Drei sehr gute Gründe, Funny van Dannen zu lesen

Der Mann und ich sind ja große Fans von Funny van Dannen, seit wir vor dreizehn Jahren mit ein paar anderen Musikwissenschaftlern in Paris waren und einer der Kommilitonen mit seiner Ukulele durch die Stadt lief und abwechselnd „Chanson aus Paris“ und „Ich muss immer an die Frauen denken“ sang. Das war ganz toll und wenn man nicht aufpasst, dann kommt es vor, dass der Mann Gäste dazu nötigt, ein tolles Lied von Funny van Dannen nach dem anderen zu hören. Ich kann da dann auch nichts mehr machen und er hat ja irgendwie auch Recht.

Und jetzt lese ich Funny van Dannen, genauer gesagt lese ich „Zurück im Paradies“, das hat hier nämlich anscheinend mal irgendwer gekauft und dann stand es im Schrank, und weil mir letztens langweilig war, dachte ich, man könnte das ja mal lesen.

Positiv ist: Funny van Dannen schreibt genauso schön-bekloppte Geschichten wie Liedtexte. Negativ ist: Bislang nichts.

Ob man das selber lesen will, hängt vermutlich davon ab, ob man mit dem Stil des Autors zurecht kommt, der ist nämlich doch ein bisschen schräg. Als grobe Richtlinie würde ich sagen: Wer Max Goldt mag, für den könnte der Herr van Dannen auch was sein. Aber am besten entscheidet man das selber, ich zitiere einfach mal aus drei Geschichten:

Am nächsten Wochenende durften wir daher bereits im Champions Race mitmachen und unser Hühnchen gewann schon wieder. Bei der Dopingprobe fragten sie uns nach dem Futter.
Wir sagten: Normales Hühnerfutter, Frühlingssuppe, Milky-Way, sonst nichts. Aha!, sagten die Kontrolleure. Milky-Way! Steht auf der Dopingliste! Unerlaubtes Speedpräparat! Der Sieg wird euch aberkannt und das Hühnchen für ein Jahr gesperrt.

(aus „Das grüne Hühnchen“)

Ein Riesenrad, sagte Gunnar, ein Riesenrad hier mitten im Wald für alle Tiere, das fänd ich geil!
Ja, sagte Charly, das fänden alle Tiere geil. Ein großes Riesenrad mit Fähnchen und Beleuchtung und Rummelmusik!
Kein Problem!, sagte der Außenminister. Kann ich euch besorgen!
Und Autoscooter!, rief Charly. Autoscooter für Elche!
Ihr seid ja echte Rummelfans, was?, sagte der Außenminister.
Alle, brummte Charly, alle Tiere sind totale Rummelfans!
Bis auf Gunda, die furzende Nachtigall, warf Gunnar ein. Aber die ist ja auch gestört.

(aus „Evolution“)

Der schlaksige Wanderpanda Andreas G. hatte sich am Bahnhofskiosk eine Tüte Kräuterbonbons gekauft und schlurfte bonbonlutschend Richtung Innenstadt. Weil ihm die Süßigkeit zu Kopf stieg, schloss er die Augen und lief eine Rentnerin über den Haufen.
Oho!, rief er. Was hab ich angestellt?
Sie haben mein Leben ruiniert!, rief die Rentnerin.

(aus „Die letzte Station“)

Wer jetzt „Hihihi“ dachte, der findet wahrscheinlich Gefallen an den vielen kleinen Geschichten in dem Buch. Wer eher „Was soll der Unfug?“ dachte, für den ist es vermutlich nichts, denn die anderen Geschichten sind nicht weniger abgedreht.

Mit solchen Geschichten und einem bequemen Sofa kann man ja sogar so eine gepflegte Laryngitis ganz gut aushalten. Und jetzt lasst mich, ich muss weiterlesen.

Zurück im Paradies gibt’s bei Amazon oder bei der Buchhandlung am Turm in Ochsenfurt.

2 comments

    • Anne

      Ich kann’s dir auch leihen. Bis Sonntag sollte ich damit durch sein. Kann natürlich aber sein, dass ich das Buch aus Versehen angehustet habe, aber Papier ist bestimmt ein schlechter Nährboden for Bakterienzeugs.

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