Germknödel aus dem Reiskocher

Letztens machte ich Germknödel. Aber eigentlich muss man vorher anfangen. Ich hatte ja schon im letzten Jahr auf der Herzliste stehen, dass ich mehr Klassiker kochen will und das 2014 so hmnuja hinbekommen. Nachdem wir aber jetzt eine noch schönere Küche haben, habe ich einfach 2015 einfach direkt damit angefangen. Erst gab es Hühnersuppe (sehr einfach und unglaublich lecker), dann Tiramisu (super einfach und super geil) und dann Gulasch, das mir nie so gelingen will, wie ich es mir vorstelle und dann eben Germknödel.

Germknödel

Auf Germknödel hatte ich aus völlig unerfindlichen Gründen schon seit Wochen Lust. Ich weiß auch nicht, woher das kam, ich habe in meinem Leben noch gar nicht so oft Germknödel gegessen, zu Hause gab es das nicht, da gab es Kirschmichel und Salzburger Nockerln, aber keine Germknödel. Trotzdem war ich Anfang des Jahres fixiert auf Germknödel, voller Vorfreude und Spannung, wie das wohl klappen würde mit dem Selbermachen. Da ich sehr viele Kochzeitschriften mein Eigen nenne, war ich mir auch relativ sicher, dass in irgendeinem dieser Hefte auch irgendwo ein Rezept für Germknödel sein müsste. Tatsächlich musste ich praktisch sämtliche Jahrgänge einer Zeitschrift durchblättern, bis ich in einer Ausgabe von 2007 oder so tatsächlich eines fand. Vorher hatte ich schon zwei Mal gedacht, ich hätte es, aber ich hatte nur zwei Mal Germknödel mit Buchteln verwechselt und mich vorschnell gefreut.

Germknödel also. Germknödel haben zwei potentielle Schwierigkeiten:

1. Germknödelteig ist Hefeteig.
2. Germknödel werden gedämpft.

Ersteres wusste ich, da mir aber mittlerweile in geschätzt 90 Prozent der Fälle auch Hefeteig gelingt, konnte mich das nicht abschrecken. Zweiteres kam irgendwie überraschend. Ich habe keinen Dampfgarer und auch keinen Dampfeinsatz für den Topf. Ich habe aber: Einen Reiskocher. An der Notwendigkeit eines Reiskochers scheiden sich ja auch die Geister, ich zum Beispiel liebe unseren heiß und innig, andere verstehen nicht, warum man Reis nicht einfach im Topf machen kann. Die Antwort lautet: Weil mir der da immer verbrennt und/oder zu matschig wird und/oder zu lange dauert oder zu früh fertig ist. Bei Reis gilt also zumindest in diesem Haushalt die alte Weisheit „Irgendwas ist immer.“ Mit einem Reiskocher hingegen packt man Reis, Wasser und Salz in einen beschichteten Topf, drückt auf ein Knöpfchen und irgendwann macht es Klick, der Reis ist fertig und wird so lange warmgehalten, bis auch alles andere fertig ist.

Germknödel aus dem Reiskocher

Aber ich wollte ja gar keinen Reis machen, sondern Germknödel. Dazu muss man wissen, dass der Reiskocher ein Zusatzfeature in Form eines Plastikeinsatzes mit Löchern hat. Der ist dazu gedacht, dass man damit im Prinzip zeitgleich mit dem Reiskochen Gemüse dämpfen könnte. Wenn man das denn täte. Haben wir aber noch nie. Praktischerweise passen in den Plastikdampfeinsatz aber auch zwei Germknödel. Dann muss man nur Wasser mit etwas Salz (stand so im Rezept) in die Schüssel tun, das Ding anstellen und nach ein paar Minuten die Germknödel in den Dampfeinsatz legen. Dann wartet man ungefähr zwanzig Minuten ab und hat prima gedämpfte Germknödel aus dem Reiskocher.

(Die ganze Wahrheit ist, dass das im Prinzip ja nüscht anderes ist als wenn man das ganze mit einem Topf und einem Dampfeinsatz für den Topf machen würde. Aber „Germknödel aus dem Reiskocher“ klingt doch viel abenteuerlicher.)

Germknödel innendrin

Die Germknödel waren übrigens sehr lecker. Das Rezept dafür findet sich hier. Man kann sich übrigens auch vertun und den Teig zunächst nur mit 200 Gramm Mehl anrühren. Man merkt spätestens dann, wenn man laut Rezept einen festen glatten Teig kneten soll, dass irgendwas nicht stimmen kann, weil der Teig weder fest noch glatt wird, guckt dann noch mal ins Rezept und stellt fest, dass da noch 300 Gramm Mehl fehlen, die man dann noch schnell drunter mischt. Klappt einwandfrei, habe ich exklusiv, wenn auch nicht wirklich absichtlich getestet.

Außerdem plädiere ich dafür, noch Vanillesauce herzustellen, die sich schön in den Knödel reinsaugen kann. Aber das kann natürlich jeder machen, wie er will.

6 Antworten auf „Germknödel aus dem Reiskocher“

  1. Ich habe auch öfters Hunger auf Germknödel.
    Bin sicher, dass kommt, weil da Mohn draufkommt. Und ich bin latent Mohn süchtig.
    z.B. Mohnkuchen backen und aufessen.

    Bis jetzt habe ich mich das noch nicht zu kochen getraut. Die Germknödel.
    Das Rezept habe ich schon. In dem Kochbuch von Sarah Wiener über Süßspeisen. Die finde ich zwar doof, aber die Rezepte sind überirdisch.
    Du machst mir Mut.

    Im Sommer fahre ich auf jeden Fall nach Bregenz. Da gibt’s das.
    Lg
    Ute

  2. Tipp für Menschen mit weder Dampfkochtopf/Einsatz noch Reiskocher: ein (Metall) Sieb in geeigneter Größe im Topf mit Deckel drauf tut’s auch :)
    Da passt dann aber vermutlich nur ein Knödel rein, wenn ich recht überlege – also ein Single Tipp ;)

  3. Ein klasse Rezept, hätte nicht gedacht, dass es so einfach ist echte Österreichische Germknödel zu machen. Meine Kinder werden sich freuen, wenn es ihre Leibspeise auch mal zuhause und nicht nur Im Skiurlaub gibt.

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