
Get 68 people to write a book
Simultaneously
End is sort of vague
Change the topic twice
Pedantic people
Lots of Coffee— Paul McKellar (@pm) August 5, 2016
[Damals]
"Wie nennen wir dieses neue Milchprodukt?"
Engländer: "Yoghurt"
Deutsche: "Joghurt"
Französisches Grölen unter dem Tisch: "YAOURT!"— the maki (@the_maki) August 9, 2016
what doesn't kill you gives you a lot of unhealthy coping mechanisms and a really dark sense of humour
— daisy (@mermatriarch) August 12, 2016
Ich: “Kannst du bitte den Tisch abräumen?”
Sohn II: “Rock’n Roll, Daddy, Rock’n Roll.”(Es heißt nein, wie sich zeigte)
— Max.Buddenbohm (@Buddenbohm) August 13, 2016
"Kirchenmusik und Drogenmissbrauch" ein Thema, daß leider auch noch zu vielen Tabus unterliegt. pic.twitter.com/vh0JEkoo9Z
— Anfang ist immer (@_Liebke_) August 14, 2016
Mein Hauptproblem ist ja, dass ich bei vielen Dingen immer sehr schnell „Das kann ich auch!“ denke und das anschließende Problem ist dann, dass ich das auch ausprobieren möchte. Das Internet ist dabei nicht hilfreich, denn erstens findet man da viele Dinge, bei denen man „Das kann ich auch!“ denkt und zweitens hilft es einem dann noch dabei, das selber auszuprobieren.
Nach eingehender Beschäftigung mit dem Phänomen Booktuber inklusive tiefgehender Rercherche bin ich jetzt also irgendwie selbst eine, zumindest ein bisschen. Im ersten Versuch halte ich nur Bücher in die Kamera, die ich für den anstehenden Urlaub bestellt habe. Der Nachteil dieser Unboxing-Videos ist, dass man die Bücher ja noch nicht gelesen hat und dementsprechend wenig darüber zu sagen weiß. Der Vorteil ist, dass man quasi nix dafür machen muss, aber von diesem Vorteil hat nur der Booktuber selber etwas.
Nachdem das erste Video dann schon mal gemacht und hochgeladen war, habe ich ein wirklich schlimmes Buch gelesen und das dann gleich zum Anlass genommen, noch mal ein Video zu drehen. Der Vorteil: Immerhin wusste ich diesmal, worüber ich rede. Der Nachteil: Im Prinzip rege ich mich eine Viertelstunde nur auf, aber zwischendurch gibt es immerhin eine lobende Erwähnung von Bov Bjergs Auerhaus.
Dafür lerne ich bei jedem Mal ein bisschen mehr: Wie man die Kamera ordentlich positioniert, wie man das ganze zusammenschneidet, wie man andere Bilder einbindet, wie man Sound einbettet, wie man Standbilder erstellt und und und… Zu irgendwas wird es also bestimmt gut sein und sei es nur, dass ich noch mal beweise, dass man wirklich ganz dringend die Hände zum Reden braucht und auf jeden Fall seine beiden Freunde Gin und Tonic mit zur Rezensionsparty mitbringen sollte.
Erst dachte ich, ich hätte wenig gelesen, es stellt sich aber raus, dass ich immerhin ganz knapp vier Bücher geschafft habe, davon allerdings drei als Hörbuch. Das fünfte Buch habe ich abgebrochen, weil es mir zu doof war und das will nun wirklich was heißen.
Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann
Schon überall sonst gefühlt hochgelobt, auf Spotify gab es das Hörbuch und ich war sehr angetan, eventuell sollte man das auch unbedingt als Hörbuch hören, denn Thees Uhlmann liest selbst und einige sprachliche Eigenheiten, die etwas eigenwillig wirken, funktionieren enorm gut, wenn man weiß, wie Thees Uhlmann liest.
Als es eines Morgens klingelt, öffnet der Protagonist die Tür und vor ihm steht der Tod, der ihm eröffnet, dass er jetzt leider mitkommen muss, ein paar Minuten hätte er noch, dann wäre aber Schluss. Dann klingelt aber auch Sophia, die Ex-Freundin des Erzählers und auf einmal kommt alles durcheinander, das Sterben wird verstorben, statt dessen ziehen Sophia, der Tod und der Erzähler durch die Straßen, trinken Bier in einer Kneipe und brechen am nächsten Tag zusammen zur Mutter des Protagonisten auf.
Das ganze ist so unglaublich liebevoll und witzig erzählt, dass man gar nicht möchte, dass das Buch endet. Die Freude des Todes, einmal auch am Leben teilzuhaben und etwas zu unternehmen, die Frotzeligkeit von Sophia und natürlich der Erzähler, der es sich während seiner letzten Tage nicht nehmen lässt, die Welt insgesamt doch ganz gut zu finden und noch einmal ganz besonders zu lieben. Das Buch hat jede Lobhudelei aber sowas von verdient.
Sophia, der Tod und ich von Thees Uhlmann [Amazon-Werbelink]
Broken House von Gillian Flynn
Kurzgeschichte von Gillan Flynn, die ja vor allem mit Gone Girl bekannt wurde. Auch hier spielt sie mit Psychothriller- und Horrorelementen, die Story ist schön doppelbödig und liest bzw. hört sich schnell runter. Die Protagonistin ist Nerdy und arbeitet in einem Salon für Wahrsagerei und sexuelle Dienstleistungen. Ihre Chance sieht sie gekommen, als sie Susan Burke trifft, die davon überzeugt ist, dass es in ihrem Haus spukt. Auf knapp 60 Seiten bringt Flynn ausreichend viele überraschende Wendungen unter und auch sonst kann man das schön zwischendurch lesen oder wie ich auf Spotify als Hörbuch hören.
Wenn der Verlag endlich mal aufhören würde, die Originaltitel von Gillian Flynn mit anderen englischen Titeln zu ersetzen (Broken House heißt im Original The Grownup), wäre ich noch einen Ticken glücklicher, denn so weiß man nie, welches Buch man schon kennt und ob die vorliegende Version das Original oder die deutsche Übersetzung ist.
Broken House von Gillian Flynn [Amazon-Werbelink]
Time Traders von Andre Norton
Für den Onlinebuchclub gelesen und eher so hm gefunden. Man kann auch leider nicht sagen „Nicht vom komischen Cover irritieren lassen!“, denn das wäre irreführend, das Cover passt leider hervorragend zum Buch. Aber gut, dann habe ich jetzt mal Pulp Science-Fiction aus den fünfziger Jahren gelesen, das kann man ja mal machen.
Der Name sagt es schon, es geht um Zeitreisen, wobei die Mechanismen eher dürftig erklärt werden, die Amerikaner sind hinter irgendwelchen Artefakten her, die sie in der Vergangenheit vermuten, die Russen sind die Gegenspieler und irgendwo dazwischen ein Antiheld-Held, der die ganzen sehr sehr langen und sehr sehr weiligen 150 Seiten des Buches nur rumreagiert. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, ist es vielleicht ganz okay, Stimmen im Onlinebuchclubforum freuten sich über die anscheinend ganz gut gelungene Darstellung der Glockenbecherkultur. Manche lasen aus Versehen den zweiten Band der Reihe, weil es die englische Ausgabe fürs Kindle umsonst mit beiden Büchern gibt, das vorne aber nicht drauf steht. Das zweite Buch scheint besser zu sein. Ich war nach 150 Seiten froh, dass es vorbei war und habe aber immerhin gelernt, dass es die Glockenbecherkultur gab.
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The Last Wish von Andrzej Sapkowski
Auch für den Onlinebuchclub gelesen bzw. gehört. Ebenfalls nicht meins, aber sehr viel besser als Time Traders, so dass ich heilfroh war. The Last Wish ist das erste Buch der Witcher-Reihe (auf der auch die gleichnamige Computerspielreihe basiert) von Andrzej Sapkowski, polnische Fantasy also, kann man ja auch mal machen.
The Last Wish ist eigentlich eine Reihe von Kurzgeschichte, sieben insgesamt, die von einer groben Rahmenhandlung umfasst werden. Ich habe etwas gebraucht, um reinzukommen, dann war das aber alles sehr unterhaltsam und sogar mit einem angenehm trockenen Humor versehen. Geralt ist der Witcher, der hier von Abenteuer zu Abenteuer wandert, immer wieder sind Märchenthemen mit eingebaut, so dass man schon ein lustiges Suchspiel aus den Geschichten basteln kann, das fand ich recht amüsant. Und auch sonst wird hier eine schöne komplexe Fantasywelt gebaut, mit bekannten und neuen Elementen, da kann man nicht meckern. Falls ich nicht 500 Bücher als Leseproben auf dem Kindle und um die 20 Bücher auf dem Stapel neben dem Bett liegen hätte, ich würde durchaus in Betracht ziehen, die Reihe weiterzulesen. Die Hauptfiguren schön komplex, der Unterhaltungsgrad hoch, die Geschichten ausreichend spannend und fantasievoll, da kann man nicht klagen.
The Last Wish von Andrzej Sapkowski [Amazon-Werbelink]
Abgebrochen:
Macht von Karen Duve
Auf Vorschlag probiert, gab es Gott sei Dank als Hörbuch bei Spotify, so dass ich wenigstens kein Geld dafür ausgegeben habe, denn Herrgott, was hätte ich mich geärgert, hätte ich dafür bezahlt. Karen Duves Macht wurde ja schon in zahlreichen anderen Medien zerrissen und ich kann hier nichts zur Ehrenrettung des Buches schreiben.
Ungefähr bis zur Stelle der ersten Vergewaltigung gehört, dann entschieden, dass ich sowas nicht unbedingt mehrere Stunden lang ertragen muss, also das letzte Kapitel gehört, um wenigstens zu wissen, wie es ausgeht, so neugierig war ich immerhin. Dann damit weitergemacht, das Buch rückwärts zu hören, was erstaunlicherweise total gut ging, anscheinend verpasst man nicht so viel, wenn man die Mitte einfach weglässt, alles, was man zum Verständnis braucht, kann man sich ganz gut zusammenreimen und eigentlich ist es auch egal.
Und mit egal hätten wir auch eine ganz gute Zusammenfassung zu diesem Buch. Die Intention ist spannend genug, die Zukunftsvision tatsächlich ganz interessant und zumindest scheinbar detailliert, letztlich bleibt aber alles egal. Es geht um den 70-jährigen Sebastian, der dank der Verjüngungspillen Ephebos (leider krebserregend, but so what?) wie Ende 30 aussieht, und der schönen neuen Welt, in der Staatsfeminismus herrscht und es Fleisch und Benzin nur gegen CO2-Gutscheine gibt und blablabla, jedenfalls steht Sebastian dieser untergehenden Welt sehr verbittert gegenüber und hat seine Frau kurzerhand im Keller angekettet, um sie zu demütigen und irgendwie seine Machtposition als Mann zumindest zwischendurch genießen zu können. Macht ist dann auch zu allem Überfluss noch aus der Sicht von Sebastian geschrieben, so dass man auch noch dauernd Rechtfertigungslitaneien lesen muss. Im Prinzip ist es ein langer, sehr langer, extrem langer Facebookkommentarthread zu einem Feminismusthema mit besonders kruden Ansichten, nur in besser geschrieben. Aber ich lese keine Facebookkommentarthreads mit kruden Ansichten, schon rein aus Mentalhygienegründen und Karen Duve schreibt zwar gut und gelegentlich sogar ganz witzig, aber nicht gut genug, als dass es den Rest wieder wettmachen dürfte.
Man muss diese Bewertung natürlich mit Vorsicht genießen, ich habe vielleicht ein grobes Viertel des Buches gelesen bzw. gehört, eventuell sogar ein Drittel und kenne den ganzen Mittelteil nicht, vielleicht steckt ja da irgendwas Sinnstiftendes drin, am Anfang und am Ende habe ich jedenfalls nichts gefunden und nach einer kurzen Hörpause beschlossen, dass ich mir das nicht weiter antun muss. Um 400 Seiten zu lesen brauche ich bessere Argumente als kalkulierte Provokation.
Macht von Karen Duve [Amazon-Werbelink]
AUSMALBÜCHER! ERDNUSSBUTTER! BLOCKFLÖTENÜBEN! HEIMLICHE TRENDSETTER! HAMSTER UND BROMBEEREN!
»So könnt ihr mit euren Ausmalbuch-Freunden reden, aber nicht mit mir!«
— Frohmann Verlag (@FrauFrohmann) July 8, 2016
REALTOR: It's a great neighborhood. Wonderful schools-
ME: And the Pokemon?
REALTOR: …. sigh. Mostly Pidgeys
ME: I think I've seen enough.— Jake Goldman (@TheDragoEffect) July 16, 2016
Mit dem Urknall wurde alles ziemlich kompliziert.
— Kalle (@Kropunder) July 17, 2016
O tempora, o pommes!
— assen assenov (@assenassenov) July 17, 2016
Los tres ¿¿¿ und das abgelaufene Visum.
— durst (@durst) July 17, 2016
<- schleicht in die Timeline
<- gießt Blumen
<- tauscht Handtücher
<- legt Schokolade auf Kopfkissen
<- schleicht aus der Timeline— Klötzchen (@marzipanoes) July 18, 2016
Wenn man vor einer Mahlzeit mehrere große Löffel Erdnussbutter zu sich nimmt, ist man viel schneller satt. Muss mal ein Diätbuch schreiben.
— Kathrin Passig (@kathrinpassig) July 20, 2016
Wolfgang Oleg Caesar Falco-Geoffrey Angelika Justcruisin Karsten Meinrad Chicorée Schwammerlfreund-Mozart.
— durst (@durst) July 20, 2016
Wie überrascht die ersten Hamster wohl über ihre Backen waren:
"Hab mir gerade 10 Nüsse in den Mund gesteckt ohne zu sterben."
"OMG"
"OMG"— The Blocks (@m_blocksberg) July 22, 2016
Brombeeren aussprechen, als wären sie nach dem Halogen benannt. Alle empört, ballen Fäuste, schreiben böse Kommentare unter Pseudonym.
— Eilenbrat (@Eilenbrat) July 22, 2016
Relativität: Blockflötenüben klingt gar nicht mehr so schrecklich, wenn vorher das Geschwisterchen 15 Minuten in den Kopf getuten hat.
— kaltmamsell (@kaltmamsell) July 24, 2016
Tag zwei auf dem Berg und ich habe schon 27 Gebote fertig. Allerdings geht es bei den meisten um Gilmore Girls.
— Vicky English (@SpeedleDum) July 25, 2016
"Du bis so enttäuschend wie ein ausgebrütetes Pidgey."
— Brienne of Tarte. (@dielilly) July 25, 2016
INTERVIEWER: Okay, do you have any questions for me?
ME: Did you know boobytrap spelled backwards is partyboob?
INTERVIEWER: holy shit
— Floyd (@dafloydsta) July 25, 2016
Ui, 10 Minuten Mittagspause. Reicht gerade so, um Ihnen die Welt zu erklären.
Also:
Gibt Gut und Böse. Aber keinen Sieger.
Rest ist so Kram.— Supersonic (@HerrSupersonic) July 25, 2016
"Was ist das für 1 life" ist gar nicht von Adorno!
— Wondergirl (@Wondergirl) July 25, 2016
Lese alle meine Handynotizen der letzten drei Jahre und habe zwei, drei Fragen an mich. http://pic.twitter.com/aHw1jgM1fQ
— Anja Rützel (@aruetzel) July 26, 2016
Gleich kommen die Handwerker und ich probe nochmal schnell mein neues Stück "Ganz normaler Alltag einer extrem organisierten Freelancerin".
— Anja Rützel (@aruetzel) July 27, 2016
There's a special place in hell for the inventor of the "Demo" button on childrens' keyboards.
— Hanno Zulla (@hzulla) July 27, 2016
Mensa-Glossar:
-hausgemacht (hausfrittiert)
-herzhaft (salzig)
-mediterran (gewürzt)
-natur (geschmacksneutral)
-paniert (ohne Fleisch)— Zirkuspferd (@Zirkuspferd) July 27, 2016
Von allen postapokalyptischen Dystopien gefällt mir Hannover am Besten.
— Daniel Ziegener (@sofakissen) July 27, 2016
Bär: Wie geht's?
Ich: Super. Nimmst du bitte die Kaninchen mit raus und schickst noch mal den Typen auf dem Schmetterling rein?
Bär: Oha!— Kíki (@e13Kiki) July 29, 2016
Trendsetterin, aber heimlich.
— Frau Vorragend (@Buettnerin) July 30, 2016