Edinburgh – Tag 2 (Erstmal Tee trinken)

Edinburgh 24th December

Was macht man am ersten Tag in Edinburgh? Einer Stadt, die wir nicht kennen, in der wir noch nicht waren, wo wir noch gar nicht wissen, wie das hier funktioniert, wo man hin soll, und wo nicht und wo man hier wohl leckeres Frühstück kriegt.

Nach einiger Recherche wollen wir’s mal mit dem Centrote in der George Street. Da klingt das Frühstücksangebot ganz gut und außerdem ist es nicht weit weg, das trauen wir uns zu. Zum Frühstück traue ich mich todesmutig an Porridge, für den Mann gibt’s Waffeln mit Ahornsirup und Speck. Außerdem bestelle ich ein Kännchen Breakfast Tea. Wir sind jetzt schließlich bei den Briten. Porridge ist gar nicht so schlimm, wie alle immer sagen. Eigentlich wie Milchreis, nur morgens und eben nicht mit Reis, sondern mit woraus auch immer Porridge gemacht wird.

Edinburgh 24th December

 

Danach laufen wir noch ein bisschen rum und gucken uns die George Street an und die Rose Street und die Princes Street. Im Reiseführer steht, dass hier die Shoppingmeile von Edinburgh ist und der Reiseführer lügt nicht. Von dieser Seite guckt man außerdem dauernd zum Castle hoch, das da so hoch oben auf dem Vulkanfelsen vor sich hin thront und hauptberuflich imposant und toll aussieht und ich immer nur denke, morgen, da gucken wir uns das mal genauer an.

Ich frage mich ja schon, ob das so eine gute Idee ist, ein Schloss so zu bauen. Positiv ist, dass man eigentlich nur von einer Seite angegriffen werden kann. So Felsen raufklettern will ja keiner. Man spart sich so einen aufwändigen Burggraben. Negativ ist jedoch, dass man auch nur zu einer Seite abhauen kann. So Felsen runterrutschen will ja auch keiner. Allerdings sind die Zeiten der Schlossbelagerungen vorbei und die Frage ist insofern eher theoretisch zu betrachten. Oder historisch. Theoretisch-historisch.

Edinburgh 24th December

Edinburgh 24th December

Nach einem kleinen Ausflug zum Bahnhof, um Zeitschriften und noch einen englischen Edinburgh-Reiseführer zu kaufen geht’s dann erstmal wieder zurück ins Hotel. Neben ausgiebigem Stadt-Begucken ist für diesen Urlaub nämlich erholen, lesen und nichts tun geplant und dem frönen wir jetzt durch intensives Rumliegen. Mal abgesehen davon, dass ich Restaurants fürs Abendessen recherchieren muss. Heute ist ja Heiligabend, aber das ist hier ja eher so halb interessant. Geschenke gibt’s ja auch erst morgen. Also bei uns ja sowieso nicht, aber vielleicht bei den anderen Leuten hier.

Wir haben natürlich nichts reserviert oder vorher geguckt und es bleibt lange Zeit fraglich, wo und ob wir überhaupt ein ordentliches Abendessen kriegen –  an Weihnachten und Neujahr will ich noch gar nicht denken. Ein Anruf im Smokestack Steakhouse bringt die Erlösung. Ja, es ist noch was frei, wir machen aber um acht Uhr zu. Kein Problem, sage ich, wir kommen dann so gegen sechs.

Edinburgh

Edinburgh

Kurz vor sechs stehen wir in der Broughton Street im Smokestack Steakhouse, neben uns sitzen Familien und überhaupt ist es laut und unkompliziert und wunderbar. Wir bestellen Steak und nachher das Dessert, das sich bei ein zuckriger Karamellfaden durch diesen Urlaub ziehen wird: Sticky Toffee Pudding, eine Offenbarung an Süße und Klebrigkeit, die wir weglöffeln wie nix. Und zwischendurch lassen wir uns Christmas Cracker erklären, die liegen nämlich netterweise da rum, einer pro Gast und in meinem ist ein lustiges pinkes Lineal und in dem vom Mann eine Art Plastik-Tangram. Außerdem: KRÖNCHEN!

Da sitzen wir also mit einem gelben und einem roten Krönchen auf dem Kopf, den Bauch mit Sticky Toffee Pudding gefüllt und es ist gut, dass wir heute hier sind. Ohne Geschenke, ohne irgendwas, nur mit Krönchen und Plastiklineal und alles ist gut und morgen ist Weihnachten.

Edinburgh

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