Tagebuchbloggen, 16.9.2019

Ich brach extra früh von der Arbeit auf, weil ich noch etwas machen musste, für das der Rechner nicht ausgemacht werden darf und das wollte ich zu Hause starten, weil ich sonst sehr lange auf der Arbeit hätten warten müssen. Der Plan scheiterte grandios daran, dass alle Züge, die bis kurz vor Aufbruch noch als komplett pünktlich auf der Webseite der Deutschen Bahn angezeigt wurden, alle Verspätung hatten. Dafür konnte ich noch Onigiri und Cold Brew bei REWE im Kölner Hauptbahnhof kaufen, damit ich am nächsten Tag Onigiri und Cold Brew mit ins Büro nehmen konnte.

Zu Hause baute ich dann sofort den Laptop auf und startete das, was gemacht werden musste und dann wärmte ich aufgewärmtes Chili auf und guckte den Rest von „Wer wird Millionär?“. Das war es mehr oder weniger.

Ansonsten stellte ich ein interessantes Phänomen fest. Bei Tchibo gibt es… ach nein, ich muss anders anfangen, ich stellte sogar zwei interessante Phänomene fest.

Es war so gewesen: Sonntagabend deinstallierte ich komplett spontan sowohl Pokémon Go als auch Harry Potter: Wizards Unite. Mit spontan meine ich, dass ich gerade noch ein paar Sachen in letzterem Spiel eingesammelt hatte und in dem Moment als ich das Spiel schloss dachte: „Hm, eigentlich interessiert dich das Spiel gar nicht mehr so, oder?“ Dann dachte ich noch mal ein paar Sekunden lang nach, dachte: „Nee, es interessiert mich gerade nicht mehr so.“ und deinstallierte beide Apps. Es ist ein bisschen wie damals 1996, als ich von jetzt auf gleich aufhörte Seifenopern zu gucken, wobei 1996 hatte ich ein paar Tage lang hohes Fieber, das war hier nicht der Fall.

Also jedenfalls deinstallierte ich beides und jetzt beobachte ich, wie ich immer noch in alte Denkmuster zurückfalle. Es ist sehr seltsam am Bahnhof zu sein und nicht noch schnell Zauberenergie zu sammeln oder zu gucken, ob die Zeit noch reicht, um in der Festung zu kämpfen. Ich steige jetzt auch woanders am Bahnsteig in den Zug, weil ich ja die Pokéstops am Ankunftsort nicht mehr mit einplanen muss.

Jedenfalls habe ich jetzt plötzlich am Bahnhof unfassbar viel Zeit, weil ich ja keine Aufgaben mehr erledigen muss und deswegen war ich bei Tchibo, was uns zum zweiten Phänomen bringt. Tchibo hat aktuell lauter Ordnungskram, der ganz hübsch ist und auch grundsätzlich praktisch aussieht. Nun bin ich leider sehr geizig, was Neuanschaffungen angeht und hinterfrage erstmal zehn Mal, ob ich das wirklich brauche. Bei Tchibo kommt ein interessanter Aspekt dazu, ich weiß ja nämlich, dass es diese Dinge nur eine kurze Zeit geben will, ich muss mich also in adäquater Zeit für oder gegen einen Kauf entscheiden, was dazu führt, dass ich zusätzlich hinterfrage, ob ich das Ding nur kaufen möchte, weil ich Angst habe, dass ich es irgendwann nicht mehr kaufen kann. Es kommt also eine zusätzliche Denkschleife hinzu, die dazu führt, dass ich meistens so lange hadere, dass es das Ding dann irgendwann nicht gibt. Aber ich habe ja jetzt jeden Morgen unfassbar viel Zeit am Bahnhof, vielleicht kaufe ich doch noch was.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.