20 Dinge über mich, die Sie wahrscheinlich schon ahnten, aber nicht zu fragen wagten

Das Lieblingsnuf wurde vom 20–Fakten-Stöckchen getroffen und hat es mir zugeworfen. Angesichts meiner mäßigen sportlichen Begabung ist es ein Wunder, dass ich es aufgefangen habe, aber ich habe es gefangen, und was nun folgt, sind 20 zufällig ausgewählte Dinge, die es über mich zu wissen gibt. Ob es tatsächlich Fakten sind, darüber können andere Leute streiten, ich kann ja hier wer-weiß-was behaupten, das muss erstmal jemand nachprüfen.

1. Früher fand ich meinen Vornamen doof, weil er so unspektakulär ist. Heute finde ich ihn super, weil er so unspektakulär ist. Wenn ich ein Kind hätte, also ein Mädchen, dann würde ich es eigentlich auch Anne nennen wollen, aber das fände ich dann wieder albern, weil es dann so hieße wie ich. Irgendwas ist eben immer.

2. Ich backe lieber als dass ich Kuchen oder Plätzchen esse. Ich finde Backen sehr meditativ und entspannend, das Ergebnis verteile ich dann gerne an Leute, die lieber essen als backen.

3. Ich sehe aus wie mein Vater. Nur mit ohne Bart und weniger wirren Haaren. Also mit mehr Haaren, aber weniger wirr. Ach, egal. Wenn Leute meinen Vater nicht kennen und mich mit meiner Mutter sehen, sagen sie gerne, wie ähnlich wir uns sehen. Wenn sie dann meinen Vater sehen, müssen sie das zurücknehmen. Anscheinend sehe ich auch irgendwie aus wie meine Mutter.

4. Ich gucke keine Horrorfilme mehr, seit ich nach „Ring“ (das Remake, nicht das Original) eine Woche nicht schlafen konnte und Angst vor meinem Fernseher hatte. Wenn es jetzt einen Film gibt, den ich spannend finde, bei dem ich aber denke, dass er mir wieder schlaflose Nächte beschert, lese ich mir ganz schnell die komplette Handlung auf Wikipedia durch, damit ich nicht in Versuchung komme, den zu gucken.

5. Ich esse keine Bananen und keine Rosinen in Zeug. Mit „in Zeug“ meine ich, dass ich Rosinen nur pur esse, dann finde ich sie total lecker. Sobald sie aber mit anderem Essen vermischt sind, finde ich sie fies und esse das dann entweder gar nicht oder picke die Rosinen raus. Ich finde auch Studentenfutter problematisch, und kann Rosinen und Nüsse nicht durcheinander essen.

6. Bei Gummibärchen mag ich die roten am liebsten, dann grün, denn orange, dann gelb, dann weiß. Die weißen finde ich fies. Bei meiner Mutter ist die Hitliste genau andersrum sortiert. Das ist sehr praktisch, weil man sich dann nicht streiten muss und nicht irgendeine Sorte übrig bleibt, die dann keiner will.

7. Überhaupt sortiere ich mein Essen.

8. Ich habe latente Flugangst, besonders beim Starten und Landen. Wenn ich ganz ruhig und still werde und vermutlich für Außenstehende total entspannt wirke, dann warte ich eigentlich nur auf den Tod und möchte ihm möglichst gelassen begegnen, weil ich ja eh nichts dran ändern kann.

9. Ich komme nicht mit klassischer Rollenverteilung und Sätzen wie „Männer/Frauen sind halt so…“ klar. Ich halte das alles für größten Unfug und bin immer wieder erstaunt, wie viele Leute so etwas äußern und das anscheinend auch wirklich so meinen. (Das hat weniger etwas mit Feminismus zu tun, als dass ich erst recht spät im Leben mit dem Konzept der klassischen Rollenverteilung und Genderstereotypen konfrontiert wurde und deshalb dankbarerweise nie die Chance hatte, das irgendwie zu verinnerlichen. Glaube ich.)

10. Ich war in der Oberstufe mal schwer seifenopersüchtig und habe jeden Tag „Verbotene Liebe“, „Marienhof“ und „GZSZ“ geguckt, außerdem Lindenstraße. Dann hatte ich eine Grippe, so eine, wo man wirklich selbst zum Fernsehgucken zu krank ist und danach war gut.

11. Ich hatte eine riesige Videosammlung, die ich ordentlich nummeriert und mit Aufklebern versehen habe. Ich glaube, es gab sogar mal eine Datenbank. In diesem Zusammenhang habe ich auch meine intellektuelle Kunstfilmphase relativ früh abgehakt und kann seitdem ruhigen Gewissens Unterhaltungskram gucken, weil ich Truffaut und Rohmer ja schon vorm Abitur erledigt habe. (Truffaut kann ich übrigens sehr empfehlen, das kann man gut gucken, vor allem die Antoine-Doinel-Sachen, die sind wirklich sehr amüsant.)

12. Ich kann nicht zappen, also beim Fernsehen. Ich vermute, das liegt daran, dass ich bis 2005 oder so immer maximal sechs Programme hatte. Ich muss immer erst gucken, was da kommt und bleibe deswegen auch mal bei seltsamen Sendungen auf irgendwelchen dritten Programmen hängen.

13. Wenn ich an irgendwelchen Schaltern oder an der Kasse stehe, dann ordne ich diese Papierstapel, die da immer rumliegen. Ich hab auch im Buchladen schon mal Büchertische aufgeräumt. Irgendwer musste es machen und ich war halt gerade da.

14. Ich mag keine Achterbahnen oder andere absurden Fahrgeschäfte. Ich mag Kettenkarussell, Raupe und Riesenrad. Mit Autoscooter habe ich zu wenig Erfahrung, aber ich glaube, das ist eigentlich ganz lustig. Allerdings war ich sowieso seit ungefähr 15 Jahren nicht mehr auf einer Kirmes, die Angaben sind also ein bisschen ohne Gewähr, vor allem aber auch ein bisschen sinnfrei.

15. Ich bin eigentlich sehr ungeduldig, kann mich aber sehr gut mit Wartesituationen abfinden. Außerdem bin ich sehr geduldig mit Tieren. Mit Menschen nicht so.

16. Dicke Bücher sind überbewertet. Dicke Bücher halten einen nur davon ab, mehr unterschiedliche Bücher zu lesen.

17. Ich mag schöne Zahlen und Zahlenreihen. Meine Kontonummer finde ich sehr hübsch, weil man sie sich so gut merken kann, weil das erste Zahlenpaar eine Primzahl ist, und das zweite dann dreizehn weniger (AUCH PRIMZAHL!!!) und dann kommt eine 0 (Nullen sind auch hübsch) und dann ist das letzte Zahlenpaar ein Vielfaches von dreizehn. Total gut zu merken.

18. Bei längeren Autofahrten unterhalten sich der Mann und ich tatsächlich sehr oft über Systemtheorie und so Zeug. Allerdings sind wir auch schon fast 14 Jahre zusammen, und so eine Beziehung wächst ja mit den Gesprächsthemen oder so. Vielleicht auch andersrum, die Gesprächsthemen wachsen mit der Beziehung. Ach, was weiß ich.

19. Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Dinge nicht so einfach sind und es durchaus unterschiedliche, aber dennoch vollkommen valide Ansichten geben kann. Das macht es nicht immer einfach und es sieht dann manchmal so aus, als hätte ich keine Meinung. Ich hab aber meistens schon eine Meinung, ich glaube nur, dass andere Meinungen genauso berechtigt sind. Das sieht dann so aus, dass der beste Freund mich mal in der Berufsschule darauf hinwies, dass ich nicht zwingend jede Wortmeldung damit einleiten müsste, dass man es ja durchaus auch so oder so oder so sehen könnte und ich mir dessen auch bewusst sei, es aber aus Gründen eher so sehen würde, obwohl dies und das selbstverständlich auch berechtigte Argumente dagegen wären.

20. Ich war schon immer so.

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Selbstverständlich darf sich jeder gerne an diesem kleinen Stöckchen bedienen. Ich habe auch das Gefühl, das war jetzt schon fast überall, aber da werden mir jetzt alle die Menschen widersprechen, die noch nicht damit beworfen wurden. Vielleicht hat Doreen Lust, oder Wibke, oder Johannes, oder Isabella. Oder irgendjemand anders. Ich freue mich über jeden, der mitmacht und nehme es niemandem übel, wenn er keine Lust dazu hat (s. Punkt 19).

Ch-Ch-Changes!

Ich habe hier eine kleine Bildergeschichte, die das Ergebnis der letzten zwei Monate zeigt. Es war ein bisschen stressig, am allerschlimmsten war aber, dass ich aus offensichtlichen Gründen überhaupt nichts darüber schreiben konnte, dabei gab es so viele lustige Geschichten zu erzählen. Aber jetzt ist das Ding wohl durch und ein paar von den lustigen Geschichten gibt es vielleicht dann demnächst hier.

Bildergeschichte

Außerdem hab ich jetzt wohl eine Einzimmerwohnung aufzulösen. Menschen im Frankfurter Raum, die zum Beispiel ohnehin demnächst ein Bettsofa kaufen wollten und sich aber noch ein paar Monate gedulden können, sollten hier also besonders gut aufpassen. Auch eines der seltenen 60 cm breiten Billy-Regale gibt es dann im Angebot. Aber auch dazu demnächst mehr.

Lieblingstweets im September (Teil 2)

Ich seh schon. Jetzt, wo das Freibadwetter vorbei ist und man nicht mehr im Stadtpark rumhängen kann, werdet ihr wieder kreativ, ODER WIE SOLL ICH DAS DEUTEN?

Zu folgendem Tweet habe ich folgende Geschichte zu erzählen: Der beste Freund hatte vor mir bereits andere beste Freundinnen, gefühlt drei bis zehn an der Zahl, die alle, wirklich alle, Steffi hießen. Dementsprechend waren sie durchnummeriert und irgendwann erfuhr ich, dass ich bei seinen Eltern auch als Steffi gehandelt wurde, weil alles andere vermutlich zu unfassbar gewesen wäre.

Die folgenden Tweets bitte im Zusammenhang lesen. Nur so ist die unglaubliche Schönheit in ihrer Gänze erfassbar.

Meine Lieblingsfarbe ist übrigens hellgrün

Wer mich heute sucht, ich bin drüben im Blog von der Zeit und beantworte den Proust-Fragebogen für Blogger.

Fun Fact am Rande: Ich wollte bei „Lieblingsbeschäftigung offline“ eigentlich „Lesen, Reiten, Schwimmen“ schreiben, so als Anspielung auf das, was damals in diesen Freundebüchern immer so drin stand, aber ich befürchtete, dass mein subtiler Witz mal wieder missverstanden würde und dann alle dann dächten, meine Lieblingsbeschäftigungen wären tatsächlich Lesen, Reiten und Schwimmen und das Risiko war mir einfach zu groß.

Wer vom Fragebogen auf diesen Blog gekommen ist: Herzlich Willkommen! Ich freue mich sehr, Sie auf diesem kleinen Blog begrüßen zu dürfen. Bleiben Sie doch noch ein bisschen und stöbern Sie, bis der Tee fertig ist. Keks dazu?

Wenn Sie sich für Bahnhöfe interessieren, kann ich meine Rubrik „Deutschland, deine Bahnhöfe“ empfehlen. Möchten Sie lieber das Internet erklärt bekommen, so habe ich auch hier schon das ein oder andere Phänomen durchleuchtet. Falls Sie sich eher für meine dunkle Vergangenheit interessieren, so erfahren Sie hier, warum ich nie ein Pferdemädchen wurde oder hier, wie ich mal daran scheiterte, eine Bravo Girl ins Haus zu schmuggeln. Und wenn Sie lieber traurige Geschichten lesen, dann empfehle ich das hier.

Webgedöns – September 2013

Katrin Seddig schreibt in der taz darüber, warum die Gleichberechtigung schuld daran sein kann, wenn ein Mann einem nicht mehr den Koffer ins Gepäckband hievt.

Corinna Bath über Genderstereotype in Algorithmen. Das ist auch insofern interessant, als dass es wieder klar macht, dass Algorithmen selbstverständlich nicht einfach so da sind, sondern von Menschen geschrieben werden und dementsprechend auch immer nur bedingt neutral sind.

Und wo wir schon dabei sind, schreibt Katja Berlin hier über die Wahrheit über die Geschlechter. Man möchte jedes Wort unterstreichen und „Genau!“ rufen.

Wer sich immer schon fragte, wie man sich auf Partys mit Autoren unterhalten sollte, der bekommt hier sehr hilfreiche Hinweise von Kathrin Passig und Ira Strübel. Wenn jemand hier Verhaltensregeln im Umgang mit Softwareentwicklern braucht, ich stehe zur Verfügung.

Grant Snider hingegen hat in diesem Webcomic ganz andere Probleme. In seiner Nachbarschaft wohnt jetzt Magritte und das ist nicht immer einfach.

David Zinn malt kleine Kreidefiguren auf die Straßen und an die Wände von Ann Arbor. Das ist zum Quietschen niedlich und sehr, sehr fantasievoll. Warum macht das hier keiner?

In der Zwischenzeit bemalt Andre Levy Münzen. Kann man machen.

Weiter zu schönen Fotos. Für „Last House Standing“ fotografiert Ben Marcin die letzten noch stehenden Häuser eines Straßenabschnitts.

Michael Marten fotografiert statt dessen am Meer rum. Einmal bei Ebbe, einmal bei Flut. Das ist durchaus sehenswert. (Die Reihe heiße „Sea Change“, man kann leider nicht direkt drauf verlinken.)

Die Bilder von Thomas Barbèy sind etwas weniger realistisch, aber nicht minder faszinierend.

„Where’s the Octopus?“ ist in diesem Video eine berechtigte Frage. Unterwasservideos gehen ja eigentlich sowieso immer.

Auf GourmetGuerilla gibt es ein Rezept für Clafoutis mit Erdnussbutter und Marmelade und aus Gründen musste ich dabei spontan an Maximilian Buddenbohm denken.

Ein Kölnshirt von Shirtbee

Vor nicht allzu langer Zeit bekam ich eine Mail von Shirtbee, die anfragten, ob ich nicht gerne ein Shirt bei ihnen bestellen würde, um den Service zu testen und dann drüber zu schreiben.

Weil ich bei sowas immer sehr lange nachdenke, weil ich nur Sachen mache, die ich wirklich machen will, habe ich es ungefähr drei Tage vor Ablauf der Aktion geschafft, mir doch etwas zusammenzuklicken. Etwas überfordert saß ich am Rechner vor der Produkt- und Motivauswahl und musste erstmal überlegen, was ich überhaupt anziehen würde.

Da ich genug T-Shirts mit U-Ausschnitt habe und ich die meistens zu eng am Hals finde, sollte es diesmal ein Shirt mit V-Ausschnitt sein und nach ein bisschen Sucherei wurde ich dann auch fündig. T-Shirt-Typ gefunden, Farbe ausgesucht (KNALLBLAU!), jetzt nur noch Motiv.

Ha ha, nur noch Motiv. Sehr lustig. Bei Shirtbee gibt es ungefähr unendlich viele Motive, was es für so entscheidungsfreudige Menschen für mich total einfach macht. Vermutlich hat nur das Zufallsshirt mehr Motive als Shirtbee. Ich klickte mich also durch diverse Kategorien und landete schließlich bei den Stadtmotiven. Essen oder Köln sollte es werden, die eine oder die andere Heimat, und für beides gab es durchaus hübsche Sachen. Letztlich landete das kinderzeichnungsstilisierte Kölnpanorama auf dem Shirt, in der „samtigen“ Flockdruckoption, noch mal zurechtgerückt, abgeschickt, fertig.

Ein paar Tage später war das Shirt im Briefkasten und ich bin sehr zufrieden. Schöner, überraschend leichter Stoff, guter Druck, da kann man an keiner Stelle meckern.

Und so sieht eine glückliche Kölnshirtbesitzerin mit Kölnshirt aus:

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Bei Shirtbee gibt’s auch anderes Zeug, vom Mousepad bis zum Thermosbecher. Ich danke Shirtbee für die nette Aktion und das hübsche T-Shirt.

 

Annes kleine Weinstunde

Diesmal hab ich zwei Weine ausgeguckt, die in diesem Haushalt jetzt schon mehrfach auf den Tisch kamen. Dabei kann ich auch mal mit dem Vorurteil aufräumen, Bioweine könnten nix. Bioweine können sehr wohl was. Es gibt bestimmt auch welche, die nichts können, aber das ist ja bei normalen Weinen auch so, da muss man nicht vom Kleinen aufs Große schließen.

Obwohl es jetzt schon deutlich auf den Herbst zugeht, gibt’s jetzt zwei hübsche Weißweine, einen Chardonnay und irgendwas anderes, muss ich gleich noch nachgucken, war aber auch gut. Aber ich fange am besten einfach an.

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Finca Fabian, Chardonnay 2011, Dominio de Punctum

Für diesen Wein muss man etwas ausholen. Es ist nämlich so, dass wir 2009 in Kalifornien waren, wo man sich ja vor guten Weinen kaum retten kann und in jedem Restaurant ob der Weinkarte heillos überfordert ist. Da waren wir in Paso Robles, einem Kaff irgendwo zwischen Weinbergen und der Mann trank anscheinend einen der besten Weine überhaupt, hatte sich aber leider nicht gemerkt, was es für einer war und ich hatte das sowieso vergessen.

Knapp vier Jahre später schleppte ich dann aus dem Bioladen diesen spanischen Chardonnay an, hauptsächlich, weil das Label so hübsch war und… heissa! Was ein großartiger Weißwein! Meine erste Assoziation war, dass der Wein irgendwie nach Whisky schmeckte. Mittlerweile würde ich sagen, dass er tatsächlich eine Dessertweinnote hat, was aber nicht bedeutet, dass dieser Wein lieblich wäre, ganz im Gegenteil. Es ist ein sehr kräftiger Weißwein, der zusätzlich noch eine gewisse Süße hat, die aber eher provokant reinhaut anstatt lieblich und harmlos daherzukommen. Genau sowas, sagte der Mann dann, sowas sucht er seit unserem Besuch in dem Restaurant in Paso Robles. Und ich hab’s gefunden, im Biomarkt in Essen. Für sechs Euro. Kann man nicht meckern, nur empfehlen.

(Finca Fabian, Chardonnay 2011, Dominio de Punctum gibt’s zum Beispiel bei basic für ungefähr 6 Euro.)

 

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Original B&G, Sauvignon Blanc 2010, Barton & Guestier (Val de Loire)

Auf diesem etwas verwackelten Bild sieht man einen Wein, den ich mir für einen netten sturmfreien Abend in einem so eher durchschnittlich sortierten REWE irgendwo in Hessen kaufte. Es war ein Spontankauf, eventuell hat das Biolabel geholfen, das Label war’s jedenfalls nicht, das ist ja eher unspektakulär.

Das besondere an diesem Wein ist, dass er so unglaublich süffig ist, dass ich auf einmal und quasi ohne Vorwarnung auf eine fast leere Flasche guckte und mich fragte, wann das denn bitte schön passiert sei. Es klingt jetzt vielleicht etwas unspektakulär, weil mir auch sonst keine großartigen Attribute einfallen. Aber wenn man wirklich einen guten, leichten, spritzigen und wirklich unglaublich süffigen Weißwein braucht, also so ungefähr das Gegenteil von dem Chardonnay oben, nur eben auch gut, dann kann ich diesen Wein empfehlen. Den trinkt man weg und weiß gar nicht, wie einem passiert.

Einige Wochen später fand ich ihn auch in der gigantischen Weinabteilung des einen REWEs am Hohenzollernring in Köln und packte ihn gleich in den Einkaufskorb, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander Mal erzählt werden.

(Original B&G, Sauvignon 2010, Barton & Guestier, z.B. im REWE für irgendwas unter 10 Euro)

Calton Hill

Wie bei so fast allem in Edinburgh dachten wir, Calton Hill wäre viel zu weit weg. In Wirklichkeit ist Calton Hill, wie fast alles in Edinburgh (alles außer Leith) natürlich total nah und ehe man sich’s versieht, steht man schon oben und guckt auf Edinburgh runter.

Das ist sowieso das tolle an Edinburgh, dass man dauernd irgendwo raufklettern und runtergucken kann. Manchmal sogar, ohne das wirklich zu wollen. Auf einmal steht man irgendwo oben und guckt runter. Total ungeplant. Es bedeutet allerdings auch, dass man dauernd rauf und runter läuft, aber so bekommt man ein kleines Fitnessprogramm gratis zum Urlaub dazu. Auch total praktisch.

Jedenfalls stehen wir auf einmal und überraschend schnell auf dem Calton Hill. Weil ich mich über sowas nie informiere, weiß ich gar nichts über den Calton Hill, hier stehen vereinzelt irgendwelche Gebäude rum, alles schön alt und grau. Auf das Säulending kann man draufklettern, wenn man Leute hat, die einen von oben ziehen und von unten schubsen und dann ein bisschen drauf rumlaufen und Leuten im Weg stehen, die Fotos machen wollen.

Auf den Turm kann man auch klettern, aber dafür sind wir zu faul. Die Aussicht ist ja auch so schon schön genug. Nach Norden auf den Firth of Forth, nach Süden auf das Zentrum und den Holyrood Palace und natürlich Arthur’s Seat, wo wir Neujahr 2012 draufgeklettert sind. Wir laufen ein bisschen rum, machen Fotos und gucken runter und dann laufen wir wieder runter und stehen fünf Minuten später auf einmal wieder mitten in der Stadt. Faszinierend.

Calton Hill ist eine ziemlich gute Alternative für Leute, die mal irgendwo draufklettern und auf Edinburgh runtergucken wollen, denen Arthur’s Seat aber zu anstrengend oder zeitaufwändig ist. Oder zu windig. Oder man macht einfach beides, geht natürlich auch.

Erwähnte ich schon mal, dass Edinburgh dauernd den Himmel schön hat? Ja? Nein? Okay. Ist jedenfalls so.

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Blick nach Westen auf die New Town. Mehr oder weniger.

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Arthur’s Seat. In Edinburgh steht einfach so ein Berg in der Stadt rum. Ich finde das sympathisch.

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Blick nach Norden auf den Firth of Forth.

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Noch mal Blick nach Norden auf den Firth of Forth. Irgendwo da hinten ist vermutlich auch Leith. Vielleicht aber auch nicht.

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Säulendings. Konnte man auch draufklettern und Fotos machen.

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Blick auf das Zentrum von Edinburgh. Man sieht zum Beispiel den Bahnhof und die eine hübsche Brücke und hinten das Schloss und rechts das Balmoral Hotel. Und anderes Zeug. Edinburgh ist voll mit so Gebäudezeug.

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Holyrood Palace. Manchmal kommen hier auch so Königsleute hin.

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Ein zur Gesamtsituation passender Hund.

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Edinburgh by Night

Hier herrscht mal wieder tödlicher Männerschnupfen. Das sieht ungefähr so aus, dass ich schniefend und hustend auf dem Sofa rumliege und mich frage, warum es mich dieses Jahr wirklich alle Nase lang trifft. („Alle Nase lang“, haha! Brüller!)

Damit aber auch wirklich alle etwas von der kleinen Reise nach Edinburgh haben, gibt’s jetzt einfach ohne viele Worte ein paar schöne Eindrücke von einem nächtlichen Edinburgh. Und dann geht’s wieder aufs Sofa.

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Aussicht vom Hotel auf die Cockburn Street.

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Irgendwo auf dem Weg zum Grassmarket.

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Aufstieg vom Grassmarket zur Royal Mile.

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Pub auf der Rose Street.

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Balmoral Hotel.

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Auf der Princes Street mit Blick aufs Monument.

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Monument und Bus nach Leith.

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Zeug.

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Monument mit Himmel. Edinburgh hat dauernd den Himmel schön, es ist schon unerträglich.

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Noch mal Aussicht auf die Cochburn Street, diesmal mit mehr Autos und Ausgang von Mary King’s Close.