Schöner Test: Currysoßen

Bewertungsbogen

Auf die besten Parties lädt man sich am besten selber ein. So geschehen am Mittwoch, als Sandra auf Facebook ein Foto mit irgendeinem Bewertungsbogen postete, bei dem bei mir sofort alle Alarmglocken angingen. Moment! Hier geht’s um einen Test! Von was zu Essen! Bestimmt was Leckerem! ICH WILL DA MITMACHEN!

So ungefähr, wenn auch weniger aufgeregt, schrieb ich es auch als Kommentar zu dem Bild und erreichte damit auch genug das Gewünschte: Der Mann und ich hatten eine Einladung zum samstäglichen Currysoßentesten. Als dann der Mann mit dem Mann von Doreen auf einmal anfing, Fußballpläne zu machen, warf ich mich heldenhaft dazwischen, handelte noch eine Einladung für Doreen mit Anhang aus und so saßen wir dann am Samstagabend nicht zu viert und auch nicht zu fünft, sondern zu neunt am Tisch und verspeisten massenhaft Würste mit Currysoßen.

Bogen komplett

Das ist nämlich das Doofe an Blindverkostungen. Man braucht erst eine Runde, um überhaupt Mal eine Übersicht zu bekommen und dann muss man endlos nachprobieren, um eine Bewertung abzugeben, die man auch mit gutem Gewissen vertreten kann.

Soßenbringer

Sandra und Mann hatten das ganze wirklich wunderbar vorbereitet. Die Soßen waren in Marmeladengläser von Bonne Maman umgefüllt und mit Banderolen mit der jeweiligen Nummer umklebt. Getestet wurden die Ruhrpottsoßen von Dönninghaus sowie Ruhrfeuer von den Schaschlikbrüdern, zwei Currysoßen aus Berlin von Belon (einmal Chili, einmal Mango) und zwei nachgekochte nach Rezepten von Tim Mälzer und Martin Baudrexel.

Soßen

So standen nachher Unmengen von Würsten von Burchardt, Kartoffelecken, selbstgemachte Mayonnaise, Krautsalat und Bier von der Rüttenscheider Hausbrauerei auf dem Tisch. Zunächst wurden die Details der Bewertung geklärt, denn alle Teilnehmer nahmen das Soßentesten sehr ernst und wollten genau wissen, was sie denn jetzt wie zu bewerten hätte. Im Wesentlichen war die Ansage: So, wie’s euch am besten schmeckt. Wer also scharf gerne mag, der gibt einer scharfen Soße mehr Punkte bei Schärfe, als jemand, der nicht so gerne scharf mag. Und wenn eine Soße zu scharf ist, dann gibt man ihr auch nicht so viele Punkte, denn dann ist sie nicht mehr gut scharf, sondern doof scharf.

Würste

Tatsächlich merkt man bei so einem Test erstmal, wie groß die Unterschiede bei Currysoßen sein können. Während eine Soße sowohl von der Konsistenz als auch vom Geschmack eher an Tomatensauce erinnerte, gab es einige, die tatsächlich eher soßig waren, während bei anderen noch kleine Paprika- und Zwiebelstücke mit in der Soße waren. Auch in Punkte Fruchtigkeit und Schärfe gab es sehr große Unterschiede. So probierten wir fleißig weiter, orderten Würste nach, und versuchten einen Überblick über die Soßen auf unserem Teller zu behalten (was Doreen sehr schön löste, indem sie einfach die Soßennummer mit Soße neben die Soße schrieb).

Doreen's Teller

“Gib mir mal die 1 rüber.”

“Ich brauch noch mal die 4 und die 6.”

“Kann mir mal einer die 2 geben, ich weiß nicht mehr, was das hier auf dem Teller ist.”

Sogar Milch wurde angeboten, um zwischendurch den Geschmack wieder zu neutralisieren. Aber zum Ende hin hatten dann doch alle ihre Punkte vergeben, Kommentare abgegeben, rumgeraten, was, was sein könnte (da ich ja mittlerweile Ruhrfeuer-Expertin bin, habe ich die Soße der Schaschlikbrüder natürlich sofort erkannt, die in Bochum Wurstsozialisierten dagegen konnten die Soße von Dönninghaus einwandfrei rausschmecken) und nebenbei in höchsten Tönen Kartoffelecken, Mayonnaise und Krautsalat gelobt. Und zwar mit Recht.

Ausgefüllt

Fast pünktlich zum Anpfiff des Deutschland-Portugal-Spiels waren wir dann fertig, und Sandra konnte sich an die Auswertung der Bögen machte, während der Rest es sich schon mal auf Sofa, Sesseln und Kissen bequem machte.

Auswertung

Das Ergebnis war übrigens eindeutig. Die Ruhrpottsoßen gewannen vor den Berlinersoßen und die wiederum wurden besser bewertet als die nachgekochten. (Wir hatten auch schon im Vorhinein geklärt, dass ein mögliches Scheitern der nachgekochten Soßen eindeutig auf das Rezept und nicht auf die Köchin zurückfallen würde.)

In der Gesamtwertung sah das dann so aus:

1. Dönninghaus
2. Ruhrfeuer
3. Berliner Currysoße mit Mango
4. Berliner Currysoße Chili
5. Soße nach Martin Baudrexel
6. Soße nach Tim Mälzer

Zum Nachtisch gab es anlässlich des Deutschland-Portugal-Spiels noch leckere portugiesische Puddingtörtchen mit frischen Erdbeeren vom Bottroper Hof Umberg. Für mich sogar in der Variante ohne Blätterteig. (Merke: Nicht mehr so schlimm über Blätterteig lästern, sonst traut sich keiner mehr, mit irgendwas mit Blätterteig vorzusetzen.) Auch die waren ziemlich klasse, so dass ich mir im Laufe des Abends auch noch ein zweites schnappte und genüsslich löffelte.

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Der Abend wurde dann bei viel Quatscherei und vor allem viel Musiziererei noch sehr, sehr, sehr lang. Mit Ukulele, Gitarre, Cajon, Bongos und anderem Percussionkram bewaffnet bestritten wir einen kleinen Hausmusikmarathon, der damit endete, dass der Gitarrist irgendwann das Instrument zur Seite legte und “Ich kann nicht mehr spielen” stöhnte. Da war es aber auch schon nach zwei Uhr nachts und der arme Mensch hatte bis dahin bestimmt gut vier Stunden ununterbrochen gespielt.

Danke an Sandra und den Mann (also ihren, nicht meinen) für die Ausrichtung dieses wunderbaren Abends, der sicher nicht so lange gedauert hätte, wenn nicht alles so toll gewesen wäre. Wir hatten viel Spaß, es war superlecker, und jetzt müssen wir uns eigentlich nur überlegen, was wir als nächstes testen.

Außerdem möchte ich ausdrücklich auf den Bericht der Gastgeberin hinweisen. Der ist nämlich auch toll.

Blogowskis

Und hier sieht man noch einmal die glücklichen und sehr vollgefutterten Blogowski-Mädels.

7 Antworten auf „Schöner Test: Currysoßen“

  1. Fee, ich hätte noch ein paar. Und ungefähr zwei Liter der Verlierersoßen :-)
    Anne, das hat aber auch Spass gemacht mit Euch! (Haben auch die anderen Tester heute noch einmal betont!) Jederzeit wieder!

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