Tagebuchbloggen 14. bis 19.8.

Freitagabend bei einem neuen Vietnamesen auf der Rüttenscheider Straße gegessen, sehr angenehm, wir konnten draußen sitzen, das Essen war wirklich gut und es gab cà phê sữa đá, den vietnamesischen Eiskaffee mit gesüßter Kondensmilch, den ich damals in Ho-Chi-Minh-Stadt so liebte.

Unangenehm immer wieder, sobald man man im Restaurant draußen sitzt, steigt die Chance, dass sich jemand in der Umgebung eine Zigarette ansteckt. Wir haben uns dann einen Tisch weiter gesetzt, da ging es dann. Dazu muss man wissen, dass ich Zigarettenrauch auf Entfernungen wahrnehme, die eventuell schon nicht mehr ganz normal sind.

Das war aber nur ein kleiner Wermutstropfen, ansonsten ein sehr schöner Abend, guter Moscow Mule auch, das My Dad Made in Essen-Rüttenscheid kann ich also auch empfehlen.

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Samstag war Familientag. Also zunächst nach Opladen zu Oma, bei der das Gespräch eher zufällig auf ihre Ostpreußenerinnerungen kam, sie lebte damals mit ihrer Mutter in Memel. Nachdem der alte Diercke-Atlas keine ordentliche Karte des Baltikums aufweisen konnte, musste das Smartphone her und wie das so ist, erzählte sie, ich suchte auf dem Smartphone, fand Bilder oder guckte auf Google Maps, darüber stolperten wir über das GenWiki, auf dem man sogar die Einwohner einzelner Häuser einsehen konnte.

„Der Schulz war der Nachbar, mit dem sich meine Oma die Zeitung teilte. Da musste ich immer hin und nach der Zeitung fragen und abends musste ich dann die Zeitung zurückbringen. Und in der Villa Lieselotte in Schwarzort habe ich mein Pflichtjahr gemacht. Ja, genau, das war das Haus, da unten haben wir gearbeitet, wieso hast du denn jetzt ein Bild davon?“

„Aus dem Internet, Oma, das ist alles im Internet.“

Als meine Eltern dann dazukamen, strahlte Oma: „Das war das schönste Gespräch meines Lebens!“

Es ist also ganz einfach, ich kann dieses Internet nur empfehlen, auch für Anverwandte, die vielleicht sonst nicht so viel damit anfangen können, mit denen man aber beim betreuten Internetstöbern der ein oder anderen Erinnerung nachstöbern kann.

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Weiter ging es ins Bergische Land, wo der dritte Geburtstag des Großcousinenkindes anstand. Das Großcousinenkind wohnt eigentlich bei Stuttgart, war aber mit Familie auf Großelternbesuch.

Es gab Kuchen und Schnittchen, Pflaumen frisch vom Baum und selbstgemachten Feigenwein und es war ungefähr genauso idyllisch, wie es sich anhört. Insgesamt sehr glückliche Kinder, es wurde nur einmal geweint, während die dreijährige Großcousine einem schon seit knapp einem Jahr sehr souverän eine Frikadelle an die Backe plappert, hat der zweijährige Großcousin noch eine eigene Sprache, sagt sehr souverän „Ja“ und „Nein“, kann aber mit beeindruckender Genauigkeit mit der Wasserpistole zielen. Beide sind leider außerdem verboten niedlich. Da Bilder aus offensichtlichen Gründen nicht möglich sind, hier als Ersatz meine bescheidenen Kneterfolge, im Hintergrund ein Hase.

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Sonntag dann eine Mischung aus Arbeiten und Schlafen. Da der Familientag aus mehreren Stationen bestand, und sowohl An- als auch Abfahrt mindestens anderthalb Stunden in Anspruch nehmen, musste halt alles andere irgendwie in den Sonntag rein, inklusive Erholung. Diese Wochenenden sind eben grundsätzlich zu kurz, all das nachzuholen, zu dem ich unter der Woche nicht komme.

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Außerdem war Sonntag großer Skandinavien-Doku-Tag auf 3Sat. Ich habe nur zwei verfolgt, einmal ging es um Island, da musste ich natürlich an Frau Drehumdiebolzen denken, die erst gerade mit Mann und zwei Kindern einmal komplett mit einem Geländewagenoldtimer rund um die Insel gefahren ist. Ja, das ist schon richtig, das Auto hat auch einen Twitteraccount.

Darauf folgte eine Doku über Tiere in Dänemark und ich war besonders verzückt von dem Eulenpapa, der seinen Jungeulen Futter brachte und sehr genervt in die Kamera guckte, als die Jungeule das Stück Fleisch fallenließ und ohne Pause einfach weiter krakelte. Natürlich guckte die Eule vermutlich gar nicht gernervt, sondern eben so, wie Eulen gucken, aber schauen Sie selbst.


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