Hurra! Hurra! Ein Bücherstöckchen!

Wibke Ladwig von „Sinn und Verstand“ lädt zum Bücherstöckchen und ich fühle mich sehr geehrt, dass sie ausgerechnet meine Antworten hören bzw. lesen möchte. Dass es etwas gedauert hat mit dem Antworten, kann sie dann mit den Leuten klären, die wild irgendwelche Hochzeiten im östlichsten Ostens Deutschlands planen und uns zu allem Überfluss auch noch dazu einladen. Ich hab mir die Termine nicht ausgesucht.

Welches Buch liest Du momentan?

Ich habe immer mehrere Bücher in der Lesepipeline, die sind meistens in irgendwas unterscheiden, so dass ich nicht durcheinanderkomme. Im Moment sind es The Curse of Chalion von Lois McMaster Bujold (Fantasy) auf dem Kindle, Land des Todes von Alison Croggon (Fantasy), Wilder Wein von Stuart Pigott (Sachbuch) als Papierbuch und Peterchens Mondfahrt von Gerdt von Bassewitz als Hörbuch.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich immer aufgepasst, möglichst nur ein Buch von Anfang bis Ende zu lesen und nicht parallel noch irgendwas anderes, aber anscheinend klappt es mit einer halbwegs vernünftigen Trennung nach Genre und Medium ganz gut.

Warum liest Du das Buch? Was magst Du daran?

The Curse of Chalion lese ich für meinen Online-Buchclub „The Sword & Laser“. Das ist immer ein guter Weg, um Bücher kennen zu lernen, die man sonst nicht gefunden hätte. In diesem Fall mag ich das Buch sehr, die Stimmung ist toll, die Charaktere angenehm nachvollziehbar, es liest sich sehr flüssig.

Das Land des Todes lese ich für die Kolumne im CULTurMAG und natürlich, weil ich es interessant fand, bin allerdings erst ein paar Seiten weit und kann noch nicht viel dazu sagen. (Der Anfang ist aber gut.)

Wilder Wein von Stuart Pigott lese ich, weil ein Weinhändler uns den empfohlen hat. Also den Stuart Pigott so als Weinjournalisten, nicht direkt das Buch. Es ist auch ein bisschen nervig zu lesen und deutlich zu lang(weilig). Allerdings hab ich schon den einen und anderen guten Weintipp bekommen, also werde ich’s wohl zu Ende lesen und mich zwischendurch ein bisschen ärgern, weil auf jeder Seite mindestens ein Wort kursiv geschrieben ist.

Peterchens Mondfahrt habe ich ausgesucht, weil ich noch einen halben Audible-Credit übrig hatte und den irgendwie sinnvoll anlegen wollte. Es ist ewig her, dass ich das Buch zum letzten Mal gelesen habe und ich weiß noch, wie faszinierend ich die Geschichte fand. Hoffentlich werde ich jetzt nicht enttäuscht.

Wurde Dir als Kind vorgelesen? Kannst Du Dich an eine der Geschichten erinnern?

Ja, sicher. Aus „Die kleine Hexe“ und „Der kleine Wassermann„, „Peterchens Mondfahrt“ und diversen Astrid-Lindgren-Büchern. Außerdem aus diesem wunderbaren Buch von Jella Lepman, das hoffentlich noch irgendwo bei meinen Eltern im Regal steht. Sollte es jemand haben und nicht mehr brauchen, kann er es mir gerne schenken, aber ich würde niemandem dazu raten, es wegzugeben, es stehen nämlich die allerschönsten Gutenachtgeschichten drin. Die Geschichte von dem Mann auf der Vendôme-Säule, oder die von der kleinen Zahl, die sich einfach von einem Abreißkalender wegmacht, ganz tolle Geschichten eben. Man findet fast nichts zu diesem Buch im Internet, aber Gott sei Dank zumindest eine Sammlung der Zeichnungen im Buch hier auf Flickr.

Irgendwann wollte ich dann wohl selber lesen und hab’s mir beigebracht. Mit Astrid-Lindgren-Büchern. So gehen jedenfalls die Legenden, ich weiß das nicht mehr.

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den / die die Du mal regelrecht verliebt warst?

Nicht, dass ich wüsste. Romanhelden bleiben für mich oftmals eher etwas abstrakt und nicht fassbar. Tatsächlich kriegt man mich auf der emotionalen Ebene mit Filmen eher, da bin ich sehr simpel gestrickt. Wir sollten uns aber alle im Klaren darüber sein, dass der beste Austen-Held der oftmals vernachlässigte Henry Tilney aus Northanger Abbey ist. Der hat wenigstens Humor.

(Ich bin aber ganz schrecklich platonisch in Stephen Fry verliebt, zählt das auch?)

(Allerdings ist vermutlich jeder halbwegs vernünftige Mensch schrecklich platonisch in Stephen Fry verliebt, insofern braucht man das eigentlich gar nicht zu erwähnen.)

In welchem Buch würdest Du gern leben wollen?

Ich glaube ja generell, dass die Gegenwart ziemlich okay ist und würde ich ernsthaft wollen, könnte ich wohl auch irgendwo anders leben, aber irgendwie will ich ja auch nicht. Ich würde Ausflüge machen wollen, ins Jane-Austen-England und ins Salinger-New-York und in die Fforde-Tuesday-Next-Fantasiewelt, aber leben wollen würde ich da vermutlich nicht. Nur mal gucken.

Früher hätte ich gerne in Schneiderbüchern gewohnt, vor allem auf Burg Möwenfels aus der Dolly-Reihe von Enid Blyton. Aber das wissen wir ja spätestens seit der Ponyhofgeschichte. (Nach Lindenhof wollte ich übrigens nie, da ging es mir doch ein bisschen zu ruppig zu.)

Welche drei Bücher würdest Du nicht mehr hergeben wollen?

Bücher kann man fast immer wieder besorgen, wenn man sie braucht. In manchen meiner Bücher sind Widmungen, da wäre es schade drum, manche wären wahrscheinlich schwieriger zu bekommen, aber mir fällt spontan keines ein, das ich physisch nicht hergeben wollen würde, vorausgesetzt eben, ich wüsste, ich könnte es bei Bedarf wieder bekommen. Vielleicht meine kleine Salinger-Sammlung. Das sind allerdings vier Bücher, aber in allen stecken so viele „Besonders-schöne-Stelle“-Zettel, das wäre schwierig zu rekonstruieren.

Und das Gutenachtgeschichtenbuch von Jella Lepman, das hätte ich gerne wieder. Und weil ich jetzt weiß, dass man es nicht so einfach kaufen kann, würde ich es dann auch nicht mehr hergeben.

Ein Lieblingssatz aus einem Buch?

Da Frau Ladwig mir schon Inigo Montoya weggenommen hat, muss ich jetzt mit was anderem kommen. In „The History of Love“ von Nicole Krauss, einem Buch, das ich eher auf abstrakte Art und Weise schön fand und bei dem ich sehr lange gebraucht habe, um einen Zugang zu finden, gab es diese Stelle, die mich ernsthaft zu Tränen gerührt hat:

„I need you to be—“ I said, and then I started to cry.
„Be what?“ she said, opening her arms.
„Not sad,“ I said.

 

Das Stöckchen nehme sich nun jeder, der mag. Ich mag Leute nicht bewerfen, ich treffe ja eh immer daneben. Oder mitten ins Auge.

Die Links zu Amazon sind Affiliatelinks. Das heißt, dass ich ein bisschen Geld bekomme, wenn ihr über diesen Link bestellt. Ihr könnt aber auch ganz normal im Buchladen kaufen, dann aber bitte auch im inhabergeführten, schon wegen der Konsequenz und so. Dann bekomme ich kein Geld, bin aber trotzdem glücklich.

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  1. Pingback: Buchstöckchen – 1ppm von Johannes Mirus

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