Tagebuchbloggen, 13.06.2021

Hundewiese sieht aktuell so aus, dass man so lange auf der Hundewiese läuft, bis man Leute findet, die einen kompatiblen Hund haben, dann steht man da ein bis zwei Stunden rum, die Hunde machen zwischendrin Zeug und dann geht man wieder. Heute kamen wir bis zur ersten Bank, da waren nämlich der Schäferhund-Husky-Mix, den Kori sehr liebt und eine Schäferhündin, in die er sich auch sehr spontan und heftig verliebte. Nach anderthalb Stunden war der Hund so alle, dass er sich neben einem Busch in den Schatten legte und das – beliebte Hundehalterworte – hat er wirklich noch nie gemacht.

Suchbild mit Hund


Abends in einem sogenannten Eiscafé gewesen, völlig irres Konzept, man setzt sich draußen an einen Tisch, es kommt eine Person, man sagt ihr, was man essen oder trinken will und sie bringt es einem gegen Bezahlung. Abgefahrene Idee, hoffentlich setzt sich das durch, würde ich gerne in Zukunft öfter machen, geht vielleicht auch in Innenräumen, wer weiß?


Hübsches Haus in Gummersbach gesehen und Besichtigungstermin für Mittwochabend vereinbart. Preis eher am oberen Ende, dafür sieht es so aus, als müsste man innen quasi nichts machen, Makrolage auch am äußeren Ende, eben Gummersbach, aber ich habe mich jetzt näher mit Gummersbach beschäftigt, die Bahn nach Köln braucht zum Beispiel zwar über eine Stunde, aber dafür fährt sie auch jede halbe Stunde und zwar bis Mitternacht, damit kann man arbeiten, der Trick an Gummersbach scheint mir zu sein, entweder zentral zu suchen (Infrastruktur + Bahnhof) oder in Dieringhausen (Bahnhof + Nähe zur A4). Und bis zu meinen Eltern sind es laut Google Maps auch nur 8 Minuten weiter als von Lindlar aus, was ja ein bisschen meine Traumlage wäre, aus familiär-logistischen Gründen. Auf der anderen Seite ist Gummersbach größer und das Haus, um das es am Mittwoch geht, liegt so zentral, dass man wirklich Stadt auf der einen und Wald auf der anderen Seite hätte, das wiederum ist quasi traumhaft, was Mikrolage angeht. Es gibt keinen Pool, aber eine vollkommen irre Veranda und das Grundstück sieht aus, als könnte man sinnvoll einen Pool hinbauen. Es bleibt also kompliziert und spannend.


Zwei sehr unterschiedliche Bücher ausgelesen, nämlich „Schlafende Hunde“ von Anja Rützel [Amazon-Werbelink] über berühmte Leute und ihre Hunde oder vielleicht Hunde und ihre berühmten Halter, so richtig ist die Besitzhierarchie ja nie klar und „Zu viel und nie genug“ von Mary L. Trump [Amazon-Werbelink] über die Trump-Familie.

Ersteres empfehle ich uneingeschränkt, ich hatte es schon lange rumliegen und schämte mich ein wenig, es noch nicht gelesen zu haben, aber es war sicher gut, dass ich so lange gewartet hatte, weil man Hundebücher noch mal ganz anders liest, wenn man selber einen hat und sich noch mal ein bisschen mehr in den Geschichten über Michel Houellebecq und seinen Corgi oder Picasso und seinen Dackel wiederfinden kann. Überhaupt dachte ich ja, wenn ich selber einen Hund habe, interessieren mich vielleicht andere Hunde nicht mehr ganz so doll, es ist aber komplett anders herum, seit ich selber einen Hund habe, finde ich auch andere Hunde noch toller, weil ich sie auch ganz anders wahrnehme. Ich flippe zum Beispiel innerlich komplett aus, wenn ein Hund ähnliche Bewegungsabläufe hat wie unserer, Hunde laufen und spielen zum Beispiel sehr unterschiedlich. Aber zurück zum Buch, da schreibt Anja Rützel über zehn berühmte Personen (auch Marilyn Monroe und Queen Elizabeth II ist dabei) und ihre Hunde und die Beziehung zu ihren Hunden. Das ist erstens super interessant, man lernt etwas über die Leute aber auch noch viel mehr über Hunde im allgemeinen und außerdem, wie mein Mann immer sagte, wenn ich ihm eine Passage vorlas: „Die kann halt einfach schreiben.“

Das Trumpbuch fand ich auch überraschend gut, mein Mann hatte es sich letztes Jahr zum Geburtstag gewünscht und dann in zwei Tagen ausgelesen und es mir dann zum Lesen gegeben und jetzt lag es grob neun Monate auf dem Nachttisch, weil ich ja aber gerade aufräume, habe ich es einfach auch schnell in zwei Tagen gelesen, damit ich es vom Nachttisch wegräumen kann ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Ich hatte mir viel Hass und innerlichen Ungemach vorgestellt, das passiert aber gar nicht, Mary Trump, die Nichte von Donald Trump schreibt recht unaufgeregt über die gesamte hoch dysfunktionale Trump-Familie und es geht gar nicht so oft um Donald Trump selber, sondern eben vor allem seinen problematischen Vater und die sehr schwierigen Beziehungen der Trump-Geschwister zu ihren Eltern und untereinander. Am Ende weiß man nie, ob alles genau so wahr, zwischendurch wird auch mal etwas rumpsychologisiert, was aber insofern okay ist, dass sie ja Psychologin ist und das Problem ist eben letztlich, dass man als Teil einer Familie zwar die besten Einblicke bekommt, aber eben auch immer selber mit drinsteckt, aus der Kiste kommt man nicht raus. Ich rechne dem Buch jedenfalls hoch an, dass ich beim Lesen nicht dauerwütend, sondern vor allem interessiert war, man kann das also ganz gut lesen.


So. Gleich ist Mitternacht, ich geh dann jetzt ins Bett, Drei ??? hören und das Montags-Kreuzworträtsel der New York Times machen.

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