Einkaufszettel

Letztens wollte ich den werten Herr Gemahl zum Einkaufen schicken, weil ich mir davon eine gewisse Erleichterung des Abends meinerseits versprach. Erst dachte ich, das wäre einfach, denn ich brauchte: Möhren, Schalotten, Hackfleisch, Basilikum, Spaghetti und Dosentomaten. Mir würde das als Einkaufszettel genügen, aber ich wusste natürlich auch, was ich damit machen wollte und kannte das Rezept.

Tatsächlich verlief das Gespräch aber eher so:

„Ein bis zwei Möhren brauchen wir, je nach Größe, guck halt mal. Und dann Schalotten. Weißt du was das ist? Ja, die kleinen länglichen im Säckchen. Hackfleisch auch, so 300 Gramm. Und Dosentomaten, am besten zwei von den kleinen Dosen, und nicht die stückigen oder passierten, sondern richtigen Tomaten, guck mal, ob Eiertomaten drauf steht. Dann noch Spaghetti, aber nicht die moralisch unkorrekten von Barilla, diese Firma unterstützen wir nicht. Nee, sonst ist egal, nimm einfach irgendwelche anderen. Und Basilikum, aber guck erst, ob der auf dem Balkon noch gut ist, der sah aber letztens schon etwas welk aus. So das war’s. Bis heute Abend. Tschü-hüss!“

Man merkt ja manchmal erst, wie kompliziert so ein Einkauf ist und wie viele Detailentscheidungen man nur beim Kauf von Dosentomaten so treffen muss, wenn man jemand anders ohne Aufsicht losschickt.

14 comments

    • Anne

      Eine Dose Eiertomaten zu wenig, aber das war nicht schlimm, weil ich tatsächlich auch nur eine brauchte. Der Balkon-Basilikum liegt eher so in den letzten Zügen, wir haben jetzt also einen neuen. Ansonsten, alles top: Ich konnte Spaghetti Bolognese machen.

  1. Dentaku

    Das kann „Bring!“ auch nicht.

    (Und es ist wie immer: wenn Du Aufgaben deligierst musst Du sie entweder micro-managen oder damit rechnen, dass sie anders ausgeführt werden, als Du es selbst gemacht hättest. Das zu verstehen hat bei mir auch im Job Jahre gedauert.)

  2. Sören

    der normale einkauf verläuft bei uns ja eher andersrum – wenn die frau mal was mitbringen soll, fragt sie dreimal nach. aber neulich musste ich ihr mal binden (also, andere als sonst, geburt und so) kaufen – gute güte!

  3. Trotzendorff

    Immer wieder schön in diesem Zusammenhang: »My wife said: ›Please go to the store and buy a carton of milk and if they have eggs, get six.‹ I came back with six cartons of milk. She said: ›Why in the hell did you buy six cartons of milk?‹ Me: ›They had eggs.‹«

  4. Sylvia Hubele

    Ja, das kenne ich: Alles muss genau beschrieben werden. Oder ich muss kreativ genug sein, um aus dem, was mir dann angebracht wird, etwas zu basteln. Welche Variante mir lieber ist, hängt durchaus davon ab, wie genervt oder entspannt ich bin. (Immerhin gibt es Nudeln mit Tomatensauce ja in vielerlei Variationen ;-))

  5. hafensonne

    Menno, keine Barilla mehr? Ich kann doch jetzt nicht auch noch Nudeln selber machen! Aber das mit dem „Scha-atz, bringst Du bitte eben noch ein paar Sachen mit“ kenne ich auch. Und muss leider Dentaku zustimmen. Wer die Arbeit macht, hat Recht.

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