Der Rest der Welt: Die Bruder-Klaus-Siedlung in Köln

Während Hamburg über Hamburg schreibt und das Ruhrgebiet übers Ruhrgebiet, sammelt Isa alles über den Rest der Welt. Und weil ich immerhin auch mal in Köln gelebt habe, schreibe ich jetzt mal darüber, wie das da so war. Damals. Vor zwanzig Jahren.

Die ersten dreizehn Jahre meines Lebens habe ich in dem gleichen Haus gelebt, in dem meine Mutter die ersten dreiundreißig Jahre ihres Lebens gelebt hat. Die Straße, in der wir lebten, war eine T-förmige Sackgasse und das Haus, in dem wir lebten, befand sich am rechten Ende des Querbalkens dieses T’s.

Und diese Straße, in der wir lebten, die gar nicht Straße hieß, sondern Klause, die befand sich in der Bruder-Klaus-Siedlung, und diese Siedlung befand sich, eingerahmt von der A3 auf der einen und der Bahntrasse zwischen Düsseldorf und Köln auf der anderen Seite am nördlichen Zipfel von Köln, kurz vor Leverkusen. Gerüchten zufolge liegt die Bruder-Klaus-Siedlung auch sehr günstig genau in der Einflugschneise zum Kölner Flughafen, aber davon habe ich nichts bemerkt. Wenn einen nur ein schmaler Schleichweg und eine halbherzige Schallschutzmauer von der A3 trennen, dann fallen Flugzeuge rein lärmtechnisch gar nicht mehr so ins Gewicht.

Es hat ja auch Vorteile, wenn man direkt an der Autobahn wohnt. Man ist zum Beispiel unheimlich schnell auf der Autobahn. Außerdem erschließen sich neue Freizeitbeschäftigungen, denn man kann auf der kleinen Brücke über der Autobahn stehen und den Autofahrern zuwinken und dabei zählen, wie viele a) zurückwinken, b) zurückblinken oder gar c) zurückhupen. Das können andere Kinder nicht so einfach.

Damals(TM), also zwischen 1980 und 1993 konnte man in der Bruder-Klaus-Siedlung eigentlich sehr prima wohnen. Es gab einen Kindergarten und eine Grundschule und zwei Bushaltestellen, die einen nach Köln-Mülheim brachten. In der Mitte der Siedlung stand die Kirche, daneben war das Wäldchen, das seit jeher “Wella” genannt wurde, sowie das kleine Einkaufszentrum, bestehend aus Supermarkt, Metzger, Bäcker, Getränkemarkt, Zeitschriftenladen und Frisör. Sogar eine Gemeindebücherei gab es und ein Jugendheim, das seltsam nach Knete roch.

Die Bruder-Klaus-Siedlung wurde in den frühen fünfziger Jahren komplett neu erbaut, meine Großeltern gehörten zu der ersten Generation der Siedlungsbewohner, man kannte sich also. Man kannte mich dementsprechend auch, entweder, weil man mich kannte, oder weil man meine Mutter kannte oder weil man meine Großeltern kannte. In der Bruder-Klaus-Siedlung zu leben war ein bisschen wie auf dem Dorf, nur ohne Natur und Tiere, sondern halt mit Autobahn und direkt an der Grenze zwischen einer Großstadt und den letzten Ausläufern des Leverkusener Bayerwerks.

So ganz objektiv gesehen, ist die Bruder-Klaus-Siedlung ein guter Kandidat für die Feststellung: “Also, schön ist das nicht.” Nein, ist es nicht. Hier reihen sich die in den fünfziger und sechziger Jahren eiligst hochgezogenen Ein- und Mehrfamilienhäuser aneinander, gelegentlich quetscht sich ein Neu- oder Umbau aus den Achtzigern dazwischen. Nein, schön ist das nicht. Auch die Kirche ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man Architektur vielleicht eher nicht machen sollte. Trotzdem hat man das irgendwann aus irgendeinem Grund so gemacht, und es ist ja trotzdem Zuhause, man kannte es ja nie anders.

Dafür fuhren die Autos nur Schrittempo, ging ja in den kleinen Straßen nicht schneller, und wir Kinder durften eigentlich alles, auf der Straße mit Kreide malen, überall mit den Fahrrädern rumfahren, im Wella Schlitten fahren, auf der Autobahnbrücke den Autofahrern zuwinken, einkaufen gehen oder zu irgendeiner Freundin spielen gehen. Vielleicht sind wir deswegen auch ganz gut geraten, weil wir uns eben in unserer Kindheit gepflegt austoben durften.

Zuger Klause

Zuger Klause mit Blick auf die Berner Straße

Irgendwann hieß es mal, im Wella würde sich ein gefährlicher Mann rumtreiben, möglicherweise fielen auch die Wörter “pervers” oder “Exhibitionist”, aber ich war noch zu jung, um diese Wörter einordnen zu können. Das wenige, was ich davon verstand, sorgte vor allem für Irritation. Na ja schön, man hatte schon ein bisschen Angst, weil so beängstigend und sorgenvoll davon berichtet wurde, aber dann dachte ich auch wieder: Aha, da ist jemand der nackt oder ein bisschen nackt durchs Wella läuft, aber das ist doch in erster Linie mal sein Problem. Ich habe den Mann aus den Gerüchten auch nie gesehen, das Wella hat also in meiner Erinnerung seine Unschuld behalten dürfen.

Statt dessen sammelten wir im Mai im Wella Wiesenschaumkraut und boten dieses dann in eher stümperhaft zusammengedröselten Sträußchen vorm Supermarkt für 50 Pfennig feil. Mitleidige Menschen, die in uns die Enkel ihrer langjährigen Bekannten erkannten, kauften diese Sträußchen dann auch gelegentlich.

Wenn im Winter Schnee lag, konnte man im Wella Schlitten fahren und ansonsten blieb immer noch der Spielplatz, mit den Wippen und Schaukeln und dem großen M, einem Klettergerüst, das eben wie ein großes M aussah. Im Sommer war hier das Sommerfest, mit Hüpfburg und Gewinnspielen und anderen lustigen Sachen, zu Sankt Martin war hier das Martinsfeuer.

Es gibt da auch einen Friedhof, den “Neuen Mülheimer Friedhof” nämlich, und auf diesem Friedhof ist ein großes Grab, in dem schon meine Uroma, zwei meiner Onkel und meine Großeltern liegen und jetzt ist vermutlich kein Platz mehr. Ein paar Schritte weiter liegt mein anderer Opa, wir sind da eher pragmatisch. Das ist auch der Grund, warum ich immer noch gelegentlich in der Siedlung bin und dann werde ich immer sehr traurig, denn so schön, wie es damals war, so einfach und so idyllisch, so ist es leider nicht mehr.

Das liegt nicht nur daran, dass von den drei Generationen, die mich mit der Siedlung verbunden hat, nur noch die mittlere hier wohnt, also die Generation der Eltern meiner Freunde. Die Eltern der Eltern meiner Freunde sind mittlerweile fast alle schon tot und die Freunde wohnen wohl woanders, davon gehe ich jedenfalls aus.

Den Supermarkt gibt es nicht mehr, den Metzger auch nicht, der Zeitschriftenladen ist schon lange Zeit weg. Übrig geblieben sind nur der Bäcker und ein Getränkeladen, das ist aber auch nicht mehr der gleiche Getränkeladen wie damals. Schlimmer noch, die ganzen Geschäfte sind nicht nur weg, sie stehen auch einfach nur noch leer und rotten so langsam vor sich hin.

Wahrscheinlich sitzen hier auch keine Kinder mehr vor den leeren Geschäften und versuchen, Wiesenschaumkraut an den Mann zu bringen, denn das Wella ist ebenfalls größtenteils zugewuchert und die meisten Spielgeräte abmontiert.

Weil die A3 jetzt ausgebaut wurde, wurde die kleine Brücke erst abgerissen und dann eine neue gebaut, aber offensichtlich nicht breit genug, oder vielmehr, genauso breit wie vorher, aber mit breiterem Bürgersteig und jetzt ist die Straße nicht mehr breit genug für zwei Autos nebeneinander, und die Brücke aber zu lang, als dass man an einem Ende schon sehen könnte, ob am anderen Ende schon jemand kommt. Also darf man jetzt nicht mit dem Auto über die Brücke.

Die Häuser stehen noch und es wohnen Menschen darin, und sie – also die Häuser, nicht die Menschen – sehen größtenteils noch so aus, wie damals, die Einfamilienhäuser und die dreistöckigen Mehrfamilienhäuser am Luzerner Weg und am Baseler Weg. Den Kindergarten gibt es auch noch, genauso wie die Grundschule, es ist also noch nicht alles verloren.

Das Haus, in dem wir gewohnt haben, steht auch noch, mein Opa hat es damals an den Sohn eines Bekannten verkauft. Der Sohn des Bekannten hat dann alles umbauen wollen und ein bisschen damit angefangen und dann aber irgendwie die Lust verloren und als wir das letzte Mal da waren, wohnte immer noch keiner drin und drinnen war Bauruine. Der Sohn des Bekannten hat dann nämlich einfach das Haus nebenan auch noch gekauft, und da wohnt er jetzt drin, oder vielleicht auch nicht, die letzten Gerüchte diesbezüglich sind ja auch schon was länger her.

Zuger Klause

Das Haus ganz am rechten Ende des Querbalkens des T’s. Sah vor zwanzig Jahren genauso aus, nur mit anderem Auto davor.

Früher wohnten wir da zu fünft, unten meine Großeltern, oben meine Eltern und ich. Das Haus war aber nie als Zweiparteienhaus gedacht, obwohl es sogar größer war als die Standardklausenhäuser. Das ging, weil es ja ein Eckhaus war und war bitter nötig, weil meine Großeltern neun Kinder hatten. Aber die ganzen dreizehn Jahre, die wir so gewohnt haben, gab es nur eine Haustür und nur eine Klingel und wer zu uns wollte, der musste an der gleichen Haustür auf die gleiche Klingel drücken wie jemand, der zu meinen Großeltern wollte.

Aber man ist ja erfinderisch, und deswegen gab es einen erprobten und bewährten Klingelcode. Einmal klingeln für unten, zweimal klingeln für oben. Stand auch draußen dran, vor zwanzig Jahren.

59 comments

    • u.weiler

      ich habe leider nur bis 1972 dort gewohnt…im tessiner weg..
      wer kennt noch leute von damals? wer hat schöne alte fotos?
      georg Klosterfrau,Miachel Weissmann,Thomas Bornholdt…oder die Familien Weiler,oder Diebold?
      infos bitte an:uweiler1@web.de

  1. Hans Schidlowski

    Hallo.
    Schön geschrieben. Du musst ja ein Nachkomme von Kohnen’s sein.
    Bin auch in der Zuger Klause große geworden. Von 1957 bis 1977. hab mich damals dort sehr wohl gefühlt. Meine Hausnummer war die Zuger Klause 1. Vielleicht meldest dich ja mal. Bin auf H.schidlowski@gmx.net erreichbar.
    Gruß
    Hans Schidlowski

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  4. Christiane Sterzl

    25.2.14. Dort hab ich auch mal gewohnt, Walliser Weg. Zwar nur 2,5 Jahre, aber die Erinnerung ist geblieben. Vielen Dank für deine Eindrücke. Der Berliner Kardinal soll ja auch ein Bruder-Klaus-Kind sein…
    Gruß
    Christiane

  5. Brigitte Duennwald

    schöner Bericht ,fühle mich in meine Kindheit versetzt bin in der Bernerstr59 aufgewachsen .unsere Familie hat dort von 1957-1970 gewohnt.Es war für uns Kinder eine wunderschöne Z>eit .Verbotener Weise durch das Litzer Wäldchen streifen,etc.Wenn die Hausaufgaben fertig waren dann war Treffpunkt für alle der Stromkasten auf der Bernerstrasse und dann gings Süßigkeiten kaufen in der Zuger Klause ganz hinten durch.oder man traf siech am Spielplatz hinterm schwarze weg. Ne was waren das für Zeiten.Oder die Pfarrfeste.Stelzenlauf Seifenkisten rennen Rollschuhlauf und Kochwettbewerb der Jugendgruppen mit Kaolan Heinz Büsching. ich könnte stundenlang :-)

    • Bernd Hamacher

      Hallo Brigitte ,

      Dir scheinen ja damals auch die Kohnens ,Heckers ,Borghoffs,Dahlers (Hildegard) und wie sie alle hiessen täglich über den Weg gelaufen zu sein.Woelki war noch zu klein für den Stromkasten an der Berner Strasse ,aber dafür wohnten ja Heinz und Willi Becker in der Nähe.Falls Du etwas über die genannten Kinder von damals oder andere weisst ,zB den Musiklehrer am Hölderlin-Gymnasium Bernd Kohnen ,oder Benh und Peter Hecker ,Bernd Bornhold oder Ulla Stuckmann ,lass es mich doch wissen .Ich würde mich sehr freuen ,von dir zu hören.L.G.Bernd

      • Peter Hecker

        Tja,und die Kratzhellers, Sauermanns, die Müllers-Mädchen aus der Schwiezer Klause. der Tista, die Sradomskis … Tempi passati, das Biotop BKS… LG Peter

        • Thamm Monika

          Hi Peter,, kennst Du auch noch Maria Schnitzler (später Schmidt,, die. Schwester meiner. Mutter Katharina Thamm). Sie war oft bei uns. Auf Photos ist sie bei den Kindern der Davoser Klause mit Suehrs, Meurer, Felders, Hecker u.a. zu sehen.LG Monika Thamm

      • Annemarie Heller

        Hallo, zufällig auf diese Seite gestossen…hab am luzerner weg gewohnt und durch die kommentare grad eine reise in meine kindheit gemacht. Ulla Stuckmann ist ne freundinn von mir. sie wohnt in köln-nippes.
        schön, diese beiträge zu lesen…schön wär, was zu hören von den alt eingesessenen der bruder-klaus-siedlung.
        Annemarie Heller

      • Ulla

        Hallo Bernd, Du hast an Brigitte Dünnwald geschrieben und gefragt, ob sie etwas über mich weiß. Von Brigitte Dünnwald habe ich so gar keine Vorstellung, vielleicht würde ich sie auf einem Bild wieder erkennen.
        Wir haben ja in der gleichen Straße gewohnt und an dich kann ich mich gut erinnern. Es ist witzig plötzlich nach so vielen Jahren gedanklich wieder in der BKS zu sein. LG Ulla

    • Jeannette

      Hallo Brigitte und alle anderen „Ehemaligen“. Es ist wirklich ein schöner Bericht. Wir (Mutter und vier Schwestern – Vater war sehr oft auf Reisen, später hatte er ein eigenes „Büro“…) haben von 1958 bis etwa 1972 in der BKS gewohnt, Tessiner Weg. Allein in unserer Straße (20 Hausnummern, alles Einfamilienhäuser) wohnten ungefähr 20 Kinder – die, die schon in der“Lehre“ waren oder auf der „höheren Schule“ nicht eingerechnet (die haben ja nicht mit gespielt). Es stimmt, wir haben immer draußen gespielt, sind zum Litzer Wäldchen gelaufen oder an den Bahndamm und haben von da (auch verbotenerweise) Forsythien für die Mütter in großen Sträußen mitgebracht. An den Kaplan Büsching mit den Wettbewerben in den Herbstferien kann ich mich auch gut erinnern und an die Kochwettbewerbe der „Frohschar“ (das waren die Mädchengruppen der Kirche, ob es auch Jungengruppen gab, weiß ich nicht.) Es war wirklich eine sehr super Zeit! Jeannette

  6. Peter Hecker

    Ach ja,und Franz Meurer – der ist Pastor in Vingst geworden, alternativer Ehrenbürger von Kölle, Kardinal wird man damit nicht, das bleibt Woelki.
    BKS, das hieß kinderreich und katholisch, um ab ca. 1955 ff. ein Häuschen kaufen zu können…

  7. Brigitte Dünnwald

    Die Beckers jungen waren immer mit meinem großen Bruder ib unserem Keller an der elektrischen Eisenbahn. Und ich habe eben mit meiner Schwester Angelika telefoniert. Die kennt alle Namen die du aufgeführt hast.

    • Peter Hecker

      Oh Brigitte! Die Davoser Klause… Ich glaub, ich bin ein paar Tage früher geboren als Du, in der BKs von 1957 bis 1970 ständig, Hölderlin, Bundeswehr, Uni Köln, dann nach Freiburg und nach Wien und nach Mainz … immer weiter und immer wieder in die BKS, wo die Eltern ja noch wohnten bis 1985+ und 2004+…
      Und Fasteolovends-Freitag trifft sich das ganze Schmölzje seit Jahren in Dünnwald im Schützenhof. Einer (Siggi Eitelgörge) hat gesagt: Es ist so schön zu sehen, wie wir gemeinsam reifen ! ggg
      LG Peter

  8. Brigitte Dnnwald (Lagier)

    Ich habe von 1959-1970 in der BKS gewohnt. Unsere Familie ist 1957 dort hingezogen.Ich glaue 1961 war so gar Konnrad Adenauer in der Siedlung und auch bei uns .Es gibt noch Fotos ,da war ich mehr oder weniger auf seinem Arm.

  9. Hildegard Scharfenberg-Neumann

    Hallo Brigitte und all die anderen hier,
    ich fühle mich direkt wieder in meine Kindheit und Jugend zurückversetzt.
    Ich habe von 1957-1976 in der BKS, Bernerstraße 49 mit meinen Brüdern Michael, Klaus, Wolfgang und Christoph dort gewohnt. Sommer wie Winter den ganzen Tag draußen, nur zum Schulaufgaben machen, Essen und Schlafen nach Hause. War für Kinder schon ein schöne Zeit. !!!
    Weiß vielleicht jemand, wie die Parallel-Siedlung hieß… die Straße entlang wo der Bus Richtung Wienerplatz fährt. bzw. Über die Fußgängerbrücke über die Autobahn… am Eckhaus von Adams?

    • Anne

      Meinst du die Von-Galen-Straße? So hieß es bei uns in den Achtzigern.

      Du bist aber nicht zufällig mit dem Michael Scharfenberg verwandt, der später (u.a. mein) Biolehrer in Leverkusen wurde, oder? Das wäre dann wieder ein lustiger Zufall.

  10. Brigitte Dünnwald (Lagier)

    Hallo Hildegard ,dein ruder Christoph war bei mir in der klasse und ich weiss ,dass u immer mit dabei warst wenn wir uns am Stromkasten getroffenn habe .Hae noch ein super klassenfoto auf dem Dein ruder mit drauf ist

  11. Ulla

    Hallo alte BKS’ler, ich habe schon viel gelacht, als ich diesen Bericht und die Kommentare gelesen habe. Es ist das erstemal, dass ich mich an so einem Block beteilige – muss daran liegen, dass die Zeit in der BKS mich doch sehr geprägt hat und ich ganz gerührt war als ich dies alles gelesen habe. Ich bin die Ulla Stuckmann aus dem Tessiner Weg 8. Wir sind 1957 in die BKS gezogen und haben ungefähr bis 1967 dort gewohnt. Wir waren vier Mädchen (Ulla, Jeannette, Maxi und Denise). Denise ist 1984 an Krebs gestorben, das war eine schlimme Zeit für uns. In sehr vielem von dem was geschrieben wurde, habe ich mich wieder gefunden. Es war für uns Kinder eine herrliche Zeit, ich meine wir waren immer nur draußen. Allein in unserer Straße wohnten ca 25 Kinder (ungefähr gleicher Altersgruppe). Wenn wir heimlich „Ausflüge“ in das Litzer Wäldchen oder zum Litzer Bauer oder zur Autobahnbrücke gemacht haben, dann hatten wir schon das Gefühl „weit weg“ gewesen zu sein. Und unser Kaplan Böschung, Glaube hin, Glaube her – der Mann war einfach klasse für uns Jugendliche. Vielleicht erinnern sich einige noch daran, dass wir mit Kaplan Büsching auch Fahrten in die Eifel nach Winnerath gemacht hat. Meine Tochter (inzwischen 23) rief mich vor kurzem an und sagte: Mama ich bin in Winnerath in einem Freizeitheim, das hat ein Kaplan Büschen aufgebaut aus der BKS – da hast du doch gewohnt. Sie war dort, wo ich und meine Schwerer Jeannette auch waren. 1982 gab es mal im Tessiner Weg ein Fest „25 Jahre Tessiner Weg“, das war sehr lustig, einige Ihre später gab es noch ein Fest (weiß noch jemand wann?). Da waren viele da – Ingrid Rosenstein, die Peußers Kinder, die Marians, die Diebolds …. Will Dornbusch mit seiner Freundin und seiner gerade geborenen Tochter (der liebe Will ist auch schon lange nicht mehr unter uns). Als ich ungefähr zwölf war, bekam ich ein Fahrrad. Ich weiß noch, dass ich große Strecken freihändig gefahren bin – durch den Zürcher Weg, dann die Berner Str. und dann den Luzerner Weg entlang, ich habe daraus einen Sport gemacht, die ganze Strecke freihändig zu fahren – in meiner Erinnerung habe ich es geschafft – aber wer weiß, ob es wirklich so gewesen ist.
    An alle, die noch wissen, wer ich bin LG Ulla

    • heller, anne

      hallo liebe ulla,sprichst mir aus der seele….es war eine schöne kindheit mit so vielen möglichkeiten….ja, das litzer wäldchen und das wella und ja der kaplan Böschung…er war wirklich ein fortschrittlicher kaplan……singewettstreit…kochwettstreit in der von galen str…die gruppe im jugendheim….es war toll…so schön zum erinnern… wär ja super, mal was zu hören…..ciaociao anne heller

      • Brigitte Dünnwald

        Und unser Kaplan,der jetzt Pansionär geworden ist und vor einigen Jahren goldenes Priesterjubiläum gefeiert hat,hat nichts von seiner einzigartigen Art verloren, trotz seines hohen Alters

        • heller, anne

          liebe brigitte, weist du wo Kaplan Buesching jetzt lebt, wie man ihn kontaktieren kann?
          kennst du mich oder ulla stuckmann?
          anne heller

          • Brigitte Dünnwald

            Heinz lebt jetzt im Rhein Sieg Kreis in Windeck Wilberhofen.Ich glaube dass du eine Generation über mir warst ich bin 1959 geboren.Aber ich habe meiner große Schwester Angelika deinen Namen geschrieben.Sie ist 1947 geboren.

    • Thamm Monika

      Hallo, mein Name ist Monika Thamm. Ich war mit Denise in der Grundschule Luzerner Weg bei Frau Komerowski…. Fr. K. habe ich vor zirka 17. Jahren getroffen. Mein Gott. wie die Jahre vergeben. Nachdem ich nach verschiedene Namen recherchiert habe ist der Bericht aufgeploppt.. Monika (59)

      • Christine Grabinski

        Hallo Monika, ich glaube wir waren zusammen in einer Klasse in der Grundschule in der BKS. Mein Name war damals Christa Santura. Ich hatte rötliche Haare. Kannst du dich an mich erinnern? Liebe Grüße von Christa Grabinski

    • Bruno Hülbüsch, Züricher Weg

      Liebe Ulla Stuckmann, erinnere mich sehr gerne an Dich und Deine Schwestern. Es war eine herrliche Zeit. Habe heute erfahren, daß Kaplan Büsching verstorben ist.

    • Ingrid Dennhardt, früher Rosenstein

      Liebe Ulla,
      habe gerade mit viel Freude deine Zeilen gelesen. Ja, in der BKS hatten wir eine tolle Kindheit. Würde ich allen Kindern wünschen! Viel Freiheit, frische Luft und gut behütet. Wir beide haben ja auch damals viel zusammen gespielt und unternommen. Bei schönem Sommerwetter sind wir auch mit dem Fahrrad ins Bayer-Bad zum Schwimmen gefahren. Ich denke gerne daran zurück.
      Herzliche Grüsse auch an deine Geschwister
      Ingrid

  12. heller, anne

    Danke für die rasche Antwort. An Deinen Nachnamen kann ich mich erinnern. Ich bin 1955 geboren….jedenfalls freut es mich mit jemand von der Bruder-Klaus-Siedlung zu kommunizieren.
    Ein Treffen von uns alten wäre doch schön….doch, wie organisieren…..
    vielleicht schreibe ich Heinz Buesching mal…er war wirklich eine grosse Bereicherung für uns Kinder/Jugendliche damals…
    nochmals danke und liebe grüsse
    Anne Heller

    • Sonja Preiss

      Hallo!
      Ich lese hier mehrfach den Namen Heinz Büsching. Ich bin seine Haushälterin in Wilberhofen. Ich würde mich sehr freuen, wenn mich jemand kontaktieren könnte. Ich suche „alte Bekannte“ von ihm und Menschen, die gerne etwas über / zu ihm erzählen würden.
      Liebe Grüße,
      Sonja Preiss

      • Sonja Preiss

        Heinz Büsching hat sich gewünscht, an Ostern zu sterben, und war enttäuscht, als es Ostersonntag nicht klappte. Er ist erlöst. Es gibt die Auferstehung. Das zeigt sein Gesicht ganz deutlich. Und sie muss noch viel schöner sein, als er sie sich je erträumt hat.

        Ich würde mich wirklich über jeden Beitrag zu ihm freuen. Ich habe da etwas Konkretes vor. Wenn hier jemand Ansprechpartner für die BKS ist, bitte ich ihn / sie, mich zu kontaktieren. Ansonsten werde ich in Kürze an die Pfarrei schreiben.

        Sollte das hier der falsche Ort für eine solche Bitte sein, bitte ich, dies zu entschuldigen. Ich war nur so froh, hier seinen Namen zu lesen.

        • heller, anne

          Liebe Frau Preiss,
          die Nachricht, dass Heinz Büsching von uns gegangen ist, hat mich berührt. Mein herzliches Beileid. Ich selber war zu klein damals als, dass ich konkrete Erinnerungen hätte.
          werde versuchen Sie telefonisch zu kontaktieren, um Ihnen zwei Ansprechpartner mitzuteilen.
          Alles Gute
          Anne Heller

          • Sonja Preiss

            Danke, liebe Frau Heller!
            Wie kommen Sie denn jetzt an meine Telefonnummer? Ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn ich die jetzt einfach hier aufschreibe.
            Herzliche Grüße,
            Sonja Preiss

  13. Thamm Monika

    Hallo auch ich bin aus Zufall auf diese Seite gestossen, toll geschrieben und die Kindheit ist erwacht. 1957 bis 1978, später Niehl….Peter Hecker,Uli Hecker Meurers Kinder, Kratzheller, Stahl usw aus der Davoser Klause, Woelki aus dem Triberger Weg, Schule Luzernerstr. Jugendheim Kirche ja kenne ivh auch noch

  14. Günter Kentrup

    Bin auf der suche nach einem Türkischen Arbeitskollegen, den ich vor vielen Jahren einmal dort besucht habe.
    Leider habe ich nur seine Nachnamen ( Yilmaz ) den es ja bekanntlich tausendfach in Köln gibt.
    Wer kennt die Fam. Yilmaz die in einem Reihenhaus in der Bruder-Klaus-Siedlung wohnt.

  15. Agnes Lauhoff

    Auf den Punkt gebracht….
    Die Beschreibung der Zuger Klause
    – „unser Häuschen“ seit 1956 „Block 1/ Haus 4“ und immer n o c h unser Zuhause, weil unsere Mutter dort lebt –
    und der BKS
    ist treffend dargestellt und auch für mich voller schöner Erinnerungen!
    Die viiieeelen Kinder; man war nie alleine.
    Einige Namen sind mir noch bekannt.
    Es hat sich viel verändert; früher kannte jeder jeden.
    Aber die freundliche Atmosphäre in unserer Siedlung ist geblieben.
    Agnes

  16. Agnes Lauhoff

    Hallo Anne Schüssler,
    Habe gerade meiner Mutter ( eine der vermutlich imzwischen ältesten Einwohner unserer Siedlung) die nette BKS-Story vorgelesen und sie hatte große Freude beim Zuhören.
    Ganz viele Namen sind ihr noch bekannt und nicht nur die von der Zuger Klause.
    Wenn also jemand über jemand etwas erfahren möchte….
    Ihrerseits ist meine Mutter interessiert, wer Deine Eltern sind (Mutter: Bernhardine?).

    Übrigens fällt mir auch noch dazu ein, dass wir unser Häuschen bezogen (1957), als noch keine Strassen und Gärten angelegt waren; alles sah einheitlich aus und unser kleiner 2jähriger Bruder fand auf seinen Erkundungsreisen nicht mehr zurück.
    Einheits-Schuhe für alle (!) wegen deren Matsch-Wege waren Gummistiefel.
    Es gab zu dieser Zeit weder Telefon, noch Fernseher, noch Kühlschrank….man hatte für diesen Luxus kein Geld.
    Autos im unserer Siedlung waren eine Rarität.
    Schule und Kirche und Geschäfte gab es noch nicht.
    Wir schulpflichtigen Kinder mussten bei Wind und Wetter einen weiten Schulweg bis zur Tiefenthalstrasse (ehemalige Kaserne mit Kanonen-Ofen und Läusen )
    in Kauf nehmen und überfüllten Klassen.
    Ich erinnere mich auch noch an unsere Nachtwanderung mit Schnee zur Christmette im der Antonius-Kirche.
    Buss-Verbindung gab es noch nicht. Die nächste Straßenbahn-Haltestelle war Berlinerstrasse.
    Aber wir hatten etwas, was heute rar ist: Zeit.
    Viele Grüße
    Agnes
    Zuger Klause 8

    • Anne

      Ja, genau, Bernhardine ist meine Mutter. Wir haben ja lange genug bei meinen Großeltern in der Zuger Klause gewohnt, weil das Häuschen (mit Anbau) nach dem Auszug aller anderen Kinder groß genug für uns alle war. :)

  17. Michael Krahn

    Hallo Anne,
    bin gerade zufällig auf Deinen schönen BKS-Blog gestossen. Ali Kohnen ist ein Freund von mir, mit dem ich einige Schulklassen besucht habe und später pfeifenrauchend zum „Moor“ (Klärfeldern hinter dem Litzer Wald) gewandert bin; leider habe ich den Kontakt zu ihm verloren; vielleicht kannst Du mir hier helfen? Ich wäre sehr froh darüber. Christoph V. gehörte zu unserem Freundeskreis, zusammen mit Wilfred Dornbusch und Günter Peters; Ali hatte ein winziges Zimmer im Anbau des Elternhauses, und da haben wir stundenlang Blues und Rock Music gehört, bevor wir runter in den Keller gewechselt sind, um die Sesamstrasse im Fernsehen zu schauen – zusammen mit Deiner Großmutter, die währenddessen die Wäsche bügelte; Denise und Maxi waren enge Freunde, und ich war traurig über dem viel zu frühen Tod von Denise; Denise war wundervoll der Welt und den Menschen zugewandt. Wir haben bis 1973 in der BKS (Berner Strasse 43) gelebt – diesem behaglichen Mikrokosmos mit tausend Geschichten.
    Ich grüße Dich, Deine Mutter Dine, Micki, Ali und die anderen!
    Michael Krahn, Paderborn

  18. Martina

    Ach ja , die gute alte BKS.
    Hab gerade erfahren, dass es Frau Kratzheller noch gibt, die mich als Lehrerin ganz doll beeindruckt hat. Ich hab heute ihren „kleinen“ Bruder kennengelernt.
    Es ist schon traurig, dass es keine Geschäfte mehr gibt. Aber´ich denke auch an die kleinen Läden, wo die Leute Süßigkeiten im eigenen Hausflur verkauft haben, an der Schule vorbei, links, oder in der letzten Klause. Hmm, für 50Pfennig eine Tüte Himmelreich…

  19. Zant Beate (geb. Findeisen)

    Hallo alle zusammen, ich erinnere mich gerne an meine Kindheit und Jugend in der BKS. Ich habe heute noch Kontakt zu meiner Schulfreundin, obwohl ich die Siedlung 1975 mit meiner Familie verlassen habe.Ich habe die Siedlung seit meinem Weggang mehrfach besucht und jedes Mal kamen die alten Erinnerungen an alles was wir erlebt hatten wieder (Singewettstreit, Kuchenverkauf Jugendgruppe, Seifenkistenrennen) hoch. In der Siedlung bin ich damals mit einem Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit aber auch Freiheit aufgewachsen. Ich grüße alle die mich kennen Beate (Tessiner Weg 6)

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