Klettern am Gasometer in Oberhausen

tree2tree

Gestern kamen wir beim Grillen auf die geniale Idee, man könnte ja mal in Oberhausen Klettern gehen. Im Zweifelsfall können wir also sagen: “Die Bowle war Schuld.” Der Mann und ich waren schon zwei Mal im tree2tree-Klettergarten direkt am Gasometer, Doreen und ihr Mann aber noch nicht.

Also haben wir uns heute kurz vor Mittag ins Auto geschmissen und uns auf den Weg zum Gasometer gemacht. Da ist nämlich der Klettergarten unseres Vertrauens, ein kleines Waldstück zwischen Gasometer und Rhein-Herne-Kanal. Wie so oft im Ruhrgebiet ein ganz besonderes Feeling, schon schön grün, aber gelegentlich donnert dann eben auch mal ein Zug über die Bahnlinie nebenan und viel mehr als das Waldstück zum Klettern gibt’s auch nicht.

Handschuhe

Gurte

24 Euro kostet der Spaß pro Person (übrigens gibbet Rabbat, wenn man ADAC-Mitglied ist), dafür wird einem dann in die Gurte geholfen, man wühlt sich durch die Handschuhkörbe, bis man zwei passende und noch nicht komplett zermürbte gefunden hat (die kleinen passen übrigens wunderbar auf normal große Hände, nur fürs Abbremsen empfiehlt sich noch einer der stabileren), und kriegt dann eine Einweisung. Die haben wir zwar auch schon zwei Mal mitgemacht, aber ich finde das immer ganz hilfreich, noch mal kurz unter Beobachtung zu üben.

Wenn man fehlerfrei durch den Übungsparcour gekommen ist, darf man sich aussuchen, was man will. Ich mache zwei der Fun-Parcours, aber nur, weil da Fun draufsteht, heißt das nicht, dass das so einfach und ausschließlich spaßig wäre. Auf dem ersten hänge ich irgendwann wieder mit zitternden Beine mitten in der Luft auf zwei Drahtseilen und rufe verzweifelt: “Und für diesen Scheiß hab ich Geld bezahlt!”

Klettern

Aber eigentlich ist es natürlich super. Es macht Spaß, es ist abwechslungsreich, und nachher hat man das gute Gefühl, zur Abwechslung auch mal was für den Körper getan zu haben. Spätestens Dienstag, das weiß ich schon, werd ich wieder Muskelkater haben und im Büro leidend vor mich her wimmern.

Beim zweiten Parcours bin ich kurzzeitig genervt, weil die Oma mit ihren zwei Enkeln mich nicht vorlassen möchte und ich deswegen zunächst mal sehr geduldig hinter den Kindern hinterher eiere. Letztlich stellt sich aber heraus, dass die sich sehr wacker schlagen und recht zackig über Elemente balancieren, die auch für mich mit meinen ausreichend langen Beinen nicht ganz unproblematisch sind. Oma und Opa beobachten das von unten und geben tatsächlich sinnvolle Hinweise. Nach drei oder vier Elementen find ich’s gar nicht mehr schlimm, hinter der beiden herzukraxeln.

Klettern

Nur der Junge hinter mir, der steht auf einmal mit mir auf einer Plattform und hält beide Karabinerhaken in der Hand. Nun ist das erste Gebot im Klettergarten “Du darfst beim Klettern niemals beide Karabinerhaken in der Hand halten, vollkommen wumpe, wo du bist.”

“Ey, du musst dich einhaken”, sage ich also streng und erwachsen. Das macht der dann auch und ich klettere weiter über eines der fiesesten Elemente, die ich heute mache. Da hängen Baumstämme an zwei Drahtseilen und es gibt kaum etwas Wackeligeres als an Drahtseilen hängende lange Baumstämme. Ich fluche und fluche und irgendwann bin ich drüben und ab da wird’s verhältnismäßig leicht. Der Junge hinter mir, der eben noch lässig unangehakt auf der Plattform turnte, steckt dafür ein paar Plattformen später fest und möchte runtergeholt werden. So kann’s gehen.

Doreen und die Männer haben einen schwierigeren Parcours genommen, der Mann wirft mir von einer Plattform den Autoschlüssel runter, damit ich die Kamera holen und noch ein paar Beweisbilder machen kann. Nachher laufe ich mit Doreen noch ein bisschen durch den Park, bis zum Kanal und dann zurück, wir finden eine komische Schaukel und üben noch ein bisschen Seiltanzen (mit mäßigem Erfolg) und dann fahren wir nach Hause. Die Arme und Beine tun weh, aber Klettern ist total toll und sogar für so Sportfaule für mich ein großer Spaß.

tree2tree Hochseilgärten gibbet in Duisburg, Oberhausen und Dortmund
http://www.tree2tree.de/

Gasometer

Klettern

Doreen

Mehr Klettern

Surfbrett

Kanal

Noch mehr Klettern

Schuhe

Wald

Seiltanz

Oben

Gasometer

7 comments

  1. Fee

    In Dortmund? Tatsache. Bin mir aber gar nicht sicher, ob ich das will. Im Sinne von: Überhaupt gar nicht. Null! Aber sieht von unten sicher auch gut aus…

    • Anne

      Klettern ist toll. Aber Höhenangst darf man wohl nicht haben. Ich vergesse fast sofort, dass ich da ein paar Meter über dem Boden hänge, vor allem, weil man so damit beschäftigt ist, die Balance zu halten und einen Fuß vor den anderen zu setzen, dass da gar kein Platz mehr im Gehirn für Höhenangst ist.

  2. féizào

    Den Klettergarten hab ich vor einigen Jahren mal von außen gesehen. Leider hatte ich nur die fußlahme Oma dabei, da ist das nicht so sinnvoll. ;-)

    Aber, moment, ein KLettergarten, bei dem man sich selbst komplett aushaken kann? Das finde ich ein bisschen suspekt.
    Oder habe ich jetzt was falsches in Erinnerung? Dort, wo ich zuletzt war, haben das am Anfang und Ende der Strecke immer die MItarbeiter gemacht. Auf der Strecke hab ich dem ganzen aber keine Beachtung geschenkt, runterfallen ist dann doch nicht so mein Ziel.

    Hach, ich muss dringend wieder klettern gehen…

    • Anne

      Man muss sich ja dauernd umhaken, das reicht nicht, wenn das einer irgendwann am Anfang mal macht. Man hat das also schon schön selbst in der Hand, deswegen mach ich mir vorher auch immer ganz große Sorgen und schiebe Panik und wenn ich dann in den Gurten stecke, merke ich wieder, dass man da eigentlich nichts falsch machen kann. Es scheint auch tatsächlich nichts zu passieren, oder es wird ganz geschickt vertuscht.

      Im Nachhinein finde ich es sehr faszinierend, dass man es tatsächlich schafft, über diese Seile und Äste zu klettern, ohne runterzufallen. Klar, ist man gesichert, aber man schafft es doch ohne Absturz immer auf die andere Seite.

      Klettern ist toll.

  3. féizào

    Jetzt, wo ich nochmal drüber nachgedachte habe, der ersten Klettergarten war auch mit immer mal wieder Umhaken. Aber immer brav nacheinander, ein Karabiner musste immer an der Leine sein.

    Bei dem wo ich zuletzt war, gab es eine Führungsleine, wo der Karabiner die ganze Strecke über dran hing und überall vorbeiglitt. Da musste man nicht umhaken.

  4. Pingback: Lieblinge: Mekong Thai in Essen-Holsterhausen | Annes kulinarische Abenteuer
  5. Pingback: 2012 halb rum. Eine Bilanz. | Ach komm, geh wech!

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>